Freitag, April 25, 2014

Next door to Benedict

Die Stadt läuft voll wie eine Badewanne. Auf den Straßen herrscht bereits jetzt, etwas über einen Tag vor der Feier, in der Papst Franziskus zwei seiner Vorgängerpäpste heilig sprechen wird, dichtes Gedränge. Es ist schwierig, auch nur einen Ort der Ruhe zu finden. Das Hotel, in dem ich Unterkunft gefunden habe, lehnt sich an ein altes Kirchlein im Trastevere an, das den putzigen Rekord des »kleinsten Glockenturms Roms« hält.

Als ich den romanischen Raum mit den kostbaren Kosmatenmosaiken und den zierlichen Seitenschiffarkaden zum ersten Mal betrete, bin ich wie gefangen von einer Atmosphäre des Gebets. Der Name des Kirchleins verweist auf die Geschichte des Orts: San Benedetto in Piscinula. Der Name Piscinula geht wohl auf ein altes Badehaus in dem Viertel zurück, von dem sonst nichts geblieben ist. Der Überlieferung nach besaß die Familie der Anicier in der späten Antike hier ein Haus, in dem der heilige Benedikt während seiner römischen Studien lebte - und das Treiben der Stadt verachten lernte.

Das Kirchlein ist einer Gemeinschaft päpstlichen Rechts anvertraut, die auf den malerischen Namen »Herolde des Evangliums« hört und deren Mitglieder eine sehr eigenwillige Tracht, eine Mischung aus Rittermantel, Mönchskutte und Reiterkleidung tragen. In ihrem geistlichen Leben versuchen sie die Weisung Christi »Seid vollkommen, wie euer Vater vollkommen ist« zu leben. Solange es in Hingabe und nicht in Stress ausartet … :-)

Mir hat die stille Kirche in der Nachbarschaft mit ihrem wirklich sehr berührenden, gerahmten Marienfresko in einer Seitenkapelle zu einer Zeit der Betrachtung verholfen. Sehr cool. So fühle ich mich gewappnet, mich erneut ins Gedränge Richtung Piazza Navona zu stürzen,  um in der Kirche Sta. Maria del’Anima, der »Anima«, das Nighfever mitzufeiern.

Donnerstag, April 24, 2014

Stay Tuned!

PE, Rom. Echo Romeo hat weder Zeit noch Kosten gescheut und ein Korrespondentenbüro in Rom eingerichtet, von dem aus so quasi LIVE über die Heiligsprechung der Ausnahmepäpste Giovanni XXIII und Giovanni Paolo II durch den Ausnahmepapst Francesco in Beisein des Ausnahme-Papa-Emerito Benedetto XVI berichtet wird.

Heute darf der Taxifahrer nicht vergessen werden, der sich in milder Resignation ob des ab morgen zu erwartenden Verkehrsaufkommens noch einmal einfeach gar keinen Zwang angetan hat und streckenweise dreimal so schnell fuhr, wie die Polizei erlaubte. Ja neeee!

Dienstag, April 22, 2014

Vortrag zum Thema "Gebote"

[Von Bastian]
Nach Rücksprache mit EchoRomeo persönlich hier nun der schon einmal verlinkte lange Text.

Eine Bemerkung vorab: Es geht in der Kirchen natürlich nicht nur um Gebote. Es ist klar, dass es sich bei diesem Thema um einen Ausschnitt der Verkündigung behandelt. Natürlich handelt das Wort Gottes nicht nur von Geboten. Allerdings sie sind nun einmal da. Sie sind da, und man kommt um eine Auseinandersetzung nicht herum. Das möchte ich hier versuchen.

Ich zitiere die Bibel, die Heilige Schrift, Psalm 119, Vers 47: An deinen Geboten habe ich meine Freude, ich liebe sie von Herzen. Noch einmal langsam: An deinen Geboten habe ich meine Freude, ich liebe sie von Herzen.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen mit diesem Satz spontan geht, aber ich kann es mir vielleicht vorstellen, denn ich weiß, wie es mir geht. Die Persönliche Erfahrung von Geboten ist: ich soll oder muss. Und zwar etwas, was ich ohne Gebot nicht immer täte. Für Selbstverständliches braucht man kein Gebot. Zumindest habe ich noch niemals vom Gebot der Schwerkraft gehört: Du sollst nach unten fallen. Das tue ich ohnehin. Gebote verlangen Dinge, die ich nicht immer automatisch mache. Und damit sind sie konfliktbehaftet: sie mischen sich ein in mein Leben und schießen dort quer. Genau dazu sind sie da.
Die Gebote Gottes sind da keine Ausnahme – und von denen gibt es einige. Am bekanntesten sind die berühmten Top10. Oder vielleicht besser gesagt: es ist bekannt, dass es 10 Gebote gibt. Die Wenigsten bekommen sie zusammen. Ich übrigens auch nicht, zumindest nicht in der richtigen Reihenfolge.
Was man von diesen Geboten weiß, findet man meist theoretisch richtig, aber eben nur theoretisch. Denn wenn es an die Umsetzung geht, an die ganz einfache Befolgung im täglichen Leben, dann kann ich nur feststellen: die Diskrepanz zwischen mir und dem, was Gott will, ist riesig. „Du sollst nicht töten.“ Das habe ich, soweit ich weiß, gehalten. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus etc.“ – Fehlanzeige. Ich bin Architekt. Und überhaupt, das Begehren…
Die Gebote scheinen vor allem zu einem geeignet: mir zu zeigen, dass ich unvollkommen bin. Und ich bin offenbar ungeeignet, nach ihnen zu leben. Die persönliche Überforderung durch Gottes Gebote ist allgegenwärtig - der Gerechte fällt siebenmal am Tag, sagt die Bibel. Na prima! Gebote und Lebenswirklichkeit gehen irgendwie nicht zusammen. Und jetzt schreibt jemand ernsthaft, an Gottes Geboten habe er seine Freude, und er liebe sie von Herzen. Für mich waren die Gebote lange eine große Provokation, an der mein Glaube zu scheitern drohte. Doch ich kann, denke ich, diesen Satz unterschreiben.
Ich habe lange Zeit nach einem Ausweg gesucht aus der Kluft zwischen mir und dem Anspruch Gottes. Es gab keinen. Ich konnte letztlich zwischen zwei Alternativen wählen: Scheitern oder die Gebote irgendwie von mir fern zu halten. Und weil das Scheitern unschön ist, hat die Christenheit viele gute Argumente gesammelt, warum es nicht wichtig sein soll, die Gebote zu halten.

  • Im Christentum gehe nicht um das Halten von Geboten.
  • Gebote seien alttestamentarisch und seit Christus überholt.
  • Gott sei die Barmherzigkeit, zu der enge Gebote einfach nicht passen.
  • Gott liebe mich, wie ich sei – ich müsse nichts halten oder ändern.
  • Gott habe uns vergeben – und damit seien Gebote hinfällig.
  • Usw…

Alles läuft auf dasselbe hinaus: die Gültigkeit der Gebote wird weginterpretiert. Christliche Freiheit ist, sie nicht halten zu müssen. Jesu Botschaft macht dann nicht nur von der Sünde frei, sondern auch gleich von den Geboten.
Nur sind die folgenden Worte leider aus dem Neuen Testament, und zwar von Christus persönlich: Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
Das klingt nicht nach einer irgendwie gearteten Ungültigkeit. Im Gegenteil. Mir ist klar geworden: Entweder glaube ich an Gott, wie er sich offenbart. Oder ich glaube an meine eigene Interpretation von ihm. Das ist dann aber nicht mehr Gott. Der Glaube an Gott konnte mich angeblich frei machen. Ein Glaube an meine eigenen Gedanken könnte das nicht. Der könnte mich nur immer fester in der eigenen Begrenztheit verankern. Auf so einen selbstgemachten und selbsterdachten Gott konnte ich verzichten – er ist nichts als eine große Täuschung, eine fromme Tarnung meiner Sünden.
Es gibt nur einen Weg: Gott als Ganzen und damit auch seine Gebote ernst nehmen und schauen, wohin man damit gelangt. Entweder hat Gott dafür eine Lösung, oder er ruft mich auf einen Weg, den ich nicht gehen kann. Dann wäre er unlogisch und willkürlich. Auf so jemanden aber wäre kein Verlass…

(An dieser Stelle muss ich einen kleinen Einschub machen. Bis hierhin konnte ich mit einer gewissen Autorität sprechen. Die Problematik, die ich aufgezeigt habe, kenne ich nicht nur von mir. Im Gegenteil kenne ich niemanden, der mit diesen Widersprüchen nicht selbst vertraut ist. Das dürfte für die meisten Christen Allgemeingut sein. Den einen belastet dieses Thema mehr, den anderen weniger, aber kennen tut es eigentlich jeder. Mich hat es sehr belastet. Was nun folgt, ist der Umgang, den ich persönlich damit gefunden habe. Bitte nehmen Sie es als Zeugnis, aber hinterfragen Sie es gerne auf Logik und theologische Richtigkeit. Ich will keinen Anspruch aufstellen, sondern nur vortragen, was mir an diesem Thema so viel bedeutet.)

Es ist mir also klar geworden, dass ich um die Gebote nicht herum komme. Und damit stand ich plötzlich vor einem existentiellen Problem:

  1. Es gibt Gebote, von denen Gott will, dass ich sie halte. Er ruft mich auf, ihm und seinem Wort zu folgen.
  2. Ich kann das nicht oder bestenfalls nur gelegentlich ansatzweise.

Ergo: Der Ruf der Nachfolge ergeht an mich, aber ich kann ihm nicht folgen, ohne ihn zu relativieren. Ich kann kein wirklicher Nachfolger Jesu sein.
Denn es stimmt: ja, Gott will, dass ich ihm gehorche, und nein, ich kann das nicht oder jedenfalls zu wenig. Das dürfte wohl jedem so gehen. Da gibt es eine Kluft, über die kommt man nicht hinweg. Also ich zumindest nicht, und meine Bekannten auch nicht. Vor dieser Kluft musste ich schlicht kapitulieren.
Und mit dieser Kapitulation wurde es interessant. Ich begann, mein Versagen zu akzeptieren und danach zu fragen, wie Gott denn damit umgeht. Und ich entdeckte, dass in meiner Liste ein Punkt fehlt.
Gott sagt:

  1. Ich will, dass Du mir und meinen Geboten folgst.
  2. Ich weiß, dass Du das nicht kannst.
  3. Wenn Du Dich auf den Weg machst schenke ich Dir, was Dir nicht gelingt. Ich erledige, was Du nicht schaffst.

Für dieses Handeln Gottes gibt es ein Wort: Vergebung. Diese Vergebung ist viel mehr, als ein „Ich bin Dir nicht mehr böse.“, und hinterher steht man so dumm wie zuvor vor demselben Problem. Gottes Vergebung verändert, und das, ohne zu verharmlosen oder die Tatsachen zu leugnen. Gottes Vergebung ist deshalb realistisch und tragfähig. Die Kluft zwischen Gottes Wunsch und meiner Wirklichkeit, die ich so erschreckend wahrgenommen habe, bleibt bestehen. Gott leugnet sie nicht, denn sie ist faktisch da. Gott nivelliert sie nicht, denn sein Wort steht fest. Gott überbrückt sie. Mehr noch: er füllt die ganze Kluft mit seiner Vergebung. Da, wo der Schreck saß und immer noch sitzt – so schnell vergisst man seine Angst nicht – da ist plötzlich ein ebener Weg. Mein Fehler war, die Lösung bei mir zu suchen. Zu glauben, es müsse einen Weg geben, wie ich damit klar käme. Die Lösung ist jedoch der Blick auf Gott und das, was er für mich tut, für mich und für jeden hier. Die Lösung ist der Blick auf Gott:

Doch auch, wenn das fromm und sinnvoll erscheint, könnte das erst einmal ein Allgemeinplatz sein. Ich komme mit so etwas nicht gut klar. Daher kommen jetzt ein paar kritische Fragen. Man darf Gott kritische Fragen stellen. Er wünscht das sogar, solange man bereit ist, sie sich auch von ihm beantworten zu lassen, und nicht meint, die eigene Frage beweise bereits, dass man es besser weiß als Gott.
Also die erste kritische Frage: Ist hier Vergebung nicht gleichbedeutend mit einer Relativierung der Gebote? Wo, bitte, ist der Unterschied zu der Lösung, die ich eben noch abgelehnt hatte - zu der Lösung, die sagte, man brauche die Gebote nicht zu halten? Das läuft doch auf das Gleiche hinaus. Ich meine, wozu stellt Gott Gebote auf, wenn er weiß, dass er mir die Erfüllung schenken muss? Im Bild gesprochen: wozu legt Gott einen Preis fest, den er selbst bezahlen muss, weil er für mich zu hoch ist? Den Umstand könnte man sich sparen. Kann er da nicht gleich sagen: „Du bist prima, wie Du bist!“? Damit hätten wir dasselbe Ergebnis, aber ohne den ganzen Haufen Schulden, der sich in meinem Leben ansammelt, und den zu begleichen ich ihn ständig bitten muss. Es klingt ja hehr und großartig, wenn Gottes Wort fest steht, aber warum steht etwas fest, das derart sinnlos ist? Wozu Gebote, die man nicht halten kann? Was soll das ganze, außer mir ein schlechtes Gewissen zu machen?
Das Geheimnis der Gebote ist: sie sind zugleich Verheißungen. Denn Wozu sind die Gebote da? Sie sollen uns sagen, wie wir in Gottes Nähe leben können. Und damit beschreiben sie natürlich auch, wie es sein wird, bei Gott zu leben. Du sollst nicht sündigen heißt zugleich: in meinem Reich wirst du nicht sündigen. Das Gebot zu lieben ist die Verheißung: in meinem Reich wirst Du lieben. Wie es im Gebot heißt: mit aller Kraft und von ganzem Herzen. Da erfahre ich keinen Stress und keine Ablehnung. All das, worum ich hier ringe, bekomme ich dort geschenkt. Geschenkt? Ja – ein Blick auf Gott am Kreuz zeigt mir, dass er sagt: „Du kannst alles von mir haben!“. Dann aber sind die Gebote ein Gewinn, gleich ob ich sie halte oder an ihnen scheitere: wenn ich es nur Gott hinhalte, wird aus dem, was ich nicht habe, das, was ich bekommen werde.
Das ist eine der wichtigsten Grundlagen für das Beten: dass ich mich selbst Gott hinhalte. Und er macht aus dem, was ich nicht habe, das, was ich bekommen werde. Das ist ein weiterer Sinn der Gebote: dass ich mich dazu bringen, mich und mein Leben Gott anzuvertrauen. Sie erinnern mich daran, dass da jemand ist, der alles für mich tut. Gottes Aufforderung „Mach!“ führen zu meiner Bitte „Ergänze Du, was mir fehlt!“. Und Gott tut es.
Die Gebote formulieren nicht nur das abstrakte Ideale, das Unerreichbare. Sie definieren zugleich das Geschenk, das uns erwartet. Und deshalb sind diese Gebote liebenswert. Sie können gar nicht hoch und anspruchsvoll genug formuliert sein, diese Gebote. Wenn jemand all meine Schulden bezahlt, wenn jemand alles ergänzt, was mir fehlt, wäre ich dumm, wenn ich nicht zum Höchsten, Anspruchsvollsten und Schönsten greifen würde. Und genau das bekomme ich von Gott geboten und damit angeboten: die Fülle. Alles, was ich tun muss, ist, ihm meine Leere hinzuhalten.
Die heute oft gelehrte Theologie, Gebote seien unwichtig oder rein psychische Lebenshilfen, diese Theologie ist eine seelsorgerische Katastrophe, denn sie raubt den Teil der Wahrheit, der uns den Zugang ermöglicht. Ich finde: wenn man sich etwas Gutes tun will, sollte man die Gebote lesen und dabei daran denken, dass das zugleich Verheißungen sind, für mich ganz persönlich.

Eine weitere kritische Frage: mit welcher Autorität rede ich hier eigentlich? Ich predige Gebote, von denen ich zugebe, dass ich regelmäßig an ihnen scheitere. Einem zigarrenrauchenden Lungenfacharzt und einem fetten Diätberater glaubt man nicht. Bin ich jetzt der neue Freund von denen: der unmoralische Geboteverteidiger?
Diese Frage ist berechtigt. Ich stelle sie mir selbst immer wieder: wer bin ich, so zu reden? Ich habe nicht den geringsten Grund dafür. Zumindest, was mich selbst angeht. Wäre es mein Anspruch, den ich Ihnen erzähle, wäre es eine Unverschämtheit. Doch was ich sage, kommt nicht von mir – ich gebe es nur weiter. Die Gebote kommen von Gott. Es geht nicht darum, ob ich gut bin, sondern darum, dass Sie von Gott große Verheißungen bekommen haben! Sie haben einen Sechser im Lotto gezogen, und es dürfte Ihnen ziemlich egal sein, dass der Lottobote selbst nicht sehr reich ist. Das ist bei der Verkündigung so wichtig: nicht das eigene Kapital zu predigen, sondern den Hauptgewinn von Gott zu überbringen. Der ist interessant. Alles andere kann jeder einigermaßen gute Soziologe oder Politiker besser. Zudem: das eigene Kapital glaubt man uns ohnehin nicht – mit Recht.

Noch eine kritische Frage: Ist das Ganze nicht eine Art soziales Spielchen: Ich strebe nach etwas, was ich sowieso nicht erreiche, um meinen guten Willen zu zeigen? Heißt das nicht letztlich auch: ich tue nur so, als ob?
Nein, es ist mehr. Paulus schreibt: „Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an. Lasst euch vielmehr von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird. Dann könnt ihr euch ein sicheres Urteil bilden, welches Verhalten dem Willen Gottes entspricht, und wisst in jedem einzelnen Fall, was gut und gottgefällig und vollkommen ist.“
Wir sollen uns auf Gottes Logik der Gebote und Verheißungen einlassen, wir sollen ihn wirken lassen. Dann erkennen wir, was zu tun ist. Die Gebote werden zum Wegweiser, und Gott befähigt uns mehr und mehr, ihnen zu folgen. Gott wird denen, die zu ihm unterwegs sind, die Ankunft schenken. So zu tun, als ob, reicht dafür nicht. Denn wer sich gar nicht erst auf den Weg macht, schlägt nicht nur das Gebot, sondern auch die enthaltene Verheißung aus.

Noch eine kritische Frage: Warum das Ganze schon hier und nicht einfach nach dem Tod? Warum hier mit Anforderungen konfrontiert sein, die mit dem „wirklichen“ Leben, wie wir es nun einmal kennen, derart inkompatibel sind?
Kennen Sie den Film „Plötzlich Prinzessin“? Ich habe eine 12-jährige Tochter und kenne ihn. Es geht darum, dass ein völlig normal lebendes Mädchen plötzlich Thronerbin eines kleinen Landes wird, das sie gar nicht kennt. Und sie sieht sich mit Anforderungen konfrontiert, die sie nicht erfüllen kann und auch nicht erfüllen will. Aber indem sie mehr und mehr begreift, wer sie ist und was auf sie wartet, erkennt sie auch den Sinn der Änderungen. Am Ende füllt sie das Amt aus und ist zugleich mehr sie selbst, als sie es vorher war.
So geht es uns. Wir sind Königskinder. Wir sind die Freunde und Geschwister des Sohnes Gottes. Was wir lernen sollen, ist, als Könige zu leben. Die Gebote beschreiben unsere Würde. Und weil wir schon jetzt Königskinder sind, können wir nicht damit warten als solche zu leben.
Wir sind Herrscher! Klingt gut, aber: Wenn alle Herrscher sind, über wen oder was herrschen wir denn dann noch? Die Antwort ist: über uns. All das in uns, was uns das Leben schwer macht, die Trägheit und Traurigkeit, die Lieblosigkeit, alle Gedanken, die wir nicht zu Ende denken können, all die Gefühle, die wir nicht in unserer Gewalt haben, die Ideen, die zu groß für uns sind – kurz: all das, was an den Geboten scheitert. Dieses riesige Potential in uns, an das wir nicht wirklich heran kommen und das oft mehr Last als Hilfe ist: all das wird uns aufgeschlossen und dient unserer Freude. Es wird ein Reich der reinen Freude werden, das wir mit anderen teilen können. So werden wir wir selbst sein, mehr als wir es in diesem Leben sein können. Bei Gott zu sein wird kein Aufgeben unserer persönlichen Eigenschaften – es wird deren wirkliche Freisetzung. Alles, was wir sind, kann aufblühen. Herrschen bei Gott ist Freude. Auch das ist die Verheißung der Gebote.

Ich fasse zusammen: Es gibt Gebote, und sie können eine Last sein. Wir brauchen Hilfe. Geben kann die nur Gott, weil Er allein nicht nur dazu auffordern, sondern auch dazu befähigen kann. Es funktioniert nicht, wenn ein Christ sich bei der Beantwortung dieser Fragen auf die menschlichen Aspekte beschränkt. Da kann man nur scheitern. Wir haben Gott – auf ihn können wir uns verlassen.
Wenn man erkennt, dass Gottes Gebote uns überfordern können, gabelt ich der Weg: die Welt sagt, dann ist eben das Gebot falsch, und Gott sagt: Meine Gebote führen zu Mir und Ich vergebe die Sünden auf diesem Weg. Die Welt ändert angesichts eines schweren Weges das Ziel, Gott stärkt und verzeiht das Fallen. Das hohe Ziel gibt er nicht auf – uns zuliebe. Er will, dass wir das Leben in Fülle haben, und zwar in Ewigkeit. Er will uns als Brüder und Schwestern bei sich haben.
Das ist Seine Logik: die der höchsten Berufung, der Verheißung und der Vergebung. Diese Logik zu verkünden ist uns aufgetragen. Sie fehlt heute an allen Ecken und Enden. Die Zukunft des Glaubens hängt weniger an der Frage nach der Kirchensteuer, sondern an der Logik, der unser Denken und Reden folgt.
Noch einmal Paulus: „Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an. Lasst euch vielmehr von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird. Dann könnt ihr euch ein sicheres Urteil bilden, welches Verhalten dem Willen Gottes entspricht, und wisst in jedem einzelnen Fall, was gut und gottgefällig und vollkommen ist.“
Darüber nachzudenken und davon zu sprechen macht schon jetzt und hier Freude.
Ich habe auf der Herfahrt übrigens ein weltliches Gebot gefunden, das dem Verheißungscharakter von Gottes Geboten irgendwo entspricht und keine reine Vorschrift ist, das einzige, das mir einfällt: das Reinheitsgebot für Bier. Sicher bedeutet es, man dürfe das und das nicht ins Bier schütten, aber vom Wesen her ist es ein Qualitätssiegel. Viele Brauereien wollen sich daran halten und viele Kunden wollen Bier in dieser Qualität. Ein brauchbares Beispiel, und dazu eines, auf das man ab und zu gestoßen wird. Auch in dieser Hinsicht eine gute Sache.
Vielen Dank!

Samstag, April 12, 2014

Freie Wahl des Namens ab 12 Jahren?

[Von Bastian] Eine Pressemeldung von 2018:

Nach dem Geschlecht soll auch der Name nicht mehr in den persönlichen Daten erfasst werden. So will es eine Initiative von Teilen der Grünen des Europäischen Parlaments.
Es gebe heute Lebensabschnittsgefährten, wechselnde Genderzugehörigkeiten und große Freiheiten in der persönlichen Gestaltung der eigenen Individualität. So sei nicht einzusehen, dass eine der individuellsten Eigenschaften - der Name, mit dem man angeredet werde – von fremden Menschen festgelegt werde, die man sich als Eltern, Leihmutter oder Erziehungsberechtigte nicht ausgesucht habe. Auch gilt der Zeitpunkt der Namensgebung viel zu früh. Viel besser sei es, wenn die Kinder erst einmal etwas heranwüchsen, bis sie selber wüssten, welcher Name zu ihnen passe.
Mit 12 Jahren sei ein Kind reif genug, sich für einen Namen zu entscheiden. Zu diesem Zeitpunkt könne auch zum ersten Mal das eigene Geschlecht festgelegt werden. Diese Entscheidungen sollten jederzeit änderbar sein, um die Freiheit der Person auf individuelle Anrede jederzeit zu gewährleisten. Bis zum Alter von 12 Jahren müssten Kinder als geschlechtslose, anonyme Nummern behandelt werden – dies sei logischerweise das höchste Maß an Individualität.
Ein Sprecher der Christdemokraten meinte dazu, er schlage als erstes eine Namensänderung der Grünen vor – sie seien offensichtlich blau.

Donnerstag, April 10, 2014

Gender und kein Ender

[Von Bastian] Es gendert mal wieder: ständig stoße ich auf das Thema. Dabei finde ich es so doof wie nur irgendwas.

Ein Baum ist eine „ausdauernde Samenpflanze, die eine dominierende Sprossachse aufweist, die durch sekundäres Dickenwachstum an Umfang zunimmt“. Zudem kann ich mir unter einem Baum etwas vorstellen.
Jetzt könnte natürlich ein Botaniker kommen und feststellen, ich hätte etwas gegen Gänseblümchen. Das sei alles falsch: ein Baum sei weder von dieser Definition noch von meinen Vorstellungen über ihn abhängig. Ein Baum sei, wer es wähle, ein Baum zu sein. Damit wäre der Begriff des Baums sinnlos geworden. Ein Baum könnte dann alles sein. Schön für alle Pflanzen, die schon immer ein Baum sein wollten, könnte man meinen. Nur: es bringt ihnen nichts mehr. Denn sie können sich zwar jetzt Baum nennen, aber nur, weil Baum nichts mehr bedeutet. Das Gänseblümchen, das jetzt nicht mehr diskriminiert wird, hat nur deshalb etwas davon, weil es mit dem Begriff „Baum“ noch das verbindet, was er einmal beinhaltete: groß und stark. Es fühlt sich befreit. Seine kleinen Ableger aber lernen, dass alle Pflanzen Bäume oder Gänseblümchen sind, wenn sie nur wollen, und hauen die Begriffe getrost in die Tonne, denn sie sagen nichts aus. Von ihren Mutterpflanzen indoktriniert werden sie sich wohl hüten, den großen Pflanzen mit Stamm öffentlich einen eigenen Namen zu geben, denn da leidet Mama drunter. Sie hat mit dem Botaniker dafür gekämpft, ein Baum zu sein!
Unter sich, wenn Mama das nicht hört, werden die kleinen Ableger sich mit den riesigen Pflanzen auseinandersetzen, und sie werden neue Begriffe für sich und für Bäume finden. Denn das ist Sprache: sich mittels Worten mit der Welt auseinandersetzen. Dinge und Konzepte werden zu Begriffen, Laute ohne Inhalt werden weggelassen.
Der Botaniker beginnt inzwischen, Baumkronen in die Vase zu stellen und sich Sonntags Nachmittags in den Schatten der Gänseblümchen zu legen und ist ganz traurig, dass alle ehemaligen Gänseblümchen noch so in ihrer Unfreiheit verhaftet sind, dass sie einfach keinen vernünftigen Schatten werfen, und dass die ehemaligen Bäume so arrogant sind, nicht in kleine Väschen zu passen. Eine Schlimme Welt, in der er da lebt!

Unsere moderne Gesellschaft erweist sich als lernresistent gegenüber Gänseblümchen.
Eine Frau ist ein Mensch, der 2 X-Chromosomen hat. Die führen zu bestimmten körperlichen Merkmalen, auf die ich (hier) nicht näher eingehen will. Ein Mann ist ein Mensch, der die Chromosomenkombination XY besitzt, mit den daraus resultierenden körperlichen Eigenschaften. Zudem haben beide Geschlechter auch seelische Eigenschaften, wobei es für diese Argumentation völlig egal ist, ob die nun genetisch oder kulturell bedingt sind. (Wobei ich es zumindest logisch und naheliegend fände, wenn man sich irgendwie mit den Menschen auch seelisch als Gruppe identifiziert, die dieselben Merkmale haben, wie man selbst.)
Jetzt kommt Gender und sagt: alles falsch. Das Geschlecht sei nicht von den Chromosomen abhängig, und es dürfte auch von der Kultur oder Vorstellungen nicht abhängig sein. Man habe das Geschlecht, das man wähle. Nur: wenn der Begriff des „Geschlechts“ nicht mehr definierbar ist, gibt es nichts zu wählen. Denn: was ist denn dann überhaupt noch ein Geschlecht? Ein Wort für etwas, das es nicht gibt? Die Wahl kann ich mir sparen. Worte stehen für etwas, sonst sind es nur Laute. Ich kann einen Begriff nicht von seinen Definitionen befreien. Ich kann mich schlecht als Mann fühlen, wenn ich nichts habe, an dem ich den Begriff „Mann“ festmachen kann. Vielleicht bin ich ja auch ein Gänseblümchen? Wie dem auch sei: ich habe gefälligst nicht daran festzuhalten, als Mann behandelt werden zu wollen, denn das ist diskriminierend.

Der vielleicht größte Irrtum bei Gender ist der, dass dort Begriff und Inhalt sowohl scharf getrennt werden („jeder kann eine Frau sein“), zugleich aber an die nun inhaltsleeren Begriffe genau die Folgen gekoppelt werden, die der ehemalige Inhalt erforderte. Bäume kommen in die Vase, weil sie auch Blumen sein sollen, Gänseblümchen müssen Windschutz bieten, weil sie, offen, wie sie nun mal sind, auch Bäume sein könnten, Väter bekommen Mutterschutz und Frauen Stehtoiletten.
Wer den Schatten von Gänseblümchen gegen den Sonnenbrand sucht und sich nachts gegen Mondbrand einschmiert, um keinen Himmelskörper zu diskriminieren, ist für mich nicht dümmer als der, der den faktischen Unterschied zwischen Männern und Frauen leugnet. Für den habe ich zum Einstieg in das Thema nur einen sexistischen Tipp: Schau halt mal hin.

Dienstag, April 01, 2014

Wer oder was ist jetzt noch sicher?

Fort Meade, Düsseldorf [ER] Hat sich der Nationale Sicherheitsdienst NSA jahrzehntelang selbst abgehört? Wie jetzt bekannt wurde, gelang es einem leitenden Stabsoffizier der NSA, Ltd. Colonel George J. Fortescue, jahrelang seine eigenen Selbstgespräche abzuzapfen. Kritiker dieses neuen, unerhörten Vorgehens der Sicherheitsbehörde fragen, was denn überhaupt vor der paranoiden Sammelwut der  Geheimdienstler sicher sei, wenn ihre leitenden Angestellten nicht einmal sich selbst vertrauen könnten. Fortescue wiegelte in einer hastigen Stellungnahme gegenüber Echo Romeo ab: »Es sei grundsätzlich ja nichts Neues ans Licht gekommen.«

Echo Romeo sieht das anders. Die Kultur der Soliloquia sei ein hohes Gut, denn: »A man who doesn’t talk to himself is not woth talking to.« (G. K. Chesterton)

Donnerstag, März 27, 2014

Mittwoch, März 26, 2014

Limburger Zauberlehrlinge

»O, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!«
J. W. von Goethe; Der Zauberlehrling

Liebe Limburger. Nun seid ihr euren Bischof endlich losgeworden.

Viele werden sich darüber freuen; einige werden enttäuscht sein. Ihr habt nun immerhin noch ein paar Domherren; gänzlich führungslos wird euer Bistum nicht sein. Hoffentlich auch nicht orientierungslos.



Ihr seid euren Bischof mit dem Trick des Zauberlehrlings losgeworden. Ihr habt Verleumdung, Rufmord und Desinformation im Verein mit einstmals seriösen Leitmedien eingesetzt, um das Haus auszufegen. Seht zu, dass sich das nicht gegen euch wendet!



Von nun an wird der vorauseilende Respekt der Bischöfe vor der Öffentlichen Meinung noch größer sein. Ich wünsche euch dennoch den Mut zu einem Neuanfang. Immerhin habt ihr jetzt ein Diözesanes Zentrum, das sich sehen lassen kann.

Samstag, März 22, 2014

Gebote

[Von Bastian]
Einen Vortrag, den ich dieser Tage in Marburg halten durfte, habe ich am Ende so zusammen gefasst:

Es gibt Gebote, und sie können eine Last sein. Wir brauchen Hilfe. Geben kann die nur Gott, weil Er allein nicht nur dazu auffordern, sondern auch dazu befähigen kann.
Es funktioniert nicht, wenn ein Christ sich bei der Beantwortung dieser Fragen auf die menschlichen Aspekte beschränkt. Da kann man nur scheitern. Wir haben Gott – auf ihn können wir uns verlassen.
Wenn man erkennt, dass Gottes Gebote uns überfordern können, gabelt ich der Weg: die Welt sagt, dann ist eben das Gebot falsch, und Gott sagt: Meine Gebote führen zu Mir und Ich vergebe die Sünden auf diesem Weg.
Die Welt ändert angesichts eines schweren Weges das Ziel, Gott stärkt und verzeiht das Fallen. Das hohe Ziel gibt er nicht auf – uns zuliebe. Er will, dass wir das Leben in Fülle haben, und zwar in Ewigkeit. Christus will uns als Brüder und Schwestern bei sich haben. Das ist Seine Logik: die der höchsten Berufung, der Verheißung und der Vergebung. Diese Logik zu verkünden ist uns aufgetragen. Sie fehlt heute an allen Ecken und Enden.
Die Zukunft des Glaubens hängt weniger an der Frage nach der Kirchensteuer, sondern an der Logik, der unser Denken und Reden folgt.

Der ganze Text wäre hier viel zu lang, aber wer ihn nachlesen möchte: der zweite Artikel hier.

Dienstag, März 18, 2014

Verhängnisvolle Perversion: Pressefreiheit ohne Gehalt

[Von Bastian]
Derzeit erlebe ich am eigenen Leib, was es heißt, ein Prinzip zu pervertieren.
Bisher war es wichtig, doch für mich persönlich eher abstrakt. Das Recht auf Selbstbestimmung mutierte zum vermeintlichen Recht auf Abtreibung. Vor dieser Frage standen meine Frau und ich niemals. Das Recht auf Meinungs- und Religionsfreiheit mutiert langsam zum Recht auf Freiheit vor jeder fremden Meinung und damit zum Maulkorb. Mir hat noch niemand den Mund verboten.

Doch jetzt hat es mich erwischt. Die Pressefreiheit, die es erlauben soll, alle Fakten und Meinungen auf den Tisch zu bringen, wird ausgenutzt, zu schreiben, was genehm ist, um Meinungen durchzusetzen, anstatt sie darzustellen. Sie pervertiert zur Informations- und Gehaltlosigkeit
Im Fall Limburg habe ich das erste Mal gerade genug Wissen gehabt, um zu erleben, wie weggelassen und verdreht wird. Mich hat das verunsichert: ich traue den Medien einfach nicht mehr. Das gilt auch für alle Nachrichten aus der Ukraine. Die Presse hat es versäumt, gerne parteiisch, aber dabei ehrlich zu bleiben - Politiker ebenfalls (LINK).
Konkret: das, was ich von Putin (LINK) und Gysi (LINK) höre oder lese - auch, wenn ich dort ebenfalls Fehler sehe - überzeugt mich weit mehr, als das Vorgehen der westlichen Regierungen (siehe LINK bei Putin).
Was soll ich tun? Wie soll ich mir eine fundierte Meinung bilden? Derzeit kann ich nur sagen: Leute, ich glaube Euch nicht mehr. Und es macht mir Sorgen, was Ihr da tut. Den G8-Ausschluss halte ich für Wahnsinn. Wie soll ich feststellen, ob ich mich irre? Es ist unschön, nur die eigene Betroffenheit zu haben, ohne dass die eine verlässliche Grundlage hätte. Euch, die Ihr die Informationen filtert, kann ich nicht fragen. Ihr wollt mich nicht informieren, sondern einnorden. Ihr schließt mich vom Diskurs aus, indem Ihr mir die Grundlagen vorenthaltet. Demokratie ist etwas anderes. Etwas ganz anderes! Ihr seid dabei, ein diktatorisches System aufzubauen, und Ihr wisst das.

Montag, März 17, 2014

Meine Fragen für Quizduell

[Von Bastian]
Quizduell hat über 14.000.000 Mitspieler. Zeit, es zur Verkündigung und Klarstellung zu nutzen: die neuen Medien sind wichtig.
Ich werde daher folgende Fragen einreichen:

Was bedeutet WiSiKi?
  • a) Will sie Kinder?
  • b) Wir singen Kinderlieder
  • c) Wir sind Kirche
  • d) Widerständler simulieren Kirche
Lösung: c


Warum wurde Alois Glück Vorsitzender des ZdK?
  • a) Ja, richtig: warum nur?!
  • b) Er besiegte seinen Vorgänger im Duell
  • c) durchsetzbarer Kompromisskandidat
  • d) aufgrund eines Adressenfehlers auf der Kandidatenliste
Lösung: c


Wie heißt der Bischof von Limburg?
  • a) Franz-Peter Tebartz-van Elst
  • b) Wolfgang Thierse
  • c) Hans-Peter Wensierski
  • d) Faktencheck
Lösung: a


Jesus sagte: ich bin…
  • a) …ein Weg, eine Wahrheit und habe gelebt
  • b) …der Weg, die Wahrheit und das Leben
  • c) …die Augenhöhe, die Toleranz und der Dialog
  • d) …das Dogma, die reine Lehre und sonst gar nichts
Lösung: b


Welche Aussage über das ZdK ist falsch?
  • a) Nicht unumstritten
  • b) Leistet vor allem Gremienarbeit
  • c) Legt Wert auf Demokratie in der Kirche
  • d) Von allen Katholiken demokratisch gewählt
Lösung: d


Papst Franziskus…
  • a) …ist katholisch
  • b) …ist gar nicht der richtige Papst
  • c) …passt die Kirche der Zeit an
  • d) …hat etwas gegen Kleidung
Lösung: a


Was zeichnet einen gläubigen Katholiken aus?
  • a) Kann nicht mehr sündigen
  • b) Erlöst durch Jesus Christus
  • c) Offen für alle Lebensentwürfe
  • d) Variable Augenhöhe
Lösung: b

Donnerstag, März 06, 2014

Mein Senf zur Bekenntnisfreiheit

(Peter Esser)

Katholisch.de berichtet heute über die Beschwerde einiger Staatsdiener im Brandenburgischen Bildungsministerium gegen die Präsenz der Sternsinger auf dem Neujahrsempfang des Hauses.

Man sollte einmal diesen fraglos vorausgesetzten Begriff der »Bekenntnisfreiheit« aufgreifen. Und einmal wirklich auf alle seine Bedeutungsnuancen hin untersuchen. Aus der Sicht der atheistischen Souffleure bedeutet »Bekenntnisfreiheit« Freiheit VOM Bekenntnis, als sei es möglich, in einem Gemeinswesen einen aseptischen Platz zu finden, frei von allen kulturell oder ideologisch gewordenen religiösen und weltanschaulichen Keimen. Daß ein solcher keimfreier Staat eine reine Fiktion totalitären Ausmaßes ist, liegt auf der Hand, denn auch der plumpe Laizismus einer Humanistischen Union (oder wer auch immer hinter dem Beamtenvorstoß steckt), geht von ideologischen Prämissen aus und ist in säkularer Weise ebenso ein »Bekenntnis«.

Nein, liebe Atheisten, wir müssen es schon miteinander aushalten – und zwar im Öffentlichen Raum! Denn Bekenntnisfreiheit meint die Freiheit ZUM Bekenntnis. Glaube ist nicht Privatsache, sondern soziales Geschehen. Ob man ihn teilt oder nicht: Die öffentliche Sprachfähigkeit und die Möglichkeit zu sozialer Präsenz ist für eine offene Gesellschaft grundlegend. Als totalitär erweisen sich hier die Menschen, die Toleranz predigen und Restriktion fordern.

Mittwoch, März 05, 2014

Blumentöpfe gehen gar nicht!

[Von Bastian]
Ein Personalrat beschwert sich über den Besuch der Sternsinger (LINK).
Manche Kollegen sähen sich dadurch in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt. Denn zur Religionsfreiheit gehöre auch das Recht, ein bekenntnisfreies Leben zu führen.

Das ist erst einmal richtig. Dieses Recht gibt es selbstverständlich. Die Logik, die hier aufgebaut wird, sagt: danach müssen sich alle anderen richten. Gerade die Freiheit zum Bekenntnis macht das Bekenntnis unanständig.
Ein anderes populäres Beispiel dafür, dass Dinge sich in ihr Gegenteil verwandeln, wenn man sie nur ihrer Grundlage beraubt: Menschenrechte z.B. werden im Fall eines Rechts für alle auf Adoption zu Rechten am Menschen.

Nur eines wird bislang konsequent übersehen: Naturschutz beinhaltet selbstverständlich auch den Schutz vor der Natur. Es ist niemandem zuzumuten, Grünpflanzen anschauen zu müssen, wenn er nicht mag. Und daher bin ich dafür, dass aus Büros alle Topfpflanzen entfernt werden müssen.
Personalrat – wie wär’s?

Donnerstag, Februar 27, 2014

Zur Weiberfastnacht.


Vogelkonzert im Februar!

Dieser Februar schlägt alles, was ich bisher erlebt habe. Allein schon, dass es sich um diese Jahreszeit lohnt, Singvögeln zu lauschen, ist ungewöhnlich.
Normal wären die Wintersänger, also Rotkehlchen und Zaunkönig. Dazu die ersten Frühjahrssänger: Heckenbraunelle und Misteldrossel. An warmen Tagen könnte eine Amsel zaghaft singen. Dazu balzen Dompfaffe im Winter, aber das ist es auch schon. Von allen anderen hört man normalerweise die Winterrufe.
Gestern Abend und heute Morgen habe ich in den Rheinauen von folgenden Vögeln den Gesang bzw. die Balzrufe gehört:
Amsel, Singdrossel, Misteldrossel, Rotkehlchen, Zaunkönig, Blaumeise, Kohlmeise, Weidenmeise, Buchfink, Grünling, Heckenbraunelle, Kleiber, Baumläufer, Stockente, Star (macht Pirol (den gibt es hier), Mäusebussard und Turmfalke nach), Eichelhäher, Buntspecht, Grünspecht, Schwanzmeise, Dompfaff. Dazu habe ich die Rufe von Wachholderdrossel, Graureiher, Elster und Rabenkrähe gehört. Ein Vogelkonzert aus 24 Arten im Februar – das ist für mich Rekord.

Mittwoch, Februar 26, 2014

Wie schön!

Kardinal Lehmann macht es vor: Die Kirche kann sich wandeln.
Er, der offenbar früher Berührungsängste mit dem Pontifex Maximus hatte, ist nun in der Lage, ihm unkompliziert zu begegnen. Eine Fahrt im Aufzug, bei der auch Papst Franziskus anwesend war – früher offenbar unmöglich für ihn - erlebte er als schön.
«Wir machen Platz», so Lehmann. «Es ist so einfach und normal wie nur denkbar. Was für ein Wandel!» (LINK)

Ja, über seinen Sinneswandel kann der Kardinal sich wirklich freuen, meint [Bastian]

Montag, Februar 24, 2014

Paulus, der Mobber.

[Von Bastian]
Es gibt in unserer Gesellschaft einen Hang, in logischen Fragen die Dinge auf merkwürdige Weise zu verdrehen.
So heißt es: „Jedes Kind hat ein Recht darauf, erwünscht zu sein!“. Stimmt, das hat es. Aber was, wenn es nicht erwünscht ist? Nun, dann ist eben das Kind falsch, denn dieses Argument wird als Rechtfertigung für Abtreibungen angesehen. Wir können es dem armen Kind nicht zumuten, unerwünscht zu sein (genauer: wir können es uns nicht zumuten, es zu erwünschen), also muss es weg.
Wäre ich arbeitslos und jemand wollte das Recht auf Arbeit ins Gesetz aufnehmen, würde mir angesichts dieser Logik mulmig. Was, wenn ein Mensch keine Arbeit findet? Das können wir dem armen Kerl nicht zumuten, also muss er – äh, was? Absurd? Nun, bei ungeborenen Kindern funktioniert diese Logik schon, und in unseren Nachbarländern greift sie inzwischen auch nach den Alten und Kranken.

Auch innerkirchlich lässt sich das gut einsetzen. Auf diese Weise hat Bischof Tebartz-van Elst auch im Falle seiner Unschuld ein großes Problem: ein biblisches. Wie Ingo Brüggenjürgen auf Domradio.de schreibt (LINK):
„Im 1. Brief des Apostel Paulus an Timotheus kann man es bereits nachlesen: "Der Bischof muss bei den Außenstehenden einen guten Ruf haben, damit er nicht in üble Nachrede kommt und in die Falle des Teufels gerät". (1 Tim 3,7). Der Bischof von Limburg aber hat kein Vertrauen mehr. Die Öffentlichkeit hat es ihm, ob berechtigt oder unberechtigterweise ist ganz egal, längst entzogen. Sein Ruf ist außerhalb der Kirche aber auch in den eigenen Reihen bereits jetzt so grundlegend zerstört, dass ein Neuanfang in Limburg für ihn und für das ihm anvertraute Bistum unvorstellbar scheint. Ein Bischof, dem man kein Vertrauen mehr entgegenbringt – wie soll das gehen?“
Nun, hier ist das ganze etwas subtiler. Denn es scheint ja wirklich eine Pflicht des Bischofs zu sein, nicht in üble Nachrede zu kommen. Doch im Falle seiner Unschuld ist es dasselbe, denn: Jeder Unschuldige hat das Recht darauf, dass man nicht schlecht über ihn redet. Ja, das hat er. Aber was, wenn man ihm dieses Recht nicht einräumt? Wir können es dem armen Bischof doch nicht zumuten, unbeliebt zu sein, also muss er weg. Zum Besten aller.
Und so endet der Artikel, der ausdrücklich den Fall der vollständigen Unschuld beleuchtet, auch voll des Trostes für einen armen Bischof, der die Sünde beging, dass man schlecht über ihn redete.

Mein Dank geht in diesem Fall an Domradio. So lerne ich, die Bibel mit neuen Augen zu lesen. Die Welt kann so einfach sein: zum Verurteilen braucht man gar keinen Anlass! Paulus rechtfertigt Mobbing.
Was mir persönlich dazu einfällt, schreibe ich nicht. Ich müsste es beichten, muss allerdings zugeben, dass es mir eine Freude wäre, die Worte dem Priester im Beichtstuhl zu wiederholen. Doch das lasse ich. Stattdessen lege ich Herrn Brüggenjürgen dringend die Beichte nahe, denn er hat, zumindest nach seiner Logik, gesündigt: er hat sich unbeliebt gemacht. Bei mindestens einem.

Samstag, Februar 22, 2014

Muss die EKD ihren Doktortitel abgeben?

[Von Bastian]
Unbestätigten Gerüchten zufolge hat die EKD beim Fastenimpuls „7 Wochen ohne Große Worte“ (LINK, LINK) auf fremdes Material zurückgegriffen, ohne dies kenntlich zu machen.
So sei das ganze Konzept, Begriffe wie Christus, Opfer oder heilig zu meiden, geklaut: manche Katholiken verwirklichten diese Fastenidee seit langem bis in die Hochgebete hinein.
Überdies ist eine filmische Dokumentation aufgetaucht, die belegt, dass der Grundgedanke bereits von Heinrich Böll veröffentlicht wurde (LINK). Beides werde von den Urhebern der Fastenaktion verschwiegen. Als eine Dissertation sei die Arbeit „7 Wochen ohne Große Worte“ daher nicht akzeptabel.

Dienstag, Februar 18, 2014

Ich bin nicht überzeugt.

[Von Bastian]
Ehevorbereitung muss bereits im Schulalter beginnen (LINK)? Falsch! Sie beginnt bei der Geburt. Spätestens.

Um die katholische Ehe ist es im gesellschaftlichen Kontext schlecht bestellt. Naiv, wer das erst seit neuesten Umfragen weiß. Das ist schlimm für Kinder und Jugendliche, denn sie haben keine heilvolle Orientierung.
Die Suche nach einer Verbesserung der Situation wandelt sich allerdings mangels Ideen oft schnell in eine Suche nach den Schuldigen. Das Lehramt wird dazu herbeizitiert: die Wahrheit werde nicht genug gelehrt. Mich überzeugt das nicht.

Ich bin Ehemann und Familienvater und mit Höhen und Tiefen vertraut. Ich weiß, wie kurvig und steil der Weg in eine katholische Ehe sein kann. Und ich weiß auch: was mir dabei geholfen hat, waren katholische Eheleute und ihr Gebet für uns. Und Eheleute anderer christlicher Konfessionen. Was mir definitiv nicht geholfen hat, waren irgendwelche Lehrschreiben oder Predigten.
Die Ehe lässt sich nicht rein theoretisch herleiten. Dass sie z.B. ein Abbild des Bundes zwischen Gott und dem Menschen ist, kann ich jetzt nach 20 Ehejahren vielleicht beginnen zu erahnen. Irgendwie hilfreich wäre diese Info für mich nicht gewesen, als es um die Hochzeit ging.
Die Ehe spielt sich nur zu einem ganz kleinen Teil im Kopf ab - das Herz trägt sie. Das Lehramt der Kirche wünscht genau das. Doch damit ist mehr gemeint, als das offene Aussprechen theologischer Aussagen und Wahrheiten über die Ehe. Ehevorbereitung ist Herzensschulung. Dazu sind Vorbilder nötig, denen man vertrauen kann, nicht nur weise Worte. In die Ehefähigkeit sollte man sein ganzes Leben lang hineinwachsen.
Damit ist die Ehevorbereitung eine Sache der Eheleute. Sie sind die einzigen, die vollständig vermitteln können, worum es geht und wie es geht. Sie sind die einzigen, die das Loblied der Ehe singen können, weil nur sie sie leben, ebenso wie nur die überzeugend von Schokolade schwärmen können, die sie schon mal gegessen haben, oder ebenso wie nur die vom Erfolgserlebnis eines durchkämpften Marathonlaufs reden können, die schon einmal einen hinter sich gebracht haben.

Keinesfalls ist damit die Aufgabe der Katechese im üblichen Sinn hinfällig. Im Gegenteil: sie kann die Eheleute stärken. Priester und Diakone, Bischöfe und der Papst können erklären, worum es geht, und sollten das tun. Sie können Mut zusprechen und wertschätzen. Sie können darauf achten, dass der Blick der Eheleute Christus nicht aus den Augen verliert und dabei helfen und manchmal auch führen. Sie können und sollten aber auch sicherstellen, dass sie mit uns Eheleuten im Gespräch bleiben, von uns lernen und nicht meinen, uns erklären zu sollen, was das Eheleben ist. Das Sakrament der Ehe ist den Eheleuten anvertraut. Nur sie können es spenden.

Wir sind gefragt, wenn es um die katholische Ehe geht. Und ich antworte auf diese Frage: die Ehe ist das Schönste und Höchste, was es für eine Beziehung für mich gibt. Sie lohnt jede Mühe, zu der ich fähig bin. Ich hoffe und bete, dass ich bei all meinen Fehlern doch ausstrahle, dass ich ein glücklicher, ein begeisterter Ehemann und Vater bin. Ich hoffe und bete, dass jeder Priester seine Berufung so liebt wie ich meine. Und ich hoffe und bete, dass mein Verhalten und Leben für andere die Katechese sein kann, die so nötig ist und die nur ich geben kann. Eine große Verantwortung, die mir kein Hirtenbrief abnehmen kann, die ich aber liebe.