
À propos Idomenefix, oder wie die Oper heißt:
2006; ein bundesdeutscher Opernintendant begehrt Einlaß an der Himmelspforte.






»Diese Nahrung heißt bei uns Eucharistie. Niemand darf daran teilnehmen, als wer unsere Lehren für wahr hält, das Bad zur Nachlassung der Sünden und zur Wiedergeburt empfangen hat und nach den Weisungen Christi lebt. Denn nicht als gemeines Brot und gemeinen Trank nehmen wir sie; sondern wie Jesus Christus, unser Erlöser, als er durch Gottes Logos Fleisch wurde, Fleisch und Blut um unseres Heiles willen angenommen hat, so sind wir belehrt worden, daß die durch ein Gebet um den logos, der von ihm ausgeht, unter Danksagung geweihte Nahrung, mit der unser Fleisch und Blut durch Umwandlung genährt wird, Fleisch und Blut jenes fleischgewordenen Jesus sei. Denn die Apostel haben in denen von ihnen stammenden Denkwürdigkeiten, welche Evangelien heißen, überliefert, es sei ihnen folgende Anweisung gegeben worden: Jesus habe Brot genommen, Dank gesagt und gesprochen: »Das tut zu meinem Gedächtnis, das ist mein Leib, und ebenso habe er den Becher genommen, Dank gesagt und gesprochen: »Dieses ist mein Blut« und er habe ihnen davon mitgeteilt. Auch diesen Brauch haben die bösen Dämonen in den Mithrasmysterien nachgeahmt und Anleitung dazu gegeben. Denn daß Brot und ein Becher Wassers bei den Weihen eines neuen Jüngers unter Hersagen bestimmter Sprüche hingesetzt werden, das wißt ihr und könnt es erfahren.»
(Justin, 1. Apologie, Kap. 66; aus BKV, 1. Reihe, Bd 12, Kempten 1912)



»Der Begriff der Freiheit ist auch in der deutschen Geistesgeschichte ein hohes Gut (Idealismus). Aber er bedarf der näheren Bestimmung. Das Freisein von etwas erfährt seine Erfüllung erst in dem Freisein für etwas. Freisein allein um des Freiseins willen aber führt zur Anarchie. Freiheit bedeutet biblisch: Frei sein für den Dienst an Gott und am Nächsten, Freisein für den Gehorsam gegen die Gebote Gottes. Das setzt voraus: Freisein von jedem inneren und äußeren Zwang, der uns an diesem Dienst hindert. Freiheit bedeutet also nicht Auflösung aller Autorität, sondern es bedeutet: leben innerhalb der durch Gottes Wort geordneten und begrenzten Autoritäten und Bindungen. Die Frage der individuellen Freiheiten, wie die Redefreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit etc. ist erst in diesem übergeordneten Zusammenhang zu beantworten. Es kommt darauf an, wieweit diese Freiheiten notwendig und geeignet sind, die Freiheit des Lebens nach den Geboten Gottes zu fördern und sicherzustellen. Freiheit ist eben nicht in erster Linie ein individuelles Recht, sondern eine Verantwortung, Freiheit ist nicht in erster Linie ausgerichtet am Individuum, sondern am Nächsten.
(Dietrich Bonhoeffer, DBW 16.540, zit. nach »So will ich diese Tage mit euch leben«, Jahreslesebuch Hg.: M. Weber, Gütersloh 2005, ISBN-13: 978-3-579-07116-5)

So einfach will die Kirche ihn [Dan Brown] nicht davonkommen zu lassen. Marc Carrogio, der Pressesprecher der römischen Opus-Dei-Zentrale, kündigte vor einiger Zeit an, man werde versuchen, »aus der Zitrone einen Saft zu machen«. Das heißt: Die ungewollte Aufmerksamkeit durch den verhassten und nun auch verfilmten Thriller für eigene Propaganda zu nutzen. Oder zieht nicht doch schon ein durchtrainierter frommer Albino wie Silas aus dem »Sakrileg« den Bußgürtel enger und wartet auf eine Gelegenheit, den Frevler wie eine Zitrone zu zerquetschen?
Dan Brown scheint die Macht der Mythen nicht mehr nur beim Blick auf seine Kontoauszüge zu spüren. Von der Baubehörde des Küstenstädtchens Rye nördlich von Boston ließ er sich kurz vor Ostern einen zwei Meter hohen, schmeideeisernen zaun rund um sein grundstück genehmigen. »Dan wollte das nicht tun«, erklärte Browns Anwalt dazu. »Er möchte leben wie alle anderen. Doch inzwischen hat er das Gefühl, diesen Zaun für die Sicherheit seiner Familie zu brauchen.«


Im Judasevangelium wird der Verräter Judas zum wahren Zeugen des Messias gegen die apostolische Kirche mit ihrem katholischen Glaubensbekenntnis und ihrer Liturgie. Besonders scharf wendete der Verfasser sich gegen den Opfercharakter der Eucharistie und den priesterlichen Dienst der Apostel und ihrer Nachfolger im Bischofs- und Priesteramt.
Eben dieses antikatholische Evangelium ist vor einiger Zeit in Ägypten in koptischer Übersetzung wiederentdeckt worden. Geschäftstüchtige Romanschreiber und Filmemacher haben es unter die Leute gebracht. Das Buch "Der da Vinci Code" und der Film "Sakrileg" sind bei einem sensationslüsternen Publikum gut angekommen. Nicht weil es wirkliche und gesicherte historische Kenntnis übermitteln würde, sondern weil es der eigenen Skepsis gegenüber dem überliefertem christlichen Glauben entgegenkommt.
Die Parallele zwischen dem zweiten und dem 21. Jahrhundert ist deutlich zu erkennen: Den Glauben an die Schöpfung des Kosmos als Teilhabe an der Güte Gottes hält man ebenso für undenkbar, wie die wirkliche Menschwerdung Gottes und die wirkliche Erlösung des Menschen durch Leiden und Tod Jesu Christi am Kreuz und seine leibliche Auferstehung von den Toten.
Und ebenso wie damals streut man bewusst den Zweifel aus an der geschichtlichen Zuverlässigkeit der Evangelien und der getreuen Überlieferung des apostolischen Glaubens in der katholischen Kirche aufgrund der rechtmäßigen Nachfolge der Bischöfe im Sendungsauftrag der Apostel. Man arbeitet mit einem klug ausgestreuten Verdacht: Der Vatikan opfere die Wahrheit dem Machtanspruch, so wie auch die Apostel und die Bischöfe der frühen Kirche aus Berechnung oder mangelnder Aufgeklärtheit sich ihre Wahrheiten von der Gottheit Christi und der Auferstehung von den Toten erfunden hätten. Dagegen sei der "wahre Jesus" unterdrückt worden. Nur das so genannte Judasevangelium, das aber schon von Irenäus als ein pseudoreligiöses Machwerk entlarvt worden war, beschreibe Jesus so, wie er wirklich gewesen sein soll.
Wie der Bischof Irenäus von Lyon haben die Bischöfe und alle wahrhaft Gläubigen bis heute die Aufgabe, diese Geschichtsfälschung zu entlarven. Jeder Mensch mit einem klaren Verstand erkennt, dass solche Machwerke wie das Judasevangelium und seine Aufbereitung in Romanen und Filmen niemals die Wahrheit des christlichen Glaubens antasten können. Wer kann sich von solchen gnostischen Phantastereien die Erlösung aus Sünde und Tod erwarten? Die Glaubwürdigkeit der Apostel und der Evangelien lässt sich weder historisch noch spekulativ erschüttern.
Aber bekanntlich protestiert es sich umso ungehemmter, wenn man unbeleckt ist von Faktenkenntnis. Zugegeben, die mittlerweile abgesetzte Werbung des Senders – Jesus, vom Kreuz gestiegen, schaut sich, gemütlich im Sessel sitzend, Popetown an, darunter das Motto „Lachen statt rumhängen“ – war nicht gerade geschmackvoll. Auch in der Serie geht es nicht zimperlich zu.
Doch das Konzept westlicher Freiheit, das wir für eine zivilisatorische Errungenschaft halten, umfasst nun mal das Recht, auch Religionen und Kirchen verspotten, ja beleidigen zu können. Ein Recht, das Christen im konkreten Einzelfall murrend, ja widerwillig hinnehmen mögen. Aber generell ist es in den westlichen Gesellschaften von allen Seiten akzeptiert. Jeder Versuch, diese Freiheit einzuschränken, stößt auf erbitterten Widerstand, allen voran von Künstlern, Intellektuellen und Journalisten.



Hallo,
vielen Dank für die Mail.
Die Serie Popetown polarisiert das Publikum und spricht nicht jeden Zuschauer an, jedoch kommt es weder zu Verunglimpfungen noch zu Beleidigungen von Glaubensrichtungen. Das Format soll in keiner Weise eine Haltung von MTV Networks dem Katholizismus oder der katholischen Kirche gegenüber ausdrücken, vielmehr ist es als Form satirischer Unterhaltung und somit als Kunstform zu verstehen.
Vielen Dank & viele Grüße,
Das MTV-Team
Allmacht heißt »die Macht, alles und jedes tun zu können«. (Die ursprüngliche Bedeutung im Lateinischen mag gewesen sein: »Macht über alles oder in allen Dingen«. Ich gebe hier wieder, was ich für den landläufigen Sinn halte.) In der Bibel wird uns gesagt, daß »bei Gott alle Dinge möglich sind«. In der Erörterung mit einem Nichtchristen bekommt man häufig genug gesagt, Gott würde, falls Er existierte und falls Er gut wäre, dieses oder jenes tun; und wenn wir dann darauf hinweisen, daß »dieses« oder »jenes« zu tun unmöglich sei, dann hören wir die Entgegnung: »Aber ich dachte, von Gott würde angenommen, Er könne alles tun.« Damit sind wir bei der Frage, was unmöglich sei und was nicht.
Im gewöhnlichen Sprachgebrauch ist im Wort unmöglich durchweg ein unausgesprochener Nebensatz mitgemeint, der mit den Worten beginnt: »es sei denn...«. So ist es mir unmöglich (von dem Platz aus, an dem ich jetzt sitze und schreibe) die Straße zu sehen, »es sei denn«, ich steige in das oberste Stockwerk, von wo aus ich über das dazwischenliegende Gebäude hinwegblicken kann. Hätte ich das Bein gebrochen, so würde ich sagen: Aber es ist unmöglich, ins oberste Stockwerk zu steigen - womit ich meine: dies ist unmöglich, »es sei denn«, Freunde kommen und tragen mich hinauf. Nun wollen wir einen weiteren Schritt tun zu einer neuen Stufe von Unmöglichkeit. Wir sagen: »Es ist in jedem Fall unmöglich, die Straße zu sehen, sofern ich bleibe, wo ich bin, und sofern das dazwischenliegende Gebäude bleibt, wo es ist.« Es könnte aber jemand hinzufügen: »Es sei denn, die Natur des Raumes oder des Sehens wäre anders, als sie ist.«
Ich weiß nicht, was die Philosophen und Wissenschaftler hierzu sagen würden. Aber ich würde zu antworten haben: »Ich weiß nicht, ob der Raum oder das Sehen möglicherweise von der Art sein könnten, wie du es vorschlägst.«
Nun ist es klar, daß die Worte »möglicherweise... sein könnten« hier eine absolute Art Möglichkeit oder Unmöglichkeit meinen, verschieden von den nur relativen Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten, die wir bislang betrachtet haben. Ich vermag nicht zu sagen, ob Um-die-Ecke-sehen in diesem neuen Sinn »möglich« ist oder nicht; denn ich weiß nicht, ob es widerspruchsvoll in sich selbst ist oder nicht. Ich weiß aber sehr genau, daß es absolut unmöglich ist, wenn es in ,sich selbst widerspruchsvoll ist. Das »absolut Unmögliche« mag auch das »in sich Unmögliche« heißen; denn es trägt seine Unmöglichkeit in sich selbst, statt sie von andern Unmöglichkeiten zu borgen, die ihrerseits wieder von andern abhängen. Hier kann nicht ein »es sei denn« hinzugedacht werden. Es ist unmöglich unter allen Umständen und in allen denkbaren Welten und für jeden. »Für jeden«: darin ist selbst Gott miteinbegriffen. Seine Allmacht bedeutet die Macht, alles zu tun, was in sich möglich, nicht aber zu tun, was in sich unmöglich ist.
Du darfst Ihm Wunder zuschreiben, aber nicht Widersinn. Dies bedeutet keine Begrenzung Seiner Macht. Wenn es dir einfällt zu sagen: »Gott kann einem Geschöpf einen freien Willen geben und gleichzeitig ihm den freien Willen vorenthalten«, - dann ist es dir einfach nicht gelungen, irgend etwas über Gott auszusagen. Sinnlose Wortverbindungen werden nicht plötzlich dadurch sinnvoll, daß wir ihnen die beiden Worte »Gott kann« voranstellen. Es bleibt wahr, daß alle Dinge bei Gott möglich sind; das innerlich Unmögliche aber ist nicht ein Ding, sondern ein Nichts. Es ist für Gott genausowenig möglich wie für das schwächste Seiner Geschöpfe, von zwei einander ausschließenden Alternativen beide zu verwirklichen; nicht weil Seine Macht behindert wäre, sondern weil Unsinn eben Unsinn bleibt, selbst wenn er von Gott handelt.
C. S. Lewis, Über den Schmerz, Brunnen-Verlag, Gießen 1998, ISBN 3-7655-3355-6, Seite 23f
Während ich in dieser Woche von Termin zu Termin und von Kundenkorrektur zu Korrektur eile, kann ich nur schnell auf ein Schwarzes Schaf hinweisen, das aufdreht: und zwar den Hahn der wissenschaftlichen Bibelexegese. Unbedingt lesen!
Gestern, in der Familienmesse: Der Pfarrer hat einen zerrochenen Krug vor der Gemeinde aufgebaut und fragt die Kinder, was wohl die Besucher der Frühmesse gesagt haben könnten, als er die großen Tonscherben über den Kirchhof zur Kirche trug. Die Vermutung eines etwa Zehnjährigen ist präzise und schonungslos. Mit großem Ernst und glockenklarer Stimme verkündet er vor der Gemeinde: »Die sagten wohl: ›Oh Mann, bist du doof, daß du einen zerbrochenen Topf über den Hof schleppst!‹«Ich wurde geheilt, als ich auf den Kreuzberg ging. Die starken Schmerzen, die ich während des Hinaufgehens spürte, verschwanden nach und nach. Und als ich oben unter dem Kreuz stand, rief ich meine Frau an und erzählte ihr das. Ihr Glück war unbeschreibbar.







Soeben mit Kunden telefoniert. Eine Skizze, die ich vor vier Wochen anlegte, und die einen Geschichtenerzähler im Orient zeigt, wird nun realisiert. Und gleichzeitig korrigiert: Statt eines Turbans einen Fez. Oder vielleicht doch lieber einen mittelalterlichen Bänkelsänger? Das ist Kontinentaldriftung: mit einem Ruck hat es Kulturen ein Stück weiter auseinandergerissen.

