Donnerstag, Oktober 31, 2013

Die EU nimmt sich der Kirche an!

[Von Bastian]
Die partei- und lagerübergreifende Initiative mehrerer Dutzend EU-Abgeordneter „Die Kirche regelt das“ hat sich entschlossen, die dringendsten Probleme der Römisch-Katholischen Kirche per Verordnung zu lösen, „…bevor sich die Kirche durch Entweltlichung möglichen Regelungen zum Schutz der Christen entzieht“, so der Sprecher der Initiative, K. Beljau, der zur Zeit fischereipolitischer Sprecher der Grünen ist. „Da gibt es Themen, die bisher von der Öffentlichkeit unbeachtet blieben, obwohl sie hochbrisant sind. Wir versuchen, vieles im Vorfeld zu lösen, bevor es zum Knall kommt.“
Es sind mehrere Gesetzesinitiativen geplant, über die noch in diesem Jahr abgestimmt werden soll, damit sie bis zur nächsten Sommerpause von den Ländern ratifiziert und in lokale Gesetze umgesetzt werden.

Ein wichtiges Arbeitsfeld ist die Sicherheit in Kirchen. Oft sei es Un(ein)geweihten nicht möglich, die Ausgänge spontan zu erkennen. Sie landeten bei der Flucht statt im Freien im Beichtstuhl. Daher sei auf eine auffällige und eindeutige Beschilderung in Hauptblickrichtung, hier also im Altarraum, zu achten. Die Fluchtwege sollten wie in Flugzeugen (Beljau: „Christen sind schließlich auch abgehoben!“) im Dunkel grün beleuchtet sein. An Beichtstühlen solle die Tür mit einer auffälligen roten Schrift gekennzeichnet werden: „Vorsicht, Beichte!“. Die Ausgangstüren sollten zudem die Aufschrift „Fluchttür“ tragen. Während der Vermeldungen sei in jeder Messe auf die Fluchtwege hinzuweisen, wie man es aus der Luftfahrt kenne.
Abstand genommen wird hingegen von den geplanten Fluchtübungen vor besonders langen Messen wie zu Weihnachten oder in der Osternacht. Man müsse nichts regeln, was von selbst funktioniere. Die Katholische Kirche wisse derzeit selbst am besten, wie man die Kirchen leer bekommt.

Ein weiteres Thema ist der kirchliche Umweltschutz. Weihrauchfässer seien mit einem Rußpartikelfilter nachzurüsten. Für eine Übergangsfrist von 3 Jahren wird es im Freien noch erlaubt, ohne Einhaltung von Grenzwerten weihzuräuchern. Danach dürfen Prozessionen ohne Filter nicht mehr in Umweltzonen oder Wohngebiete. Alternativ könnten die Gemeinden auch auf dem freien Markt Emissionsrechte erwerben.

Ein versicherungstechnisches Problem stellen die Weihwasserschälchen im Kircheneingangsbereich dar. Herabfallende Tropfen hinterlassen Flecken auf den prunkvollen Kirchenböden, umherfliegende Spritzer beschädigen immer wieder wertvolle Kleidung und Handtaschen. Hier wird empfohlen, die Schälchen durch Weihwasserzerstäuber zu ersetzen. Das löse nicht nur die Probleme, sondern sei auch hygienischer. Zudem könne die Auslassöffnung kreuzförmig gestaltet werden, was die Segenskraft erhöhe. Die Initiative hofft, hier mit einer Empfehlung auszukommen, „weil die Vorteile sozusagen auf der Hand liegen, und nicht mehr in der Kleidung“.

Gendertechnisch soll es dem Wetterhahn an den Kragen gehen: bis 2020 seien im Zuge einer Frauenquote 50% der Hähne durch Wetterhühner zu ersetzen. Dabei zähle das Prinzip der „Doppelten Gleichheit“: nicht nur die Zahl der Hähne und Hühner müsse gleich sein, sondern auch die Bedeutung der Kirchen, auf denen sie stünden. Hierzu werde eine EU-Kommission gebildet, die einen Punktekatalog festlegen werde, mit dessen Hilfe die Bedeutung der einzelnen Kirchbauten dann klassifizierbar sei. Dieser Kommission dürfen aus Neutralitätsgründen keine Katholiken angehören.

Das heikelste Thema aber ist die Christenverfolgung. Es sei nicht hinzunehmen, dass es in Christentum erheblich mehr Märtyrer gebe als in anderen Religionen. Märtyrer seien für Kirchen ein großer Schatz – die ungleiche Verteilung stelle damit einen Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz dar. Als Lösung soll ein so genannter Märtyrer-Soli eingeführt werden: Ab einem bestimmten Grenzwert werden Christen, die für ihren Glauben sterben, statistisch anderen Religionen zugeordnet, bis wieder Gleichheit herrsche.

„Wir sind zuversichtlich“ – so Beljau – „in wenigen Jahren eine saubere, gesellschaftlich akzeptierte und offene Kirche zu haben.“

Kommentare:

  1. Der Land-Wirtschaftssprecher K. Toffel wollte doch jüngst der eine Sondersteuer auf Weißmehl, welches zu ungesäuerten Broten verbacken wird.
    Gottlob hat sich Gottlieb, der Sprecher der jüdischen Gemeinde des sauerländischen Dorfes Schliprode, eingeschaltet und darauf hingewiesen, daß durch die daraus resultierende Verteuerung der Matzen jüdisches Leben in der EU erschwert werde.
    Sehr schnell verschwand daraufhin der Vorschlag wieder im Verschlag bzw. der Rundablage.

    Da sieht man, daß Protest doch wirkt. Katholischen Pro-Test gibt es jetzt auch im praktischen Six-Pack zusammen mit jedem Exemplar des Katechismus Pius X.

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  2. wie isses mit Räucherstäbchen bei Buddhisten und Leuten, die esoterischen Weltanschauungen anhängen? Oder mit der Lärmverschmutzung durch Klangschalen? Ich finde das mit der gerechten Märtyrerverteilung würde man wesentlich glaubwürdiger lösen, wenn mehr Grüne und Humanisten für ihren Gauben sterben würden. Sollen sich halt mal anstrengen ...

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    1. Ich finde das Martyrersein wird total überbewertet.

      Ich bevorzuge es als übergewichtiger Autor von verschiedensten Schriften heilig zu sein. Hat mein Kollege Thomas damals in Aquin auch so gemacht und es hat wunderbar funktioniert.

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    2. ob das auch bei Joschka Fischer klappt…?

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