Sonntag, Oktober 30, 2016

Zensur?

Eine Unart der Auseinandersetzung, von deren Beispielen die Kommentarspalten katholischer Posts oft voll sind:

  • Diese Aussage könnte auch von Lafontaine sein!
  • Das sind linksgrüne Forderungen!
  • Wie kann man den zitieren? Der ist doch bekannt für seine antikirchlichen Positionen!
  • Etc…

Darf ich als Katholik Dinge nicht sagen, weil die Falschen sie schon sagten? Können mir folglich diese Personen faktisch vorschreiben, was ich sagen oder denken darf?

Es ist kaum möglich, ein umweltpolitisches Problem anzuschneiden, ohne Kommentare dieser Art zu hören oder lesen. Auch bei sozialen Fragen ist es ähnlich: es gibt Unpersonen, und deren Themen sind Unthemen. Ein Unding!
Viele genau der Christen, die bei Fragen der Sexualität (mit Recht!) sofort zwischen Sünder und Sünde zu differenzieren wissen, sind in anderen Fällen nicht einmal in der Lage, Problem und Lösung zu unterscheiden. Sie reagieren ganz so als würde ich, sehe ich ein Problem, automatisch eine falsche Lösung dafür unterstützen, nur weil sie bereits gesagt wurde.
Also als meine Kinder klein waren, habe ich jedem zugehört, der feststellte, sie hätten die Windeln voll, völlig wurscht ob der Entdecker nun dafür war, Pampers zu nehmen oder Ökowindeln. Mich hat die Info interessiert, nicht dessen Weltanschauung. Mir kommt es vor, als seine viele Schreiber in Blogs und auf facebook der Meinung, man dürfe Kinder nur wickeln, wenn, mit Verlaub, die Scheiße von einem moralisch unbedenklichen Menschen entdeckt und benannt wird. Und so bleibt viel Scheiße liegen und stinkt zum Himmel, weil es für Christen (Bürger, Konservative etc…) nicht opportun ist, sie zu sehen, da Lafontaine bereits reingetreten ist. Heraus kommen Diskussionen, bei denen man sich die Haare raufen will.
Glatzköpfige Intellektuelle tun mir leid!

Kommentare:

  1. Na da würde mich mal ein Beispiel interessieren, wo die o. g. kritischen Bemerkungen ein Übergewicht der Diskussion im Netz ausmachen würden; ich lese eigentlich ständig was von "Schnappatmung bei den Tradis", "Tradihetze", "homophoben Rechtskatholiken", in mindestens ausgeglichenem Verhältnis.

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    1. Diesen Kommentar verstehe ich nicht.
      Was hat der Beitrag mit "Tradihetze" zu tun?
      Die beschriebenen Reaktionen gibt es. Ich werde nicht darauf verlinken.
      Das es auch dumme Reaktionen von anderer Seite gibt, ist wohl jedem klar. Das aber grundsätzlich dumme Reaktionen anderer kein Grund für dumme Reaktionen meinerseits (Ihrerseits) sein sollten, sollte ebenso klar sein, wenn man noch irgendwo Gesprächskultur hat.
      Für mich ist es zudem ein Unterschied, ab ein Linker meint, einem Christen dürfe man nichts glauben, oder ob ein Christ meint, einem Linken dürfe man nichts glauben. Einmal sollte der Christ es besser wissen, da seine Anschauung keine Feindbilder beinhalten sollte, und er die Feinde, die auch ohne eigenes Klischee übrig bleiben, lieben soll. Zum zweiten war die Wahl des Themas kein Mehrheitsentscheid nach dem Motto: wer redet denn nun mehr Blödsinn? Im Gegenteil ist mir als Christ bewusst, zu einer Minderheit zu gehören. Um so wichtiger ist es mir, dass diese Minderheit sinnvoll argumentiert, wozu Aufrechnerei fremder Fehler zur Legitimation eigener definitiv nicht gehört.

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    2. Nun vielleicht habe ich den Artikel nicht verstanden. Ich erlebe dumme Reaktionen, wie Sie sie nennen, eben eher anders und mit einem anderen thematischen Schwergewicht als die von Ihnen aufgeführten Beispiele. Aber das kann auch falsche Wahrnehmung sein, weshalb mich Beispiele schon interessiert hätten.

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  2. Die Grenze wo ein dummer Kommentar einen anderen dummen Kommentar auslöst ist denkbar nebulös und kaum zu ziehen. So hätte sich Bastian die Einschätzung von "glatzköpfigen Intellektuellen" durchaus sparen können, zumal es durchaus auch glatzköpfige Intellektuelle geben mag, die eine vernünftige Diskussion fertig bringen. Es ist eben oft wie vor dem Wald, in den man rein ruft.

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    1. Ich glaube, da gibt es ein Missverständnis.
      Die glatzköpfigen Intellektuellen habe ich nur bedauert, weil sie sich nicht die Haare raufen können. Nicht weil sie irgendwie unvernünftig wären.
      Sollte das falsch rüber kommen, tuts mir leid.

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