Montag, Januar 10, 2011

Alte Riten – neu erklärt (2)



Mit seinem mobilen Styropor-Barockhochaltar »Die Apotheose des heiligen Antonius« war Pater Rueblich der angesagte Star auf allen tridentinischen Prayerfestivals zwischen Flensburg und Füssen.

Mittwoch, Januar 05, 2011

Jona von Assisi




Interessant im Zusammenhang mit den aufkommenden Diskussionen um das sogenannte »Weltgebetstreffen« 2011 in Assisi finde ich Buch Jona. Da gerät der Prophet auf Abwege und die Seeleute seines Fluchtdampfers mit ihm in schwere Seenot. Das erste interreligiöse Gebet findet statt – jeder betet zu seinem Gott. Nur Jona pennt (vermutlich depressiv verstimmt und mit rabenschwarzem Gewissen).

Nun sind Seefahrer und Fahrgast leider Schicksalsgefährten. Das heißt, auch für Jona ist nicht die vorrangige Not, wie man diese götzenopfernden Heiden bekehren kann, sondern ob Schiff und Mannschaft die Fahrt bestehen.

In diesem Miteinander der Götzenanbeter und des Propheten wider Willen offenbart Gott allerdings auch das Eine und Wahre Opfer. Jona, der über Bord geht – ein Vorausbild auf Jesus Christus, der sein Leben für die Sünde der ganzen Welt gibt. Zum Schluß heißt es, daß der heidnischen Mannschaft der Arsch auf Grundeis geht und sie dem Gott Jonas mal ganz ordentlich was opfern. Viel hilft viel – und man weiß ja nie. Ob sie zu einem vollkommenen Glauben an den Einen Gott gekommen sind, bleibt am Ende fraglich.

Ich mag die Geschichte, denn sie hat mit unserer Weltgeschichte zu tun. Auf dem Weg zur ewigen Heimat gibt es vorläufige Ziele und Etappen. Sicherlich gilt es vorrangig, Ninive zu bekehren (Gott selbst wird dieses Ziel nie aus dem Blick verlieren) – doch erst einmal muß der Sturm bestanden werden. Sicherlich betet Jona nicht gemeinsam mit den Heiden – aber nicht aus Gehorsam, sondern aus Depression. Er schlummert ja im Bauch des Schiffes. Danach betet er nicht nur mit den Heiden, er bietet sich ihnen sogar als vollkommenes Opfer an! Und Gott akzeptiert das.

Mit keinem Wort relativiert Jona, was nicht zu relativieren ist. Er relativiert nicht seine Schuld; und er relativiert auch nicht die Einzigkeit des HERRN, dessen Name gepriesen ist.

So, denke ich, wird es auch mit dem Weltgebetstreffen gehen: Nur Böswillige können dem Papst unterstellen, hier werde etwas gleichgesetzt, relativiert oder verleugnet. In Wirklichkeit werden wohl sowohl die heidnischen Mannschaften als auch der römische Fischer keinen Zweifel daran lassen, daß es ihnen nicht um Vermischung geht, sondern um ein Zusammenstehen im Sturm heraufziehender Völkerkonflikte. Und sicher werden Leute zum Glauben an den wahren Gott kommen. Das zu bewirken ist aber Sache Gottes.

Vor vier Jahren wurde von einigen, die sich an die Interreligiosität gewöhnt hatten, beklagt, daß die zwanzigjährige Wiederkehr des Jahrestags des Weltgebetstreffens in Assisi keine besondere Würdigung bei Papst Benedikt fand. Der Papst, so schätze ich einmal, hatte erst einmal die Grundthemen seines Pontifikats zu legen. Assisi 2011 ist im Kontext des gesamten Wirkens dieses Papstes zu sehen.

(Foto Peter Esser; Wandmalerei in Wangen/Allgäu)

Dienstag, Dezember 21, 2010

Kirchenjahr stereoskopisch?




Als ich am 3. Juli 2007 zum ersten Mal eine Heiligen Messe in der – damals ganz knapp noch nicht – außerordentlichen Form besuchte, hatte ich mich darauf eingestellt, ein Apostelfest mitzuerleben. Wie verwundert war ich, daß der Apostel Thomas am 3. Juli nicht gefeiert wurde!

Zum ersten Mal verstand ich, daß mit der Neuordnung des Liturgischen Kalenders viele Katholiken ihren Namenstag, der doch immer mit einem bestimmten Datum, Erinnerungen, Gerüchen verbunden ist … verloren haben. In der Zwischenzeit spielt der Namenstag bei vielen Katholiken nur noch eine untergeordnete Bedeutung. Ich will diesen Verlust nicht der Kalenderreform in die Schuhe schieben. Doch er hat auch mit Irritation zu tun. Wenn Rationalismus die Heiligenverehrung infrage stellt, können Änderungen der Lebensgewohnheiten den Verlust doch nur beschleunigen. Und mehr: Wenn alles igegendwie verfügbar und veränderbar ist, dann ist es für mich auch nicht mehr verpflichtend. Natürlich weiß ich, daß es Kalenderreformen immer schon gegeben hat.

Ein Argument, das ich gegen die »Freigabe« oder »Zulassung« der alten Messe immer wieder höre, sind die unterschiedlichen Kalender. Die Kirche könne es sich auf Dauer nicht leisten, mit zwei Kalendern zu leben. Das mag sein. Und zeit meines Glaubenslebens habe ich die Feste des Kalenders der Zeit nach der Liturgiereform immer als gnadenvermittelnd erlebt und gefeiert. Wozu also die Rückkehr alter Zöpfe?

Was wir heute erleben, und was sich als Irritation in dieser Diskussion niederschlägt, ist, wie ich meine, schon ein wenig auf die Rücksichtslosigkeit der Reform zurückzuführen. Um es mit einem Bild zu beschreiben: Da wurden alte Eichen verpflanzt, jahrhundertealte Straßenzüge verlegt … ganz so, wie sich auch das Erscheinungsbild unserer Städte und Dörfer in dieser aufbruchsfreudigen Zeit veränderte.

Als Gestalter finde ich, daß säkulares Design und »Kirchendesign« zu wenig miteinander verglichen werden. Unter Kirchendesign verstehe ich nicht nur die Inneneinrichtung der Kirche, sondern das Gesamtbild, das die Kirche in allen sichtbaren Bereichen von sich gibt. Also auch die Ordnung ihrer Feste. Ich sage damit nicht, daß ich zu einer Bewertung der alten oder der neuen Form komme. Das steht mir nicht zu. Aber meine Aufgabe kann sein, zu beschreiben, wie ich den Unterschied wahrnehme.

In dem letzten Jahr, in dem ich den alten römischen Kalender ein wenig kennenlernen durfte, habe ich das Vorhandensein zweier Kalender natürlich als eine Spannung erlebt, von der ich nicht weiß, ob und wie sie sich auflösen läßt. Die Spannung ist für mich jedenfalls kein Argument gegen das Vorhandensein zweier Formen des Römischen Ritus, sondern das Ergebnis eines geschichtlich beschreibbaren Prozesses.

Mein Leben in meiner rheinischen Heimatstadt gestaltet sich doch ähnlich. Mich stört das das Vorhandensein einiger Fachwerkhäuser in einer modernen Geschäftsstraße nicht. Es erweckt aber Wehmut. Ich nehme den Bruch, das Mißverhältnis wahr und bedaure Kriege und Krämergeist, die zum Erscheinungsbild unserer Stadt geführt haben. Doch ich bin vorsichtig mit Schuldzuweisungen. Ich ahne das Ungeheuerliche, welches da geschehen ist, und das zur Entfremdung gewachsener Lebenswelten geführt hat.

An jenem 3. Juli 2007 jedenfalls wurde das Fest des heilige Irenäus gefeiert, den ich wegen seines Zeugnisses für die Menschwerdung Gottes sehr liebe. Auch gut! Im stillen nahm ich den Apostel Thomas mit. Offensichtlich konnte man den Baum des alten Kalenders nicht so ohne weiteres ausreißen. Nicht ohne das Erdreich zu erschüttern. Und es war offensichtlich nicht gelungen, alle Wurzeln zu entfernen. Ein unabsehbarer Weg der Versöhnung mit unserer katholischen Tradition liegt vor uns. O Wunder: Er ist mir Reichtümern und Schätzen gespickt.

Deshalb werde ich heute auch an den Apostel Thomas denken. Mit dem Zweiten sieht man besser.

Sonntag, Dezember 19, 2010

Turbogenial

Es wird viele nicht interessieren, bei anderen Unverständnis hervorrufen, aber egal: Ich hab heute zum ersten Mal in einem Choralamt in der außerordentlichen Form ministriert.

Die damit nichts anfangen können, sollen sich einfach vorstellen, sie hätten Papis neuen BMW um den Block fahren dürfen.

Samstag, Dezember 18, 2010

Zum Vierten!



Schwester Schlagseita wünscht allseits einen frohen vierten Advent!

Montag, Dezember 13, 2010

Entdeckungen

Die grundstürzende Erkenntnis der letzten Woche: Osnabrück hat eine eigene Tageszeitung! Irre! Und da interessiert man sich für Kirchenpolitik, Web 2.0 und Spionagethriller! Irre!

Den wackeren NOZferatus also das Bild des Tages:

Sonntag, Dezember 12, 2010

Da haben wir den Salat – öffentlich-theologischer Diskurs heute.

Ich sitze im Restaurant und bekomme einen Salat vorgesetzt, auf dem sich ein paar Raupen kringeln. Empört lasse ich den Salat zurückgehen und sage, der Koch hätte sie wohl nicht mehr alle.

Kurze Zeit später nähert sich ein Kellner, ohne neuen Teller, dafür mit Argumenten. Er stehe der Gemeinschaft der Restaurantbesucher „Wir sind Küche“ nahe und wolle einiges klarstellen. Der Salat sei absolut genießbar, problematisch hingegen sei mein Unmut.
Diese Raupen bestünden aus nichts anderem als Salatblättern. Sie entstammten dem gesunden Salatanbau. Sie seien viel lebendiger und beweglicher als üblicher Salat. Salat sei nicht einfach abzulehnen, nur weil die Blätter nicht dem konventionellen Salatbild entsprächen, an dem ich offensichtlich hinge.
Auch meine Schelte des Kochs sei unangemessen. Der Koch habe nachweislich bereits viele Salate auch ohne Raupen zubereitet – ein klares Indiz für die Genießbarkeit. Man müsse den Salat im Zusammenhang der ganzen Küche und all ihrer Ergebnisse sehen. Der Koch brauche die Raupen nicht – er könne mit und ohne zubereiten. Ich hingegen sei offensichtlich auf eine einzige Salatform versteift. Es sei typisch für Menschen meiner Geisteshaltung, sich mit Negativkritik an Einzelfälle zu klammern und außer Acht zu lassen, dass es darauf ankomme, in welchem Geist man koche.
Auch sei meine Aufregung nicht dazu angetan, das Thema nüchtern zu betrachten. Tatsache sei doch, dass die Raupen nichts anderes seien als ein notwendiges Zwischenstadium des Salatblatts auf seinem Weg zum Schmetterling. Man müsse aufpassen, dass die Salatentwicklung nicht aufgrund festgefahrener Bilder, wie ein Blatt auszusehen habe, zum Stillstand komme.

Ein Stammgast mischt sich ein, der mir klar macht, dass die Ablehnung der Köche typisch für die ganz reaktionären sei. Meine Sorte kenne er: die Typen, die nur welke alte Blätter von Tellern mit dem guten alten Muster drauf äßen. Ich hätte in einem lebendigen Restaurant nichts verloren.

Beide zusammen schwärmen dann noch von ihren Zukunftsplänen: ein großes Salatbuffet, an dem sich jeder selbst zusammenstellen könne, wie er es gerne hätte. Dort werde es dann sogar Hamburger, Currywurst und Pommes geben!


Meine Frage an die Kellner:
Sagt mal, ihr guten, habt Ihr Euren ideologischen Wald inzwischen so dicht bepflanzt, dass Ihr nicht mehr merkt, vor welchen Baum Ihr gerade rennt?

Freitag, Dezember 10, 2010

Pontifikalamt in Herzogenrath





Normalerweise sind Bilder von Pontifikalämtern in der Außerordentlichen Form ja sehr schnell im Netz. Liegt es daran, daß Martin Bürger seinen Blog geschlossen hat, daß es jetzt nicht so ist?

Es sind jedenfalls sicherlich hervorragende Aufnahmen gemacht worden … nur nicht von mir. Ich bin einfach nur zweimal aufgestanden, habe meine Kamera an eine Säule gelehnt und auf den Auslöser gedrückt.

Ein Bericht von der 13. Kölner Liturgischen Tagung in der letzten Woche steht jedenfalls noch aus …

Die Aufnahme entstand am letzten Samstag bei einer Votivmesse zum Unbefleckten Herzen Mariens in St. Gertrud, Herzogenrath. Zelebrant war der emeritierte Kölner Weihbischof Dr. KLaus Dick.

Dienstag, Dezember 07, 2010

Zur Kritik an Bischof Huonder

Ich bin per Mail gefragt worden, was ich als Teilnehmer von der Kritik der Katholischen Internationalen Presseagentur KIPA/APIC an der Teilnahme von Bischof Huonder aus Chur an der 13. Kölner Liturgischen Tagung in Herzogenrath halte. Die sogenannte Presseagentur hatte unter Berufung auf das vorgeblich »katholische« Portal »kreuz.net« unter anderem gewußt:

Unter anderem weilte er (Bischof Vitus Huonder) an der 13. Kölner Liturgischen Tagung, wie die "Schweizerische Kirchezeitung" berichtet. Mitorganisatoren sind bekannte konservative Gruppierungen wie "Una Voce" und "Generation Benedikt". Das erzkonservative katholische Internetportal kreuz.net berichtet über diesen Anlass unter dem Titel:" alte Messe: Schweizer Diözesanbischof hilft in Deutschland aus" - was von Huonders Kritikern so verstanden wird, dass kein deutscher Diözesanbischof zu einer Teilnahme bereit war.



Zunächst einmal ist zu fragen, was denn so schlimm daran ist, wenn eine Tagung von konservativen Gruppen – die Berechtigung dieser Einordnung einmal vorausgesetzt –, die sich legitim und lehramtstreu innerhalb der Kirche befinden, ausgerichtet wird.

Daß die Tagung vom Aachener Bischof ignoriert wurde, wird niemanden wundern, der die Distanz des Aachener Bischofs gegenüber der Außerordentlichen Form des Römischen Ritus kennt. Das ist legitim. Ich erwarte hier zudem eine Entspannung und möchte auch selber gerne dazu beitragen.

Gleichzeitig ist auch mit Deutlichkeit anzumerken, daß es auf der Tagung nicht einmal ansatzweise Töne gab, die sich etwa gegen das Zweite Vatikanische Konzil gerichtet hätten. Diese Sorge wird ja immer wieder geäußert.

Daß die Tagung von den deutschen Bischöfen ignoriert wurde, ist eine Information, die so meines Erachtens nicht stimmt, zumal Weihbischof em. Dr. Klaus Dick aus Köln am Samstag mit einem Pontifikalamt die Tagung beschloß. An der Tagung haben unter anderem zwei amtierende Anglikanische Bischöfe teilgenommen, sowie der Evangelisch-Lutherische Landesbischof Manzke von Schaumburg-Lippe, die Professoren Robert Spaemann sowie der Freiburger Liturgiewissenschaftler Helmut Hoping, letztere immerhin sehr renommierte Redner.

Ich habe keinerlei Verständnis für die despektierliche und engherzige Weise, in der innerhalb der Kirche und bestimmten katholischen Medien mit Bischof Huonder umgegangen wird, zumal die Kirche von ihren Teilkirchen und nicht von ihren Nationalkirchen her bestimmt ist. Alle Bischöfe sind international unterwegs. Was so ungewöhnlich an der Teilnahme eines schweizerischen Bischofs an einer deutschen Tagung sein soll, muß mir jemand erst einmal rational erklären.

Misericordias Domini



Der Spötter – und Karikaturisten sind Spötter – hat es gut. Er kann sich hinter dem Witz verstecken, erzielt Aufmerksamkeit, ohne sich persönlich zu offenbaren. Letztlich ist das aber nicht die Motivation für mich, ein Blog zu führen. Die große »Kleine Thérèse« begann ihre selbstbiographischen Schriften mit dem Vers »Die Erbarmungen meines Gottes will ich auf ewig besingen«, »Misericordias domini in æternum cantabo«.

Darum könnte es gehen. Die Extreme von Unpersönlichkeit auf der einen und privater Aufdringlichkeit auf der anderen Seite vermeidend davon zu berichten, daß Gott ein naher Gott, ein erbarmender Gott ist.

Sonntag, November 28, 2010

Neuer Autor auf Echo Romeo

Ab sofort hat dieses Blog einen neuen Co-Autor: Sierra Victor. Applaus, Applaus!

Alle MannIn an Deck!

Im Rumpf des Schiffleins „Kirche“ wird ein Leck entdeckt. Was tun?

· Die DBK verweist auf ihre Richtlinien zum Umgang mit Lecks.

· Die liberalen Theologen bohren daneben ein weiteres Loch, damit das Wasser wieder abfließen kann.

· Die Piusbrüder sehen im Osten kein Leck und lehnen es als nachkonziliar ab.

· EB Zollitsch beginnt mit dem Leck einen Dialog über die Offenheit der Kirche.

· „Wir sind Kirche“ nennt sich um in „Wir sind Leck“.

· Uta Ranke-Heinemann stopft das Leck mit einem Kondom.

· Die Charismatiker versuchen, das Loch mit erhobenen Händen zuzuhalten.

· Die Evangelikalen sind überzeugt, Holz mit Lecks drin sei unbiblisch.

· Die EKD begrüßt die Annäherung. Am Grunde sei man gar nicht so weit auseinander.

· Das ZDK macht geltend, dass Katholiken gerne baden und begrüßt das Leck.

· „Christ in der Gegenwart“ freut sich, dass die Kirche endlich einmal voll wird.

· Küng schreibt, die Kirche lehne das Wasser noch immer ab und grenze es aus.

· Die Presse vermutet die Ursache im Zölibat.

· Im Kölner Dom wird in ein Fenster ein Loch geschlagen und als christliche Kunst bezeichnet.

· Angela Merkel fordert eine deutlichere Distanzierung des Schiffleins vom Wasser.

· Das Bistum Aachen regt an, Lecks von Laien verwalten zu lassen. Geplant ist, mehrere Lecks miteinander zu verbinden.

· Kirche von unten fordert weibliche Lecks.

· Rom ist sich des Lecks voll bewusst und richtet eine Kommission ein. Bis über das Leck entschieden ist, soll das eindringende Wasser nicht getrunken werden.

Weitere Vorschläge erwünscht…

Donnerstag, November 25, 2010

Uta schreibt. Ich auch.





Uta Ranke Heinemann hat wieder zugeschlagen und dem Papst geschrieben. Über den Brief muß man nicht viele Worte verlieren. Was die Mater et Magistra des Neuen Atheismus da schreibt, ist niveaulos. Bedenkenswert finde ich jedoch, daß es ein evangelisches Internetportal ist, daß diesen Angriff gegen die Ökumene startet. Wenn das ökumenische Haltung ist, halte ich den strukturellen Vergleich der evangelischen Pressearbeit mit der … ähm … Außenpolitik Nordkoreas nicht für abwegig.

Ich habe folgenden Brief an das Internetportal des Evangelischen Pressedienstes (epd) geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren – darf ich noch »Liebe Geschwister« sagen?

Eigentlich ist mein Protest überflüssig, denn die Kommentarbox des sogenannten »Offenen Briefs« spricht eine eigene Sprache.

Ich möchte Ihnen dennoch mitteilen, daß Sie der Ökumene mit der Veröffentlichung dieses extrem polemischen und beleidigenden Schreibens meines Erachtens keinen guten Dienst erwiesen haben. Frau Ranke-Heinemann mag in Atheistenkreisen gern gesehen sein.

Michael Schmidt-Salomon schrieb in seinem Vortrag »Vom neuen Atheismus zum neuen Humanismus«: »Wären alle Religionsgemeinschaften weltweit auf dem Stand der EKD, bräuchte man wohl keinen neuen Atheismus.«

Kein Mensch hat immer nur Unrecht.

In diesem Sinne grüße ich sie mit Hochachtung
Peter Esser

Montag, November 22, 2010

Der Osservatore in neuem Glanz!



Einen frischen, neuen Look gibt sich der Osservatore Romano seit seiner letztwöchigen Freitagsausgabe! Das Redesign steht für ein Umdenken und einen Kurswechsel in der Vatikanischen Zeitung des Papstes. »Wir wollen’s mal so richtig knallen lassen« wurde ein hochrangiger Prälat aus der Redaktion zitiert. Anstelle der Verhüterli könne man auch Christbaumkugeln oder Ostereier abbilden.

Wir sagen: Weiter so, Osservatore!

Montag, November 15, 2010

Immer noch mit Sr. Consolatrix unterwegs



Ein Glaubensbekenntnis ist ja ein Symbolum. Das heißt, man fügt die geglaubten Einzelwahrheiten zu Sätzen zusammen, die dann in der Kirche gemeinsam bekannt werden können.

Sr. Consolatrix darf also davon ausgehen, daß das BDKJ-Bekenntnis in der Erzdiözese Freiburg so vorgelegt und geglaubt wird.

Also der ganze Schmonzes von einem Gott, der oder die sich offensichtlich nicht entscheiden kann, ob er oder sie Männlein oder Weiblein ist. Dieses ganze Ansichselbstgeglaube und die wirre Zuversicht, daß alles irgendwie gut wird. Das bewußte Verwischen der Christologie, und, und und …

Das ist – von oder für Jugendliche formuliert – der authentische Glaube der Erzdiözese Freiburg.

Sr. Consolatrix schreibt dem Erzbischof in seine Dialog-Agenda, daß sie seine Diözese – falls der Gebrauch des Credos in der Heiligen Messe unterbleibt – bis auf weiteres als einen Fall für interreligiösen Dialog betrachtet, welcher natürlich mit Würde und Hochachtung zu führen ist. Schließlich lehnt die Katholische Kirche nichts ab von dem, was selbst in heidnischen Symbola wahr und heilig ist.

Dies Irae

Die Zeit läuft ab. Wer sich das Bewußtsein der Vergänglichkeit einpauken will, ist mit diesem Dies Irae von Karl Jenkins gut bedient. Jenkins zieht den Text schnell durch, um in effektvollen Silbencollagen den Hammer schwingen zu können.

Nicht gerade das, was man sich im tridentinischen Totenamt wünscht …

Freitag, November 05, 2010

Und ein Mal, ein einziges Mal …

… war ich auch mit Zulehner völlig zufrieden …

Montag, November 01, 2010

Aber da freue ich mich doch so was von …



Ich freue mich über den Schwester-Robusta-Preis der deutschen Blogoezese in der Kategorie Trägheit umso mehr, als ich mich zu den Fans dieser außerordentlichen Ordensfrau zähle.

Nur eins macht mir Bedenken, so im Blick auf kommende Schwester-Robusta-Ausschreibungen. Ich habe vor, meine Kategorie zu wechseln …

Pontifikalamt zur Weihe der neuen Ikonostase



Auf diesem Foto sieht man den unspektakulären seitlichen Eingang zur Heilig-Geist-Kirche in Düsseldorf-Derendorf. Dorthin hatten mich Freunde heute zur Einweihung der Ikonstase eingeladen. Die Griechisch-Katholische Ukrainische Gemeinde nutzt das Gotteshaus jetzt gemeinsam mit der katholischen Gemeinde des Pfarrverbundes Derendorf. Zur Weihe kam aus München der Exarch der ukrainischen Gemeinschaft in Deutschland, Bischof Petro Kryk. Die Gemeinde wird jetzt das Seitenschiff nutzen, das auf dem Foto zu sehen ist.



Die byzantinische Liturgie hat einen sehr großen Eindruck auf mich gemacht. Ich ahne dankbar, welchen Reichtum die Kirche in ihren Riten hat.



Ein Gebet vor dem Empfang der Kommunion:

Ich glaube, o Herr, und bekenne, daß Du in Wahrheit
Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes, der in die Welt
gekommen ist, um die Sünder zu erlösen, unter denen ich der
erste bin.
Laß mich heute teilnehmen, o Sohn Gottes, an Deinem
mystischen Gastmahl; ich will Deine Mysterien nicht den
Feinden verraten, Dir auch keinen Kuß geben wie Judas,
sondern wie der Schächer bekenne ich vor Dir:
+ Gedenke meiner, o Herr, wenn Du in Dein Reich kommst.
+Gedenke meiner, Gebieter, wenn Du in Dein Reich kommst.
+Gedenke meiner, Heiliger, wenn Du in Dein Reich kommst.
Nicht zum Gericht oder zur Verdammnis möge mir die
Teilnahme an Deinen Mysterien gereichen, sondern zur Heilung
der Seele und des Leibes.
+ Gott, sei mir armen Sünder gnädig.
+ Gott, verzeihe mir meine Sünden und erbarme Dich meiner.
+ Ohne Zahl habe ich gesündigt, Herr, verzeihe mir.