Montag, Juni 04, 2012

Gedanken zu Freiburg

[Von Bastian]
Ein Weblog, kurz „Blog“, ist ein Tagebuch oder Journal im Internet. Dahinter steht ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen mit der Intention, eigene Gedanken oder Meinungen öffentlich zugänglich zu machen. „Das Blog bildet ein für Autor und Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu spezifischen Themen.“ (Wikipedia)
Soweit klar.

In meiner persönlichen Vorbereitung auf das Bloggertreffen in Freiburg habe ich mir verstärkt Gedanken gemacht, warum ich das tue, warum ich eigentlich Blogger bin.
Schon immer war ich sehr interessiert an religiösen Themen, an guten und tiefgehenden Diskussionen überhaupt. Es reizt mich, Meinungen und Thesen nachzuvollziehen, zu hinterfragen, Dingen auf den Grund zu gehen. Das Bloggen gibt mir die Möglichkeit, meine Gedanken in einem größeren Rahmen zu äußern und zu sehen, ob sie auf Interesse stoßen. Dabei lässt mir das Blog große Freiheit: wo sonst habe ich in ein und derselben Kommunikation die Wahl zwischen durchgearbeiteten Texten, spontanen Gedanken, Bildern, Karikaturen, Fotos bis hin zu Notizen, welcher Vogel gerade singt? Nicht nur inhaltlich, sondern auch in der äußeren Form kann das Blog mir entsprechen. Das Blog spiegelt mich wider, verlangt Offenheit von mir und eine Prise Selbstvertrauen: glaube ich wirklich, dass meine Äußerungen für andere interessant sind?
Mein Ergebnis also: ich bin aus sehr persönlichen Gründen Blogger. Ich denke, das ist das Wesen des Bloggens: es ist persönlich. Es sind meine Themen und es ist meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger. Deshalb lese ich mit Gewinn andere Blogs: auch sie sind authentisch und bereichern mich, ohne den Anspruch zu erheben, mehr als persönlich und individuell zu sein.

Was Blogs interessant macht, definiert sich daher großenteils durch das, was sie nicht sind. Sie sind nicht weisungsabhängig, nicht politisch korrekt, nicht dem Mainstream folgend, nicht brav, nicht bequem. Gute Blogs sind echt und ehrlich und vertreten durchaus eine Meinung.
Wenn einem Blogger Glaube und Kirche besonders am Herzen liegen, wird das Blog davon handeln. In der Kirche gibt es einen Begriff für ein Statement, das jemand ehrlich und authentisch über sich und seinen Glauben macht: das Zeugnis. Katholische Blogs haben Zeugnischarakter. Die Blogozese ist für mich keine Organisation, sondern ein (Freundes-)Kreis von Menschen, die Zeugnis geben wollen und bereit sind, sich Fragen dazu zu stellen. Das lässt sich nicht planen: Authentizität organisieren zu wollen, ist ein Widerspruch in sich. Es wäre sinnlos zu versuchen, katholische Blogger zu „zähmen“. Nicht, weil sie widerspenstig wären, sondern weil man ihren Blogs damit das Zeugnishafte nähme. Und die Welt braucht neben allen Diskussionen auch stets das Zeugnis. Das können Blogger liefern. Für alles andere nimmt man besser bezahlte Zeitschriften.

Für Freiburg wünsche ich mir als Blogger, dass alle Teilnehmer durch Gespräche und neue Gedanken bereichert werden: bereichert in ihrem Glauben, den sie in den Blogs bezeugen. Ich wünsche mir, dass allen deutlich wird, dass Liebe zu Gott und Seiner Kirche die Motivation sind, aus der heraus katholisch gebloggt wird.

Kommentare:

  1. Danke. Dem kann ich mich nur anschließen.
    Sehe es ganz genauso!

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  2. Auch von mir ein Dank! Sehe das ganz genau so. Für mich ist das nun das zweite "größere" Bloggertreffen. Bei dem im Vatikan vor zwei Jahren hatte mich das Los ja auch getroffen.
    Damals in Rom war die Situation etwas anders: Die Blogger, die da aus aller Welt kamen, waren sehr durchgängig römisch, in dem Sinn, dass sie sich als Katholiken in Rom heimisch fühlten und gleich von vorn herein mit denen verbunden fühlten, die geladen hatten. Im Nachhinein fragte mich jemand am Arbeitsplatz, ob man uns da nicht alle hatte vor den römischen Karren hatte spannen wollen (und nur deshalb - natürlich - geladen hatte). Meine Antwort war schlicht, dass da eigentlich niemanden mehr spannen musste, sondern dass die Blogger allzumeist schon mit Freuden auf dem römischen Karren nach Rom gezogen kamen.
    Die römischen von den dort sprechenden Herrschaften taten den ehrlichen, römischen, Wunsch kund: Sie würden sich freuen, wenn die Blogger der Welt ihre Gelegenheiten nutzen würden, die römische Botschaft in die Welt hinein zu übersetzen. Denen, die ich kennengelernt habe damals, brauchte man das nicht zweimal sagen. Das taten sie längst und würden es weiter tun. Das alles dürfte jetzt etwas anders sein. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Vertretung der deutschsprachigen Bischöfe uns Blogger bitten wird, etwas Römisches zu bloggen, oder ermutigen wird, es weiter zu tun. Bin gespannt und freue mich vor allem auf die Bloggerkollegen, soweit ich sie noch nicht kenne - ach ja, und auf das Fußballspiel ;)

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  3. Ups, Rom ist ja gar noch nicht so lange her. Jetzt hab ich mich schon wieder älter gemacht, als ich bin....

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  4. Bist Du in Freiburg dabei, Johannes?

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  5. Yes. Werde da sein, so Gott will und wir noch leben.

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    1. So Gott will, wir leben und es passt. (Nach A.P.)

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  6. Weil wir am Samstag Nightfever in Freiburg haben, kann ich beim Treffen leider nich dabei sein... aber natürlich sind alle Teilnehmer herzlich eingeladen: Wir sind in St. Martin am Rathausplatz (10 Minuten Fußweg vom Tagungsort), Abschluss is 23:30 mit der Komplet.
    Wär nett, wenn das mal bekannt gemacht würde...

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  7. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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