Donnerstag, März 06, 2014

Mein Senf zur Bekenntnisfreiheit

(Peter Esser)

Katholisch.de berichtet heute über die Beschwerde einiger Staatsdiener im Brandenburgischen Bildungsministerium gegen die Präsenz der Sternsinger auf dem Neujahrsempfang des Hauses.

Man sollte einmal diesen fraglos vorausgesetzten Begriff der »Bekenntnisfreiheit« aufgreifen. Und einmal wirklich auf alle seine Bedeutungsnuancen hin untersuchen. Aus der Sicht der atheistischen Souffleure bedeutet »Bekenntnisfreiheit« Freiheit VOM Bekenntnis, als sei es möglich, in einem Gemeinswesen einen aseptischen Platz zu finden, frei von allen kulturell oder ideologisch gewordenen religiösen und weltanschaulichen Keimen. Daß ein solcher keimfreier Staat eine reine Fiktion totalitären Ausmaßes ist, liegt auf der Hand, denn auch der plumpe Laizismus einer Humanistischen Union (oder wer auch immer hinter dem Beamtenvorstoß steckt), geht von ideologischen Prämissen aus und ist in säkularer Weise ebenso ein »Bekenntnis«.

Nein, liebe Atheisten, wir müssen es schon miteinander aushalten – und zwar im Öffentlichen Raum! Denn Bekenntnisfreiheit meint die Freiheit ZUM Bekenntnis. Glaube ist nicht Privatsache, sondern soziales Geschehen. Ob man ihn teilt oder nicht: Die öffentliche Sprachfähigkeit und die Möglichkeit zu sozialer Präsenz ist für eine offene Gesellschaft grundlegend. Als totalitär erweisen sich hier die Menschen, die Toleranz predigen und Restriktion fordern.

Kommentare:

  1. Ich möchte gar nicht wissen, was für ein Aufruhr hier herrschen würde, wenn eine andere Religion oder Kirche denn die "allerchristlichste" so eine Veranstaltung in einem -weltlichen- Ministerium abhalten würde. Das wäre dann wohl Christenverfolgung bis kurz vorm Martyrium.

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  2. Unterstellungen – unwissende zumal – sind niemals ein Ersatz für Argumente.

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  3. Die größte und rigoroseste aller Glaubensgemeinschaften ist ohnehin die Gemeinschaft derer, die glauben, immer Recht zu haben.

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