Mittwoch, November 30, 2005

Narnia – Herr Tumnus

Wen trifft Lucy, als sie durch den Wandschrank in das Land Narnia gelangt ist? Der ziegenbeinige Faun mit Namen Tumnus, der sie so überrascht »Doch sie sind … entschuldigen Sie bitte … was man so sagt … ein Mädchen?« begrüßt, scheint zunächst sehr harmlos, und doch hat auch er im winterlichen Narnia seinen Pakt mit der »Weißen Hexe« geschlossen. Sicher – er ist im Grunde ein lieber Kerl, und am Ende des zweiten Kapitels wird er über sich hinauswachsen und trotz der Gefahr, die ihm durch die Geheimpolizi der Hexe droht, Lucy nicht ausliefern. Lucy wird unbehelligt von ihrem ersten Ausflug nach Narnia zurückkehren.

Im Grunde ähnelt der Faun zunächst uns allen – nicht ganz gut, nicht ganz schlecht. Aus Angst vor den Strafen der Hexe hat er eingewilligt, den Spitzel für sie zu spielen: und so gleicht er dem Durchschnittsmenschen, dem kleinen Mitläufer. Er ist sozusagen gut entschuldigt. Immerhin hat die Hexe angedroht, ihn furchtbar zu verstümmeln und zu versteinern.

So gesteht er Lucy: »Ich gehöre zu der Sorte von Faunen, die arme, unschuldige Kinder, wenn sie ihnen im Wald begegnen, Kinder, die ihnen nie etwas zuleide getan haben, freundlich in ihre Höhle einladen, nur um sie einzulullen und dann der Weißen Zauberin auszuliefern.«

In der Begegnung mit Lucy erkennt er jedoch, daß er den Verrat nicht begehen kann – und indem er sie gehen läßt, hat er seinen Teil an der Befreiung Narnias. Er gibt Lucy sicheres Geleit zurück zum Wandschrank.

Der Faunus ist eine ländliche, italische Gottheit, verwandt und identifiziert mit dem griechischen Gott Pan. Er wird mit den Waldnymphen in Verbindung gebracht. Der Mythos sagt ihm prophetische Gaben nach. (Quelle: DTV-Lexikon der antiken Mythen und Gestalten)

St. Andrew’s Day

An diesem Tag (30. November) denke ich immer an die Kirche neben der Fachhochschule – nein, keine St.-Andreas-Kirche, aber das Gotteshaus, in dem der Priester der englischsprachigen Katholiken mittags um 13:45 die englische Messe hielt. Er war ein echter Schotte; selbstverständlich, daß er am 30. November die schottische Flagge neben dem Pfarrhaus hißte. Von ihm stammte der Kommentar zur Teilung des Roten Meers: »It was a very big miracle; it took the whole Trinity to do it …«

Auch wenn er vor der Messe als meditative Einstimmung auf den Gottesdienst Dudelsackmusik abspielte – er hat dennoch nie im Kilt zelebriert.

Emily Rose – Der Exorzist.

Aha. Super. Endlich wieder einmal »Exorzismus«. Mit sicherem Instinkt stürzt sich die (zu bespaßende) Gesellschaft aufs falsche Thema. Oh ja – sicher: Der Teufel ist ein Thema.

Aber zur Annäherung empfiehlt Echo Romeo doch eher diese Dämonologie. Die mit den Alltagsschlichen …

Und, bei Bedarf … Wanninger kommen lassen. (Siehe vorheriges Posting.)

Daily Toon – Der Exorzist

Die seltsamen Methoden des kleinen Exorzisten Wanninger

Dienstag, November 29, 2005

Narnia – Der Wandschrank



Was mag sich wohl für Lucy hinter der Schranktür verbergen? Große und kleine Leser der Chroniken von Narnia wissen es: Der Wandschrank in »The Lion, The Witch and The Wardorobe« ist eine Schnittstelle zu Lewis’ Phantasiewelt. Immer wieder werden Kinder durch irgendein verzaubertes Tor in das Land Narnia fortgerissen, sei es eine Tür, seien es magische Ringe, sei es ein verlassener Bahnsteig – der Wandschrank, der mit beiden Füßen betreten werden muß, ist jedoch das Symbol für Lewis’ Chroniken von Narnia.

Lewis’ Denken kreist um die Frage: »Wie könnte Erlösung in einem Land meiner Phantasie geschehen?« Das Ergebnis ist keine Christentums-Allegorie im klassischen Sinne, sondern eine lebendige, humorvolle Saga um ein wunderbares Land, in dem Tiere sprechen können und über das ein geheimnisvoller Löwe herrscht: Aslan, der Löwe – wild und schreckenerregend, gut und opferbereit. Der Löwe und das Lamm.

Noch steht Lucy vor dem Wandschrank; sie wird hineingehen und die erste Erfahrung dieser anderen Welt machen. Wieder zurück im Haus bei ihren Geschwistern wird sie eine Erfahrung machen, die der sogenannten »Geistlichen Nacht« ähnelt: Die anderen werden ihr nicht glauben, sie wird mit ihrer Geschichte anecken, sich ihren älteren Bruder Edmund zum Feind machen, für eine Lügnerin und Spinnerin gehalten werden und sich fragen, ob sie die Geschichte wirklich erlebt hat – die Geschichte vom Wald im Wandschrank, von der Straßenlaterne inmitten der Lichtung, von Tumnus, dem freundlichen Faun.

Nutzungsrechte und so

Auch das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Meine Illustrationen – Daily Toons und andere – dürfen zum privaten Gebrauch heruntergeladen werden. Jede weitergehende Verwendung (Einbinden in Webseiten u. ä.) bedarf meiner ausdrücklichen Erlaubnis. Um es mal so zu sagen: Die Cartoons stehen zu unserem Privatvergnügen im Netz.

Zwar ist ein Cartoon nach deutschem Recht auch ohne einen Copyrightsvermerk urheberrechtlich geschützt – ausreichende Schöpfungshöhe und Unberührtheit von Rechten Dritter vorausgesetzt –, dennoch werde ich in Zukunft jeden Cartoon mit dem Copyright-Zeichen versehen. Der Urheberschutz erstreckt sich allerdings auch auf nicht gekennzeichnete oder signierte Bilder, Vignetten und Icons.

Aud gegebenem Anlaß bitte ich auch um Verständnis, daß ich anonyme Zuschriften und Anfragen (ohne Namen und überprüfbare postalische Adressen)nicht bearbeiten, also auch nicht beantworten werde. — Das halte ich allerdings für eine Selbstverständlichkeit.

Montag, November 28, 2005

Daily Toon


Letztlich beschlichen Helmut dann doch bange Zweifel, ob ein Fisch beim christlichen Blind Date das Erkennungszeichen erster Wahl war …

Daily Toon: Der Löwe ist groß!


Heute benutze ich den Daily Toon, um Dr. Leo, Professor für Narniologie, das Thema für Dezember vorstellen zu lassen: »Der Löwe ist groß – Narnianische Einsichten«. Noch ist der Narnia-Film nicht angelaufen – aber die Chroniken von Narnia stehen bereits seit Jahren im Bücherregal. Warum sollen sie dort weiter verstauben? Schnell den Staub vom ersten Band wischen … und hinein in den Wandschrank (bevor uns das Kino hineinführt).

In loser Folge stelle ich hier Charaktere und Motive aus C. S. Lewis’ »Der König von Narnia« vor. Die Inspiration verdanke ich einigen (B)Engeln, die, wenn sie’s lesen, wissen, wer gemeint ist – und der Seite von Narnia Outreach (siehe Beitrag vom Freitag).

Freitag, November 25, 2005

Narnia Outreach

Umfangreiches Material zur Verfilmung von C. S. Lewis’ Kinderbuch-Klassiker »The Lion, the Witch and the Wardrobe« findet man hier. Ich habe mir das Material noch nicht angeschaut. Wird man es auf die deutsche Pfarrwirklichkeit übertragen können, oder ist es wieder zu »amerikanisch«?

Bush Motorcade Stoned in Germany!

Der Krefelder an sich läßt sich ja nicht leicht aus der Ruhe bringen. Ich vermute, alle Leute, die heute früh um acht Uhr bei leichtem Schneeregen und heftigem Wind unterwegs waren, zählten zu den Zugezogenen. Usselig – Unbehaglich; und das ist so ziemlich das Schlimmste, was man am Niederrhein über das Wetter sagen kann.

Und wie ich da so mit den frisch über die Felgen gestülpten Winterreifen wieder nach Hause am Fahren bin (Niederrheinische Verlaufsform), komme ich am Sprödentalplatz vorbei und denke plötzlich: Hier war es!

Hier fand dieses Ereignis statt, welches für einen Augenblick die Augen der Welt auf Krefeld zog. (Und das um etwa drei Ecken auch mit dem Namen dieses Blogs, »Echo Romeo«, zu tun hat.) Anläßlich der 300-Jahrfeier der Auswanderung Krefelder Bürger nach Nordamerika besuchte im Jahr 1983, inmitten der Auseinandersetzungen um den Nato-Nachrüstungsbeschluß, der damalige Außenminister der Vereinigten Staaten und spätere Präsident George H. W. Bush unsere Stadt.

Und da hat man ihm tatsächlich am Sprödentalplatz einen Sack Steine aufs Auto geworfen. (Und so kommt es zu der martialischen Überschrift dieses Postings.) Is aber nix weiter passiert … das wäre ja noch schöner.

Ob man irgendwann eine Gedenksäule am Sprödentalplatz aufstellt? (Oder ein Steinmal?)

Daily Toon

Heute im Daily Toon: Pater Gumbos Lebensweisheiten …



Den nächsten Cartoon gibt’s am Montag wieder …

Mittwoch, November 23, 2005

Daily Toon



Heute schon den Daily Toon für morgen. Kurze Übersetzungshilfe für die Nichtniederrheiner: Jupp = Josef; Kenk = Kind; esuu = so; anbeäne = anbeten.

Zugleich oute ich mich als dilettierender Freund des Dialekts. Ob mich wohl jemand in Krieewel so verstehen würde? Egal – es gibt Gags, die funktionieren nur mit dem Augenzwinkern unseres Dialekts. Es gibt halt Gute, Böse und Krefelder …

Praystation


Der Catholic Insider stellt die neue Praystation vor. Einfach anklicken, abonnieren, auf den MP3-Player – und schon gibt es nicht mehr die morgendliche Alternative Frühsport oder Stundenbuch! Beides in einem Abwasch.

(O Gott, komm mir zu Hilfe.Man könnte natürlich auch eine Viertelstunde früher aufstehen.)

Daily Toon – Echos Tierleben


»Vergeßliche Giraffe«


Hier einmal ein kleiner kolorierter »Toon«. Um den Daily Cartoon ins Netz zu bringen, wende ich eine Viertelstunde auf – von der Idee bis zum Überprüfen des Blogs im Browser. So fehlt dann manchmal die Zeit zum Kolorieren.

Meist lege ich eine Zeichnung mit Filzern an (ich bin Fan des Pentel SignPen und habe davon etwa fünfzig auf Vorrat …) und bearbeite sie in Photoshop nach. Die grauen Schatten bisheriger Skizzen habe ich in Photoshop angelegt. Die Farben heute stammen aus der Farbpalette von Painter IX, einem, wie ein Amerikaner sagen würde, sehr »mächtigen Illustrationstool».

Vielen Dank an alle, die die Seite anklicken. Das macht Spaß! (Auch wenn der heutige Gag sicher nicht neu ist.)

Dienstag, November 22, 2005

Montag, November 21, 2005

Bruder Han Yol on Tour

Ratsch-Klick! Etwas inkonsequent, daß das Fotohandy trotz Stummschaltung dennoch diesen einer alten Verschlußkamera nachempfundenen überflüssigen Lärm macht. Die Sounddesigner sollte man steinigen. Der peinlichen Situation verdanke ich nun mein kleines Icon auf der linken Seite. Wir haben die »Nacht der Lichter« in St. Agnes besucht – und damit zum ersten Mal seit dem Weltjugendtag eine bis über den letzten Platz hinaus gefüllte Kirche. Bei deser »Nacht der Lichter« handelt es sich um eine einfache Liturgie, ein Abengebet mit Liedern aus Taizé und hunderten von Kerzen, die verteilt und während des Gebetes – eine an der anderen – entzündet werden. Das Licht erinnert nicht nur in Taizé an die Auferstehung Christi; aber die Gottesdienstbesucher dachten sicherlich auch an den im August ermordeten Prior der Communauté, Frère Roger Schutz. Den Liedern folgte das, was ich für das Herzstück des Gebetes von Taizé halte: eine zehnminütige Zeit der Stille, in der jeder eingeladen ist, vor Gott still zu werden. Ein Gedanke, den ich während der gestrigen Liturgie hatte: betende Menschen sind schön – das Gebet macht den Menschen schön.
Nach dem Gebet begrüßte uns Frère Han Yol (wie schön, seine altbekannte Stimme zu hören)mit der scherzhaften Frage, wie lange man wohl von Taizé nach Köln benötigt (sieben Stunden, überschlug ich im Stillen) – seine Antwort war: sechzehn Tage. So lange war er in Deutschland unterwegs; ein Bruder auf Tour in Sachen Mailand, denn dort findet das diesjährige Europäische Jugendtreffen statt. Aber Frère Han Yol kam nicht nur, um zu sammeln. Er teilte auch mit; von der neuen Situation, in die sich die Gemeinschaft so abrupt geworfen sah. Wie geht es nun weiter? Er gab darauf keine schnelle Antwort – nur soviel, daß das Leben in der Gemeinschaft seit dem Heimgang von Frère Roger »dynamischer« geworden sei. Das habe zunächst einen ganz praktischen Grund: Den Besuchern in Taizé fiel auf, daß die Brüder nach dem Gebet die Kirche viel schneller verließen. »Frère Alois ist natürlich schneller als Frère Roger«, meinte Han Yol.
Leicht sei es ihm nicht gefallen, zur Vergebung zu finden, die der Prior seiner Gemeinschaft so sehr ans Herz gelegt hat. Als aber bei der Beerdigungsmesse Frère Alois für die Attentäterin gebetet habe, konnte er letztlich doch jedes Wort innerlich mitsprechen.
Heute, vierzig Jahre nach Unitatis Redintegratio wünsche ich der Communauté, die, wie Frère Han Yol gestern noch einmal betonte, keine neue Bewegung in der Kirche gründen will, sondern ein »Gleichnis der Gemeinschaft« sein will, die Dynamik des Heiligen Geistes … in der Einen Kirche.

Harper’s Birds

In Cartoonbrew wird heute auf eine Seite verwiesen, die Arbeiten von Charles Harper präsentiert.

Ich bin von der konsequenten Stilisierung der Figuren sehr angetan. Ein Blick in die Fünfziger!

Daily Toon – Henry Potter


Manchmal war Henry der Sprechende Hut einfach nur peinlich.

Samstag, November 19, 2005

Die Liebe tut solche Dinge

Ich möchte heute Worte von Romano Guardini zitieren, die ich für unendlich kostbar halte. – Überhaupt, sollte jemand Interesse an einem wirklich guten Buch über das Christentum haben – unbedingt Romano Guardinis »Der Herr« kaufen! Seine »Betrachtungen über das Leben und die Person Jesu Christi« können vielen altbacken erscheinen, ich kenne jedoch kein Buch über Jesus, das ich so sehr empfehlen würde. Und Guardini wird in diesem Blog sicherlich noch mehrmals zu Wort kommen.

Unter den Theologen könnte ich bei keinem so sehr sagen: Jepp, das ist meiner! (Irgendwann bestelle ich bei fono das Shirt mit der Aufschrift »Guardiniboyz«. Oder bei Ralf. Oder bei beiden.

By the way: Guardinitasse zu Xmas gefällig? Aber ich höre jetzt auf und lasse ihn mal zu Wort kommen. Inspiriert wurde das Zitat durch diesen kleinen Kommentarwechsel.

(…) Was die Offenbarung zum Verhältnis Gottes zur Welt und über seine Menschwerdung sagt, meint etwas von Grund auf anderes. Danach ist Gott in einer besonderen Weise in die Zeitlichkeit eingetreten: Aus selbstherrlichem Entschluß, in reiner Freiheit. Der ewige, freie Gott hat kein Schicksal; Schicksal hat nur der Mensch in der Geschichte. Hier ist nun gemeint, Gott sei in die Geschichte eingetreten und habe »Schicksal« auf sich genommen.
Dieses aber, daß Gott aus der Ewigkeit ins Endlich-Vergängliche eintritt; daß er den Schritt über die »Grenze« ins Geschichtliche tut, das begreift kein menschlicher Geist. Ja, vielleicht wehrt er sich sogar gegen das scheinbar Zufällige, Menschenmäßige darin — und doch geht es gerade damit um das innerste Wesen des Christlichen. Denken allein kommt hier nicht weiter; ein Freund hat mir einmal ein Wort gesagt, durch das ich mehr verstanden habe als durch alles bloße »Denken«. Wir sprachen über Fragen dieser Art, da meinte er: »Die Liebe tut solche Dinge!« Dieses Wort hilft mir immer wieder. Nicht, daß es dem Verstande etwas erklärte, aber es ruft das Herz, läßt es ins Geheimnis Gottes hinüberführen. Das Geheimnis wird nicht begriffen, aber es kommt nahe, und die Gefahr des »Ärgernisses« schwindet.
Keins der großen Dinge im Menschenleben ist aus bloßem Denken entsprungen; alle aus dem Herzen und seiner Liebe. Die Liebe aber hat ihr eigenes Warum und Wozu – freilich muß man dafür offen sein, sonst versteht man nichts … Wenn es nun aber Gott ist, der da liebt? Wenn es die Tiefe und Gewalt Gottes ist, die sich erhebt – wessen wird die Liebe dann fähig sein? Einer Herrlichkeit, so groß, daß sie dem, der nicht von der Liebe ausgeht, als Torheit und Unsinn erscheinen muß.


Ich wünsche allen einen schönen Sonntag!