Donnerstag, Juli 26, 2012

Schlafende Hunde wecken?

[Von Bastian]

In einem Forum wurde den Bloggern der Vorwurf gemacht, "Schades of Grey" erst so richtig hochgespielt zu haben. Der Schreiber fühlte sich gleichsam beschmutzt dadurch, dass er plötzlich "grey" nicht mehr mit "Earl", sondern mit Sado-Maso assoziiere. Früher habe er angesichts des Titels an Tee gedacht - jetzt denke er in Teeläden an Schweinskram.
So ungefähr.

So fast komisch diese Anmerkung auch daher kommt: dieser User spricht ein wichtiges Thema an. Dürfen wir schlafende Hunde wecken? Machen wir uns dann mitschuldig an dem, was folgt?

Ich meine, das will sauber abgewogen sein. In diesem Fall allerdings denke ich, dass die Blogger wenig zum Erfolg des Buches beisteuern, das bereits zigtausendfach verkauft war, bevor zumindest ich überhaupt wusste, dass es existiert.
Zudem gehört Weltbild der Kirche, der wiederum ich angehöre. Ich betrachte die Kirche in gewisser Weise als die meine, und da sage ich schon meine Meinung. Wo, wenn nicht hier? Und ich finde, in meinem Garten hat in dem, was als Blumenbeet gedacht ist, auch ein schlafender Hund nichts verloren. Besonders, wenn es so ein dicker Hund ist.

Kommentare:

  1. Ich interessiere mich ganz einfach nicht für SM und Bondage. So soll es bleiben - und das wird am besten deutlich, wenn ich über dies Buch nichts weiter sage.
    Vielleicht sollte man sich nicht so drüber aufregen. Es ruft ja nicht zur Gewalt auf, soweit ich die Kritiken verstanden habe, stellt es diese abhängige Beziehung auch nicht wirklich als geglückt dar. Um mir ein ganz genaues Urteil darüber zu bilden, müßte ich das Buch lesen, und dazu ist mir meine Zeit und mein Geschmack zu schade.

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  2. Ich habe von diesem Buch erst durch ein katholisches Forum erfahren, und irgendwie finde ich das schon verkehrt. Je mehr man darüber liest, je mehr Katholiken sich drüber aufregen, desto interessanter wird das ganze doch. Bei mir war es jedenfalls so, dass ich sofort neugierig wurde, weil ich mir ganz einfach immer meine eigene Meinung bilden möchte.

    Ich hab es gelesen (nein: verschlungen! :)), ich fand es spannend, ich steh dazu, und es gibt sicherlich genügend andere Bücher, in denen Pärchen, die nicht miteinander verheiratet sind, Sex haben und mit Pille und Kondom verhüten. Ich gehe davon aus, dass eine Menge trivialer Liebesromane auch diesen Inhalt haben. Der restliche Cocktail war zumindest im ersten Band recht harmlos, vielleicht wird es ja in den Folgebänden heftiger?!

    Natürlich ist das vom moraltheologischen Standpunkt aus nicht vertretbar und sündhaft. Das sind letztlich die meisten romantischen Komödien im Kino auch... Und das ganze Drama um dieses spezielle Buch erschließt sich mir nach dem Lesen nicht wirklich... *schulterzuck*

    Ich war heute kurz in einer Weltbild-Filiale quersehen, fand dort das Jesus-Buch von Hans Küng und "The Magic" aus der Reihe "The Secret". Und natürlich einen ganzen Haufen trivialer Liebesromane. Weltbild müsste sein ganzes Sortiment ändern und eine christliche Bücherstube werden, wenn alles katholisch korrekt ablaufen sollte. Dann können sie aber die meisten Mitarbeiter entlassen, denn christliche Bücherstuben halten sich bekanntermaßen nur schwer am Markt.

    PS: Für mich ist Grey immer noch ein Tee. Also man kann's echt übertreiben, sorry...
    PPS: Immerhin hat Alice Schwarzer als Vorzeigefeministin das Buch verteidigt: http://www.fr-online.de/literatur/-shades-of-grey--alice-schwarzer-verteidigt-porno-bestseller-,1472266,16614476.html

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  3. Bastian spricht sich ja nicht gegen schlafende Hunde aus, sondern gegen deren Schlafplätze… :-)

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