Montag, November 14, 2011

Schatz, ich habe Dir heute keine Blumen mitgebracht – so simpel sind die Dinge nicht.

[von Bastian Volkamer]

Mehrere Bistümer lehnen die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ ab und raten, nicht daran teilzunehmen. Die Gründe für diesen Rat offenbaren ein erschütterndes Ausmaß an Verkopftheit und Lieblosigkeit.
Tausenden Kindern wird jährlich mit dieser Aktion eine große Freude gemacht. Ohne dass von einer Alternative gesprochen wird, soll damit von katholischer Seite Schluss sein. Die Gründe sind prinzipieller Natur.

Da ist einmal die Islamfeindlichkeit des Sohnes von Billy Graham, anhand derer die ganze Aktion als fundamentalistisch dargestellt wird. Der Hinweis, dass es bei Evangelikalen zu kruden Aussagen kommt, mag stimmen, aber es dürfte den Evangelikalen kaum schwer fallen, auch in katholischen Kreisen derartiges zu finden. Darauf muss wohl kaum weiter eingegangen werden. Das Totschlagargument des Fundamentalismus ist hier ein gefährlicher Bumerang.
Anderen Religionen sei auf Augenhöhe zu begegnen. Das klingt vielversprechend aus einem Mund, der soeben die Aktionen einer anderen Denomination mit Standardargumenten nieder gemacht hat. Zudem ist die geforderte Begegnung mit dem Islam auf Augenhöhe zumindest in diesem Fall reines Blendwerk. Realistisch ist doch, dass die Alternativen hier lauten: Begegnung und keine Begegnung, Reden auf eine Weise, die sicher verbessert werden könnte, oder Schweigen auf Augenhöhe, das schon immer sehr produktiv war.

Auch praktisch sei die Sache wenig nutzbringend. Es reiche nicht, notleidenden Heranwachsenden ein Geschenk zu machen und davon auszugehen, damit sei ihnen geholfen. Die Logik ist zwingend. Es reicht nicht, also lassen wir’s. Wozu brauchst Du was zu essen? Morgen hast Du wieder Hunger. Freude willst Du? Nix da – Du wartest, bis es was Nachhaltiges gibt. Das ist nämlich die frohe Botschaft! Kapiert?

Man frage sich, ob ein Kind in Afrika oder Asien überhaupt etwas mit einem Teddybären anfangen könne. (Diese Frage lässt sich beantworten: ja, es kann. Ich war da und habe es gesehen. Allerdings hätte diese Antwort Recherche erfordert und nicht so intellektuell geklungen.) „Es geht um Produkte aus unserer Hemisphäre, dahinter steckt unser Verständnis des Spielens.“ Damit könnten anderen Kulturkreisen europäische Verhaltensmuster aufgezwungen werden. Noch einmal in normale Sprache übersetzt: Ein Teddybär für Afrika? Können die damit überhaupt spielen? Werden die durch den Spielzwang nicht verwestlicht? Das können wir nicht verantworten. Da ist es besser, die bekommen nichts. Nun ja.

Die Aktion helfe eher den Schenkenden als den Beschenkten. Hier wurde ein großes Geheimnis des Christentums entdeckt: Nächstenliebe erfreut den Liebenden selbst. Ein Thema, dass so abgedroschen ist, dass man es in keiner Weihnachtspredigt mehr hören mag. Interessanterweise scheint es aber in Teilen der Bistumsverwaltung noch nicht bekannt zu sein.
Mir ist klar, dass die Kritiker der Aktion ihren Kindern und Verwandten selbstverständlich nichts zu Weihnachten schenken, sondern sie mit Medikamenten und Bildung beglücken. Ebenso ist mir klar, dass diese Kinder und Verwandten gern auf die Freude verzichten, weil es so sinnvoller ist. Doch ist diese Einstellung z.B. meiner Familie noch viel fremder als unser Spielzeug irgendeinem anderen Kulturkreis. Ihr lieben Kritiker, habt Ihr Euch mal gefragt, wie kulturfremd Euer Anliegen ist? Und mit welcher Rücksichtslosigkeit Ihr Eure Ansichten verbreitet?

Die Broschüre über das Christentum wird abgelehnt, weil sie zu vereinfachend ist. Das mag sein. Ich würde sie auch nicht so schreiben. Aber sie ist da. Keine Freude, dass da jemand ist, der Christus bekannt machen will. Stattdessen Ablehnung, weil man es selber besser könnte. Könnte – nicht tut.

Das einzig erfreuliche an der Nachricht – die Stellungnahme der Organisatoren von „Weihnachten im Schuhkarton“ – „konnte die grundsätzlichen Bedenken nicht entkräften“. Nun, das war bei den genannten Argumenten auch nicht zu erwarten.

Die Zuständigen sind weise und haben gesprochen: Freude machen ist sinnlos. Selbst dabei Freude zu haben, ist abzulehnen. Unvollkommenes findet besser erst gar nicht statt. Schaut auf uns – wir können es besser und tun auch nichts. Hoch leben unser Intellekt und unsere Prinzipien. Ein paar tausend verpasste Gelegenheiten zur Freude fallen da nicht ins Gewicht.

Wenn noch jemand eine Antwort darauf sucht, warum die Evangelikalen so viel Zulauf haben und die Katholiken so wenig - hier ist sie.

Samstag, November 12, 2011

Denn sie wollen verköstigt sein

[von Sierra Victor]
Speiseplan für eine öffentliche Tagung zum Thema: "Theologie im deutschen Sprachraum - Quo vadis?"

Als Vorspeise:
  • Carpaccio vom Schein an einer leichten Selbstverwirklichungs-Sauce mit kleinen Stückchen von verbranntem Hirn.

Als Hauptgerichte:
  • Liturgisches Frikassee an gequirltem Mainstream mit hausgemachter Wahrheit.
  • WiSiKi-Eintopf mit armen Würstchen.
  • Langendörfer Klopse mit Beschwichtigungs-Sauce.
  • Aachener Allerlei mit weichgekochten Liturgie-Splittern.

Für Weltbild-Freunde:
  • Pasta al porno an Sauce-Esoterique und geschriebenem Käse.

Für den kleinen Hunger:
  • Eulenspiegelei auf Toast.
  • 2 Scheibchen geballte Medienkompetenz. Dazu reichen wir Saure Gurken aus der Presse.

Als Nachtisch:
  • Einheitsbrei mit Süßholz-Raspeln.
  • Mousse „Inghoff“ au chocolate.
Dazu kalter Kaffee.

Tischweine:
  • Wigratzbader Priesterrücken. Ein lang gelagerter dunkelroter Tropfen, edel, mit etwas staubigem, strengem Aroma. Nicht für jeden Geschmack.
  • Mannheimer Kreisstuhl. Ein leichter, süffiger eher farbloser Wein mit vollmundigem Aroma und etwas bitterem Nachgeschmack. Ein Wein für lockere Gespräche mit jedermann.
  • Schüllerer Zeitgeist. Ein wohlfeiler Wein, der leicht zu Kopfe steigt.
  • Schönborner Kardinal. Eine Nachlese, die geschmacklich zwischen dem Zeitgeist und dem Priesterrücken vermittelt.

Zur Entspannung gibt nach der Mahlzeit die Pfarrerinitiative ein kurzes Gastspiel.
Wir weisen darauf hin, dass das Abend-Mahl gemeinsam eingenommen wird, egal, was es gibt!

Donnerstag, November 10, 2011

Eine Idee zieht Kreise



Aufforderung zum rechts Überholen

Die Verweigerung der längst notwendigen Reform der Verkehrsregeln und die Untätigkeit des ADAC erlauben uns nicht nur, sondern zwingen uns, unserem selbst programmierten Navi zu folgen und in der Baustelle deutlich schneller zu werden.

Wir Fahrer wollen künftig Zeichen setzen:


WIR WERDEN in Zukunft an jedem Auto einen Aufkleber mit unseren Forderungen anbringen.
WIR WERDEN an gutwillige Passagiere unsere Fahrscheine ausgeben. Dies gilt auch für Passagiere, die mit einer anderen Linie woanders hin fahren und fallweise auch für Schwarzfahrer.
WIR WERDEN möglichst vermeiden, eine Strecke mehrmals täglich zu befahren, oder fremde Fahrer einzusetzen. Besser gut zu Fuß als zu viel gearbeitet.
WIR WERDEN künftig auch in stehenden Bussen Tickets ausgeben und dies als fahrerlose Fahrt ansehen und auch so nennen. So erfüllen wir die Transportpflicht in fahrerarmer Zeit.
WIR WERDEN auch das Lenkverbot für sportliche Radfahrer ohne Führerschein missachten. Es ist gerade bei viel Verkehr und Staugefahr wichtig, vorwärts zu kommen.
WIR WERDEN uns dafür einsetzen, dass trotz Personalmangels jede Linie einen eigenen Zugführer bekommt: hauptamtlich oder nebenamtlich. Das aber nicht durch Vereinfachung der Strecken, sondern durch ein neues Fahrerbild.
WIR WERDEN deshalb jede Gelegenheit nützen, öffentlich zu fordern, den Begriff des Fahrers auch auf Menschen auszudehnen, die keine Fahrer sind. Nur so bekommen wir unsere Personalnot in den Griff.

Im Übrigen sehen wir uns solidarisch mit jenen Kollegen, die wegen der Wahl eines anderen Berufes nicht mehr fahren, sowie mit allen, die noch fahren, obwohl sie zum Sitznachbarn und nicht nach vorne schauen. Sie verfolgen ihre Ziele, wie wir ja auch mit unserem Protest. Wir sehen in ihnen wie im Verkehrsminister und dem ADAC unsere Kollegen. Und Kolleginnen – sollte es unter Passagieren und Passagierinnen wohl heißen. Dafür wollen wir hupen, dafür drücken wir auf die Tube.
Diesel.

Mittwoch, November 09, 2011

Ein Offener Brief

[von Peter Esser]

Sehr geehrter Herr Pater Langendörfer,

wie Ihnen mittlerweile bekannt ist, werden auf der Homepage und im Webshop des von Ihnen durch Ihren Sitz im Aufsichtsrat mitverantworteten Weltbild-Verlags erotische, kirchenfeindliche und esoterische Literatur vertrieben.

Durch einige Klicks auf der Homepage landet man zum Beispiel in der Sparte »Psychologie«, danach im Unterpunkt »Psi-Phänomene« und kann dann folgendes von Ihnen (oder in Ihrer Mitverantwortung) beworbene Buch finden:



ALOHA
Gelebte Liebe und hawaiianische Huna-Philosophie


Die Wikipedia erläutert den Begriff »Huna«: »Huna ist eine esoterische Interpretation der alten schamanistisch geprägten Naturreligion Hawaiis mit psychologischen, religiösen und magischen Elementen. Huna hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte einen gewissen Kreis von Anhängern in vielen Ländern Europas sowie in Amerika erobert, da Überschneidungen mit Weltanschauungen aus Esoterik, New Age und Neoschamanismus vorhanden sind.«

So findet sich im – von »Weltbild« redaktionell eingepflegten Klappentext folgende Aussage:

»Wenn wir die Lebensenergie mit Freude teilen, kommen wir in Einklang mit der göttlichen Kraft, die »Mana« genannt wird. HUNA zeigt uns also auf einzigartige Weise, wie wir unser Potenzial entfalten und so alte Dinge in Liebe erlösen, Gesundheit, Glück, Wohlergehen und Erfolg erzeugen sowie die göttliche Harmonie in uns und damit in der Welt herstellen können.«

Quelle: http://www.weltbild.de/3/16543077-1/buch/aloha.html

Nun habe ich im Johannesevangelium gelernt, daß Jesus Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben sei. Ich kann daher nicht verstehen, wie die Kirche in Deutschland durch den Profit an esoterischer Literatur ihrem vom Herrn gegebenen Auftrag, Sauerteig zu sein, nachkommen will.

Ich bitte Sie höflich, das Angebot des Weltbild-Verlags nicht nur um pornographische, sondern auch um esoterische Literatur zu bereinigen. Da das Problem bereits seit Jahren bekannt ist, und die Bischofskonferenz bislang keine Anstalten unternommen hat, wirksame Schritte einzuleiten, erlaube ich mir, dieses Schreiben als »Offenen Brief« auf unserem Blog »Echo Romeo« zu veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen und der Zusicherung meines Gebets
Ihr Peter Esser

Sonntag, Oktober 30, 2011

Matthäus heute für mich

Von Bastian

Heute ist endlich Matthäus 23 wieder dran. Eine meiner Lieblings-Bibelstellen, weil sie die Kirche so wunderbar stärkt und entspannt.

„Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun…“

Es ist die Trennung von Amt und Person. Eine Trennung, die mir derzeit in einigem durchaus entgegen kommt, wie ich zugeben muss.

Die Autorität wird bestätigt: Tut, was sie sagen. Sie ist aber unabhängig von der Person: schau nicht auf das, was sie tun. Die Autorität, die von Gott kommt, hat auch dann Vollmacht, wenn die Amtsinhaber versagen. Sogar dann, wenn sie ausdrücklich in ihrer Amtsausübung versagen: die Ehrenplätze nehmen die Pharisäer gerade aufgrund ihrer Stellung ein.

So sagt mir Gott in seiner Schrift hier: „Vertraue ruhig dem Amt. Es hat meinen Segen. Nicht die Amtsinhaber sind der Garant dafür – ich bin es, denn ich bestätige die Vollmacht. Durch das Amt hindurch vertraust Du mir.“

Ich finde das sehr beruhigend: letztlich führt Gott seine Kirche selbst. Für die Priester und Bischöfe und alle Christen heute ist dieses Evangelium viel mehr, als die Schelte, die es irgendwo für jeden von uns darstellt. Es ist zugleich ein Freispruch für den, der wirklich Gott sucht: ich kann Gott letztlich nicht verhindern, denn er bestätigt das, was er ins Leben ruft, unabhängig von meinen Fehlern und Sünden. Die anderen sind aufgefordert, sich von mir nicht irre machen zu lassen. Gott sei Dank! Gerade weil Gott im Zweifelsfall sagt: „Stört Euch nicht am Bastian – der dreht gerade etwas ab!“, gerade deshalb kann ich ich sein, ohne Perfektionismus.

Doch ich bin zu mehr berufen, als nur dazu, letztlich nicht zu stören. Christus beklagt ausführlich, wie die Pharisäer mit ihrem Handeln im Widerspruch zur Botschaft Gottes stehen, und zeichnet so zugleich ein Bild, wie es richtig wäre: lebe das, was zu verkünden Du berufen bist, und spiegele so Gott wider.

So bleiben erst einmal drei Dinge für mich übrig: ich soll leben, was ich eigentlich glaube, der Autorität des Amtes gehorchen und mich ansonsten von anderen nicht kirre machen lassen. So bin ich in die Kirche hineingenommen, ohne dass ich mich von einigen Bischöfen verwirren lassen muss, die derzeit offenbar selbst verwirrt sind und ein eher abstruses Weltbild verbreiten.

Donnerstag, Oktober 27, 2011

Der Antwort zweiter Teil

Von Bastian frei nach dieser Quelle.

„Mein Sohn, ich wiederhole: das ist schlimm! Was Du mir da aus dem Internet erzählst, sind nach wie vor vielfache Verführung deiner Schutzbefohlenen zur Sünde, Abzocke mit Dingen, die ihr Geld nicht wert sind und Täuschung deiner Familie seit langer Zeit. Bedenke, Du verdienst Dein Geld mit Sünde! Möchtest Du nicht doch beichten?“

Nein, Pater, es ist nicht nötig, wie ich schon sagte. Mit dem harten Kerngeschäft, das hier in Frage steht, verdiene ich nur 0,017% meines Geldes. Das lasse ich verbreiten. Da kann mir keiner was. Außerdem überlege ich, ob ich nicht einfach all denen drohe, sie zu verhauen, die mir blöd kommen. Sie verstehen: wo kein Kläger, da kein Richter. Am wirklichen Dreck verdiene ich übrigens nur mittelbar. Das habe ich gut organisiert, da bleibe ich sauber. Wenn Ihnen das Freude macht, Pater, kann ich gerne ein paar der wirklichen Täter zu Ihnen schicken. Aber nur, wenn Sie mir versprechen, dass die hinterher noch Geld ranschaffen. Sie sehen, Pater: mit ein wenig Druck und ein paar relativierenden Zahlen wird in ein paar Tagen keiner mehr fragen. Und dann bin ich die Sorgen los. Es besteht wirklich kein Anlass, irgendeine Schuld zu bekennen!


Sonntag, Oktober 23, 2011

Es war ein Vergnügen!




Mir wurde die Ehre zuteil, einen der Großen seiner Zunft persönlich kennen zu lernen!
Bastian

Samstag, Oktober 22, 2011

Bücher, die jeder Katholik lesen sollte

Von Bastian Volkamer und Peter Esser.

Dies ist eine erste Liste von Büchern, die man im Regal haben sollte.

Wir finden, eine gut sortierte Bibliothek ist durch nichts zu ersetzen!


Zolli Baba und die 40 Memorandisten

Alois im Glück

Das tapfere Meisnerlein

Vom Menschenfischer und keiner Frau

Sündbad der Seelenfahrer

Das Wirtshaus im Beichtstuhl

Abendmahlstischlein deck dich

Die Margot auf der Erbse

Dr. No oder wie ich lernte, Drewermann zu lieben

The Küng and I (ein Trauerspiel in 3 Akten)

Geschichten aus Tausend und Einem Stuhlkreis


Und zu guter Letzt das Weltbild-Märchen:

Von einem, der sich auszog, uns das Fürchten zu lehren

Wo warst du, als der Papst kam?

Übrigens hat es in englisch- und französischsprachigen Blogs eine sehr viel intensivere Debatte über die Papstworte in Deutschland gegeben. In anderen Kulturkreisen wird der deutsche Papst offenbar besser verstanden als in seiner Heimat.

Ludwig Ring-Eifel im »European«


Von Peter Esser. Unser Blog ist sicher ein kleines Lichtlein am Bloggerhimmel, daher wird es nicht aufgefallen sein, daß die Kritik von Ludwig Ring-Eiffel, die mittlerweile ihre Runde durch die Blogoezese macht, auch auf »Echo Romeo« zutrifft. Es gibt keine Rezeption der Predigten und Ansprachen des Heiligen Vaters auf seiner Deutschlandreise. Zumindest was meine Person angeht, kann ich mich entschuldigen: Ich war unterwegs. Von Düsseldorf nach Berlin – zum Auftakt des Deutschlandbesuchs des Heiligen Vaters – und dann, während er Erfurt und das Eichsfeld besuchte, selber auf dem Weg durch Thüringen ins Allgäu, wo ein Familienbesuch anstand. In der Nacht auf Sonntag ging es wieder zurück, und auf der Strecke Ulm-Karlsruhe überholte ich die Reisebusse der Pilger auf dem Weg nach Freiburg. Pünktlich zur Messe in Freiburg saß ich dann vor dem Fernseher … zurück in Düsseldorf. Eine solche Tour de Force hinterläßt dann doch Spuren … und so war in der Zeit auch nicht viel von mir zu lesen und zu gucken.

Ich habe also den Besuch des Heiligen Vaters erlebt und nicht kommentiert. Insgesamt jedoch bemerke ich bei mir die Tendenz, eher Kritikwürdiges aufzugreifen und darüber (selten) zu schreiben und (oft) zu zeichnen. Die Frage, die Erich Kästner an sich selbst gerichtet hat »Wo bleibt das Positive, Herr Kästner?« gilt also auch für mich. Dennoch würde ich über das hingehaltene Stöcklein des »European« nicht springen und hektisch nachberichten und -kommentieren. Es berichtet sich eben leichter vor Ort, wenn man hinterher eine Spesenabrechnung einreichen kann.

Da ich jedoch davon ausgehe, daß die Worte des Heiligen Vaters nachhaltig sind, reicht es, in einem Monat (oder fünf oder zehn Jahren) mit der Hilfe seiner Ansprachen zu irgendeinem Punkt Stellung zu nehmen. Etwa so:

»Die neueste Aktion von Bundeskanzlerin Roth zeigt deutlich die Hellsichtigkeit, mit der der Heilige Vater (Gott möge ihm seine Gesundheit in seinem hohen Alter erhalten) vor zehn Jahren, bevor er beschloß, seine Sommerresidenz statt nach Castel Gandolfo nach Pentling zu verlegen …«


Gut, auch wenn sich diese Vision in ihren Schrecknissen und ihrer Freude nicht erfüllen sollte: Was uns Deutschen Papst Benedikt auf den Weg gegeben hat, ist nahrhafte Kost … und nicht etwa ein Schokoriegel, den man einwirft, um gleich zu fragen, was es denn noch zu essen gäbe. Schon jetzt wirf dasApostolische Schreiben »Porta Fidei« zur Ankündigung des Jahres des Glaubens ein noch anderes Licht auf den Besuch des Heiligen Vaters in seinem Vaterland, das ihn so wenig versteht.

Es gilt jedoch: Solange Pentling an der B16 liegt, ist noch Hoffnung.

P.S.: Peter Winnemöller hat um eine Zusammenstellung von Kommentaren aus der deutschsprachigen katholischen Bloggerwelt gebeten. Das Ergebnis ist hier zu lesen.

Freitag, Oktober 21, 2011

Die Antwort

[Von Sierra Victor = Bastian Volkamer]

„Mein Sohn, das ist schlimm! Was Du mir da aus dem Internet erzählst, sind vielfache Verführung deiner Schutzbefohlenen zur Sünde, Abzocke mit Dingen, die ihr Geld nicht wert sind und Täuschung deiner Familie seit langer Zeit. Das ist vor Gott nicht auf die leichte Schulter zu nehmen! Möchtest Du beichten?“

„Nein, Pater, das wird nicht nötig sein. Mein Hirn ist das wichtigste Organ von mir und steht deshalb in einer besonderen christlichen Verantwortung. Seine Aktionen erfahren eine ständige Prüfung hinsichtlich der Wertbindungen der kirchlichen Gebote. In diesem Sinn befasst sich das Gewissen auch regelmäßig mit den Möglichkeiten der elektronischen Kommunikationsmittel. Das Gewissen wurde angehalten, seiner Verantwortung in diesem Bereich konsequent zu entsprechen.

Das ist unser Vorbild. Noch Fragen, warum die Beichtstühle leer sind?

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BILD im Blutrausch

[von Echo Romeo]




Die BLÖD fällt heute mit ihrem Titelbild in die Logik der Rache zurück. Vor den Augen vorbeiziehender Schulkinder.

Der Stein

[Von Sierra Victor]

Der Weltbildverlag verkauft Erotik-Produkte. Dabei werden Begriffe wie „Untreue“ und „Sündig“ als Werbebotschaft eingesetzt. Der Verlag gehört großenteils katholischen Bistümern.

Welch eine Vorlage! Der Traum des katholischen Bloggers. Man kann aus dem Vollen schöpfen, muss gar auswählen, weil man die Möglichkeiten gar nicht alle verarbeiten kann. Was darf es sein?
Vielleicht ein Dank an die Bistümer dafür, dass sie angesichts der bald wegfallenden Kirchensteuer vorausschauend für ein solides zweites Standbein sorgen?
Vielleicht der Vorschlag, das Angebot auszuweiten? Bietet die Erotik doch Möglichkeit, viele leer stehenden kirchlichen Immobilien mit einer neuen, Freude bringenden Funktion zu nutzen.
Man könnte auch eine Umfrage nach weiteren Ideen für lukrative Einnahmequellen starten, um die Entweltlichung der Kirche finanziell etwas abzufedern. Da wären derzeit z.B. Spekulationen auf die Getreidepreise am Weltmarkt oder der Vertrieb von PID-Gerätschaften moralisch ebenbürtig.
Denkbar wäre die Hypothese, es handele sich um eine geistliche Aktion. Um den Bedarf am Bußsakrament zu steigern, verkauft man einfach Anleitungen zum Ehebruch.
Auch wäre sicher die Frage zu behandeln, wie es beim Thema Erotik in den Bistümern zu derartigen Verhärtungen kommen kann, dass jahrelang nichts passiert.

Doch all das Launige, dass in der ersten Empörung geboren wurde, bleibt mir letztlich im Hals stecken. Am Ende stehen zwei Fragen im Raum, auf die ich keine Antwort weiß.
Einmal: wie, liebe Bischöfe, soll ich Euch wieder vertrauen, wenn Ihr so klar zeigt, dass Euch die öffentliche Meinung wichtiger ist als der Inhalt? Denn wie anders ist es erklärbar, dass trotz jahrelanger Kenntnis der Misstände nichts geschah, jetzt aber plötzlich gehandelt werden soll, da die Sache einem größeren Kreis publik wird?
Und zum anderen: warum habe auch ich beim Weltbild-Verlag gekauft, obwohl ich zumindest von dessen Esoterik-Angeboten wusste?
Liebe Bischöfe, ich kann Euch zwar nicht verstehen, aber ich muss mich zu Euch gesellen. Der Stein, den ich im ersten Absatz geworfen habe, trifft mich selbst genauso.

Mein Fazit: ich bin sauer auf uns. Stinksauer!

Mittwoch, Oktober 19, 2011

Es ist noch kein Meister…

…vom Himmel gefallen! Wir können also davon ausgehen, dass es sich bei dieser Botschaft nicht um eine Offenbarung handelt, setzt eine solche doch himmlischen Ursprung voraus.
Von irgendetwas jedoch muss Bischof Meister gefallen sein, wie der Schwung zeigt, mit dem er seine Bauchlandung hinlegt. Sein Credo ist das des Muts. Den beweist er selbst in Form von erheblichem Mut zur Lücke – in theologischen Fragen wie auch im Verständnis für die Kirche, mit der Gemeinschaft zu suchen er vorgibt.
Und wir? Nun, nutzen wir eine solche Steilvorlage! Genießen wir dieses frei Haus gelieferte Argument! Was könnte besser zeigen, dass wir schon immer recht hatten im internen Kirchenkampf über die Form der Messe und des Kommunionempfangs, die Ökumene und überhaupt?
Danke, Bischof Meister! Danke für die Gelegenheit, auf dieses Niveau zu sinken!
[SV]

Freitag, Oktober 07, 2011

Nachdenklich...

[Sierra Victor]

Beim Veröffentlichen des letzten Beitrags (Mainzelmännchen) hatte ich ein zwiespältiges Gefühl.
Ich habe die Petition unterschrieben und so den Bischöfen meine Unterstützung und Solidarität bekundet. Jetzt gehe ich einen von ihnen an.
Ich kann das eigentlich nur tun, weil ich meine, dass in der Kirche derzeit ein Prozess der Neufindung in Gang ist, der sehr polarisiert erfolgt. So wie auch jeder Nichtwähler eine Wahl beeinflusst, ist an diesem Prozess jeder beteiligt, ob er will oder nicht. In dieser polarisierten Situation erscheint es mir daher angebracht, Position zu beziehen. Nicht, weil ich meine Position für die wahre halte, sondern weil auch meine Stimme im Chor gefragt ist. Meine Solidarität mit der Kirche ist dabei keine Solidarität mit allem, was derzeit im Chor gesungen wird.
Ich unterscheide zwischen dem Bischofsamt, an dem es nichts zu rütteln gibt, den Personen, die dieses Amt innehaben (und schon deshalb meine Solidarität brauchen, weil es ein äußerst schweres Amt ist) und den Aktionen, die von den Bischöfen in ihrem Amt gestartet werden. Meine Kritik gilt nur dem Letztgenannten: den Aktionen. Auch Kardinal Lehmann hat daher meine Hochachtung, meinen Respekt und meine Unterstützung.
Ich halte es jedoch für ein gefährliches Spiel, Mainstreamforderungen öffentlich aufzugreifen und ihre Verwirklichung in Aussicht zu stellen, wie es hier von Kardinal Lehmann geschieht. Nicht, weil ich etwas gegen den Mainstream hätte und es vorzöge, chronisch gegen den Strom zu schwimmen. Vielmehr deshalb, weil ich die Aufgabe der Kirche darin sehe, die Menschen zu Gott zu führen, und zwar jeden einzeln. Zu Gott kommt man nur einzeln. Das Arbeiten mit dem Mainstream geht jedoch am Einzelnen vorbei, die Öffentliche Meinung übergeht das Individuum. Wenn Diakoninnen und neue Wege bei der Geschiedenenpastoral das Anliegen eines Bischofs sind, ist die Mobilisierung von Massen kein geeigneter Weg, dorthin zu kommen. Es ist ein Ansatz, der den Blick in die falsche Richtung lenkt: als sei es der öffentlichen Druck und die Mehrheit, die eine kirchliche Entscheidung lenkt. Die einzige Frage jedoch, die in kirchlichen Entscheidungen wirklich zählt, ist die, ob etwas von Gott gewollt ist. In einem wirklichen Dialog muss man dem Gegenüber ehrlich sagen, wie es läuft, und nicht mit seinen Bedürfnissen und Wünschen spielen. Ich kritisiere diese Aktion Kardinal Lehmanns daher klar – aufgrund der in meinen Augen unangemessenen Vorgehensweise. Es erscheint mir wie der Versuch, den gegenwärtigen Prozess in der Kirche dadurch zu besänftigen, den Menschen Sand in die Augen zu streuen, die anderen Bischöfe dafür zu vereinnahmen und mögliche Enttäuschungen durch Rom in Kauf zu nehmen. Das Ziel mag richtig sein – die Mittel sind es nicht. Inhaltlich überlasse ich diese Entscheidung gelassen Rom. Gegen eine Entscheidung, die mich erstaunt, hätte ich nichts einzuwenden; schließlich ordne ich mich Rom unter und nicht Rom mir und meiner Meinung.
Es ist ein Spagat, den ich (und dabei bin ich nicht allein) zu leisten habe, ein Spagat zwischen Offenheit und Solidarität, zwischen gelassenem Schweigen und manchmal erschrockenem Aufschrei. Sollte ich dabei den falschen Ton getroffen haben, bitte ich hier die Kirche, den Kardinal und alle Leser um Entschuldigung. Es war in diesem Beitrag nicht meine Absicht, jemanden ernsthaft zu beleidigen, und so wird es auch in meinen weiteren Posts sein.

Donnerstag, Oktober 06, 2011

Die Vision



In schweren Zeiten wie diesen (Papstbesuch!) tut es gut, zu wissen, dass die Hirten bereits weiter denken. Nicht Stillstand ist gefragt, sondern Vorausschau, nicht Genügsamkeit, sondern Vision!
So meldet sich aus Mainz eine Stimme, die wahrhaft neues im Sinn hat.
Wir zeigen den Kreis der Vordenker, wie er dem Gründer vorschwebt, und werben um Unterstützung.


[Sierra Victor]

Dienstag, September 27, 2011

Die Werkstatt

[von Sierra Victor]

Mit der Rezeption des Konzils ist es wie mit einem Vater von 2 Söhnen, der sein Auto zur Inspektion brachte.

„Mein Sohn, was machst Du da?“
„Ich lasse das Öl ab.“
„Das sehe ich. Warum tust Du das? Der Wagen war doch eben erst in der Inspektion!“
„Eben! In der Werkstatt verstehen sie was von Autos. Und die haben das auch gemacht.“
„Aber das Öl ist neu und kann noch lange verwendet werden.“
„Das ist mag sein, Vater. Aber ich versuche, von der Werkstatt zu lernen. Dort war man aktiv, und jetzt geht es dem Auto wieder gut. Autopflege besteht nicht im Warten, sondern im Handeln – so viel habe ich begriffen. Wenn der Wagen in Schuss sein soll, muss daran gearbeitet werden.“
„Mein Sohn, der Wagen ist zum Fahren da, nicht zum Öltausch. Eine Inspektion ist nur nötig, wenn am Wagen etwas verschlissen ist. Und solange du daran herumschraubst, fährt er nicht.“
„Vater, das ist ein Vorurteil. Du hast es nie versucht, ohne Öl und ohne Kühlwasser zu fahren.“
„Natürlich nicht. Der Wagen braucht beides. Ohne geht er sehr schnell kaputt!“
„Vater, ich begreife dich nicht. Du hast selbst gesagt, der Wagen brauche Wartung. Du hast den Werkstattbesuch groß angekündigt und durchgezogen. Von Wartung und Pflege hast Du gesprochen, nicht von Öl und dergleichen. In der Werkstatt wurde festgestellt, dass ein Austausch dringend nötig ist. Ein Austausch. Vom Belassen im Motor danach war keine Rede!“
„Aber es ist doch klar, Sohn, dass man neues Öl einfüllt, um damit dann erst einmal eine Weile zu fahren. Das neue Öl ist gut! Es wurde sorgfältig ausgesucht und wird lange halten!“
„Vater, schau einmal. Die Wartung hat dem Wagen gut getan, und du willst plötzlich wieder damit aufhören.“
„Ja, Sohn, der Werkstattbesuch ist abgeschlossen, der Wagen ist in Ordnung. Fülle das Öl sofort wieder ein!“
„Nein, Vater, das werde ich nicht tun, weil ich den Wagen liebe. Ich werde weiter austauschen und dabei auch mal ein paar Sachen ausprobieren. Zum Beispiel ist das neue Öl viel heller als das alte. Ich habe entdeckt, dass unser Duschgel die gleiche Konsistenz hat und noch viel heller und klarer ist. Das wird dem Wagen gut tun! Du siehst, ich mache nur, was in der Werkstatt bereits angedacht wurde. Ich pflege den Wagen im Sinn der Werkstatt. Das solltest Du auch tun, wenn Du nicht bald einen Schrotthaufen haben willst!“
„Tu sofort das Öl wieder rein!“
„Nein! Du bist alt geworden und verstehst nichts von der Technik im Wagen. Du willst nur fahren und denkst, das geht ohne Wartung. In Wirklichkeit willst Du wie mein Bruder den Stillstand! Es wird Zeit, dass ich dich beerbe!“

--

„Geliebter Vater!“
„Ja, mein zweiter Sohn! Lange hast du nicht mit mir gesprochen, sondern nur auf mich geschimpft. Schön, dass du da bist! Was kann ich für dich tun?
„Vater, ich möchte auch wieder fahren dürfen!“
„Du weißt doch, warum ich es verbot. Du wolltest den Werkstattbesuch behindern.“
„Ja, ehrwürdiger Vater! Sieh doch nur, was mein Bruder jetzt macht!“
„Mein Sohn, du wolltest den Werkstattbesuch behindern, nicht den Blödsinn deines Bruders.“
„Oh mein Vater, die Werkstatt ist schuld! Hätte sie nicht am Wagen herumgeschraubt, wäre mein Bruder nie auf diese Gedanken gekommen. Die Werkstatt hat den Anfang gemacht. Ich bitte Dich, mache die Inspektion rückgängig. Nur so werden wir wieder vorwärts kommen. Ich war geistesgegenwärtig und habe das alte Öl aufgehoben. Lass es mich wieder einfüllen!“
„Nein, oh mein zweiter Sohn! Frisches Öl war nötig. Auch die Winterreifen mussten runter und in den Polstern fühlten sich viele nicht mehr wohl. Es war wirklich Zeit.“
„Oh großer Vater, sieh doch! Alles, was am Auto funktionierte, war alt. Alles, was mein Bruder jetzt verbockt, ist neu. Der Wagen fährt am besten, wenn er alt ist! Man darf nichts tauschen!“
„Mein Sohn, das siehst Du falsch. Gerade um mit dem alten Wagen zu fahren, muss ich ihn pflegen.“
„Aber doch nicht so! Er ist überhaupt nicht mehr schön. Alleine wie er jetzt innen riecht! Niemand wird mit ihm fahren wollen! Ich wünschte, wir hätten wieder die alten Poster und das alte Öl! Auch die Motorwäsche war falsch! Die Heizluft riecht jetzt ganz anders. Die Rollgeräusche der alten Reifen, das Quietschen der Ledersitze und das lustige Stottern der Scheibenwischer. All das haben wir doch so geliebt! Jetzt gibt es keine Schlieren mehr auf der Scheibe und jeder meint, er könnte selbst den Weg klar sehen! Manchmal – mich schaudert - sitzen sogar Leute ohne Führerschein auf dem Beifahrersitz! Der Fahrer ist überflüssig geworden!“
„Mein Sohn, pass auf. Ich habe die alten Polster abgestaubt und daraus Bezüge gemacht, die anstelle der neuen aufgezogen werden können, wenn es gewünscht ist. Sie sind wirklich noch gut in Schuss. Ich liebe sie auch. Wenn Du wieder fahren willst, darfst Du sie nehmen und wir suche zusammen eine schöne Fahreruniform für Dich. Wenn Du fährst, darfst Du natürlich entscheiden, wer auf den Beifahrersitz kommt. Aber das neue Öl bleibt drin, die Scheibe bleibt sauber und die Vorgaben der Werkstatt werden befolgt. Willst Du das versprechen?“ „Ich werde darüber nachdenken. Gib mir einige Monate Zeit.“

--

*Seufz*

Dienstag, September 20, 2011

Deutsche Journalisten warten auf den Papst.

Man kann es verpessern.


Eine Rücksprache mit Sierra Victor hat ergeben, daß sich die Aussage noch prägnanter in Worte fassen läßt.

Montag, September 19, 2011

Ganz ehrlich ...





… das hier wär plausibler. Aber Selbstverständlichkeiten über uninteressante Personen verkaufen sich nicht.

Was wirklich in der Zeitung steht.

Was ins Olympiastadion mitdarf ...

[Echo Romeo und Sierra Victor] Gut, wir fahren nach Berlin. Ein Blick auf die Hausordnung für die Messe mit dem Heiligen Vater zeigt: Die Regeln sind gegenüber dem Normalgebrauch des Stadions sogar verschärft worden.

Also, verboten sind Fahnen, sonstige Fanartikel, Naschwerk aller Arten, Getränke, Smartphones und Vuvuzelas. Bleibt nicht viel übrig, haben wir uns gedacht? Weit gefehlt.

Bei Elsässer Zwiebelkuchen und Federweißem (und einem improvisierten Haarschnitt, von dem möglicherweise noch in Berlin die Rede sein könnte), ist gestern Abend eine kleine Ideenskizze entstanden, wie man den Proklamationsnotstand im Stadion behelfsweise überbrücken kann.

Denn Kondome sind nicht verboten.

Mittwoch, August 31, 2011

Breaking News: Aachener Dom gibt letztes Geheimnis preis!

Aachen (Echo Romeo). Wie soeben bekannt wurde, hat der Aachener Dom sein letztes, großes Geheimnis preisgegeben: Die Herkunft des sagenumwobenen »Karlsthrones« dürfte nun als geklärt betrachtet werden. Wie jedes Kind weiß, ist dieses marmorne Sitzmöbel erst seit den Zeiten Ottos III bezeugt. Seit dem zwölften Jahrhundert wird der Thron nachweislich Karl dem Großen zugeschrieben. Man vermutet in ihm einen Krönungssitz, der im Anschluß an die zeremonielle Königskrönung der deutschen Cäsaren bestiegen wurde. Im 20. Jahrhundert wurde der karolingische Ursprung ernsthaft bestritten; seit neuestem jedoch werden Gründe angeführt, die doch auf die Erstbenutzung durch Karl den Großen hinzudeuten scheinen.

Alles Mumpitz, behaupten die Archäologen von »Echo Romeo«. Der sogenannte Karlsthron geht auf die sogenannte »Mannheimer Schule« zurück. Die hochrangigen Wissenschaftler führen aus, daß es sich in Wirklichkeit – dem Oktogon der Pfalzkapelle entsprechend – nicht um EINEN Thron, sondern um ACHT STÜHLE gehandelt habe, die einem karolingischen Reichsreformgremium über eine leere Mitte hinweg in der ersten Etage der Pfalzkapelle zu einem Dialog auf Augenhöhe verholfen haben sollen. Ein Stuhlkreis der ersten Stunde.



Der sogenannte Barbarossaleuchter kam erst Jahrhunderte später dankenswerter Weise als gestaltete Mitte hinzu, was seinen kunstgeschichtlichen Wert jedoch nur in geringem Umfang mindert. Beachten Sie dazu bitte auch die Rekonstruktionszeichnung unserer Experten. Die karolingischen Dialogstühle sind rot gekennzeichnet.

Bisher gelang es unseren Wissenschaftlern nicht, den Nachweis zu führen, daß im Frankenreich noch 38 weitere Pfalzkapellen geplant gewesen seien, die ein ausgefeiltes Netz des Dialogs über das Land gelegt hätten. Es wird aber vermutet.

»Das wäre eine Sensation«, sagen die Wissenschaftler, nicht ohne einzuschränken: »… pfalz das stimmt.«

Zur Mahnung und ohne weitere Worte

»Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für seine Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wulff kommen und verläßt die Schafe und flieht; und der Wulff erhascht und zerstreut die Schafe.«

(nach Johannes 10, 11-12)

Was gewisse Leute nicht verstehen: Es gibt eine Verwendung des Wortes »Barmherzigkeit«, für die hatte man früher den Begriff der »Affenliebe«.

Donnerstag, August 25, 2011

ZdK: Frauen bewegen Kirche

Unterstützt von diversen Bistumsportalen versucht das ZdK, uns schon einmal auf die dreißigste Wiederkehr des Jahrestags der Veröffentlichung des Wortes der deutschen Bischöfe »Zu Fragen der Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft« vorzubereiten. Zufällig ist das die exakte Zeitspanne zwischen Weltjugendtag in Madrid und Papstbesuch in Berlin.

In diesem Beitrag versucht sich ZdK-Mitglied Luisa Costa Hölzl am altkirchlichen Grundsatz: »My home is my church.« Vielleicht, bevor die Zeit über dieses Zeugnis hinweggeht, doch eine kleine Anmerkung. Ein christliches Zeugnis sollte normalerweise auch von Christus reden.

Hier ist nicht die Rede von Jesus Christus. Hier ist nur die Rede von der Mutter, die prälatengleich über ihrer Familie (ja, ich habe den Begriff »Hauskirche« wohl verstanden) wacht. Und wir wissen: Wer zur Leitung der Hauskirche befähigt ist, der schmeißt auch glatt mal so eine Kirchenprovinz, was rede ich, die ganze Weltkirche. Wer da meint, aus der Reihe tanzen zu müssen oder sein Schnitzel nicht aufißt, wird nicht mehr exkommuniziert, wie der olle Milingo, sondern erhält Stubenarrest, zumindest aber keinen Nachtisch.

Zu guter Letzt geht’s dem dreißigjährigen Kaplan ans Leder. Denn der hat dummerweise nicht die gleichen Kompetenzen. Der arme Kaplan ist nämlich nicht Mutter … und hoffentlich hat er sich auch irgendwann einmal selber dem fürsorgenden Zugriff seiner Hauskirche entwunden. Ein solcher Akt der Emanzipation kann schwer sein.

Warum eigentlich diese Gleichmacherei der Berufungen in der Kirche? Was ist dagegen einzuwenden, in der Kirche die Berufung zur Familie UND die zölibatäre Berufung zu fördern? Rainiero Cantalamessa hat in seinem Buch über die Jungfräulichkeit beschrieben, daß Ehelosigkeit keine Frage des größeren geistlichen Verdienstes ist. Ehelosigkeit, schreibt er, sei ein eschatologisches Zeichen. Da ich den Begriff »Eschatologie« beim ZDK nicht als bekannt voraussetze, umschreibe ich es mit der Rede »von den letzten Dingen«.

Der zölibatäre Bruder oder die zölibatäre Schwester legen Zeugnis dafür ab, daß Jesus Christus genügt, wenn alle menschliche Hilfe fehlt. Der zölibatäre Kaplan, wenn er es noch einige Jahre in der Schule seines Herrn aushält und wenn es ihn nicht entmutigt, von der ihm anvertrauten Pfarrangehörigen öffentlich brüskiert zu werden, wird auch Frau Hölzl aus seiner Beziehung zu Jesus Christus heraus gut raten können. Vielleicht wenn es einmal einsam um sie wird. (Und in der Zwischenzeit reicht er ihr den Leib des Herrn und spricht ihr in der Beichte die Vergebung ihrer Sünden zu.)

Ein herzliches »Vergelt’s Gott!« an alle, die das Charisma der Ehelosigkeit um des Himmelreichs willen nach der Weisung Christi mit Leben füllen. Und dann auch ein Dankeschön an alle, die sich in Beruf und Familie bewähren.

Donnerstag, August 11, 2011

Hand oder Mund?

In einem neuen Beitrag auf »direktzu« beantwortet Kardinal Meisner eine kurz und bündig gestellte Frage:

»Wann gehört die Handkommunion der Vergangenheit an?«


Nun ist die Frage nicht gerade offen gestellt. Sie erinnert mich an die Frage der Mutter »Wann wirst du aufhören, beim Essen mit dem Stuhl zu wackeln / in der Nase zu bohren?« und birgt eine ganze Zahl von unausgesprochenen, eigenen Botschaften. Zum Beispiel die Botschaft, daß das Stühlewackeln oder Nasebohren Tätigkeiten sind, die mit guten Tischsitten wenig zu tun haben.

Der hochwürdigste Herr Kardinal befindet sich also sogleich in der Pflicht, um der Einheit seines Bistums willen das Stühlewackeln (und so weiter) zu verteidigen. Das hätte der Fragesteller möglicherweise bedenken können.

Der Fragesteller erhält also (in meinem Vergleich) die Antwort, daß das Stuhlwackeln schon im Altertum zu den guten Sitten gehört habe. Und dem aufmerksamen Leser ist klar, daß sich der Kardinal mit dieser Ansicht ähnlich weit aus dem Fenster lehnt wie der frühchristliche Eutychus in der Apostelgeschichte. Denn in jener Frühzeit des Christentums konnte man nicht mit dem Stuhl wackeln, da man zu Tische lag.

Nun – ich erwarte auf der PR-Seite »Direktzu« keine fundierte Darlegung der Geschichte des Kommunionempfangs. Vermutlich stößt hier die Frage-und-Antwortform des »direktzu« an eine Grenze. Und auch wenn ich das Projekt weiterhin gut finde, denke ich, daß das eigentliche »direktzu« Kardinal Meisners eigentlich sein Presbyterium sein sollte.

Jedenfalls antwortet der Kardinal:

Gegen Ende des 4. Jahrhunderts hat der heilige Kirchenvater Cyrill von Jerusalem die Neugetauften aufgefordert, dass sie beide Hände ausstrecken und mit der linken Hand einen Thron für die rechte Hand bilden sollen, um den Leib des Herrn in der Hl. Kommunion würdig zu empfangen. Diese Praxis lehrt auch der heilige Kirchenvater Johannes Chrysostomus. Erst im 8./9. Jahrhundert wurde dann die Mundkommunion allgemein eingeführt.


Wer weiter fragt und sich die Realität des Kommunionempfangs anschaut, merkt ja sofort, daß wir bei aller Beschwörung des Textes von Cyrill von Jerusalem weit von dessen Realität entfernt sind. Die Schwierigkeit, die reale Gegenwart des Herrn unter den gewandelten Gestalten innerlich anzunehmen, kommt in der bürgerlichen Nachlässigkeit zum Ausdruck, in der die Kommunion empfangen wird. Auch da, wo geglaubt wird, drückt der Glaube sich nicht mehr adäquat aus.

Ich möchte mit meiner eigenen Meinung nicht hinterm Berg halten. Doch sie ist schlicht eine Meinung, und ich weiß, daß man darüber anders denken kann.

Für mich selber habe ich die jahrhundertelang selbstverständliche Form des Kommunionempfangs angenommen. Es fällt mir nicht immer sehr leicht, je nachdem, in welcher Gemeinde ich bin, dazu zu stehen. Oft drängt sich die Frage des »Wie« unangenehm vor die Begegnung mit dem Herrn. Ich habe mich langsam von der oftmals »Unordentlichen Form« meiner Jugendzeit wegbewegt zu der für mich revolutionären Form des auch äußerlich anbetenden Kommunionempfangs. Insgeheim hoffe ich, daß die Kirche die Weise der Kommunionspendung in den Mund des knienden Gläubigen als einzige Norm erkennt. Gerade wegen der Gefahr der Entwendung und des Partikelverlustes. (Die Liturgieinstruktion schreibt übrigens das Führen einer Patene bei den kommunizierenden Gläubigen vor.)

Ich möchte von Kardinal Meisner nicht erwarten, daß er sich eines Themas annimmt, das andere, Jüngere vielleicht, verfolgen müssen. Er betont die Wichtigkeit des andächtigen Empfangs. Besonders diejenigen, die durch die Schule der tridentinischen Liturgie gehen, wissen, wie sehr die Liturgie der Kirche eine Lehrmeisterin der Anbetung ist. Aber es gibt eben auch einen etwas unerleuchteten Eifer der Verfechter der »revolutionär-herkömmlichen« Form. Ich erinnere mich an eine Hochzeit im Kloster W., in dem ich Flugzettel, von unbekannter Hand eingelegt im Gotteslob fand, die mir weismachen wollten, daß die neue Form des Kommunionempfangs SÜNDE sei. Und ich hatte nie eine andere Form des Kommunizierens gelernt!

Anonyme Höllendrohungen und die Berufung auf zweifelhafte »Offenbarungen« haben mir jahrelang den Zugang zur knienden Kommunion verstellt. Die Empfehlung des Heiligen Vaters, Benedikt XVI und sein geduldiges Vorangehen mit gutem Beispiel haben mir hier fest verschlossen geglaubte Türen geöffnet.

Montag, August 08, 2011

Ein neues Tier im katholischen Zoo!


Nachdem sich der Jesuitenpater Klaus Mertes um die katholische Artenvielfalt (pöbelnde Dunkelkatholiken) verdient gemacht hat, legt nun auch Köln nach. In einem närrischen Vorgriff auf die fünfte Jahreszeit mutiert die Systematikerin (sic!) Saskia Wendel zur Pöbelnden Schunkelkatholikin. Neidlos rufen wir nach Köln: Alaaf!

(Und dann setzen wir uns in Tränen nieder. Und göbeln. Wir Dunkelkatholiken.)

Samstag, Juli 23, 2011

Kreisen im Stuhlkreis

Der Stuhlkreis. Das Reich der Kirchenträume.

Da ist ein intellektuell eher schlichter Bericht von einer Reise nach Mannheim, ein journalistischer Nachzügler, denn das Mannheimer Dialogwochenende liegt gut zwei Wochen zurück. Die Dame Margret P., die sich da auf den Weg zum Dialogisieren gemacht hat, erlebte gleichzeitig Weihnachten – nicht weil da Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott, als Sohn der Jungfrau Maria geboren wurde, sondern weil da »was unter dem Weihnachtsbaum liegt« – und Pfingsten – nicht weil jede Volksgruppe in Jerusalem die Worte der Apostel durch das Wirken des Heiligen Geistes in ihrer eigenen Sprache hörte, sondern wegen des großen Durcheinanders.

Ich denke daran, daß genau das passiert, wenn man Jesus Christus als Haupt der Kirche vergißt, und wenn die Antennen nicht mehr auf die Apostolizität der Kirche und den ihr innewohnenden Heilige Geist eingestellt sind. Und ich resigniere sanft – denn es ist nutzlos, gegen das sich ausbreitende, vage Reformpathos zu schreiben, das die Kirche letztlich in einen bürgerlichen Verein nach dem Maß einer alternden Gesellschaft zurückstutzen will. Die église bourgeoise als eine Art Fernsehsender mit Budgetproblemen, der sich noch mühevoll mit Wiederholungen zweitklassiger Comedyshows über das Geschäftsjahr rettet.

Man möchte diesen Funktionären – Pardon, diesen Funktionären und Funktionärinnen – zurufen: »Seht, das Ende ist nah! Schon ist die Axt an die Stuhlkreise gelegt.«

Doch mitten in der Stuhlkrise erblüht schon neues Leben. Deswegen möchte ich es so halten: Das Borkener Intelligenzblatt Borkener Intelligenzblatt sein lassen. Den Senioren ihren zweiten Dialogfrühling gönnen. Sollen sie doch Ergebniswände um Ergebniswände vollschreiben. Resolutionen und Denkschriften erlassen. Die Kirche hat den Kampf gegen die Löwen und Pfähle der Römischen Cæsaren geführt. Sie hat sich im Streit gegen die Versuchung der Macht erneuert. Sie hat Asketen, Liebende, Heilige, Märtyrer hervorgebracht. Die Kirche hat Millionen Menschen Jesus Christus gebracht und damit jeden einzelnen geborgen wie eine Mutter ein ertrinkendes Kind. Sie wird auch diesen Sturm beschriebenen Papiers, dieses Pseudopfingsten bestehen, das außerhalb deutscher Lande ohnehin kaum verständlich ist.

Von den Wegen Gottes mit uns soll in diesem Blog die Rede sein. Misericordias domini in æternum cantabo … und beginne am besten schon hier und heute damit.

Mittwoch, Juli 20, 2011

Cappacontent mit Bonus




Eigens für Elsa. Während wir unseren Heißhunger auf Blutwurst bekämpfen und dem Fortgang von Elsas Krimi nachfiebern, bringt Father Z. Cappa-Content.

Father Z. erwähnt zum Schluß den Bonus, der in Wirklichkeit DAS unschlagbare Argument FÜR die Cappa Magna ist:

The cappa has the bonus utility of really annoying liberals.

Earthalujah…



Reverend Billy und seine Earthalujah-»Kirche« waren mir bisher völlig unbekannt. Das kann auch getrost so bleiben. Hier exorzisieren sie gerade als spektakulärer Flashmob die Tate Gallery of International Modern Art von den bösen Mächten des BP-Konzerns.

Matthew Archbold vom Creative Minority Report schreibt dazu: »Some may say he's beclowning Christianity but in reality he's the logical end of nutty pagan environmentalists.«

Ich meine hingegen, das kommt von einer Überdosis Jeff-Poppins-Lektüre.

Dienstag, Juli 19, 2011

Aber, wo bleibt jetzt das Positive?





Wo bleibt das Positive? – so wurden wir oft gefragt. Was kann ich – so ganz für mich und angstfrei – in den Dialog einbringen, der unsere Kirche von den Grundfesten auf neu verschalt? Wie kann ich mich einbringen in den Dialogstau? Wieviele Worte sind nicht gesagt, obwohl sie hätten gesagt werden können! Welcher Vorschlag wurde noch nicht aus dem Abseits geholt?

Kurzum: Hier ist die Antwort. Jeff Poppins, Diplomjugendlicher und Reformfreak aus Korschenbroich, hat sein neuestes Buch herausgegeben, ein Vademecum, das sich nicht mehr in die Tube zurückdrücken läßt. Nach »Wie tickt Kirche?« und »Kirche einmal anders« hier nun sein dritter Band: »Kirche an-sprechend gestalten«!

Zum reformfreudigen Preis von nur noch € 39,90!!!

Ein Buch, ein Mann, ein Memorandum!

Freitag, Juli 15, 2011

Macht und Angst in der Kirche

Machterhalt oder Angst, so habe ich gehört, seien die Gründe dafür, daß die Katholische Kirche sich nicht, dem vernünftigen Beispiel der Evangelischen Kirche folgend, auf die »Priesterweihe der Frau« einlassen könne. Mal abgesehen davon, daß auch in der Evangelischen Kirche keine Frauen zu Priesterinnen geweiht werden, weil das Weihesakrament nicht existiert, habe ich versucht, eine Antwort zu finden:

Beide Erklärungsmöglichkeiten, Macht und Angst, haben die Eigenart, daß sie ihre Erklärung selber liefern und damit in sich plausibel klingen. Wenn Macht das Bestimmende im Handeln der Kirchenmänner ist, dann ist es folgerichtig, daß sie nicht teilen können. Wenn Angst bestimmt, dann kann es nur ein ängstliches Zurückhalten sein. Zumal wenn man für beide Motivationen selbstverständlich Beispiele bei den Kirchenfunktionären finden kann.

Beide Erklärungsmöglichkeiten erklären also nicht, sondern beschreiben einen Mechanismus, der aber, wie eben angedeutet, sein Ergebnis bereits voraussetzt.

Ich halte zwei Dinge für unabdingbar, wenn es um Zulassungsbedingungen zu Weiheamt, wie das heute so schön und mißverständlich heißt, geht:

Zum einen die Ehrfurcht vor der Berufung Christi und die Einsicht, daß er beruft, wen ER will.
Zum anderen die Rückgebundenheit auf Tradition und Praxis der Kirche.

Johannes Paul II hat mit der später »Theologie des Leibes« genannten Katechesereihe deutlich gemacht, daß sich im Zueinander der Geschlechter das Erlösungswerk Christi widerspiegelt. Das wiederum ist paulinisches Gedankengut. Die Hingabe Christi an seine Kirche wird in der Gabe, die der Priester selber an seine Gemeinde ist, repräsentiert. Im Handeln des Priesters bleibt Christus der Kirche gegenwärtig. Und daß Jesus Christus als ein Mann gelebt hat, ist keine Zufälligkeit der Geschichte.

Mich erstaunt nicht, daß diese Debatte in dem Moment überzuschwappen droht, in dem die Gewißheit der Geschlechteridentitäten in unserer Gesellschaft verloren zu gehen scheint. Und daß die Debatte gleichzeitig in die Spekulation um die Auflösbarkeit der Ehe zwischen Mann und Frau und die Interpretation von Homosexualität als einem eheähnlichen Band eingebettet ist, deutet für mich darauf hin, daß in der Frage nach sogenannten Weihebedingungen in Wirklichkeit eine gesellschaftliche Neurose gepflegt wird.

Dienstag, Juli 12, 2011

Osterhasen an Kirche



Bonn. Wie die Deutsche Bischofskonferenz heute mitteilte, wurde das Votum einer kirchlich entscheidenden Gruppe auf der Auftaktveranstaltung des Diabo… Dialogprozesses in Mannheim versehentlich nicht gehört, weil die Gruppe bei der Einladung schlicht überfahren wurde. Die Osterhasen-Konferenz (KO) entsandte auf kurzem Dienstbürzel daher ein Gruppenvotum, welches selbstverständlich in den weiteren Beratungen über den Weg von Kirche in Gegenwart und Zukunft berücksichtigt werden soll.

»Wie soll man sich Ostern ohne uns vorstellen«, fragte Dr. h.c. Cäsar unsere Reporterin. Und Recht hat er! »Ostern soll weiterhin das Fest des Hasen bleiben« wurde daraufhin auch ein namhafter kirchlicher Würdenträger zitiert. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung.

Montag, Juli 11, 2011

Paradox

Paradox ist, wenn jemand die Einheit der Christen durch einen Akt der Kirchenspaltung umsetzen will. Aus der Katholischen Kirche schert mit dieser Erklärung der PGR der Pfarrei St. Peter in Bruchsal aus. Daß diese Form der Einheit nur möglich ist, wenn man den Relativismus absolut setzt, scheint einem ansonsten doch schlauen Kopf wie Pfarrer Dr. Jörg Sieger zu entgehen.

Super, lieber PGR Bruchsal! SO entstehen Sekten. Hoffentlich macht sich jemand die Mühe, euch zu erklären, warum das jetzt oberpeinlich ist.

Freitag, Juli 08, 2011

Elsa und der Große Preis von Mannheim



Für mich das Zitat des Tages:

[(…) Im September wäre der Moment, ein großes Fest des Glaubens zu feiern in Deutschland - ein christlich- katholisches Septembermärchen sozusagen - und was geschieht? Man reitet unaufhörlich und obsessiv tote Dialog-Pferde im ausgesuchten Gremienzirkel, der sich für die "Basis" hält, und blockiert wo es geht das lebendige Quellwasser unseres Glaubens! Stupido!]



Gefunden bei Elsa.

Montag, Juli 04, 2011

Von Stühlen und ihren Kreisen (6)




Der Stuhlkreis-Flashmob, zu dem Herta und Willem in die Fußgängerzone eingeladen hatten, wurde nicht der ganz große Hingucker.

Sonntag, Juli 03, 2011

Das Sonntagsevangelium und der neue Erzbischof

Eigentlich dachte ich, dem Sonntag sei durch das Evangelium sein Thema zugegeben worden. In der Gemeinde, in der ich heute die Messe mitgefeiert habe, war das: »Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.«

Mit Blick auf das unwürdige Gezetere der MSM (Mainstream Media) zur Ernennung Weihbischof Woelkis auf den Bischofssitz in Berlin ist es wohl eher:

Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Sklave nicht über seinem Herrn.
Der Jünger muss sich damit begnügen, dass es ihm geht wie seinem Meister, und der Sklave, dass es ihm geht wie seinem Herrn. Wenn man schon den Herrn des Hauses Beelzebul nennt, dann erst recht seine Hausgenossen.
Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.

(Mt 10,24)

Samstag, Juli 02, 2011

Ihr Völker der Erde …




… lest diesen Blog! Auf den Link klicken. Elsa bearbeitet den Trist in der Gegenwart, bis nicht mehr viel von ihm übrigbleibt. Wir aber sagen: Recht so.

Mittwoch, Juni 29, 2011

Neu in der Blogoezese

»Da mihi animas catera tolle« (etwa »Gib mir Seelen, alles andere nimm«) – Unter diesem Leitwort des hl. Don Bosco tritt Orbilius mit seinem neuen Blog auf den Plan und schlägt erst mal recht zünftig drein. Das finde ich schon mal gut, und da ich ihn persönlich kenne, spreche ich eine herzliche Lese-Empfehlung aus. (Am Seitenlayout müssen wir noch etwas stricken…)

Bitte weiterempfehlen und in die Blogroll aufnehmen. Bei der Gelegenheit bitte ich die Leser, denen auffällt, daß ein Blogoezesaner noch nicht von mir verlinkt wurde, mir kurz Bescheid zu geben.

Mittwoch, Juni 22, 2011

Hochfest des Leibes und Blutes Christi



O Christ hie merk, den Glauben stärk
und schau dies Werk!
Das höchste Gut, Gott selbst hier ruht
mit Fleisch und Blut!
Ave Jesu, wahres Manhu, Christe Jesu!
Dich Jesum süß, ich herzlich grüß
o Jesu süß.

In der Monstranz ist Christus ganz,
kein Brotsubsubstanz:
vom Brot allein Gestalt und Schein
siehts Auge dein.
Ave Jesu, wahres Manhu, Christe Jesu!
Dich Jesum süß, ich herzlich grüß
o Jesu süß.

Kein Brot ist da, nicht bei noch nah
in Hostia;
das was da ist, Herr Jesus Christ,
du selber bist.
Ave Jesu, wahres Manhu, Christe Jesu!
Dich Jesum süß, ich herzlich grüß
o Jesu süß.

Nun beug die Knie, Gott selbst ist hie,
weißt du nicht, wie?
Dem Sinn entflieht, wie das geschieht,
der Glaub es sieht.
Ave Jesu, wahres Manhu, Christe Jesu!
Dich Jesum süß, ich herzlich grüß
o Jesu süß.

Mit Cherubim und Seraphim
erhebt die Stimm,
und preiset Gott, Gott Sabaoth,
für dieses Brot!
Ave Jesu, wahres Manhu, Christe Jesu!
Dich Jesum süß, ich herzlich grüß
o Jesu süß.

Vor meinem Tod, zur letzten Not,
mein Herr und Gott,
gib diese Speis, mir auf die Reis
zum Paradeis!
Ave Jesu, wahres Manhu, Christe Jesu!
Dich Jesum süß, ich herzlich grüß
o Jesu süß.

Dienstag, Juni 21, 2011

Nebenbei gekritzelt




Firmkatechet wird Opfer des Elefantengleichnisses. (Das Rechteck ist da einfach reingekritzelt und hat nichts weiter zu sagen.)

Angstfreie Superschurken

Ich hänge immer uns Magnus Striet nach … und Dialogo, dem diözesanen Superschurken im Universum von Schwester Robusta und ihrem Bischof.

Warum, frage ich mich, also … warum müssen die Diabolos, pardon, Dialogos dieser Welt ihre Wortspenden immer mit Aufrufen zu mehr Mut beenden. Als sei der Mut nicht gefragt, bevor man darangeht, derlei Pamphlete zu lesen.

Auch Magnus Striet beendet seinen interreligiösen Beitrag mit: »Mehr Mut also!« (Seufz.)

Die Sache ist natürlich einfach. Wer zu Mut aufruft, setzt beim anderen vermutlich Ängstlichkeit voraus. Und hat die gegnerische Position mit minimalem Aufwand diskreditiert. Das ganze läuft hervorragend, aber nur bis zur dritten Wiederholungsschleife, wie Dialogo, der diözesane Superschurke, vollkommen angst- und merkfrei dokumentiert.

Montag, Juni 20, 2011

Strieten wider den Heiligen Geist

Magnus Striet mal wieder. Der Freiburger Fundamentaltheologe baut seine ganze Argumentation um die Grundannahme herum: Gott handelt nicht. Jedenfalls handelt Striets Gott nicht so, daß ein Unterschied wahrnehmbar wäre, ob er nun existierte oder nicht.

»Viele Gläubige leben in zwei Welten. Sie setzen im Krankheitsfall auf eine Hochleistungsmedizin und sollen im nächsten Moment an einen Gott glauben, der auf die Fürsprache eines Verstorbenen hin eine Parkinsonpatientin, nachdem diese inständig darum flehte, von ihrem Leid geheilt hat. Es fällt mir sehr schwer zu glauben, dass ein solcher Glaube noch in die nächsten Generationen tradiert werden kann.«



Damit echot er nur dem alten Bultmann nach:

»Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben. Und wer meint, es für seine Person tun zu können, muß sich klar machen, daß er, wenn er das für die Haltung des christlichen Glaubens erklärt, damit die christliche Verkündigung in der Gegenwart unverständlich und unmöglich macht.«

– Rudolf Bultmann: Neues Testament und Mythologie, 1941, 18


Diese Haltung kann natürlich die Hoffnung auf Auferstehung nicht zulassen. Folgerichtig kann man damit auch nicht von Eucharistie reden. – Und damit erscheint es nur konsequent, den Zugang zum kollektiven Mahl nicht an Vorbedingungen zu knüpfen. Ich sehe nicht, wie man Striets Auffassungen auch nur entfernt als »christlich« bezeichnen könnte. Sein Dialogbeitrag ist sicher sehr lobenswert. Allerdings eher in der Kategorie des interreligiösen als des innerkirchlichen Dialogs.

»Das Besondere dieser Feier betrifft euch!«



Weihbischof em. Dr. Klaus Dick hat gestern in St. Dionysius in Düsseldorf-Volmerswerth zwölf Kindern und Jugendlichen das Sakrament der Firmung gespendet. In seiner Predigt stellte Weihbischof Dick fest, daß »das Besondere dieser Feier« nicht so sehr Form des Ritus sei, der in der Kirche in beiden Formen gefeiert werden könne, sondern eben die Einzigartigkeit und Unwiederholbarkeit dieses Sakraments, das nur einmal in einem Leben empfangen werden kann. Er stellte uns Jesus Christus als den Gesalbten, den Messias vor, der, wie es schon in den Psalmen heißt, »mit dem Öl der Freude gesalbt sei«.

Diese Freude, die ein Kennzeichen des von Gott erlösten Menschen ist, wünschte er Firmlingen und versammelter Gemeinde. (Und er strahlte sie auch selber während dieser Feier aus.)

Foto: © Hans Jakob Bürger

Freitag, Juni 17, 2011

Zur Geistlichen Unterscheidung

In der Bewertung geistlicher Bewegungen sollte man die Frage, ob sie Recht haben, in jedem Fall der Frage unterordnen, ob sie lustig sind.

Donnerstag, Juni 16, 2011

Ich glaub das nicht. Noch nicht.

Mir fällt es bis zum Schluß schwer zu glauben, daß die Verantwortlichen in unserer Kirche den Papstbesuch wirklich herunterspielen wollen. Ich glaub das auch bis zum Erweis des Gegenteils nicht wirklich. Aber wenn es so wäre … wenn es so wäre … dann wäre das eine Riesensauerei.

Gefunden bei Elsa.

UPDATE: Es ist mittlerweile auch mir deutlich geworden, daß die Verantwortlichen hier die Verantwortlichen der Stadt sind. (Siehe dazu auch die Kommentare unter diesem Post.)

Brecht aus euren Bahnen!

Das Neue Geistliche Lied lebt tief in der Volksseele, wie die Insassen einer Straßenbahn in Castrop-Rauxel freundlicherweise demonstrieren.




Wagt euch zu den Ufern, stellt euch gegen den Strom,
brecht aus euren Bahnen, vergebt ohne Zorn …

Mittwoch, Juni 15, 2011

Die Sache mit der Einheit …

[Echo Romeo] Pfingsten wurde zu Recht in vielen Festpredigten als Fest der Einheit der Kirche gepriesen. Die Lesung aus der Apostelgeschichte stellte uns das Bild der vielsprachigen Völker vor Augen, die die Botschaft von den Großtaten Gottes in ihrer eigenen Sprache hören und verstehen.

Ich habe ein wenig davon in den letzten Wochen gespürt, als wir uns in einem kleinen Team zur Vorbereitung eines Glaubenskurses im Düsseldorfer Maxhaus trafen. Die innere Einheit war da, und niemand mußte sich beim anderen fragend vergewissern: Glaubst du eigentlich auch das, was ich glaube?

Meine Überzeugung: Einheit, die der Heilige Geist schafft, ist mehr als eine rein menschliche Einheit. Diese ist im schlechtesten Fall Burgfrieden; im günstigsten Fall die Einigung auf einen gemeinsam zu vertretenden Nenner … und den Rest »muß jeder für sich selbst entscheiden«. Um die Einheit in der Kirche muß und darf gerungen werden, aber zuerst und vor allem ist sie eine Gabe des Heiligen Geistes. Sie ist nicht pragmatisch, sondern göttlich. Sie befriedet nicht, sondern bringt Frieden hervor.

Einheit ist wie die Begegnung mit dem auferstandenen Herrn am See von Tiberias. Der Blick der Jünger ist vom Selbst weggewandt, weg von den frustrierend leeren Netzen nach einer durchwachten Nacht. Einheit entsteht in der Begegnung mit dem auferstandenen Jesus, der das Kohlenfeuer vorbereitet hat und die Jünger erst einmal zu einem herzhaften galiläischen Frühstück einlädt.

Das Auferstehungsgeschenk der Einheit wird um Petrus herum gegeben. Es ist Petrus, der die dreifache Frage Jesu am Kohlenfeuer beantworten muß: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?« Wer sich zu Petrus hält, bricht nicht mit der Einheit.

Ich finde, es gibt zwei zeitgemäße Sünden gegen die Einheit. Die brutalste ist zu sagen: Du gehörst nicht dazu! Das ist die Anmaßung einer Schlüsselgewalt, die in der Kirche nur Petrus besitzt. Wir müssen die Vielheit der Meinungen in der Kirche aushalten: »Wurde denn Küng für euch gekreuzigt, oder seid ihr auf den Namen Tänzlers getauft?«

Die zweite Anmaßung ist, die Einheit auf technischem Wege, im Prozeß einer Konsensbildung zu erzielen. Das ist eine menschliche, aber in der Kirche zu billige Einheit, so sinnvoll sie im politischen Geschäft sein mag, wo es um Machbares, nicht aber um Wahrheiten geht. »Dialog« bedeutet hier, erst mal Positionen in den Ring zu werfen – damit sie auch da bleiben. Was einmal Gegenstand des Diskurses ist, kann andernorts kaum mehr als »sündhaft« bezeichnet werden und wird sich irgendwann auf dem Weg der Infiltration durchsetzen. Soweit die Strategie. Ich halte es für bezeichnend, daß Vertreter dieser zweiten Haltung in ihren führenden Proponenten Politiker und Gremienvorstände sind.

Wir werden die Einheit des Heiligen Geistes nur zu den Bedingungen des Heiligen Geistes erreichen: Und das bedeutet, in der Einheit mit Petrus um die Gabe des Geistes zu beten. Dialog hin, Verhandlung her: Ohne das geht’s nicht.

Alte Riten – Neu erklärt (5)



Prälat Markwart wußte, er würde die Alte Messe mit ihren Riten lieben lernen. (Schon wegen des Lateins.) Nur die Drehung um 180 Grad bescherte ihm noch Kopfschmerzen.

(Sierra Victor und ich haben wieder unsere fünf Minuten.)

Dienstag, Juni 14, 2011

CDLXXXIV

Nachtrag zum kleinen Cartoon »Tridentinischer Liedanzeiger«. Vielleicht kennen Sie diese kleinen Zufälligkeiten, die dem, der sie gerade erlebt, wie augenzwinkernde Hinweise des Heiligen Geistes erscheinen können: »Mein liebes Kind, ich sehe dich doch.«

MIr ist das gerade passiert, und das ist zumindest einen kleinen Blogeintrag wert. In der Abendmesse, mit dem Gotteslob in der Hand, dachte ich: Was für (oder ob sich wohl überhaupt) hinter der Gotteslob-Nummer 484 (CDLXXXIV) ein Lied verbirgt? Ich hätte nicht neugierig blättern müssen. Zum Kommuniondank verkündete der Pfarrer:

»Wir beten jetzt im Gotteslob unter der Nummer CDLXXXIV!«

Ich mag sie, diese kleinen »Augenzwinkern des Heiligen Geistes«. Allen Lesern noch frohe Pfingsttage.


Psalm XCVIII

Singt dem Herrn ein neues Lied; / denn er hat wunderbare Taten vollbracht.
Er hat mit seiner Rechten geholfen / und mit seinem heiligen Arm.

Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht / und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld / und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde / sahen das Heil unsres Gottes.

Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde,/ freut euch, jubelt und singt!
Spielt dem Herrn auf der Harfe, / auf der Harfe zu lautem Gesang!

Zum Schall der Trompeten und Hörner / jauchzt vor dem Herrn, dem König!
Es brause das Meer und alles, was es erfüllt, / der Erdkreis und seine Bewohner.

In die Hände klatschen sollen die Ströme, / die Berge sollen jubeln im Chor
vor dem Herrn, wenn er kommt, / um die Erde zu richten.

Er richtet den Erdkreis gerecht, / die Nationen so, wie es recht ist.


Nachsatz: Die Vorstellung, daß Gott in diesem Blog mitliest und möglicherweise Anspruch und Wirklichkeit des Echo Romeo miteinander vergleicht, läßt mich dann doch hoffen, daß ich eher nach Seiner Bermherzigkeit als nach Seiner Gerechtigkeit gerichtet werden möge.

Alte Riten – Neu erklärt (4)



Heute: Der stilvolle Liedanzeiger in der klassischen römischen Form. Erhältlich im gut sortierten Fachhandel.

(Idee: Sebastian »Sierra Victor«)

Samstag, Juni 11, 2011

Wir sind Himmel



Enthüllungen und kein Ende. Wie ich soeben erfahre, hat die allseits beliebte Massenkirchenfolkbewegung »Wir sind Kirche« jetzt eine Tochtergruppierung in der Ewigkeit gegründet.

(Idee von Sebastian (Sierra Victor), Photoshop Effects by Timon.)

Sonntag, Juni 05, 2011

Was soll man dazu sagen?

[Echo Romeo] Zur Zeit erweist es sich immer mehr als fatal, daß wir von der Petition »Pro Ecclesia« Herrn Erzbischof Zollitsch unsere Materialien und Unterschriften nicht persönlich in die Hand drücken konnten. Denn wäre dieses geschehen, hätte zumindest die Möglichkeit bestanden, daß der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz unsere Ausarbeitung auch liest. Das ist nun offensichtlich nicht geschehen, wie folgendes Zitat aus einem Domradio-Bericht über den Evangelischen Kirchentag in Dresden zeigt. Da heißt es:

Eine Einschätzung, die auch Zollitsch bestätigte: Er finde sich derzeit in der paradoxen Situation, dass er zwischen den verschiedenen Flügeln innerhalb der katholischen Kirche - etwa den Anhängern des reformorientierten Theologenmemorandums und der dagegen gerichteten „Petition Pro Ecclesia“ - vermitteln müsse, damit sie miteinander sprächen.


Es wundert mich, eine Petition an die Bischöfe, die selbstverständliche, bestehende Hirtenpflichten einfordert, gewissermaßen als Gegenthese zu den Forderungen des sogenannten Memorandums bezeichnet zu sehen. Als gäbe es hier auseinanderdriftende rechte und linke Flügel, die es zusammenzuhalten gelte. Außerdem vermisse ich, daß Erzbischof Zollitsch das, wofür er vor mutmaßlich mehrheitlich protestantischen Publikum Mitgefühl einfordert, selber in die Tat umsetzt. Wenn es tatsächlich so wäre, daß sich zwei Blöcke feindlich-schweigend gegenüberstünden, dann wollte ich tatsächlich einmal die Bemühungen auch wirklich sehen, derer sich Erzbischof Zollitsch hier rühmt, die Parteien an einen Tisch zu bringen.

Lieber Herr Erzbischof, falls sie es nicht bemerkt haben: Die Sorge um den Weg der Kirche in eine Beliebigkeit, die ihr Maß nicht mehr vom Wort Gottes nimmt, sondern vom gesellschaftlichen Ansehen, ist Ihnen nicht von einer kirchlichen Randgruppe vorgebracht worden. Die fünfzehntausend Unterzeichner und Unterzeichnerinnen sind die Stimme aus der Mitte der Kirche. Sie hätten wirklich die Petition in Empfang nehmen und lesen (!) sollen. Wenn schon nicht von uns, den Unterschriftensammlern, dann wenigstens aus den Händen des Sekretärs der Bischofskonferenz.

Froh bin ich, daß es uns jedenfalls gelungen ist, einen authentischen Kommentar zur Lage der Kirche im Dialogprozeß einzufangen:

Samstag, Mai 21, 2011

Das Eucharistische Wunder des Sozialismus

An einem lauen Sonnabend denkt man über mancherlei nach … so zum Beispiel über die Frage: Woher bekommt der BDKJ eigentlich sein Geld für die Heftzwecken und Klebestreifen.

Früher hätte ich gedacht: Klar! Gibt es nur eine Antwort drauf. Das ist der Russe. Der KGB unterstützt den BDKJ. Klingt so ähnlich … und die Rhetorik ist auch nicht viel anders.

Nun muß ich erfahren, daß die Sowjetunion nicht mehr existiert, der BDKJ aber interessanterweise doch noch. Ein Leben ganz ohne Geld- oder Nahrungszufuhr; das ist etwas, das ich nur aus Heiligenviten kenne. Und so wird der BDKJ zum großen Eucharistischen Wunder des Sozialismus!

Santo subito, kann ich da nur sagen. Und das Bekräftigungswunder hat sich auch schon ereignet: Durch einfaches Handaufheben wurde aus einem stattlichen Mann wieder ein agiler Jugendlicher! Lætificat iuventutem meam!

Irre!

Samstag, Mai 14, 2011

Sacerdos in æternum…



»Unser« Alipius, der geistige Vater der Schwester Robusta und Meisterblogger aus Rom und Klosterneuburg, wird heute zum Priester geweiht. Ich gehe jetzt auch noch irgendwo ein Kerzchen organisieren. Alipius, ich freue mich schon auf deine Heimatprimiz in Düsseldorf. Für dein nun beginnendes priesterliches Wirken wünsche ich dir von Herzen alle guten Gaben Gottes.

Danke auch an Thomas, der den Blog zum Tage organisierte.