Donnerstag, Juni 07, 2012

Prozession

Fronleichnamsprozession. Es war schön und ernüchternd zugleich.

Schön: nach anfänglichem Regen wurde die Messe vor dem Benrather Schloss von der Sonne beschienen. Letzte kleine Schauer machten einem guten Prozessionswetter Platz. Erst ging es durch den Park, dann durch den Ort.
Die Lautsprecher funktionierten, die Blaskapelle war gut, die Menschen beteten und sangen mit. Es war eine schöne und würdige Prozession, mit Segensstationen an den beiden Altenwohnheimen unseres Stadtteils. Das Ende mit dem Einzug in die Kirche bei Weihrauch und rauschender Orgelmusik glich einem großen Finale und verdeutlichte schon fast kitschig, auf was für ein Ende unsere Lebensprozessionen hinführen. Vor lauter Musik und Gesang war es in der Kirche fast zu laut!
Ernüchternd: ich. Sicher, ich hatte nach der Prozession in Gedanken das Mittagessen organisiert, die Arbeit der nächsten Woche durchdacht, an meinem Aquarium geplant, Singvögeln zugehört und überlegt, ob es sinnvoll ist, bei diesem Wetter Angeln zu gehen. Ich habe mir ausgemalt, welche Krankheiten ich vom Sitzen auf dem nassen Stuhl bekommen könnte und festgestellt, dass niedrig gehaltene Regenschirme den weiter hinten sitzenden weniger die Sicht nehmen. Auch das Netzwerkkabel, das mit nach Freiburg muss, war präsent, wenn ich nicht gerade überlegte, wo das Schloss seine Geschossdecken kat. Es ist in dieser Hinsicht raffiniert gemacht und man konnte es durch die spiegelnden Fenster nicht sehen.

Gut, dass das Heil von Gott kommt und ich es geschenkt bekomme.

Kommentare:

  1. Das kenne ich. Heute bei der Prozession war ich zum Glück gut bei der Sache. Aber es gibt Tage oder Momente, da ist die Konzentration einfach weg.
    Ich verbrachte auch schon eine Stunde in der Anbetung und brachte es dabei kaum fertig, mich auf Gott zu konzentrieren. Es kam mir fast wie Zeitverschwendung vor. Als ich aber danach die Kapelle verließ, spürte ich eine sehr große Freude, obwohl ich eigentlich hätte frustriert sein müssen. Da war mir klar: Auch wenn von meiner Seite heute eine äußerst schwache Leistung gekommen war, hatte die Gnade doch gewirkt.
    Die Hauptsache ist, dass ich da bin, damit Gott mich mit seiner Gnade erfüllen kann. Wie du sagst: beschenken lassen!

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  2. Ja, es ist auch mit dem Beten von Novenen oft so. Man ist nicht immer gut konzentriert und manchmal auch gar nicht. Aber es ist auch ein Akt der Treue es trotzdem zu tun, das bleibt nicht ohne Wirkung.

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