
… lies mal wieder …
Hier findet ihr den Chef-Latinisten des Vatikan, Pater Reginald Foster, im Gespräch mit Radio Vatikan über die Übersetzungsarbeit an der Enzyklika »Deus Caritas est«. Der Mann ist ein Sprachgenie … und spricht wie ein Sprachgenie. Auch wenn man kein Wort Englisch versteht, kann man spüren, daß er die Übersetzung geradezu »durchlitten« hat. Audio-Datei von 105 live

Abtreibung. Wißt ihr, wenn all die Abtreibungsbefürworter mir doch sagen könnten, wann ein menschliches Leben beginnt – dann gäbe es überhaupt kein Problem damit. Alles in allem ist das auch kein religiöses Argument, sondern ein vernunftbegründetes: An einem bestimmten Punkt nach der Empfängnis – folgt man denen, die sich für Abtreibung aussprechen – ändert sich der Status des Geschöpfs von »nicht-menschlich« zu »menschlich«.
Nun gut, in England haben wir den Punkt bei vierundzwanzig Wochen festgelegt. In Amerika ist er erst bei der Geburt erreicht. In Deutschland und Frankreich sind es zwölf Wochen, in Italien dreizehn und in Schweden achtzehn Wochen. Daraus ist zu schließen, daß »Protodeutsche« und »Präfanzosen« eine Woche schneller zu echten »Kindern« und kleinen »Enfants« werden als in Italien zu Mini-»Bambini«. Die Schweden wiederum sind nette kleine Spätentwickler, brauchen sie doch fünf Wochen länger, um sich vom Zellklumpen zu einem vollwertigen Menschenwesen zu entwickeln – vermutlich dämpft die Kälte ihre Entwicklung.
Was uns Briten angeht, da muß es das Wetter sein, oder irgendeine Diät oder irgendetwas anderes, aber wir brauchen ganze drei Monate länger als die Deutschen oder – oh nein! – die Franzosen um kleine John Bulls zu werden.
Schließlich – das ist leider etwas blamabel, daß ich’s erwähnen muß, denn ich habe nun mal einige Leser aus den Staaten; aber traurigerweise muß ich euch informieren, daß ihr Amerikaner wirklich die saumseligsten von allen seid: Ihr werdet erst Menschen, wenn ihr geboren seid. Ich kann nur vermuten, daß es an den vielen Hamburgern liegt …


Im Streit um eine mögliche Weihe von Bischöfinnen hat eine Arbeitsgruppe der anglikanischen Staatskirche von England heute einen Kompromiss vorgeschlagen. Demnach könnten künftig so genannte Fliegende Bischöfe für jene Pfarreien eingesetzt werden, die die Leitung des Gottesdienstes durch eine Bischöfin ablehnen.

Asterix bei den Belgiern – zwei Legionäre am Waschzuber singen ein Lied, wie es katholischer nicht sein kann: »Ich singe, ich singe / alles in Latein. Ich kann ja, ich kann ja / nur ein Römer sein!«

[So spricht der Herr:]Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, / auf schwaches Fleisch sich stützt / und dessen Herz sich abwendet vom Herrn.
Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, / der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem Wüstenboden, / im salzigen Land, wo niemand wohnt.
Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt / und dessen Hoffnung der Herr ist.
Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist / und am Bach seine Wurzeln ausstreckt:Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; / seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, / unablässig bringt er seine Früchte.


Pius-Aimone Reggio in seinem Vorwort zu dem kleinen Buch »Vergiß die Freude nicht«, Herder, Freiburg 1958:Der Christ hat mehr als jeder andere die Freude nötig. Die Traurigkeit ist schlimm für alle, für ihn aber ist sie verhängnisvoll. Das war für mich die Veranlassung, diese Seiten zu schreiben.
Wohl verstanden ist die Freude, um die es sich hier handelt, nicht irgendwelche Freude. Es ist nicht die Freude, die man leicht mit Vergnügen verwechselt. Selbst wenn es richtig ist, zu behaupten, daß beim Menschen eine gewisse Freude mit jedem Vergnügen verbunden ist, so ist die Freude, genau gesehen, geistiger Art, das Vergnügen sinnlicher Art: Die Freude entstammt aus einer Wertschätzung der Vernunft, das Vergnügen aus einer Empfindung. Es gibt sogar Freuden, die nicht fühlbar, also nicht von Vergnügen begleitet sind und nur in der Tiefe des Geistes schwingen. Freuden des Denkens und der Betrachtung, der Selbsthingabe und des Opfers. Die Freude, von der hier die Rede sein soll, gehört zu diesen letzten.
Sie ist eine der geistigsten unter den geistigen Freuden, eine tiefe Freude, tiefer als der tiefe Schmerz, und es kommt vor, daß sie nur in der Tiefe lebt. Sie ist fähig, inmitten aller Arten von Prüfungen und selbst Bitterkeiten fortzudauern. Sie ist eine Freude der Ewigkeit, die nach der Ewigkeit verlangt. Sie bezeugt die Größe des Menschen und seine wesensmäßige Freiheit, da sie zeigt, daß er fähig ist, sich über die gegenwärtige Stunde zu erheben, so schwer sie auch sein mag. Die Freude verleiht dem Christen, diesem unvermeidlich geprüften Wesen, Flügel, jene Freude nämlich, wie sie die Apostel verkosteten, wenn sie etwas um des Namens Jesu willen zu leiden hatten (Apg 5, 41). Kurz, es handelt sich um die Freude, die zum Wesen der Menschwerdung gehört, um die Freude, die mit Jesus geboren wurde und die, wie die Liebe, stärker ist als der Tod.
Das liturgische Tagesgebet für den heutigen Tag:
Damit die Wartezeit auf den nächsten Cartoon nicht zu lange wird, hier ein Fundstück aus dem Prospekt eines Markendiscounters in der letzten Woche. Ich glaube, ich muß dazu nicht viel sagen: Ein Toilettenpapier, das »Touching« heißt, nach Spekulatius duftet und mit zarter Rentiererotik beworben wird. (»Hoho, meine Dame, der nächste Verehrer lauert schon im Gestrüpp!«) … das muß ein Renner werden.
»Wer wie wir verkrüppelt, hinkend, leicht beschränkt, egoistisch, arrogant, ängstlich, lieblos durchs Leben geht, der bringt es nie fertig mit ganzem Herzen "Ja" zu sagen. Nur wer nicht weniger, sondern mehr Mensch ist als Sie, geneigter Leser, und ich - der allein kann in den überraschenden und unbegreiflichen Willen GOttes springen, der kann "JA" sagen statt "Vielleicht" oder "Nur wenn..." oder "Gerne, aber nur auf Widerruf". Nur wer nicht an sich denkt, weiß, was er tut, wenn er sich der "teuren Gnade" GOttes leibhaftig zur Verfügung stellt.«Guggsdu hier. Ich bin beinahe versucht, mit der römischen Patriziergattin in »Asterix und der Kupferkessel zu sagen: »Kaum zu ertragen, so wahr ist es.«
»If it be true (as it certainly is) that a man can feel exquisite happiness in skinning a cat, then the religious philosopher can only draw one of two deductions. He must either deny the existence of God, as all atheists do; or he must deny the the present union between God and man, as all Christians do. The new theologians seem to think it a highly rationalistic solution to deny the cat.«
Da wollte die Rheinische Post aus Düsseldorf etwas für die Moral tun und versprach am Donnerstag einen Adventskalender (Adventkalender für die Freunde aus Österreich) aus lauter guten Nachrichten!
(Ich könnte mir ja auch so ’nen Biber vorstellen; aber ich glaube, das wäre mir etwas zu technisch …
Für jede Zielgruppe haben die Werbetexter ein Vorbild gefunden: Hobby-Literaten sollen sich an Goethe ein Beispiel nehmen, Tüftler an Toto Lilienthal, Fernsehgucker an Günther Jauch, Unternehmer an August Thyssen oder Adi Dassler. Die meisten Vorbilder finden sich – wen wundert’s – unter den Sportlern: Du bist Franz Beckenbauer, Claudia Pechstein, Max Schmeling, Katharina Witt oder Michael Schumacher. Letzterer hätte es auch »in jedem anderen Job aufs Siegertreppchen geschafft«. Denn, so glauben die Erfinder der Kampagne, »sein Erfolgsrezept ist kein gottgegebenes Talent, Sondern Perfektionismus und außerirdischer Wille.«
Aber auch für diejenigen, die statt schneller Autos Sex und Erotik lieben, gibt es Ermutigung: »Du traust dich nicht, deine Leidenschaft zum Beruf zu machen? Wovor hast du Angst? Beate Uhse glaubte immer an ihre Vision. So wurde die Gesellschaft toleranter und sie zur Erfolgsunternehmerin.«
Im Land der Dichter und Denker mag man darüber schmuzeln oder die Stirn runzeln, daß es kein einziger Philosoph – geschweige denn ein Theologe – in die Riege der Vorbilder geschafft hat. Aber das ist nur konsequent. Denn der Leistungsbegriff, der hier eingesetzt wird, ist radikal subjektiv, zusammengesetzt aus den beiden Zutaten Ehrgeiz und Wille, und läßt sich messen an der öffentlichen Bewunderung oder am Einkommen. Er kennt prinzipiell keine Grenzen. »Bring die beste Leistung, zu der du fähig bist. und wenn du damit fertig bist, übertriff dich selbst.«
Christ in der Gegenwart, Nr. 49/05, S. 403f