Montag, November 01, 2010

Pontifikalamt zur Weihe der neuen Ikonostase



Auf diesem Foto sieht man den unspektakulären seitlichen Eingang zur Heilig-Geist-Kirche in Düsseldorf-Derendorf. Dorthin hatten mich Freunde heute zur Einweihung der Ikonstase eingeladen. Die Griechisch-Katholische Ukrainische Gemeinde nutzt das Gotteshaus jetzt gemeinsam mit der katholischen Gemeinde des Pfarrverbundes Derendorf. Zur Weihe kam aus München der Exarch der ukrainischen Gemeinschaft in Deutschland, Bischof Petro Kryk. Die Gemeinde wird jetzt das Seitenschiff nutzen, das auf dem Foto zu sehen ist.



Die byzantinische Liturgie hat einen sehr großen Eindruck auf mich gemacht. Ich ahne dankbar, welchen Reichtum die Kirche in ihren Riten hat.



Ein Gebet vor dem Empfang der Kommunion:

Ich glaube, o Herr, und bekenne, daß Du in Wahrheit
Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes, der in die Welt
gekommen ist, um die Sünder zu erlösen, unter denen ich der
erste bin.
Laß mich heute teilnehmen, o Sohn Gottes, an Deinem
mystischen Gastmahl; ich will Deine Mysterien nicht den
Feinden verraten, Dir auch keinen Kuß geben wie Judas,
sondern wie der Schächer bekenne ich vor Dir:
+ Gedenke meiner, o Herr, wenn Du in Dein Reich kommst.
+Gedenke meiner, Gebieter, wenn Du in Dein Reich kommst.
+Gedenke meiner, Heiliger, wenn Du in Dein Reich kommst.
Nicht zum Gericht oder zur Verdammnis möge mir die
Teilnahme an Deinen Mysterien gereichen, sondern zur Heilung
der Seele und des Leibes.
+ Gott, sei mir armen Sünder gnädig.
+ Gott, verzeihe mir meine Sünden und erbarme Dich meiner.
+ Ohne Zahl habe ich gesündigt, Herr, verzeihe mir.


Montag, Oktober 25, 2010

non sunt multiplicanda entia sine necessitate

Also. Wie kommt es zur jüdischen oder christlichen Offenbarung? Mein Bekannter hatte vieles durchdacht. Die Sache mit Moses und den Geboten. Irgendwo in der Bibel stünde etwas mit schwarzem Feuer und weißem Feuer … und das sei doch möglicherweise ein Hinweis auf die Monitore der Besucher aus der Zukunft. Und die Zeitreisenden, die die Monitore – und so manch anderes nützliches Zeug aus der Zukunft gebracht hätten, sie seien mehrere gewesen, von den Besuchten als Götter angesprochen: Elohim, der Gottesname – Plural! Ob mir das nicht sagte?

Ich versuchte (und versuche eigentlich immer noch) zu erfahren, ob mein Bekannter mich verschaukeln wollte. Aber ihm schien das ernst zu sein. Die Religionen, wie wir sie kennen, seien das Werk von Menschen aus einer Zeit, die wir jetzt noch Zukunft nennen, die aber mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit gereist seien, um den Menschen ein paar moralische Grundsätze beizubiegen. Daß ich als Katholik natürlich etwas gegen diese Erklärung haben müsse, sei ja ganz klar.

Und somit steht jede mögliche Erwiderung auf diese steile Zeitreisendenthese erst mal unter Ideologieverdacht. Daher habe ich auch nicht auf Glaubenssätze oder ähnliches zurückgegriffen, sondern versucht, seine These bei der Paradoxie zu nehmen. Hätten die Jungs aus der Zukunft, um die ganze Religionsgeschichte wissend, dann nicht etwas Besseres bringen können als die »Old Time Religion«? Ich erzählte auch etwas von Ockhams Rasiermesser, jenem Grundsatz der Wissenschaftstheorie, nach dem die Erklärung mit der sparsamsten Verwendung von Grundannahmen einer komplizierten anderen Erklärung vorzuziehen sei. Ich wies darauf hin, daß Zeitreisen für mich in das Gebiet der Science Fiction gehörten.

Ich denke, mein Freund ist von Außerirdischen entführt worden und auf dem bewohnbaren Mond von xnfh489c<:LI, dem zwölften Planeten des @∆~¨©-Systems einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Durch eine Zeitschleife hat man ihn so wieder zur Erde zurückgebracht, daß sein Fehlen nicht länger dauerte als ein normaler Toilettenaufenthalt.

Doch halt – diese Erklärung beruht auf einer Vielzahl von Mutmaßungen. Einfacher ist die Erklärung, daß Menschen mit Wonne bereit sind, den letzten Rest an Grips über Bord zu werfen, um sich der Existenz Gottes nicht stellen zu müssen. In diesem Sinne: Frohe Zukunft!

Gestern, in der Sonntagsmesse

… ein unerwartetes Pontifikalamt in St. Johann in Krefeld. Da willste einfach nur in die Sonntagsmese gehen und – schwupps – stehste in der Weltkirche. Der Hauptzelebrant ist hier der indische Bischof Dr. Joshua Mar Ignathios, Bischof von Mavelikara. Ich liebe meine Pfarrei … oder anders gesagt: Wer hat behauptet, daß Rechtgläubigkeit langweilig sein muß?






Mons. Dr. Joshua Mar Ignathios ist Bischof Syro-Malankarischen Katholischen Kirche. Wir verdanken seine Anwesenheit einer großen Syro-Malankarischen Gemeinde, die unsere Kirche für die Feier der Eucharistie im syro-malankarischen Ritus nutzt. St. Johann, unsere Pfarrgemeinde im Krefelder Süden ist geprägt durch ein sehr lebendiges Miteinander verschiedener Kulturen.

Bei dieser Sonntagsmesse mußte ich an den starken und unvergeßlichen Blogeintrag aus Elsas Nacht(b)revier denken – ich reklamiere ihre Worte auch einmal für »unseren« Bischof, auch wenn er ein Haus weiter im Osten wohnt:

Diese Bischöfe sind natürlich ein Bild für sich. Winzig klein und weiß, oder schwarz wie die Nacht und riesig, gebeugt vom Amt und ganz bunt geschmückt, cremefarben, ganz in scharlach als nähme man sie gerade mitsamt zwei-Meter-Tiara vom Feuerofenrost, karmesin bis zum Boden wallend, als hüllte sie das Blut der ersten Märtyrer ein, überdeckt und behängt mit Marien- und Herz-Jesu-Bildnissen, orthodox anmutende Holzkreuze vor die Brust gepresst, aufrecht, löwenmähnig, souverän. Auch: Hutzelig, klein, superbunt. Olivfarben, ebenh0lz, elfenbein - wow! was für eine Truppe! Die Truppe unserer Elite: Die Bischöfe der Christen, die in ihren Heimatländern vergewaltigt, gefoltert, verstümmelt und getötet werden. Die Besten der Besten. Unser Herzblut. Sie alle kommen in einer Synode in Rom zusammen, um sich zu vergewissern, dass die heilige, katholische apostolische undsoweiter sie nicht vergessen hat. Ganz ehrlich sieht es aus, als zögen Kaspar, Melchior und Balthasar in den Petersdom ein. Wir hatten die Messe aller Messen. Wenn es je einen Turbo-Novus-Ordo gepaart mit syro-aramäischen Huldigungen gab, das war es. Man verlange jetzt keine Einzelheiten von mir, die kann man nachschauen. Quelle


Ein Hauch von Weltkirche in meinem Bistum. Wie gesagt: Ich liebe meine Pfarrei …

Webseite der Pfarrei St. Johann
Webseite der Syro-Malankarischen Katholischen Kirche

Donnerstag, Oktober 21, 2010

WUAAAAAAAAHHHH!!!!!!!!!!




Der Geist des Konzils ist wieder gesehen worden! Heute, im European!

Mittwoch, Oktober 20, 2010

Kardinal Marx!



Ein herzlicher Gruß geht nach Geseke, wo sich zur Zeit vermutlich Prozessionen und Autocorsi durch die Prachtstraßen wälzen. Erzbischof Reinhard Marx, Sohn der Stadt im nördlich gelegenen südlichen Ostwestfalen, ist ernannter Kardinal!

Der Rheinländer sieht es neidlos.


Bildquelle: Wikipedia

Donnerstag, Oktober 14, 2010

Schwester Consolatrix rollert zum Dialog [2]



Heute hätte es Schwester Consolatrix fast vom Roller gehauen. Da gibt es etwas, das kannte sie noch nicht. Geistkraft! Wow! Consolatrix hat ja einen gewöhnlich gut ausgerüsteten Medikamentenschrank im Kloster, und sie ist mit allen charismatischen Wassern gewaschen, aber »Geistkraft« ist ihr noch nie untergekommen.

Damit macht ihr Roller hundert Sachen.

Liebe Bischofskonferenz! Da die Geistkraft mittleweile auch in euren Frauenreferaten angekommen ist und offensichtlich herbeimeditiert werden kann, fragt euch Schwester Consolatrix, wie weit die Entwertung und Umdeutung des Glaubensgutes noch gehen soll. Ihr wißt ja, was denen passiert, die die Geistkraft lästern. (Oder wirft Schwester Consolatrix das nur wieder durcheinander? Sie ist ja nicht mehr die Jüngste.)

Das nur als Anregung zur DialogIn. (Abk. f. DialogInitiative.)

Dienstag, Oktober 12, 2010

Blogosaurus’ Erwachen …




Lange schlief der Blogossaurus. Doch jetzt hat er ein wenig herumtapeziert und die Blogroll mal so ganz ordentlich glattgestrichen.

Fehlt da noch wer???

Namensagen!

Harald meint in einem Kommentar zu Schwester Robustas Pflegedämonen, es sei wie mit den Bären. Am Ende sagten sie alle ihren Namen.

Ich glaub das nicht. Mein Opa hat es versucht.


Die seltsamen Abenteuer des Raumschiffs Catholica

Regler hoch und affrocke!

Montag, Oktober 11, 2010

Schwester Consolatrix rollert zum Dialog …



Schwester Consolatrix fährt zur Dialoginitiative und hat ein paar Fragen im Gepäck.

Heute:

Zum Themenkreis Mißbrauch und Weg der Kirche aus der Krise möchte Schwester Consolatrix gerne wissen, ob sich die Bischofskonferenz mit dem Brief des Papstes an die Iren beschäftigt hat und ob gegebenenfalls Anregungen und Wegweisungen aus dem Brief aufgriffen werden können.

In unserer zunehmend säkularisierten Gesellschaft, in der selbst wir Christen uns oft schwer tun, über die transzendente Dimension unserer Existenz zu sprechen, müssen wir neue Wege finden, jungen Menschen die Schönheit und den Reichtum der Freundschaft mit Christus in der Gemeinschaft der Kirche nahezubringen.
Für die Bewältigung der gegenwärtigen Krise sind die Maßnahmen, um angemessen gegen Verbrechen von einzelnen vorzugehen, unerläßlich, aber sie allein reichen nicht aus: Wir brauchen eine neue Vision, um die gegenwärtige und die zukünftigen Generationen zu ermutigen, das Geschenk unseres gemeinsamen Glaubens wie einen Schatz zu bewahren. Wenn Ihr den Weg des Evangeliums geht, die Gebote befolgt und euer Leben immer enger nach dem Beispiel Jesu Christi gestaltet, werdet Ihr sicher die tiefe Erneuerung erfahren, die wir in dieser Zeit so dringend brauchen. Ich lade Euch ein, auf diesem Weg beharrlich voranzuschreiten.



Es wäre doch klasse, wenn wir in Deutschland vom Heiligen Geist eine Vision für die Bewahrung und Weitergabe des Glaubens erbitten könnten.

Indes soll Schwester Consolatrix durch die Blogoezese rollern. Wenn jemand ihr Bild aufnehmen und ihr ein paar Fragen mitgeben will, wer weiß, vielleicht kommt sie dann irgendwann einmal bei der Bischofskonferenz an …

Quelle: Brief des Papstes an die Katholiken in Irland

Jetzt bloß nichts überstürzen …



Oha, beim Blogoezesanen Schwester-Robusta-Preis bin ich in der Kategorie »Trägheit« nominiert. Jetzt nur keinen Fehler machen. Nicht zuviel posten. Nachher verliere ich noch meine Kategorie …

Klosterneuburger Marginalien: Endlich!: "Es kann losgehen! Ich habe jetzt keine Lust mehr auf Warten und Rumgezimper. Laßt uns abstimmen! Ich habe eine handlesübliche Online-Poll-S..."

Freitag, Oktober 08, 2010

Blogtechnisches

Ich habe gerade einen Kommentar von Sponsa Agni veröffentlicht. Ab jetzt habe ich die Kommentarbox wieder geöffnet. – Die Zeiten des Untergrundkampfes unserer Sedivandalen sind ja wohl vorbei. – Sedisvakantismus ist ausgesessen. Als nächstes werde ich daran gehen, die Blogroll und meine Links zu aktualisieren.

Ob ich wohl irgendwann einmal wieder zu Wordpress gehen werde? Erst mal meinen Blog wieder ans Laufen bringen. Ich hüpfe hinter der Blogoezese her … ;-)

Gedanken zur Eucharistischen Nüchternheit

»Ich mag doch nicht vor der Messe die Minuten bis zum Kommunionempfang zählen, nur um ein äußerliches Fastengebot einzuhalten.«

Es ist einerseits wahr, daß die Liebe nicht rechnet. Es ist andererseits objektiv wahr, daß die Kirche ein Mindestmaß an Fasten vor dem Empfang der Heiligen Gaben vorgeschrieben hat. Und daß das Mindestmaß von einer Stunde vor Empfang der Kommunion schon eine weitgehende Liberalisierung gegenüber den alten Bestimmungen zur Eucharistischen Nüchternheit darstellt.

Ein Freund drückte es nah einem Choralhochamt – das seine Zeit dauerte – irgendwo am Düsseldorfer Rheinufer so aus: Wenn ich vor der Messe noch eben beim Burgerking gewesen wäre und das Papier gerade noch in den Papierkorb vor der Kirche geschmissen hätte, dann hätte ich die Vorgaben erfüllt.

Ich halte diese Fastenbestimmung für einen fast nicht nachvollziehbaren Fehler, auch wenn ich selber natürlich davon profitiere, daß ich mit Kollegen Kaffee trinken kann, ohne mir Gedanken darüber zu machen, ob ich später zur Kommunion gehen will oder nicht. Die Orthodoxen scheinen die Katholische Fastenregelung, die eigentlich nur verhindert, daß jemand beim Gloria noch ein Stück Schokolade vernascht, mit Irritation zu sehen.

Natürlich kann man sagen: Alles Äußerlichkeiten! Hat Christus uns nicht vom Gesetz befreit? Meines Erachtens ist das nicht ganz richtig. Er hat uns davon befreit, durch Werke des Gesetzes gerecht werden zu wollen. Aber das Gemeindebild der Charismatischen Anarchie, in der jeder – nichts als seinem eigenen Gewissen verpflichtet, sich weitgehend von kultischen und bevormundenden Regeln löst, ist eine Fiktion der Liberalen Theologie.

Was spräche dagegen, etwas zu tun, nur weil es eben Gebot der Kirche ist? Es von innen her und in der Liebe anzunehmen. Wer mag, soll zusätzlich und in derselben Liebe Psalm 51, 122 oder 43 vor der Messe (oder in der Vormesse) beten.

Donnerstag, Oktober 07, 2010

Mittwoch, August 11, 2010

Erzbischof Burke: Aufgabe der ganzen Kirche

Erzbischof Burke schrieb im Vorwort zu einer Studie über das Motu Proprio »Summorum Pontificum« folgende Sätze, die ich sehr freudig aufgenommen habe:

Die Verfügung, mit der der Papst vor einigen Jahren die ältere Form der katholischen Messfeier für breitere Kreise zuließ, sei ein „Akt universeller Gesetzgebung“ und daher „für die gesamte Kirche weltweit verbindlich“, betont der aus den USA stammende Kurienerzbischof. Es gehe also nicht um einen „Gunsterweis gegenüber irgendwelchen Personen oder Gruppen, sondern eine Gesetzgebung zum Zweck der Wahrung und Beförderung des Lebens des ganzen mystischen Leibes Christi und der höchsten Ausdrucksform dieses Lebens, nämlich der heiligen Liturgie“.


In unserer gemeindlichen Situation müssen solche Sätze wie weit übers Kirchenvolk hin gesprochen erscheinen. Vielleicht hätte ich den Sinn dieser Worte nicht verstanden, wenn ich nicht selber die Erfahrung gemacht hätte, daß das »Ja« zur liturgischen Tradition der Kirche (inklusive ihrer Liturgiereformen) den Blick auf die Katholizität der Kirche richtet. Die traditionelle Messe gehört nicht an den Rand der Kirche; und ihre Freunde sind keine Randständigen; Gruppen, denen man ein Zugeständnis machen mußte.

Bevor ich erste »Erfahrungen« mit der Außerordentlichen Form machen konnte, habe ich eine starke Trennung zwischen vorkonziliarem und nachkonziliarem Kirchenbild in meinem Umfeld, besonders meinem theologischen Umfeld wahrgenommen. Auf liturgischem Gebiet war man schon weiter als die Reform, sprach von tridentinischem und vatikanischem Feierraum und konzipierte dialogische Spannungspole im liturgischen Feierraum. Tradierte Kirchenräume wurden teilweise mit Schlagworten (»Omnibus-Anordnung«) abgetan.

Gleichzeitig habe ich den teilweise unerleuchteten Eifer traditionalistischer Gruppen kennengelernt: Die alte Messe lag mir also relativ fern.

Ich habe selber festgestellt, daß mir das Motu Proprio erst einen Weg zur Außerordentlichen Form bahnte, denn der Papst war – zumindest in meinen Augen – im Begriff, die sogenannte »Tridnetinische Messe« aus der Schmuddelecke »Indultmesse« in die universale Berechtigung der Kirche zurückzuholen.

Es mag Zufall sein, daß mir gleichzeitig jene dritte liturgische Form des »Unordentlichen Ritus« sauer aufstieß. Aus verschiedenen Rücksichtnahmen heraus bin ich sogar einmal in einer Messe zur Kommunion (war es wirklich Kommunion?) gegangen, in der die Gemeindereferentin Teile des Hochgebetes übernommen hat. Das war für mich ein innerer Schock. War es wirklich noch Jesus, den ich da empfing? In einem Kirchenraum, der die existenzielle Wucht und Dramatik eines schwedischen Einrichtungskataloges besaß? Ohne zu dramatisieren, glaube ich, daß die Ideologie des Liturgie-Machens weit in den Raum der Kirche vorgedrungen ist.

Ich will nicht gegen eine legitime Form der Liturgie polemisieren, es sei denn eben gegen die Unordentliche Form. Ich weiß auch nicht, ob die liturgiefeindlichen Elemente (Liturgie als moralische oder pädagogische Veranstaltung; Eventcharakter der Liturgie) wegen oder mit der Liturgiereform eingezogen sind. Auf liturgische Anweisungen oder die Liturgiereform selber können sie sich jedenfalls nicht berufen. (Meiner Überzeugung nach haben die unterschiedlichen Formen der Liturgie unterschiedliche Gefährdungen.)

Ich stand vor der Alten Liturgie wie ein Kind, das an Heiligabend die Tür zum Gabenzimmer aufstößt. (Soweit die Analogie: Ich würde nicht soweit gehen, den Papst als Weinhnachtsmann zu bezeichnen …) :-)

Ich hatte etwas gefunden, das ich, ohne es zu kennen, vermißt habe: Eine weitgehende Einheit von Wort und Klang, Raum, Bewegung und Geste. Das bürgerliche: »Ihnen einen schönen Sonntag« – »Danke gleichfalls!« wurde mir angesichts des Gefeierten immer unerträglicher. – Ja, ich weiß: Das »Danke gleichfalls, Halleluja, Halleluja« der Osterzeit taucht nirgends in den Rubriken von 1970 auf.

Ich habe jetzt die Möglichkeit, die alten Opferungsgebete anzuschauen, Orationen zu vergleichen – mich andererseits über die Evangelienprozession zu freuen und festzustellen, wieviel mir doch an der neuen Leseordnung liegt; und das Wichtigste: Ich kann dies tun, ohne daß es mich innerlich ideologisch zerreißt. Das Motu Proprio hat mir doch ziemlich die Augen für die innere Einheit der Römischen Liturgie geöffnet. Dabei liegt es mir fern, Grenzen zu verwischen. Offene Fragen zwischen den beiden Usus (Wer oder was wird wann geopfert?) kann ich gerne stehenlassen – gerade wegen der Katholizität beider Formen.

Vielleicht bin ich in einigen Augen ja ein typischer Postmoderner, oder ein Mosebach-Katholik. Ich glaube heute nichts anderes über die Eucharistie als ich vor zwanzig Jahren geglaubt habe – und das ist der Glaube der Kirche –; aber die Alte Form der messe ist für mich eine Schule des Gebets geworden. In der Mitte der Kirche, wie auch ich in der Mitte der Kirche stehe.

Und wie auch die Menschen in der Mitte der Kirche stehen, die ich so oft beim sonntäglichen Choralamt treffe.

Sonntag, Juli 11, 2010

Heute, in Köln ...



Ein Hauch von Weltjugendtagsstimmung heute auf dem Roncalliplatz. Wenn die Süddeutsche Zeitung über die Kundgebung von Deutschland pro Papa in München zu sagen wußte, es seien vorwiegend ältere Teilnehmer gewesen, dann fiel jedenfalls mir in Köln auf, daß alle Altersstufen vertreten waren und sich in einer fröhlichen Volksfeststimmung in Gedanken an den Heiligen Vater versammelten. (Ich sehe daher Anlaß, auch die Darstellung der Süddeutschen höflich zu bezweifeln.)

Besonders bewegend war für mich, daß so viele Menschen auf einem öffentlichen Platz einmütig den Engel des Herrn beteten.

Ein Wort zu den unterschiedlichen Schätzungen der Teilnehmerzahlen. Ich glaube, wir werden es nie so genau wissen. Zum einen gibt es die Anmeldungen der einzelnen Gruppen und Gemeinden. Dann der vollkommen überfüllte Dom zum Pontifikalamt. Beim Roncalliplatz verschätzt man sich leicht, zumal sehr viele Teilnehmer unter den schattenspendenden Arkaden des Römisch-Germanischen Museums standen. Eines ist jedenfalls sicher: Es waren erheblich mehr als tausend.

Elsas Nacht(b)revier berichtet.

Und hier noch der Link zu meinem Picasa-Album …

Freitag, Juli 09, 2010

Nashörnchen



In den letzten beiden Wochen war ich nicht sehr oft online; mein Blog mußte ruhen.

Nun bin ich glücklicher Dauerkartenbesitzer des (sehr) nahegelegenen Zoos. Und ich möchte das Blog nutzen, einige Nachbarn vorzustellen. Da ist zum Beispiel das Spitzmaulnashornpärchen Nane und Usoni, die seit letzten Sonntag Nachwuchs haben. Ein Nashörnchen, oder vielmehr, ein Nasohnehörnchen.

Dienstag, Juni 22, 2010

Kleine Maria oder großer Alexander?




Wer dieser Tage in Augsburg das Gnadenbild der »Knotenlöserin« betrachtet, wird vielleicht auf die Idee kommen, die verworrene und vielschichtig gebrochene Situation im Bistum der Aufmerksamkeit Marias, der Mutter Jesu, anzuvertrauen. Mich hat dieses Bild immer fasziniert – zum Beispiel wenn ich am Heiligabend die Lichterketten entwirren oder unter den Schreibtisch kriechen muß, um das Kabelgewirr zu ordnen.

Das Gnadenbild erinnert mich in dieser Situation daran, daß der Ausweg aus den sehr diesseitigen Augsburger Verworrenheiten nicht im Durchschlagen des Gordischen Knotens bestehen kann, wie es die Legende von Alexander dem Großen berichtet.



Der marianische Weg geduldigen Lösens hat zudem den Vorteil, daß das Seil unzertrennt bleibt …

Gegrüßet seist du, Maria,
voll der Gnade.
Der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.

Freitag, Juni 18, 2010

What Shall We Do With The Vuvuzela?




Hat sich jemand bereits der andrängenden Frage gestellt, was aus den Tonnen von Vuvudingsdas wird, die in Deutschland über die Ladentheke gingen? Echo Romeo macht Vorschläge zur sinnvollen Verwendung der WM-Tröten nach dem Match.

Dienstag, Juni 15, 2010

TRÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖT!



Aus einem Kommentar der Katholischen Tageszeitung »Die Tagespost«. Sie findet die Diskussion um ein Verbot der Vuvuzelas unmöglich …

»… weil dieses Begehren im Grunde ein mentaler kolonialistischer Reflex ist, den man endlich überwunden zu haben glaubte. Da klopfen sich die Großen im Fußball der FIFA aus Europa gegenseitig auf die Schulter, weil sie Afrika (…) zum Austragungsort eines globalen sportlichen Großereignisses machten, um so dem Kontinent etwas Wahres, Gutes und Schönes zu tun (…) – nimmt sich dieses Afrika jedoch tatsächlich das Recht heraus, selbstbewusst mit der Tröte im Mund das Gute, Wahre und Schöne der eigenen Fan-Kultur im wahrsten Sinne des Wortes frei herauszuposaunen, dann ist es dem kulturpaternalistischen Europa auch wieder nicht recht.«

Montag, Mai 31, 2010

Deutschland Pro Papa!




Wie, ihr habt keinen Bundespräsidenten mehr? Macht nichts, wir sind immer noch Papst!

Wie das kleine gallische Dorf das Imperium Romanum, so versucht die Aktion »Deutschland Pro Papa« das Land, das einstmals Papst war, aufzumischen und so ein sichtbares Votum für den Heiligen Vater, Papst Benedikt XVI zu sein.

Keine Chance für ein so kurzfristig anberaumtes Projekt, ohne Unterstützung (dafür mit freundlichen Grüßen) seitens der Bischofskonferenz?

Wir werden sehen. Und wir werden uns sehen. Zum Beispiel am 11. Juli zum Angelus am Dom.


Link: Solidaritätskundgebung »Deutschland Pro Papa«

Lena und ihr Triton




Dafür werden mich die Kunstfreunde steinigen. Zu Recht, wie ich finde. Ich ducke mich rasch.

Es war allerdings schwer, sich in den letzten Tagen der Präsenz dieses fröhlich zappelnden, singenden und quasselnden Mädchens zu entziehen. Und ich kann Frère Wolfgangs Rührung über die Einfachheit der neuen Pop-Prinzessin gut nachvollziehen, wird doch der Hügel in Burgund Jahr für Jahr von Hunderten solcher Lenas überschwemmt.

Was macht die Faszination aus? Mir kamen als erstes jene Schönheiten der italienischen Renaissance in den Sinn, die von Malern von Botticelli über Tizian bis Lotto gemalt, uns heute noch als Darstellungen griechischer Göttinnen und christlicher Madonnen erfreuen. Sehnsucht nach dem reinen, jungfräulichen Anfang? Die Kind-Frau als Ausdruck unserer Hoffnung, noch einmal neu anfangen zu können, in der ganzen Frische und Schönheit des Beginns?

Die Illusion war nur von kurzer Dauer, denn wie ein Böcklinscher Triton schob sich das Gesicht Stefan Raabs daneben. Und dann dieses Lied … lassen sich Form und Inhalt tatsächlich trennen? Wo bleibt der Aufschrei der Feministinnen über den Inhalt des Contest Songs, wenn die junge Dame von der blauen Unterwäsche singt, die sie eigens kaufte, um einem durchaus auswechselbaren Typen zu gefallen?

Es bleiben gemischte Gefühle. Und ein Wunsch für Lena: Daß sie noch oft, oft die Gelegenheit hat, am Song Practise in Taizé teilzunehmen.

Sonntag, Mai 30, 2010

Termin in Köln

Ich teile hiermit meinem regelmäßigen Leser (in Gestalt einer lieben Freundin) mit, daß ich am 11. Juli in Köln den Angelus vor dem Dom zu beten gedenke.

Hier Elsas Kommentar vom gewaltigen Eindruck, den die Aktion »Deutschland pro Papa« auf den Pressesprecher der Bischofskonferenz gemacht hat.

»Ihrer Initiative wünsche ich einen erfolgreichen Verlauf und bin mit herzlichen Grüßen«, schreibt er da. Das kriegen wir Rheinländer kürzer hin: »Tschöööhöööö!«

Samstag, Mai 29, 2010

Requiescat in Pace


Die Anteilnahme war riesig. Es werden vermutlich über tausend Menschen gewesen sein, die an der Beerdigungsmesse und dem anschließenden Begräbnis unseres Pfarrers teilnahmen. Georg Weigel, 1971 Abiturient – ein Jahr bevor ich an sein ehemaliges Gymnasium kam, nach Berufsausbildung Theologiestudium; in Rom 1982 von Kardinal Ratzinger zum Priester geweiht. Pfarrseelsorge, Studentenseelsorge, Leitung des Theologenkonvikts des Bistums Aachen in Bonn. Seit 2002 Pfarrer in Krefeld-Fischeln, Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden in Krefelder Süden.

Auch wenn wir nie gemeinsam die Schulbank gedrückt haben … das Arndt-Gymnasium hat einen gewissen Stallgeruch vermittelt, an dem wir, denke ich, uns erkannt haben. Es war sehr schön, ihn kennen zu dürfen; und die Vorstellung, ihn in diesem Leben nicht mehr sehen zu können, versetzt mir einfach nur einen schmerzenden Stich. Zu plötzlich kamen für uns Krankheit, Schwäche und Tod.

Es bleibt, wie so oft beim Sterben eines Menschen, nur die staunende Erkenntnis: Welcher Reichtum eines Lebens … und welche Vorläufigkeit!

Ich wünsche ihm und bitte für ihn, daß sich die Pforten des Himmels weit für ihn öffnen. Möge er in Frieden ruhen. (Und möge er beim Himmlischen Hochzeitsmahl den Küchendienst anleiten!)

Freitag, Mai 28, 2010

Schluß, aus, Ende!

Schluß, aus, Ende mit der Blogpause. Ab jetzt muß wieder mit Echo Romeo gerechnet werden. In der Zwischenzeit habe ich mir erheblich zu viele Gedanken gemacht, wie ich meinen Blog auf eigenem Webspace vitalisiere. Und dabei liegen die ganzen alten Cartoons und eine ganze Stecke Bloggergeschichte hier bei Echo Romeo.

Was ist zu tun … neben dem Zeichnen neuer Daily Toons? Meine Blogroll aktivieren und für neue Labels sorgen. Auf mehr Persönliches achten, auch wenn dieses Blog kein Tagebuch ersetzen soll – das führe ich lieber auf Papier und … geheim. Aber wie oft habe ich in der letzten Zeit gedacht: Darüber würde ich gerne bloggen.

Ich beginne also hier, wo ich vor langer Zeit aufgehört habe, neu.

Dienstag, November 07, 2006

Heiliger Willibrord

Zu Sankt Willibrord begann’s; zu Willibrord endet’s. Zumindest das Weblog an DIESER Stelle. Zwar ist der Blogosaurus am anderem Ort mit dem Tapezieren noch nicht fertig – doch heute abend wird der neue Ort bekanntgegeben und freigeschaltet.

(Und, wie’s sich gehört, der Schutzheilige dieses Weblogs gefeiert!)

Und jetzt erscheint dieser Eintrag doch einen Tag später. Weiter geht’s hier.

Freitag, November 03, 2006

Daily Toon: Proskynese



Liebe Kinder! Heute erklärt uns Kurt Dömel den Begriff »Proskynese«.

Mittwoch, Oktober 25, 2006

Daily Toon


Sah ein Knab ein Röslein stehn.

(Kleine Nachlese des dahingegangenen Sommers.)

Parlez-vous PHP?


Das hab’ ich nun davon. Der Blog-Umzug in die neue WG steht an; aber die ganze Technik ist doch etwa zuviel für einen armen Illustrator wie mich.

Ein Glück, daß mir der Blogosaurus zur Hand geht. Sollte es allerdings in den kommenden Tagen (der kommenden Woche) zu Schwierigkeiten beim Aufruf dieses Weblogs kommen, so hat das sicherlich keinen anderen Grund als meine überragenden organisatorischen Fähigkeiten. Oder so.

Dienstag, Oktober 24, 2006

Donald in a Moment of True Reverence


The Kneeling Donald collection beautifully blends the religious and secular aspects of Christmas. The Kneeling Donald figurines depict DD gazing at the Christ child, brought to his knees in a moment of true reverence. This resin-stone figure is 13 inches tall.

Am I exaggerating? Not too much …

Montag, Oktober 23, 2006

Happy Halloween!



In einem erlesenen Zirkel tauchte die Frage auf, ob angesichts der Grußbotschaft des Vatikans an die Muslime zum Ende des Fastenmonats Ramadan schon einmal der umgekehrte Fall bekannt geworden sei … daß nämlich eine andere Religionsgemeinschaft ein Grußwort an die Katholiken anläßlich eines christlichen Festes gerichtet habe.

Aber … wünschen wir uns das wirklich?

Daily Toon: Platz auf dem Thrönchen

Heute klären wir die eminent wichtige Frage: »Watt iss ene Sedisvakantist?«
Und da stelle mer uns janz dumm (*) und sagen so: »En Sedisvakantist, dat is einer, der noch Platz aufm Thrönchen hat.«



(*) Einige Jungs müssen sich natürlich nicht erst dumm stellen.

Sonntag, Oktober 22, 2006

Das Schweigen der Blogger

Nun, zumindest ist es nur dieser Weblog, der schweigt. Das hatte zuerst berufliche Gründe - zum anderen hat es aber auch mit einer Revision du Blog zu tun. Der Trend geht anscheinend dahin, das eigene Weblog auch auf dem eigenen Webspace zu hosten: Wordpress macht die Sache einfach.

So bereite auch ich gerade den großen Umzug vor, was sich bei Strato als nicht einfach erwies.

Also ab in die Server-WG. Mehr dazu demnächst.

Sonntag, Oktober 01, 2006

Idomedingsda.




À propos Idomenefix, oder wie die Oper heißt:

2006; ein bundesdeutscher Opernintendant begehrt Einlaß an der Himmelspforte.

Mittwoch, September 27, 2006

Hl. Vinzenz von Paul



Muß ich es erwähnen? Vinzentinerinnen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Einige Limmericks einer lieben Freundin, die die Vinzentinerinnen und ihre Hauben priesen, erinnerten mich an die Geschichte von Schwester Martha im Regen:

Wie Schwester Martha einst bemerkte,
die ihre Hauben nicht gern stärkte:
Der Regenschwall nicht enden wollt,
da hat die Haube sich entrollt.
Das war ihr peinlich - ihre Werke
versieht sie nie mehr ohne Stärke.

Das ziert die Hauben
und den Glauben.

Montag, September 18, 2006

Jet Pack Man




Ihr erinnert euch an den Jet Pack Man der Olympischen Sommerspiele in Atlanta - oder war es Montreal? Auf jeden Fall hat sich ein mit einem Düsenrucksack versehener Mensch in die Lüfte erhoben. Hier die japanische Variante. Greg vom Rosary Army Podcast wies auf diesen Jetpack-Man hin. (Wie ich finde, zu Recht …)

Montag, September 04, 2006

Kaaaarlsruhe?


Also, wer ist denn nur auf die Idee gekommen, eine Fregatte »Mecklenburg-Vorpommern« oder »Karlsruhe« zu nennen? Ich kann mir kaum einen unmartialischeren Namen vorstellen. »Käptn, die ›Karlsruhe‹ will uns entern!!!« – Geht nicht.

Und wer soll denn mit der »Mecklenburg-Vorpommern« eine zünftige Seeschlacht gewinnen oder Tortuga einnehmen? Undenkbar.

»Seewolf« oder »Hammer von Bremen«, meinetwegen auch »Pearl of the Bundestag« – das sind Namen, die motivieren. »Der Untergang der Hartz IV« – ein Seefahrer-Melodram!

Aber so? Fehlt nur noch, daß sie die nächste Fregattengeneration nach Politikern benennen: »Herr Kaleun, wir haben keinen Kontakt mehr zur ›Angela Merkel›!«

Donnerstag, August 31, 2006

Liturgischer Tanz vom Feinsten


Hier ein besonderes Schmankerl für alle Liebhaber liturgischen Tanzes. Enjoy!

Dienstag, August 15, 2006

Maria aufgenommen ist ...




Dieses große Fest im Sommer soll nicht verregnet zu Ende gehen, ohne SIE zu würdigen. Ephraïm, Gründer der Gemeinschaft der Seligpreisungen, läßt sich von biblischen Bildern zur Betrachtung emporheben. Gewöhnungsbedürftig, aber paßt zu der prachtvollen Apotheose der Jungfrau aus der Frarikirche in Venedig (Übersetzung fabrication maison):

»Der Herr wollte nicht, daß sein Heiliger die Verwesung schaute – du jedoch warst ganz heilig, o reine Jungfrau. Wie hätte das, was an Unsterblichem in dich gesät wurde, je verderben können? Der Tod ist der Lohn der Sünde; du jedoch warst ganz bewahrt von der Sünde und ihren Konsequenzen. Wir wollen von dir wie von der Braut im Hohenlied sagen: Es ist kein Makel an ihr.

Die alte Schlange erhob sich, um dein Kind zu verschlingen.

O treue Jungfrau, du hast dein Leben Seinem Leben verbunden, deine Menschlichkeit Seiner Gottheit; darum wurden dir die zwei Flügel des großen Adlers gegeben, so daß du in die Wüste fliehen konntest, um dort Nahrung zu bekommen weit weg von der Schlange – Honig aus dem Felsen, der uns rettet.

Heilige Jungfrau Maria, du läßt nicht davon ab, uns durch deine Erscheinungen daran zu erinnern, daß die Zeit nahe ist, in der auch wir mit den Wolken emporgehoben werden, wie die Schrift sagt. Du rufst uns auf, uns mit aller Kraft deinem Sohn zuzuwenden und ohne Maß denjenigen zu lieben, der gekommen ist, uns zu suchen.

Text: EPHATA, Decoupage de l’Année liturgique, Vol 3, Frère Ephraïm, Prière du matin, S. 1750

Sonntag, August 13, 2006

Drachenstadt aus dem Zeichenschrank




Aus dem Zeichenschrank gefischt: Eine Drachenstadt, die ich vor zwölf Jahren anlegte. Kunde war damals ein kleiner Kinderbuchverlag, den es immer noch gibt. (Ein Wunder!)

Leider blieb die Arbeit damals in der Schublade; aber die geschuppten Helden der Geschichte sprangen mich neulich wieder bunter an, als es das Manuskript vor Jahren vorsah …

Freitag, August 11, 2006

Wer war’s? [1]




Die Offizierstochter, die die Lager wechselte, die von der ängstlichen Blanche berichtete, einen Papst aus dem Ghetto holte und die Kirche hymnisch besang: Ich verdanke ihrer jugendlichen Idee, die Madonna (die echte) auf dem Karneval erscheinen zu lassen, meine Diplomarbeit.

Wer war’s?

Donnerstag, August 10, 2006

EchoPod mit Hindernissen




Soundseeing im eigenen Garten bei Wolkenbruch, Auslassungen über Bibelteilen mit Leviticus, Interview mit der Bäckersfrau, Betrachtungen aus dem Blumenkasten … der eigene Podcast will Gestalt annehmen. Oder halt! Irgendwie will er auch wieder nicht!

Daher hier an alle Macintosh-User die Frage, wie man es bewerkstelligen kann, mit dem angeschlossenen Mikrophon eine normale Aufnahmelautstärke zu erzielen! Es hat mir gestern den letzten Nerv geraut …

Montag, Juli 03, 2006

www.echoromeo.de

Eine kleine Notiz: Dieser Blog ist jetzt unter www.echoromeo.de zu erreichen.

Mittwoch, Juni 28, 2006

Geburtstage


Vor über einem Jahr gratulierten wir Frère Roger per Mail zu seinem neunzigsten Geburtstag. Er bedankte sich bei seinen Gratulanten, wie es eine Art war, mit einigen sehr einfachen Gebetsworten:


Jesus, unser Friede, du kommst und machst uns
zu geringen Menschen gemäß dem Evangelium.
Wir möchten so gerne begreifen:
Das Klarste in unserem Leben entsteht
durch das schlichte Vertrauen auf Gott,
in ihm liegt die Freude unseres Herzens.

Montag, Juni 12, 2006

You have been chosen for a Mission

Oha! Es geht auch anders, dachte ich mir, als ich diesen Hirtenbrief an die Jugendlichen las.

(Nein, nicht von Aringarosa, sondern von Hrzbischof Hart aus Melbourne!)

Anbei meine eigene, mangelhafte Übertragung aus dem Englischen. And don’t forget: You are on a Mission from GOD!


Hirtenbrief des Erzbischofs von Melbourne an die Jugendlichen seiner Diözese
Pfingsten 2006, Melbourne, Australien


Liebe Jugendliche!


Unterwegs im Auftrag des Herrn

Ihr habt eine Mission von Gott. Genauso wie ich. Tatsächlich ist diese Mission im Namen Gottes die einzige Begründung dafür, daß es so etwas wie Kirche überhaupt gibt. Es ist der Grund ihrer Identität; und daher ist es auch der Grund eurer Existenz, denn ihr seid volle Glieder der Kirche!

Gottes »Geheimagenten« in der Welt seid ihr gewesen seit dem Tag eurer Taufe, aber als ihr gefirmt wurdet, wurdet ihr aktiviert und mit eurem eigenen Auftrag betraut. Eure Firmung war euer eigenes, persönliches Pfingsten. Ihr wurdet mit dem geweihten Öl gesalbt und erhieltet daß »Siegel der Gabe des Heiligen Geistes«. Damit seid ihr startklar für euren Auftrag!


Warum gerade ihr?
Gerade darum, weil ihr jung seid.

Ihr seid enthusiastisch, voller Vertrauen, idealistisch! Ihr habt noch nicht die Verantwortungen für Familie oder berufliche Karriere! Ihr versteht die Sprache der Modernen Welt. Ihr habt Mitgefühl – das Verlangen, denen zu helfen, die Hilfe nötig haben. Ihr seid nicht zynisch geworden über dem Zustand der Welt. In euren Herzen brennt Hoffnung. Ihr habt eine Leidenschaft für die Wahrheit. Falschheit oder Heuchelei riecht ihr drei Kilometer gegen den Wind!

In einigen Bereichen habt ihr eure Elterngeneration ausgestochen. Ich kennt euch mit Technologien aus – besonders dem Internet. Ihr kennt und schätzt die Kraft, die Musik hat. Ihr wißt, wie man mit diesen Medien kommunizieren kann. Ihr wißt, daß man sie für das Gute und für das Schlechte gebrauchen kann.

Ältere Leute mögen vielleicht auf diese Charakteristika herabschauen, aber diese Züge sind genau das, was für Gottes Mission heute gefordert ist.


Das ist eure Mission!
Es ist wichtig, daß ihr versteht, worum es sich im wesentlichen bei diesem Einsatz handelt.

Jesus gab seinen Anhängern die Mission, die »Gute Nachricht« – auch bekannt als »Evangelium« – auf der ganzen Erde zu verbreiten. Daher auch der Name »Evangelisation«.


Aber was ist diese »Gute Nachricht«?
Zuerst, daß Gott uns nach seinem Bild gemacht hat. Wir Menschen sind keine Objekte, die von anderen benutzt oder gar mißbraucht werden dürften. Wir sind keine Zufallstreffer eines ansonsten gleichgültigen Universums. Jedes Menschenwesen hat einen unendlichen wert und eine unbeschreibliche Würde. Jeder hat ein Recht darauf, das von uns zu erfahren!

Zweitens: Alle Menschen haben eine Bestimmung. Gott hat uns geschaffen, damit wir in Beziehung zu ihm leben. Wir sind dazu berufen, als Gottes Freunde zu leben, von ihm geliebt zu werden und in alle Ewigkeit bei ihm zu sein. Auch das muß jedem bekanntgemacht werden!

Aber auch wenn wir diese beiden Aufgaben erfüllt haben, ist unser Auftrag noch nicht erfüllt. Wenn die Menschheit ihre Identität und ihre Bestimmung wirklich und vollständig erfahren soll, müssen wir Jesus Christus in diese Welt bringen! Er ist derjenige, der unsere wahre Identität als Kinder Gottes wiederherstellt und uns zu unserer ewigen Bestimmung als Kinder Gottes führt. Die Welt soll durch Christus erobert werden!


Risiken und Nebenwirkungen

Ihr werdet auch verstehen müssen, daß eure Mission sehr riskant ist. Ihr seid auf Feindesland geschickt worden – »wie Schafe mitten unter die Wölfe«, so sagt es zumindest Jesus. Ihr seid ausgesandt, Jesus Christus in das Leben eurer Familie, eurer Freunde und aller, mit denen ihr lebt und arbeitet, zu bringen. Das bedeutet, daß eure Mission Auswirkungen auf euer persönliches Leben und auf die Weise haben wird, in der andere von euch denken werden.

Jesus beschrieb eure Mission folgendermaßen: »wer mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich«. Das Kreuz Jesu tragen bedeutet für euch, wirklich radikal zu sein. Das Kreuz stellt die Welt auf den Kopf. Eure Mission ist eine Mission der Gegen-Kultur. Ihr müßt es wagen, anders zu sein.

Im Zuge eurer Mission seid ihr beauftragt, jeder Macht die Stirn zu bieten, die auf den Plan tritt, die Leute davon abzuhalten, Jesus Christus kennen- und liebenzulernen. Ich kann euch hier nur warnen: Diese Mächte sind sehr stark!

Im Zwanzigsten Jahrhundert haben zwei junge Männer die ganze Kraft dieser »Antichristlichen« Gewalten kennengelernt. In seiner Jugend erlebte Karol Wojtyla die Invasion der Nazis in seinem Heimatland Polen, und später mußte er sich der Tyrannei des Sowjet-Kommunismus stellen. Auf der anderen Seite der Kriegsfront wurde der junge Joseph Ratzinger in den Dienst des Naziregimes gezogen und entschied sich dort, sein ganzes Herz und seinen ganzen Verstand gegen das Übel einzusetzen, das es repräsentierte.

Später, als Papst Johannes Paul II und Papst Benedikt XVI, fuhren sie fort, junge Menschen zu ermutigen, nicht die Lüge der widerchristlichen Kultur und Ideologien zu akzeptieren, die sie umgab.


Der große Schwindel

Im Kontrast zu diesen Erfahrungen, die Karol und Joseph gemacht haben, scheinen wir heute in einer nahezu vollkommenen Freiheit zu leben. Wir sind frei, alles zu tun, was wir wollen, wann wir wollen und wie wir es wollen. Aber hinter dieser Freiheit steht eine Lüge. Papst Johannes Paul II warnte junge Leute »auf der Hut zu sein vor dem Betrug dieser Welt«. Wenn ihr eurem Auftrag im Namen Gottes folgt, wird die Welt viele Abwerbeversuche machen, »auf die andere Seite zu wechseln«: Sie wird Fantasiewelten von Alkohol und Drogen anbieten, kurzlebige geschlechtliche Beziehungen ohne sich in Ehe oder Familie binden zu wollen, Gleichgültigkeit, Zynismus oder sogar Gewalt.

Heutzutage hat eine ungeheure Anzahl von Menschen die Idee einfach geschluckt, daß Gott tot sei. Sie haben vergessen, wer und was sie sind. Wenn ihr auszieht, um andere an ihre wahre Identität zu erinnern, dann vergeßt eure eigene nicht.

Ihr seid in eine Kultur gesandt, die in Dunkelheit versinkt. Eure Aufgabe ist es, Gottes Licht zurück in diese Kultur zu bringen. Nutzt alle eure Kraft, zu unterstützen, was immer ihr an Güte, Wahrheit, Schönheit und Liebe ihr in dieser Welt finden könnt, und wenn ihr sie nicht finden könnt, dann sorgt selber dafür, daß sie geschehen können.


Welche Hilfen könnt ihr bei eurer Mission erwarten?

Wenn ihr euch an die Ausführung eurer Mission macht, denkt daran: Ihr seid nicht allein. Als ihr gefirmt wurdet, habt ihr die Kraft des Heiligen Geistes empfangen. Der Geist ist euer beständiger Lehrer und Begleiter.

Der Geist hat euch ein weltweites Unterstützer-Netzwerk gegeben: Die Kirche. Ihr habt ebenso »übernatürliche» Hilfe in den Gebeten derer, die bereits ihre Mission auf Erden erfüllt haben: den Heiligen. Zusätzlich zu diesem Schutz habt ihr noch den Beistand Gottes anderer »Agenten« in dieser Welt: den Engeln.

Jederzeit könnt ihr sozusagen dem Hauptquartier Bericht erstatten, wenn ihr die Messe besucht oder einfach in der Kirche vor dem Tabernakel betet. In der Tat solltet ihr das regelmäßig tun, denn es ist ein Teil eures Auftrags, euch mit denen zu versammeln, die sonntags gemeinsam Eucharistie feiern.

Oft werdet ihr in eurer Mission scheitern. Das bedeutet aber nicht, daß alles vorbei wäre. Wenn euch das einmal geschehen sein sollte, sucht Gottes Vergebung im Sakrament der Versöhnung. Gott wird niemals diejenigen im Stich lassen, die er doch mit einer Mission betraut hat.

Lernt eure Priester, Ordensleute und Bischöfe kennen. Lernt von Ihnen! Werdet ihre Freunde! Sie teilen euren Auftrag als Agenten Jesu. Laßt sie eure Ratgeber sein. Sie werden euch helfen, eure Gaben zu erkennen und wie ihr sie bei eurem Auftrag am besten einsetzt.

Werdet mit den Handbüchern der Kirche vertraut: Die Heilige Schrift, der Katechismus und das neue »Kompendium« des Katechismus.

Und schließlich: Jugendliche, die mit euch auf dem Weg sind, werden euch Kraft geben und ebenso auch eure Bestärkung benötigen. Jugendliche sind die beste Ermutigung für andere Jugendliche.


Wo beginnen?
Startet ganz am Anfang: Gott ist die Liebe; und dann liebt die anderen, wie ihr geliebt wurdet. Arbeitet euch von da aus vor!

Seht keine Not an, ohne zu handeln. Seht keine Not an, ohne darüber zu beten. Gott sendet euch aus, damit ihr den Leuten zeigt, daß es einen höheren Sinn im Leben gibt. Es ist nicht eure Aufgabe, Jesus der Welt »aufs Auge zu drücken«, aber ihr könnt ihn in dem was ihr sagt und wie ihr euer Leben führt, der Welt vorschlagen. Seid Grundwasser für das Gute in eurem konkreten Lebensumfeld. Lebt ein Leben des Unterschieds.

Habt keine Angst. Ihr seid unterwegs im Auftrag des Herrn.



† Dennis J. Hart, Erzbischof von Melbourne

Für die Freunde der Originalsprache. Der Text ist mit Zitaten von Papst JP2, B16, Katharina von Siena, den Blues Brothers und Galadriel versehen. Cool, wa?

Mittwoch, Juni 07, 2006

Wieder da.

Sollte es jemandem aufgefallen sein. War ’ne Woche nicht hier.


(Sondern da.)

Dienstag, Mai 23, 2006

Christus und Mithras



Bild: Mithrasrelief von Neuenheim; Quelle: Wikipedia


So schreitet meine Sakrileg-Lektüre voran. Im fünfundfünfzigsten und den beiden darauffolgenden Kapiteln, während sich der liebe Silas eine kleine, verdiente Pause gönnen darf, genießt Sophie Neveu eine Ringvorlesung über die Herkunft des – Tusch! – Heiligen Grals.
Über Konstantin hat Dan Brown nur Mist zu sagen gewußt. Wie sieht es aber mit dem Rest aus? Zum Beispiel der Idee, die »Teabing« vorbringt, das Christentum sei eine Synthese aus einer Art Christentum vor Konstantin – Jesus als nice guy – und Heidentum gewesen? Konstantin als Priester des Sonnengotts habe den Jesusglauben mit dem Mithraskult verschmolzen? Doch wer hat hier von wem abgeschrieben? – Nun gut – Brown von Baigent, das ist klar …

Vielleicht dazu nur die Stimme eines frühen Zeugen der Christenheit, dem Philosphen und frühchristlichen Apologeten Justinus. Es trifft sich ganz gut, daß wir in wenigen Tagen sein Fest feiern. Wegen des Pfingstfestes dürfte das untergehen. Daher sollen hier seine berühmten Sätze zur Eucharistie zitiert werden, die um die Mitte des zweiten Jahrhunderts, also noch in Tuchfühlung zur Apostolischen Tradition stehen. Sie bezeugen die Feier der Eucharistie in der Kirche – und und bezeugen ihre apostolische Herkunft. Dieser Text ist zudem eines der vergleichsweise wenigen schriftlichen Zeugnisse über die Riten des Mithraskultes. Und er belegt, daß das Kultmahl der Mithrasanhänger von der christlichen Gemeinde als »Nachahmung« der Eucharistie gesehen wird. Lagge, lange vor Dan Brown. (Und lange, lange vor Konstantin, beziehungsweise vor dem, was Dan Brown für Konstantin hält.)

»Diese Nahrung heißt bei uns Eucharistie. Niemand darf daran teilnehmen, als wer unsere Lehren für wahr hält, das Bad zur Nachlassung der Sünden und zur Wiedergeburt empfangen hat und nach den Weisungen Christi lebt. Denn nicht als gemeines Brot und gemeinen Trank nehmen wir sie; sondern wie Jesus Christus, unser Erlöser, als er durch Gottes Logos Fleisch wurde, Fleisch und Blut um unseres Heiles willen angenommen hat, so sind wir belehrt worden, daß die durch ein Gebet um den logos, der von ihm ausgeht, unter Danksagung geweihte Nahrung, mit der unser Fleisch und Blut durch Umwandlung genährt wird, Fleisch und Blut jenes fleischgewordenen Jesus sei. Denn die Apostel haben in denen von ihnen stammenden Denkwürdigkeiten, welche Evangelien heißen, überliefert, es sei ihnen folgende Anweisung gegeben worden: Jesus habe Brot genommen, Dank gesagt und gesprochen: »Das tut zu meinem Gedächtnis, das ist mein Leib, und ebenso habe er den Becher genommen, Dank gesagt und gesprochen: »Dieses ist mein Blut« und er habe ihnen davon mitgeteilt. Auch diesen Brauch haben die bösen Dämonen in den Mithrasmysterien nachgeahmt und Anleitung dazu gegeben. Denn daß Brot und ein Becher Wassers bei den Weihen eines neuen Jüngers unter Hersagen bestimmter Sprüche hingesetzt werden, das wißt ihr und könnt es erfahren.»

(Justin, 1. Apologie, Kap. 66; aus BKV, 1. Reihe, Bd 12, Kempten 1912)

Samstag, Mai 20, 2006

Monsignore Aringarosa und das Da-Vinci-Debakel




Tja, tut mir ja leid für die armen Da-Vinci-Code-Fans. Da müßt ihr jetzt durch. Ihr müßt diesen langweiligen Film anschauen und euch wünschen, ihr wäret in SPIDERMAN. Und wir Katholiken werden uns jetzt die vier Wochen, die das »Filmereignis des Jahres« Dan Browns letzte Getreuen langweilen wird, köstlich über euren Kinogral amüsieren.

Nenenene, dann lieber »Parsifal«. Das ist kurzweiliger.

Yeah, I’m really sorry for the poor Da-Vinci-Fans. You have to go through it now. For the second time cheated: cheated by Browns lies, and now bored to death bei Howard’s cineastic word-by-word interpretation. Now you have to watch the movie and wish you were in SPIDERMAN.

Just to give you some comfort, here a little composing that will increase the credibility of the movie’s character »Bishop Aringarosa«.

Thanx to Amy Welborn. She does a really great job!

Die Geheimnisse des Dan Brown



Gestern abend kündigte ich meine bisherige Lieblingsstelle aus dem »Sakrileg« an. Voilà, hier ist sie: Da begegnet Schwester Sandrine ihrem Mörder - Silas, dem grausamen Opus-Dei-Mönch. Und statt der Nachwelt noch ein überliefernswertes Letztes Wort zu übergeben, sagt sie nur den einen Satz:

»Jesus hat uns nur eine Frohe Botschaft überbracht. Bei Opus Dei kann ich diese Frohe Botschaft nicht erkennen.«

Cool. Das ist der Beweis: »Sakrileg« ist echt. Denn … das sagen sie immer. Wäre der deutsche Übersetzer Piet van Poll predigterfahren, hätte er das Statement der Schwester auf die oben angeführte Parole »Frohbotschaft statt Drohbotschaft!« verkürzen können.

Na ja. Welches diese berühmte Frohe Botschaft denn nun sei … dieses Geheimnis muß Schwester Sandrine leider mit ins Grab nehmen. Auch hier ist »Sakrileg« durchaus authentisch.

Wir aber sagen aufmunternd: »Weiter so, Silas!«

Freitag, Mai 19, 2006

Christus bekennen im Fast-Food-Zeitalter!

Das geht so:



Und morgen erzähle ich, welche Stelle im »Sakrileg« meine Lieblingsstelle ist.

Mittwoch, Mai 17, 2006

Opus Dei verknotet Eiffelturm!


Paris. Wie der große Religionsphilosoph und Symbologe (oder was auch immer) Dan Brown heute in Texas (oder wo auch immer) mitteilte, haben Mitglieder der Katholischen Untergrundorganisation Opus Dei heute Nacht den Eiffelturm verknotet. Bei ihm sei ein Bekennerschreiben eingegangen, indem hochrangige Prälaten und andere Mönche des genannten Ordens ihn ultimativ aufforderten, seinen nächsten Band genauer zu recherchieren, der sich mit dem schwierigen Verhältnis von Pontius Pilatus zu seinem alten Waffenbruder Schwanzus Longus und der Verwicklung des Apostels Judas in diesen Phall befaßt … welch letzteren Dan Brown übrigens mit Julian dem Apostaten identifizieren konnte.

Wie verlautet, will Dan Brown seinen neuen Roman »allen Parisern« widmen. Einen Beleg seiner Behauptungen über diesen neuesten Anschlag der perfiden Albinos blieb Brown dem Korrespondenten schuldig. Schließlich, meinte er, könne ja jeder nach Paris fahren und sich von der Wahrheit seiner Worte überzeugen. E.R.

Donnerstag, Mai 11, 2006

Der Hund von Marie-Claire ...


An Marie-Claire von der gestrigen Jugendvesper herzlichen Dank für den kleinen Hund, den ich jetzt als Lesezeichen benutze.

(Praktisch – dann brauche ich heute keinen Cartoon zu zeichnen. Ist in letzter Zeit ohnehin eher ein Weekly Toon geworden.)

Popetown und die Pressefreiheit

Einige wundern sich vielleicht, warum sich Christen so sehr gegen Popetown ins Zeug legen. Wäre es – fragen sie – nicht eine Verletzung der Pressefreiheit, wenn »Popetown« nicht hätte ausgestrahlt werden dürfen?

Ich meine, daß dieser Auffassung ein falsches Verständnis von Freiheit zugrundeliegt. Freiheit – als Willkür. Wenn Freiheit bedeutet, das zu tun, was ich will, ohne Rücksicht darauf, ob es mir oder anderen als gut erscheint, sind wir schnell bei gegenseitigem Terror angelangt.

Es ist eine Form des gesellschaftlichen Terrors, wenn Fernsehredakteure oder Content Manager es darauf anlegen, Jugendlichen die Kirche durch eine niveaulose Sendung sozusagen ex radice unmöglich zu machen.

Dietrich Bonhoeffer schrieb einmal:

»Der Begriff der Freiheit ist auch in der deutschen Geistesgeschichte ein hohes Gut (Idealismus). Aber er bedarf der näheren Bestimmung. Das Freisein von etwas erfährt seine Erfüllung erst in dem Freisein für etwas. Freisein allein um des Freiseins willen aber führt zur Anarchie. Freiheit bedeutet biblisch: Frei sein für den Dienst an Gott und am Nächsten, Freisein für den Gehorsam gegen die Gebote Gottes. Das setzt voraus: Freisein von jedem inneren und äußeren Zwang, der uns an diesem Dienst hindert. Freiheit bedeutet also nicht Auflösung aller Autorität, sondern es bedeutet: leben innerhalb der durch Gottes Wort geordneten und begrenzten Autoritäten und Bindungen. Die Frage der individuellen Freiheiten, wie die Redefreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit etc. ist erst in diesem übergeordneten Zusammenhang zu beantworten. Es kommt darauf an, wieweit diese Freiheiten notwendig und geeignet sind, die Freiheit des Lebens nach den Geboten Gottes zu fördern und sicherzustellen. Freiheit ist eben nicht in erster Linie ein individuelles Recht, sondern eine Verantwortung, Freiheit ist nicht in erster Linie ausgerichtet am Individuum, sondern am Nächsten.

(Dietrich Bonhoeffer, DBW 16.540, zit. nach »So will ich diese Tage mit euch leben«, Jahreslesebuch Hg.: M. Weber, Gütersloh 2005, ISBN-13: 978-3-579-07116-5)


Wer glaubt, sich durch einen »Support« von mtv um die Pressefreiheit verdient zu machen, muß sich vorhalten lassen, daß er damit sich und andere täuscht. Gerade die Akklamationsveranstaltung, »Diskussion« genannt, die tendenziös moderiert wurde – und während der keinen Augenblick außer Frage stehen konnte, wie die Entscheidung des Senders über weitere Ausstrahlung des »Formates« ausfallen würde, zeigte einen sehr beklagenswerten Mangel an Diskurskultur. Nur der Vertreter der Frankfurter Allgemeinen brachte es auf den Punkt, indem er die Diskussion auf den Punkt führte, auf den es letztlich ankam: Ist alles recht, wenn es um »Quote« und wirtschaftliche Interessen geht?

Es geht nicht um Popetown. Ich habe selten Dümmeres gesehen. Wir werden in gewissem Maße zu kontern verstehen. Zeichnen … kann ich auch. Aber ich bin verwundert, wenn einige Freunde meinen, sie müßten um der Pressefreiheit willen jubeln, nur weil die langweilige Klamotte jetzt für Kinder (infantes) gesendet werden darf. In Wirklichkeit ist wieder ein Stück Freiheit verloren gegangen. Ein Stück »Freiheit Für«.

Freitag, Mai 05, 2006

Die dunklen Geheimnisse der Kirche


Ich werde die Redakteure dieser Illustrierten sicherlich nicht als gemeingefährliche Demagogen bezeichnen, ebensowenig wie sie selber der Kirche Mordabsichten unterstellen, wenn sie in der neuen Ausgabe des Stern schreiben:

So einfach will die Kirche ihn [Dan Brown] nicht davonkommen zu lassen. Marc Carrogio, der Pressesprecher der römischen Opus-Dei-Zentrale, kündigte vor einiger Zeit an, man werde versuchen, »aus der Zitrone einen Saft zu machen«. Das heißt: Die ungewollte Aufmerksamkeit durch den verhassten und nun auch verfilmten Thriller für eigene Propaganda zu nutzen. Oder zieht nicht doch schon ein durchtrainierter frommer Albino wie Silas aus dem »Sakrileg« den Bußgürtel enger und wartet auf eine Gelegenheit, den Frevler wie eine Zitrone zu zerquetschen?
Dan Brown scheint die Macht der Mythen nicht mehr nur beim Blick auf seine Kontoauszüge zu spüren. Von der Baubehörde des Küstenstädtchens Rye nördlich von Boston ließ er sich kurz vor Ostern einen zwei Meter hohen, schmeideeisernen zaun rund um sein grundstück genehmigen. »Dan wollte das nicht tun«, erklärte Browns Anwalt dazu. »Er möchte leben wie alle anderen. Doch inzwischen hat er das Gefühl, diesen Zaun für die Sicherheit seiner Familie zu brauchen.«


Aha. Nun ja – ich bin Silas … Buh! Der Rest des Stern-Artikels ist das bekannte Sammelsurum aus Verschwörungstheorien, Unterstellungen und anachronistischen Geschichtsbetrachtungen. Nichts, das den Aufwand wirklich lohnte.

Nur der Wind gegen die Kirche … der scheint umso schärfer zu werden, je schlechter es den Leuten geht.

Donnerstag, Mai 04, 2006

Popetown und der Original-Papst

Gestern lief Popetown mit einem echten und einem falschen Papst. Aber in Wirklichkeit waren beide falsch. Und das haben nicht nur die bedauernswerten Waisenkinder bemerkt. Schwacher Auftakt, schwacher Humor. Also ich bin locker dafür, jetzt mal in die Gegenoffensive zu gehen. Denn – wir haben: DAS ORIGINAL!

Dabei kommt uns der Vorteil zu Hilfe, daß man schlecht einen kleinen Papst (altvordere Titanic-Leser erinnern sich …) patentieren lassen kann. In Ermangelung einer guten Website für Jugendliche leiten wir das »Original« auf die Vatikanseiten um.

Wenn Ralf einverstanden ist, könnte man demnächst diese T-Shirt-Motive über seinen Klamottenladen vertreiben:

Dienstag, Mai 02, 2006

Pfui, Constantin! Aus!



»Constantine will make you fall in love with a penguin. He will give you nightmares about circus midgets. He will pour sugar in your gas tank and shave off both your eyebrows while dating your girlfriend behind your back and billing the dinner and hotel room to your Discover card.«

Viruswarnung von Mark Shea

Montag, Mai 01, 2006

Dan Brown und ein gewisser Da Vinci


Was soll man tun – Dan Brown lesen, um »mithalten« zu können? Ich war dicht davor – aber eines bewahrt mich davor: Es ist Zeitverschwendung.

Viel spannender wäre es doch, sich mit dem echten Leonardo zu beschäftigen. Anregungen zum Weiterlesen bietet der Wikipedia-Artikel in Fülle … und die Interpretation des »Abendmahls« scheint mir zumindest lesenswert.

(Nachtrag: Es handelt sich eher um die lesenswerte Geschichte der Konservierung des Bildes … ;-))

Das kleine Werkzeugsymbol auf der Seite deutet an, daß die Dan-Brown-Klientel auch hier versucht, ihre Romanweisheiten einzustreuen … und die Wikipedia-»Qualitätssicherung« auf der Hut ist.

Lieber also wissen, wer Konstantin war, lieber wissen, wer Leonardo war (von Brown im Titel »Da Vinci« genannt – das ist, als bezeichnete man Jesus nur als »Aus Nazareth«) …

… und am besten: wissen, wer Jesus ist.