
Letztlich beschlichen Helmut dann doch bange Zweifel, ob ein Fisch beim christlichen Blind Date das Erkennungszeichen erster Wahl war …

Der Krefelder an sich läßt sich ja nicht leicht aus der Ruhe bringen. Ich vermute, alle Leute, die heute früh um acht Uhr bei leichtem Schneeregen und heftigem Wind unterwegs waren, zählten zu den Zugezogenen. Usselig – Unbehaglich; und das ist so ziemlich das Schlimmste, was man am Niederrhein über das Wetter sagen kann.


Ratsch-Klick! Etwas inkonsequent, daß das Fotohandy trotz Stummschaltung dennoch diesen einer alten Verschlußkamera nachempfundenen überflüssigen Lärm macht. Die Sounddesigner sollte man steinigen. Der peinlichen Situation verdanke ich nun mein kleines Icon auf der linken Seite. Wir haben die »Nacht der Lichter« in St. Agnes besucht – und damit zum ersten Mal seit dem Weltjugendtag eine bis über den letzten Platz hinaus gefüllte Kirche. Bei deser »Nacht der Lichter« handelt es sich um eine einfache Liturgie, ein Abengebet mit Liedern aus Taizé und hunderten von Kerzen, die verteilt und während des Gebetes – eine an der anderen – entzündet werden. Das Licht erinnert nicht nur in Taizé an die Auferstehung Christi; aber die Gottesdienstbesucher dachten sicherlich auch an den im August ermordeten Prior der Communauté, Frère Roger Schutz. Den Liedern folgte das, was ich für das Herzstück des Gebetes von Taizé halte: eine zehnminütige Zeit der Stille, in der jeder eingeladen ist, vor Gott still zu werden. Ein Gedanke, den ich während der gestrigen Liturgie hatte: betende Menschen sind schön – das Gebet macht den Menschen schön.
Ich möchte heute Worte von Romano Guardini zitieren, die ich für unendlich kostbar halte. – Überhaupt, sollte jemand Interesse an einem wirklich guten Buch über das Christentum haben – unbedingt Romano Guardinis »Der Herr« kaufen! Seine »Betrachtungen über das Leben und die Person Jesu Christi« können vielen altbacken erscheinen, ich kenne jedoch kein Buch über Jesus, das ich so sehr empfehlen würde. Und Guardini wird in diesem Blog sicherlich noch mehrmals zu Wort kommen.(…) Was die Offenbarung zum Verhältnis Gottes zur Welt und über seine Menschwerdung sagt, meint etwas von Grund auf anderes. Danach ist Gott in einer besonderen Weise in die Zeitlichkeit eingetreten: Aus selbstherrlichem Entschluß, in reiner Freiheit. Der ewige, freie Gott hat kein Schicksal; Schicksal hat nur der Mensch in der Geschichte. Hier ist nun gemeint, Gott sei in die Geschichte eingetreten und habe »Schicksal« auf sich genommen.
Dieses aber, daß Gott aus der Ewigkeit ins Endlich-Vergängliche eintritt; daß er den Schritt über die »Grenze« ins Geschichtliche tut, das begreift kein menschlicher Geist. Ja, vielleicht wehrt er sich sogar gegen das scheinbar Zufällige, Menschenmäßige darin — und doch geht es gerade damit um das innerste Wesen des Christlichen. Denken allein kommt hier nicht weiter; ein Freund hat mir einmal ein Wort gesagt, durch das ich mehr verstanden habe als durch alles bloße »Denken«. Wir sprachen über Fragen dieser Art, da meinte er: »Die Liebe tut solche Dinge!« Dieses Wort hilft mir immer wieder. Nicht, daß es dem Verstande etwas erklärte, aber es ruft das Herz, läßt es ins Geheimnis Gottes hinüberführen. Das Geheimnis wird nicht begriffen, aber es kommt nahe, und die Gefahr des »Ärgernisses« schwindet.
Keins der großen Dinge im Menschenleben ist aus bloßem Denken entsprungen; alle aus dem Herzen und seiner Liebe. Die Liebe aber hat ihr eigenes Warum und Wozu – freilich muß man dafür offen sein, sonst versteht man nichts … Wenn es nun aber Gott ist, der da liebt? Wenn es die Tiefe und Gewalt Gottes ist, die sich erhebt – wessen wird die Liebe dann fähig sein? Einer Herrlichkeit, so groß, daß sie dem, der nicht von der Liebe ausgeht, als Torheit und Unsinn erscheinen muß.
