Donnerstag, März 10, 2011
Wer Blog säht, wird Zeitung ernten.
Die Tagespost schrieb (hier):
Der Gastkommentar: Vorsicht Humor!: Im Rumpf des Schiffleins Kirche wird ein Leck entdeckt: Was tun?
Autor: Von Anonymus Iocus
Im Rumpf des Schiffleins Kirche wird ein Leck entdeckt: Was tun?
- Das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz verweist darauf, in etwa acht Jahren beginnen zu können, Richtlinien zum Umgang mit Lecks zu entwickeln.
- Der Verband der Deutschen Diözesen (VDD) wird aber bereits heute gebeten, die Mittel für ein entsprechendes Referat bereitzustellen.
- Frau Professorin Demel fordert unter Hinweis auf CIC, dass nun neben dem Leck ein weiteres Loch gebohrt werden müsse, damit das Wasser wieder abfließen kann.
- Die Piusbrüder gießen den Rumpf des Schiffes mit Stahlbeton aus und setzen sich im Beiboot ab.
- Erzbischof Zollitsch beginnt mit dem Leck einen Dialog über die Offenheit der Kirche. Im nächsten Jahr soll zu dem Thema ein Brief an alle Gemeinden geschrieben werden.
- „Wir sind Kirche“ nennt sich um in „Wir sind Leck“.
- Die Charismatiker versuchen, das Loch mit erhobenen Händen zuzuhalten.
- Die Evangelikalen sind überzeugt, Holz mit Lecks drin sei unbiblisch.
- Die EKD begrüßt die Annäherung. Am Grunde sei man gar nicht so weit auseinander.
- Auf der EKD-Homepage darf Uta Ranke-Heinemann den Papst anklagen, an dem Leck schuld zu sein, weil er künstliche Geburtenkontrolle verbiete. Sie fordert, das Leck mit Kondomen zu stopfen.
- Alois Glück macht im Namen des ZdK geltend, dass Katholiken gerne baden gehen. Deshalb sollte sich die Kirche endlich den Bedürfnissen ihrer Gläubigen öffnen und das Leck begrüßen.
- Hans Küng schreibt gleichzeitig in der NZZ, El Pais, Le Monde, der New York Times und der FAZ, die Kirche lehne das Wasser noch immer ab und grenze es aus.
- Peter Wensierski fragt auf Spiegel online: Welche Rolle spielt der Zölibat bei dem Leck?
- Angela Merkel fordert eine deutlichere Distanzierung des Schiffleins vom Wasser.
- Schmidt-Salomon fordert Frau Merkel auf, als Kanzlerin aller Deutschen das Leck als Privatsache der Kirche zu behandeln.
- Das Bistum Aachen regt an, Lecks von Laien verwalten zu lassen. Geplant ist, mehrere Lecks miteinander zu verbinden.
- Weihbischof Jaschke fordert weibliche Lecks.
- Rom ist sich des Lecks voll bewusst und richtet eine Kommission ein. Bis über das Leck entschieden ist, soll das eindringende Wasser nicht getrunken werden.
- kreuz.net betrachtet das Loch als verdiente Strafe für den laxen Umgang mit Homosexuellen.
- Gotthold Hasenhüttl verteilt Clownnasen und rät zur Vorsicht gegenüber autoritären und rückwärtsgerichteten Kräften, die das Loch stopfen wollen, ohne dass vorher im Bongokreis bei Sternfrucht-Gurken-Bionade darüber diskutiert wurde.
- Eugen Drewermann füllt das Schiff mit Tränen, um für Gegendruck zu sorgen.
- Margot Käßmann ruft bei EKD-Chef Nikolaus Schneider an, woraufhin der das Loch zum Geschenk Gottes erklärt. Käßmann selbst kündigt eine bundesweite Vortragstourne an. Thema: „Mitte im Leck“.
- Die Petrusbruderschaft diskutiert über den Zusammenhang von Handkommunion und löchrigen Schiffswänden.
- Eine rasch eingerichtete Facebook-Gruppe hauptamtlicher BDKJ-Funktionäre bestreitet, dass es sich um ein Leck handelt.
- Die Präseuse der EKD, Katrin Göring Eckardt, ruft zu gewaltfreien Demonstrationen gegen den Versuch auf, das Leck zu stopfen. Mittlerweile habe sich eine Kolonie schwimmfähiger Juchtenkäfer im Schiffsrumpf angesiedelt, die dringend auf permanenten Wasserzufluss angewiesen sei.
- Die Europäische Kommission verabschiedet eine Richtlinie, die die Schließung des Lecks von einer vorherigen Umweltverträglichkeitsprüfung abhängig macht.
- Matthias Dobrinski schreibt in der „Süddeutschen Zeitung“, dass das Leck entstand, weil Bischof em. Mixa im Rumpf des Schiffes Wein gelagert haben soll. Das hätten neun Unbekannte eidesstattlich der SZ anvertraut. Die SZ bringt das auf der Titelseite und macht eine große Seite-3-Geschichte daraus.
- Mehr als 200 Theologen unterschreiben ein Protest-Memorandum und fordern ein grundlegendes Umdenken. Nicht das Leck sei das Problem, sondern das Schiff. Erst wenn das Schiff ganz leck sei, komme Bewegung in die Kirche.
- Im Umfeld von Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg taucht die Frage auf, ob promovierten Loch-Bohrern der theologische Doktortitel aberkannt werden sollte.
- Der Herderverlag kündigt eine Anthologie zum Thema an. Der Arbeitstitel „Leck mich“ wird als zu missverständlich verworfen. Die Sammlung erscheint schließlich unter dem Titel „Besser jeck sein, als leck sein“.
Der Autor hat offensichtlich Humor und hofft selbiges auch von seinen Lesern.
Freitag, März 04, 2011
Unsere liebe Frau vom Carneval

Der Salon der kleinen, »unberatenen« Rosabella Loredan …

… Papst Pius V., nach dem Gemälde von Tizian, gönnt sich einen sündhaft teuren Espresso auf der Piazza San Marco … (Kommt nicht in der Novelle vor, erschien mir aber reizvoll) …

Und die Renaissancekirche Santa Maria dei Miracoli, die allein schon einen Venedigbesuch lohnt … In Gertrud von le Forts Novelle hat das dortige Gnadenbild einen gehörigen Anteil am glücklichen Ausgang der Geschichte.
Sonntag, Februar 27, 2011
Die Mitte bleibt leer

(Hommage à Loriot)
((Anschauen des ZdK-Imagefilms auf eigene Gefahr.))
(((Akten. Akten. Akten. Actus tragicus.)))
((((Mit Dank an Elsa.))))
Samstag, Februar 26, 2011
Das (…) macht uns (…) sehr betroffen.
»Die Mahnung zu Respekt vor der Freiheit des Gewissens wird in einem eigenen Punkt der sechs Forderungen konkret ausgefaltet. Die Absicht der Forderungen entspringt sicher der Wahrnehmung konkreter Leidsituationen von Menschen innerhalb der Kirche. Wird aber deren Durst nach der heilenden Liebe Gottes gestillt durch Anpassungen dieser Art? Es gilt immer, Menschen als von Gott geliebte Personen zu respektieren, sie anzunehmen und ihnen mit Liebe zu begegnen. Nach GS 16 ist sogar einem irrenden Gewissen zu folgen, das seine volle Würde behält. Das heißt aber nicht, dass das daraus entspringende Handeln richtig, befreiend und heilvoll für den Menschen selbst und seine Mitmenschen ist. Gewissen ist nicht das gleiche wie eine momentane subjektive Überzeugung. Daher ist es Aufgabe der Kirche und besonders der Theologie, Maßstäbe und Orientierungen herauszustellen, an denen das Gewissen sich so bilden kann, dass es den Menschen wirklich frei macht. Freiheit in diesem Sinne ist also nicht Willkür, sondern sie wächst durch die Bindung an Christus.«
Auch wenn es den Professoren vermutlich ihren Zweiten Fühling verhagelt – ich finde das Schreiben mutig und hervorragend. Man hört schon das Holz klappern, wenn die Alt-Memorandler verzweifelt nach Schubladen suchen, in die sie die Studierenden stecken können.
Freitag, Februar 25, 2011
Macht Rom uns den Dialog vor?
Wie soll man sich mit jemandem unterhalten, der einerseits die Autorität der Kirche einfordert, aber andererseits jede Aktion dieser Autorität missbilligt?
Ständig fordert die Bruderschaft, die Kirche müsse gegen diejenigen vorgehen, die meinen, dem Papst nicht gehorchen zu müssen, wenn da angeblich ihr Gewissen nicht mitspielt. Sie selbst tut genau das: erst gehorchen, wenn der Papst ihren eigenen Vorstellungen entspricht.
Klar sind das nicht ihre eigenen Vorstellungen, sondern nur die Wahrheit, die sich ergibt, wenn man nur wirklich treu zur Kirche stehe. Allerdings ist das nur auf den ersten Blick ein Unterschied: indem sie nämlich erklären, die von Ihnen erkannte Wahrheit sei der Rahmen, in dem sich die Autorität der Kirche abspiele, sind sie wieder am Ausgangspunkt. Wieder sind sie es, die dem Papst die Autorität verleihen. Wieder leben sie nicht die Unterordnung, die sie fordern.
Ein logisches Dilemma.
Wie kommen sie da heraus?
Es gibt Möglichkeiten, diesen Zirkelschluss aufzubrechen.
Die eine ist: der Papst hat derzeit gar keine Autorität - er muss sie erst durch entsprechende Umkehr wiedergewinnen. Das ist dann faktisch Sedisvakantismus, denn gerade nach der Definition der Piusbrüder gibt es einen Papst ohne Autorität überhaupt nicht. Dann wären auch alle Gespräche überflüssig, vielmehr müsste man die Amtsanmaßung Joseph Ratzingers anklagen. Das wäre das Ende des Dialogs.
Die andere Möglichkeit: Die Piusbrüder erklären, dass sie das Wesen der Kirche bis ins letzte voll verstanden haben und im Vollbesitz des Heiligen Geistes sind. Dass sie also nur Gott verkörpern, der Seine unvollkommene Kirche durch sie leiten will. Das aber würde nicht zur Demut passen, die sie berechtigterweise einfordern. Auch das Kirchenbild, das sie vertreten, wäre im selben Moment obsolet. (Dass diese Variante meiner Meinung nach definitiv auch nicht zu Gott passen würde, ist ein anderes Thema.) Auch das wäre das Ende des Dialogs.
Es gäbe eine dritte Möglichkeit: sich hinsetzen, gemeinsam beten und einmal klar und ehrlich nachdenken. Ich vermute, die Leute in Rom streben diesen Weg an. Sie tun dies ohne Beschwerden, ohne anzuprangern und in aller Diskretion, selbst wenn sie dafür angegangen werden.
Ich kann nur wiederholen: sie imponieren mir!
Was das Tagesevangelium verschweigt.

[ER]Ein mir namentlich bekannter Autor hat den Sitz im Leben des heutigen Evangeliums herausgefunden. Und ich freue mich sehr, das geneigte Publikum an den Früchten der mühseligen Rekonstruktionsarbeit theylhaben zu lassen. Herzlichen Dank an Anonymus!
"Von dort brach Jesus auf und kam nach Judäa und in das Gebiet jenseits des Jordan. Wieder versammelten sich viele Leute bei ihm, und er lehrte sie, wie er es gewohnt war. Da sagten seine Jünger: „Jesus, lass uns doch mal einen Dialog führen. Die Menschen möchten das. Von allen Seiten bedrängen sie uns. Dialog, Dialog – das ist es was sie wollen. Nicht immer nur zuhören.“ Und sogleich erhoben sich einige Theologen, nickten beifällig und eröffneten den Diskurs: „Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen?“ Jesus antwortete ihnen mit einer Gegenfrage: „Was hat euch Mose vorgeschrieben?“ Die Theologen sahen sich an, lächelten fein und sprachen: „Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und (die Frau) aus der Ehe zu entlassen.“ Jesus entgegnete ihnen: „Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“ Da wurden die Theologen zornig und verfassten an Ort und Stelle ein Memorandum: „Die Kirche ist kein Selbstzweck. Sie hat den Auftrag, den befreienden und liebenden Gott Jesu Christi allen Menschen zu verkünden. Das kann sie nur, wenn sie selbst ein Ort und eine glaubwürdige Zeugin der Freiheitsbotschaft des Evangeliums ist.“ Da trat ein kleines Grüpplein hervor, schwenkte eine Petition in Richtung der Jünger und entgegneten den Professoren: „Aber die Freiheitsbotschaft des Evangeliums ist doch das, was Jesus gerade gesagt hat, oder?“ Die Professoren schmunzelten über diesen kindischen Einwurf, warfen sich beredte Blicke zu und antworteten wie aus einem Munde: „Der Respekt vor dem individuellen Gewissen bedeutet, Vertrauen in die Entscheidungs- und Verantwortungsfähigkeit der Menschen zu setzen. Diese Fähigkeit zu unterstützen, ist auch Aufgabe der Kirche; sie darf aber nicht in Bevormundung umschlagen. Damit ernst zu machen, betrifft besonders den Bereich persönlicher Lebensentscheidungen und individueller Lebensformen. Die kirchliche Hochschätzung der Ehe und der ehelosen Lebensform steht außer Frage. Aber sie gebietet nicht, Menschen auszuschließen, die Liebe, Treue und gegenseitige Sorge in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder als wiederverheiratete Geschiedene verantwortlich leben.“ Auch die Jünger Jesu waren nun sehr verunsichert. Wer hatte nun recht? Deshalb befragten die Jünger Jesus noch einmal darüber: „Also was sollen wir den Leuten denn jetzt sagen? Was ist denn jetzt deine Freiheitsbotschaft in dieser Frage? Nur damit wir es den Leuten nicht falsch erklären?“ Jesus sagte: „Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.“ Und er stand auf und ging. Die Theologen aber riefen ihm nach: „Selbstgerechter moralischer Rigorismus steht der Kirche nicht gut an! Die Kirche kann nicht Versöhnung mit Gott predigen, ohne selbst in ihrem eigenen Handeln die Voraussetzung zur Versöhnung mit denen zu schaffen, an denen sie schuldig geworden ist!“ Jesus aber war schon auf dem Weg nach Jerusalem."
Bekennerschreiben bei Sende-Zeit
Einige Zeit nach dem Schreiben muss ich sagen, dass meine Aussage, ich lebe katholisch, recht anmaßend ist. Sagen wir: ich versuche es bisweilen. Die beschriebene Motivation ist authentisch.
Warum ich katholisch bin?
Meine spontane Antwort auf die Frage: Sie ist nicht richtig gestellt. Wenn es darum geht, warum ich katholisch BIN, ist die Antwort: weil ich katholisch getauft wurde. Das wird hier nicht gemeint sein. Ich denke, es geht um die Frage: Warum LEBE ich bewusst katholisch und schreibe inzwischen sogar in einem katholischen Blog mit? Die Antwort ist länger.
Als erstes fallen mir dazu Gründe ein, warum ich eigentlich ungern in der katholischen Kirche bin. Ich fand nach vielen Jahren ohne jede christliche Gemeinschaft zur Charismatischen Erneuerung, vor allem in den Freikirchen. Dort bekam ich das, was mir immer gefehlt hatte: ein persönliches Verhältnis zu Jesus Christus, zu Gott dem Vater und zum Heiligen Geist. Gott begegnete mir persönlich in Personen. Sie rückten plötzlich von ihrem Plateau der Unnahbarkeit mitten in mein persönliches Leben. So sehr mitten hinein, dass es nichts mehr gab, was ohne sie stattgefunden hätte. Mir wurde klar, dass alle Werte, Regeln und Lebensziele sekundär sind, weil sie nicht der Glaube selbst sind, sondern Früchte meines Verhältnisses zu Gott. Ich liebte (und liebe!) die freien Gebete, in denen mit Jesus als Anwesendem gesprochen wird, die einfach, herzlich und ehrlich sind.
Das vermisse ich in den katholischen Gemeinden, die ich kenne, sehr. Dort fand ich den Glauben begraben unter Formen, die man ohne Anteilnahme vollziehen konnte, und das war’s. Gespräche über die Bibel, über Jesus? Fehlanzeige. Gemeinsames Suchen nach Gottes Nähe? Kaum. Gemeinsames Suchen nach Gottes Weg für uns? Gefährlich! Das waren angeblich alles Vorschriften, die einengen und für den Einzelnen nicht zählen. Fundamentalistisch, wer bereit war, darin Gottes Willen zu erkennen oder auch nur zu erahnen. So fühlte (und fühle) ich mich in unserer Kirche oft sehr alleine.
Den Umschwung brachte eine katholische Gemeinschaft, in der es beides gab: persönliche Freundschaft mit Gott und die Sakramente. Dort erfuhr ich, dass ich Gott immer noch auf einem Plateau hatte: dem der Unberührbarkeit. Ich erfuhr, dass ich auf dem richtigen Weg war, aber dass der noch viel weiter geht: Gott ist nicht nur anwesend – er lässt sich konkret anfassen. Er hat Bereiche geschaffen, in denen er handelt, hier, jetzt, in dieser Welt: die Sakramente. Seine Sehnsucht nach Nähe zu mir übersteigt jede mögliche Sehnsucht von mir nach ihm. Er schafft eine Nähe, die so intensiv ist, dass sie eigentlich unbegreiflich ist: er lässt sich essen. Von mir. Er will nicht dicht neben mir sein, sondern in mir. Er will nicht mein Freund sein, sondern in mir aufgehen. Er schenkt mir Nähe, die es so nur in der Eucharistie gibt. Und die Eucharistie gibt es in der katholischen Kirche.
Weil ich begonnen habe, all das zu ahnen, lebe ich katholisch.
Dienstag, Februar 22, 2011
Bekennerschreiben bei Sende-Zeit
[ER] Der Blog der Medienpastoral im Erzbistum Freiburg »Sende-Zeit«, hat katholische Blogger und Bloggerinnen gebeten, einen Text zum Thema »„Warum ich katholisch bin« zu schreiben. Am 7. Februar erschien mein kurzer Aufsatz. Ich veröffentliche ihn an dieser Stelle, damit die Leser meines Blog sich ein etwas genaueres Bild davon machen können, wer hier schreibt und zeichnet. Ich hoffe, daß sich demnächst auch Co-Autor Sebastian (Sierra Victor) äußert …Im Juli 1962, eine Woche nach meiner Geburt, wurde ich in der Krankenhauskapelle “Zum Guten Hirten” getauft. Darum bin ich katholisch. Es steht zu befürchten, dass diese Erklärung heute nicht mehr ausreicht, um eine Glaubensentscheidung zu begründen dennoch ist für mich die Erfahrung wichtig, dass es zuerst Gottes Entscheidung für mich ist, die die Bedingungen für mein Ja zu Ihm schafft.
Meine Kindheit und Jugend war durch das hektische Auf und Ab eines Familienbetriebs geprägt. Metzgereien sind kalte und hektische Betriebe; da stehen Kinder meist im Weg herum. Ich musste mir meine eigenen Orte suchen, die nüchterne Umgebung trieb mich, in meiner Phantasie andere Orte aufzusuchen Schlösser, Burgen, Kathedralen, Seereisen berühmter Entdecker. Klassische Musik liebte ich zuletzt landete ich bei Richard Wagner. Glücklicherweise nahmen mich meine Freunde meist mit meinen schrulligen Vorlieben; ich bin heute mitunter ein wenig wehmütig, dass mir für viele ihrer Dummheiten schlicht der Mut fehlte. Jedenfalls “erdeten” sie, was ohne Freunde leicht hinweg geschwebt oder versunken wäre.
Hat das Erschaffen innerer Welten die zeichnerische Begabung gefördert oder trat diese zu meinen inneren Orten hinzu? Mitten in meinem Designstudium “begegnete” mir der Lebendige Gott. In der Bibel heißt es über Gott, der den Menschen findet: “Er fand ihn in der Wüste, in der Steppe, wo wildes Getier haust” (Dtn 32,10).
Dieser Fund Gottes geschah nicht nur durch ein bestimmbares Erlebnis, auch wenn es einen “Bekehrungstag” für mich gab. Da war die Vorbereitung durch Erzählungen, die immerhin offen für einen Hinweis auf Gott waren. Da war der agnostische Lehrer, der bekannte, die Sehnsucht nach Christus sei ihm geblieben. Die Schönheit der Musik. Das Gebet einiger Freunde für mich, von dem ich später erst erfuhr. Das Beispiel einer Freundin, die lange vor mir zum Glauben gefunden hatte.
Letzten Endes war es ein Besuch in einer Freikirche, als mir Jesus Christus in einer Deutlichkeit und Klarheit aufschien, dass ich mich entscheiden konnte, mich ihm ganz anzuvertrauen. Ich bin froh, dass mein Weg ganz klar weiter in die katholische Kirche wies. Konfessionelle Umwege sind mir dadurch erspart geblieben. Die Liebe zu den freikirchlichen Glaubensgeschwistern ist geblieben.
Träumer haben es, wie es die Geschichte des alttestamentlichen Josef zeigt, manchmal schwer, in der Realität anzukommen. Dieser Kampf besteht für mich bis heute. Was für die Kreativität ein Geschenk, ist für den Alltag oft ein Stolperstein. Als ich C. S. Lewis’ Autobiographie “Surprised by Joy” las, war mir jedenfalls klar, warum ich mich von ihm wie von keinem Autoren sonst verstanden fühlte. Die Verbindung von erfrischendem Denken, erzählerischem Genius und kindlichem Glauben sind Wesensmerkmale, denen ich dankbar und mit schwachen Mitteln folge.
Warum bin ich katholisch? Weil Gott mich in Jesus als sein Kind angenommen hat. Wozu bin ich katholisch? Das würde ein neues “Bekennerschreiben” erfordern.
Montag, Februar 21, 2011
Auf geht's!
Wir rufen dazu auf, die Schrift so wiederzugeben, dass ihre Authentizität in der heutigen Lebenswirklichkeit deutlich wird.
Dazu ein erster unbeholfener Versuch.
Halleluja! Lobt Gott in seinem Zentralkomitee, lobt ihn in seiner reformbedürftigen Institution!
Lobt ihn für seine große Solidarität, lobt ihn in seiner gewaltigen Kommunikation!
Lobt ihn mit dem Schall der Ausdrucksformen, lobt ihn mit Individualität und freien Lenbensentscheidungen!
Lobt ihn mit Titeln und Unterschriften, lobt ihn mit Krisen und Possenspiel!
Lobt ihn mit hehren Memoranden, lobt ihn mit klingenden Worten!
Alles, was fordern kann, lobe den Herrn! Halleluja!
Mittwoch, Februar 16, 2011
Alipius schreibt der Presse
3700 Voten für die Kirche – und es werden mehr.
Aus einem Bericht aus dem Südkurier:
Irgendwann am Ende des Nachmittags spricht der bald 100-jährige Benediktinermönch von der Sorge und der Hoffnung, dass die katholische Kirche gestärkt aus der Krise hervorgeht. Und plötzlich, ohne danach gefragt zu werden: „Ich muss schon an den Tod denken. Aber ich vertraue auf die Güte Gottes“. Dazu lächelnd der Nachsatz: „Vielleicht hätte ich mehr beten sollen.
(Mit Dank an Michael H.!)
Dienstag, Februar 15, 2011
Passacaglia della vita
Wenn jedes Memento Mori so schön dargeboten würde – man könnt’s glatt annehmen …
Montag, Februar 14, 2011
Jede Stimme zählt. Jede.

Sollen sie doch tausende Stimmen zählen, die eine neue Kirche wollen. Krümelkram.
Das Ziel, auf das wir zugehen, ist nicht die Umgestaltung der Kirche, sondern die Umgestaltung der Welt. Da zählt auch jede Stimme. Da Kirche nicht nur eine synchrone, sondern eine diachrone Wirklichkeit ist:
Alle Heiligen aller Zeiten, bittet für uns und für diese Welt!
Myriads of Votes added to List "New Jerusalem".
Wie ich diese alten Schinken liebe!

Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß die Geschichte, auf die sich das Rembrandt-Gemälde bezieht, im Buch Daniel steht. Der unselige Protagonist heißt allerdings in der Bibel nicht Memokadnezar oder Nebukadnezar, sondern Belschazzar (Belsazar). Aber soll man sich wegen solcher Details einen Gag entgehen lassen? Nehmen wir an, Memokadnezar sei der kleine Bruder von Belschazzar, dem halt etwas Ähnliches passiert sei. Dann paßt’s wieder.
Samstag, Februar 12, 2011
Freitag, Februar 11, 2011
Donnerstag, Februar 10, 2011
Mittwoch, Februar 09, 2011
Webbanner für die Petition Pro Ecclesia

Banner 400 x 80 Pixel

Banner 250 x 50 Pixel

Banner 200 x 200 Pixel
Hier stelle ich Webbanner für die Petition pro Ecclesia zur Verfügung. Bei Bedarf einbinden und auf Petition Pro Ecclesia verlinken.
Das Motiv zeigt den sogenannten Schafträger (Bild des Guten Hirten), Rom, Lateranmuseum, 4. Jahrhundert. Also eine römische Skulptur. In der christlichen Ikonographie ist der gute Hirte die früheste Form der Christusdarstellung. Ich habe mich hier für die zeichnerische Umsetzung einer Skulptur entschieden, obwohl das Motiv auch als Fresko bekannt ist.
In der Motivwahl des Guten Hirten kommt der Wunsch zum Ausdruck, daß die Bischöfe gemäß ihrer Hirtensorge entscheiden mögen.
Dienstag, Februar 08, 2011
Gesellschaftliche Logik
Ist eine Gesellschaft wirklich kinderfreundlich, deren Botschaft im Klartext lautet: Gehe arbeiten, mache Karriere, bleibe bloß nicht zu Hause, lebe mit Kindern so, als hättest Du keine! Gerade in der Forderung, Kinder dürften kein Hindernis sein, wird der kinderlose Zustand als der erstrebenswerte hingestellt. Das Verständnis gilt nicht denen, die sich Kinder wünschen, sondern denen, die sie notfalls in Kauf nehmen.
Die Willkommensbotschaft an die Kinder lautet: wir haben deine Existenz ermöglicht, indem wir alles getan dafür haben, dass du nicht störst. Deshalb bezahlen wir dafür, dass du ganz schnell in einer Krippe von anderen versorgt werden kannst und später möglichst den ganzen Tag in der Schule bist und gefördert wirst.
Gefördert? Warum? Reicht das Kind denn nicht, wie es ist? Nein, es reicht nicht. Die Gesellschaft verlangt Qualifikationen, die ohne Förderung für viele nicht erreichbar sind, die wir aber brauchen. Kinder sind unsere Zukunft! Kindergeschrei ist bekanntlich Zukunftsmusik.
Moment, wessen Zukunft? Nun, unsere. Um es klar zu sagen: damit wir unseren eigenen Lebensstandard halten können, brauchen wir die Kinder. Nicht um ihrer selbst willen. Das Leben, dass die Gesellschaft möglichst wenig von Kindern beeinträchtigt wissen will, soll ihr im Alter von ebendiesen Kindern weiter ermöglicht werden. Die Kinder sollen die Folgen ihrer eigenen Ausgrenzung finanzieren. Dazu werden sie präpariert und gefördert, dafür bekommen sie Zuwendung. Finanzielle Zuwendung. Die Gesellschaft klopft sich derweil ob derart viel Fürsorge und Kinderfreundlichkeit stolz selbst auf die Schulter.
Wann wird diese Gesellschaft wirklich kinderfreundlich sein? Sie wird es an dem Tag, an dem sie unsere Kinder nicht einplant, sondern sie willkommen heißt, wie sie sind. Sie wird es an dem Tag, an dem sie nicht mehr sagt, die Zukunft werde durch Kinder ermöglicht, sondern sagt, die Gegenwart werde durch sie lebenswert.
Kinder sind unsere Gegenwart.
»Wir bleiben katholisch«
[ER] Es geschieht etwas. Das sogenannte Memorandum der 199 Professoren und Professorinnen der Theologie, das bereits jetzt den Ruf erwirbt, ein intellektueller und doktrinärer Schuß in den Ofen zu sein, erfährt Widerspruch. Mehr und mehr Bischöfe wenden sich direkt und unmißverständlich gegen das Pamphlet.
Aber auch gläubige Laien haben die Nase voll davon, für skurrile und glaubensferne Forderungen vereinnahmt zu werden. Im Internet kann man seinem Protest jetzt Ausdruck verleihen. Heute wurde die Facebook-Fanseite »Wir bleiben katholisch« eröffnet. Klicken und liken!
Montag, Februar 07, 2011
Die Rede, die nie gehalten wurde...
es ist unsere Aufgabe, das Evangelium zu verkünden. Seit Jahren tun wir dies mit mäßigem Erfolg. Wie sollte er auch größer sein, wenn uns neben unseren ganzen organisatorischen und strukturellen Aufgaben kaum noch Zeit für Evangelisation bleibt? Wie sollte der Erfolg größer sein, wenn viele unserer Gemeinden und Gläubigen vor allem damit beschäftigt sind, sich selbst zu verwalten? Die Misere ist da, und wir stehen in schlechtem Licht. Da gibt es nichts schönzureden.
Ich will jedoch nicht die Krise zementieren – nein, es gibt eine Lösung! Eine Lösung, die die Zahl der Gläubigen in die Höhe schnellen lässt und zudem uns zu Helden macht! Vorbei die Zeiten, in denen man uns anfeindete. Bis in die Spitzen der Kirche wird man uns nacheifern. Die Talk-Shows werden sich um uns reißen! Lassen Sie mich erklären.
Wenn nicht mehr katholisch geglaubt wird, liegt das daran, dass sich nur noch wenige Menschen unter dem Begriff „katholisch“ wiederfinden. Es ist uns nicht gelungen, den Menschen die Wahrheit, die sich hinter diesem Begriff verbirgt, nahe zu bringen. Wenn aber nicht mehr Menschen unter diesen Begriff kommen, dann müssen wir eben den Begriff auf mehr Menschen erweitern. Definieren wir „katholisch“ um, bis wieder mehr Leute darunter fallen. Sie sagen, das geht nicht? Ich sage, es geht! Mit der Toleranz und der persönlichen Freiheit haben wir zwei positiv besetzte Begriffe, durch die wir eine viel größere Zahl an Menschen erreichen. Wir machen uns diese Begriffe zur Maxime. Nicht mehr die Nachfolge zählt, sondern einzelne Aspekte, die man ohne ihren Zusammenhang viel besser ausschlachten kann. Darauf bauen wir unsere Logik auf.
Das ist natürlich ein radikaler Bruch mit dem, was uns offenbart wurde, doch hier kommt der entscheidende Trick: Niemandem wird das auffallen, denn wir drehen den Spieß einfach um. Wir geben nicht zu, die Lehre zu verwischen und zu verändern, sondern wir werfen den Gläubigen vor, ihre Brüder auszuschließen. Wir sind offensiv. Die Gläubigen werden die Falschen sein. Wir verändern die Wahrheit nicht, sondern machen uns zu ihrer Speerspitze! Sollen sich die Gläubigen doch verteidigen, wenn sie wollen – sie werden nur verkrampft und konservativ wirken. Es wird reichen, zu antworten: „Ihr wollt also einen Glauben ohne Toleranz?“ und jeder wird begreifen, dass wir die konsequenteren sind. So übernehmen wir die Inhaltsbestimmung für „katholisch“. Wir übernehmen sie, indem wir uns demütig als Lernende, Hörende und Suchende zu erkennen geben. Als Menschen, die nicht bevormunden, sondern sich einbringen. Als Menschen, die nicht verkündigen, sondern sich zurechtweisen lassen. Im Namen von Liebe und Demut verzichten wir auf den Wahrheitsanspruch, denn demütig, wie wir sind, wissen wir natürlich nicht mehr als alle anderen. Demut, Liebe, Freiheit, Toleranz – alles das definieren wir neu. Wir definieren den Glauben neu! Den wahren, neuen, menschlichen, offenen Glauben. So sind wir besonders christlich, wenn wir den Menschen nach dem Munde reden. Unsere Lehre wird das sein, was die Menschen hören wollen, offen und kritisch zugleich. Nur eben kritisch gegenüber den richtigen, und wir sind im Zentrum der Beliebtheit.
So, meine Damen und Herren, werden Wahlen gewonnen, und so werden wir es auch machen. Prüfet alles, und das Gute behaltet. Wir wären ungehorsam, würden wir nicht die Kraft der Manipulation nutzen.
Ich danke Ihnen.
Freitag, Februar 04, 2011
Mittwoch, Februar 02, 2011
Von Stühlen und ihren Kreisen (5)
Dienstag, Februar 01, 2011
Montag, Januar 31, 2011
Exkurs: Von Stühlen und ihrem Kreisen
Von Stühlen und ihren Kreisen (4)
Samstag, Januar 29, 2011
Von Stühlen und ihren Kreisen (3)

Die populärwissenschaftliche und eher pastoraltheologisch orientierte Internetseite Catholicism Wow hat einige feine Anmerkungen zum Tridentinischen Stuhlkreis gesponnen, wofür wir eigentlich nur dankbar sein können. Das darf uns aber nicht die Sicht darauf verstellen, daß die bedeutendsten Ergebnisse der Stuhlkreisforschung im Bereich der Paläoanthropologie erzielt worden sind. So konnte im letzten Juni in der Ardèche ein jungsteinzeitlicher Stuhlkreis rekonstruiert werden.
»Es ist ein erhebendes Gefühl, in der Mitte eines Stuhlkreises zu stehen, der offensichtlich noch vor der Erfindung des Rades aufgestellt wurde«, meint Prof. Dr. Jean-Claude Ausecours, Paläoanthropologe an der Universität Toulouse.
Die wissenschaftliche Grafik zeigt, wie es ausgesehen haben könnte. Man beachte den Moderator im Tigerfell.
Mittwoch, Januar 26, 2011
Von Stühlen und ihren Kreisen (2)

Neulich wurde der Tridentinische Stuhlkreis kritisiert. Zu Recht! Zu Recht! Denn der Wahre Stuhlkreis sieht so aus. Verfechter wie Verächter des Tridentinischen Stuhlkreises mögen sich jedoch kalmieren. Der Stuhlkreis ist ein meditativer Archetyp des beschaulichen Menschen. Und das heißt: Es kommen noch ein paar.
Montag, Januar 24, 2011
FSSPX in neuem Licht?
Eine Dokumentation über die Piusbruderschaft hat in der letzten Woche manches traditionsliebende Herz höher schlagen lassen. Ausgerechnet das Erste lieferte ein als sehr sachlich empfundenes, geradezu freundliches Portrait der »rebellischen« Kongregation. Ich habe die Dokumentation gerne gesehen und empfehle sie auch weiter, um zu einer sachlichen Auseinandersetzung und zum zur Zeit vielbeschworenen »Dialog« zu finden. In dieser Dokumentation begleitete das Filmteam des Autors Günter P. Ginzel den Priesteramtskandidaten Elias Stolz auf seinem Weg zur Priesterweihe.Aus meiner Sicht haben sich die Filmmacher vom frommen Flair ein wenig ablenken lassen. Die Konfliktpunkte hat allein Professor Schöttler, Professor für Pastoraltheologie an der Katholischen Fakultät der Universität Regensburg, der als Kommentator gegen die Piusbruderschaft befragt wurde, in einem Satz gestreift: Die »Zeitbomben des Konzils«, eine Synopse der Piusbruderschaft über die Konfliktpunkte gegenüber dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Schöttlers Einsatz wäre stark gewesen, wenn diese Punkte stärker herausgearbeitet worden wären. In der Zusammenschau hatte jedoch seine Argumentation viel Ungünstiges. Seine Sicht auf Liturgie fand ich höchst bestreitbar, seine vage Stellungnahme, daß Theologie nach Auschwitz anders sein müsse als vorher, hinterläßt auch bei Katholiken ohne größere Sympathie für die Piusbruderschaft ein ungutes Gefühl.
So aber entstand ein etwas konserviert wirkendes Lebens- und Sittengemälde. Mitunter wurde auch nur das schlicht Katholische als Proprium der FSSPX herausgestellt – zum Beispiel die Tischlesung im Seminar in einer »altertümlichen« Melodieführung, die Liturgie, das Schweigen, das unterschiedliche Kirchenverständnis der Reformation und der Katholischen Kirche. Zusammen mit dem Gespür für ästhetische Bilder wurde es der Piusbruderschaft möglicherweise unverdient leicht gemacht, zu punkten.
Wären mal die sogenannten Zeitbomben oder das Traditionsverständnis des französischen, nachrevolutionären Traditionalismus, inklusive Monarchismus, die paranoiden Verschwörungstheorien zur Sprache gekommen! Damit ist ein eher emotional gefärbter Bericht fürs Massenpublikum natürlich überfordert.
Mittwoch, Januar 19, 2011
Montag, Januar 17, 2011
Samstag, Januar 15, 2011
Ein Wunder, ein Wunder…
Diese Antwort hat uns einen Bibelkreis gekostet, in dem unsere damalige Gemeindereferentin die Leitung übernommen hatte. Sie erklärte es genau: Jesus war so wunderbar, dass Wundergeschichten entstanden, um die Faszination, die er auslöste, irgendwie auszudrücken. Blinde, die sehen, lahme, die gehen und Taube, die hören – all das sind Allegorien dafür, dass er den Menschen die Augen öffnete, in den Menschen etwas in Bewegung brachte und sie hat hoffnungsvoll aufhorchen lassen. Mit diesem Wissen, wurde uns erklärt, geht man an die Schrift heran. Komischerweise wollte sich danach niemand mehr treffen – es verlief im Sande. Kein Wunder.
Nun hat das meinen Glauben an Wunder nicht erschüttert. Es ist für mich einfach logisch, dass der, der die Naturgesetze schuf, Herr über sie ist. Zugleich ist die Möglichkeit, da Allegorien zu finden, natürlich auch völlig richtig und auch wichtig. Nur eben nicht alleine richtig. Was ist das Argument der Schrift dafür, dass die Wunder wirklich geschehen sind?
Eine Wunderschilderung alleine reicht nicht. Man kann sie immer abstrahieren. Was man bräuchte, wäre eine Stelle, in der ein Wunder bezeugt würde, aber eben nicht aus Faszination heraus, sondern aus einer anderen Perspektive, aus der es abstrakt einfach nicht mehr funktionieren würde. Eine Wunderschilderung, in der die Allegorie einfach Unsinn wäre. Und die wichtig genug ist, nicht negiert werden zu können.
Da fand ich Matthäus 9, 1-8.
1 Jesus stieg in das Boot, fuhr über den See und kam in seine Stadt.
2 Da brachte man auf einer Tragbahre einen Gelähmten zu ihm. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Hab Vertrauen, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
3 Da dachten einige Schriftgelehrte: Er lästert Gott.
4 Jesus wusste, was sie dachten, und sagte: Warum habt ihr so böse Gedanken im Herzen?
5 Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
6 Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Darauf sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!
7 Und der Mann stand auf und ging heim.
8 Als die Leute das sahen, erschraken sie und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat.
Hier geht es gar nicht um das Wunder. Die Heilung wird nicht für sich beschrieben, sondern sie erfolgt als Beweis für etwas anderes, nämlich Jesu Vollmacht. Diese ganze Sache würde gar nicht stimmen, wenn Jesus als Beweis für Behauptungen nur weiter theoretisch geblieben wäre. Der Beweis liegt ausdrücklich in der praktischen Durchführung. Das zu verneinen hieße, Jesus seine Vollmacht abzusprechen, denn er selbst belegt sie mit dem Wunder.
Wir dürfen also davon ausgehen, dass es mindestens ein Wunder wirklich gab.
Dienstag, Januar 11, 2011
Ganz kurz...
Hinter dem zweiten Fliegerkürzel verbirgt sich Bastian, der von Peter Esser die Ehre bekam, ebenfalls hier posten zu dürfen (und das ist sehr ernst gemeint!).
Katholisch mit Familie, wie ich bin, liegen mir die Kirche und Kinder besonders am Herzen. (Dazu Fische in jeder Form (Aquarium, Angel, Pfanne), Animationsfilme, bei 80°C gegartes Schweinefilet sowie meine Frau.)
Und jetzt hoffe ich auf Gottes Segen für mein Schreiben hier...
Montag, Januar 10, 2011
Gender als Chance für die Kirche begreifen.
Wenn man die Gender-Philosophie ernst nimmt, ist eine Frau im Männerkörper genauso Frau wie jede andere auch und erfüllt so selbstverständlich auch jede geforderte Quote.
Wie war das doch gleich? Der Mathematiker, der einem Löwen begegnet, definiert sich einen Käfig. Dir Kirche, die dem Zeitgeist begegnet, definiert sich den Frauenanteil.
Das Leben kann so einfach sein!
Alte Riten – neu erklärt (2)
Sonntag, Januar 09, 2011
Mittwoch, Januar 05, 2011
Jona von Assisi

Interessant im Zusammenhang mit den aufkommenden Diskussionen um das sogenannte »Weltgebetstreffen« 2011 in Assisi finde ich Buch Jona. Da gerät der Prophet auf Abwege und die Seeleute seines Fluchtdampfers mit ihm in schwere Seenot. Das erste interreligiöse Gebet findet statt – jeder betet zu seinem Gott. Nur Jona pennt (vermutlich depressiv verstimmt und mit rabenschwarzem Gewissen).
Nun sind Seefahrer und Fahrgast leider Schicksalsgefährten. Das heißt, auch für Jona ist nicht die vorrangige Not, wie man diese götzenopfernden Heiden bekehren kann, sondern ob Schiff und Mannschaft die Fahrt bestehen.
In diesem Miteinander der Götzenanbeter und des Propheten wider Willen offenbart Gott allerdings auch das Eine und Wahre Opfer. Jona, der über Bord geht – ein Vorausbild auf Jesus Christus, der sein Leben für die Sünde der ganzen Welt gibt. Zum Schluß heißt es, daß der heidnischen Mannschaft der Arsch auf Grundeis geht und sie dem Gott Jonas mal ganz ordentlich was opfern. Viel hilft viel – und man weiß ja nie. Ob sie zu einem vollkommenen Glauben an den Einen Gott gekommen sind, bleibt am Ende fraglich.
Ich mag die Geschichte, denn sie hat mit unserer Weltgeschichte zu tun. Auf dem Weg zur ewigen Heimat gibt es vorläufige Ziele und Etappen. Sicherlich gilt es vorrangig, Ninive zu bekehren (Gott selbst wird dieses Ziel nie aus dem Blick verlieren) – doch erst einmal muß der Sturm bestanden werden. Sicherlich betet Jona nicht gemeinsam mit den Heiden – aber nicht aus Gehorsam, sondern aus Depression. Er schlummert ja im Bauch des Schiffes. Danach betet er nicht nur mit den Heiden, er bietet sich ihnen sogar als vollkommenes Opfer an! Und Gott akzeptiert das.
Mit keinem Wort relativiert Jona, was nicht zu relativieren ist. Er relativiert nicht seine Schuld; und er relativiert auch nicht die Einzigkeit des HERRN, dessen Name gepriesen ist.
So, denke ich, wird es auch mit dem Weltgebetstreffen gehen: Nur Böswillige können dem Papst unterstellen, hier werde etwas gleichgesetzt, relativiert oder verleugnet. In Wirklichkeit werden wohl sowohl die heidnischen Mannschaften als auch der römische Fischer keinen Zweifel daran lassen, daß es ihnen nicht um Vermischung geht, sondern um ein Zusammenstehen im Sturm heraufziehender Völkerkonflikte. Und sicher werden Leute zum Glauben an den wahren Gott kommen. Das zu bewirken ist aber Sache Gottes.
Vor vier Jahren wurde von einigen, die sich an die Interreligiosität gewöhnt hatten, beklagt, daß die zwanzigjährige Wiederkehr des Jahrestags des Weltgebetstreffens in Assisi keine besondere Würdigung bei Papst Benedikt fand. Der Papst, so schätze ich einmal, hatte erst einmal die Grundthemen seines Pontifikats zu legen. Assisi 2011 ist im Kontext des gesamten Wirkens dieses Papstes zu sehen.
(Foto Peter Esser; Wandmalerei in Wangen/Allgäu)
Dienstag, Dezember 21, 2010
Kirchenjahr stereoskopisch?

Als ich am 3. Juli 2007 zum ersten Mal eine Heiligen Messe in der – damals ganz knapp noch nicht – außerordentlichen Form besuchte, hatte ich mich darauf eingestellt, ein Apostelfest mitzuerleben. Wie verwundert war ich, daß der Apostel Thomas am 3. Juli nicht gefeiert wurde!
Zum ersten Mal verstand ich, daß mit der Neuordnung des Liturgischen Kalenders viele Katholiken ihren Namenstag, der doch immer mit einem bestimmten Datum, Erinnerungen, Gerüchen verbunden ist … verloren haben. In der Zwischenzeit spielt der Namenstag bei vielen Katholiken nur noch eine untergeordnete Bedeutung. Ich will diesen Verlust nicht der Kalenderreform in die Schuhe schieben. Doch er hat auch mit Irritation zu tun. Wenn Rationalismus die Heiligenverehrung infrage stellt, können Änderungen der Lebensgewohnheiten den Verlust doch nur beschleunigen. Und mehr: Wenn alles igegendwie verfügbar und veränderbar ist, dann ist es für mich auch nicht mehr verpflichtend. Natürlich weiß ich, daß es Kalenderreformen immer schon gegeben hat.
Ein Argument, das ich gegen die »Freigabe« oder »Zulassung« der alten Messe immer wieder höre, sind die unterschiedlichen Kalender. Die Kirche könne es sich auf Dauer nicht leisten, mit zwei Kalendern zu leben. Das mag sein. Und zeit meines Glaubenslebens habe ich die Feste des Kalenders der Zeit nach der Liturgiereform immer als gnadenvermittelnd erlebt und gefeiert. Wozu also die Rückkehr alter Zöpfe?
Was wir heute erleben, und was sich als Irritation in dieser Diskussion niederschlägt, ist, wie ich meine, schon ein wenig auf die Rücksichtslosigkeit der Reform zurückzuführen. Um es mit einem Bild zu beschreiben: Da wurden alte Eichen verpflanzt, jahrhundertealte Straßenzüge verlegt … ganz so, wie sich auch das Erscheinungsbild unserer Städte und Dörfer in dieser aufbruchsfreudigen Zeit veränderte.
Als Gestalter finde ich, daß säkulares Design und »Kirchendesign« zu wenig miteinander verglichen werden. Unter Kirchendesign verstehe ich nicht nur die Inneneinrichtung der Kirche, sondern das Gesamtbild, das die Kirche in allen sichtbaren Bereichen von sich gibt. Also auch die Ordnung ihrer Feste. Ich sage damit nicht, daß ich zu einer Bewertung der alten oder der neuen Form komme. Das steht mir nicht zu. Aber meine Aufgabe kann sein, zu beschreiben, wie ich den Unterschied wahrnehme.
In dem letzten Jahr, in dem ich den alten römischen Kalender ein wenig kennenlernen durfte, habe ich das Vorhandensein zweier Kalender natürlich als eine Spannung erlebt, von der ich nicht weiß, ob und wie sie sich auflösen läßt. Die Spannung ist für mich jedenfalls kein Argument gegen das Vorhandensein zweier Formen des Römischen Ritus, sondern das Ergebnis eines geschichtlich beschreibbaren Prozesses.
Mein Leben in meiner rheinischen Heimatstadt gestaltet sich doch ähnlich. Mich stört das das Vorhandensein einiger Fachwerkhäuser in einer modernen Geschäftsstraße nicht. Es erweckt aber Wehmut. Ich nehme den Bruch, das Mißverhältnis wahr und bedaure Kriege und Krämergeist, die zum Erscheinungsbild unserer Stadt geführt haben. Doch ich bin vorsichtig mit Schuldzuweisungen. Ich ahne das Ungeheuerliche, welches da geschehen ist, und das zur Entfremdung gewachsener Lebenswelten geführt hat.
An jenem 3. Juli 2007 jedenfalls wurde das Fest des heilige Irenäus gefeiert, den ich wegen seines Zeugnisses für die Menschwerdung Gottes sehr liebe. Auch gut! Im stillen nahm ich den Apostel Thomas mit. Offensichtlich konnte man den Baum des alten Kalenders nicht so ohne weiteres ausreißen. Nicht ohne das Erdreich zu erschüttern. Und es war offensichtlich nicht gelungen, alle Wurzeln zu entfernen. Ein unabsehbarer Weg der Versöhnung mit unserer katholischen Tradition liegt vor uns. O Wunder: Er ist mir Reichtümern und Schätzen gespickt.
Deshalb werde ich heute auch an den Apostel Thomas denken. Mit dem Zweiten sieht man besser.
Sonntag, Dezember 19, 2010
Turbogenial
Die damit nichts anfangen können, sollen sich einfach vorstellen, sie hätten Papis neuen BMW um den Block fahren dürfen.
Samstag, Dezember 18, 2010
Montag, Dezember 13, 2010
Entdeckungen
Den wackeren NOZferatus also das Bild des Tages:
Sonntag, Dezember 12, 2010
Da haben wir den Salat – öffentlich-theologischer Diskurs heute.
Kurze Zeit später nähert sich ein Kellner, ohne neuen Teller, dafür mit Argumenten. Er stehe der Gemeinschaft der Restaurantbesucher „Wir sind Küche“ nahe und wolle einiges klarstellen. Der Salat sei absolut genießbar, problematisch hingegen sei mein Unmut.
Diese Raupen bestünden aus nichts anderem als Salatblättern. Sie entstammten dem gesunden Salatanbau. Sie seien viel lebendiger und beweglicher als üblicher Salat. Salat sei nicht einfach abzulehnen, nur weil die Blätter nicht dem konventionellen Salatbild entsprächen, an dem ich offensichtlich hinge.
Auch meine Schelte des Kochs sei unangemessen. Der Koch habe nachweislich bereits viele Salate auch ohne Raupen zubereitet – ein klares Indiz für die Genießbarkeit. Man müsse den Salat im Zusammenhang der ganzen Küche und all ihrer Ergebnisse sehen. Der Koch brauche die Raupen nicht – er könne mit und ohne zubereiten. Ich hingegen sei offensichtlich auf eine einzige Salatform versteift. Es sei typisch für Menschen meiner Geisteshaltung, sich mit Negativkritik an Einzelfälle zu klammern und außer Acht zu lassen, dass es darauf ankomme, in welchem Geist man koche.
Auch sei meine Aufregung nicht dazu angetan, das Thema nüchtern zu betrachten. Tatsache sei doch, dass die Raupen nichts anderes seien als ein notwendiges Zwischenstadium des Salatblatts auf seinem Weg zum Schmetterling. Man müsse aufpassen, dass die Salatentwicklung nicht aufgrund festgefahrener Bilder, wie ein Blatt auszusehen habe, zum Stillstand komme.
Ein Stammgast mischt sich ein, der mir klar macht, dass die Ablehnung der Köche typisch für die ganz reaktionären sei. Meine Sorte kenne er: die Typen, die nur welke alte Blätter von Tellern mit dem guten alten Muster drauf äßen. Ich hätte in einem lebendigen Restaurant nichts verloren.
Beide zusammen schwärmen dann noch von ihren Zukunftsplänen: ein großes Salatbuffet, an dem sich jeder selbst zusammenstellen könne, wie er es gerne hätte. Dort werde es dann sogar Hamburger, Currywurst und Pommes geben!
Meine Frage an die Kellner:
Sagt mal, ihr guten, habt Ihr Euren ideologischen Wald inzwischen so dicht bepflanzt, dass Ihr nicht mehr merkt, vor welchen Baum Ihr gerade rennt?
Freitag, Dezember 10, 2010
Pontifikalamt in Herzogenrath


Normalerweise sind Bilder von Pontifikalämtern in der Außerordentlichen Form ja sehr schnell im Netz. Liegt es daran, daß Martin Bürger seinen Blog geschlossen hat, daß es jetzt nicht so ist?
Es sind jedenfalls sicherlich hervorragende Aufnahmen gemacht worden … nur nicht von mir. Ich bin einfach nur zweimal aufgestanden, habe meine Kamera an eine Säule gelehnt und auf den Auslöser gedrückt.
Ein Bericht von der 13. Kölner Liturgischen Tagung in der letzten Woche steht jedenfalls noch aus …
Die Aufnahme entstand am letzten Samstag bei einer Votivmesse zum Unbefleckten Herzen Mariens in St. Gertrud, Herzogenrath. Zelebrant war der emeritierte Kölner Weihbischof Dr. KLaus Dick.
Dienstag, Dezember 07, 2010
Zur Kritik an Bischof Huonder
Unter anderem weilte er (Bischof Vitus Huonder) an der 13. Kölner Liturgischen Tagung, wie die "Schweizerische Kirchezeitung" berichtet. Mitorganisatoren sind bekannte konservative Gruppierungen wie "Una Voce" und "Generation Benedikt". Das erzkonservative katholische Internetportal kreuz.net berichtet über diesen Anlass unter dem Titel:" alte Messe: Schweizer Diözesanbischof hilft in Deutschland aus" - was von Huonders Kritikern so verstanden wird, dass kein deutscher Diözesanbischof zu einer Teilnahme bereit war.
Zunächst einmal ist zu fragen, was denn so schlimm daran ist, wenn eine Tagung von konservativen Gruppen – die Berechtigung dieser Einordnung einmal vorausgesetzt –, die sich legitim und lehramtstreu innerhalb der Kirche befinden, ausgerichtet wird.
Daß die Tagung vom Aachener Bischof ignoriert wurde, wird niemanden wundern, der die Distanz des Aachener Bischofs gegenüber der Außerordentlichen Form des Römischen Ritus kennt. Das ist legitim. Ich erwarte hier zudem eine Entspannung und möchte auch selber gerne dazu beitragen.
Gleichzeitig ist auch mit Deutlichkeit anzumerken, daß es auf der Tagung nicht einmal ansatzweise Töne gab, die sich etwa gegen das Zweite Vatikanische Konzil gerichtet hätten. Diese Sorge wird ja immer wieder geäußert.
Daß die Tagung von den deutschen Bischöfen ignoriert wurde, ist eine Information, die so meines Erachtens nicht stimmt, zumal Weihbischof em. Dr. Klaus Dick aus Köln am Samstag mit einem Pontifikalamt die Tagung beschloß. An der Tagung haben unter anderem zwei amtierende Anglikanische Bischöfe teilgenommen, sowie der Evangelisch-Lutherische Landesbischof Manzke von Schaumburg-Lippe, die Professoren Robert Spaemann sowie der Freiburger Liturgiewissenschaftler Helmut Hoping, letztere immerhin sehr renommierte Redner.
Ich habe keinerlei Verständnis für die despektierliche und engherzige Weise, in der innerhalb der Kirche und bestimmten katholischen Medien mit Bischof Huonder umgegangen wird, zumal die Kirche von ihren Teilkirchen und nicht von ihren Nationalkirchen her bestimmt ist. Alle Bischöfe sind international unterwegs. Was so ungewöhnlich an der Teilnahme eines schweizerischen Bischofs an einer deutschen Tagung sein soll, muß mir jemand erst einmal rational erklären.
Misericordias Domini
Der Spötter – und Karikaturisten sind Spötter – hat es gut. Er kann sich hinter dem Witz verstecken, erzielt Aufmerksamkeit, ohne sich persönlich zu offenbaren. Letztlich ist das aber nicht die Motivation für mich, ein Blog zu führen. Die große »Kleine Thérèse« begann ihre selbstbiographischen Schriften mit dem Vers »Die Erbarmungen meines Gottes will ich auf ewig besingen«, »Misericordias domini in æternum cantabo«.
Darum könnte es gehen. Die Extreme von Unpersönlichkeit auf der einen und privater Aufdringlichkeit auf der anderen Seite vermeidend davon zu berichten, daß Gott ein naher Gott, ein erbarmender Gott ist.
Sonntag, November 28, 2010
Neuer Autor auf Echo Romeo
Alle MannIn an Deck!
Im Rumpf des Schiffleins „Kirche“ wird ein Leck entdeckt. Was tun?
· Die DBK verweist auf ihre Richtlinien zum Umgang mit Lecks.
· Die liberalen Theologen bohren daneben ein weiteres Loch, damit das Wasser wieder abfließen kann.
· Die Piusbrüder sehen im Osten kein Leck und lehnen es als nachkonziliar ab.
· EB Zollitsch beginnt mit dem Leck einen Dialog über die Offenheit der Kirche.
· „Wir sind Kirche“ nennt sich um in „Wir sind Leck“.
· Uta Ranke-Heinemann stopft das Leck mit einem Kondom.
· Die Charismatiker versuchen, das Loch mit erhobenen Händen zuzuhalten.
· Die Evangelikalen sind überzeugt, Holz mit Lecks drin sei unbiblisch.
· Die EKD begrüßt die Annäherung. Am Grunde sei man gar nicht so weit auseinander.
· Das ZDK macht geltend, dass Katholiken gerne baden und begrüßt das Leck.
· „Christ in der Gegenwart“ freut sich, dass die Kirche endlich einmal voll wird.
· Küng schreibt, die Kirche lehne das Wasser noch immer ab und grenze es aus.
· Die Presse vermutet die Ursache im Zölibat.
· Im Kölner Dom wird in ein Fenster ein Loch geschlagen und als christliche Kunst bezeichnet.
· Angela Merkel fordert eine deutlichere Distanzierung des Schiffleins vom Wasser.
· Das Bistum Aachen regt an, Lecks von Laien verwalten zu lassen. Geplant ist, mehrere Lecks miteinander zu verbinden.
· Kirche von unten fordert weibliche Lecks.
· Rom ist sich des Lecks voll bewusst und richtet eine Kommission ein. Bis über das Leck entschieden ist, soll das eindringende Wasser nicht getrunken werden.
Weitere Vorschläge erwünscht…
Donnerstag, November 25, 2010
Uta schreibt. Ich auch.

Uta Ranke Heinemann hat wieder zugeschlagen und dem Papst geschrieben. Über den Brief muß man nicht viele Worte verlieren. Was die Mater et Magistra des Neuen Atheismus da schreibt, ist niveaulos. Bedenkenswert finde ich jedoch, daß es ein evangelisches Internetportal ist, daß diesen Angriff gegen die Ökumene startet. Wenn das ökumenische Haltung ist, halte ich den strukturellen Vergleich der evangelischen Pressearbeit mit der … ähm … Außenpolitik Nordkoreas nicht für abwegig.
Ich habe folgenden Brief an das Internetportal des Evangelischen Pressedienstes (epd) geschrieben:
Sehr geehrte Damen und Herren – darf ich noch »Liebe Geschwister« sagen?
Eigentlich ist mein Protest überflüssig, denn die Kommentarbox des sogenannten »Offenen Briefs« spricht eine eigene Sprache.
Ich möchte Ihnen dennoch mitteilen, daß Sie der Ökumene mit der Veröffentlichung dieses extrem polemischen und beleidigenden Schreibens meines Erachtens keinen guten Dienst erwiesen haben. Frau Ranke-Heinemann mag in Atheistenkreisen gern gesehen sein.
Michael Schmidt-Salomon schrieb in seinem Vortrag »Vom neuen Atheismus zum neuen Humanismus«: »Wären alle Religionsgemeinschaften weltweit auf dem Stand der EKD, bräuchte man wohl keinen neuen Atheismus.«
Kein Mensch hat immer nur Unrecht.
In diesem Sinne grüße ich sie mit Hochachtung
Peter Esser
Montag, November 22, 2010
Der Osservatore in neuem Glanz!

Einen frischen, neuen Look gibt sich der Osservatore Romano seit seiner letztwöchigen Freitagsausgabe! Das Redesign steht für ein Umdenken und einen Kurswechsel in der Vatikanischen Zeitung des Papstes. »Wir wollen’s mal so richtig knallen lassen« wurde ein hochrangiger Prälat aus der Redaktion zitiert. Anstelle der Verhüterli könne man auch Christbaumkugeln oder Ostereier abbilden.
Wir sagen: Weiter so, Osservatore!
Montag, November 15, 2010
Immer noch mit Sr. Consolatrix unterwegs

Ein Glaubensbekenntnis ist ja ein Symbolum. Das heißt, man fügt die geglaubten Einzelwahrheiten zu Sätzen zusammen, die dann in der Kirche gemeinsam bekannt werden können.
Sr. Consolatrix darf also davon ausgehen, daß das BDKJ-Bekenntnis in der Erzdiözese Freiburg so vorgelegt und geglaubt wird.
Also der ganze Schmonzes von einem Gott, der oder die sich offensichtlich nicht entscheiden kann, ob er oder sie Männlein oder Weiblein ist. Dieses ganze Ansichselbstgeglaube und die wirre Zuversicht, daß alles irgendwie gut wird. Das bewußte Verwischen der Christologie, und, und und …
Das ist – von oder für Jugendliche formuliert – der authentische Glaube der Erzdiözese Freiburg.
Sr. Consolatrix schreibt dem Erzbischof in seine Dialog-Agenda, daß sie seine Diözese – falls der Gebrauch des Credos in der Heiligen Messe unterbleibt – bis auf weiteres als einen Fall für interreligiösen Dialog betrachtet, welcher natürlich mit Würde und Hochachtung zu führen ist. Schließlich lehnt die Katholische Kirche nichts ab von dem, was selbst in heidnischen Symbola wahr und heilig ist.
Dies Irae
Nicht gerade das, was man sich im tridentinischen Totenamt wünscht …
Freitag, November 05, 2010
Montag, November 01, 2010
Aber da freue ich mich doch so was von …

Ich freue mich über den Schwester-Robusta-Preis der deutschen Blogoezese in der Kategorie Trägheit umso mehr, als ich mich zu den Fans dieser außerordentlichen Ordensfrau zähle.
Nur eins macht mir Bedenken, so im Blick auf kommende Schwester-Robusta-Ausschreibungen. Ich habe vor, meine Kategorie zu wechseln …





















