[SV]Der Versuch, einen Beitrag zu Ostern zu schreiben, ist mehrfach an meiner Sprachlosigkeit Angesichts der Taten Christi gescheitert.
Den Segen, den ich nicht begreifen kann, aber für mich erhoffe, erbitte ich auch für alle Leser von Echoromeo.
Samstag, April 23, 2011
Samstag, April 09, 2011
Mittwoch, April 06, 2011
Das Spiegelei der Woche
[ER] Unter der Rubrik Spiegelei der Woche werde ich kirchenpolitische Epic Fails vorstellen, die es verdienen, ordentlich in die Pfanne gehauen zu werden. Heute den Blog der SWR-Fachredaktion »Kirche und Gesellschaft«. Dort jedenfalls freut man sich auf …»… angeregte Diskussionen, interessante Beiträge und neue Erkenntnisse! Und bei allem soll das Augenzwinkern nicht zu kurz kommen, denn Lachfalten sind bekanntlich die schönsten!«
Vermutlich hat sich das Redaktionsteam jedoch seit Montag zum Lachen in den Keller verzogen, denn so lange warten zwei meiner Kommentare zu Blogbeiträgen bereits unveröffentlicht in der Warteschlange. Wenn die Bloggerkollegen nicht im Keller sitzen, erhalten wir Informationen über den Massenaufstand gegen Kardinal Meisner, profunde Analysen des YOUCAT, sowie eine tiefschürfende Betrachtung zum neuen Jesus-Buch des Papstes durch Gerd Lüdemann.
Der Blog müßte eigentlich fast unter Artenschutz gestellt werden, denn wo sonst findet man noch in unverstellter Naivität verstaubte Fehleinschätzungen wie:
»Ich finde ja, der Papst hätte momentan einige wichtigere Baustellen zu bearbeiten als sein theologisches Erbe zu veröffentlichen. Mit diesem Buch wird er weder die Theologie noch die Welt verändern – mit neuen Impulsen in Sachen Zölibat, Frauen im Priesteramt und liberalere Sexualmoral allerdings sehr wohl.«
Mit diesen Ladenhütern behebt man nach der Vorstellung der professionellen Bloggerkollegen vom SWR die Gotteskrise. So als wartete das Heer der Atheisten, Agnostiker und Gottsucher nur hufescharrend auf die päpstliche Freigabe liberaler Sexualität für zölibatslose Priesterinnen. Willkommen im 21. Jahrhundert, liebe Leute!
Ein Leser, der unter Verweis auf die Petition Pro Ecclesia eine gewisse ideologische Einseitigkeit bemängelt, wird folgendermaßen belehrt:
»Anders ausgedrückt: das Beharrende, das Konservative innerhalb der katholischen Kirche hatte immer schon die stärkere Lobby in der öffentlichen Wahrnehmung, die hauptsächlich durch die Bischöfe gestaltet wird. Da haben wir nicht den Eindruck, dass wir da Defizite ausgleichen müßten. Die Fraktion derer, die Offenheit und Veränderung oder zumindest Diskussion über Veränderung wollen hat es da schwerer.«
Ausgewogene Berichterstattung, Verstehen der Dialektik einer Auseinandersetzung als »Ausgleich von Defiziten«? Theologische Fachdiskussion als Abwägen von Mehrheitsverhältnissen? Und wer einmal das Etikett »Ultrakonservativ« erhält, wird totgeschwiegen? Unliebsame Kommentare ignoriert?
Lieber SWR-Redaktion, herzlichen Glückwunsch zum »Spiegelei der Woche«!
P. S.: Ich wünsche mir in meinen schlechteren Momenten, und aus Gründen des Defizit-Ausgleichs, der Papst würde die Memorandisti wirklich so behandeln wie die Pius-Bischöfe, die Herr Vins als empört als vom Vatikan »rehabilitiert« bezeichnet: Alle erst mal in unbezahlten Urlaub schicken, dann sauber exkommunizieren und zwanzig Jahre später in einem Akt zuvorkommender Gnade die Exkommunikation bei fortlaufender Suspendierung aufheben. Aber das wünsche ich natürlich nur in meinen schlechteren Momenten.
Ich bin OK - Du bist OK! Echt jetzt?
[SV]Häufig hört man, um Menschen für Christus zu gewinnen, sei es nötig, düstere Themen wie die Sünde erst einmal wegzulassen und sich auf die ermutigenden und liebevollen Themen zu beschränken. Bevor man an den Menschen herumkritisiert, solle man ihnen erst einmal vermitteln, dass sie geliebt und angenommen sind, dass Gott sie bejaht. Erst einmal sei positive Spiritualität gefragt.
Dahinter steckt ein Irrtum. Das Aufdecken von Sünde ist kein unnötiges Kritisieren, wenn es im Licht Jesu geschieht. Nur in diesem Licht bin ich wirklich angenommen und bejaht.
Auch wenn ich noch so sehr gesagt bekomme, ich sei OK, wie ich bin, erwächst daraus letztlich kein tiefes Vertrauen. Der Grund ist einfach: es stimmt nicht. Ich weiß in meinem Inneren ganz genau, dass ich eben nicht in Ordnung bin, sondern dass es da neben etlichem liebenswertem auch einiges eher abstoßende gibt und auch einiges, das definitiv falsch und übel ist. Ich weiß das und kann deshalb niemandem wirklich vertrauen, der das nicht sieht oder sehen will.
Wer mir sagt, ich sei OK, vermittelt mir eben keine Annahme, sondern er negiert ganze Teile von mir. Annahme geht anders.
Gott sieht jedoch alles. Und er macht gar keinen Hehl daraus, dass ihm vieles nicht passt. Er nennt es Sünde und hat damit recht. Aber er klagt mich deshalb nicht an, sondern er kommt selbst in die Welt und überwindet von seiner Seite aus den Graben zwischen ihm und mir. Da kann ich wirklich vertrauen, weil ich angenommen bin, ohne irgendwelche Dunkelheiten zurückhalten zu müssen. Das, was den Glauben so erholsam und hoffnungsvoll macht, ist doch, dass Gott mich an meinen wunden Punkten berührt, ohne sie irgendwie zu verstecken, zu beschönigen oder zu leugnen. Nur in diesem Licht bin ich wirklich ich selbst.
Für mich ist klar: Annahme und Bejahung gibt es nicht, wenn da nicht die Erlösung ist. Ohne Sündenerkenntnis kein Innerer Friede. Ohne Wahrheit keine Liebe. Ohne Licht, dass wirklich alles in mir bescheinen darf, wird es in mir nicht hell. Und dieses Licht kommt nicht von mir, sondern von Gott.
Damit ist für mich zumindest klar, wohin ich Leute, mit denen ich von Gott rede, nicht führe: zu einem netten Sierra Victor. Der kann höchstens Beiwerk sein.
Wenn ich jemandem die Sterne zeigen will, führe ich ihn zwar zu einem Teleskop, aber dann muss er selbst durchschauen. Erklärungen über Aufbau und Sinn der einzelnen Teile des Teleskops sind dann sinnvoll, wenn sie gebraucht werden, um mehr zu sehen. Das Teleskop ist dazu da, die Sterne zu sehen, nicht die Sterne dazu, das Teleskop zu rechtfertigen.
Es geht nicht darum, über die Wirkungsweise von Teleskopen zu meditieren (Spiritualität), sondern darum, hindurchzuschauen (Gebet).
Egal, was ich zeige und wohin ich führe: es muss immer klar werden, dass die Blickrichtung zu Gott gehen und im Gebet enden muss.
Dahinter steckt ein Irrtum. Das Aufdecken von Sünde ist kein unnötiges Kritisieren, wenn es im Licht Jesu geschieht. Nur in diesem Licht bin ich wirklich angenommen und bejaht.
Auch wenn ich noch so sehr gesagt bekomme, ich sei OK, wie ich bin, erwächst daraus letztlich kein tiefes Vertrauen. Der Grund ist einfach: es stimmt nicht. Ich weiß in meinem Inneren ganz genau, dass ich eben nicht in Ordnung bin, sondern dass es da neben etlichem liebenswertem auch einiges eher abstoßende gibt und auch einiges, das definitiv falsch und übel ist. Ich weiß das und kann deshalb niemandem wirklich vertrauen, der das nicht sieht oder sehen will.
Wer mir sagt, ich sei OK, vermittelt mir eben keine Annahme, sondern er negiert ganze Teile von mir. Annahme geht anders.
Gott sieht jedoch alles. Und er macht gar keinen Hehl daraus, dass ihm vieles nicht passt. Er nennt es Sünde und hat damit recht. Aber er klagt mich deshalb nicht an, sondern er kommt selbst in die Welt und überwindet von seiner Seite aus den Graben zwischen ihm und mir. Da kann ich wirklich vertrauen, weil ich angenommen bin, ohne irgendwelche Dunkelheiten zurückhalten zu müssen. Das, was den Glauben so erholsam und hoffnungsvoll macht, ist doch, dass Gott mich an meinen wunden Punkten berührt, ohne sie irgendwie zu verstecken, zu beschönigen oder zu leugnen. Nur in diesem Licht bin ich wirklich ich selbst.
Für mich ist klar: Annahme und Bejahung gibt es nicht, wenn da nicht die Erlösung ist. Ohne Sündenerkenntnis kein Innerer Friede. Ohne Wahrheit keine Liebe. Ohne Licht, dass wirklich alles in mir bescheinen darf, wird es in mir nicht hell. Und dieses Licht kommt nicht von mir, sondern von Gott.
Damit ist für mich zumindest klar, wohin ich Leute, mit denen ich von Gott rede, nicht führe: zu einem netten Sierra Victor. Der kann höchstens Beiwerk sein.
Wenn ich jemandem die Sterne zeigen will, führe ich ihn zwar zu einem Teleskop, aber dann muss er selbst durchschauen. Erklärungen über Aufbau und Sinn der einzelnen Teile des Teleskops sind dann sinnvoll, wenn sie gebraucht werden, um mehr zu sehen. Das Teleskop ist dazu da, die Sterne zu sehen, nicht die Sterne dazu, das Teleskop zu rechtfertigen.
Es geht nicht darum, über die Wirkungsweise von Teleskopen zu meditieren (Spiritualität), sondern darum, hindurchzuschauen (Gebet).
Egal, was ich zeige und wohin ich führe: es muss immer klar werden, dass die Blickrichtung zu Gott gehen und im Gebet enden muss.
Montag, April 04, 2011
Hardliner an der Waterkant – ein offener Leserbrief an den SPIEGEL
Sehr geehrte SPIEGEL-Redakteure,
ich hatte heute vormittag die Gelegenheit, ihren netten Artikel zu lesen. Kardinal Meisner, den Sie so grell überzeichnen, hat in seinem Fastenhirtenbrief nichts anderes getan, als das katholische Ehe- und Familienverständnis darzulegen und seinen Finger auf die Begleitkatastrophe der sogenannten »sexuellen Revolution« zu legen: Die demographische Entwicklung in Deutschland. Mir ist bei Lektüre Ihres polemischen Artikels natürlich klar, daß der Therapiebedürftige gegen die Kur »wettern« muß, um das schöne Verb selber zu benutzen, daß Sie speziell für Kirchenfürsten und andere Spaßverderber reserviert zu haben scheinen. (Sie haben ja diese schöne und stilprägende, lange Tradition der manipulativen Berichterstattung.) Die Behandlung muß ins überkommene Weltbild einschneiden, ansonsten wirkt sie nicht.
Daß Sie nicht so einfach den katholischen Standpunkt annehmen können, daß sie keinerlei Toleranz für Meinungen, die von Ihrem hedonistischen Weltverständnis abweichen, aufbringen werden, ist bedauerlich, aber auch nicht weiter überraschend.
Ihr Artikel einerseits – der Fastenhirtenbrief des alten Erzbischofs andererseits; ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß in fünfzig Jahren eines dieser beiden Textstücke sehr altbacken aussehen wird. Und ich vermute, daß es nicht der Fastenhirtenbrief ist.
In diesem Sinne noch eine gesegnete Fastenzeit,
Ihr Peter Esser
ich hatte heute vormittag die Gelegenheit, ihren netten Artikel zu lesen. Kardinal Meisner, den Sie so grell überzeichnen, hat in seinem Fastenhirtenbrief nichts anderes getan, als das katholische Ehe- und Familienverständnis darzulegen und seinen Finger auf die Begleitkatastrophe der sogenannten »sexuellen Revolution« zu legen: Die demographische Entwicklung in Deutschland. Mir ist bei Lektüre Ihres polemischen Artikels natürlich klar, daß der Therapiebedürftige gegen die Kur »wettern« muß, um das schöne Verb selber zu benutzen, daß Sie speziell für Kirchenfürsten und andere Spaßverderber reserviert zu haben scheinen. (Sie haben ja diese schöne und stilprägende, lange Tradition der manipulativen Berichterstattung.) Die Behandlung muß ins überkommene Weltbild einschneiden, ansonsten wirkt sie nicht.
Daß Sie nicht so einfach den katholischen Standpunkt annehmen können, daß sie keinerlei Toleranz für Meinungen, die von Ihrem hedonistischen Weltverständnis abweichen, aufbringen werden, ist bedauerlich, aber auch nicht weiter überraschend.
Ihr Artikel einerseits – der Fastenhirtenbrief des alten Erzbischofs andererseits; ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß in fünfzig Jahren eines dieser beiden Textstücke sehr altbacken aussehen wird. Und ich vermute, daß es nicht der Fastenhirtenbrief ist.
In diesem Sinne noch eine gesegnete Fastenzeit,
Ihr Peter Esser
Samstag, April 02, 2011
Niederrhein Rulez!
[ER] Das hier nur in Kürze! Ich freue mich unglaublich über den neuen Jugendkatechismus, und ich freue mich auch über die Wurzeln in meinem Bistum. Ein herzliches Dankeschön nach Bösinghoven! Hoffentlich bringt YOUCAT Frucht für die dortige Gemeinschaft der Gemeinden.
Donnerstag, März 31, 2011
An Frau Direktor Hans-Peter Schmitz
[SV] Dies brachte mich auf die Idee, ein wenig in die Zukunft zu schauen...
An Frau Direktor Hans-Peter Schmitz, im September 2014
Einheitsschule Rappelkiste
Emanzengasse 17
Mann/Frauheim
Sehr geehrte Dame und Herr,
vertrauensvoll wende ich mich an Sie in einer persönlichen Angelegenheit.
Mein Leihsohn Renate geht seit einigen Wochen nicht mehr zum Sportunterricht. Er kam seelisch nicht damit klar, dass die Tür zu Umkleidekabine (Umkleideraum der Kategorie 5, schwul praktizierend und biologisch feminin) von der HausmeisterIn ausgehängt wurde. Er fühlte seine Privatsphäre verletzt.
Die ErzieherIn der Kleinkindertagesstätte im Nebenraum beschwerte sich nun bei der Stufenleitung, weil ihr so ein Anschauungsbeispiel für die Aufklärungsspiele am Donnerstagmorgen fehlt. Sie war es, die die Tür entfernen und zudem ein Fenster in die Wand setzen ließ.
Nach einem klärenden Gespräch mit der ErzieherIn sieht Renate ein, dass er sich nicht verschließen kann und ist bereit, sich wieder vor den Kindern umzuziehen. (Wie er mir anvertraute, legt er einfach sein Gamegirl auf seinen Tornister, das die Kleinen dann nahezu vollständig von ihm ablenkt.)
Leider ist jedoch die Lehrkraft für Gleichstellung, Quotenregelung und Mathematik, deren Unterricht Renate während der ausfallenden Sportstunden beiwohnen musste, nicht bereit, ihn gehen zu lassen. Er sei nicht wirklich bei der Sache, interessiere sich nur für den Stoff und nicht für dessen soziale Einbettung und könne den Kurs keinesfalls verlassen, bevor er nicht in der Lage sei, Aufgaben zu lösen, die für seinen Entwicklungsstand (PISA III/7a, Kategorie alpha, identitätssuchend) angemessen seien.
Nun sind auch mein Mann Helga und ich nicht in der Lage, diese Aufgaben zu lösen. Wir fragen uns daher, ob da nicht persönliche Gründe dahinter stecken und die Lehrkraft Renate einfach bei sich behalten möchte. Die Fiktiven Kopf- und Körpernoten sind jedenfalls auffällig gut und das Tägliche Kompliment der Lehrkraft an die Schüler fällt Renate schon lästig, so anzüglich ist es.
Bitte erlauben Sie die erneute Teilnahme Renates am Sportunterricht, um eine unnötige Entfremdung zwischen ihm und der Lehrkraft und zugleich ihm und seinen MultiklassenkameradInnen zu verhindern.
Ein Beispiel für die verlangten Aufgaben hängen wir Ihnen an.
Mit hoffnungsvollen Grüßen
Sylvia Schwurbel, Erziehungs- und Aufklärungsberechtigte von Renate
Die Aufgabe:
5 Null-Energie-Häuser stehen nebeneinander; jedes Null-Energie-Haus in einer anderen Farbe.
In jedem Null-Energie-Haus wohnen Personen anderer Gender.
Jeder Null-Energie-Hausbewohner bevorzugt bestimmte Freunde, Drogen und Haustiere.
Frage: Wem gehört der Fisch?
1. Ein Schwuler wohnt im rosa Null-Energie-Haus.
2. Eine Lesbe hat einen Chow-Chow.
3. Der/die Transsexuelle mag Akademiker.
4. Das grüne Null-Energie-Haus steht links neben dem weißen Null-Energie-Haus.
5. Der/die BesitzerIn des grünen Null-Energie-Hauses steht auf Taxifahrer.
6. Die Person, die selbst angebautes Cannabis raucht, hält Vögel.
7. Die Person im mittleren Null-Energie-Haus steht auf Taxifahrer.
8. Der/die BesitzerIn des gelben Null-Energie-Hauses kifft.
9. Der/die Intersexuelle wohnt im ersten Null-Energie-Haus.
10. Der/die Marihuana-RaucherIn wohnt neben der Person, die Katzen hält.
11. Die Person, die einen Elch hält, wohnt neben dem, der kifft.
12. Die Person, die kokst, bevorzugt ErzieherInnen.
13. Der/die Intersexuelle wohnt neben dem blauen Null-Energie-Haus.
14. Der/die Bisexuelle schnüffelt Pattex.
15. Der/die Marihuana-RaucherIn hat eine(n) NachbarIn, der/die Reitlehrer aufreißt.
An Frau Direktor Hans-Peter Schmitz, im September 2014
Einheitsschule Rappelkiste
Emanzengasse 17
Mann/Frauheim
Sehr geehrte Dame und Herr,
vertrauensvoll wende ich mich an Sie in einer persönlichen Angelegenheit.
Mein Leihsohn Renate geht seit einigen Wochen nicht mehr zum Sportunterricht. Er kam seelisch nicht damit klar, dass die Tür zu Umkleidekabine (Umkleideraum der Kategorie 5, schwul praktizierend und biologisch feminin) von der HausmeisterIn ausgehängt wurde. Er fühlte seine Privatsphäre verletzt.
Die ErzieherIn der Kleinkindertagesstätte im Nebenraum beschwerte sich nun bei der Stufenleitung, weil ihr so ein Anschauungsbeispiel für die Aufklärungsspiele am Donnerstagmorgen fehlt. Sie war es, die die Tür entfernen und zudem ein Fenster in die Wand setzen ließ.
Nach einem klärenden Gespräch mit der ErzieherIn sieht Renate ein, dass er sich nicht verschließen kann und ist bereit, sich wieder vor den Kindern umzuziehen. (Wie er mir anvertraute, legt er einfach sein Gamegirl auf seinen Tornister, das die Kleinen dann nahezu vollständig von ihm ablenkt.)
Leider ist jedoch die Lehrkraft für Gleichstellung, Quotenregelung und Mathematik, deren Unterricht Renate während der ausfallenden Sportstunden beiwohnen musste, nicht bereit, ihn gehen zu lassen. Er sei nicht wirklich bei der Sache, interessiere sich nur für den Stoff und nicht für dessen soziale Einbettung und könne den Kurs keinesfalls verlassen, bevor er nicht in der Lage sei, Aufgaben zu lösen, die für seinen Entwicklungsstand (PISA III/7a, Kategorie alpha, identitätssuchend) angemessen seien.
Nun sind auch mein Mann Helga und ich nicht in der Lage, diese Aufgaben zu lösen. Wir fragen uns daher, ob da nicht persönliche Gründe dahinter stecken und die Lehrkraft Renate einfach bei sich behalten möchte. Die Fiktiven Kopf- und Körpernoten sind jedenfalls auffällig gut und das Tägliche Kompliment der Lehrkraft an die Schüler fällt Renate schon lästig, so anzüglich ist es.
Bitte erlauben Sie die erneute Teilnahme Renates am Sportunterricht, um eine unnötige Entfremdung zwischen ihm und der Lehrkraft und zugleich ihm und seinen MultiklassenkameradInnen zu verhindern.
Ein Beispiel für die verlangten Aufgaben hängen wir Ihnen an.
Mit hoffnungsvollen Grüßen
Sylvia Schwurbel, Erziehungs- und Aufklärungsberechtigte von Renate
Die Aufgabe:
5 Null-Energie-Häuser stehen nebeneinander; jedes Null-Energie-Haus in einer anderen Farbe.
In jedem Null-Energie-Haus wohnen Personen anderer Gender.
Jeder Null-Energie-Hausbewohner bevorzugt bestimmte Freunde, Drogen und Haustiere.
Frage: Wem gehört der Fisch?
1. Ein Schwuler wohnt im rosa Null-Energie-Haus.
2. Eine Lesbe hat einen Chow-Chow.
3. Der/die Transsexuelle mag Akademiker.
4. Das grüne Null-Energie-Haus steht links neben dem weißen Null-Energie-Haus.
5. Der/die BesitzerIn des grünen Null-Energie-Hauses steht auf Taxifahrer.
6. Die Person, die selbst angebautes Cannabis raucht, hält Vögel.
7. Die Person im mittleren Null-Energie-Haus steht auf Taxifahrer.
8. Der/die BesitzerIn des gelben Null-Energie-Hauses kifft.
9. Der/die Intersexuelle wohnt im ersten Null-Energie-Haus.
10. Der/die Marihuana-RaucherIn wohnt neben der Person, die Katzen hält.
11. Die Person, die einen Elch hält, wohnt neben dem, der kifft.
12. Die Person, die kokst, bevorzugt ErzieherInnen.
13. Der/die Intersexuelle wohnt neben dem blauen Null-Energie-Haus.
14. Der/die Bisexuelle schnüffelt Pattex.
15. Der/die Marihuana-RaucherIn hat eine(n) NachbarIn, der/die Reitlehrer aufreißt.
Mittwoch, März 23, 2011
Rüben-Vendetta

Futterrüben sind bekanntlich nicht die kleinsten unter den Früchten des Niederrheins. Und wenn man zufälligerweise auf einem Feld eine Futterrübe findet und sie sich unter den Arm klemmt, um sie dem dem braven Pferd mitzubringen und gleichzeitig noch den eigenwilligen Dackel an der Leine führt, dann ist man mitunter etwas abgelenkt.
Der Dachshundrüde Benni zog auf der schmalen landwirtschaftlichen Straße nach links, die Zuckerrübe lastete rechts und von hinten kam ein Auto herangebraust. Ich konnte gerade noch in die Hocke gehen, dem Dackel einen Stoß in Richtung Feld geben (nicht mit der Zuckerrübe), da brauste die Bunkenschleuder schon an mir vorbei.
Das trug sich übrigens im Sommer 1983 zu. Ich hatte gerade recht und schlecht Abitur gemacht und befand mich auf einem Sonntagsspaziergang mit Mutter und Brüdern.
Jedenfalls sauste der Kadett vorbei, ich in der Hocke, Dackel im Graben, Futterrübe auf dem Boden, Mutter und Brüder auch schnell zur Seite gesprungen … und ich gab dem Auto mit der flachen Hand einen Klaps auf den Radkasten. War halt knapp. Danach begann ich, Dackel und Rübe einzusammeln, da hörte ich Bremsen, meine Mutter rufen, ein Auto im Rückwärtsgang … und sah, daß die Mühle rückwärts auf mich zugeschossen kam.
Aber ich hatte – wie Hulk, der Rächer – eine Futterrübe in den über das Haupt erhobenen Händen. Und die landete erst einmal krachend auf der Heckscheibe des Autos! Durch – vermutlich – persönliches Einschreiten meines Schutzengels entstand kein Schaden an der Bunkenschleuder, aber der Typ und seine Freundin waren komischerweise sauer und schrieben sich unsere Fahrzeugnummer auf, als wir versuchten, uns unauffällig zu entfernen. Einige Zeit später landete auf dem Schreibtisch meines Vaters die Anzeige; aber nachdem wir bei der Krefelder Polizei den Vorgang unmittelbar nach dem Geschehen zu Protokoll gegeben hatten, mein Vater wohl auch seinen Rechtsanwalt einschaltete, und alles in allem außer ein paar durchgeknallten Geduldsfäden keinerlei Schaden entstanden war, verlief die Sache wohl irgendwie in den Aktenbergen der Krefelder Polizei. Ich habe jedenfalls nie wieder etwas von der Geschichte gehört.
Ich bin dann zur Bundeswehr gegangen, um völlig legal weit schlimmere Dinge auf den potentiellen Feind zu werfen und sollte … da Luftwaffe … eine Sicherheitseinstufung erhalten. (Mit dem Flieger Esser kann man Rüben stehlen.) Doch auf dem Fragebogen stand die Frage: »Sind sie vorbestraft?«
Das konnte ich – dank einiger Naivität – nach dem Dackelrübendesaster nun nicht mehr so eindeutig sagen. Ich kreuzte nichts an und schrieb einfach nur: »Weiß nicht«, worauf ich von einigen unauffällig gekleideten Herren vom Militärischen Abschirmdienst zu einer Befragung unter drei Augenpaaren gebeten wurde.
»Ja, was haben Sie denn angestellt?«
»Ich habe jemandem eine Rübe aufs Auto geworfen.«
(Stille. Ungläubige Gesichter, dezenter Heiterkeitsausbruch.)
Das sei, so wie ich es geschildert habe, kein so schreckliches Vergehen. Ob ich weiterhin an den Krefelder Krawallen teilgenommen hätte? (Die waren damals gerade gewesen. Man hatte dem späteren US-Präsidenten George Bush sen. bei einem Besuch der Seidenstadt einen Sack Steine aufs Auto geworfen.)
Ich sagte, ich sei wohl an den Polizeisperren vorbeigegangen, hätte aber gerade keine Rübe dabeigehabt … und erhielt dann doch die Sicherheitseinstufung.
Freitag, März 18, 2011
Christus vincit! Christus regnat! Christus imperat!

Der »Stuhlkreis der Wölfe«, der seinen Eingang in die Präsentation der Petition Pro Ecclesia gefunden hat, nahm dann übrigens doch noch ein für das Schaf erfreuliches Ende …
Edit: Ich nehme Marcus’ Kommentar als neuen Titel für den Blogpost!
Donnerstag, März 17, 2011
Wir gratulieren zum Hundertsten!
[ER] Es war für uns »Petitionisten«, oder – wie ein Freund neulich am Telefon unkte – »Petitessen« eine große Freude, als Pater Anselm Günthör die Petition Pro Ecclesia unterschrieb. Ein fast Hundertjähriger, ein bekannter Moraltheologe, ein Benediktinerpater, der auf einen reichen Schatz an Lebenserfahrungen in und mit dem Spannungsverhältnis von Kirche und Gesellschaft zurückblicken konnte, machte sich den Text der Petition zu eigen. Das hat uns sehr viel Mut gemacht. Also doch keine Petitesse.
Gestern, am Tag der Überreichung der Petition, wurde der womöglich älteste Unterzeichner genau hundert Jahre alt.
Pater Engelbert Recktenwald berichtet davon auf seiner stets lesenswerten Internetseite kath-info.de (Das Portal zur Katholischen Geisteswelt).
Gestern, am Tag der Überreichung der Petition, wurde der womöglich älteste Unterzeichner genau hundert Jahre alt.
[kath-info] Heute wird der Moraltheologe Anselm Günthör OSB 100 Jahre alt. 1929 in die Abtei Weingarten eingetreten, wurde er 1953 Moraltheologe in S. Anselmo in Rom. Im FE-Verlag ist seine Biographie Mein Leben in bewegten Zeiten erschienen. In ihr beschreibt er sein Leben in Rom, während der Nazi-Zeit und in der Abtei Weingarten. Seit der Auflösung Weingartens im Jahr 2009 lebt er in Altshausen.
Pater Engelbert Recktenwald berichtet davon auf seiner stets lesenswerten Internetseite kath-info.de (Das Portal zur Katholischen Geisteswelt).
Mittwoch, März 16, 2011
Übergabe der Petition Pro Ecclesia
[ER] Heute Mittag haben wir in einer kleinen Abordnung der »Petition Pro Ecclesia« im Namen von rund 14.000 Unterzeichnern am Rande der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Paderborn die Petition und alle Unterschriften an den Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ, übergeben. Die Übergabe der Unterlagen fand in einer sehr freundlichen Atmosphäre statt. Dabei richtete Pater Dr. Langendörfer folgende Worte an uns:
»Namens der deutschen Bischöfe und besonders des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz danke ich Ihnen und allen Initiatoren der Petition Pro Ecclesia für Ihre Initiative. Ihre Petition zeigt Ihre authentische Verbundenheit mit der Kirche, mit dem Papst und mit den Nachfolgern der Apostel und ist geprägt durch das Bestreben, den Dienst der Kirche in der Welt von heute zu unterstützen.
Die deutschen Bischöfe haben gestern die verschiedenen Äußerungen von Gläubigen, die in den letzten Wochen erfolgt sind, ausführlich, sorgfältig und im Bemühen um eine verantwortungsgeprägte Vorgehensweise beraten. Sie werden sich mit einem ›Wort der deutschen Bischöfe‹ an die Gläubigen wenden und ihre Einladung zu einem mehrjährigen Prozess des gemeinsamen Sprechens und Betens wiederholen. Diese Initiative soll dem Glauben und der Kirche in Deutschland dienen und ihr Zeugnis deutlich vernehmbar machen. Einer Reihe von Bitten, die Sie in der Petition vortragen, messen unsere Bischöfe hohe Bedeutung bei: der Unterstützung der Priester im Blick auf ihre zölibatäre Lebensform, der Stärkung der Bande zu den Professoren der Theologie, der Studierendenseelsorge, der würdigen Feier der Liturgie und dem Einsatz zum Wohl der Ehen und Familien im Sinn der Kirche. Insofern rennen Sie in der Tat, wie Sie sagen, offene Türen ein.
Ich möchte Sie bitten, in Ihrem Einsatz für die Kirche nicht zu ermüden. Ich möchte Sie auch um das Gebet für die Kirche und für ihre Oberhirten bitten, damit alle Gläubigen eine wirklich geistliche Gemeinschaft bilden und aus der Verbundenheit mit dem Herrn leben.
Schließlich danke ich Ihnen, dass Sie, was Ihnen nicht leicht gefallen ist, bei der Überreichung dieser Unterschriften der üblichen Vorgehensweise zugestimmt und mit der Person des Sekretärs vorlieb genommen haben, wodurch Sie einmal mehr Ihre Bereitschaft zur ganz selbstverständlichen Mitwirkung in der Kirche in Deutschland unterstrichen haben.«
P. Dr. Hans Langendörfer SJ
Montag, März 14, 2011
Wat is ene Kirchenreformer?
Donnerstag, März 10, 2011
Wer Blog säht, wird Zeitung ernten.
[SV] Irgendwann kommt das Echo. Irgendwann schwappt die Welle an Land, die von dem Steinchen stammt, das man ins Wasser warf.
Die Tagespost schrieb (hier):
Der Gastkommentar: Vorsicht Humor!: Im Rumpf des Schiffleins Kirche wird ein Leck entdeckt: Was tun?
Autor: Von Anonymus Iocus
Im Rumpf des Schiffleins Kirche wird ein Leck entdeckt: Was tun?
- Das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz verweist darauf, in etwa acht Jahren beginnen zu können, Richtlinien zum Umgang mit Lecks zu entwickeln.
- Der Verband der Deutschen Diözesen (VDD) wird aber bereits heute gebeten, die Mittel für ein entsprechendes Referat bereitzustellen.
- Frau Professorin Demel fordert unter Hinweis auf CIC, dass nun neben dem Leck ein weiteres Loch gebohrt werden müsse, damit das Wasser wieder abfließen kann.
- Die Piusbrüder gießen den Rumpf des Schiffes mit Stahlbeton aus und setzen sich im Beiboot ab.
- Erzbischof Zollitsch beginnt mit dem Leck einen Dialog über die Offenheit der Kirche. Im nächsten Jahr soll zu dem Thema ein Brief an alle Gemeinden geschrieben werden.
- „Wir sind Kirche“ nennt sich um in „Wir sind Leck“.
- Die Charismatiker versuchen, das Loch mit erhobenen Händen zuzuhalten.
- Die Evangelikalen sind überzeugt, Holz mit Lecks drin sei unbiblisch.
- Die EKD begrüßt die Annäherung. Am Grunde sei man gar nicht so weit auseinander.
- Auf der EKD-Homepage darf Uta Ranke-Heinemann den Papst anklagen, an dem Leck schuld zu sein, weil er künstliche Geburtenkontrolle verbiete. Sie fordert, das Leck mit Kondomen zu stopfen.
- Alois Glück macht im Namen des ZdK geltend, dass Katholiken gerne baden gehen. Deshalb sollte sich die Kirche endlich den Bedürfnissen ihrer Gläubigen öffnen und das Leck begrüßen.
- Hans Küng schreibt gleichzeitig in der NZZ, El Pais, Le Monde, der New York Times und der FAZ, die Kirche lehne das Wasser noch immer ab und grenze es aus.
- Peter Wensierski fragt auf Spiegel online: Welche Rolle spielt der Zölibat bei dem Leck?
- Angela Merkel fordert eine deutlichere Distanzierung des Schiffleins vom Wasser.
- Schmidt-Salomon fordert Frau Merkel auf, als Kanzlerin aller Deutschen das Leck als Privatsache der Kirche zu behandeln.
- Das Bistum Aachen regt an, Lecks von Laien verwalten zu lassen. Geplant ist, mehrere Lecks miteinander zu verbinden.
- Weihbischof Jaschke fordert weibliche Lecks.
- Rom ist sich des Lecks voll bewusst und richtet eine Kommission ein. Bis über das Leck entschieden ist, soll das eindringende Wasser nicht getrunken werden.
- kreuz.net betrachtet das Loch als verdiente Strafe für den laxen Umgang mit Homosexuellen.
- Gotthold Hasenhüttl verteilt Clownnasen und rät zur Vorsicht gegenüber autoritären und rückwärtsgerichteten Kräften, die das Loch stopfen wollen, ohne dass vorher im Bongokreis bei Sternfrucht-Gurken-Bionade darüber diskutiert wurde.
- Eugen Drewermann füllt das Schiff mit Tränen, um für Gegendruck zu sorgen.
- Margot Käßmann ruft bei EKD-Chef Nikolaus Schneider an, woraufhin der das Loch zum Geschenk Gottes erklärt. Käßmann selbst kündigt eine bundesweite Vortragstourne an. Thema: „Mitte im Leck“.
- Die Petrusbruderschaft diskutiert über den Zusammenhang von Handkommunion und löchrigen Schiffswänden.
- Eine rasch eingerichtete Facebook-Gruppe hauptamtlicher BDKJ-Funktionäre bestreitet, dass es sich um ein Leck handelt.
- Die Präseuse der EKD, Katrin Göring Eckardt, ruft zu gewaltfreien Demonstrationen gegen den Versuch auf, das Leck zu stopfen. Mittlerweile habe sich eine Kolonie schwimmfähiger Juchtenkäfer im Schiffsrumpf angesiedelt, die dringend auf permanenten Wasserzufluss angewiesen sei.
- Die Europäische Kommission verabschiedet eine Richtlinie, die die Schließung des Lecks von einer vorherigen Umweltverträglichkeitsprüfung abhängig macht.
- Matthias Dobrinski schreibt in der „Süddeutschen Zeitung“, dass das Leck entstand, weil Bischof em. Mixa im Rumpf des Schiffes Wein gelagert haben soll. Das hätten neun Unbekannte eidesstattlich der SZ anvertraut. Die SZ bringt das auf der Titelseite und macht eine große Seite-3-Geschichte daraus.
- Mehr als 200 Theologen unterschreiben ein Protest-Memorandum und fordern ein grundlegendes Umdenken. Nicht das Leck sei das Problem, sondern das Schiff. Erst wenn das Schiff ganz leck sei, komme Bewegung in die Kirche.
- Im Umfeld von Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg taucht die Frage auf, ob promovierten Loch-Bohrern der theologische Doktortitel aberkannt werden sollte.
- Der Herderverlag kündigt eine Anthologie zum Thema an. Der Arbeitstitel „Leck mich“ wird als zu missverständlich verworfen. Die Sammlung erscheint schließlich unter dem Titel „Besser jeck sein, als leck sein“.
Der Autor hat offensichtlich Humor und hofft selbiges auch von seinen Lesern.
Die Tagespost schrieb (hier):
Der Gastkommentar: Vorsicht Humor!: Im Rumpf des Schiffleins Kirche wird ein Leck entdeckt: Was tun?
Autor: Von Anonymus Iocus
Im Rumpf des Schiffleins Kirche wird ein Leck entdeckt: Was tun?
- Das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz verweist darauf, in etwa acht Jahren beginnen zu können, Richtlinien zum Umgang mit Lecks zu entwickeln.
- Der Verband der Deutschen Diözesen (VDD) wird aber bereits heute gebeten, die Mittel für ein entsprechendes Referat bereitzustellen.
- Frau Professorin Demel fordert unter Hinweis auf CIC, dass nun neben dem Leck ein weiteres Loch gebohrt werden müsse, damit das Wasser wieder abfließen kann.
- Die Piusbrüder gießen den Rumpf des Schiffes mit Stahlbeton aus und setzen sich im Beiboot ab.
- Erzbischof Zollitsch beginnt mit dem Leck einen Dialog über die Offenheit der Kirche. Im nächsten Jahr soll zu dem Thema ein Brief an alle Gemeinden geschrieben werden.
- „Wir sind Kirche“ nennt sich um in „Wir sind Leck“.
- Die Charismatiker versuchen, das Loch mit erhobenen Händen zuzuhalten.
- Die Evangelikalen sind überzeugt, Holz mit Lecks drin sei unbiblisch.
- Die EKD begrüßt die Annäherung. Am Grunde sei man gar nicht so weit auseinander.
- Auf der EKD-Homepage darf Uta Ranke-Heinemann den Papst anklagen, an dem Leck schuld zu sein, weil er künstliche Geburtenkontrolle verbiete. Sie fordert, das Leck mit Kondomen zu stopfen.
- Alois Glück macht im Namen des ZdK geltend, dass Katholiken gerne baden gehen. Deshalb sollte sich die Kirche endlich den Bedürfnissen ihrer Gläubigen öffnen und das Leck begrüßen.
- Hans Küng schreibt gleichzeitig in der NZZ, El Pais, Le Monde, der New York Times und der FAZ, die Kirche lehne das Wasser noch immer ab und grenze es aus.
- Peter Wensierski fragt auf Spiegel online: Welche Rolle spielt der Zölibat bei dem Leck?
- Angela Merkel fordert eine deutlichere Distanzierung des Schiffleins vom Wasser.
- Schmidt-Salomon fordert Frau Merkel auf, als Kanzlerin aller Deutschen das Leck als Privatsache der Kirche zu behandeln.
- Das Bistum Aachen regt an, Lecks von Laien verwalten zu lassen. Geplant ist, mehrere Lecks miteinander zu verbinden.
- Weihbischof Jaschke fordert weibliche Lecks.
- Rom ist sich des Lecks voll bewusst und richtet eine Kommission ein. Bis über das Leck entschieden ist, soll das eindringende Wasser nicht getrunken werden.
- kreuz.net betrachtet das Loch als verdiente Strafe für den laxen Umgang mit Homosexuellen.
- Gotthold Hasenhüttl verteilt Clownnasen und rät zur Vorsicht gegenüber autoritären und rückwärtsgerichteten Kräften, die das Loch stopfen wollen, ohne dass vorher im Bongokreis bei Sternfrucht-Gurken-Bionade darüber diskutiert wurde.
- Eugen Drewermann füllt das Schiff mit Tränen, um für Gegendruck zu sorgen.
- Margot Käßmann ruft bei EKD-Chef Nikolaus Schneider an, woraufhin der das Loch zum Geschenk Gottes erklärt. Käßmann selbst kündigt eine bundesweite Vortragstourne an. Thema: „Mitte im Leck“.
- Die Petrusbruderschaft diskutiert über den Zusammenhang von Handkommunion und löchrigen Schiffswänden.
- Eine rasch eingerichtete Facebook-Gruppe hauptamtlicher BDKJ-Funktionäre bestreitet, dass es sich um ein Leck handelt.
- Die Präseuse der EKD, Katrin Göring Eckardt, ruft zu gewaltfreien Demonstrationen gegen den Versuch auf, das Leck zu stopfen. Mittlerweile habe sich eine Kolonie schwimmfähiger Juchtenkäfer im Schiffsrumpf angesiedelt, die dringend auf permanenten Wasserzufluss angewiesen sei.
- Die Europäische Kommission verabschiedet eine Richtlinie, die die Schließung des Lecks von einer vorherigen Umweltverträglichkeitsprüfung abhängig macht.
- Matthias Dobrinski schreibt in der „Süddeutschen Zeitung“, dass das Leck entstand, weil Bischof em. Mixa im Rumpf des Schiffes Wein gelagert haben soll. Das hätten neun Unbekannte eidesstattlich der SZ anvertraut. Die SZ bringt das auf der Titelseite und macht eine große Seite-3-Geschichte daraus.
- Mehr als 200 Theologen unterschreiben ein Protest-Memorandum und fordern ein grundlegendes Umdenken. Nicht das Leck sei das Problem, sondern das Schiff. Erst wenn das Schiff ganz leck sei, komme Bewegung in die Kirche.
- Im Umfeld von Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg taucht die Frage auf, ob promovierten Loch-Bohrern der theologische Doktortitel aberkannt werden sollte.
- Der Herderverlag kündigt eine Anthologie zum Thema an. Der Arbeitstitel „Leck mich“ wird als zu missverständlich verworfen. Die Sammlung erscheint schließlich unter dem Titel „Besser jeck sein, als leck sein“.
Der Autor hat offensichtlich Humor und hofft selbiges auch von seinen Lesern.
Freitag, März 04, 2011
Unsere liebe Frau vom Carneval
Bevor ich eine kleine Pause über die tollen Tage einlege, hier noch rasch ein paar Aquarelle nach einer kleinen, recht frühen Geschichte von Gertrud von le Fort über eine wundersame Begebenheit auf dem venezianischen Karneval. (Zu schade, daß diese Geschichte erfunden ist. Vermutlich jedenfalls.)

Der Salon der kleinen, »unberatenen« Rosabella Loredan …

… Papst Pius V., nach dem Gemälde von Tizian, gönnt sich einen sündhaft teuren Espresso auf der Piazza San Marco … (Kommt nicht in der Novelle vor, erschien mir aber reizvoll) …

Und die Renaissancekirche Santa Maria dei Miracoli, die allein schon einen Venedigbesuch lohnt … In Gertrud von le Forts Novelle hat das dortige Gnadenbild einen gehörigen Anteil am glücklichen Ausgang der Geschichte.

Der Salon der kleinen, »unberatenen« Rosabella Loredan …

… Papst Pius V., nach dem Gemälde von Tizian, gönnt sich einen sündhaft teuren Espresso auf der Piazza San Marco … (Kommt nicht in der Novelle vor, erschien mir aber reizvoll) …

Und die Renaissancekirche Santa Maria dei Miracoli, die allein schon einen Venedigbesuch lohnt … In Gertrud von le Forts Novelle hat das dortige Gnadenbild einen gehörigen Anteil am glücklichen Ausgang der Geschichte.
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Sonntag, Februar 27, 2011
Die Mitte bleibt leer
Die Mitte bleibt leer, betont der freundliche Pfarrer – bestimmt artikulierend – am Ende dieses Imagefilms des ZdK über die Kapelle des ZdK-Hauptquartiers. Und ich stelle mir vor, wie die Liturgiewissenschaftler auf diese originelle Lösung gekommen sind. Durch Dialog.

(Hommage à Loriot)
((Anschauen des ZdK-Imagefilms auf eigene Gefahr.))
(((Akten. Akten. Akten. Actus tragicus.)))
((((Mit Dank an Elsa.))))

(Hommage à Loriot)
((Anschauen des ZdK-Imagefilms auf eigene Gefahr.))
(((Akten. Akten. Akten. Actus tragicus.)))
((((Mit Dank an Elsa.))))
Samstag, Februar 26, 2011
Das (…) macht uns (…) sehr betroffen.
Frischer Wind kommt in die Memorandumsdebatte durch einen Beitrag von Studierenden der Theologie.
Auch wenn es den Professoren vermutlich ihren Zweiten Fühling verhagelt – ich finde das Schreiben mutig und hervorragend. Man hört schon das Holz klappern, wenn die Alt-Memorandler verzweifelt nach Schubladen suchen, in die sie die Studierenden stecken können.
»Die Mahnung zu Respekt vor der Freiheit des Gewissens wird in einem eigenen Punkt der sechs Forderungen konkret ausgefaltet. Die Absicht der Forderungen entspringt sicher der Wahrnehmung konkreter Leidsituationen von Menschen innerhalb der Kirche. Wird aber deren Durst nach der heilenden Liebe Gottes gestillt durch Anpassungen dieser Art? Es gilt immer, Menschen als von Gott geliebte Personen zu respektieren, sie anzunehmen und ihnen mit Liebe zu begegnen. Nach GS 16 ist sogar einem irrenden Gewissen zu folgen, das seine volle Würde behält. Das heißt aber nicht, dass das daraus entspringende Handeln richtig, befreiend und heilvoll für den Menschen selbst und seine Mitmenschen ist. Gewissen ist nicht das gleiche wie eine momentane subjektive Überzeugung. Daher ist es Aufgabe der Kirche und besonders der Theologie, Maßstäbe und Orientierungen herauszustellen, an denen das Gewissen sich so bilden kann, dass es den Menschen wirklich frei macht. Freiheit in diesem Sinne ist also nicht Willkür, sondern sie wächst durch die Bindung an Christus.«
Auch wenn es den Professoren vermutlich ihren Zweiten Fühling verhagelt – ich finde das Schreiben mutig und hervorragend. Man hört schon das Holz klappern, wenn die Alt-Memorandler verzweifelt nach Schubladen suchen, in die sie die Studierenden stecken können.
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