Samstag, April 29, 2006

Deutschland, deine Diözesen ...

Warum sind eigentlich unsere Bischöfe so zurückhaltend in Sachen »Sakrileg« und Apologetik? Ich meine, man könnte doch das Negativ-Interesse an der Herkunft des christlichen Glaubens, das in den nächsten Wochen die Leute scharenweise ins Kino treiben wird, zu einer missionarischen Offensive nutzen.

Vielleicht, weil man mit dem Schund Reibach machen kann?

Ich will nicht ungerecht sein: ich verstehe das Dilemma. Wenn man mit einem populären Buchversand am Markt präsent sein will, kann man nicht an den Top-Bestsellern vorübergehen. Und vielleicht ist es der »Verlagsgruppe Weltbild« positiv anzurechnen, daß sie immerhin zur Vorsicht aufrufen.

Und doch bleibt ein übler Geschmack bei der Sache: Das Engagement der Bistümer in »Sakrileg« scheint größer zu sein als das Engagement dagegen.

(Wobei man ja nicht in das Geschnatter gewisser Leute einstimmen muß, die wie ich gerade sah, zum Proteststurm rüsten.)

Kommentare:

  1. Zu Ostern wollte ich mir ein "Gotteslob" schenken (tut ja sonst keiner :)).

    Da ich in einer sächs. Großstadt aufhältlich gewesen bin, und meinen Kenntnissen der dortigen Buchhandelsstruktur und der Eigentumsverhältnisse des Weltbild-Konzerns folgend, ging ich in eine Handlung dieses Unternehmens.

    "Gotteslob"? Kenn' ich nicht. - Nachschauen? Na gut. - Im Computer steht nur etwas in DM. - Nein, nicht lieferbar. - Ja, wir sind ein katholisches Unternehmen. - Aber wir können doch nicht alles führen. - Nein, von Ratzinger haben wir nichts. - Doch, moment mal. *verschwindet in der Tiefe des Raumes, dann im internen Gemach. Kommt wieder, mit einer kleinen Broschüre "Deus Caritas est".* - Das schenke ich Ihnen. - Ja, wirklich.

    Erfreut, teilweise, und bereichert um eine Erfahrung und eine gut gestaltete Ausgabe der Enzyklika verlasse ich das Ladenlokal. Freundlich war die Mitarbeiterin.

    Gruß.

    ps: bei einem kath. Versandbuchhandel fand ich heraus, daß es verschiedene Ausgaben des gewünschten Werkes gibt. Ich warte mit der Anschaffung bis nach gewissen Gesprächen.

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  2. Immerhin vermeidet Weltbild in seinem aktuellen gedruckten Katalog jede Werbung für den DVC. Das Buch ist nicht im Angebot, lediglich auf Platz 2 einer Bestsellerliste aufgeführt. Dafür gibt es aber einen Anti-DVC aus dem Brunnen-Verlag mit kurzer Inhaltsangabe.

    Ist doch schon mal was, oder?

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  3. Das ist nicht nur »schon was« – das ist m. E. schon viel. Danke für den Hinweis.

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