Mittwoch, Dezember 21, 2011

Kreuzkathspiegel.net

In einem Beitrag »Glaube und Kirche ins Gespräch bringen« beschäftigt sich Pater Bieger weiterhin mit den Ähnlichkeiten der von ihm in einem Atemzug genannten Portale kath.net und kreuz.net. Unter anderem schreibt er:

Die Diskussion um den Beitrag hat die journalistischen Standards ins Gespräch gebracht. Da haben die Christen für das Internet eine wichtige Aufgabe. Es gibt noch keinen Presserat, der sich als Selbstorganisation der Medien solcher Fragen annimmt. Wir sollten die Diskussion weiterführen und einen katholischen Kodex für das Internet entwickeln. Ich werde mit den Studierenden an diese Frage herangehen. Wenn kath.net und kreuz.net an einem solchen Kodex mitarbeiten, wäre das sehr hilfreich.
Quelle


Ich habe darauf geantwortet:

Lieber Pater Bieger,

als Sie in Ihrem letzten Beitrag kath.net und kreuz.net gleichsetzten, wähnte ich einen Moment lang, Sie wüßten nicht so recht, wovon Sie da schrieben. Auf meiner Facebook-Seite benutzte ich einen drastischen Vergleich, um die Welten zu beschreiben, die trotz der (gesprächshalber gerne zugestandenen Mängel bei kath.net) zwischen den beiden Portalen liegen. Hier eine am Rande der Legalität operierende, anonyme, außerhalb der Kirche und jeglicher Form kirchlicher Ordnung operierende Hetzseite, die tragische Gestalten wie den Sedisvakantisten-»Pater« Lingen geifern läßt, dort ein Portal, auf dem Texte geschätzter Autoren und Autorinnen wie Paul Badde, Michael Hesemann, Barbara Wenz, Armin Schwibach (welcher gestern vom heiligen Vater empfangen wurde) veröffentlicht werden.

Und auch heute schreiben Sie wieder: »Könnte nicht auch kreuz.net seinen journalistischen Esprit da einbringen, als sich immer noch mit Paul VI. auseinanderzusetzen?«

Ich halte diese Verharmlosung des vom Verfassungsschutz beobachteten kreuz.net für brandgefährlich. Sicher, in Ihrem Beitrag relativieren Sie und stellen dar, daß Sie beide Portale nur unter EINEM Gesichtspunkt vergleichen, und doch: Durch die faktische Gleichsetzung beider Portale und den Ruf zur Entwicklung allgemein gültiger Standards suggerieren Sie eine Katholizität von kreuz.net.

Diese ist jedoch objektiv nicht gegeben.

Zur Entwicklung journalistischer katholischer Standards: Ich bin Blogger … und als solcher bezeichne ich mich auch gern als »ungezähmt«. Die Standards dafür entwickle ich nicht mit der GKP – dazu müßte sie erst wirklich katholisch werden – sondern mit meinem Beichtvater.

Herzliche Grüße und Ihnen und Ihren Redaktionsmitgliedern
ein gesegnetes Weihnachtsfest.
Peter Esser

Kommentare:

  1. ....mit meinem Beichtvater! Exakt! Danke für die klaren Worte! Liebe Grüße Elisabeth.

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  2. Es tönt jetzt etwas hart, aber es wird immer deutlicher: die meisten Leute - und leider allzuoft solche, auf die es ankäme - hören nicht zu und lesen nicht, und wenn sie zuhören oder lesen, dann verstehen sie es nicht. Sie sind ganz auf den eigenen Bauchnabel fixiert (krasses Beispiel: die ganze Memorandumsgeschichte).
    Es zeigt sich hier auch sehr deutlich, dass die katholische Bloggerszene von ausserhalb leider kaum wahr- und überhaupt nicht ernstgenommen wird.
    (Ich bringe diesen Kommentar auch noch bei Elsa unter.)

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  3. Großkommunistische Partei?

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  4. Meine volle Zustimmung!

    @Sr. Mirjam
    Gesellschaft katholischer Publizisten (GKP)

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