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Samstag, Juli 02, 2011

Ihr Völker der Erde …




… lest diesen Blog! Auf den Link klicken. Elsa bearbeitet den Trist in der Gegenwart, bis nicht mehr viel von ihm übrigbleibt. Wir aber sagen: Recht so.

Dienstag, Juni 21, 2011

Angstfreie Superschurken

Ich hänge immer uns Magnus Striet nach … und Dialogo, dem diözesanen Superschurken im Universum von Schwester Robusta und ihrem Bischof.

Warum, frage ich mich, also … warum müssen die Diabolos, pardon, Dialogos dieser Welt ihre Wortspenden immer mit Aufrufen zu mehr Mut beenden. Als sei der Mut nicht gefragt, bevor man darangeht, derlei Pamphlete zu lesen.

Auch Magnus Striet beendet seinen interreligiösen Beitrag mit: »Mehr Mut also!« (Seufz.)

Die Sache ist natürlich einfach. Wer zu Mut aufruft, setzt beim anderen vermutlich Ängstlichkeit voraus. Und hat die gegnerische Position mit minimalem Aufwand diskreditiert. Das ganze läuft hervorragend, aber nur bis zur dritten Wiederholungsschleife, wie Dialogo, der diözesane Superschurke, vollkommen angst- und merkfrei dokumentiert.

Montag, Juni 20, 2011

Strieten wider den Heiligen Geist

Magnus Striet mal wieder. Der Freiburger Fundamentaltheologe baut seine ganze Argumentation um die Grundannahme herum: Gott handelt nicht. Jedenfalls handelt Striets Gott nicht so, daß ein Unterschied wahrnehmbar wäre, ob er nun existierte oder nicht.

»Viele Gläubige leben in zwei Welten. Sie setzen im Krankheitsfall auf eine Hochleistungsmedizin und sollen im nächsten Moment an einen Gott glauben, der auf die Fürsprache eines Verstorbenen hin eine Parkinsonpatientin, nachdem diese inständig darum flehte, von ihrem Leid geheilt hat. Es fällt mir sehr schwer zu glauben, dass ein solcher Glaube noch in die nächsten Generationen tradiert werden kann.«



Damit echot er nur dem alten Bultmann nach:

»Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben. Und wer meint, es für seine Person tun zu können, muß sich klar machen, daß er, wenn er das für die Haltung des christlichen Glaubens erklärt, damit die christliche Verkündigung in der Gegenwart unverständlich und unmöglich macht.«

– Rudolf Bultmann: Neues Testament und Mythologie, 1941, 18


Diese Haltung kann natürlich die Hoffnung auf Auferstehung nicht zulassen. Folgerichtig kann man damit auch nicht von Eucharistie reden. – Und damit erscheint es nur konsequent, den Zugang zum kollektiven Mahl nicht an Vorbedingungen zu knüpfen. Ich sehe nicht, wie man Striets Auffassungen auch nur entfernt als »christlich« bezeichnen könnte. Sein Dialogbeitrag ist sicher sehr lobenswert. Allerdings eher in der Kategorie des interreligiösen als des innerkirchlichen Dialogs.

Montag, März 14, 2011

Wat is ene Kirchenreformer?

Da stelle mer uns janz dumm … und da sagen wir so:



Ein Kirchenreformer, das ist jemand, der auf der Schulter von Riesen einen Zwergenaufstand macht.

Samstag, Februar 26, 2011

Das (…) macht uns (…) sehr betroffen.

Frischer Wind kommt in die Memorandumsdebatte durch einen Beitrag von Studierenden der Theologie.

»Die Mahnung zu Respekt vor der Freiheit des Gewissens wird in einem eigenen Punkt der sechs Forderungen konkret ausgefaltet. Die Absicht der Forderungen entspringt sicher der Wahrnehmung konkreter Leidsituationen von Menschen innerhalb der Kirche. Wird aber deren Durst nach der heilenden Liebe Gottes gestillt durch Anpassungen dieser Art? Es gilt immer, Menschen als von Gott geliebte Personen zu respektieren, sie anzunehmen und ihnen mit Liebe zu begegnen. Nach GS 16 ist sogar einem irrenden Gewissen zu folgen, das seine volle Würde behält. Das heißt aber nicht, dass das daraus entspringende Handeln richtig, befreiend und heilvoll für den Menschen selbst und seine Mitmenschen ist. Gewissen ist nicht das gleiche wie eine momentane subjektive Überzeugung. Daher ist es Aufgabe der Kirche und besonders der Theologie, Maßstäbe und Orientierungen herauszustellen, an denen das Gewissen sich so bilden kann, dass es den Menschen wirklich frei macht. Freiheit in diesem Sinne ist also nicht Willkür, sondern sie wächst durch die Bindung an Christus.«


Auch wenn es den Professoren vermutlich ihren Zweiten Fühling verhagelt – ich finde das Schreiben mutig und hervorragend. Man hört schon das Holz klappern, wenn die Alt-Memorandler verzweifelt nach Schubladen suchen, in die sie die Studierenden stecken können.

Freitag, Februar 25, 2011

Was das Tagesevangelium verschweigt.





[ER]Ein mir namentlich bekannter Autor hat den Sitz im Leben des heutigen Evangeliums herausgefunden. Und ich freue mich sehr, das geneigte Publikum an den Früchten der mühseligen Rekonstruktionsarbeit theylhaben zu lassen. Herzlichen Dank an Anonymus!

"Von dort brach Jesus auf und kam nach Judäa und in das Gebiet jenseits des Jordan. Wieder versammelten sich viele Leute bei ihm, und er lehrte sie, wie er es gewohnt war. Da sagten seine Jünger: „Jesus, lass uns doch mal einen Dialog führen. Die Menschen möchten das. Von allen Seiten bedrängen sie uns. Dialog, Dialog – das ist es was sie wollen. Nicht immer nur zuhören.“ Und sogleich erhoben sich einige Theologen, nickten beifällig und eröffneten den Diskurs: „Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen?“ Jesus antwortete ihnen mit einer Gegenfrage: „Was hat euch Mose vorgeschrieben?“ Die Theologen sahen sich an, lächelten fein und sprachen: „Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und (die Frau) aus der Ehe zu entlassen.“ Jesus entgegnete ihnen: „Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“ Da wurden die Theologen zornig und verfassten an Ort und Stelle ein Memorandum: „Die Kirche ist kein Selbstzweck. Sie hat den Auftrag, den befreienden und liebenden Gott Jesu Christi allen Menschen zu verkünden. Das kann sie nur, wenn sie selbst ein Ort und eine glaubwürdige Zeugin der Freiheitsbotschaft des Evangeliums ist.“ Da trat ein kleines Grüpplein hervor, schwenkte eine Petition in Richtung der Jünger und entgegneten den Professoren: „Aber die Freiheitsbotschaft des Evangeliums ist doch das, was Jesus gerade gesagt hat, oder?“ Die Professoren schmunzelten über diesen kindischen Einwurf, warfen sich beredte Blicke zu und antworteten wie aus einem Munde: „Der Respekt vor dem individuellen Gewissen bedeutet, Vertrauen in die Entscheidungs- und Verantwortungsfähigkeit der Menschen zu setzen. Diese Fähigkeit zu unterstützen, ist auch Aufgabe der Kirche; sie darf aber nicht in Bevormundung umschlagen. Damit ernst zu machen, betrifft besonders den Bereich persönlicher Lebensentscheidungen und individueller Lebensformen. Die kirchliche Hochschätzung der Ehe und der ehelosen Lebensform steht außer Frage. Aber sie gebietet nicht, Menschen auszuschließen, die Liebe, Treue und gegenseitige Sorge in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder als wiederverheiratete Geschiedene verantwortlich leben.“ Auch die Jünger Jesu waren nun sehr verunsichert. Wer hatte nun recht? Deshalb befragten die Jünger Jesus noch einmal darüber: „Also was sollen wir den Leuten denn jetzt sagen? Was ist denn jetzt deine Freiheitsbotschaft in dieser Frage? Nur damit wir es den Leuten nicht falsch erklären?“ Jesus sagte: „Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.“ Und er stand auf und ging. Die Theologen aber riefen ihm nach: „Selbstgerechter moralischer Rigorismus steht der Kirche nicht gut an! Die Kirche kann nicht Versöhnung mit Gott predigen, ohne selbst in ihrem eigenen Handeln die Voraussetzung zur Versöhnung mit denen zu schaffen, an denen sie schuldig geworden ist!“ Jesus aber war schon auf dem Weg nach Jerusalem."