Dienstag, Juli 10, 2012

Hört, was ich Euch verkünde...

...was Ihr da tut, ist Sünde! Wenn Du jedoch einem Hund seinen Knochen klauen willst, beißt er Dich womöglich. Wenn Du hm aber ein Schnitzel gibst, wird er ihn selbst liegen lassen.
[Von Bastian]

Google unternimmt eine weltweite Kampagne für die Rechte Homosexueller. (LINK)
Dass homosexuelle Handlungen sündig sind – darüber besteht eigentlich unter den meisten gläubigen Katholiken Einigkeit. Wie soll man mit solchen Kampagnen und dem ganzen Thema umgehen?

Bei mir entsteht immer wieder der Eindruck, dass sich die Diskussion bei dieser Frage oft verirrt. Google boykottieren, klarer Stellung beziehen, Machtworte der Hirten – was da oft gefordert wird, richtet sich gegen Homosexualität. Und damit zugleich - da es sich für viele Betroffene um eine Frage der Selbstdefinition handelt – gegen Homosexuelle Menschen, auch wenn das so nicht gemeint ist. Solche Stellungnahmen halte ich oft für sinnlos. Als ob irgendjemand seinen Lebensstil ändert, weil ich laut dagegen aufschreie. Auch wenn ich mich dabei auf die Kirche und Gott berufe, werde ich nicht glaubwürdiger - eher werden Kirche und Gott unglaubwürdiger.
Google hingegen „ermuntere seine Mitarbeiter, offen die eigene Persönlichkeit und Lebensweise am Arbeitsplatz zu entfalten.“ Das ist ein Aufruf zum Zeugnis, wenn auch zu einem, das mir oft nicht gefällt.
Die richtige Antwort darauf ist keine Verurteilung. Was, so denke ich, viel dringender gebraucht wird, als Proklamationen gegen Homosexualität, sind Zeugnisse für Beziehungen aus dem katholischen Glauben heraus.
Was ich erreichen will, ist doch nicht, dass ein Schwuler besonders klar versteht, dass ich gar nichts davon halte, sondern dass er erkennt, dass es möglicherweise auch für ihn andere Lebensformen gibt. Was ich erreichen will, ist doch nicht, dass eine Pubertierende weiß, dass ich ihr bestimmte Lebensformen verbieten will, sondern dass sie erkennt, dass die Ehe einfach die beste Form des Zusammenlebens ist und sie wählt. Ich möchte kein Nein vermitteln, sondern ein Ja.

Wenn es zur Loveparade geht oder bei Demos Tausende gegen Homophobie auf die Straße gehen, haben sie etwas, wovon sie begeistert sind und wofür sie streiten. Wenn man da nur dagegen ist, hat man bereits verloren. Das Für besiegt das Wider. Wo sind die begeisterten Berichte aus Ehe, Familie und Zölibat? Wo sind die Treffen und Feten aus Freude darüber, dass man den besten Weg gefunden hat? Mir tut jeder Mensch leid, der nicht weiß was er verpasst, wenn er sich nicht auf das Abenteuer einlässt, seine Beziehungen von Gott zu empfangen und ihm zu unterstellen. Das kann hart sein, aber es ist unvergleichlich!

Mein Glück jedenfalls ist, eine glückliche Familie zu haben und nicht, dass ich nicht schwul bin.

Kommentare:

  1. Was bedeutet das nun in der Praxis bei google am Arbeitsplatz?
    Knutschen statt zu programmieren?

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  2. Das ist eine andere Dimension des Themas - das würde auch meine Frau und mich betreffen.
    Ich denke, das regelt sich im Zweifelsfall von selbst. Nicht nur für Heteros gilt: Wenn zuwenig Code entsteht, ist eben die Kündigung vorprogrammiert.

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  3. Die schwulen Paare, die ich kenne (und das sind ehrlicherweise nur eine Handvoll), springen nicht tagein tagaus in engen Lederhöschen auf Love-Parade-Lastwägen herum sondern leben ihrer Beziehung so wie wir anderen auch. Die passen aufeinder auf, lieben sich (soweit für mich erkennbar) und wenn der eine Grippe hat, kocht ihm der andere Tee. Ich weiß jetzt nicht, was man denen für überragend neuartige Aspekte heterosexueller Beziehungen aufzeigen sollte, die sie davon überzeugen könnten, voneinander zu lassen und statt dessen heterosexuelle Partnerschaften mit Leuten einzugehen, die sie rein sexuell so gar nicht interessieren.
    Ich würde als Frau auch nicht mit einer Frau zusammensein wollen, wenn mir jemand zeigt, wie harmonisch und liebevoll Frauen miteinander umgehen und wie sie abwechselnd ihre adoptierten Babies stillen. Frauen interessieren mich einfach nicht, ich bin schlicht heterosexuell. Warum das bei jemandem, der homosexuell ist, grundlegend anders sein sollte, ist mir nicht klar.

    Ich bin sehr froh, dass meine schwulen Bekannten ihre Partner frei wählen dürfen und die katholische Kirche soweit an Einfluss verloren hat, dass man ihnen da keine Steine mehr in den Weg legt. Jemanden zu lieben und sich aus vernachlässigbaren äußeren Gründen (Geschlecht, finanzielle Situation, Sitten und Gebräuche, ethnischer Hintergrund) NIE in einer Partnerschaft zusammenfinden zu dürfen finde ich tragisch - und kann mir nicht vorstellen, dass Gott (so existierend) ernsthaft eine Liebe verurteilen könnte, die nicht nur erotisch ist, sondern genauso caritas wie die, die ich für meinen Partner empfinde und er für mich.

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  4. Was Sie schreiben in Ehren, aber davon handelt der Text nicht.
    Ich weiß, dass es der Kirche oder Christen schon fast reflexartig unterstellt wird, sie würden ihrerseits Homosexuellen lieblose Beziehungen und reine Fixierung auf Sex unterstellen. Hier geschieht es wieder, dass Vorwürfe entkräftet werden, die nicht erhoben wurden. Warum?
    Das ich davon ausgehe, dass homosexuelle Handlungen in Gottes Augen falsch sind und von ihm trennen (absondern - daher "Sünde"), ist kein Geheimnis. Es gibt viele Möglichkeiten, sich von Gott zu trennen, und ich selbst mache da keinerlei ruhmreiche Ausnahme - im Gegenteil. Nicht ich habe mir ausgesucht, dass ich Homosexualität für problematisch halte, sondern mein Glaube erkennt es so. Das ist mein Recht.
    Die Konflikte, die daraus erwachsen, sehe ich und finde sie von Ihnen gar nicht schlecht beschrieben. Beim Problem treffen wir uns. Bei der Lösung sagt Gott mir etwas anderes. Ich halte es für sinnvoll, auf Ihn zu hören.

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  5. Warum sollte ein Gott der Liebe ein Problem mit konsensual ausgelebter Homosexualität von Erwachsenen haben, die sich so verhalten, dass sie ihrem Partner treu sind und eine respektvolle und liebevolle Beziehung führen? Das ist doch der einzige Punkt, der hier wirklich relevant ist, und den finde ich nirgendwo überzeugend erklärt.
    Die Kirche hat kein Problem damit, dass Menschen auf Kinder verzichten (-> Berufungen).Mütterliches und väterliches Verhalten beschränkt sich nicht auf Mütter und Väter. Wir wären reichlich aufgeschmissen ohne das mütterliche und väterliche Verhalten von kinderlosen Tanten, Onkeln, Lehrerinnen, Pfarrern usw. Man kann auch fruchtbar sein und sich mehren im übertragenen Sinne, so wie diese Leute. Das kann's also nicht sein.
    Auch die 10 Gebote halten sich bedeckt, was die sexuelle Orientierung betrifft. Nicht ehebrechen, nicht begehren, nicht lügen, nicht stehlen, okay. Du sollst nicht deine homosexuelle Veranlagung ausleben? I think not.Jesus hat sich, soweit ich weiß, nicht zu dem Thema geäußert.

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  6. WARUM Gott das tut, weiß ich nicht.
    Ich bin allerdings davon überzeugt, DASS er es tut.
    Eine Diskussion über dieses Thema würde den Rahmen hier sprengen, zudem ist sie oft geführt worden.
    Nur soviel sei gesagt: es geht nicht um das "Ausleben" einer sexuellen Veranlagung, egal welcher Art sie ist. Sexualität vor und mit Gott ist viel mehr.

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  7. @amonym: einfach mal die Bibel von vorne nach hinten lesen. Gott hat sich an zahlreichen Stellen gegen Homosexualität gewendet. Er hat gar wegen homosexuellem Treiben ganze Städte vernichtet. Also nicht schwere Sünde schönreden.

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