[SV] Dies brachte mich auf die Idee, ein wenig in die Zukunft zu schauen...
An Frau Direktor Hans-Peter Schmitz, im September 2014
Einheitsschule Rappelkiste
Emanzengasse 17
Mann/Frauheim
Sehr geehrte Dame und Herr,
vertrauensvoll wende ich mich an Sie in einer persönlichen Angelegenheit.
Mein Leihsohn Renate geht seit einigen Wochen nicht mehr zum Sportunterricht. Er kam seelisch nicht damit klar, dass die Tür zu Umkleidekabine (Umkleideraum der Kategorie 5, schwul praktizierend und biologisch feminin) von der HausmeisterIn ausgehängt wurde. Er fühlte seine Privatsphäre verletzt.
Die ErzieherIn der Kleinkindertagesstätte im Nebenraum beschwerte sich nun bei der Stufenleitung, weil ihr so ein Anschauungsbeispiel für die Aufklärungsspiele am Donnerstagmorgen fehlt. Sie war es, die die Tür entfernen und zudem ein Fenster in die Wand setzen ließ.
Nach einem klärenden Gespräch mit der ErzieherIn sieht Renate ein, dass er sich nicht verschließen kann und ist bereit, sich wieder vor den Kindern umzuziehen. (Wie er mir anvertraute, legt er einfach sein Gamegirl auf seinen Tornister, das die Kleinen dann nahezu vollständig von ihm ablenkt.)
Leider ist jedoch die Lehrkraft für Gleichstellung, Quotenregelung und Mathematik, deren Unterricht Renate während der ausfallenden Sportstunden beiwohnen musste, nicht bereit, ihn gehen zu lassen. Er sei nicht wirklich bei der Sache, interessiere sich nur für den Stoff und nicht für dessen soziale Einbettung und könne den Kurs keinesfalls verlassen, bevor er nicht in der Lage sei, Aufgaben zu lösen, die für seinen Entwicklungsstand (PISA III/7a, Kategorie alpha, identitätssuchend) angemessen seien.
Nun sind auch mein Mann Helga und ich nicht in der Lage, diese Aufgaben zu lösen. Wir fragen uns daher, ob da nicht persönliche Gründe dahinter stecken und die Lehrkraft Renate einfach bei sich behalten möchte. Die Fiktiven Kopf- und Körpernoten sind jedenfalls auffällig gut und das Tägliche Kompliment der Lehrkraft an die Schüler fällt Renate schon lästig, so anzüglich ist es.
Bitte erlauben Sie die erneute Teilnahme Renates am Sportunterricht, um eine unnötige Entfremdung zwischen ihm und der Lehrkraft und zugleich ihm und seinen MultiklassenkameradInnen zu verhindern.
Ein Beispiel für die verlangten Aufgaben hängen wir Ihnen an.
Mit hoffnungsvollen Grüßen
Sylvia Schwurbel, Erziehungs- und Aufklärungsberechtigte von Renate
Die Aufgabe:
5 Null-Energie-Häuser stehen nebeneinander; jedes Null-Energie-Haus in einer anderen Farbe.
In jedem Null-Energie-Haus wohnen Personen anderer Gender.
Jeder Null-Energie-Hausbewohner bevorzugt bestimmte Freunde, Drogen und Haustiere.
Frage: Wem gehört der Fisch?
1. Ein Schwuler wohnt im rosa Null-Energie-Haus.
2. Eine Lesbe hat einen Chow-Chow.
3. Der/die Transsexuelle mag Akademiker.
4. Das grüne Null-Energie-Haus steht links neben dem weißen Null-Energie-Haus.
5. Der/die BesitzerIn des grünen Null-Energie-Hauses steht auf Taxifahrer.
6. Die Person, die selbst angebautes Cannabis raucht, hält Vögel.
7. Die Person im mittleren Null-Energie-Haus steht auf Taxifahrer.
8. Der/die BesitzerIn des gelben Null-Energie-Hauses kifft.
9. Der/die Intersexuelle wohnt im ersten Null-Energie-Haus.
10. Der/die Marihuana-RaucherIn wohnt neben der Person, die Katzen hält.
11. Die Person, die einen Elch hält, wohnt neben dem, der kifft.
12. Die Person, die kokst, bevorzugt ErzieherInnen.
13. Der/die Intersexuelle wohnt neben dem blauen Null-Energie-Haus.
14. Der/die Bisexuelle schnüffelt Pattex.
15. Der/die Marihuana-RaucherIn hat eine(n) NachbarIn, der/die Reitlehrer aufreißt.
Donnerstag, März 31, 2011
Mittwoch, März 23, 2011
Rüben-Vendetta

Futterrüben sind bekanntlich nicht die kleinsten unter den Früchten des Niederrheins. Und wenn man zufälligerweise auf einem Feld eine Futterrübe findet und sie sich unter den Arm klemmt, um sie dem dem braven Pferd mitzubringen und gleichzeitig noch den eigenwilligen Dackel an der Leine führt, dann ist man mitunter etwas abgelenkt.
Der Dachshundrüde Benni zog auf der schmalen landwirtschaftlichen Straße nach links, die Zuckerrübe lastete rechts und von hinten kam ein Auto herangebraust. Ich konnte gerade noch in die Hocke gehen, dem Dackel einen Stoß in Richtung Feld geben (nicht mit der Zuckerrübe), da brauste die Bunkenschleuder schon an mir vorbei.
Das trug sich übrigens im Sommer 1983 zu. Ich hatte gerade recht und schlecht Abitur gemacht und befand mich auf einem Sonntagsspaziergang mit Mutter und Brüdern.
Jedenfalls sauste der Kadett vorbei, ich in der Hocke, Dackel im Graben, Futterrübe auf dem Boden, Mutter und Brüder auch schnell zur Seite gesprungen … und ich gab dem Auto mit der flachen Hand einen Klaps auf den Radkasten. War halt knapp. Danach begann ich, Dackel und Rübe einzusammeln, da hörte ich Bremsen, meine Mutter rufen, ein Auto im Rückwärtsgang … und sah, daß die Mühle rückwärts auf mich zugeschossen kam.
Aber ich hatte – wie Hulk, der Rächer – eine Futterrübe in den über das Haupt erhobenen Händen. Und die landete erst einmal krachend auf der Heckscheibe des Autos! Durch – vermutlich – persönliches Einschreiten meines Schutzengels entstand kein Schaden an der Bunkenschleuder, aber der Typ und seine Freundin waren komischerweise sauer und schrieben sich unsere Fahrzeugnummer auf, als wir versuchten, uns unauffällig zu entfernen. Einige Zeit später landete auf dem Schreibtisch meines Vaters die Anzeige; aber nachdem wir bei der Krefelder Polizei den Vorgang unmittelbar nach dem Geschehen zu Protokoll gegeben hatten, mein Vater wohl auch seinen Rechtsanwalt einschaltete, und alles in allem außer ein paar durchgeknallten Geduldsfäden keinerlei Schaden entstanden war, verlief die Sache wohl irgendwie in den Aktenbergen der Krefelder Polizei. Ich habe jedenfalls nie wieder etwas von der Geschichte gehört.
Ich bin dann zur Bundeswehr gegangen, um völlig legal weit schlimmere Dinge auf den potentiellen Feind zu werfen und sollte … da Luftwaffe … eine Sicherheitseinstufung erhalten. (Mit dem Flieger Esser kann man Rüben stehlen.) Doch auf dem Fragebogen stand die Frage: »Sind sie vorbestraft?«
Das konnte ich – dank einiger Naivität – nach dem Dackelrübendesaster nun nicht mehr so eindeutig sagen. Ich kreuzte nichts an und schrieb einfach nur: »Weiß nicht«, worauf ich von einigen unauffällig gekleideten Herren vom Militärischen Abschirmdienst zu einer Befragung unter drei Augenpaaren gebeten wurde.
»Ja, was haben Sie denn angestellt?«
»Ich habe jemandem eine Rübe aufs Auto geworfen.«
(Stille. Ungläubige Gesichter, dezenter Heiterkeitsausbruch.)
Das sei, so wie ich es geschildert habe, kein so schreckliches Vergehen. Ob ich weiterhin an den Krefelder Krawallen teilgenommen hätte? (Die waren damals gerade gewesen. Man hatte dem späteren US-Präsidenten George Bush sen. bei einem Besuch der Seidenstadt einen Sack Steine aufs Auto geworfen.)
Ich sagte, ich sei wohl an den Polizeisperren vorbeigegangen, hätte aber gerade keine Rübe dabeigehabt … und erhielt dann doch die Sicherheitseinstufung.
Freitag, März 18, 2011
Christus vincit! Christus regnat! Christus imperat!

Der »Stuhlkreis der Wölfe«, der seinen Eingang in die Präsentation der Petition Pro Ecclesia gefunden hat, nahm dann übrigens doch noch ein für das Schaf erfreuliches Ende …
Edit: Ich nehme Marcus’ Kommentar als neuen Titel für den Blogpost!
Donnerstag, März 17, 2011
Wir gratulieren zum Hundertsten!
[ER] Es war für uns »Petitionisten«, oder – wie ein Freund neulich am Telefon unkte – »Petitessen« eine große Freude, als Pater Anselm Günthör die Petition Pro Ecclesia unterschrieb. Ein fast Hundertjähriger, ein bekannter Moraltheologe, ein Benediktinerpater, der auf einen reichen Schatz an Lebenserfahrungen in und mit dem Spannungsverhältnis von Kirche und Gesellschaft zurückblicken konnte, machte sich den Text der Petition zu eigen. Das hat uns sehr viel Mut gemacht. Also doch keine Petitesse.
Gestern, am Tag der Überreichung der Petition, wurde der womöglich älteste Unterzeichner genau hundert Jahre alt.
Pater Engelbert Recktenwald berichtet davon auf seiner stets lesenswerten Internetseite kath-info.de (Das Portal zur Katholischen Geisteswelt).
Gestern, am Tag der Überreichung der Petition, wurde der womöglich älteste Unterzeichner genau hundert Jahre alt.
[kath-info] Heute wird der Moraltheologe Anselm Günthör OSB 100 Jahre alt. 1929 in die Abtei Weingarten eingetreten, wurde er 1953 Moraltheologe in S. Anselmo in Rom. Im FE-Verlag ist seine Biographie Mein Leben in bewegten Zeiten erschienen. In ihr beschreibt er sein Leben in Rom, während der Nazi-Zeit und in der Abtei Weingarten. Seit der Auflösung Weingartens im Jahr 2009 lebt er in Altshausen.
Pater Engelbert Recktenwald berichtet davon auf seiner stets lesenswerten Internetseite kath-info.de (Das Portal zur Katholischen Geisteswelt).
Mittwoch, März 16, 2011
Übergabe der Petition Pro Ecclesia
[ER] Heute Mittag haben wir in einer kleinen Abordnung der »Petition Pro Ecclesia« im Namen von rund 14.000 Unterzeichnern am Rande der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Paderborn die Petition und alle Unterschriften an den Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ, übergeben. Die Übergabe der Unterlagen fand in einer sehr freundlichen Atmosphäre statt. Dabei richtete Pater Dr. Langendörfer folgende Worte an uns:
»Namens der deutschen Bischöfe und besonders des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz danke ich Ihnen und allen Initiatoren der Petition Pro Ecclesia für Ihre Initiative. Ihre Petition zeigt Ihre authentische Verbundenheit mit der Kirche, mit dem Papst und mit den Nachfolgern der Apostel und ist geprägt durch das Bestreben, den Dienst der Kirche in der Welt von heute zu unterstützen.
Die deutschen Bischöfe haben gestern die verschiedenen Äußerungen von Gläubigen, die in den letzten Wochen erfolgt sind, ausführlich, sorgfältig und im Bemühen um eine verantwortungsgeprägte Vorgehensweise beraten. Sie werden sich mit einem ›Wort der deutschen Bischöfe‹ an die Gläubigen wenden und ihre Einladung zu einem mehrjährigen Prozess des gemeinsamen Sprechens und Betens wiederholen. Diese Initiative soll dem Glauben und der Kirche in Deutschland dienen und ihr Zeugnis deutlich vernehmbar machen. Einer Reihe von Bitten, die Sie in der Petition vortragen, messen unsere Bischöfe hohe Bedeutung bei: der Unterstützung der Priester im Blick auf ihre zölibatäre Lebensform, der Stärkung der Bande zu den Professoren der Theologie, der Studierendenseelsorge, der würdigen Feier der Liturgie und dem Einsatz zum Wohl der Ehen und Familien im Sinn der Kirche. Insofern rennen Sie in der Tat, wie Sie sagen, offene Türen ein.
Ich möchte Sie bitten, in Ihrem Einsatz für die Kirche nicht zu ermüden. Ich möchte Sie auch um das Gebet für die Kirche und für ihre Oberhirten bitten, damit alle Gläubigen eine wirklich geistliche Gemeinschaft bilden und aus der Verbundenheit mit dem Herrn leben.
Schließlich danke ich Ihnen, dass Sie, was Ihnen nicht leicht gefallen ist, bei der Überreichung dieser Unterschriften der üblichen Vorgehensweise zugestimmt und mit der Person des Sekretärs vorlieb genommen haben, wodurch Sie einmal mehr Ihre Bereitschaft zur ganz selbstverständlichen Mitwirkung in der Kirche in Deutschland unterstrichen haben.«
P. Dr. Hans Langendörfer SJ
Montag, März 14, 2011
Wat is ene Kirchenreformer?
Donnerstag, März 10, 2011
Wer Blog säht, wird Zeitung ernten.
[SV] Irgendwann kommt das Echo. Irgendwann schwappt die Welle an Land, die von dem Steinchen stammt, das man ins Wasser warf.
Die Tagespost schrieb (hier):
Der Gastkommentar: Vorsicht Humor!: Im Rumpf des Schiffleins Kirche wird ein Leck entdeckt: Was tun?
Autor: Von Anonymus Iocus
Im Rumpf des Schiffleins Kirche wird ein Leck entdeckt: Was tun?
- Das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz verweist darauf, in etwa acht Jahren beginnen zu können, Richtlinien zum Umgang mit Lecks zu entwickeln.
- Der Verband der Deutschen Diözesen (VDD) wird aber bereits heute gebeten, die Mittel für ein entsprechendes Referat bereitzustellen.
- Frau Professorin Demel fordert unter Hinweis auf CIC, dass nun neben dem Leck ein weiteres Loch gebohrt werden müsse, damit das Wasser wieder abfließen kann.
- Die Piusbrüder gießen den Rumpf des Schiffes mit Stahlbeton aus und setzen sich im Beiboot ab.
- Erzbischof Zollitsch beginnt mit dem Leck einen Dialog über die Offenheit der Kirche. Im nächsten Jahr soll zu dem Thema ein Brief an alle Gemeinden geschrieben werden.
- „Wir sind Kirche“ nennt sich um in „Wir sind Leck“.
- Die Charismatiker versuchen, das Loch mit erhobenen Händen zuzuhalten.
- Die Evangelikalen sind überzeugt, Holz mit Lecks drin sei unbiblisch.
- Die EKD begrüßt die Annäherung. Am Grunde sei man gar nicht so weit auseinander.
- Auf der EKD-Homepage darf Uta Ranke-Heinemann den Papst anklagen, an dem Leck schuld zu sein, weil er künstliche Geburtenkontrolle verbiete. Sie fordert, das Leck mit Kondomen zu stopfen.
- Alois Glück macht im Namen des ZdK geltend, dass Katholiken gerne baden gehen. Deshalb sollte sich die Kirche endlich den Bedürfnissen ihrer Gläubigen öffnen und das Leck begrüßen.
- Hans Küng schreibt gleichzeitig in der NZZ, El Pais, Le Monde, der New York Times und der FAZ, die Kirche lehne das Wasser noch immer ab und grenze es aus.
- Peter Wensierski fragt auf Spiegel online: Welche Rolle spielt der Zölibat bei dem Leck?
- Angela Merkel fordert eine deutlichere Distanzierung des Schiffleins vom Wasser.
- Schmidt-Salomon fordert Frau Merkel auf, als Kanzlerin aller Deutschen das Leck als Privatsache der Kirche zu behandeln.
- Das Bistum Aachen regt an, Lecks von Laien verwalten zu lassen. Geplant ist, mehrere Lecks miteinander zu verbinden.
- Weihbischof Jaschke fordert weibliche Lecks.
- Rom ist sich des Lecks voll bewusst und richtet eine Kommission ein. Bis über das Leck entschieden ist, soll das eindringende Wasser nicht getrunken werden.
- kreuz.net betrachtet das Loch als verdiente Strafe für den laxen Umgang mit Homosexuellen.
- Gotthold Hasenhüttl verteilt Clownnasen und rät zur Vorsicht gegenüber autoritären und rückwärtsgerichteten Kräften, die das Loch stopfen wollen, ohne dass vorher im Bongokreis bei Sternfrucht-Gurken-Bionade darüber diskutiert wurde.
- Eugen Drewermann füllt das Schiff mit Tränen, um für Gegendruck zu sorgen.
- Margot Käßmann ruft bei EKD-Chef Nikolaus Schneider an, woraufhin der das Loch zum Geschenk Gottes erklärt. Käßmann selbst kündigt eine bundesweite Vortragstourne an. Thema: „Mitte im Leck“.
- Die Petrusbruderschaft diskutiert über den Zusammenhang von Handkommunion und löchrigen Schiffswänden.
- Eine rasch eingerichtete Facebook-Gruppe hauptamtlicher BDKJ-Funktionäre bestreitet, dass es sich um ein Leck handelt.
- Die Präseuse der EKD, Katrin Göring Eckardt, ruft zu gewaltfreien Demonstrationen gegen den Versuch auf, das Leck zu stopfen. Mittlerweile habe sich eine Kolonie schwimmfähiger Juchtenkäfer im Schiffsrumpf angesiedelt, die dringend auf permanenten Wasserzufluss angewiesen sei.
- Die Europäische Kommission verabschiedet eine Richtlinie, die die Schließung des Lecks von einer vorherigen Umweltverträglichkeitsprüfung abhängig macht.
- Matthias Dobrinski schreibt in der „Süddeutschen Zeitung“, dass das Leck entstand, weil Bischof em. Mixa im Rumpf des Schiffes Wein gelagert haben soll. Das hätten neun Unbekannte eidesstattlich der SZ anvertraut. Die SZ bringt das auf der Titelseite und macht eine große Seite-3-Geschichte daraus.
- Mehr als 200 Theologen unterschreiben ein Protest-Memorandum und fordern ein grundlegendes Umdenken. Nicht das Leck sei das Problem, sondern das Schiff. Erst wenn das Schiff ganz leck sei, komme Bewegung in die Kirche.
- Im Umfeld von Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg taucht die Frage auf, ob promovierten Loch-Bohrern der theologische Doktortitel aberkannt werden sollte.
- Der Herderverlag kündigt eine Anthologie zum Thema an. Der Arbeitstitel „Leck mich“ wird als zu missverständlich verworfen. Die Sammlung erscheint schließlich unter dem Titel „Besser jeck sein, als leck sein“.
Der Autor hat offensichtlich Humor und hofft selbiges auch von seinen Lesern.
Die Tagespost schrieb (hier):
Der Gastkommentar: Vorsicht Humor!: Im Rumpf des Schiffleins Kirche wird ein Leck entdeckt: Was tun?
Autor: Von Anonymus Iocus
Im Rumpf des Schiffleins Kirche wird ein Leck entdeckt: Was tun?
- Das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz verweist darauf, in etwa acht Jahren beginnen zu können, Richtlinien zum Umgang mit Lecks zu entwickeln.
- Der Verband der Deutschen Diözesen (VDD) wird aber bereits heute gebeten, die Mittel für ein entsprechendes Referat bereitzustellen.
- Frau Professorin Demel fordert unter Hinweis auf CIC, dass nun neben dem Leck ein weiteres Loch gebohrt werden müsse, damit das Wasser wieder abfließen kann.
- Die Piusbrüder gießen den Rumpf des Schiffes mit Stahlbeton aus und setzen sich im Beiboot ab.
- Erzbischof Zollitsch beginnt mit dem Leck einen Dialog über die Offenheit der Kirche. Im nächsten Jahr soll zu dem Thema ein Brief an alle Gemeinden geschrieben werden.
- „Wir sind Kirche“ nennt sich um in „Wir sind Leck“.
- Die Charismatiker versuchen, das Loch mit erhobenen Händen zuzuhalten.
- Die Evangelikalen sind überzeugt, Holz mit Lecks drin sei unbiblisch.
- Die EKD begrüßt die Annäherung. Am Grunde sei man gar nicht so weit auseinander.
- Auf der EKD-Homepage darf Uta Ranke-Heinemann den Papst anklagen, an dem Leck schuld zu sein, weil er künstliche Geburtenkontrolle verbiete. Sie fordert, das Leck mit Kondomen zu stopfen.
- Alois Glück macht im Namen des ZdK geltend, dass Katholiken gerne baden gehen. Deshalb sollte sich die Kirche endlich den Bedürfnissen ihrer Gläubigen öffnen und das Leck begrüßen.
- Hans Küng schreibt gleichzeitig in der NZZ, El Pais, Le Monde, der New York Times und der FAZ, die Kirche lehne das Wasser noch immer ab und grenze es aus.
- Peter Wensierski fragt auf Spiegel online: Welche Rolle spielt der Zölibat bei dem Leck?
- Angela Merkel fordert eine deutlichere Distanzierung des Schiffleins vom Wasser.
- Schmidt-Salomon fordert Frau Merkel auf, als Kanzlerin aller Deutschen das Leck als Privatsache der Kirche zu behandeln.
- Das Bistum Aachen regt an, Lecks von Laien verwalten zu lassen. Geplant ist, mehrere Lecks miteinander zu verbinden.
- Weihbischof Jaschke fordert weibliche Lecks.
- Rom ist sich des Lecks voll bewusst und richtet eine Kommission ein. Bis über das Leck entschieden ist, soll das eindringende Wasser nicht getrunken werden.
- kreuz.net betrachtet das Loch als verdiente Strafe für den laxen Umgang mit Homosexuellen.
- Gotthold Hasenhüttl verteilt Clownnasen und rät zur Vorsicht gegenüber autoritären und rückwärtsgerichteten Kräften, die das Loch stopfen wollen, ohne dass vorher im Bongokreis bei Sternfrucht-Gurken-Bionade darüber diskutiert wurde.
- Eugen Drewermann füllt das Schiff mit Tränen, um für Gegendruck zu sorgen.
- Margot Käßmann ruft bei EKD-Chef Nikolaus Schneider an, woraufhin der das Loch zum Geschenk Gottes erklärt. Käßmann selbst kündigt eine bundesweite Vortragstourne an. Thema: „Mitte im Leck“.
- Die Petrusbruderschaft diskutiert über den Zusammenhang von Handkommunion und löchrigen Schiffswänden.
- Eine rasch eingerichtete Facebook-Gruppe hauptamtlicher BDKJ-Funktionäre bestreitet, dass es sich um ein Leck handelt.
- Die Präseuse der EKD, Katrin Göring Eckardt, ruft zu gewaltfreien Demonstrationen gegen den Versuch auf, das Leck zu stopfen. Mittlerweile habe sich eine Kolonie schwimmfähiger Juchtenkäfer im Schiffsrumpf angesiedelt, die dringend auf permanenten Wasserzufluss angewiesen sei.
- Die Europäische Kommission verabschiedet eine Richtlinie, die die Schließung des Lecks von einer vorherigen Umweltverträglichkeitsprüfung abhängig macht.
- Matthias Dobrinski schreibt in der „Süddeutschen Zeitung“, dass das Leck entstand, weil Bischof em. Mixa im Rumpf des Schiffes Wein gelagert haben soll. Das hätten neun Unbekannte eidesstattlich der SZ anvertraut. Die SZ bringt das auf der Titelseite und macht eine große Seite-3-Geschichte daraus.
- Mehr als 200 Theologen unterschreiben ein Protest-Memorandum und fordern ein grundlegendes Umdenken. Nicht das Leck sei das Problem, sondern das Schiff. Erst wenn das Schiff ganz leck sei, komme Bewegung in die Kirche.
- Im Umfeld von Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg taucht die Frage auf, ob promovierten Loch-Bohrern der theologische Doktortitel aberkannt werden sollte.
- Der Herderverlag kündigt eine Anthologie zum Thema an. Der Arbeitstitel „Leck mich“ wird als zu missverständlich verworfen. Die Sammlung erscheint schließlich unter dem Titel „Besser jeck sein, als leck sein“.
Der Autor hat offensichtlich Humor und hofft selbiges auch von seinen Lesern.
Freitag, März 04, 2011
Unsere liebe Frau vom Carneval
Bevor ich eine kleine Pause über die tollen Tage einlege, hier noch rasch ein paar Aquarelle nach einer kleinen, recht frühen Geschichte von Gertrud von le Fort über eine wundersame Begebenheit auf dem venezianischen Karneval. (Zu schade, daß diese Geschichte erfunden ist. Vermutlich jedenfalls.)

Der Salon der kleinen, »unberatenen« Rosabella Loredan …

… Papst Pius V., nach dem Gemälde von Tizian, gönnt sich einen sündhaft teuren Espresso auf der Piazza San Marco … (Kommt nicht in der Novelle vor, erschien mir aber reizvoll) …

Und die Renaissancekirche Santa Maria dei Miracoli, die allein schon einen Venedigbesuch lohnt … In Gertrud von le Forts Novelle hat das dortige Gnadenbild einen gehörigen Anteil am glücklichen Ausgang der Geschichte.

Der Salon der kleinen, »unberatenen« Rosabella Loredan …

… Papst Pius V., nach dem Gemälde von Tizian, gönnt sich einen sündhaft teuren Espresso auf der Piazza San Marco … (Kommt nicht in der Novelle vor, erschien mir aber reizvoll) …

Und die Renaissancekirche Santa Maria dei Miracoli, die allein schon einen Venedigbesuch lohnt … In Gertrud von le Forts Novelle hat das dortige Gnadenbild einen gehörigen Anteil am glücklichen Ausgang der Geschichte.
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Sonntag, Februar 27, 2011
Die Mitte bleibt leer
Die Mitte bleibt leer, betont der freundliche Pfarrer – bestimmt artikulierend – am Ende dieses Imagefilms des ZdK über die Kapelle des ZdK-Hauptquartiers. Und ich stelle mir vor, wie die Liturgiewissenschaftler auf diese originelle Lösung gekommen sind. Durch Dialog.

(Hommage à Loriot)
((Anschauen des ZdK-Imagefilms auf eigene Gefahr.))
(((Akten. Akten. Akten. Actus tragicus.)))
((((Mit Dank an Elsa.))))

(Hommage à Loriot)
((Anschauen des ZdK-Imagefilms auf eigene Gefahr.))
(((Akten. Akten. Akten. Actus tragicus.)))
((((Mit Dank an Elsa.))))
Samstag, Februar 26, 2011
Das (…) macht uns (…) sehr betroffen.
Frischer Wind kommt in die Memorandumsdebatte durch einen Beitrag von Studierenden der Theologie.
Auch wenn es den Professoren vermutlich ihren Zweiten Fühling verhagelt – ich finde das Schreiben mutig und hervorragend. Man hört schon das Holz klappern, wenn die Alt-Memorandler verzweifelt nach Schubladen suchen, in die sie die Studierenden stecken können.
»Die Mahnung zu Respekt vor der Freiheit des Gewissens wird in einem eigenen Punkt der sechs Forderungen konkret ausgefaltet. Die Absicht der Forderungen entspringt sicher der Wahrnehmung konkreter Leidsituationen von Menschen innerhalb der Kirche. Wird aber deren Durst nach der heilenden Liebe Gottes gestillt durch Anpassungen dieser Art? Es gilt immer, Menschen als von Gott geliebte Personen zu respektieren, sie anzunehmen und ihnen mit Liebe zu begegnen. Nach GS 16 ist sogar einem irrenden Gewissen zu folgen, das seine volle Würde behält. Das heißt aber nicht, dass das daraus entspringende Handeln richtig, befreiend und heilvoll für den Menschen selbst und seine Mitmenschen ist. Gewissen ist nicht das gleiche wie eine momentane subjektive Überzeugung. Daher ist es Aufgabe der Kirche und besonders der Theologie, Maßstäbe und Orientierungen herauszustellen, an denen das Gewissen sich so bilden kann, dass es den Menschen wirklich frei macht. Freiheit in diesem Sinne ist also nicht Willkür, sondern sie wächst durch die Bindung an Christus.«
Auch wenn es den Professoren vermutlich ihren Zweiten Fühling verhagelt – ich finde das Schreiben mutig und hervorragend. Man hört schon das Holz klappern, wenn die Alt-Memorandler verzweifelt nach Schubladen suchen, in die sie die Studierenden stecken können.
Freitag, Februar 25, 2011
Macht Rom uns den Dialog vor?
[SV] Während sich hier vieles darum dreht, wie man in einen Dialog eintreten kann (und darum, wie man von vorneherein klar macht, dass man Recht hat!), wird ein Dialog, der derzeit geführt wird und Vorbildcharakter haben könnte, in diesem Zusammenhang gar nicht beachtet, es sei denn als Gegenargument. Mir imponieren die Leute in Rom, die das Gespräch mit der Piusbruderschaft führen.
Wie soll man sich mit jemandem unterhalten, der einerseits die Autorität der Kirche einfordert, aber andererseits jede Aktion dieser Autorität missbilligt?
Ständig fordert die Bruderschaft, die Kirche müsse gegen diejenigen vorgehen, die meinen, dem Papst nicht gehorchen zu müssen, wenn da angeblich ihr Gewissen nicht mitspielt. Sie selbst tut genau das: erst gehorchen, wenn der Papst ihren eigenen Vorstellungen entspricht.
Klar sind das nicht ihre eigenen Vorstellungen, sondern nur die Wahrheit, die sich ergibt, wenn man nur wirklich treu zur Kirche stehe. Allerdings ist das nur auf den ersten Blick ein Unterschied: indem sie nämlich erklären, die von Ihnen erkannte Wahrheit sei der Rahmen, in dem sich die Autorität der Kirche abspiele, sind sie wieder am Ausgangspunkt. Wieder sind sie es, die dem Papst die Autorität verleihen. Wieder leben sie nicht die Unterordnung, die sie fordern.
Ein logisches Dilemma.
Wie kommen sie da heraus?
Es gibt Möglichkeiten, diesen Zirkelschluss aufzubrechen.
Die eine ist: der Papst hat derzeit gar keine Autorität - er muss sie erst durch entsprechende Umkehr wiedergewinnen. Das ist dann faktisch Sedisvakantismus, denn gerade nach der Definition der Piusbrüder gibt es einen Papst ohne Autorität überhaupt nicht. Dann wären auch alle Gespräche überflüssig, vielmehr müsste man die Amtsanmaßung Joseph Ratzingers anklagen. Das wäre das Ende des Dialogs.
Die andere Möglichkeit: Die Piusbrüder erklären, dass sie das Wesen der Kirche bis ins letzte voll verstanden haben und im Vollbesitz des Heiligen Geistes sind. Dass sie also nur Gott verkörpern, der Seine unvollkommene Kirche durch sie leiten will. Das aber würde nicht zur Demut passen, die sie berechtigterweise einfordern. Auch das Kirchenbild, das sie vertreten, wäre im selben Moment obsolet. (Dass diese Variante meiner Meinung nach definitiv auch nicht zu Gott passen würde, ist ein anderes Thema.) Auch das wäre das Ende des Dialogs.
Es gäbe eine dritte Möglichkeit: sich hinsetzen, gemeinsam beten und einmal klar und ehrlich nachdenken. Ich vermute, die Leute in Rom streben diesen Weg an. Sie tun dies ohne Beschwerden, ohne anzuprangern und in aller Diskretion, selbst wenn sie dafür angegangen werden.
Ich kann nur wiederholen: sie imponieren mir!
Wie soll man sich mit jemandem unterhalten, der einerseits die Autorität der Kirche einfordert, aber andererseits jede Aktion dieser Autorität missbilligt?
Ständig fordert die Bruderschaft, die Kirche müsse gegen diejenigen vorgehen, die meinen, dem Papst nicht gehorchen zu müssen, wenn da angeblich ihr Gewissen nicht mitspielt. Sie selbst tut genau das: erst gehorchen, wenn der Papst ihren eigenen Vorstellungen entspricht.
Klar sind das nicht ihre eigenen Vorstellungen, sondern nur die Wahrheit, die sich ergibt, wenn man nur wirklich treu zur Kirche stehe. Allerdings ist das nur auf den ersten Blick ein Unterschied: indem sie nämlich erklären, die von Ihnen erkannte Wahrheit sei der Rahmen, in dem sich die Autorität der Kirche abspiele, sind sie wieder am Ausgangspunkt. Wieder sind sie es, die dem Papst die Autorität verleihen. Wieder leben sie nicht die Unterordnung, die sie fordern.
Ein logisches Dilemma.
Wie kommen sie da heraus?
Es gibt Möglichkeiten, diesen Zirkelschluss aufzubrechen.
Die eine ist: der Papst hat derzeit gar keine Autorität - er muss sie erst durch entsprechende Umkehr wiedergewinnen. Das ist dann faktisch Sedisvakantismus, denn gerade nach der Definition der Piusbrüder gibt es einen Papst ohne Autorität überhaupt nicht. Dann wären auch alle Gespräche überflüssig, vielmehr müsste man die Amtsanmaßung Joseph Ratzingers anklagen. Das wäre das Ende des Dialogs.
Die andere Möglichkeit: Die Piusbrüder erklären, dass sie das Wesen der Kirche bis ins letzte voll verstanden haben und im Vollbesitz des Heiligen Geistes sind. Dass sie also nur Gott verkörpern, der Seine unvollkommene Kirche durch sie leiten will. Das aber würde nicht zur Demut passen, die sie berechtigterweise einfordern. Auch das Kirchenbild, das sie vertreten, wäre im selben Moment obsolet. (Dass diese Variante meiner Meinung nach definitiv auch nicht zu Gott passen würde, ist ein anderes Thema.) Auch das wäre das Ende des Dialogs.
Es gäbe eine dritte Möglichkeit: sich hinsetzen, gemeinsam beten und einmal klar und ehrlich nachdenken. Ich vermute, die Leute in Rom streben diesen Weg an. Sie tun dies ohne Beschwerden, ohne anzuprangern und in aller Diskretion, selbst wenn sie dafür angegangen werden.
Ich kann nur wiederholen: sie imponieren mir!
Was das Tagesevangelium verschweigt.

[ER]Ein mir namentlich bekannter Autor hat den Sitz im Leben des heutigen Evangeliums herausgefunden. Und ich freue mich sehr, das geneigte Publikum an den Früchten der mühseligen Rekonstruktionsarbeit theylhaben zu lassen. Herzlichen Dank an Anonymus!
"Von dort brach Jesus auf und kam nach Judäa und in das Gebiet jenseits des Jordan. Wieder versammelten sich viele Leute bei ihm, und er lehrte sie, wie er es gewohnt war. Da sagten seine Jünger: „Jesus, lass uns doch mal einen Dialog führen. Die Menschen möchten das. Von allen Seiten bedrängen sie uns. Dialog, Dialog – das ist es was sie wollen. Nicht immer nur zuhören.“ Und sogleich erhoben sich einige Theologen, nickten beifällig und eröffneten den Diskurs: „Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen?“ Jesus antwortete ihnen mit einer Gegenfrage: „Was hat euch Mose vorgeschrieben?“ Die Theologen sahen sich an, lächelten fein und sprachen: „Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und (die Frau) aus der Ehe zu entlassen.“ Jesus entgegnete ihnen: „Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“ Da wurden die Theologen zornig und verfassten an Ort und Stelle ein Memorandum: „Die Kirche ist kein Selbstzweck. Sie hat den Auftrag, den befreienden und liebenden Gott Jesu Christi allen Menschen zu verkünden. Das kann sie nur, wenn sie selbst ein Ort und eine glaubwürdige Zeugin der Freiheitsbotschaft des Evangeliums ist.“ Da trat ein kleines Grüpplein hervor, schwenkte eine Petition in Richtung der Jünger und entgegneten den Professoren: „Aber die Freiheitsbotschaft des Evangeliums ist doch das, was Jesus gerade gesagt hat, oder?“ Die Professoren schmunzelten über diesen kindischen Einwurf, warfen sich beredte Blicke zu und antworteten wie aus einem Munde: „Der Respekt vor dem individuellen Gewissen bedeutet, Vertrauen in die Entscheidungs- und Verantwortungsfähigkeit der Menschen zu setzen. Diese Fähigkeit zu unterstützen, ist auch Aufgabe der Kirche; sie darf aber nicht in Bevormundung umschlagen. Damit ernst zu machen, betrifft besonders den Bereich persönlicher Lebensentscheidungen und individueller Lebensformen. Die kirchliche Hochschätzung der Ehe und der ehelosen Lebensform steht außer Frage. Aber sie gebietet nicht, Menschen auszuschließen, die Liebe, Treue und gegenseitige Sorge in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder als wiederverheiratete Geschiedene verantwortlich leben.“ Auch die Jünger Jesu waren nun sehr verunsichert. Wer hatte nun recht? Deshalb befragten die Jünger Jesus noch einmal darüber: „Also was sollen wir den Leuten denn jetzt sagen? Was ist denn jetzt deine Freiheitsbotschaft in dieser Frage? Nur damit wir es den Leuten nicht falsch erklären?“ Jesus sagte: „Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.“ Und er stand auf und ging. Die Theologen aber riefen ihm nach: „Selbstgerechter moralischer Rigorismus steht der Kirche nicht gut an! Die Kirche kann nicht Versöhnung mit Gott predigen, ohne selbst in ihrem eigenen Handeln die Voraussetzung zur Versöhnung mit denen zu schaffen, an denen sie schuldig geworden ist!“ Jesus aber war schon auf dem Weg nach Jerusalem."
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Memorandum
Bekennerschreiben bei Sende-Zeit
[SV] Nach dem von Peter hier auch mein Bekennerschreiben für "Sende-Zeit" des Erzbistums Freiburg, das am 25.2. online ging.
Einige Zeit nach dem Schreiben muss ich sagen, dass meine Aussage, ich lebe katholisch, recht anmaßend ist. Sagen wir: ich versuche es bisweilen. Die beschriebene Motivation ist authentisch.
Warum ich katholisch bin?
Meine spontane Antwort auf die Frage: Sie ist nicht richtig gestellt. Wenn es darum geht, warum ich katholisch BIN, ist die Antwort: weil ich katholisch getauft wurde. Das wird hier nicht gemeint sein. Ich denke, es geht um die Frage: Warum LEBE ich bewusst katholisch und schreibe inzwischen sogar in einem katholischen Blog mit? Die Antwort ist länger.
Als erstes fallen mir dazu Gründe ein, warum ich eigentlich ungern in der katholischen Kirche bin. Ich fand nach vielen Jahren ohne jede christliche Gemeinschaft zur Charismatischen Erneuerung, vor allem in den Freikirchen. Dort bekam ich das, was mir immer gefehlt hatte: ein persönliches Verhältnis zu Jesus Christus, zu Gott dem Vater und zum Heiligen Geist. Gott begegnete mir persönlich in Personen. Sie rückten plötzlich von ihrem Plateau der Unnahbarkeit mitten in mein persönliches Leben. So sehr mitten hinein, dass es nichts mehr gab, was ohne sie stattgefunden hätte. Mir wurde klar, dass alle Werte, Regeln und Lebensziele sekundär sind, weil sie nicht der Glaube selbst sind, sondern Früchte meines Verhältnisses zu Gott. Ich liebte (und liebe!) die freien Gebete, in denen mit Jesus als Anwesendem gesprochen wird, die einfach, herzlich und ehrlich sind.
Das vermisse ich in den katholischen Gemeinden, die ich kenne, sehr. Dort fand ich den Glauben begraben unter Formen, die man ohne Anteilnahme vollziehen konnte, und das war’s. Gespräche über die Bibel, über Jesus? Fehlanzeige. Gemeinsames Suchen nach Gottes Nähe? Kaum. Gemeinsames Suchen nach Gottes Weg für uns? Gefährlich! Das waren angeblich alles Vorschriften, die einengen und für den Einzelnen nicht zählen. Fundamentalistisch, wer bereit war, darin Gottes Willen zu erkennen oder auch nur zu erahnen. So fühlte (und fühle) ich mich in unserer Kirche oft sehr alleine.
Den Umschwung brachte eine katholische Gemeinschaft, in der es beides gab: persönliche Freundschaft mit Gott und die Sakramente. Dort erfuhr ich, dass ich Gott immer noch auf einem Plateau hatte: dem der Unberührbarkeit. Ich erfuhr, dass ich auf dem richtigen Weg war, aber dass der noch viel weiter geht: Gott ist nicht nur anwesend – er lässt sich konkret anfassen. Er hat Bereiche geschaffen, in denen er handelt, hier, jetzt, in dieser Welt: die Sakramente. Seine Sehnsucht nach Nähe zu mir übersteigt jede mögliche Sehnsucht von mir nach ihm. Er schafft eine Nähe, die so intensiv ist, dass sie eigentlich unbegreiflich ist: er lässt sich essen. Von mir. Er will nicht dicht neben mir sein, sondern in mir. Er will nicht mein Freund sein, sondern in mir aufgehen. Er schenkt mir Nähe, die es so nur in der Eucharistie gibt. Und die Eucharistie gibt es in der katholischen Kirche.
Weil ich begonnen habe, all das zu ahnen, lebe ich katholisch.
Einige Zeit nach dem Schreiben muss ich sagen, dass meine Aussage, ich lebe katholisch, recht anmaßend ist. Sagen wir: ich versuche es bisweilen. Die beschriebene Motivation ist authentisch.
Warum ich katholisch bin?
Meine spontane Antwort auf die Frage: Sie ist nicht richtig gestellt. Wenn es darum geht, warum ich katholisch BIN, ist die Antwort: weil ich katholisch getauft wurde. Das wird hier nicht gemeint sein. Ich denke, es geht um die Frage: Warum LEBE ich bewusst katholisch und schreibe inzwischen sogar in einem katholischen Blog mit? Die Antwort ist länger.
Als erstes fallen mir dazu Gründe ein, warum ich eigentlich ungern in der katholischen Kirche bin. Ich fand nach vielen Jahren ohne jede christliche Gemeinschaft zur Charismatischen Erneuerung, vor allem in den Freikirchen. Dort bekam ich das, was mir immer gefehlt hatte: ein persönliches Verhältnis zu Jesus Christus, zu Gott dem Vater und zum Heiligen Geist. Gott begegnete mir persönlich in Personen. Sie rückten plötzlich von ihrem Plateau der Unnahbarkeit mitten in mein persönliches Leben. So sehr mitten hinein, dass es nichts mehr gab, was ohne sie stattgefunden hätte. Mir wurde klar, dass alle Werte, Regeln und Lebensziele sekundär sind, weil sie nicht der Glaube selbst sind, sondern Früchte meines Verhältnisses zu Gott. Ich liebte (und liebe!) die freien Gebete, in denen mit Jesus als Anwesendem gesprochen wird, die einfach, herzlich und ehrlich sind.
Das vermisse ich in den katholischen Gemeinden, die ich kenne, sehr. Dort fand ich den Glauben begraben unter Formen, die man ohne Anteilnahme vollziehen konnte, und das war’s. Gespräche über die Bibel, über Jesus? Fehlanzeige. Gemeinsames Suchen nach Gottes Nähe? Kaum. Gemeinsames Suchen nach Gottes Weg für uns? Gefährlich! Das waren angeblich alles Vorschriften, die einengen und für den Einzelnen nicht zählen. Fundamentalistisch, wer bereit war, darin Gottes Willen zu erkennen oder auch nur zu erahnen. So fühlte (und fühle) ich mich in unserer Kirche oft sehr alleine.
Den Umschwung brachte eine katholische Gemeinschaft, in der es beides gab: persönliche Freundschaft mit Gott und die Sakramente. Dort erfuhr ich, dass ich Gott immer noch auf einem Plateau hatte: dem der Unberührbarkeit. Ich erfuhr, dass ich auf dem richtigen Weg war, aber dass der noch viel weiter geht: Gott ist nicht nur anwesend – er lässt sich konkret anfassen. Er hat Bereiche geschaffen, in denen er handelt, hier, jetzt, in dieser Welt: die Sakramente. Seine Sehnsucht nach Nähe zu mir übersteigt jede mögliche Sehnsucht von mir nach ihm. Er schafft eine Nähe, die so intensiv ist, dass sie eigentlich unbegreiflich ist: er lässt sich essen. Von mir. Er will nicht dicht neben mir sein, sondern in mir. Er will nicht mein Freund sein, sondern in mir aufgehen. Er schenkt mir Nähe, die es so nur in der Eucharistie gibt. Und die Eucharistie gibt es in der katholischen Kirche.
Weil ich begonnen habe, all das zu ahnen, lebe ich katholisch.
Dienstag, Februar 22, 2011
Bekennerschreiben bei Sende-Zeit
[ER] Der Blog der Medienpastoral im Erzbistum Freiburg »Sende-Zeit«, hat katholische Blogger und Bloggerinnen gebeten, einen Text zum Thema »„Warum ich katholisch bin« zu schreiben. Am 7. Februar erschien mein kurzer Aufsatz. Ich veröffentliche ihn an dieser Stelle, damit die Leser meines Blog sich ein etwas genaueres Bild davon machen können, wer hier schreibt und zeichnet. Ich hoffe, daß sich demnächst auch Co-Autor Sebastian (Sierra Victor) äußert …Im Juli 1962, eine Woche nach meiner Geburt, wurde ich in der Krankenhauskapelle “Zum Guten Hirten” getauft. Darum bin ich katholisch. Es steht zu befürchten, dass diese Erklärung heute nicht mehr ausreicht, um eine Glaubensentscheidung zu begründen dennoch ist für mich die Erfahrung wichtig, dass es zuerst Gottes Entscheidung für mich ist, die die Bedingungen für mein Ja zu Ihm schafft.
Meine Kindheit und Jugend war durch das hektische Auf und Ab eines Familienbetriebs geprägt. Metzgereien sind kalte und hektische Betriebe; da stehen Kinder meist im Weg herum. Ich musste mir meine eigenen Orte suchen, die nüchterne Umgebung trieb mich, in meiner Phantasie andere Orte aufzusuchen Schlösser, Burgen, Kathedralen, Seereisen berühmter Entdecker. Klassische Musik liebte ich zuletzt landete ich bei Richard Wagner. Glücklicherweise nahmen mich meine Freunde meist mit meinen schrulligen Vorlieben; ich bin heute mitunter ein wenig wehmütig, dass mir für viele ihrer Dummheiten schlicht der Mut fehlte. Jedenfalls “erdeten” sie, was ohne Freunde leicht hinweg geschwebt oder versunken wäre.
Hat das Erschaffen innerer Welten die zeichnerische Begabung gefördert oder trat diese zu meinen inneren Orten hinzu? Mitten in meinem Designstudium “begegnete” mir der Lebendige Gott. In der Bibel heißt es über Gott, der den Menschen findet: “Er fand ihn in der Wüste, in der Steppe, wo wildes Getier haust” (Dtn 32,10).
Dieser Fund Gottes geschah nicht nur durch ein bestimmbares Erlebnis, auch wenn es einen “Bekehrungstag” für mich gab. Da war die Vorbereitung durch Erzählungen, die immerhin offen für einen Hinweis auf Gott waren. Da war der agnostische Lehrer, der bekannte, die Sehnsucht nach Christus sei ihm geblieben. Die Schönheit der Musik. Das Gebet einiger Freunde für mich, von dem ich später erst erfuhr. Das Beispiel einer Freundin, die lange vor mir zum Glauben gefunden hatte.
Letzten Endes war es ein Besuch in einer Freikirche, als mir Jesus Christus in einer Deutlichkeit und Klarheit aufschien, dass ich mich entscheiden konnte, mich ihm ganz anzuvertrauen. Ich bin froh, dass mein Weg ganz klar weiter in die katholische Kirche wies. Konfessionelle Umwege sind mir dadurch erspart geblieben. Die Liebe zu den freikirchlichen Glaubensgeschwistern ist geblieben.
Träumer haben es, wie es die Geschichte des alttestamentlichen Josef zeigt, manchmal schwer, in der Realität anzukommen. Dieser Kampf besteht für mich bis heute. Was für die Kreativität ein Geschenk, ist für den Alltag oft ein Stolperstein. Als ich C. S. Lewis’ Autobiographie “Surprised by Joy” las, war mir jedenfalls klar, warum ich mich von ihm wie von keinem Autoren sonst verstanden fühlte. Die Verbindung von erfrischendem Denken, erzählerischem Genius und kindlichem Glauben sind Wesensmerkmale, denen ich dankbar und mit schwachen Mitteln folge.
Warum bin ich katholisch? Weil Gott mich in Jesus als sein Kind angenommen hat. Wozu bin ich katholisch? Das würde ein neues “Bekennerschreiben” erfordern.
Montag, Februar 21, 2011
Auf geht's!
[SV] In Zeiten des Aufbruchs wie diesen will die Schrift recht verstanden sein, auf dass klar werde, wie sehr die Anstrengungen zur Reform den Kern der Botschaft widerspiegeln.
Wir rufen dazu auf, die Schrift so wiederzugeben, dass ihre Authentizität in der heutigen Lebenswirklichkeit deutlich wird.
Dazu ein erster unbeholfener Versuch.
Halleluja! Lobt Gott in seinem Zentralkomitee, lobt ihn in seiner reformbedürftigen Institution!
Lobt ihn für seine große Solidarität, lobt ihn in seiner gewaltigen Kommunikation!
Lobt ihn mit dem Schall der Ausdrucksformen, lobt ihn mit Individualität und freien Lenbensentscheidungen!
Lobt ihn mit Titeln und Unterschriften, lobt ihn mit Krisen und Possenspiel!
Lobt ihn mit hehren Memoranden, lobt ihn mit klingenden Worten!
Alles, was fordern kann, lobe den Herrn! Halleluja!
Wir rufen dazu auf, die Schrift so wiederzugeben, dass ihre Authentizität in der heutigen Lebenswirklichkeit deutlich wird.
Dazu ein erster unbeholfener Versuch.
Halleluja! Lobt Gott in seinem Zentralkomitee, lobt ihn in seiner reformbedürftigen Institution!
Lobt ihn für seine große Solidarität, lobt ihn in seiner gewaltigen Kommunikation!
Lobt ihn mit dem Schall der Ausdrucksformen, lobt ihn mit Individualität und freien Lenbensentscheidungen!
Lobt ihn mit Titeln und Unterschriften, lobt ihn mit Krisen und Possenspiel!
Lobt ihn mit hehren Memoranden, lobt ihn mit klingenden Worten!
Alles, was fordern kann, lobe den Herrn! Halleluja!
Mittwoch, Februar 16, 2011
Alipius schreibt der Presse
Alipius schreibt den Printmedien … and I couldn’t agree more. Wenn es in unserem Land einen Rest von Objektivität in der Berichterstattung gibt, sollte dieser nüchterne Beitrag gehört werden.
3700 Voten für die Kirche – und es werden mehr.
Die Petition Pro Ecclesia kann mit mehr als 3700 Unterschriften nicht mehr übersehen oder ignoriert werden. Mit 99 Jahren ist Prof. P. Dr. Anselm Günthör OSB, dessen Nachricht auf dem Postweg einging, möglicherweise der älteste Unterzeichner. Auch wenn wir die Massenware des sogenannten »Memorandums Freiheit« nicht toppen können und wollen, freut uns der mächtige Zuspruch für die Kirche.
Aus einem Bericht aus dem Südkurier:
(Mit Dank an Michael H.!)
Aus einem Bericht aus dem Südkurier:
Irgendwann am Ende des Nachmittags spricht der bald 100-jährige Benediktinermönch von der Sorge und der Hoffnung, dass die katholische Kirche gestärkt aus der Krise hervorgeht. Und plötzlich, ohne danach gefragt zu werden: „Ich muss schon an den Tod denken. Aber ich vertraue auf die Güte Gottes“. Dazu lächelnd der Nachsatz: „Vielleicht hätte ich mehr beten sollen.
(Mit Dank an Michael H.!)
Dienstag, Februar 15, 2011
Passacaglia della vita
Wenn jedes Memento Mori so schön dargeboten würde – man könnt’s glatt annehmen …
Montag, Februar 14, 2011
Jede Stimme zählt. Jede.

Sollen sie doch tausende Stimmen zählen, die eine neue Kirche wollen. Krümelkram.
Das Ziel, auf das wir zugehen, ist nicht die Umgestaltung der Kirche, sondern die Umgestaltung der Welt. Da zählt auch jede Stimme. Da Kirche nicht nur eine synchrone, sondern eine diachrone Wirklichkeit ist:
Alle Heiligen aller Zeiten, bittet für uns und für diese Welt!
Myriads of Votes added to List "New Jerusalem".
Wie ich diese alten Schinken liebe!

Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß die Geschichte, auf die sich das Rembrandt-Gemälde bezieht, im Buch Daniel steht. Der unselige Protagonist heißt allerdings in der Bibel nicht Memokadnezar oder Nebukadnezar, sondern Belschazzar (Belsazar). Aber soll man sich wegen solcher Details einen Gag entgehen lassen? Nehmen wir an, Memokadnezar sei der kleine Bruder von Belschazzar, dem halt etwas Ähnliches passiert sei. Dann paßt’s wieder.
Samstag, Februar 12, 2011
Freitag, Februar 11, 2011
Donnerstag, Februar 10, 2011
Mittwoch, Februar 09, 2011
Webbanner für die Petition Pro Ecclesia

Banner 400 x 80 Pixel

Banner 250 x 50 Pixel

Banner 200 x 200 Pixel
Hier stelle ich Webbanner für die Petition pro Ecclesia zur Verfügung. Bei Bedarf einbinden und auf Petition Pro Ecclesia verlinken.
Das Motiv zeigt den sogenannten Schafträger (Bild des Guten Hirten), Rom, Lateranmuseum, 4. Jahrhundert. Also eine römische Skulptur. In der christlichen Ikonographie ist der gute Hirte die früheste Form der Christusdarstellung. Ich habe mich hier für die zeichnerische Umsetzung einer Skulptur entschieden, obwohl das Motiv auch als Fresko bekannt ist.
In der Motivwahl des Guten Hirten kommt der Wunsch zum Ausdruck, daß die Bischöfe gemäß ihrer Hirtensorge entscheiden mögen.
Dienstag, Februar 08, 2011
Gesellschaftliche Logik
[SV] Was ist eine kinderfreundliche Gesellschaft? Die heutige Definition sagt: das ist eine Gesellschaft, in der Kinder nicht zum Nachteil werden, eine Gesellschaft, in der man den Mut hat, Kinder in die Welt zu setzen. Kinder zu bekommen soll keine finanziellen Einbußen bedeuten und keinen Ausschluss aus dem Berufsleben. Es soll keine Abkoppelung von der beruflichen Weiterentwicklung geben: auch eine Karriere muss möglich sein. Kurz: Beruf und Familie sollen vereinbar sein. Alles wichtig. Aber: ist das kinderfreundlich?
Ist eine Gesellschaft wirklich kinderfreundlich, deren Botschaft im Klartext lautet: Gehe arbeiten, mache Karriere, bleibe bloß nicht zu Hause, lebe mit Kindern so, als hättest Du keine! Gerade in der Forderung, Kinder dürften kein Hindernis sein, wird der kinderlose Zustand als der erstrebenswerte hingestellt. Das Verständnis gilt nicht denen, die sich Kinder wünschen, sondern denen, die sie notfalls in Kauf nehmen.
Die Willkommensbotschaft an die Kinder lautet: wir haben deine Existenz ermöglicht, indem wir alles getan dafür haben, dass du nicht störst. Deshalb bezahlen wir dafür, dass du ganz schnell in einer Krippe von anderen versorgt werden kannst und später möglichst den ganzen Tag in der Schule bist und gefördert wirst.
Gefördert? Warum? Reicht das Kind denn nicht, wie es ist? Nein, es reicht nicht. Die Gesellschaft verlangt Qualifikationen, die ohne Förderung für viele nicht erreichbar sind, die wir aber brauchen. Kinder sind unsere Zukunft! Kindergeschrei ist bekanntlich Zukunftsmusik.
Moment, wessen Zukunft? Nun, unsere. Um es klar zu sagen: damit wir unseren eigenen Lebensstandard halten können, brauchen wir die Kinder. Nicht um ihrer selbst willen. Das Leben, dass die Gesellschaft möglichst wenig von Kindern beeinträchtigt wissen will, soll ihr im Alter von ebendiesen Kindern weiter ermöglicht werden. Die Kinder sollen die Folgen ihrer eigenen Ausgrenzung finanzieren. Dazu werden sie präpariert und gefördert, dafür bekommen sie Zuwendung. Finanzielle Zuwendung. Die Gesellschaft klopft sich derweil ob derart viel Fürsorge und Kinderfreundlichkeit stolz selbst auf die Schulter.
Wann wird diese Gesellschaft wirklich kinderfreundlich sein? Sie wird es an dem Tag, an dem sie unsere Kinder nicht einplant, sondern sie willkommen heißt, wie sie sind. Sie wird es an dem Tag, an dem sie nicht mehr sagt, die Zukunft werde durch Kinder ermöglicht, sondern sagt, die Gegenwart werde durch sie lebenswert.
Kinder sind unsere Gegenwart.
Ist eine Gesellschaft wirklich kinderfreundlich, deren Botschaft im Klartext lautet: Gehe arbeiten, mache Karriere, bleibe bloß nicht zu Hause, lebe mit Kindern so, als hättest Du keine! Gerade in der Forderung, Kinder dürften kein Hindernis sein, wird der kinderlose Zustand als der erstrebenswerte hingestellt. Das Verständnis gilt nicht denen, die sich Kinder wünschen, sondern denen, die sie notfalls in Kauf nehmen.
Die Willkommensbotschaft an die Kinder lautet: wir haben deine Existenz ermöglicht, indem wir alles getan dafür haben, dass du nicht störst. Deshalb bezahlen wir dafür, dass du ganz schnell in einer Krippe von anderen versorgt werden kannst und später möglichst den ganzen Tag in der Schule bist und gefördert wirst.
Gefördert? Warum? Reicht das Kind denn nicht, wie es ist? Nein, es reicht nicht. Die Gesellschaft verlangt Qualifikationen, die ohne Förderung für viele nicht erreichbar sind, die wir aber brauchen. Kinder sind unsere Zukunft! Kindergeschrei ist bekanntlich Zukunftsmusik.
Moment, wessen Zukunft? Nun, unsere. Um es klar zu sagen: damit wir unseren eigenen Lebensstandard halten können, brauchen wir die Kinder. Nicht um ihrer selbst willen. Das Leben, dass die Gesellschaft möglichst wenig von Kindern beeinträchtigt wissen will, soll ihr im Alter von ebendiesen Kindern weiter ermöglicht werden. Die Kinder sollen die Folgen ihrer eigenen Ausgrenzung finanzieren. Dazu werden sie präpariert und gefördert, dafür bekommen sie Zuwendung. Finanzielle Zuwendung. Die Gesellschaft klopft sich derweil ob derart viel Fürsorge und Kinderfreundlichkeit stolz selbst auf die Schulter.
Wann wird diese Gesellschaft wirklich kinderfreundlich sein? Sie wird es an dem Tag, an dem sie unsere Kinder nicht einplant, sondern sie willkommen heißt, wie sie sind. Sie wird es an dem Tag, an dem sie nicht mehr sagt, die Zukunft werde durch Kinder ermöglicht, sondern sagt, die Gegenwart werde durch sie lebenswert.
Kinder sind unsere Gegenwart.
»Wir bleiben katholisch«
[ER] Es geschieht etwas. Das sogenannte Memorandum der 199 Professoren und Professorinnen der Theologie, das bereits jetzt den Ruf erwirbt, ein intellektueller und doktrinärer Schuß in den Ofen zu sein, erfährt Widerspruch. Mehr und mehr Bischöfe wenden sich direkt und unmißverständlich gegen das Pamphlet.
Aber auch gläubige Laien haben die Nase voll davon, für skurrile und glaubensferne Forderungen vereinnahmt zu werden. Im Internet kann man seinem Protest jetzt Ausdruck verleihen. Heute wurde die Facebook-Fanseite »Wir bleiben katholisch« eröffnet. Klicken und liken!
Montag, Februar 07, 2011
Die Rede, die nie gehalten wurde...
[SV] Meine Damen und Herren, sehr verehrte katholische Christen,
es ist unsere Aufgabe, das Evangelium zu verkünden. Seit Jahren tun wir dies mit mäßigem Erfolg. Wie sollte er auch größer sein, wenn uns neben unseren ganzen organisatorischen und strukturellen Aufgaben kaum noch Zeit für Evangelisation bleibt? Wie sollte der Erfolg größer sein, wenn viele unserer Gemeinden und Gläubigen vor allem damit beschäftigt sind, sich selbst zu verwalten? Die Misere ist da, und wir stehen in schlechtem Licht. Da gibt es nichts schönzureden.
Ich will jedoch nicht die Krise zementieren – nein, es gibt eine Lösung! Eine Lösung, die die Zahl der Gläubigen in die Höhe schnellen lässt und zudem uns zu Helden macht! Vorbei die Zeiten, in denen man uns anfeindete. Bis in die Spitzen der Kirche wird man uns nacheifern. Die Talk-Shows werden sich um uns reißen! Lassen Sie mich erklären.
Wenn nicht mehr katholisch geglaubt wird, liegt das daran, dass sich nur noch wenige Menschen unter dem Begriff „katholisch“ wiederfinden. Es ist uns nicht gelungen, den Menschen die Wahrheit, die sich hinter diesem Begriff verbirgt, nahe zu bringen. Wenn aber nicht mehr Menschen unter diesen Begriff kommen, dann müssen wir eben den Begriff auf mehr Menschen erweitern. Definieren wir „katholisch“ um, bis wieder mehr Leute darunter fallen. Sie sagen, das geht nicht? Ich sage, es geht! Mit der Toleranz und der persönlichen Freiheit haben wir zwei positiv besetzte Begriffe, durch die wir eine viel größere Zahl an Menschen erreichen. Wir machen uns diese Begriffe zur Maxime. Nicht mehr die Nachfolge zählt, sondern einzelne Aspekte, die man ohne ihren Zusammenhang viel besser ausschlachten kann. Darauf bauen wir unsere Logik auf.
Das ist natürlich ein radikaler Bruch mit dem, was uns offenbart wurde, doch hier kommt der entscheidende Trick: Niemandem wird das auffallen, denn wir drehen den Spieß einfach um. Wir geben nicht zu, die Lehre zu verwischen und zu verändern, sondern wir werfen den Gläubigen vor, ihre Brüder auszuschließen. Wir sind offensiv. Die Gläubigen werden die Falschen sein. Wir verändern die Wahrheit nicht, sondern machen uns zu ihrer Speerspitze! Sollen sich die Gläubigen doch verteidigen, wenn sie wollen – sie werden nur verkrampft und konservativ wirken. Es wird reichen, zu antworten: „Ihr wollt also einen Glauben ohne Toleranz?“ und jeder wird begreifen, dass wir die konsequenteren sind. So übernehmen wir die Inhaltsbestimmung für „katholisch“. Wir übernehmen sie, indem wir uns demütig als Lernende, Hörende und Suchende zu erkennen geben. Als Menschen, die nicht bevormunden, sondern sich einbringen. Als Menschen, die nicht verkündigen, sondern sich zurechtweisen lassen. Im Namen von Liebe und Demut verzichten wir auf den Wahrheitsanspruch, denn demütig, wie wir sind, wissen wir natürlich nicht mehr als alle anderen. Demut, Liebe, Freiheit, Toleranz – alles das definieren wir neu. Wir definieren den Glauben neu! Den wahren, neuen, menschlichen, offenen Glauben. So sind wir besonders christlich, wenn wir den Menschen nach dem Munde reden. Unsere Lehre wird das sein, was die Menschen hören wollen, offen und kritisch zugleich. Nur eben kritisch gegenüber den richtigen, und wir sind im Zentrum der Beliebtheit.
So, meine Damen und Herren, werden Wahlen gewonnen, und so werden wir es auch machen. Prüfet alles, und das Gute behaltet. Wir wären ungehorsam, würden wir nicht die Kraft der Manipulation nutzen.
Ich danke Ihnen.
es ist unsere Aufgabe, das Evangelium zu verkünden. Seit Jahren tun wir dies mit mäßigem Erfolg. Wie sollte er auch größer sein, wenn uns neben unseren ganzen organisatorischen und strukturellen Aufgaben kaum noch Zeit für Evangelisation bleibt? Wie sollte der Erfolg größer sein, wenn viele unserer Gemeinden und Gläubigen vor allem damit beschäftigt sind, sich selbst zu verwalten? Die Misere ist da, und wir stehen in schlechtem Licht. Da gibt es nichts schönzureden.
Ich will jedoch nicht die Krise zementieren – nein, es gibt eine Lösung! Eine Lösung, die die Zahl der Gläubigen in die Höhe schnellen lässt und zudem uns zu Helden macht! Vorbei die Zeiten, in denen man uns anfeindete. Bis in die Spitzen der Kirche wird man uns nacheifern. Die Talk-Shows werden sich um uns reißen! Lassen Sie mich erklären.
Wenn nicht mehr katholisch geglaubt wird, liegt das daran, dass sich nur noch wenige Menschen unter dem Begriff „katholisch“ wiederfinden. Es ist uns nicht gelungen, den Menschen die Wahrheit, die sich hinter diesem Begriff verbirgt, nahe zu bringen. Wenn aber nicht mehr Menschen unter diesen Begriff kommen, dann müssen wir eben den Begriff auf mehr Menschen erweitern. Definieren wir „katholisch“ um, bis wieder mehr Leute darunter fallen. Sie sagen, das geht nicht? Ich sage, es geht! Mit der Toleranz und der persönlichen Freiheit haben wir zwei positiv besetzte Begriffe, durch die wir eine viel größere Zahl an Menschen erreichen. Wir machen uns diese Begriffe zur Maxime. Nicht mehr die Nachfolge zählt, sondern einzelne Aspekte, die man ohne ihren Zusammenhang viel besser ausschlachten kann. Darauf bauen wir unsere Logik auf.
Das ist natürlich ein radikaler Bruch mit dem, was uns offenbart wurde, doch hier kommt der entscheidende Trick: Niemandem wird das auffallen, denn wir drehen den Spieß einfach um. Wir geben nicht zu, die Lehre zu verwischen und zu verändern, sondern wir werfen den Gläubigen vor, ihre Brüder auszuschließen. Wir sind offensiv. Die Gläubigen werden die Falschen sein. Wir verändern die Wahrheit nicht, sondern machen uns zu ihrer Speerspitze! Sollen sich die Gläubigen doch verteidigen, wenn sie wollen – sie werden nur verkrampft und konservativ wirken. Es wird reichen, zu antworten: „Ihr wollt also einen Glauben ohne Toleranz?“ und jeder wird begreifen, dass wir die konsequenteren sind. So übernehmen wir die Inhaltsbestimmung für „katholisch“. Wir übernehmen sie, indem wir uns demütig als Lernende, Hörende und Suchende zu erkennen geben. Als Menschen, die nicht bevormunden, sondern sich einbringen. Als Menschen, die nicht verkündigen, sondern sich zurechtweisen lassen. Im Namen von Liebe und Demut verzichten wir auf den Wahrheitsanspruch, denn demütig, wie wir sind, wissen wir natürlich nicht mehr als alle anderen. Demut, Liebe, Freiheit, Toleranz – alles das definieren wir neu. Wir definieren den Glauben neu! Den wahren, neuen, menschlichen, offenen Glauben. So sind wir besonders christlich, wenn wir den Menschen nach dem Munde reden. Unsere Lehre wird das sein, was die Menschen hören wollen, offen und kritisch zugleich. Nur eben kritisch gegenüber den richtigen, und wir sind im Zentrum der Beliebtheit.
So, meine Damen und Herren, werden Wahlen gewonnen, und so werden wir es auch machen. Prüfet alles, und das Gute behaltet. Wir wären ungehorsam, würden wir nicht die Kraft der Manipulation nutzen.
Ich danke Ihnen.
Freitag, Februar 04, 2011
Mittwoch, Februar 02, 2011
Von Stühlen und ihren Kreisen (5)
Dienstag, Februar 01, 2011
Montag, Januar 31, 2011
Exkurs: Von Stühlen und ihrem Kreisen
Von Stühlen und ihren Kreisen (4)
Samstag, Januar 29, 2011
Von Stühlen und ihren Kreisen (3)

Die populärwissenschaftliche und eher pastoraltheologisch orientierte Internetseite Catholicism Wow hat einige feine Anmerkungen zum Tridentinischen Stuhlkreis gesponnen, wofür wir eigentlich nur dankbar sein können. Das darf uns aber nicht die Sicht darauf verstellen, daß die bedeutendsten Ergebnisse der Stuhlkreisforschung im Bereich der Paläoanthropologie erzielt worden sind. So konnte im letzten Juni in der Ardèche ein jungsteinzeitlicher Stuhlkreis rekonstruiert werden.
»Es ist ein erhebendes Gefühl, in der Mitte eines Stuhlkreises zu stehen, der offensichtlich noch vor der Erfindung des Rades aufgestellt wurde«, meint Prof. Dr. Jean-Claude Ausecours, Paläoanthropologe an der Universität Toulouse.
Die wissenschaftliche Grafik zeigt, wie es ausgesehen haben könnte. Man beachte den Moderator im Tigerfell.
Mittwoch, Januar 26, 2011
Von Stühlen und ihren Kreisen (2)

Neulich wurde der Tridentinische Stuhlkreis kritisiert. Zu Recht! Zu Recht! Denn der Wahre Stuhlkreis sieht so aus. Verfechter wie Verächter des Tridentinischen Stuhlkreises mögen sich jedoch kalmieren. Der Stuhlkreis ist ein meditativer Archetyp des beschaulichen Menschen. Und das heißt: Es kommen noch ein paar.
Montag, Januar 24, 2011
FSSPX in neuem Licht?
Eine Dokumentation über die Piusbruderschaft hat in der letzten Woche manches traditionsliebende Herz höher schlagen lassen. Ausgerechnet das Erste lieferte ein als sehr sachlich empfundenes, geradezu freundliches Portrait der »rebellischen« Kongregation. Ich habe die Dokumentation gerne gesehen und empfehle sie auch weiter, um zu einer sachlichen Auseinandersetzung und zum zur Zeit vielbeschworenen »Dialog« zu finden. In dieser Dokumentation begleitete das Filmteam des Autors Günter P. Ginzel den Priesteramtskandidaten Elias Stolz auf seinem Weg zur Priesterweihe.Aus meiner Sicht haben sich die Filmmacher vom frommen Flair ein wenig ablenken lassen. Die Konfliktpunkte hat allein Professor Schöttler, Professor für Pastoraltheologie an der Katholischen Fakultät der Universität Regensburg, der als Kommentator gegen die Piusbruderschaft befragt wurde, in einem Satz gestreift: Die »Zeitbomben des Konzils«, eine Synopse der Piusbruderschaft über die Konfliktpunkte gegenüber dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Schöttlers Einsatz wäre stark gewesen, wenn diese Punkte stärker herausgearbeitet worden wären. In der Zusammenschau hatte jedoch seine Argumentation viel Ungünstiges. Seine Sicht auf Liturgie fand ich höchst bestreitbar, seine vage Stellungnahme, daß Theologie nach Auschwitz anders sein müsse als vorher, hinterläßt auch bei Katholiken ohne größere Sympathie für die Piusbruderschaft ein ungutes Gefühl.
So aber entstand ein etwas konserviert wirkendes Lebens- und Sittengemälde. Mitunter wurde auch nur das schlicht Katholische als Proprium der FSSPX herausgestellt – zum Beispiel die Tischlesung im Seminar in einer »altertümlichen« Melodieführung, die Liturgie, das Schweigen, das unterschiedliche Kirchenverständnis der Reformation und der Katholischen Kirche. Zusammen mit dem Gespür für ästhetische Bilder wurde es der Piusbruderschaft möglicherweise unverdient leicht gemacht, zu punkten.
Wären mal die sogenannten Zeitbomben oder das Traditionsverständnis des französischen, nachrevolutionären Traditionalismus, inklusive Monarchismus, die paranoiden Verschwörungstheorien zur Sprache gekommen! Damit ist ein eher emotional gefärbter Bericht fürs Massenpublikum natürlich überfordert.
Mittwoch, Januar 19, 2011
Montag, Januar 17, 2011
Samstag, Januar 15, 2011
Ein Wunder, ein Wunder…
[SV] Die Frage, die oft gestellt wird: „Glaubst Du wirklich an Wunder?“ Meine Antwort: “Ich tu’s!“
Diese Antwort hat uns einen Bibelkreis gekostet, in dem unsere damalige Gemeindereferentin die Leitung übernommen hatte. Sie erklärte es genau: Jesus war so wunderbar, dass Wundergeschichten entstanden, um die Faszination, die er auslöste, irgendwie auszudrücken. Blinde, die sehen, lahme, die gehen und Taube, die hören – all das sind Allegorien dafür, dass er den Menschen die Augen öffnete, in den Menschen etwas in Bewegung brachte und sie hat hoffnungsvoll aufhorchen lassen. Mit diesem Wissen, wurde uns erklärt, geht man an die Schrift heran. Komischerweise wollte sich danach niemand mehr treffen – es verlief im Sande. Kein Wunder.
Nun hat das meinen Glauben an Wunder nicht erschüttert. Es ist für mich einfach logisch, dass der, der die Naturgesetze schuf, Herr über sie ist. Zugleich ist die Möglichkeit, da Allegorien zu finden, natürlich auch völlig richtig und auch wichtig. Nur eben nicht alleine richtig. Was ist das Argument der Schrift dafür, dass die Wunder wirklich geschehen sind?
Eine Wunderschilderung alleine reicht nicht. Man kann sie immer abstrahieren. Was man bräuchte, wäre eine Stelle, in der ein Wunder bezeugt würde, aber eben nicht aus Faszination heraus, sondern aus einer anderen Perspektive, aus der es abstrakt einfach nicht mehr funktionieren würde. Eine Wunderschilderung, in der die Allegorie einfach Unsinn wäre. Und die wichtig genug ist, nicht negiert werden zu können.
Da fand ich Matthäus 9, 1-8.
1 Jesus stieg in das Boot, fuhr über den See und kam in seine Stadt.
2 Da brachte man auf einer Tragbahre einen Gelähmten zu ihm. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Hab Vertrauen, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
3 Da dachten einige Schriftgelehrte: Er lästert Gott.
4 Jesus wusste, was sie dachten, und sagte: Warum habt ihr so böse Gedanken im Herzen?
5 Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
6 Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Darauf sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!
7 Und der Mann stand auf und ging heim.
8 Als die Leute das sahen, erschraken sie und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat.
Hier geht es gar nicht um das Wunder. Die Heilung wird nicht für sich beschrieben, sondern sie erfolgt als Beweis für etwas anderes, nämlich Jesu Vollmacht. Diese ganze Sache würde gar nicht stimmen, wenn Jesus als Beweis für Behauptungen nur weiter theoretisch geblieben wäre. Der Beweis liegt ausdrücklich in der praktischen Durchführung. Das zu verneinen hieße, Jesus seine Vollmacht abzusprechen, denn er selbst belegt sie mit dem Wunder.
Wir dürfen also davon ausgehen, dass es mindestens ein Wunder wirklich gab.
Diese Antwort hat uns einen Bibelkreis gekostet, in dem unsere damalige Gemeindereferentin die Leitung übernommen hatte. Sie erklärte es genau: Jesus war so wunderbar, dass Wundergeschichten entstanden, um die Faszination, die er auslöste, irgendwie auszudrücken. Blinde, die sehen, lahme, die gehen und Taube, die hören – all das sind Allegorien dafür, dass er den Menschen die Augen öffnete, in den Menschen etwas in Bewegung brachte und sie hat hoffnungsvoll aufhorchen lassen. Mit diesem Wissen, wurde uns erklärt, geht man an die Schrift heran. Komischerweise wollte sich danach niemand mehr treffen – es verlief im Sande. Kein Wunder.
Nun hat das meinen Glauben an Wunder nicht erschüttert. Es ist für mich einfach logisch, dass der, der die Naturgesetze schuf, Herr über sie ist. Zugleich ist die Möglichkeit, da Allegorien zu finden, natürlich auch völlig richtig und auch wichtig. Nur eben nicht alleine richtig. Was ist das Argument der Schrift dafür, dass die Wunder wirklich geschehen sind?
Eine Wunderschilderung alleine reicht nicht. Man kann sie immer abstrahieren. Was man bräuchte, wäre eine Stelle, in der ein Wunder bezeugt würde, aber eben nicht aus Faszination heraus, sondern aus einer anderen Perspektive, aus der es abstrakt einfach nicht mehr funktionieren würde. Eine Wunderschilderung, in der die Allegorie einfach Unsinn wäre. Und die wichtig genug ist, nicht negiert werden zu können.
Da fand ich Matthäus 9, 1-8.
1 Jesus stieg in das Boot, fuhr über den See und kam in seine Stadt.
2 Da brachte man auf einer Tragbahre einen Gelähmten zu ihm. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Hab Vertrauen, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
3 Da dachten einige Schriftgelehrte: Er lästert Gott.
4 Jesus wusste, was sie dachten, und sagte: Warum habt ihr so böse Gedanken im Herzen?
5 Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
6 Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Darauf sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!
7 Und der Mann stand auf und ging heim.
8 Als die Leute das sahen, erschraken sie und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat.
Hier geht es gar nicht um das Wunder. Die Heilung wird nicht für sich beschrieben, sondern sie erfolgt als Beweis für etwas anderes, nämlich Jesu Vollmacht. Diese ganze Sache würde gar nicht stimmen, wenn Jesus als Beweis für Behauptungen nur weiter theoretisch geblieben wäre. Der Beweis liegt ausdrücklich in der praktischen Durchführung. Das zu verneinen hieße, Jesus seine Vollmacht abzusprechen, denn er selbst belegt sie mit dem Wunder.
Wir dürfen also davon ausgehen, dass es mindestens ein Wunder wirklich gab.
Dienstag, Januar 11, 2011
Ganz kurz...
...vorgestellt: Sierra Victor.
Hinter dem zweiten Fliegerkürzel verbirgt sich Bastian, der von Peter Esser die Ehre bekam, ebenfalls hier posten zu dürfen (und das ist sehr ernst gemeint!).
Katholisch mit Familie, wie ich bin, liegen mir die Kirche und Kinder besonders am Herzen. (Dazu Fische in jeder Form (Aquarium, Angel, Pfanne), Animationsfilme, bei 80°C gegartes Schweinefilet sowie meine Frau.)
Und jetzt hoffe ich auf Gottes Segen für mein Schreiben hier...
Hinter dem zweiten Fliegerkürzel verbirgt sich Bastian, der von Peter Esser die Ehre bekam, ebenfalls hier posten zu dürfen (und das ist sehr ernst gemeint!).
Katholisch mit Familie, wie ich bin, liegen mir die Kirche und Kinder besonders am Herzen. (Dazu Fische in jeder Form (Aquarium, Angel, Pfanne), Animationsfilme, bei 80°C gegartes Schweinefilet sowie meine Frau.)
Und jetzt hoffe ich auf Gottes Segen für mein Schreiben hier...
Montag, Januar 10, 2011
Gender als Chance für die Kirche begreifen.
Die Kernaussage des Gender-Mainstreams, das Geschlecht sei unabhängig von der körperlichen Ausprägung, wird von der Kirche vehement bekämpft. Zu Unrecht - bietet gerade diese fortschrittliche Definition doch den Ausweg aus der Problematik der Frauenordination. Sie ist die Goldene Brücke, die es ermöglicht, einfach 50% der Priester und Diakone als Gender-Frauen zu outen, so dass sich nichts ändert, aber die Summe plötzlich stimmt.
Wenn man die Gender-Philosophie ernst nimmt, ist eine Frau im Männerkörper genauso Frau wie jede andere auch und erfüllt so selbstverständlich auch jede geforderte Quote.
Wie war das doch gleich? Der Mathematiker, der einem Löwen begegnet, definiert sich einen Käfig. Dir Kirche, die dem Zeitgeist begegnet, definiert sich den Frauenanteil.
Das Leben kann so einfach sein!
Wenn man die Gender-Philosophie ernst nimmt, ist eine Frau im Männerkörper genauso Frau wie jede andere auch und erfüllt so selbstverständlich auch jede geforderte Quote.
Wie war das doch gleich? Der Mathematiker, der einem Löwen begegnet, definiert sich einen Käfig. Dir Kirche, die dem Zeitgeist begegnet, definiert sich den Frauenanteil.
Das Leben kann so einfach sein!
Alte Riten – neu erklärt (2)
Sonntag, Januar 09, 2011
Mittwoch, Januar 05, 2011
Jona von Assisi

Interessant im Zusammenhang mit den aufkommenden Diskussionen um das sogenannte »Weltgebetstreffen« 2011 in Assisi finde ich Buch Jona. Da gerät der Prophet auf Abwege und die Seeleute seines Fluchtdampfers mit ihm in schwere Seenot. Das erste interreligiöse Gebet findet statt – jeder betet zu seinem Gott. Nur Jona pennt (vermutlich depressiv verstimmt und mit rabenschwarzem Gewissen).
Nun sind Seefahrer und Fahrgast leider Schicksalsgefährten. Das heißt, auch für Jona ist nicht die vorrangige Not, wie man diese götzenopfernden Heiden bekehren kann, sondern ob Schiff und Mannschaft die Fahrt bestehen.
In diesem Miteinander der Götzenanbeter und des Propheten wider Willen offenbart Gott allerdings auch das Eine und Wahre Opfer. Jona, der über Bord geht – ein Vorausbild auf Jesus Christus, der sein Leben für die Sünde der ganzen Welt gibt. Zum Schluß heißt es, daß der heidnischen Mannschaft der Arsch auf Grundeis geht und sie dem Gott Jonas mal ganz ordentlich was opfern. Viel hilft viel – und man weiß ja nie. Ob sie zu einem vollkommenen Glauben an den Einen Gott gekommen sind, bleibt am Ende fraglich.
Ich mag die Geschichte, denn sie hat mit unserer Weltgeschichte zu tun. Auf dem Weg zur ewigen Heimat gibt es vorläufige Ziele und Etappen. Sicherlich gilt es vorrangig, Ninive zu bekehren (Gott selbst wird dieses Ziel nie aus dem Blick verlieren) – doch erst einmal muß der Sturm bestanden werden. Sicherlich betet Jona nicht gemeinsam mit den Heiden – aber nicht aus Gehorsam, sondern aus Depression. Er schlummert ja im Bauch des Schiffes. Danach betet er nicht nur mit den Heiden, er bietet sich ihnen sogar als vollkommenes Opfer an! Und Gott akzeptiert das.
Mit keinem Wort relativiert Jona, was nicht zu relativieren ist. Er relativiert nicht seine Schuld; und er relativiert auch nicht die Einzigkeit des HERRN, dessen Name gepriesen ist.
So, denke ich, wird es auch mit dem Weltgebetstreffen gehen: Nur Böswillige können dem Papst unterstellen, hier werde etwas gleichgesetzt, relativiert oder verleugnet. In Wirklichkeit werden wohl sowohl die heidnischen Mannschaften als auch der römische Fischer keinen Zweifel daran lassen, daß es ihnen nicht um Vermischung geht, sondern um ein Zusammenstehen im Sturm heraufziehender Völkerkonflikte. Und sicher werden Leute zum Glauben an den wahren Gott kommen. Das zu bewirken ist aber Sache Gottes.
Vor vier Jahren wurde von einigen, die sich an die Interreligiosität gewöhnt hatten, beklagt, daß die zwanzigjährige Wiederkehr des Jahrestags des Weltgebetstreffens in Assisi keine besondere Würdigung bei Papst Benedikt fand. Der Papst, so schätze ich einmal, hatte erst einmal die Grundthemen seines Pontifikats zu legen. Assisi 2011 ist im Kontext des gesamten Wirkens dieses Papstes zu sehen.
(Foto Peter Esser; Wandmalerei in Wangen/Allgäu)
Dienstag, Dezember 21, 2010
Kirchenjahr stereoskopisch?

Als ich am 3. Juli 2007 zum ersten Mal eine Heiligen Messe in der – damals ganz knapp noch nicht – außerordentlichen Form besuchte, hatte ich mich darauf eingestellt, ein Apostelfest mitzuerleben. Wie verwundert war ich, daß der Apostel Thomas am 3. Juli nicht gefeiert wurde!
Zum ersten Mal verstand ich, daß mit der Neuordnung des Liturgischen Kalenders viele Katholiken ihren Namenstag, der doch immer mit einem bestimmten Datum, Erinnerungen, Gerüchen verbunden ist … verloren haben. In der Zwischenzeit spielt der Namenstag bei vielen Katholiken nur noch eine untergeordnete Bedeutung. Ich will diesen Verlust nicht der Kalenderreform in die Schuhe schieben. Doch er hat auch mit Irritation zu tun. Wenn Rationalismus die Heiligenverehrung infrage stellt, können Änderungen der Lebensgewohnheiten den Verlust doch nur beschleunigen. Und mehr: Wenn alles igegendwie verfügbar und veränderbar ist, dann ist es für mich auch nicht mehr verpflichtend. Natürlich weiß ich, daß es Kalenderreformen immer schon gegeben hat.
Ein Argument, das ich gegen die »Freigabe« oder »Zulassung« der alten Messe immer wieder höre, sind die unterschiedlichen Kalender. Die Kirche könne es sich auf Dauer nicht leisten, mit zwei Kalendern zu leben. Das mag sein. Und zeit meines Glaubenslebens habe ich die Feste des Kalenders der Zeit nach der Liturgiereform immer als gnadenvermittelnd erlebt und gefeiert. Wozu also die Rückkehr alter Zöpfe?
Was wir heute erleben, und was sich als Irritation in dieser Diskussion niederschlägt, ist, wie ich meine, schon ein wenig auf die Rücksichtslosigkeit der Reform zurückzuführen. Um es mit einem Bild zu beschreiben: Da wurden alte Eichen verpflanzt, jahrhundertealte Straßenzüge verlegt … ganz so, wie sich auch das Erscheinungsbild unserer Städte und Dörfer in dieser aufbruchsfreudigen Zeit veränderte.
Als Gestalter finde ich, daß säkulares Design und »Kirchendesign« zu wenig miteinander verglichen werden. Unter Kirchendesign verstehe ich nicht nur die Inneneinrichtung der Kirche, sondern das Gesamtbild, das die Kirche in allen sichtbaren Bereichen von sich gibt. Also auch die Ordnung ihrer Feste. Ich sage damit nicht, daß ich zu einer Bewertung der alten oder der neuen Form komme. Das steht mir nicht zu. Aber meine Aufgabe kann sein, zu beschreiben, wie ich den Unterschied wahrnehme.
In dem letzten Jahr, in dem ich den alten römischen Kalender ein wenig kennenlernen durfte, habe ich das Vorhandensein zweier Kalender natürlich als eine Spannung erlebt, von der ich nicht weiß, ob und wie sie sich auflösen läßt. Die Spannung ist für mich jedenfalls kein Argument gegen das Vorhandensein zweier Formen des Römischen Ritus, sondern das Ergebnis eines geschichtlich beschreibbaren Prozesses.
Mein Leben in meiner rheinischen Heimatstadt gestaltet sich doch ähnlich. Mich stört das das Vorhandensein einiger Fachwerkhäuser in einer modernen Geschäftsstraße nicht. Es erweckt aber Wehmut. Ich nehme den Bruch, das Mißverhältnis wahr und bedaure Kriege und Krämergeist, die zum Erscheinungsbild unserer Stadt geführt haben. Doch ich bin vorsichtig mit Schuldzuweisungen. Ich ahne das Ungeheuerliche, welches da geschehen ist, und das zur Entfremdung gewachsener Lebenswelten geführt hat.
An jenem 3. Juli 2007 jedenfalls wurde das Fest des heilige Irenäus gefeiert, den ich wegen seines Zeugnisses für die Menschwerdung Gottes sehr liebe. Auch gut! Im stillen nahm ich den Apostel Thomas mit. Offensichtlich konnte man den Baum des alten Kalenders nicht so ohne weiteres ausreißen. Nicht ohne das Erdreich zu erschüttern. Und es war offensichtlich nicht gelungen, alle Wurzeln zu entfernen. Ein unabsehbarer Weg der Versöhnung mit unserer katholischen Tradition liegt vor uns. O Wunder: Er ist mir Reichtümern und Schätzen gespickt.
Deshalb werde ich heute auch an den Apostel Thomas denken. Mit dem Zweiten sieht man besser.
Sonntag, Dezember 19, 2010
Turbogenial
Es wird viele nicht interessieren, bei anderen Unverständnis hervorrufen, aber egal: Ich hab heute zum ersten Mal in einem Choralamt in der außerordentlichen Form ministriert.
Die damit nichts anfangen können, sollen sich einfach vorstellen, sie hätten Papis neuen BMW um den Block fahren dürfen.
Die damit nichts anfangen können, sollen sich einfach vorstellen, sie hätten Papis neuen BMW um den Block fahren dürfen.
Samstag, Dezember 18, 2010
Montag, Dezember 13, 2010
Entdeckungen
Die grundstürzende Erkenntnis der letzten Woche: Osnabrück hat eine eigene Tageszeitung! Irre! Und da interessiert man sich für Kirchenpolitik, Web 2.0 und Spionagethriller! Irre!
Den wackeren NOZferatus also das Bild des Tages:
Den wackeren NOZferatus also das Bild des Tages:
Sonntag, Dezember 12, 2010
Da haben wir den Salat – öffentlich-theologischer Diskurs heute.
Ich sitze im Restaurant und bekomme einen Salat vorgesetzt, auf dem sich ein paar Raupen kringeln. Empört lasse ich den Salat zurückgehen und sage, der Koch hätte sie wohl nicht mehr alle.
Kurze Zeit später nähert sich ein Kellner, ohne neuen Teller, dafür mit Argumenten. Er stehe der Gemeinschaft der Restaurantbesucher „Wir sind Küche“ nahe und wolle einiges klarstellen. Der Salat sei absolut genießbar, problematisch hingegen sei mein Unmut.
Diese Raupen bestünden aus nichts anderem als Salatblättern. Sie entstammten dem gesunden Salatanbau. Sie seien viel lebendiger und beweglicher als üblicher Salat. Salat sei nicht einfach abzulehnen, nur weil die Blätter nicht dem konventionellen Salatbild entsprächen, an dem ich offensichtlich hinge.
Auch meine Schelte des Kochs sei unangemessen. Der Koch habe nachweislich bereits viele Salate auch ohne Raupen zubereitet – ein klares Indiz für die Genießbarkeit. Man müsse den Salat im Zusammenhang der ganzen Küche und all ihrer Ergebnisse sehen. Der Koch brauche die Raupen nicht – er könne mit und ohne zubereiten. Ich hingegen sei offensichtlich auf eine einzige Salatform versteift. Es sei typisch für Menschen meiner Geisteshaltung, sich mit Negativkritik an Einzelfälle zu klammern und außer Acht zu lassen, dass es darauf ankomme, in welchem Geist man koche.
Auch sei meine Aufregung nicht dazu angetan, das Thema nüchtern zu betrachten. Tatsache sei doch, dass die Raupen nichts anderes seien als ein notwendiges Zwischenstadium des Salatblatts auf seinem Weg zum Schmetterling. Man müsse aufpassen, dass die Salatentwicklung nicht aufgrund festgefahrener Bilder, wie ein Blatt auszusehen habe, zum Stillstand komme.
Ein Stammgast mischt sich ein, der mir klar macht, dass die Ablehnung der Köche typisch für die ganz reaktionären sei. Meine Sorte kenne er: die Typen, die nur welke alte Blätter von Tellern mit dem guten alten Muster drauf äßen. Ich hätte in einem lebendigen Restaurant nichts verloren.
Beide zusammen schwärmen dann noch von ihren Zukunftsplänen: ein großes Salatbuffet, an dem sich jeder selbst zusammenstellen könne, wie er es gerne hätte. Dort werde es dann sogar Hamburger, Currywurst und Pommes geben!
Meine Frage an die Kellner:
Sagt mal, ihr guten, habt Ihr Euren ideologischen Wald inzwischen so dicht bepflanzt, dass Ihr nicht mehr merkt, vor welchen Baum Ihr gerade rennt?
Kurze Zeit später nähert sich ein Kellner, ohne neuen Teller, dafür mit Argumenten. Er stehe der Gemeinschaft der Restaurantbesucher „Wir sind Küche“ nahe und wolle einiges klarstellen. Der Salat sei absolut genießbar, problematisch hingegen sei mein Unmut.
Diese Raupen bestünden aus nichts anderem als Salatblättern. Sie entstammten dem gesunden Salatanbau. Sie seien viel lebendiger und beweglicher als üblicher Salat. Salat sei nicht einfach abzulehnen, nur weil die Blätter nicht dem konventionellen Salatbild entsprächen, an dem ich offensichtlich hinge.
Auch meine Schelte des Kochs sei unangemessen. Der Koch habe nachweislich bereits viele Salate auch ohne Raupen zubereitet – ein klares Indiz für die Genießbarkeit. Man müsse den Salat im Zusammenhang der ganzen Küche und all ihrer Ergebnisse sehen. Der Koch brauche die Raupen nicht – er könne mit und ohne zubereiten. Ich hingegen sei offensichtlich auf eine einzige Salatform versteift. Es sei typisch für Menschen meiner Geisteshaltung, sich mit Negativkritik an Einzelfälle zu klammern und außer Acht zu lassen, dass es darauf ankomme, in welchem Geist man koche.
Auch sei meine Aufregung nicht dazu angetan, das Thema nüchtern zu betrachten. Tatsache sei doch, dass die Raupen nichts anderes seien als ein notwendiges Zwischenstadium des Salatblatts auf seinem Weg zum Schmetterling. Man müsse aufpassen, dass die Salatentwicklung nicht aufgrund festgefahrener Bilder, wie ein Blatt auszusehen habe, zum Stillstand komme.
Ein Stammgast mischt sich ein, der mir klar macht, dass die Ablehnung der Köche typisch für die ganz reaktionären sei. Meine Sorte kenne er: die Typen, die nur welke alte Blätter von Tellern mit dem guten alten Muster drauf äßen. Ich hätte in einem lebendigen Restaurant nichts verloren.
Beide zusammen schwärmen dann noch von ihren Zukunftsplänen: ein großes Salatbuffet, an dem sich jeder selbst zusammenstellen könne, wie er es gerne hätte. Dort werde es dann sogar Hamburger, Currywurst und Pommes geben!
Meine Frage an die Kellner:
Sagt mal, ihr guten, habt Ihr Euren ideologischen Wald inzwischen so dicht bepflanzt, dass Ihr nicht mehr merkt, vor welchen Baum Ihr gerade rennt?
Freitag, Dezember 10, 2010
Pontifikalamt in Herzogenrath


Normalerweise sind Bilder von Pontifikalämtern in der Außerordentlichen Form ja sehr schnell im Netz. Liegt es daran, daß Martin Bürger seinen Blog geschlossen hat, daß es jetzt nicht so ist?
Es sind jedenfalls sicherlich hervorragende Aufnahmen gemacht worden … nur nicht von mir. Ich bin einfach nur zweimal aufgestanden, habe meine Kamera an eine Säule gelehnt und auf den Auslöser gedrückt.
Ein Bericht von der 13. Kölner Liturgischen Tagung in der letzten Woche steht jedenfalls noch aus …
Die Aufnahme entstand am letzten Samstag bei einer Votivmesse zum Unbefleckten Herzen Mariens in St. Gertrud, Herzogenrath. Zelebrant war der emeritierte Kölner Weihbischof Dr. KLaus Dick.
Dienstag, Dezember 07, 2010
Zur Kritik an Bischof Huonder
Ich bin per Mail gefragt worden, was ich als Teilnehmer von der Kritik der Katholischen Internationalen Presseagentur KIPA/APIC an der Teilnahme von Bischof Huonder aus Chur an der 13. Kölner Liturgischen Tagung in Herzogenrath halte. Die sogenannte Presseagentur hatte unter Berufung auf das vorgeblich »katholische« Portal »kreuz.net« unter anderem gewußt:
Zunächst einmal ist zu fragen, was denn so schlimm daran ist, wenn eine Tagung von konservativen Gruppen – die Berechtigung dieser Einordnung einmal vorausgesetzt –, die sich legitim und lehramtstreu innerhalb der Kirche befinden, ausgerichtet wird.
Daß die Tagung vom Aachener Bischof ignoriert wurde, wird niemanden wundern, der die Distanz des Aachener Bischofs gegenüber der Außerordentlichen Form des Römischen Ritus kennt. Das ist legitim. Ich erwarte hier zudem eine Entspannung und möchte auch selber gerne dazu beitragen.
Gleichzeitig ist auch mit Deutlichkeit anzumerken, daß es auf der Tagung nicht einmal ansatzweise Töne gab, die sich etwa gegen das Zweite Vatikanische Konzil gerichtet hätten. Diese Sorge wird ja immer wieder geäußert.
Daß die Tagung von den deutschen Bischöfen ignoriert wurde, ist eine Information, die so meines Erachtens nicht stimmt, zumal Weihbischof em. Dr. Klaus Dick aus Köln am Samstag mit einem Pontifikalamt die Tagung beschloß. An der Tagung haben unter anderem zwei amtierende Anglikanische Bischöfe teilgenommen, sowie der Evangelisch-Lutherische Landesbischof Manzke von Schaumburg-Lippe, die Professoren Robert Spaemann sowie der Freiburger Liturgiewissenschaftler Helmut Hoping, letztere immerhin sehr renommierte Redner.
Ich habe keinerlei Verständnis für die despektierliche und engherzige Weise, in der innerhalb der Kirche und bestimmten katholischen Medien mit Bischof Huonder umgegangen wird, zumal die Kirche von ihren Teilkirchen und nicht von ihren Nationalkirchen her bestimmt ist. Alle Bischöfe sind international unterwegs. Was so ungewöhnlich an der Teilnahme eines schweizerischen Bischofs an einer deutschen Tagung sein soll, muß mir jemand erst einmal rational erklären.
Unter anderem weilte er (Bischof Vitus Huonder) an der 13. Kölner Liturgischen Tagung, wie die "Schweizerische Kirchezeitung" berichtet. Mitorganisatoren sind bekannte konservative Gruppierungen wie "Una Voce" und "Generation Benedikt". Das erzkonservative katholische Internetportal kreuz.net berichtet über diesen Anlass unter dem Titel:" alte Messe: Schweizer Diözesanbischof hilft in Deutschland aus" - was von Huonders Kritikern so verstanden wird, dass kein deutscher Diözesanbischof zu einer Teilnahme bereit war.
Zunächst einmal ist zu fragen, was denn so schlimm daran ist, wenn eine Tagung von konservativen Gruppen – die Berechtigung dieser Einordnung einmal vorausgesetzt –, die sich legitim und lehramtstreu innerhalb der Kirche befinden, ausgerichtet wird.
Daß die Tagung vom Aachener Bischof ignoriert wurde, wird niemanden wundern, der die Distanz des Aachener Bischofs gegenüber der Außerordentlichen Form des Römischen Ritus kennt. Das ist legitim. Ich erwarte hier zudem eine Entspannung und möchte auch selber gerne dazu beitragen.
Gleichzeitig ist auch mit Deutlichkeit anzumerken, daß es auf der Tagung nicht einmal ansatzweise Töne gab, die sich etwa gegen das Zweite Vatikanische Konzil gerichtet hätten. Diese Sorge wird ja immer wieder geäußert.
Daß die Tagung von den deutschen Bischöfen ignoriert wurde, ist eine Information, die so meines Erachtens nicht stimmt, zumal Weihbischof em. Dr. Klaus Dick aus Köln am Samstag mit einem Pontifikalamt die Tagung beschloß. An der Tagung haben unter anderem zwei amtierende Anglikanische Bischöfe teilgenommen, sowie der Evangelisch-Lutherische Landesbischof Manzke von Schaumburg-Lippe, die Professoren Robert Spaemann sowie der Freiburger Liturgiewissenschaftler Helmut Hoping, letztere immerhin sehr renommierte Redner.
Ich habe keinerlei Verständnis für die despektierliche und engherzige Weise, in der innerhalb der Kirche und bestimmten katholischen Medien mit Bischof Huonder umgegangen wird, zumal die Kirche von ihren Teilkirchen und nicht von ihren Nationalkirchen her bestimmt ist. Alle Bischöfe sind international unterwegs. Was so ungewöhnlich an der Teilnahme eines schweizerischen Bischofs an einer deutschen Tagung sein soll, muß mir jemand erst einmal rational erklären.
Misericordias Domini
Der Spötter – und Karikaturisten sind Spötter – hat es gut. Er kann sich hinter dem Witz verstecken, erzielt Aufmerksamkeit, ohne sich persönlich zu offenbaren. Letztlich ist das aber nicht die Motivation für mich, ein Blog zu führen. Die große »Kleine Thérèse« begann ihre selbstbiographischen Schriften mit dem Vers »Die Erbarmungen meines Gottes will ich auf ewig besingen«, »Misericordias domini in æternum cantabo«.
Darum könnte es gehen. Die Extreme von Unpersönlichkeit auf der einen und privater Aufdringlichkeit auf der anderen Seite vermeidend davon zu berichten, daß Gott ein naher Gott, ein erbarmender Gott ist.
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