Dienstag, März 07, 2006

Zwischentöne


In Ermangelung eines Cartoons lasse ich heute die Biene und den Maulwurf von der letzten Bidu-CD eine kleine Zwischenmusik spielen. (Ich finde Skizzen ja immer schöner als Reinzeichnungen. Auf demselben Blatt, aber aus naheliegenden Gründen nicht auf der kinder-CD abgedruckt, ein Monster (Cooles Schleimvieh!) …


Der alte Jorge von Burgos (Eco, Der Name der Rose) hätte allen Grund gehabt, mir gram zu sein:

»Oh gewiß doch!« höhnte der Alte, ohne die Miene zu verziehen. »Jedes Bildnis ist gut, um die Menschen zur Tugend anzuhalten, damit am Ende die Krone der Schöpfung, auf den Kopf gestellt und mit den Beinen nach oben, zum Anlaß groben Gelächtes wird! So offenbart sich das Wort des Herrn im Esel, der auf der Leier spielt, im Tölpel, der mit dem Schilde pflügt, im Ochsen, der sich von allein vor den Pflug spannt, in Flüssen, die den Berg hinauffließen, in Meeren, die sich entzünden, im Wolf, der zum frommen Einsiedler wird! Jagt die Hasen mit Ochsen, laßt euch die Grammatik von den Spatzen beibringen, die Hunde mögen die Flöhe beißen, die Blinden mögen die Stummen betrachten, und die Stummen schreien nach Brot! Die Ameisen mögen Kälber gebären, gebratene Hühner fliegen, die Fladenkuchen wachsen auf Dächern, die Papageien halten Rhetorikkurse, die Hennen bespringen die Hähne, spannt die Karren vor die Ochsen, laßt die Hunde in Betten schlafen und laßt uns alle hinfort auf den Köpfen gehen! Was sollen all diese Possen? Eine verkehrte Welt, erfunden als Gegenteil der von Gott erschaffenen unter dem Vorwand, Gottes Gebote zu lehren!« (Eco, Der Name der Rose, Hanser, München 1986, S. 106f)

Is ja gut, Scheff!

1 Kommentar:

  1. Sehr fein, wieder, Eco nebst Karikaturen; auch das zu Isis-Gerede notwendig zu Sagende verdichtet im Bild und Text.

    Gruß.

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