Dienstag, Januar 31, 2012

Konsequent!

[Von Bastian]
Ein Vater wünscht, dass die Taufe seines Kindes rückgängig gemacht wird. (Link)
Wie auch viele Vorstellungen zum Thema Eucharistie bzw. Abendmahl basiert dieser Wunsch auf Nichtwissen: man geht von der menschlichen Machbarkeit aus. Dementsprechend wird ein Gericht angerufen. So gesehen ist der Wunsch des Vaters einleuchtend: eine menschliche Handlung kann selbstverständlich zurück genommen werden, eine solche Rücknahme kann erzwungen werden. Dass die Idee der menschlichen Machbarkeit göttlicher Dinge zugleich neben Ahnungslosigkeit auch Unglauben zeigt, ist evident.
Umso positiver ist die rechtliche Begründung der Ablehnung durch das Gericht (Link). Die Nicht-Zuständigkeit wird erkannt und benannt. Man könne sicher allerhand regeln und hinterfragen, doch die Taufe nicht zurücknehmen. Die Wirksamkeit der Taufe als solcher bleibe nach katholischer Glaubenslehre unberührt. Diese Begründung ist konsequent. Sie ist zudem, wenn man es genau nimmt, gläubig.

Kommentare:

  1. Was mich an dieser Episode wundert ist der inkonsequente Atheismus, den er hier an den Tag legt. Sollte es einem Atheisten nicht vollkommen fumpe sein, ob (der Allmächtige verzeihe mir die nun folgende ignorante Beschreibung der Heiligen Taufe) ein wahrscheinlich älterer Mann in teuren Gewändern in einem altehrwürdigen Gebäude seinem Filius Wasser über den Kopf kippte und dabei mit und über jemandem sprach, der nicht existieren soll? Denn das ist die Taufe doch aus Sicht eines Atheisten...

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  2. Stimmt. Das wäre unnötig. Allerdings wird mit der Taufe eine christliche Prägung verbunden, eine Art Vereinsaufnahme und Besitzergreifung. Am Kind hat sich in diesem Weltbild nichts verändert. Die Kirche hat es aber für sich reklamiert. Sie soll es wieder herausgeben.

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  3. Ich finde die Episode von Anfang bis zum Ende seltsam. Das Kind ist getauft, okay. War wohl eine Fehlentscheidung der Eltern, zumindest aus deren momentaner Sicht. Aber: ob das Kind gläubig wird oder nicht, hat zuerst einmal viel mit seiner Sozialisation zu tun. Die Eltern werden es nicht in die Kirche schleppen, es wird wahrscheinlich weder als Ministrant auftreten noch in der Firmgruppe mit von der Partie sein; das Kind wird kirchenfern aufwachsen und mit relativ großer Wahrscheinlichkeit auch bleiben. Das ist ja wohl so im Sinne der Eltern. Sollte das Kind aber von sich aus gläubig werden, dann hätte es ja sowieso die Möglichkeit, sich in einer bewussten Entscheidung taufen zu lassen. Zwar nicht im Sinne der Eltern, aber wenn das Kind mündig ist, ist die Religionswahl seine Sache, egal, was sich die Eltern wünschen.
    Was soll also die Aufregung? Vielleicht hätte man sich vorher gut überlegen sollen, ob man sein Kind überhaupt taufen lassen will. Ich persönlich lehne die Taufe von Kindern ab und habe deshalb bei meinem Kind darauf verzichtet. Diese Möglichkeit wäre den Eltern, die ja anscheinend keine eingefleischten Gläubigen waren, offengestanden.

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