(Peter Esser schrägt mal angstfrei rein.)
»Angstfrei agieren« ist ein Schlüsselwort des zeitgenössischen Katholizismus. Früher hätte man, wollte man einen Christen loben, vielleicht vom »furchtlosen Bekenner« gesprochen. Auf den ersten Blick scheinen der »angstfreie Akteur« und der »furchtlose Bekenner« Synonyme zu sein. Ich behaupte, daß dieser Schein trügt. Der Furchtlose trotzt einer immanenten Gefahr, ob sie nun von äußeren oder inneren Lebensumständen herrührt. Wenn ich jemanden als »furchtlos« bezeichne, sage ich etwas über seinen Mut aus. »Angstfreies Agieren« sagt – so meine Behauptung – weniger über Standhaftigkeit, sondern mehr über die Qualität des Umfeldes aus. Ein Freisein von Angst wird behauptet, nicht um den Akteur zu loben, sondern um das Umfeld zu verleumden. Der Ladendieb agiert angstfrei, weil der Verkäufer schläft; der Häretiker, weil der Hirte nicht auf dem Posten ist. Angstfreiheit bedeutet in Teilen des Katholizismus, frei schalten zu können, weil die Ordnung nicht bewacht wird.
Freitag, Januar 31, 2014
Mittwoch, Januar 29, 2014
Ganz verstehen tu ich’s nicht.
[Von Bastian]
Also ich war dabei, als Kardinal Meisner die Familien des Neokatechumenalen Weges für ihren Kinderreichtum mit den Worten lobte: „Eine Eurer Familien ersetzt mir drei muslimische Familien!“. Jetzt sind viele Leute böse. Aber warum?
Wenn der Kardinal Kinderreichtum für lobenswert hält, hat er damit beide gelobt, weil sie viele Kinder haben, denn die Muslime wurden als Beispiel für Kinderreichtum herangezogen. Würde der Kardinal jedoch Kinderreichtum ablehnen, hätte er das so nicht gesagt, denn dann wäre es der totale Verriss derer gewesen, die er loben wollte.
Es wurde also erst einmal etwas grundsätzlich nett Gemeintes ausgesagt. Wo ist jetzt die Beleidigung?
Die Empörungen gehen hoch, aber sie sagen wenig, worüber sie eigentlich empört sind. „Das hätten wir mal sagen sollen“ ist da wenig ergiebig. Hätte ein Muslimischer Sprecher tatsächlich genau das gesagt, wäre es reichlich komisch gewesen. Hätte er aber gesagt, eine muslimische Familie ersetze ihm drei christliche – kein Hahn hätte danach gekräht. Warum auch.
Einige haben es wohl gemerkt, dass da eigentlich wenig Ergiebiges drin steckt. Ministerin Löhrmann zog daraufhin an den Haaren eine „abgestufte Wertigkeit von Familien und damit von Kindern je nach Herkunft oder Religionszugehörigkeit“ herbei, die verfassungswidrig sei. Peinlichkeit und Dummheit sind allerdings auch nicht verfassungswidrig. (Gott sei Dank kann ich als Wähler ab und an eine abgestufte Bewertung von Politikern auch nach der parteilichen Herkunft vornehmen.)
Was also ist daran provokativ? Warum bin ich bei der Aussage zusammengezuckt und habe mir gedacht: jetzt gibt es wieder Ärger? Die Stimmung war hervorragend. Fröhlich und offen. Es war jedem klar, dass da keinerlei Hintergedanken drin waren. Doch die Aussage hat eines getan, was heute gar nicht geht, was so unkorrekt ist wie nur möglich: sie hat eine Gruppe als Beispiel für irgendetwas herangezogen. Sie hat aus den Muslimen ein Klischee gemacht.
Bei so etwas fragt niemand, wofür - alleine dass es so war, legt es fest: das war übel. Zu behaupten, allein ein solcher Vergleich beweise eine krude Geisteshaltung und schreie nach Entschuldigung, zeugt allerdings irgendwie von geringer Kritikfähigkeit. Das ist, als beurteile man den Inhalt eines Pakets nach dem Packpapier und wisse ohne hineinzuschauen schon allein deshalb, dass das Innere schlecht sei.
Zudem sind bestimmte Aussagen überhaupt nur klischeehaft möglich. Jedes statistische Ergebnis beispielsweise ist so, weil es den Einzelfall nicht berücksichtigt. Eine entsprechende Statistik würde aber auch aussagen, dass muslimische Familien im Schnitt mehr Kinder haben, als deutsche, und dass Familien im Neokatechumenat im Schnitt noch mehr Kinder haben. Ein vergleichendes Zitieren von Statistiken hätte nur leider nicht zur Stimmung gepasst.
Es ist auch kein Geheimnis, dass auch „die Deutschen“ für allerlei herhalten müssen. Für Kinderarmut beispielsweise, und das mit Recht. Dem kann auch ich als vierfacher Vater zustimmen, ohne mich klischeehaft angepisst zu fühlen. Erstens identifiziere ich mich nicht in allen Einzelheiten mit „denen“, auch wenn ich zu ihnen gehöre, und zweitens ist oft was an solchen Aussagen dran. Muss man das alles so bierernst nehmen? Kann man nicht einmal halblang machen?
Was mir hier fehlt, ist ein Mindestmaß an Souveränität und, wenn die mal überstrapaziert werden sollte, an Humor. Den fordern viele derer, die sich jetzt empören, doch auch von uns, wenn in Comedy und Satire, größtenteils weit unter Herrn Meisners Niveau, über „die Katholiken“ abgelästert wird.
Es drängt sich der Verdacht auf, hier habe einfach der falsche Mann gesprochen, und seine Gegner haben einen Ansatz für ihre Hebel gefunden. Dass sie einen solch mickrigen Ansatzpunkt wählen mussten, zeigt eigentlich mehr, dass sie keinen besseren gefunden haben.
Also ich war dabei, als Kardinal Meisner die Familien des Neokatechumenalen Weges für ihren Kinderreichtum mit den Worten lobte: „Eine Eurer Familien ersetzt mir drei muslimische Familien!“. Jetzt sind viele Leute böse. Aber warum?
Wenn der Kardinal Kinderreichtum für lobenswert hält, hat er damit beide gelobt, weil sie viele Kinder haben, denn die Muslime wurden als Beispiel für Kinderreichtum herangezogen. Würde der Kardinal jedoch Kinderreichtum ablehnen, hätte er das so nicht gesagt, denn dann wäre es der totale Verriss derer gewesen, die er loben wollte.
Es wurde also erst einmal etwas grundsätzlich nett Gemeintes ausgesagt. Wo ist jetzt die Beleidigung?
Die Empörungen gehen hoch, aber sie sagen wenig, worüber sie eigentlich empört sind. „Das hätten wir mal sagen sollen“ ist da wenig ergiebig. Hätte ein Muslimischer Sprecher tatsächlich genau das gesagt, wäre es reichlich komisch gewesen. Hätte er aber gesagt, eine muslimische Familie ersetze ihm drei christliche – kein Hahn hätte danach gekräht. Warum auch.
Einige haben es wohl gemerkt, dass da eigentlich wenig Ergiebiges drin steckt. Ministerin Löhrmann zog daraufhin an den Haaren eine „abgestufte Wertigkeit von Familien und damit von Kindern je nach Herkunft oder Religionszugehörigkeit“ herbei, die verfassungswidrig sei. Peinlichkeit und Dummheit sind allerdings auch nicht verfassungswidrig. (Gott sei Dank kann ich als Wähler ab und an eine abgestufte Bewertung von Politikern auch nach der parteilichen Herkunft vornehmen.)
Was also ist daran provokativ? Warum bin ich bei der Aussage zusammengezuckt und habe mir gedacht: jetzt gibt es wieder Ärger? Die Stimmung war hervorragend. Fröhlich und offen. Es war jedem klar, dass da keinerlei Hintergedanken drin waren. Doch die Aussage hat eines getan, was heute gar nicht geht, was so unkorrekt ist wie nur möglich: sie hat eine Gruppe als Beispiel für irgendetwas herangezogen. Sie hat aus den Muslimen ein Klischee gemacht.
Bei so etwas fragt niemand, wofür - alleine dass es so war, legt es fest: das war übel. Zu behaupten, allein ein solcher Vergleich beweise eine krude Geisteshaltung und schreie nach Entschuldigung, zeugt allerdings irgendwie von geringer Kritikfähigkeit. Das ist, als beurteile man den Inhalt eines Pakets nach dem Packpapier und wisse ohne hineinzuschauen schon allein deshalb, dass das Innere schlecht sei.
Zudem sind bestimmte Aussagen überhaupt nur klischeehaft möglich. Jedes statistische Ergebnis beispielsweise ist so, weil es den Einzelfall nicht berücksichtigt. Eine entsprechende Statistik würde aber auch aussagen, dass muslimische Familien im Schnitt mehr Kinder haben, als deutsche, und dass Familien im Neokatechumenat im Schnitt noch mehr Kinder haben. Ein vergleichendes Zitieren von Statistiken hätte nur leider nicht zur Stimmung gepasst.
Es ist auch kein Geheimnis, dass auch „die Deutschen“ für allerlei herhalten müssen. Für Kinderarmut beispielsweise, und das mit Recht. Dem kann auch ich als vierfacher Vater zustimmen, ohne mich klischeehaft angepisst zu fühlen. Erstens identifiziere ich mich nicht in allen Einzelheiten mit „denen“, auch wenn ich zu ihnen gehöre, und zweitens ist oft was an solchen Aussagen dran. Muss man das alles so bierernst nehmen? Kann man nicht einmal halblang machen?
Was mir hier fehlt, ist ein Mindestmaß an Souveränität und, wenn die mal überstrapaziert werden sollte, an Humor. Den fordern viele derer, die sich jetzt empören, doch auch von uns, wenn in Comedy und Satire, größtenteils weit unter Herrn Meisners Niveau, über „die Katholiken“ abgelästert wird.
Es drängt sich der Verdacht auf, hier habe einfach der falsche Mann gesprochen, und seine Gegner haben einen Ansatz für ihre Hebel gefunden. Dass sie einen solch mickrigen Ansatzpunkt wählen mussten, zeigt eigentlich mehr, dass sie keinen besseren gefunden haben.
Freitag, Januar 24, 2014
GroKomene oder guck mal, wer da spricht!
[Von Bastian]
Lieber Herr Lammert, Liebe Politiker, die Ihr als Erstunterzeichner von "Ökumene jetzt" fungiert,
danke vorab, dass Ihr mir wieder einmal Eure Glaubwürdigkeit bewiesen habt. (LINK, LINK)
Ihr, die Ihr Euch ständig um Dinge zankt, für die man, mit Verlaub, Kinder wegen offensichtlicher Übermüdung ins Bett stecken würde, fordert von anderen die Einheit. Beeindruckend parteiübergreifend (zumindest, bis der nächste heiße Wahlkampf los geht) beschließt Ihr, dass auch andere sich zusammenfinden sollen. Bravo!
Nun wage ich mal zu behaupten, dass die Unterschiede zwischen Euren Parteien noch viel geringer sind, als die Unterschiede zwischen den Konfessionen. Alle beschwört Ihr den Euro und glaubt daran, dass man Schulden mit Krediten bezahlen kann. Alle redet Ihr das eine und tut das andere. Ihr entscheidet alles hinter verschlossenen Türen, um es ab und zu für die Medien in einem verabredeten Abstimmungsspektakel im Bundestag zu veröffentlichen. Alle fürchtet Ihr den Tiger Medien und hätschelt ihn daher liebevoll, auf dass er die anderen beiße. Alles derselbe Sumpf!
Sicher, Ihr habt auf dem Gebiet der Einheit viel geleistet: Ihr habt die GroKo zustande gebracht! Man sieht – es geht doch! So könnte es auch bei den Kirchen sein: man teilt sich die Ämter auf Zeit. Danach versucht jeder, dem anderen das Messer in den Rücken zu stoßen und die Jobs allein zu übernehmen. Einheit eben.
Doch reicht das? Was wäre das doch für ein glaubwürdiges Zeichen: Ihr tut das, was Ihr fordert, und vereint Euch wirklich! Die eine große Partei, die ernsthaft sucht, mit einer Zunge redet und der man glaubt?
Nein? Nicht? Doch keine volle Einheit unter Euch? Euer Amtsverständnis ist zu unterschiedlich? Die unterschiedlichen Verstorbenen, die Ihr vergöttert, passen einfach nicht zusammen? Und es gibt nicht genug Ministerposten für Euch alle?
Sicher, Ihr Lieben, ich verstehe Eure Enttäuschung ja. Da wurschtelt und verhandelt Ihr seit Jahren und müsst dann feststellen, dass die Kirchen viel weiter sind, als Ihr. Dass man dort längst über die gezückten Messer hinaus ist und wirklich um Einheit ringt. Dass man sagt, was man denkt. Dass man sich dort über alles Gemeinsame freut, während Eure Gemeinsamkeiten Euch Angst machen, weil Ihr nur auf die nächste Gelegenheit wartet, Euch voneinander zu distanzieren. Da kann man wirklich schnell mal zum alten Trick greifen, das von anderen zu fordern, was man selbst nicht schafft. Ja, das kann ich verstehen.
Doch leider: Ökumene nach Euren Vorstellungen, liebe Politiker, wäre für jeden Christen ein schwerer Rückschritt, und darum müssen wir Euch absagen. GroKomene ist einfach zu kurzlebig für das, was uns als Einheit der Christen vorschwebt. Das ist nun einmal keine Basis. Ich könnte zudem keinem Protestanten ins Gesicht schauen, wenn ich hinter seinem Rücken bestrebt wäre, das zu etablieren, was sein Gewissen ablehnt. Ich wünsche ihn als Bruder und Schwester, nicht als Vertragspartner, den ich über den Tisch gezogen habe.
Aber last Euch nicht entmutigen. 500 Jahre Auseinandersetzung, Ringen und Beten, und auch Ihr werdet weiter sein. Vergesst nur das Beten dabei nicht. Dann könnt bestimmt auch Ihr feiern. Nicht die volle Einheit, aber viel, über das Ihr Euch gemeinsam freuen könnt.
Lieber Herr Lammert, Liebe Politiker, die Ihr als Erstunterzeichner von "Ökumene jetzt" fungiert,
danke vorab, dass Ihr mir wieder einmal Eure Glaubwürdigkeit bewiesen habt. (LINK, LINK)
Ihr, die Ihr Euch ständig um Dinge zankt, für die man, mit Verlaub, Kinder wegen offensichtlicher Übermüdung ins Bett stecken würde, fordert von anderen die Einheit. Beeindruckend parteiübergreifend (zumindest, bis der nächste heiße Wahlkampf los geht) beschließt Ihr, dass auch andere sich zusammenfinden sollen. Bravo!
Nun wage ich mal zu behaupten, dass die Unterschiede zwischen Euren Parteien noch viel geringer sind, als die Unterschiede zwischen den Konfessionen. Alle beschwört Ihr den Euro und glaubt daran, dass man Schulden mit Krediten bezahlen kann. Alle redet Ihr das eine und tut das andere. Ihr entscheidet alles hinter verschlossenen Türen, um es ab und zu für die Medien in einem verabredeten Abstimmungsspektakel im Bundestag zu veröffentlichen. Alle fürchtet Ihr den Tiger Medien und hätschelt ihn daher liebevoll, auf dass er die anderen beiße. Alles derselbe Sumpf!
Sicher, Ihr habt auf dem Gebiet der Einheit viel geleistet: Ihr habt die GroKo zustande gebracht! Man sieht – es geht doch! So könnte es auch bei den Kirchen sein: man teilt sich die Ämter auf Zeit. Danach versucht jeder, dem anderen das Messer in den Rücken zu stoßen und die Jobs allein zu übernehmen. Einheit eben.
Doch reicht das? Was wäre das doch für ein glaubwürdiges Zeichen: Ihr tut das, was Ihr fordert, und vereint Euch wirklich! Die eine große Partei, die ernsthaft sucht, mit einer Zunge redet und der man glaubt?
Nein? Nicht? Doch keine volle Einheit unter Euch? Euer Amtsverständnis ist zu unterschiedlich? Die unterschiedlichen Verstorbenen, die Ihr vergöttert, passen einfach nicht zusammen? Und es gibt nicht genug Ministerposten für Euch alle?
Sicher, Ihr Lieben, ich verstehe Eure Enttäuschung ja. Da wurschtelt und verhandelt Ihr seit Jahren und müsst dann feststellen, dass die Kirchen viel weiter sind, als Ihr. Dass man dort längst über die gezückten Messer hinaus ist und wirklich um Einheit ringt. Dass man sagt, was man denkt. Dass man sich dort über alles Gemeinsame freut, während Eure Gemeinsamkeiten Euch Angst machen, weil Ihr nur auf die nächste Gelegenheit wartet, Euch voneinander zu distanzieren. Da kann man wirklich schnell mal zum alten Trick greifen, das von anderen zu fordern, was man selbst nicht schafft. Ja, das kann ich verstehen.
Doch leider: Ökumene nach Euren Vorstellungen, liebe Politiker, wäre für jeden Christen ein schwerer Rückschritt, und darum müssen wir Euch absagen. GroKomene ist einfach zu kurzlebig für das, was uns als Einheit der Christen vorschwebt. Das ist nun einmal keine Basis. Ich könnte zudem keinem Protestanten ins Gesicht schauen, wenn ich hinter seinem Rücken bestrebt wäre, das zu etablieren, was sein Gewissen ablehnt. Ich wünsche ihn als Bruder und Schwester, nicht als Vertragspartner, den ich über den Tisch gezogen habe.
Aber last Euch nicht entmutigen. 500 Jahre Auseinandersetzung, Ringen und Beten, und auch Ihr werdet weiter sein. Vergesst nur das Beten dabei nicht. Dann könnt bestimmt auch Ihr feiern. Nicht die volle Einheit, aber viel, über das Ihr Euch gemeinsam freuen könnt.
Donnerstag, Januar 23, 2014
Davor habe ich höchsten Respekt!
[Von Bastian]
Ein Kind findet im atheistischen Elternhaus zum katholischen Glauben. Was tun die Eltern? Sie unterstützen das Kind und sind stolz.
Wenn man sich über die Intoleranz beklagt, die einem oft dort begegnet, wo die Freiheit am lautesten eingefordert wird, muss man auch diesen Fall zur Kenntnis nehmen. (LINK, LINK)
Liebe, die Freiheit lässt. Erziehung, die Selbständigkeit schätzt. Treue, die über das eigene Verstehen hinaus unterstützt. Atheismus, in dem die Freiheit zum Glauben besteht.
Von diesen Eltern kann ich lernen.
Ein Kind findet im atheistischen Elternhaus zum katholischen Glauben. Was tun die Eltern? Sie unterstützen das Kind und sind stolz.
Wenn man sich über die Intoleranz beklagt, die einem oft dort begegnet, wo die Freiheit am lautesten eingefordert wird, muss man auch diesen Fall zur Kenntnis nehmen. (LINK, LINK)
Liebe, die Freiheit lässt. Erziehung, die Selbständigkeit schätzt. Treue, die über das eigene Verstehen hinaus unterstützt. Atheismus, in dem die Freiheit zum Glauben besteht.
Von diesen Eltern kann ich lernen.
Mittwoch, Januar 22, 2014
Skandal der Spaltung
[Von Bastian]
Der Heilige Vater nennt die Spaltung der Christen einen Skandal (LINK). Es ist auch schwer, es anders zu bezeichnen, wenn man bedenkt, dass die Einheit einer der großen Wünsche Jesu ist. Und Jesus hat nun wirklich weniger von uns gewünscht, als er uns geschenkt hat.
Nun bin ich Katholik. In diese Kirche bin ich nicht irgendwie hineingerutscht, sondern Mitglied aus Überzeugung. Aus der Überzeugung nämlich, dass der katholische Glaube wahr ist. Nicht weil mir der Glaube viel bringen würde oder weil ich die Gemeinschaft der Kirche so genieße. Auch nicht, weil ich so erzogen wurde und alles meinen Gewohnheiten entspricht. Der Punkt ist für mich ganz einfach, dass ich frei, aber fest davon überzeugt bin, dass der Glaube dieser meiner Kirche wahr ist und dass Gott diesen Glauben will.
Und jetzt? Was kann ich noch mehr gegen die Spaltung tun, als zu hoffen, dass alle anderen das auch kapieren? Wenn ich jetzt „Schritte auf die anderen zu mache“ oder „Gemeinsam nach dem Weg suche“, verrate ich dann nicht das, was ich erkannt habe? Verstoße ich damit nicht gegen einen anderen Wunsch Jesu, nämlich dass man alle Völker lehren soll? Gott kann man nicht in Kompromissen lehren, sondern nur in der Wahrheit. Wie kann ein Katholik ökumenisch und zugleich treu zum Glauben sein? Und logischerweise gilt das natürlich auch umgekehrt: wie kann ein Protestant auf mich zugehen, ohne unwahrhaftig zu sein?
Der Irrweg ist nahe liegend, zu glauben, die Einheit erreiche man, indem man anderen klar macht, wo sie falsch liegen. Diskussionen dieser Art hatten und haben wir genug. Doch Papst Benedikt XVI. lehrte einen anderen Weg, mit den Unterschieden umzugehen: „Wir müssen Achtung vor dem haben, was dem anderen heilig ist!“
Die Grundlage ist offenbar nicht die Überwindung der Unterschiede, sondern die Achtung der Heiligkeit. Die Heiligkeit, die der andere kennt, zu achten, heißt, ihn als Betenden wahrzunehmen. Und es heißt zugleich, dass ich dem anderen die Möglichkeit geben muss, zu begreifen, was mir heilig ist und wie ich bete. Da habe ich mit der Heiligkeit, die mir als Katholik geschenkt ist, viel zu tun. Wenn ich mich also daran begeben will, Irrtümer auszuräumen, geht das dergestalt, dass ich dafür sorge, dass man in meinem Leben das Wirken Gottes erkennen kann.
Wenn ich für den Katholizismus eintrete, dann sollte das sein, weil ich ihn für wahr halte, aber nicht, weil ich denke, dass andere irren. Oder, um im Bild zu sprechen: Wir müssen Licht sein für die Welt. Das ist man, indem man selbst leuchtet. Interessanter Weise ist man es nicht, indem man anderen vorwirft, sie leuchteten falsch.
Der Dialog hat zwei Grenzen. Einmal die, an der ich beginne, unwahrhaftig zu werden. Und auf der anderen Seite die, an der ich beginne, andere nicht mehr zu achten, egal für wie falsch ich ihre Ansichten halte. Die beste Voraussetzung für Einheit ist, wenn sich gläubige Christen aller Denominationen mit Liebe und Achtung begegnen. Wenn jeder die Wahrhaftigkeit des anderen respektiert. Daraus kann sich viel ergeben, kann sich alles ergeben. Denn mit Gott ist alles möglich: Lahme gehen, Blinde sehen, Taube hören und Getrennte finden sich. Dort, wo für mich nur der Kompromiss bliebe, der sich verbietet, wird Gott die Einheit schenken, davon bin ich überzeugt. Wenn wir eins sind, wird Gott nicht sagen: „Toll diskutiert!“, sondern: „Euer Glaube hat Euch geholfen.“
Der Heilige Vater nennt die Spaltung der Christen einen Skandal (LINK). Es ist auch schwer, es anders zu bezeichnen, wenn man bedenkt, dass die Einheit einer der großen Wünsche Jesu ist. Und Jesus hat nun wirklich weniger von uns gewünscht, als er uns geschenkt hat.
Nun bin ich Katholik. In diese Kirche bin ich nicht irgendwie hineingerutscht, sondern Mitglied aus Überzeugung. Aus der Überzeugung nämlich, dass der katholische Glaube wahr ist. Nicht weil mir der Glaube viel bringen würde oder weil ich die Gemeinschaft der Kirche so genieße. Auch nicht, weil ich so erzogen wurde und alles meinen Gewohnheiten entspricht. Der Punkt ist für mich ganz einfach, dass ich frei, aber fest davon überzeugt bin, dass der Glaube dieser meiner Kirche wahr ist und dass Gott diesen Glauben will.
Und jetzt? Was kann ich noch mehr gegen die Spaltung tun, als zu hoffen, dass alle anderen das auch kapieren? Wenn ich jetzt „Schritte auf die anderen zu mache“ oder „Gemeinsam nach dem Weg suche“, verrate ich dann nicht das, was ich erkannt habe? Verstoße ich damit nicht gegen einen anderen Wunsch Jesu, nämlich dass man alle Völker lehren soll? Gott kann man nicht in Kompromissen lehren, sondern nur in der Wahrheit. Wie kann ein Katholik ökumenisch und zugleich treu zum Glauben sein? Und logischerweise gilt das natürlich auch umgekehrt: wie kann ein Protestant auf mich zugehen, ohne unwahrhaftig zu sein?
Der Irrweg ist nahe liegend, zu glauben, die Einheit erreiche man, indem man anderen klar macht, wo sie falsch liegen. Diskussionen dieser Art hatten und haben wir genug. Doch Papst Benedikt XVI. lehrte einen anderen Weg, mit den Unterschieden umzugehen: „Wir müssen Achtung vor dem haben, was dem anderen heilig ist!“
Die Grundlage ist offenbar nicht die Überwindung der Unterschiede, sondern die Achtung der Heiligkeit. Die Heiligkeit, die der andere kennt, zu achten, heißt, ihn als Betenden wahrzunehmen. Und es heißt zugleich, dass ich dem anderen die Möglichkeit geben muss, zu begreifen, was mir heilig ist und wie ich bete. Da habe ich mit der Heiligkeit, die mir als Katholik geschenkt ist, viel zu tun. Wenn ich mich also daran begeben will, Irrtümer auszuräumen, geht das dergestalt, dass ich dafür sorge, dass man in meinem Leben das Wirken Gottes erkennen kann.
Wenn ich für den Katholizismus eintrete, dann sollte das sein, weil ich ihn für wahr halte, aber nicht, weil ich denke, dass andere irren. Oder, um im Bild zu sprechen: Wir müssen Licht sein für die Welt. Das ist man, indem man selbst leuchtet. Interessanter Weise ist man es nicht, indem man anderen vorwirft, sie leuchteten falsch.
Der Dialog hat zwei Grenzen. Einmal die, an der ich beginne, unwahrhaftig zu werden. Und auf der anderen Seite die, an der ich beginne, andere nicht mehr zu achten, egal für wie falsch ich ihre Ansichten halte. Die beste Voraussetzung für Einheit ist, wenn sich gläubige Christen aller Denominationen mit Liebe und Achtung begegnen. Wenn jeder die Wahrhaftigkeit des anderen respektiert. Daraus kann sich viel ergeben, kann sich alles ergeben. Denn mit Gott ist alles möglich: Lahme gehen, Blinde sehen, Taube hören und Getrennte finden sich. Dort, wo für mich nur der Kompromiss bliebe, der sich verbietet, wird Gott die Einheit schenken, davon bin ich überzeugt. Wenn wir eins sind, wird Gott nicht sagen: „Toll diskutiert!“, sondern: „Euer Glaube hat Euch geholfen.“
Dienstag, Januar 21, 2014
Für mich gibt es zwei Paar Schuhe.
[Von Bastian, der ziemlich unsicher wird, wenn er sich an dem Maßstab misst, den er hier aufstellt.]
Immer wieder wird darauf verwiesen, dass die Würdenträger der Kirche die Lehre nicht nachdrücklich und klar genug verkündigten. Dies wird als Grund für eine allgemeine Glaubenskrise genannt. Gerade habe ich es wieder auf Facebook gelesen: Die klare und verbindliche Lehre der Kirche, die im Katechismus der Katholischen Kirche niedergelegt ist, werde leider nicht von allen Bischöfen und Priestern in der gleichen Deutlichkeit in Predigt und Katechese verkündet, zuweilen sogar relativiert. Darin liege auch ein Grund für die gegenwärtige Glaubens- und Kirchenkrise.
Da ist sicherlich immer wieder etwas dran. Und ich habe durchaus nichts dagegen, Stellung zu beziehen und zu protestieren. Das tue ich selbst.
Oft jedoch mischt sich für mein Empfinden eine gute Portion Selbstgerechtigkeit dort hinein: die Bischöfe sind schuld. Man selber nicht – im Gegenteil: man prangert das sogar an und ist daher einer von den Guten. (Wieder: ich selbst inbegriffen. Leider.)
Im Paradies fragte Gott Adam, warum er gesündigt habe, und der verwies auf Eva. Eva ihrerseits verwies auf die Schlange. Rausgeflogen sind sie beide trotzdem: die Schuld anderer relativiert die eigene eben nicht.
Ich denke, es ist eine Sache, sich mit Fehlern, die man zu sehen glaubt, auseinanderzusetzen und zu diskutieren, auch hart, wenn es sein muss. Es ist jedoch eine andere Sache, diese Fehlentwicklungen als reine Angriffe von außen zu sehen und sich selbst als Opfer oder gar als einsamen Helden und Verteidiger der Wahrhaftigkeit anzusehen. Denn soviel ich mich auch gegen das „Außen“ wehre, muss ich mir doch Fragen gefallen lassen: wo war ich, als Christen gebraucht wurden, die die Lehre nicht verkünden, sondern auch leben?
Ich finde, die Kirche sollte sich entweltlichen? Prima, ich kann gleich damit anfangen. Die Kirche sollte einfach und klar sein? Da habe ich einiges vor bei mir. Und jetzt sagt der Papst, die Kirche solle arm sein? Das finde ich wirklich einleuchtend, solange es mir gut geht.
Laut Christus soll ich das Licht der Welt sein. Aber wo hat er gesagt, ich solle das dadurch sein, dass ich anderen vorwerfe, sie seien nicht hell genug?
So mischt sich bei vielen Blogbeiträgen von mir eine Portion schlechtes Gewissen hinein: wer bin ich, dass ich da irgendetwas anprangere? Die Antwort ist klar: ich bin ein Sünder, der eigentlich keinerlei Berechtigung hat. Der Balken in meinem Auge ist noch drin. Nur: das gilt wohl für jeden. Christus hat nur Sünder hier unten. Nicht, weil ich toll bin, schreibe ich, sondern weil Christus toll ist. Zumindest sollte es so sein.
Und weil es so ist, weil ich hier in einem Chor von Unfertigen, Uneinsichtigen und anderen Sündern die Stimme erhebe, sollte es mir fern sein, zu fest zu urteilen. Wir können ringen, mit uns und mit anderen, was, wie ich glaube, heute sehr nötig ist. Wir können kämpfen, wenn es um den Glauben, die Freiheit oder das Leben ungeborener geht. Aber was das Zuweisen von Schuld angeht: da gibt es für uns selbst die Beichte. Den Rest sollten wir Gott überlassen.
Immer wieder wird darauf verwiesen, dass die Würdenträger der Kirche die Lehre nicht nachdrücklich und klar genug verkündigten. Dies wird als Grund für eine allgemeine Glaubenskrise genannt. Gerade habe ich es wieder auf Facebook gelesen: Die klare und verbindliche Lehre der Kirche, die im Katechismus der Katholischen Kirche niedergelegt ist, werde leider nicht von allen Bischöfen und Priestern in der gleichen Deutlichkeit in Predigt und Katechese verkündet, zuweilen sogar relativiert. Darin liege auch ein Grund für die gegenwärtige Glaubens- und Kirchenkrise.
Da ist sicherlich immer wieder etwas dran. Und ich habe durchaus nichts dagegen, Stellung zu beziehen und zu protestieren. Das tue ich selbst.
Oft jedoch mischt sich für mein Empfinden eine gute Portion Selbstgerechtigkeit dort hinein: die Bischöfe sind schuld. Man selber nicht – im Gegenteil: man prangert das sogar an und ist daher einer von den Guten. (Wieder: ich selbst inbegriffen. Leider.)
Im Paradies fragte Gott Adam, warum er gesündigt habe, und der verwies auf Eva. Eva ihrerseits verwies auf die Schlange. Rausgeflogen sind sie beide trotzdem: die Schuld anderer relativiert die eigene eben nicht.
Ich denke, es ist eine Sache, sich mit Fehlern, die man zu sehen glaubt, auseinanderzusetzen und zu diskutieren, auch hart, wenn es sein muss. Es ist jedoch eine andere Sache, diese Fehlentwicklungen als reine Angriffe von außen zu sehen und sich selbst als Opfer oder gar als einsamen Helden und Verteidiger der Wahrhaftigkeit anzusehen. Denn soviel ich mich auch gegen das „Außen“ wehre, muss ich mir doch Fragen gefallen lassen: wo war ich, als Christen gebraucht wurden, die die Lehre nicht verkünden, sondern auch leben?
Ich finde, die Kirche sollte sich entweltlichen? Prima, ich kann gleich damit anfangen. Die Kirche sollte einfach und klar sein? Da habe ich einiges vor bei mir. Und jetzt sagt der Papst, die Kirche solle arm sein? Das finde ich wirklich einleuchtend, solange es mir gut geht.
Laut Christus soll ich das Licht der Welt sein. Aber wo hat er gesagt, ich solle das dadurch sein, dass ich anderen vorwerfe, sie seien nicht hell genug?
So mischt sich bei vielen Blogbeiträgen von mir eine Portion schlechtes Gewissen hinein: wer bin ich, dass ich da irgendetwas anprangere? Die Antwort ist klar: ich bin ein Sünder, der eigentlich keinerlei Berechtigung hat. Der Balken in meinem Auge ist noch drin. Nur: das gilt wohl für jeden. Christus hat nur Sünder hier unten. Nicht, weil ich toll bin, schreibe ich, sondern weil Christus toll ist. Zumindest sollte es so sein.
Und weil es so ist, weil ich hier in einem Chor von Unfertigen, Uneinsichtigen und anderen Sündern die Stimme erhebe, sollte es mir fern sein, zu fest zu urteilen. Wir können ringen, mit uns und mit anderen, was, wie ich glaube, heute sehr nötig ist. Wir können kämpfen, wenn es um den Glauben, die Freiheit oder das Leben ungeborener geht. Aber was das Zuweisen von Schuld angeht: da gibt es für uns selbst die Beichte. Den Rest sollten wir Gott überlassen.
Montag, Januar 20, 2014
Es gibt Dinge, die gibt’s gar nicht!
[Von Bastian]
Es gibt Dinge, die gibt’s gar nicht. Sagt man so. Was es aber mit Sicherheit nicht gibt, sind Dinge, die sich in der EU nicht fordern ließen. Um noch ein wenig mehr Schwung in das Karussell abstruser Forderungen zum Thema „Political Correctness in Daily Life“ zu bringen, hier ein paar Vorschläge. Sie ergänzen den derzeit hofierten Bereich „Kinder“. Ich traue der EU jeden einzelnen davon zu.
Es gibt Dinge, die gibt’s gar nicht. Sagt man so. Was es aber mit Sicherheit nicht gibt, sind Dinge, die sich in der EU nicht fordern ließen. Um noch ein wenig mehr Schwung in das Karussell abstruser Forderungen zum Thema „Political Correctness in Daily Life“ zu bringen, hier ein paar Vorschläge. Sie ergänzen den derzeit hofierten Bereich „Kinder“. Ich traue der EU jeden einzelnen davon zu.
- Aussagen bei der Geburt wie „Es ist ein Junge“ müssen verboten werden. Sie legen das Kind auf nicht zulässige Weise fest. Das Geschlecht soll sich das Kind später selbst aussuchen können.
- Der Klaps auf den Po, wenn das Kind nicht atmet, soll als Gewaltanwendung endlich unter Strafe gestellt werden. Stattdessen sollte nötigenfalls ein Sozialarbeiter mit dem Kind in einem ruhigen Gespräch eine Lösung finden.
- Zur Verhinderung vereinnahmende Aussagen wie „Das ist MEINE Tochter“ (ein Kind gehört niemandem!) werden Possessivpronomina zur Beschreibung von Verwandtschaftsverhältnissen verboten.
- Da kleinerwüchsige Kinder weniger Kosten verursachen als hochgewachsene, wird eine Familienumlage eingeführt. Eltern (oder wer auch immer deren Platz einnimmt) von Kindern unterhalb der offiziellen Durchschnittsgröße müssen sich beim Kauf von Kleidern den Preis der entsprechenden Normgröße mitteilen lassen und 50% der Differenz in den sogenannten „Schuhsoli“ einzahlen. Eltern (oder wer auch immer deren Platz einnimmt) großer Kinder können den Antrag auf Zuschuss stellen, wenn sie nachweisen, dass ein kleineres Kleidungsstück gleicher Art weniger gekostet hätte.
- Da Kinder nicht gefragt werden, ob sie geboren werden wollen, kann man sie nicht verpflichten, später für ihre Eltern zu zahlen. Zum Schutz der Kinder vor einer solchen Ungerechtigkeit erhalten Eltern daher für ihre Erziehungszeiten keine Rente.
- Um die Diskriminierungen zu verhindern, wird der Begriff der „Eltern“ auch auf Kinderlose ausgeweitet. Subventionen, die ausschließlich für Personen mit Kindern gelten, werden in diesem Zusammenhang auch für Kinderlose geöffnet. Auch ohne Kinder kann man verantwortungsvoll erziehen und so den Anspruch auf Erziehungsgeld sichern.
- Zur Verhinderung anerzogener sexueller Stereotype wird in der Schule für jeden Jungen ein sechsmonatiges Praktikum als Mädchen und für jedes Mädchen ein entsprechendes Praktikum als Junge obligatorisch.
- Die finanzielle Eigenständigkeit der Eltern soll gestärkt und die Abhängigkeit vom Staat vermindert werden. Eltern sollen deshalb in Zukunft das Kindergeld nicht mehr vom Staat bekommen, sondern aus dem eigenen Einkommen nehmen.
- Eltern dürfen die Schulzeugnisse von Kindern nur noch dann einsehen, wenn sie von den Kindern schriftlich dazu bevollmächtigt wurden.
Sonntag, Januar 19, 2014
Appell für eine klare Kante
[Ein Gastbeitrag von Martin D. Wind]
Ich ertrage diese seichtsanfte Verständnis-für-alles-Sprache nicht mehr.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wohlklingend-nettes Zukleistern eine Halbwertszeit hat. Und wenn die um ist, dann kracht es meistens mehr, als wenn man sich von Beginn an bei allem Respekt offen und ehrlich, ohne jegliche behutsame Verklausulierung, klar heraus und wahrhaftig die Meinung gesagt hätte.
Mann!
"... Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer (sic), werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.
Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.
Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.
...
Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.
...
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.
..."
Das ist klare Kante. Eigentlich erschreckend? Oder? Naja, vielleicht hilft´s ja!
Ich ertrage diese seichtsanfte Verständnis-für-alles-Sprache nicht mehr.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wohlklingend-nettes Zukleistern eine Halbwertszeit hat. Und wenn die um ist, dann kracht es meistens mehr, als wenn man sich von Beginn an bei allem Respekt offen und ehrlich, ohne jegliche behutsame Verklausulierung, klar heraus und wahrhaftig die Meinung gesagt hätte.
Mann!
"... Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer (sic), werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.
Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.
Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.
...
Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.
...
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.
..."
Das ist klare Kante. Eigentlich erschreckend? Oder? Naja, vielleicht hilft´s ja!
Eine Frage der Höflichkeit
[Von Bastian]
Mal eine ganz praktische Überlegung zur Frage, ob man bei Messdienerrunden, Katechetentreffen, PGR-Sitzungen, im Kirchenchor und bei sonstigen Events des Gemeindelebens beten soll (muss).
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
Im Klartext: Jesus ist da. Persönlich.
Die Idee, einen Anwesenden im Gespräch zu übergehen, möglichst noch über ihn, aber kein Wort mit ihm zu reden, ist ziemlich übel. Das wäre am Arbeitsplatz ein sicheres Zeichen von Mobbing: bitte belästige uns nicht mit zu viel von deiner Nähe.
Wenn ich Christus ernst nehme, muss ich seine Anwesenheit bei Gemeindeevents akzeptieren. Dann gebietet es allein die Höflichkeit, dass ich ihn zumindest begrüße, wenn ich mich schon in seinem Namen treffe und er also mit von der Partie ist.
Wenn ich ihn aber nicht ernst nehme – was mache ich dann in einer Gemeinde?
Mal eine ganz praktische Überlegung zur Frage, ob man bei Messdienerrunden, Katechetentreffen, PGR-Sitzungen, im Kirchenchor und bei sonstigen Events des Gemeindelebens beten soll (muss).
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
Im Klartext: Jesus ist da. Persönlich.
Die Idee, einen Anwesenden im Gespräch zu übergehen, möglichst noch über ihn, aber kein Wort mit ihm zu reden, ist ziemlich übel. Das wäre am Arbeitsplatz ein sicheres Zeichen von Mobbing: bitte belästige uns nicht mit zu viel von deiner Nähe.
Wenn ich Christus ernst nehme, muss ich seine Anwesenheit bei Gemeindeevents akzeptieren. Dann gebietet es allein die Höflichkeit, dass ich ihn zumindest begrüße, wenn ich mich schon in seinem Namen treffe und er also mit von der Partie ist.
Wenn ich ihn aber nicht ernst nehme – was mache ich dann in einer Gemeinde?
Mittwoch, Januar 08, 2014
Ich mach's wie Hitzl und oute mich.
[Von Bastian]
Nach reiflicher Überlegung und weil ich
mich nicht länger verstecken will, möchte auch ich mich hiermit öffentlich
erklären. Der Mut von Hitzl ist mir dabei eine große Hilfe: ich bin nicht
schwul, sondern heterosexuell.
Vor vielen Jahren wollte ich noch meine
Großmutter heiraten (wirklich wahr!), doch dann traf ich irgendwann meine Frau.
Ich musste lange kämpfen, bis ich es mir endlich eingestand: ja, die ist es.
Heute haben wir 4 Kinder und sind glücklich miteinander.
Ich möchte mit dieser Erklärung nicht nur
die Last von mir werfen, zu der das jahrelange Versteckspiel geworden ist,
sondern auch allen anderen Mut machen, die glücklich hetero sind und in diesem
Zustand eine Ehe führen.
Die katholische Kirche hat mir sehr dabei geholfen, mich selbst und
meine Sexualität in ihrer persönlichen Ausprägung anzunehmen und zu genießen. Ich
kann jedem, der Hilfe braucht, nur empfehlen, sich bei dieser Organisation Unterstützung
zu holen.
Auch wenn die öffentliche Meinung sich mit katholischen Ehen
schwer tut und meint, sie müsse die Sexualität eines Menschen besser kennen,
als er selbst: lasst euch davon nicht beeinflussen.
Es gibt viele von uns. Wir werden uns nicht unterkriegen lassen!
Es gibt viele von uns. Wir werden uns nicht unterkriegen lassen!
Dienstag, Januar 07, 2014
Schnell noch mal auf die Kacke hauen!
[Von Bastian]
Die EU geht wieder einmal mit Gehirnwäsche schwanger: per eigener Behörde sowie Erziehungs- und wahlweise wohl auch Strafmaßnahmen soll Toleranz fest in der Gesellschaft verankert werden. (LINK, LINK)
Damit erscheint es ratsam, schnell noch einmal loszuwerden, was man denn so alles Kacke findet, bevor man sich gesellschafts- und toleranzbildkonfiorm sowie politisch korrekt umerzogen zurückhält.
Meine spontanen Top 10:
Die EU geht wieder einmal mit Gehirnwäsche schwanger: per eigener Behörde sowie Erziehungs- und wahlweise wohl auch Strafmaßnahmen soll Toleranz fest in der Gesellschaft verankert werden. (LINK, LINK)
Damit erscheint es ratsam, schnell noch einmal loszuwerden, was man denn so alles Kacke findet, bevor man sich gesellschafts- und toleranzbildkonfiorm sowie politisch korrekt umerzogen zurückhält.
Meine spontanen Top 10:
- Abtreibung
- Familien- und Kinderfeindlichkeit
- Vergötterung der Arbeitswelt
- Beihilfe zum Suizid
- Multi ohne Kulti
- Umweltzerstörung
- Theologie unter Vorbehalt, sei er gendersprachgerecht, feministisch, basisdemokratisch oder was auch immer
- Aushöhlung des Ehebegriffs
- Vermeintliche Selbstfindung durch an völlige Vereinsamung grenzenden Individualismus
- Diskriminierung abweichender Meinungen unter dem Vorwand, sie diskriminierten, weil sie abweichen
Die Reihenfolge sagt nichts über die Wertigkeit aus. Und wenn ich da weiter drüber nachdenke, wird die Liste für ein Blog einfach zu lang...
Alles natürlich unter dem Vorbehalt, dass es sich bei den Meldungen nicht um eine Ente handelt. Es klingt doch gar zu sehr danach. Nur: ich traue der EU das ohne eine Sekunde des Zögerns zu!
In Anlehnung an George Orwell schlage ich den Namen MINITOL für die zu schaffende Behörde vor.
Liebe Initiatoren, wie kann man nur so dumm sein?
Samstag, Dezember 28, 2013
Und zum Jahresende bitte ein schlechtes Gewissen!
Zum Jahresende sind sie wieder da – die moralischen Alternativen.
Böller und Raketen? Unmoralisch. Was könnte man mit dem Geld doch alles an Gutem tun!
Stimmt, könnte man. Sicher. Das könnte man mit jedem Geld, das man für sich ausgibt. Nur: ist es das, was wir brauchen?
Ich denke, Menschen, die nicht feiern können, und sei es Sylvester, sind arme Menschen. Großzügige Menschen können auch einmal Spaß haben. Und viele haben Spaß am großen Feuerwerk. Ich auch. Würde ich spenden, indem ich mir Spaß versage – das Spenden würde mir verleidet. Am Jahresende wäre es eher weniger als mehr. Langfristig sogar mit ziemlicher Sicherheit viel weniger.
Das Verzichten ist eine gute Sache, weil es den Kopf frei macht und das Herz weit. Daraus erwächst auch Freigiebigkeit. Doch dazu ist die Fastenzeit besser geeignet als Sylvester. Wie war das doch gleich? „Wenn fasten, dann fasten und wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn.“ Das klingt doch vernünftig.
Die gedachte Alternative „Wenn fasten, dann besser wissen und wenn feiern, dann bleibenlassen“ ist zur Rettung der Welt eher ungeeignet.
Also: lasst es ab und zu krachen. Dann könnt ihr auch großzügig spenden.
[Findet Bastian]
Böller und Raketen? Unmoralisch. Was könnte man mit dem Geld doch alles an Gutem tun!
Stimmt, könnte man. Sicher. Das könnte man mit jedem Geld, das man für sich ausgibt. Nur: ist es das, was wir brauchen?
Ich denke, Menschen, die nicht feiern können, und sei es Sylvester, sind arme Menschen. Großzügige Menschen können auch einmal Spaß haben. Und viele haben Spaß am großen Feuerwerk. Ich auch. Würde ich spenden, indem ich mir Spaß versage – das Spenden würde mir verleidet. Am Jahresende wäre es eher weniger als mehr. Langfristig sogar mit ziemlicher Sicherheit viel weniger.
Das Verzichten ist eine gute Sache, weil es den Kopf frei macht und das Herz weit. Daraus erwächst auch Freigiebigkeit. Doch dazu ist die Fastenzeit besser geeignet als Sylvester. Wie war das doch gleich? „Wenn fasten, dann fasten und wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn.“ Das klingt doch vernünftig.
Die gedachte Alternative „Wenn fasten, dann besser wissen und wenn feiern, dann bleibenlassen“ ist zur Rettung der Welt eher ungeeignet.
Also: lasst es ab und zu krachen. Dann könnt ihr auch großzügig spenden.
[Findet Bastian]
Donnerstag, Dezember 26, 2013
Stephanuns-Gedanken, wieder hochgeholt
[Von Bastian]
Auch in diesem Jahr war es wieder wie üblich: Stephanus‘ Martyrium so kurz nach Weihnachten war der Stimmungskiller schlechthin.
In der schön dekorierten Kirche, direkt vor dem erleuchteten Weihnachtsbaum ein paar Meter rechts von der liebevoll aufgebauten Krippe, um die die geschnitzten Schäfchen kauern, wird zwischen zwei Weihnachtsliedern vorgelesen, wie ein heldenhafter Christ von einer Meute religiös Verstockter langsam umgebracht wird.
Der Geistliche bemüht sich in der Predigt wie immer redlich, den Kontrast verständlich zu machen. Die Auswahl an Argumenten ist übersichtlich: man dürfe nicht in der Weihnachtsromantik hängen bleiben, Leiden und Tod gehörten auch zum Leben, das Leben der frühen Christen sei nun einmal schwer und gefährlich gewesen, diese Lesung sei halt an diesem Tag, der Bericht verweise schon jetzt auf das Kreuz.
Nicht, dass ich diese Predigten schlecht fände – vor allem der letzte Punkt hat einiges, was mich ans Nachdenken bringt.
Doch hat meine Frau mich letztes Jahr mit einer Aussage zu Stephanus überrascht, die ich so noch nicht gehört hatte, die mich aber überzeugt und für die ich ihr sehr dankbar bin.
Die Lesung von Stephanus stellt keinen Kontrast zu Weihnachten dar – im Gegenteil schließt sie die Weihnachtsbotschaft erst ab.
Ein Chor von Engeln verkündet den Hirten die Geburt Christi. Die Hirten schauen in den Himmel. Dann Stephanus: Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. (Apg 7, 55-56) Der Himmel, der sich in der Heiligen Nacht über der Welt öffnete und den die Hirten im Chor der Engel offen stehen sahen, zeigt hier, dass er weiterhin offen ist.
So oft ist von der großen Demut der Hirten und dem Heldenmut des Stephanus die Rede, doch viel zu selten wird das betrachtet, was die Ursache für beides ist: der offen stehende Himmel. Der Himmel muss schon etwas faszinierendes sein, wenn die Hirten alles stehen und liegen lassen, sobald sie die Engel sehen und hören, und Stephanus sterben und vergeben kann, wenn er ihn offen stehen sieht. Das Glück, ihn wahrzunehmen, war die Kraft, die beide erfüllte. Die Lesung von Stephanus zeigt, was es tatsächlich bedeutet, dass der Himmel zu uns kam: dass er sich nach Weihnachten nicht wieder verschloss.
Weihnachten: Gott zeigt sich im Leben. Stephanus: Gott zeigt sich im Sterben.
Weihnachten: Gott ist im Anfang. Stephanus: Gott ist im Ende.
Weihnachten: Gott kommt zu den Menschen. Stephanus: Menschen kommen zu Gott.
Für uns: in unserem Anfang wie in unserem Ende zeigt sich Gott. Der Himmel ist offen. Immer und überall.
Stephanus zeigt, was Gott zu Weihnachten will: nicht nur lieblich kommen, sondern alles überwinden, was es an Dramatik im menschlichen Leben gibt, selbst den Tod. Für mich ist die Kombination von Weihnachten mit Stephanus eine der genialsten, die ich kenne.
Auch in diesem Jahr war es wieder wie üblich: Stephanus‘ Martyrium so kurz nach Weihnachten war der Stimmungskiller schlechthin.
In der schön dekorierten Kirche, direkt vor dem erleuchteten Weihnachtsbaum ein paar Meter rechts von der liebevoll aufgebauten Krippe, um die die geschnitzten Schäfchen kauern, wird zwischen zwei Weihnachtsliedern vorgelesen, wie ein heldenhafter Christ von einer Meute religiös Verstockter langsam umgebracht wird.
Der Geistliche bemüht sich in der Predigt wie immer redlich, den Kontrast verständlich zu machen. Die Auswahl an Argumenten ist übersichtlich: man dürfe nicht in der Weihnachtsromantik hängen bleiben, Leiden und Tod gehörten auch zum Leben, das Leben der frühen Christen sei nun einmal schwer und gefährlich gewesen, diese Lesung sei halt an diesem Tag, der Bericht verweise schon jetzt auf das Kreuz.
Nicht, dass ich diese Predigten schlecht fände – vor allem der letzte Punkt hat einiges, was mich ans Nachdenken bringt.
Doch hat meine Frau mich letztes Jahr mit einer Aussage zu Stephanus überrascht, die ich so noch nicht gehört hatte, die mich aber überzeugt und für die ich ihr sehr dankbar bin.
Die Lesung von Stephanus stellt keinen Kontrast zu Weihnachten dar – im Gegenteil schließt sie die Weihnachtsbotschaft erst ab.
Ein Chor von Engeln verkündet den Hirten die Geburt Christi. Die Hirten schauen in den Himmel. Dann Stephanus: Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. (Apg 7, 55-56) Der Himmel, der sich in der Heiligen Nacht über der Welt öffnete und den die Hirten im Chor der Engel offen stehen sahen, zeigt hier, dass er weiterhin offen ist.
So oft ist von der großen Demut der Hirten und dem Heldenmut des Stephanus die Rede, doch viel zu selten wird das betrachtet, was die Ursache für beides ist: der offen stehende Himmel. Der Himmel muss schon etwas faszinierendes sein, wenn die Hirten alles stehen und liegen lassen, sobald sie die Engel sehen und hören, und Stephanus sterben und vergeben kann, wenn er ihn offen stehen sieht. Das Glück, ihn wahrzunehmen, war die Kraft, die beide erfüllte. Die Lesung von Stephanus zeigt, was es tatsächlich bedeutet, dass der Himmel zu uns kam: dass er sich nach Weihnachten nicht wieder verschloss.
Weihnachten: Gott zeigt sich im Leben. Stephanus: Gott zeigt sich im Sterben.
Weihnachten: Gott ist im Anfang. Stephanus: Gott ist im Ende.
Weihnachten: Gott kommt zu den Menschen. Stephanus: Menschen kommen zu Gott.
Für uns: in unserem Anfang wie in unserem Ende zeigt sich Gott. Der Himmel ist offen. Immer und überall.
Stephanus zeigt, was Gott zu Weihnachten will: nicht nur lieblich kommen, sondern alles überwinden, was es an Dramatik im menschlichen Leben gibt, selbst den Tod. Für mich ist die Kombination von Weihnachten mit Stephanus eine der genialsten, die ich kenne.
Samstag, Dezember 21, 2013
An die werten Damen und Herren Kommentatoren
Ein Hallo an alle Kommentatoren!
[Von Bastian]
Erst einmal danken wir für jeden Kommentar, denn er zeigt uns Eure Aufmerksamkeit unseren Beiträgen gegenüber. Das freut uns.
Nun ist es, wie wohl bei jedem Blog, dass es unter den Kommentaren (selten) Beiräge gibt, die nicht freigeschaltet werden können, weil sie entweder verbale Tiefschläge versetzen oder aber aüßerst flach und feindselig sind. Häufiger sind Versuche, Diskussionen mit atheistischem Inhalt zu beginnen, die aber besser auf Plattformen geführt werden, die dafür da sind. Wir versuchen da zu unterscheiden, was als Frage oder Anregung gemeint ist, also den Faden der Blogbeiträge aufgreift, und was einfach nur Gegenwind sein soll.
In der letzten Zeit gibt es von anonymer Seite eine Menge Kommentare, die entweder ziemlich belanglos loben oder aber ebenso banal Gegenposition beziehen. Es wirkt wie ein Versuch, nachzuweisen, dass wir positive Reaktionen veröffentlichen und kritische nicht.
Dazu sei gesagt: die Banalen Gegenpositionen werden nicht freigeschaltet, weil sie unter die Rubrik "inhaltsfreier oder atheistischer Beitrag" fallen. Nicht die andere Denkweise ist das das Problem.
Wir bitten alle Kommentatoren, möglichst nicht anonym zu posten. Ein Beitrag, mit dessen Autor man sich gegebenenfalls auseinandersetzen kann, entspricht der hier gewünschten Diskussionskultur.
Vielen Dank!
[Von Bastian]
Erst einmal danken wir für jeden Kommentar, denn er zeigt uns Eure Aufmerksamkeit unseren Beiträgen gegenüber. Das freut uns.
Nun ist es, wie wohl bei jedem Blog, dass es unter den Kommentaren (selten) Beiräge gibt, die nicht freigeschaltet werden können, weil sie entweder verbale Tiefschläge versetzen oder aber aüßerst flach und feindselig sind. Häufiger sind Versuche, Diskussionen mit atheistischem Inhalt zu beginnen, die aber besser auf Plattformen geführt werden, die dafür da sind. Wir versuchen da zu unterscheiden, was als Frage oder Anregung gemeint ist, also den Faden der Blogbeiträge aufgreift, und was einfach nur Gegenwind sein soll.
In der letzten Zeit gibt es von anonymer Seite eine Menge Kommentare, die entweder ziemlich belanglos loben oder aber ebenso banal Gegenposition beziehen. Es wirkt wie ein Versuch, nachzuweisen, dass wir positive Reaktionen veröffentlichen und kritische nicht.
Dazu sei gesagt: die Banalen Gegenpositionen werden nicht freigeschaltet, weil sie unter die Rubrik "inhaltsfreier oder atheistischer Beitrag" fallen. Nicht die andere Denkweise ist das das Problem.
Wir bitten alle Kommentatoren, möglichst nicht anonym zu posten. Ein Beitrag, mit dessen Autor man sich gegebenenfalls auseinandersetzen kann, entspricht der hier gewünschten Diskussionskultur.
Vielen Dank!
Donnerstag, Dezember 19, 2013
Mensch oder Maschine? Sehr geehrte Frau Ministerin Schwesig,
was unterscheidet einen Menschen von einer Maschine? Wann handelt ein Mensch wie eine Maschine?
Der Unterschied ist die Beziehung, die der Mensch zu dem hat, was er tut, und die der Maschine fehlt. Wie eine Maschine handelt ein Mensch, wenn er etwas abwickelt, ohne wirklich involviert zu sein. Als Mensch maschinell zu handeln, ist unmenschlich.
Ich bin daher vollkommen auf Ihrer Seite, wenn Sie feststellen, Frauen dürften nicht die Gebärmaschinen der Nation sein. Es gäbe wenig, was menschenunwürdiger ist, für Frau und Kind. Frauen nur als Kinderlieferantinnen zu nehmen ist ebenso unmenschlich wie in Kindern nur Zukunftsgaranten zu sehen. Ich denke, soweit sind wir uns einig.
Nun haben Sie, Frau Ministerin, da möglicherweise ein systemimmanentes Problem: auch in Ihrer Amtszeit wird jedes einzelne Kind von einer Frau geboren werden, oder es wird nicht geboren werden. Damit sind Sie gefordert, denn es fällt in Ihr Ressort, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass Frauen Kinder bekommen können, ohne zu Gebärmaschinen zu werden.
Grundsätzlich bleibt Ihnen wenig Auswahl. Entweder Sie wehren sich gegen die biologische Tatsache, dass nur Frauen die Kinder bekommen (woran wir Männer ausnahmsweise unschuldig sind) – dann kämpfen Sie mit viel Empörung einen aussichtslosen Kampf. Oder Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Frauen gerne Kinder kriegen – dass lösen sich große Teile des Problems von selbst auf. Was dann an Schwierigkeiten übrig bleibt, wäre genau das, was auf die Agenda einer guten Familienministerin gehört.
Nun beobachte ich, dass die Politik für Frauen eine Lebensbild entwirft (Anm.: können die das nicht selbst?), in dem die Frau als möglichst unbehinderte Arbeitskraft dasteht. Und das Kinder als das größte Hindernis ausgemacht werden, das Frauen zu überwinden haben. Folglich laufen nahezu alle politischen Maßnahmen darauf hinaus, Frauen und Kinder möglichst schnell zu trennen. Damit wird zugleich für eine innere Distanzierung der Frau von ihren Kindern geworben, indem das kinderlose Leben als Ziel hingestellt wird. Denn Frauen werden laut Politik nur glücklich, wenn sie voll arbeiten und sich darauf konzentrieren. (Wieder meine Frage: wissen die das nicht selbst besser?)
Innere Distanz und schnelle räumliche Trennung sind jedoch Maßnahmen, die die Beziehung zwischen Mutter und Kind schwächen. Sie sind damit bestens geeignet, das Gebären von Kindern abzuwerten und in die Nähe eines maschinengleichen Vorgangs zu rücken. Je mehr Sie Ihre Aufgabe darin sehen, Kinder aus den Familien herauszuholen, desto mehr degradieren Sie Frauen zu Gebärmaschinen. Und so sehe ich es mit Sorge, dass Sie, Frau Ministerin, für eine Politik eintreten, die Familien das Leben schwer macht (es sei denn, man versteht unter Familie, dass beide Eltern voll arbeiten, die Kinder von anderen betreut werden und man sich am Abend für kurze Zeit sieht, wenn der Schichtplan es zulässt). Dass Sie Lebensentwürfe bewerten und sanktionieren, indem Sie Frauen vorschreiben, wie sie sich zu verstehen haben (wobei das weder ihre Aufgabe ist, noch Ihre Kompetenz fällt und zudem ihre demokratische Legitimation weit übersteigt).
Ich bitte Sie daher, Familien die gleiche Unterstützung zukommen zu lassen, gleich ob man sofort wieder arbeitet oder erst einmal einige Jahre zuhause bleibt. Lassen Sie den Müttern und Vätern wirklich die Wahl.
Schaffen Sie bitte nicht vorab Rahmenbedingungen und nehmen Sie nicht vorab Bewertungen vor, die letztlich Manipulation und Nötigung zu einem bestimmten Lebensweg sind.
Zuletzt noch meine Rechtfertigung, wie ich als Mann dazu komme, über dieses Thema zu schreiben: Wenn ich bemerke, dass meine Frau zur Gebärmaschine abgestempelt wird, werde nebenbei ich zur Zeugungsmaschine. Und, Frau Ministerin: das passt mir nicht!
Mit freundlichen Grüßen
Der Unterschied ist die Beziehung, die der Mensch zu dem hat, was er tut, und die der Maschine fehlt. Wie eine Maschine handelt ein Mensch, wenn er etwas abwickelt, ohne wirklich involviert zu sein. Als Mensch maschinell zu handeln, ist unmenschlich.
Ich bin daher vollkommen auf Ihrer Seite, wenn Sie feststellen, Frauen dürften nicht die Gebärmaschinen der Nation sein. Es gäbe wenig, was menschenunwürdiger ist, für Frau und Kind. Frauen nur als Kinderlieferantinnen zu nehmen ist ebenso unmenschlich wie in Kindern nur Zukunftsgaranten zu sehen. Ich denke, soweit sind wir uns einig.
Nun haben Sie, Frau Ministerin, da möglicherweise ein systemimmanentes Problem: auch in Ihrer Amtszeit wird jedes einzelne Kind von einer Frau geboren werden, oder es wird nicht geboren werden. Damit sind Sie gefordert, denn es fällt in Ihr Ressort, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass Frauen Kinder bekommen können, ohne zu Gebärmaschinen zu werden.
Grundsätzlich bleibt Ihnen wenig Auswahl. Entweder Sie wehren sich gegen die biologische Tatsache, dass nur Frauen die Kinder bekommen (woran wir Männer ausnahmsweise unschuldig sind) – dann kämpfen Sie mit viel Empörung einen aussichtslosen Kampf. Oder Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Frauen gerne Kinder kriegen – dass lösen sich große Teile des Problems von selbst auf. Was dann an Schwierigkeiten übrig bleibt, wäre genau das, was auf die Agenda einer guten Familienministerin gehört.
Nun beobachte ich, dass die Politik für Frauen eine Lebensbild entwirft (Anm.: können die das nicht selbst?), in dem die Frau als möglichst unbehinderte Arbeitskraft dasteht. Und das Kinder als das größte Hindernis ausgemacht werden, das Frauen zu überwinden haben. Folglich laufen nahezu alle politischen Maßnahmen darauf hinaus, Frauen und Kinder möglichst schnell zu trennen. Damit wird zugleich für eine innere Distanzierung der Frau von ihren Kindern geworben, indem das kinderlose Leben als Ziel hingestellt wird. Denn Frauen werden laut Politik nur glücklich, wenn sie voll arbeiten und sich darauf konzentrieren. (Wieder meine Frage: wissen die das nicht selbst besser?)
Innere Distanz und schnelle räumliche Trennung sind jedoch Maßnahmen, die die Beziehung zwischen Mutter und Kind schwächen. Sie sind damit bestens geeignet, das Gebären von Kindern abzuwerten und in die Nähe eines maschinengleichen Vorgangs zu rücken. Je mehr Sie Ihre Aufgabe darin sehen, Kinder aus den Familien herauszuholen, desto mehr degradieren Sie Frauen zu Gebärmaschinen. Und so sehe ich es mit Sorge, dass Sie, Frau Ministerin, für eine Politik eintreten, die Familien das Leben schwer macht (es sei denn, man versteht unter Familie, dass beide Eltern voll arbeiten, die Kinder von anderen betreut werden und man sich am Abend für kurze Zeit sieht, wenn der Schichtplan es zulässt). Dass Sie Lebensentwürfe bewerten und sanktionieren, indem Sie Frauen vorschreiben, wie sie sich zu verstehen haben (wobei das weder ihre Aufgabe ist, noch Ihre Kompetenz fällt und zudem ihre demokratische Legitimation weit übersteigt).
Ich bitte Sie daher, Familien die gleiche Unterstützung zukommen zu lassen, gleich ob man sofort wieder arbeitet oder erst einmal einige Jahre zuhause bleibt. Lassen Sie den Müttern und Vätern wirklich die Wahl.
Schaffen Sie bitte nicht vorab Rahmenbedingungen und nehmen Sie nicht vorab Bewertungen vor, die letztlich Manipulation und Nötigung zu einem bestimmten Lebensweg sind.
Zuletzt noch meine Rechtfertigung, wie ich als Mann dazu komme, über dieses Thema zu schreiben: Wenn ich bemerke, dass meine Frau zur Gebärmaschine abgestempelt wird, werde nebenbei ich zur Zeugungsmaschine. Und, Frau Ministerin: das passt mir nicht!
Mit freundlichen Grüßen
Dienstag, Dezember 17, 2013
ZDK fordert Änderung der Zahl PI
[Von Bastian]
Das ZDK fordert, die Kommastellen der Zahl PI auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen. Eine Zahl, die niemand ausrechnen könne, sei letztlich sinnlos und entspreche nicht der tatsächlichen Lebenssituation der Menschen. "Umfragen und Studien haben ergeben, dass selbst hochkarätige Mathematiker die Zahl abkürzen" wird das ZDK zitiert. "Schülern ist heutzutage die Vorstellung unendlich vieler Stellen nicht mehr zu vermitteln. Auch mit gerundeten Zahlen ist verantwortungsvolles Rechnen möglich. Vor dieser gängigen Praxis können wir die Augen nicht verschließen!"
Betont wurde die Wichtigkeit, angesichts Pisa-Ergebnisse gerade bei komplexen Gleichungen mit den Menschen der ganz normalen Bevölkerung in einen ergebnisoffenen Dialog auf Augenhöhe einzutreten. Anders sei Mathematik heute nicht mehr zu vermitteln. Das dogmatische Festhalten an etwas, das letztlich niemand nachvollziehen könne, stehe einem zeitgemäßen Verständnis von Mathematik entgegen.
Es ist für das ZDK an der Zeit, in Berechnungen nicht so sehr auf Richtigkeit zu achten, als vielmehr auf den freudigen Umgang mit Zahlen an sich, der die Grundlage allen Rechnens sei.
Man habe Verständnis dafür, dass es Zeit brauche, etwas zu ändern, das so alt sei wie mathematische Gesetze. Das sei jedoch kein Grund, die Probleme nicht anzugehen. Ein erster Schritt könne sein, in Motoren künftig neben Kugellagern auch Würfellager einzubauen.
(Ja, das meine ich wirklich: angesichts der Umfrageergebnisse zur Sexuallehre der Kirche die Lehre zu ändern ist etwa so sinnvoll, wie angesichts der Pisa-Studien die Mathematik zu modifizieren.)
Das ZDK fordert, die Kommastellen der Zahl PI auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen. Eine Zahl, die niemand ausrechnen könne, sei letztlich sinnlos und entspreche nicht der tatsächlichen Lebenssituation der Menschen. "Umfragen und Studien haben ergeben, dass selbst hochkarätige Mathematiker die Zahl abkürzen" wird das ZDK zitiert. "Schülern ist heutzutage die Vorstellung unendlich vieler Stellen nicht mehr zu vermitteln. Auch mit gerundeten Zahlen ist verantwortungsvolles Rechnen möglich. Vor dieser gängigen Praxis können wir die Augen nicht verschließen!"
Betont wurde die Wichtigkeit, angesichts Pisa-Ergebnisse gerade bei komplexen Gleichungen mit den Menschen der ganz normalen Bevölkerung in einen ergebnisoffenen Dialog auf Augenhöhe einzutreten. Anders sei Mathematik heute nicht mehr zu vermitteln. Das dogmatische Festhalten an etwas, das letztlich niemand nachvollziehen könne, stehe einem zeitgemäßen Verständnis von Mathematik entgegen.
Es ist für das ZDK an der Zeit, in Berechnungen nicht so sehr auf Richtigkeit zu achten, als vielmehr auf den freudigen Umgang mit Zahlen an sich, der die Grundlage allen Rechnens sei.
Man habe Verständnis dafür, dass es Zeit brauche, etwas zu ändern, das so alt sei wie mathematische Gesetze. Das sei jedoch kein Grund, die Probleme nicht anzugehen. Ein erster Schritt könne sein, in Motoren künftig neben Kugellagern auch Würfellager einzubauen.
(Ja, das meine ich wirklich: angesichts der Umfrageergebnisse zur Sexuallehre der Kirche die Lehre zu ändern ist etwa so sinnvoll, wie angesichts der Pisa-Studien die Mathematik zu modifizieren.)
Montag, Dezember 16, 2013
Klar! Oder?
[Von Bastian]
"Eytan Reif von der Initiative „Religion ist Privatsache“ hat nun angekündigt, per Antrag Auskunft darüber zu verlangen, wie groß der Anteil an christlichen Schülern ist." (LINK)
Äh - was? Einmischung in Privatangelegenheiten?
Noch deutlicher kann man es gar nicht machen: dass man sich selbst nicht glaubt.
Die Rasterfahndung ist problematisch, weil sie auch Leute erfasst, gegen die gar kein Verdacht vorliegt. Dieses System setzt noch einen drauf. Jeder, gegen den nichts vorliegt, ist gerade deshalb verdächtig.
Die Logische Kette:
"Eytan Reif von der Initiative „Religion ist Privatsache“ hat nun angekündigt, per Antrag Auskunft darüber zu verlangen, wie groß der Anteil an christlichen Schülern ist." (LINK)
Äh - was? Einmischung in Privatangelegenheiten?
Noch deutlicher kann man es gar nicht machen: dass man sich selbst nicht glaubt.
Die Rasterfahndung ist problematisch, weil sie auch Leute erfasst, gegen die gar kein Verdacht vorliegt. Dieses System setzt noch einen drauf. Jeder, gegen den nichts vorliegt, ist gerade deshalb verdächtig.
Die Logische Kette:
- Euer Privatleben geht mich nichts an.
- Weil es mich nichts angeht, will ich es nicht hören.
- Damit ich es nicht hören kann, müsst ihr darüber schweigen.
- Damit ich auch sicher nichts Privates höre, muss ich sicher sein, dass Ihr über das Richtige schweigt.
- Damit ich sicher sein kann, muss ich wissen, worum es da geht.
- Also erzählt mir mal, was mich nichts angeht, damit ich weiß, was ich nicht wissen will
Klar Mensch! Sicher doch. Dass ich das nicht vorher kapiert habe!
Dienstag, Dezember 10, 2013
Heiliger Geist – Taube oder schräger Vogel?
[Von Bastian]
Der Geist weht bekanntlich, wo er will.
Jahrhundertelang hat er uns damit herausgefordert: kein menschengemachtes Konzept war möglich, das er nicht irgendwann gesprengt oder verlassen hätte, wenn es nicht sprengbar war. Die Botschaft war und ist immer: Gott ist größer, Gott ist anders. Der Geist ist frei und macht frei. Er reißt persönliche Grenzen ein, lockt aus dem Gewohnten heraus ins Dynamische. Der Geist schafft Frieden. Er erweitert den Blickwinkel und verhindert so eine verknöcherte Selbstbezogenheit, aus der Konflikte entstehen. Der Geist ist sanft, denn er macht keinen Druck, sondern führt in die Weite. Die Taube ist ein schönes Bild für ihn: der friedliche Vogel, der sich überall niederlassen kann.
Wer ihm zu folgen versucht, erlebt: das ist anstrengend, denn der Geist hat Tempo drauf! Zumindest mir geht das so. Tauben gehören zu den sehr schnellen Fliegern. Ständig wird man von ihm korrigiert und gewandelt – nicht als Vorwurf, sondern als persönliche Entwicklung. Denn der Geist ist bei jedem ganz persönlich.
Auch das ist das Wesen des Geistes: er ist uns voraus. Dabei ist der größte Kampf der, unsere Vorstellungen vom richtigen Lebensweg loszulassen. Wir sind ihm am nächsten, wenn wir uns klar sind, dass er Gott ist, dass er der Herr ist und dass er größer ist. Wenn wir über uns hinauswachsen können, weil er uns dazu befähigt.
Für mich ist das essentiell: der Geist stellt MICH in Frage. Immer. Denn nur, wenn ich ihm meine Grenzen anvertraue, kann ich ihm folgen. Und auch Grenzen habe ich immer.
Da ich noch keinen grenzenlosen Menschen kennengelernt habe, misstraue ich jedem, der die Sache umkehrt. Der nicht dem Geist folgt, sondern ihn im Gegenteil für sich in Anspruch nimmt. Es ist eine billige Methode, die eigenen Gedanken zum Wirken des Geistes zu erklären, weil andere durch sie herausgefordert werden. Der Geist ist Gott sei Dank kein Vogel, der persönlichen schrägen Gedanken Flügel verleiht.
Es ist eine Sache, dem Geist zu folgen und andere mit ihm bekannt zu machen, oder besser: das zu versuchen. Es ist eine andere Sache, andere aufzufordern, mir zu folgen, weil ich angeblich den Heiligen Geist habe. Das erste führt in die Freiheit, das andere in die Abhängigkeit. Bei Forderungen im Namen des Geistes geht bei mir die Warnlampe an. Dort wird nicht in die Weite geführt, sondern Druck aufgebaut. Das mag erst einmal wirken, doch irgendwann merkt man, dass der Geist weht, wo er will.
Das Gebet mag gegenüber der Forderung schwach aussehen, aber der Adressat ist stärker: das Gebet geht zu Gott, die Forderung an die Menschen. Eine Gebetsinitiative mag klein wirken gegen geplante mediale Meinungsmache, doch sie ist stärker, weil Gott stärker ist. Der Beter vertraut sich Gott an und kann nehmen, was er von ihm bekommt, denn er weiß sich geborgen. Er ist dem Forderer, der nur eine (seine) Richtung kennt, weit überlegen.
Der Geist weht bekanntlich, wo er will.
Jahrhundertelang hat er uns damit herausgefordert: kein menschengemachtes Konzept war möglich, das er nicht irgendwann gesprengt oder verlassen hätte, wenn es nicht sprengbar war. Die Botschaft war und ist immer: Gott ist größer, Gott ist anders. Der Geist ist frei und macht frei. Er reißt persönliche Grenzen ein, lockt aus dem Gewohnten heraus ins Dynamische. Der Geist schafft Frieden. Er erweitert den Blickwinkel und verhindert so eine verknöcherte Selbstbezogenheit, aus der Konflikte entstehen. Der Geist ist sanft, denn er macht keinen Druck, sondern führt in die Weite. Die Taube ist ein schönes Bild für ihn: der friedliche Vogel, der sich überall niederlassen kann.
Wer ihm zu folgen versucht, erlebt: das ist anstrengend, denn der Geist hat Tempo drauf! Zumindest mir geht das so. Tauben gehören zu den sehr schnellen Fliegern. Ständig wird man von ihm korrigiert und gewandelt – nicht als Vorwurf, sondern als persönliche Entwicklung. Denn der Geist ist bei jedem ganz persönlich.
Auch das ist das Wesen des Geistes: er ist uns voraus. Dabei ist der größte Kampf der, unsere Vorstellungen vom richtigen Lebensweg loszulassen. Wir sind ihm am nächsten, wenn wir uns klar sind, dass er Gott ist, dass er der Herr ist und dass er größer ist. Wenn wir über uns hinauswachsen können, weil er uns dazu befähigt.
Für mich ist das essentiell: der Geist stellt MICH in Frage. Immer. Denn nur, wenn ich ihm meine Grenzen anvertraue, kann ich ihm folgen. Und auch Grenzen habe ich immer.
Da ich noch keinen grenzenlosen Menschen kennengelernt habe, misstraue ich jedem, der die Sache umkehrt. Der nicht dem Geist folgt, sondern ihn im Gegenteil für sich in Anspruch nimmt. Es ist eine billige Methode, die eigenen Gedanken zum Wirken des Geistes zu erklären, weil andere durch sie herausgefordert werden. Der Geist ist Gott sei Dank kein Vogel, der persönlichen schrägen Gedanken Flügel verleiht.
Es ist eine Sache, dem Geist zu folgen und andere mit ihm bekannt zu machen, oder besser: das zu versuchen. Es ist eine andere Sache, andere aufzufordern, mir zu folgen, weil ich angeblich den Heiligen Geist habe. Das erste führt in die Freiheit, das andere in die Abhängigkeit. Bei Forderungen im Namen des Geistes geht bei mir die Warnlampe an. Dort wird nicht in die Weite geführt, sondern Druck aufgebaut. Das mag erst einmal wirken, doch irgendwann merkt man, dass der Geist weht, wo er will.
Das Gebet mag gegenüber der Forderung schwach aussehen, aber der Adressat ist stärker: das Gebet geht zu Gott, die Forderung an die Menschen. Eine Gebetsinitiative mag klein wirken gegen geplante mediale Meinungsmache, doch sie ist stärker, weil Gott stärker ist. Der Beter vertraut sich Gott an und kann nehmen, was er von ihm bekommt, denn er weiß sich geborgen. Er ist dem Forderer, der nur eine (seine) Richtung kennt, weit überlegen.
Samstag, Dezember 07, 2013
Kultur der Offenheit
(Peter Esser) Update Kölner Kircheninitiative: Ich habe von der Kölner Kircheninitiative ein anonymes Standardschreiben auf meine Anfrage nach dem Grund meiner Sperrung erhalten – meine eigene E-Mail war mit vollständigem Namen, Telefonnummer und Adresse versehen. Das sind ja schon Kommunikationskünstler. (Hilfreich war das Schreiben nicht.)
Hintergrund: Ich bin einer der auf der Facebookpräsenz der Kölner Initiative blockierten Facebook-User.
Hintergrund: Ich bin einer der auf der Facebookpräsenz der Kölner Initiative blockierten Facebook-User.
Freitag, Dezember 06, 2013
Filosofie der Kircheninitiative
- Freiheit ist die Freiheit der Andersdenkenden. Die Andersdenkenden sind wir.
- Wir fordern Mitsprache! Bitte alle mitsprechen: „Wir fordern Mitsprache!“. Wer anders denkt, soll sich bitte heraushalten, denn das Thema ist uns wichtig.
- Es kann nicht sein, dass andere für uns den neuen Kölner Bischof wählen. Wir wollen mitentscheiden! Natürlich kann nicht jedes einzelne Gemeindemitglied mitwählen, deswegen wollen wir das für euch tun.
- Wir wollen eine neue Kirche. Wir lehren nicht, was man glauben soll, sondern worüber man sich empören muss.
- Vox populi – vox dei: Der Wille des Volkes und der Wille Gottes sind für uns identisch. Den Willen des Volkes geben wir mit unserer Kampagne vor.
- Da Gottes Wille der Wille des Volkes ist, ist Geborgenheit im Mainstream für uns die Erlösung. „Im Mainstream dieser Erde gibt es viele Wohnungen“. Außerhalb des Mainstreams zu stehen ist für uns die Hölle. Menschen in der Hölle sind für uns als erlöste Christen natürlich keine wirklichen Gesprächspartner.
- Eine Zensur von Andersdenkenden darf in der Kirche nicht stattfinden! Weil wir die Andersdenkenden sind, ist es Zensur, wenn man uns angreift. Daher löschen wir auf facebook gnadenlos allzu kritische Kommentare: wir lassen uns nicht zensieren!
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