[Von Bastian]
Der Papst ist die viertmächtigste Person der Welt. (LINK)
Und das als Chef einer Firma, die sich gerade entweltlicht! Oder vielleicht gerade deshalb?
Wie dem auch sei: er ist nur Stellvertreter. Wenn die von der Forbes-Liste wüssten, wie mächtig erst der richtige Chef mit seinen himmlischen Vasallen ist!
Wie sähe sie denn aus, die wahre Liste derer, die wirklich Einfluss haben, der Engel und Heiligen, mit Gott selbst an der Spitze, gefolgt von Maria und diversen Thronen, Mächten und Erzengeln? Der erste Mensch stünde ca. auf Platz 239.697.239.701, und es wäre nicht Obama.
Diese wahre Macht wird von der Welt einfach nicht berücksichtigt. Und wir wundern uns, dass Politik so gehaltlos ist?!
Mittwoch, Oktober 30, 2013
Dienstag, Oktober 29, 2013
Mir fehlen die Worte!
[Von Bastian]
Nein, ganz im Ernst: mir fehlen Worte. Und zwar in gut-christlich-katholischem Zusammenhang.
Da ist ein Typ, der ernsthaft denkt, es drehe sich alles um ihn. Der bemerkt, dass er die Welt nicht geschaffen hat, doch anstatt dem Schöpfer zu danken, dankt er sich selbst dafür, dass er ihren Mittelpunkt so grandios ausfüllt. Er ist stolz.
Und da ist ein Typ, der mit viel Aufwand, Mühe und Arbeit sein erstes Studienreferat fertiggestellt hat und – wer hätte es erwartet: es ist eine glatte Zwei. Er ist – ja, was ist er? Spontan würde man sagen: stolz. Doch damit wäre nicht die Sünde gemeint, sondern ein angemessenes Gefühl der Freude und Zufriedenheit mit sich und der eigenen Leistung.
Für diesen guten und richtigen „Stolz“ gibt es kein angemessenes Wort. Und da kein normaler Mensch (ausgenommen Politiker, wobei sich die Frage stellt, ob viele von ihnen noch normal… aber lassen wir das), also weil kein normaler Mensch sagen würde „Ich empfinde ein angemessenes Gefühl der Selbstzufriedenheit und Freude über meine erbrachte Leistung“, sagt er eben: „Ich bin stolz darauf!“ Und er begibt sich damit in einen verbalen Bereich, der großenteils negativ besetzt ist, und das zu Recht.
Ich erlebe es bei der Kindererziehung: die Grenze ist nicht leicht zu kriegen. Wie erklärt man einem Kind, dass es stolz auf sich sein soll, aber sich vor Stolz hüten muss? Selbst dieser Unterschied zwischen Adjektiv und Substantiv trifft es nicht richtig. Zudem wäre es fragwürdig, wenn grammatikalische Kenntnisse die Voraussetzung zum Vermeiden einer Sünde wären.
(Persönliche Anmerkung: es gibt allerdings Folgen grammatikalischer Unkenntnis, die ich durchaus als Sünde empfinde, aber das nur am Rande.)
Stolz ist ungleich Stolz. Da fehlt uns ein Wort.
Oder fehlt es nur mir? Wer kann helfen?
Nein, ganz im Ernst: mir fehlen Worte. Und zwar in gut-christlich-katholischem Zusammenhang.
Da ist ein Typ, der ernsthaft denkt, es drehe sich alles um ihn. Der bemerkt, dass er die Welt nicht geschaffen hat, doch anstatt dem Schöpfer zu danken, dankt er sich selbst dafür, dass er ihren Mittelpunkt so grandios ausfüllt. Er ist stolz.
Und da ist ein Typ, der mit viel Aufwand, Mühe und Arbeit sein erstes Studienreferat fertiggestellt hat und – wer hätte es erwartet: es ist eine glatte Zwei. Er ist – ja, was ist er? Spontan würde man sagen: stolz. Doch damit wäre nicht die Sünde gemeint, sondern ein angemessenes Gefühl der Freude und Zufriedenheit mit sich und der eigenen Leistung.
Für diesen guten und richtigen „Stolz“ gibt es kein angemessenes Wort. Und da kein normaler Mensch (ausgenommen Politiker, wobei sich die Frage stellt, ob viele von ihnen noch normal… aber lassen wir das), also weil kein normaler Mensch sagen würde „Ich empfinde ein angemessenes Gefühl der Selbstzufriedenheit und Freude über meine erbrachte Leistung“, sagt er eben: „Ich bin stolz darauf!“ Und er begibt sich damit in einen verbalen Bereich, der großenteils negativ besetzt ist, und das zu Recht.
Ich erlebe es bei der Kindererziehung: die Grenze ist nicht leicht zu kriegen. Wie erklärt man einem Kind, dass es stolz auf sich sein soll, aber sich vor Stolz hüten muss? Selbst dieser Unterschied zwischen Adjektiv und Substantiv trifft es nicht richtig. Zudem wäre es fragwürdig, wenn grammatikalische Kenntnisse die Voraussetzung zum Vermeiden einer Sünde wären.
(Persönliche Anmerkung: es gibt allerdings Folgen grammatikalischer Unkenntnis, die ich durchaus als Sünde empfinde, aber das nur am Rande.)
Stolz ist ungleich Stolz. Da fehlt uns ein Wort.
Oder fehlt es nur mir? Wer kann helfen?
Samstag, Oktober 26, 2013
Kleines anonymes Zeugnis
[Anonymus]
(Zum vorherigen Blogeintrag erreichte mich privat der folgende Text. Da er mich als persönliches Zeugnis berührt, fragte ich nach, ob ich ihn anonym bloggen dürfe. Ich erhielt die Erlaubnis.
Bastian)
Zum Thema Form in der Kirche kann ich diese Gedanken beisteuern.
Ich habe auch erst in letzter Zeit gelernt, wie unsinnig es ist, zu sagen: Ich kann an Gott denken, ohne in den Gottesdienst zu gehen und irgendwelche Forme(l)n einzuhalten usw. Früher habe ich eher den Gottesdienst als formalistisch empfunden. Natürlich waren in meinem Denken, wenn auch teilweise unbewusst, nur die anderen die Formalisten - ich nicht. Gerade ich saß aber oft mit einer inneren Abwehrhaltung oder völligen Unberührtheit im Gottesdienst.
Ich habe lange nicht darüber nachgedacht, dass das nicht passt. (Und ich zumindest habe auch nicht außerhalb der Kirche dann die Beziehung mit Jesus gepflegt.) Die Form der Messe ist ja gerade dazu da, sich davon ergreifen zu lassen, bietet einen Rahmen an, in dem man versuchen kann, Gott nahe zu kommen. Sicher, manche können das auch ohne diesen Rahmen. Aber nie hätte ich gedacht, dass mir dieser Rahmen mal wichtig werden könnte.
Ich glaube immer noch nicht, dass für Gott die äußere Form am wichtigsten ist, die innere Haltung muss wichtiger sein, schließlich haben sich auch manche Ausdrucksformen im Laufe der Jahrhunderte geändert. Aber dass durch die Form auch eine gewisse innere Haltung begünstigt, unterstützt werden kann, und dass umgekehrt Formlosigkeit nicht automatisch eine ideale innere Haltung bewirkt ... das glaube ich "gelernt" zu haben. Von einem Priester, bei dem sich die Form und die spürbare innere Haltung in idealer Weise ergänzt haben, der diese Formen nicht als Zwang, sondern aus einer enormen inneren Freiheit und aus Liebe zu Gott gepflegt hat (ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist, habe das eher immer als Widerspruch empfunden). Und seine Begründung dafür war immer, dass sonst leicht die Gefahr besteht, dass man sich selbst zum Maßstab macht, - was ja auch bei vielen "Gottesdienstgestaltern" zuzutreffen scheint - die eigene Kreativität, ja manchmal der eigene "Auftritt" im Gottesdienst wird dann wichtiger als das, worum es Gottesdienst in erster Linie geht, die Begegnung mit Gott. Und da sind wir wieder beim vorherigen Beitrag...
(Zum vorherigen Blogeintrag erreichte mich privat der folgende Text. Da er mich als persönliches Zeugnis berührt, fragte ich nach, ob ich ihn anonym bloggen dürfe. Ich erhielt die Erlaubnis.
Bastian)
Zum Thema Form in der Kirche kann ich diese Gedanken beisteuern.
Ich habe auch erst in letzter Zeit gelernt, wie unsinnig es ist, zu sagen: Ich kann an Gott denken, ohne in den Gottesdienst zu gehen und irgendwelche Forme(l)n einzuhalten usw. Früher habe ich eher den Gottesdienst als formalistisch empfunden. Natürlich waren in meinem Denken, wenn auch teilweise unbewusst, nur die anderen die Formalisten - ich nicht. Gerade ich saß aber oft mit einer inneren Abwehrhaltung oder völligen Unberührtheit im Gottesdienst.
Ich habe lange nicht darüber nachgedacht, dass das nicht passt. (Und ich zumindest habe auch nicht außerhalb der Kirche dann die Beziehung mit Jesus gepflegt.) Die Form der Messe ist ja gerade dazu da, sich davon ergreifen zu lassen, bietet einen Rahmen an, in dem man versuchen kann, Gott nahe zu kommen. Sicher, manche können das auch ohne diesen Rahmen. Aber nie hätte ich gedacht, dass mir dieser Rahmen mal wichtig werden könnte.
Ich glaube immer noch nicht, dass für Gott die äußere Form am wichtigsten ist, die innere Haltung muss wichtiger sein, schließlich haben sich auch manche Ausdrucksformen im Laufe der Jahrhunderte geändert. Aber dass durch die Form auch eine gewisse innere Haltung begünstigt, unterstützt werden kann, und dass umgekehrt Formlosigkeit nicht automatisch eine ideale innere Haltung bewirkt ... das glaube ich "gelernt" zu haben. Von einem Priester, bei dem sich die Form und die spürbare innere Haltung in idealer Weise ergänzt haben, der diese Formen nicht als Zwang, sondern aus einer enormen inneren Freiheit und aus Liebe zu Gott gepflegt hat (ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist, habe das eher immer als Widerspruch empfunden). Und seine Begründung dafür war immer, dass sonst leicht die Gefahr besteht, dass man sich selbst zum Maßstab macht, - was ja auch bei vielen "Gottesdienstgestaltern" zuzutreffen scheint - die eigene Kreativität, ja manchmal der eigene "Auftritt" im Gottesdienst wird dann wichtiger als das, worum es Gottesdienst in erster Linie geht, die Begegnung mit Gott. Und da sind wir wieder beim vorherigen Beitrag...
Freitag, Oktober 25, 2013
Gedanken zu einer Schriftstelle
[Von Bastian]
Vor ein paar Tagen gab es wieder eine meiner Lieblingslesungen: die Schlacht gegen Amalek.
Als Amalek kam und in Refidim den Kampf mit Israel suchte, sagte Mose zu Josua: Wähl uns Männer aus und zieh in den Kampf gegen Amalek! Ich selbst werde mich morgen auf den Gipfel des Hügels stellen und den Gottesstab mitnehmen. Josua tat, was ihm Mose aufgetragen hatte, und kämpfte gegen Amalek, während Mose, Aaron und Hur auf den Gipfel des Hügels stiegen. Solange Mose seine Hand erhoben hielt, war Israel stärker; sooft er aber die Hand sinken ließ, war Amalek stärker. Als dem Mose die Hände schwer wurden, holten sie einen Steinbrocken, schoben ihn unter Mose und er setzte sich darauf. Aaron und Hur stützten seine Arme, der eine rechts, der andere links, sodass seine Hände erhoben blieben, bis die Sonne unterging. So besiegte Josua mit scharfem Schwert Amalek und sein Heer.
(2.Mose 17,8-13)
Die nachfolgenden Gedanken hierzu sind rein privat und haben keinerlei Anspruch auf theologische Richtigkeit.
Ich mag diesen Text, weil er mir erklärt, wie ich Formen und ihre Einhaltung in der Kirche verstehen kann.
Einmal geht es natürlich um die Rolle Gottes in den Herausforderungen des Lebens: solange er angebetet wird, solange man die Hände zu ihm erhebt, ist man gesegnet. Ganz praktisch gesegnet: der Erfolg, hier in der Schlacht, ist konkret von Gott abhängig.
Dann geht es um das Thema Feind. Der Feind der Freunde Gottes ist das Böse. Nicht, das somit alle Amlekiter als böse gekennzeichnet wären! Doch der Kampf, dem sich Gottes Volk stellen muss und den es sich nicht selbst gesucht hat, ist existentiell. Ein Bild für die Begegnung mit dem Bösen, wie jeder es kennt und erlebt: der tägliche Kampf mit dem eigentlich übermächtigen Gegner. Das Böse wurde von Christus am Kreuz besiegt. Die ausgebreiteten Arme des Mose sind ein Vorblick auf die ausgebreiteten Arme Gottes am Kreuz. Sogar 2 Menschen stehen unter diesem Kreuz und (unter)stützen Mose. Aus christlicher Sicht bekommt diese Szene eine tiefe Bedeutung, denn der Weg, auf dem Gottes Heil hier zu seinem Volk kommt, wird bereits vorab sichtbar. Den Sieg hat Gott errungen und wir kämpfen mit ihm zusammen. So wird der Feind bezwungen.
Am auffälligsten jedoch erscheint mir die Tatsache, dass Gott hier eine Form wünscht. Er fordert nicht, dass Mose betet. Er fordert kein besonderes Vertrauen der Soldaten. Er will erhobene Hände.
Als Bild des Kreuzes wird dieser Wunsch verständlich, doch was passiert, als Mose müde wird? Interessanterweise wird er nicht von Gott gestärkt, sondern er bekommt Stützen. Es ist gar nicht mehr Mose, der anbetet – der ist körperlich am Ende. Was aufrechterhalten wird, ist die Form, in der er gebetet hat. Und darauf liegt der Segen. Auf der Äußerlichkeit, nicht auf dem Inhalt.
Ich habe mich oft gefragt, was das soll. Es schien mir, als sage Gott: „Egal, was ihr denkt und fühlt, egal, ob ihr am Ende seid – es soll wenigstens aussehen, als ob ihr betet.“ Gott - ein Formalist? Das kann es nicht sein. Ist es ein Ansporn, nicht aufzugeben, auch wenn es nur noch mit Hilfe geht? Sicher auch. Doch ich denke, da ist noch mehr.
Gott will, dass wir begreifen, welche Möglichkeiten er uns bietet, wenn wir ihn wirken lassen. Dazu geht er oft einen ganz praktischen Weg: er führt uns an unsere Grenzen und darüber hinaus. Instinktiv betrachten wir das, was wir selbst vermögen, als das Machbare. Wenn das versagt, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns selbst loszulassen. Erst das, was uns selbst unmöglich war, erkennen wir wirklich als sein Werk. Der übermächtige Feind wird letztlich von Gott besiegt – das wir hier jedem klar. Und deshalb wird sogar das Zeichen der erhobenen Hände inhaltsleer und zur Form: Gott zeigt, dass er es ist, der rettet. Ein starker Mose, der die Schlacht durchbetet, wäre der Held gewesen. Die Kraft Gottes wäre gleichsam von ihm beschworen worden. Doch daraus wurde nichts: Mose war zu schwach.
Die Form wurde in dem Moment wichtig, in dem es für den Mensch zu groß wurde. Sie wurde zum Zugang zu dem, was größer ist, als wir. So erlebe ich es auch in der Kirche: die Form erschließt uns das, was wir ohne sie nicht erreichen könnten, weil wir selbst zu schwach sind. Sie ist die Tür. Wenn die Kirche Formen hat, die wir einhalten sollen, hält sie damit die Tür offen ins Reich Gottes. Nicht, weil dieses Reich förmlich wäre, sondern weil die Form uns dafür öffnet, dass hier etwas stattfindet, was nicht von uns ist. Die Form lenkt den Blick von uns weg und hin auf Gott.
Dabei macht die Schlacht gegen Amalek mir klar: für sich ist ein Mann, der auf einem Stein sitzt und die Arme auf die Schultern von zwei anderen legt, nichts spektakuläres, doch der Sieg war es. Mose hätte – wie vielleicht mancher modere Theologe – sagen können, er könne nicht mehr, das Ausbreiten der Arme habe als Zeichen jedoch keinen Sinn, wenn es den Betenden überfordere, und eine leere Form als Gehorsam hinzustellen beleidige Gott und den Menschen. Doch so hätte er das Geschehen auf sein eigenes Vermögen reduziert. Er hätte Gott nicht verstanden, stattdessen auf sich selbst geschaut und den Segen verpasst. Sein Volk hätte die Schlacht verloren.
Mose jedoch ließ sich die Arme stützen, weil er etwas von Gott erwartete, das er selbst nicht hatte. Er hielt die Form nicht im ihrer selbst willen, sondern um des Sieges willen. Gerade die Tatsache, dass Mose am Ende war, zeigt: die Form, der Ritus – sie werden von Gott geheiligt und erfüllt, nicht vom Menschen.
Ich erlebe derzeit zwei Fallen, in die man hier tappen kann. Eine ist, die Form zwar als Fenster zu Gott zu erkennen, dabei jedoch zu vermuten, dass man es weglassen könne, sobald man Gott zu erblicken glaubt. Doch so vergisst man seine eigenen Grenzen: der Tag der Schwäche kommt. Die andere ist, nicht zu erkennen, dass es um Gott selbst geht, und stattdessen die Form selbst zu heiligen. Auch hier hätte man das Fenster zu Gott auf das eigene Vermögen reduziert. Man würde den Rahmen putzen, anstatt durchs Glas zu schauen. Hätte Israel aus seinem Erlebnis den Schluss gezogen, Mose müsse flankiert von zwei Männern auf einem Stein sitzen, um Gott zu gefallen – Gott hätte wohl wieder eingegriffen.
Vor ein paar Tagen gab es wieder eine meiner Lieblingslesungen: die Schlacht gegen Amalek.
Als Amalek kam und in Refidim den Kampf mit Israel suchte, sagte Mose zu Josua: Wähl uns Männer aus und zieh in den Kampf gegen Amalek! Ich selbst werde mich morgen auf den Gipfel des Hügels stellen und den Gottesstab mitnehmen. Josua tat, was ihm Mose aufgetragen hatte, und kämpfte gegen Amalek, während Mose, Aaron und Hur auf den Gipfel des Hügels stiegen. Solange Mose seine Hand erhoben hielt, war Israel stärker; sooft er aber die Hand sinken ließ, war Amalek stärker. Als dem Mose die Hände schwer wurden, holten sie einen Steinbrocken, schoben ihn unter Mose und er setzte sich darauf. Aaron und Hur stützten seine Arme, der eine rechts, der andere links, sodass seine Hände erhoben blieben, bis die Sonne unterging. So besiegte Josua mit scharfem Schwert Amalek und sein Heer.
(2.Mose 17,8-13)
Die nachfolgenden Gedanken hierzu sind rein privat und haben keinerlei Anspruch auf theologische Richtigkeit.
Ich mag diesen Text, weil er mir erklärt, wie ich Formen und ihre Einhaltung in der Kirche verstehen kann.
Einmal geht es natürlich um die Rolle Gottes in den Herausforderungen des Lebens: solange er angebetet wird, solange man die Hände zu ihm erhebt, ist man gesegnet. Ganz praktisch gesegnet: der Erfolg, hier in der Schlacht, ist konkret von Gott abhängig.
Dann geht es um das Thema Feind. Der Feind der Freunde Gottes ist das Böse. Nicht, das somit alle Amlekiter als böse gekennzeichnet wären! Doch der Kampf, dem sich Gottes Volk stellen muss und den es sich nicht selbst gesucht hat, ist existentiell. Ein Bild für die Begegnung mit dem Bösen, wie jeder es kennt und erlebt: der tägliche Kampf mit dem eigentlich übermächtigen Gegner. Das Böse wurde von Christus am Kreuz besiegt. Die ausgebreiteten Arme des Mose sind ein Vorblick auf die ausgebreiteten Arme Gottes am Kreuz. Sogar 2 Menschen stehen unter diesem Kreuz und (unter)stützen Mose. Aus christlicher Sicht bekommt diese Szene eine tiefe Bedeutung, denn der Weg, auf dem Gottes Heil hier zu seinem Volk kommt, wird bereits vorab sichtbar. Den Sieg hat Gott errungen und wir kämpfen mit ihm zusammen. So wird der Feind bezwungen.
Am auffälligsten jedoch erscheint mir die Tatsache, dass Gott hier eine Form wünscht. Er fordert nicht, dass Mose betet. Er fordert kein besonderes Vertrauen der Soldaten. Er will erhobene Hände.
Als Bild des Kreuzes wird dieser Wunsch verständlich, doch was passiert, als Mose müde wird? Interessanterweise wird er nicht von Gott gestärkt, sondern er bekommt Stützen. Es ist gar nicht mehr Mose, der anbetet – der ist körperlich am Ende. Was aufrechterhalten wird, ist die Form, in der er gebetet hat. Und darauf liegt der Segen. Auf der Äußerlichkeit, nicht auf dem Inhalt.
Ich habe mich oft gefragt, was das soll. Es schien mir, als sage Gott: „Egal, was ihr denkt und fühlt, egal, ob ihr am Ende seid – es soll wenigstens aussehen, als ob ihr betet.“ Gott - ein Formalist? Das kann es nicht sein. Ist es ein Ansporn, nicht aufzugeben, auch wenn es nur noch mit Hilfe geht? Sicher auch. Doch ich denke, da ist noch mehr.
Gott will, dass wir begreifen, welche Möglichkeiten er uns bietet, wenn wir ihn wirken lassen. Dazu geht er oft einen ganz praktischen Weg: er führt uns an unsere Grenzen und darüber hinaus. Instinktiv betrachten wir das, was wir selbst vermögen, als das Machbare. Wenn das versagt, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns selbst loszulassen. Erst das, was uns selbst unmöglich war, erkennen wir wirklich als sein Werk. Der übermächtige Feind wird letztlich von Gott besiegt – das wir hier jedem klar. Und deshalb wird sogar das Zeichen der erhobenen Hände inhaltsleer und zur Form: Gott zeigt, dass er es ist, der rettet. Ein starker Mose, der die Schlacht durchbetet, wäre der Held gewesen. Die Kraft Gottes wäre gleichsam von ihm beschworen worden. Doch daraus wurde nichts: Mose war zu schwach.
Die Form wurde in dem Moment wichtig, in dem es für den Mensch zu groß wurde. Sie wurde zum Zugang zu dem, was größer ist, als wir. So erlebe ich es auch in der Kirche: die Form erschließt uns das, was wir ohne sie nicht erreichen könnten, weil wir selbst zu schwach sind. Sie ist die Tür. Wenn die Kirche Formen hat, die wir einhalten sollen, hält sie damit die Tür offen ins Reich Gottes. Nicht, weil dieses Reich förmlich wäre, sondern weil die Form uns dafür öffnet, dass hier etwas stattfindet, was nicht von uns ist. Die Form lenkt den Blick von uns weg und hin auf Gott.
Dabei macht die Schlacht gegen Amalek mir klar: für sich ist ein Mann, der auf einem Stein sitzt und die Arme auf die Schultern von zwei anderen legt, nichts spektakuläres, doch der Sieg war es. Mose hätte – wie vielleicht mancher modere Theologe – sagen können, er könne nicht mehr, das Ausbreiten der Arme habe als Zeichen jedoch keinen Sinn, wenn es den Betenden überfordere, und eine leere Form als Gehorsam hinzustellen beleidige Gott und den Menschen. Doch so hätte er das Geschehen auf sein eigenes Vermögen reduziert. Er hätte Gott nicht verstanden, stattdessen auf sich selbst geschaut und den Segen verpasst. Sein Volk hätte die Schlacht verloren.
Mose jedoch ließ sich die Arme stützen, weil er etwas von Gott erwartete, das er selbst nicht hatte. Er hielt die Form nicht im ihrer selbst willen, sondern um des Sieges willen. Gerade die Tatsache, dass Mose am Ende war, zeigt: die Form, der Ritus – sie werden von Gott geheiligt und erfüllt, nicht vom Menschen.
Ich erlebe derzeit zwei Fallen, in die man hier tappen kann. Eine ist, die Form zwar als Fenster zu Gott zu erkennen, dabei jedoch zu vermuten, dass man es weglassen könne, sobald man Gott zu erblicken glaubt. Doch so vergisst man seine eigenen Grenzen: der Tag der Schwäche kommt. Die andere ist, nicht zu erkennen, dass es um Gott selbst geht, und stattdessen die Form selbst zu heiligen. Auch hier hätte man das Fenster zu Gott auf das eigene Vermögen reduziert. Man würde den Rahmen putzen, anstatt durchs Glas zu schauen. Hätte Israel aus seinem Erlebnis den Schluss gezogen, Mose müsse flankiert von zwei Männern auf einem Stein sitzen, um Gott zu gefallen – Gott hätte wohl wieder eingegriffen.
Montag, Oktober 21, 2013
Es geht ums Prinzip
[Von Bastian]
Es ist derzeit viel vom Vertrauen die Rede, das zwischen Gemeindemitgliedern, ihrem Bischof und der weiteren Kirchenleitung bestehen müsse. Mit Recht: dieses Vertrauen muss sein. Ein Bistum, in dem dieses Vertrauen fehlt, ist für den Glauben kein fruchtbarer Boden. Fehlt es, sind Konsequenzen zu ziehen.
Ohne eine Bewertung vornehmen zu wollen – denn das kann ich mangels Informationen schlicht nicht – fällt mir am Beispiel Limburg zum Thema Vertrauen eines massiv auf: Einseitigkeit.
Dieses Vertrauen ist keine Einbahnstraße: ebenso, wie die Gläubigen ihrem Bischof vertrauen können sollen, muss sich auch er auf sie verlassen können. In dieser Hinsicht ist er ein Christ wie jeder andere auch.
Es gibt keine Unterteilung des Volkes Gottes in einerseits die, die mit korrektem und fairem Verhalten für das Vertrauen zuständig sind, und andererseits die, die vertrauen dürfen, wenn sie es wollen, oder eben nicht. Korrekt haben sich beide Seiten zu verhalten, um das Vertrauen zu verdienen. Vertrauen tut man dem, der mit dem Anvertrauten gut umgeht.
Wenn nun der Bischof zurücktreten soll – wie viele Gemeindemitglieder müssten es ihm gleich tun, weil sie durch wüste Beschimpfungen und ohne richtige Informationen auf Verdacht hin gefällte Urteile jeden Anspruch auf Vertrauen verspielt haben?
Was soll man tun? Den Rücktritt der Gemeinden fordern? Was diesen Gedanken absurd erscheinen lässt, ist die verbreitete Ansicht, die Basis legitimiere die Führung und habe daher grundsätzlich Recht. Ein Irrtum, der in dem Moment offenbar wird, in dem man weg vom Geld (hier: Baukosten) und hin auf Gott schaut – das einzige, worauf es in der Kirche ankommt.
Es geht ums Prinzip: das Prinzip des Vertrauens. Vertrauen ist bilateral, oder es ist gar nicht. Dieser Skandal ist nicht einseitig. Leider.
Es ist derzeit viel vom Vertrauen die Rede, das zwischen Gemeindemitgliedern, ihrem Bischof und der weiteren Kirchenleitung bestehen müsse. Mit Recht: dieses Vertrauen muss sein. Ein Bistum, in dem dieses Vertrauen fehlt, ist für den Glauben kein fruchtbarer Boden. Fehlt es, sind Konsequenzen zu ziehen.
Ohne eine Bewertung vornehmen zu wollen – denn das kann ich mangels Informationen schlicht nicht – fällt mir am Beispiel Limburg zum Thema Vertrauen eines massiv auf: Einseitigkeit.
Dieses Vertrauen ist keine Einbahnstraße: ebenso, wie die Gläubigen ihrem Bischof vertrauen können sollen, muss sich auch er auf sie verlassen können. In dieser Hinsicht ist er ein Christ wie jeder andere auch.
Es gibt keine Unterteilung des Volkes Gottes in einerseits die, die mit korrektem und fairem Verhalten für das Vertrauen zuständig sind, und andererseits die, die vertrauen dürfen, wenn sie es wollen, oder eben nicht. Korrekt haben sich beide Seiten zu verhalten, um das Vertrauen zu verdienen. Vertrauen tut man dem, der mit dem Anvertrauten gut umgeht.
Wenn nun der Bischof zurücktreten soll – wie viele Gemeindemitglieder müssten es ihm gleich tun, weil sie durch wüste Beschimpfungen und ohne richtige Informationen auf Verdacht hin gefällte Urteile jeden Anspruch auf Vertrauen verspielt haben?
Was soll man tun? Den Rücktritt der Gemeinden fordern? Was diesen Gedanken absurd erscheinen lässt, ist die verbreitete Ansicht, die Basis legitimiere die Führung und habe daher grundsätzlich Recht. Ein Irrtum, der in dem Moment offenbar wird, in dem man weg vom Geld (hier: Baukosten) und hin auf Gott schaut – das einzige, worauf es in der Kirche ankommt.
Es geht ums Prinzip: das Prinzip des Vertrauens. Vertrauen ist bilateral, oder es ist gar nicht. Dieser Skandal ist nicht einseitig. Leider.
Freitag, Oktober 18, 2013
Entsühnung
(Peter Esser)
»Ich bin nun aber des Themas müde. Ich mag keine Entschuldigungen hören, wenn es welche gibt.«
So oder so ähnlich gehört.
Geistlich gesehen findet meines Erachtens eine archaische Entsühnung statt. Ich habe die Vermutung, daß die Menschen in unserem Land, auch wenn sie sich längst von der Kirche offen oder innerlich losgesagt haben, noch über Sündenbewußtsein verfügen. Zu sehen, daß ein Vertreter dieser Kirche strauchelt, verschafft Entlastung des eigenen Gewissens. Darum gibt es dieses seltsam obsessive Verlangen nach Lynchjustiz. Und darum darf alles sein – nur nicht die Rehabilitation des Opfers.
Aber das ist natürlich nicht alles. Die gute Nachricht: Es GIBT ja einen Erlöser. Denn das Volksempfinden geht ja vielleicht nicht fehl, wenn es danach schreit, daß doch bitteschön einer das alles tragen muß, was menschliche Borniertheit und Rücksichtslosigkeit aufgehäuft haben. Ich lade mich und alle, die das lesen, ein, ihre Last nicht auf zu schwache Schultern zu werfen, sondern zu Christus zu gehen. Zum Kreuz zu gehen.
Donnerstag, Oktober 17, 2013
Wo wir gerade bei Kirche und Geld sind...
[Von Bastian]
Weltbild zu einer Stiftung machen ist wie wenn ein Beichtender sagt:
"Pater, ich bin in mich gegangen. Ich klaue nicht mehr - das machen jetzt andere für mich."
Weltbild zu einer Stiftung machen ist wie wenn ein Beichtender sagt:
"Pater, ich bin in mich gegangen. Ich klaue nicht mehr - das machen jetzt andere für mich."
Mittwoch, Oktober 16, 2013
Prunkbaustellen der Katholischen Kirche in Deutschland
[Von Bastian]
Bischofsresidenz zu Limburg
Bauprojekt, dessen Kosten völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Man spricht von 40.000.000,-€, was wohl für das Projekt ziemlich unangemessen ist.
Die architektonische Qualität ist sehr hoch.
Die Nachhaltigkeit ist gewährleistet, da die Bausubstanz sehr gut ist.
Die logische Folge: der Bischof muss gehen.
Der Dialogprozess
Missionsprojekt, das als Prestigeprojekt aufgezogen wird.
Die Kosten sind unbekannt – da gibt es keinerlei Transparenz. (Korrektur: man schrieb mir, es stehen 300.000 dafür im Haushalt.)
Die rhetorische Qualität ist bisweilen sehr hoch – die inhaltliche lässt sich nicht bewerten, ohne dass man sich entweder dem Zorn der Teilnehmer oder dem ihrer Gegner aussetzt. Allein daraus lässt sich problemlos schließen, dass zumindest der Aspekt, integrierend zu wirken, gründlich danebengegangen ist.
Die logische Folge: auf jeden Fall weiter so!
Katholisch.de
Medienprojekt mit einem exorbitanten Budget. Man spricht von Millionen jährlich.
Die gestalterische Qualität ist in Ordnung, die inhaltliche durchwachsen.
Ob davon etwas Nachhaltiges bewirkt wird, weiß nur Gott.
Die logische Folge: keine.
Weltbild
Finanzprojekt mit katholischem Deckmantel, der übelste Blasphemien und Sauereien verdecken soll.
Finanziell meist ein Gewinn. Kosten: der letzte Rest der eigenen Glaubwürdigkeit.
Die inhaltliche Qualität deckt ein großes Spektrum ab. Der Konzern leistet Integrationsarbeit. So integriert er beispielsweise Pornographie und Esoterik in die Kirche.
Die logische Folge: dem Chef wird das Vertrauen ausgesprochen und die eigenen Sünden werden nicht geändert, sondern in eine Stiftung outgesourced.
Meine persönliche Ansicht: mit den ersten drei kann ich leben - mit dem letzten nicht.
Bischofsresidenz zu Limburg
Bauprojekt, dessen Kosten völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Man spricht von 40.000.000,-€, was wohl für das Projekt ziemlich unangemessen ist.
Die architektonische Qualität ist sehr hoch.
Die Nachhaltigkeit ist gewährleistet, da die Bausubstanz sehr gut ist.
Die logische Folge: der Bischof muss gehen.
Der Dialogprozess
Missionsprojekt, das als Prestigeprojekt aufgezogen wird.
Die Kosten sind unbekannt – da gibt es keinerlei Transparenz. (Korrektur: man schrieb mir, es stehen 300.000 dafür im Haushalt.)
Die rhetorische Qualität ist bisweilen sehr hoch – die inhaltliche lässt sich nicht bewerten, ohne dass man sich entweder dem Zorn der Teilnehmer oder dem ihrer Gegner aussetzt. Allein daraus lässt sich problemlos schließen, dass zumindest der Aspekt, integrierend zu wirken, gründlich danebengegangen ist.
Die logische Folge: auf jeden Fall weiter so!
Katholisch.de
Medienprojekt mit einem exorbitanten Budget. Man spricht von Millionen jährlich.
Die gestalterische Qualität ist in Ordnung, die inhaltliche durchwachsen.
Ob davon etwas Nachhaltiges bewirkt wird, weiß nur Gott.
Die logische Folge: keine.
Weltbild
Finanzprojekt mit katholischem Deckmantel, der übelste Blasphemien und Sauereien verdecken soll.
Finanziell meist ein Gewinn. Kosten: der letzte Rest der eigenen Glaubwürdigkeit.
Die inhaltliche Qualität deckt ein großes Spektrum ab. Der Konzern leistet Integrationsarbeit. So integriert er beispielsweise Pornographie und Esoterik in die Kirche.
Die logische Folge: dem Chef wird das Vertrauen ausgesprochen und die eigenen Sünden werden nicht geändert, sondern in eine Stiftung outgesourced.
Meine persönliche Ansicht: mit den ersten drei kann ich leben - mit dem letzten nicht.
Montag, Oktober 14, 2013
What the Fuck is Limburg?
Nur der Kirche ist es zu verdanken, daß man überhaupt um die Existenz einer Ortschaft namens Limburg weiß. Also. Mal nicht meckern.
![]() |
| So könnte der Domberg heute aussehen … :-) (Bildquelle Wikipedia, Horst Goertz, Bearbeitung: Echo Romeo) |
Sag’s durch die Blume!
[Von Bastian]
Der Papst meint, eine perfekte pharisäische Religiosität ‚aus der Reinigung’ nützt nichts ohne den Blick auf die barmherzige Liebe Gottes. Werke sind eine Folge, eine Antwort auf diese rettende Liebe. (LINK)
Das finde ich auch: Liebe und Werke lassen sich nicht trennen. Ein paar Gedanken dazu.
Ein Mann weiß, dass seine Frau Blumen sehr mag. Und weil er sie liebt, bringt er ihr immer wieder Blumen mit. Das versteht Gott unter Werken aus Liebe.
Personen aber, die aus gesundem Menschenverstand sagen, den Liebenden erkenne man an seinen Blumen, die er der schenkt, die sie mag – die haben Recht!
"Wer Meine Gebote hält, wer Meinen Willen tut (nicht: nachredet), der ist es, der Mich liebt."
Herr, schenke mir mehr Liebe, viel mehr!
Der Papst meint, eine perfekte pharisäische Religiosität ‚aus der Reinigung’ nützt nichts ohne den Blick auf die barmherzige Liebe Gottes. Werke sind eine Folge, eine Antwort auf diese rettende Liebe. (LINK)
Das finde ich auch: Liebe und Werke lassen sich nicht trennen. Ein paar Gedanken dazu.
Ein Mann weiß, dass seine Frau Blumen sehr mag. Und weil er sie liebt, bringt er ihr immer wieder Blumen mit. Das versteht Gott unter Werken aus Liebe.
- Personen, die dem Mann psychisch aufgeklärt unterstellen, er bringe die Blumen nur mit, weil er Angst hat, seine Frau koche sonst nicht für ihn, gehen an der Sache vorbei.
- Personen, die sagen, nur die Liebe zähle - das müsse auch die Frau auch ohne Blumen bitteschön richtig einordnen, haben ein eher theoretisches Bild von der Liebe.
- Personen, die betonen, dass Blumen gar nichts beweisen, weil man sie auch ohne Liebe schenken könne, gehen von einem sehr komischen Ehebild aus.
- Personen, die sagen, man solle die Blumen nicht so betonen, weil sie nicht das Wesentliche seien, sollen nach einem Jahr ohne Blumen bitte die Frau fragen.
- Personen, die meinen, es sei dabei das Wichtigste, die richtigen Blumen am richtigen Tag im richtigen Geschäft im richtigen Papier verpackt zu kaufen, sind von der Piusbruderschaft.
- Personen, die meinen, nur Blümelein vom Wegesrand, gepflückt bei einem munteren Liedchen, seien akzeptabel, sind bei WiSiKi.
- Personen, die es für einen Skandal halten, dass nicht alle Blumen aus öffentlichen Parks sofort gepflückt und an alle Vorbeikommenden verschenkt werden, gehören zur Pfarrerinitiative.
- Personen, die meinen, Blumen schenken sei Privatsache und Blumensträuße sollten daher nicht in der Öffentlichkeit gezeigt werden, haben den Schuss nicht gehört.
- Personen, die meinen, Blumen seien als Zeichen manipulativ und es dürften deshalb von keiner öffentlichen Behörde, von keinem Wahllokal und von keinem Klassenraum aus Blumen sichtbar sein, sind von dem Schuss getroffen worden.
- Personen, die meinen, die Subventionierung dieser veralteten Tradition durch Renten für Blumenhändler sei ein unzeitgemäßer Skandal und man brauche die Trennung von Staat und Blumen, liegen voll im Trend.
Personen aber, die aus gesundem Menschenverstand sagen, den Liebenden erkenne man an seinen Blumen, die er der schenkt, die sie mag – die haben Recht!
"Wer Meine Gebote hält, wer Meinen Willen tut (nicht: nachredet), der ist es, der Mich liebt."
Herr, schenke mir mehr Liebe, viel mehr!
Donnerstag, Oktober 10, 2013
Mutig beten
[Von Bastian]
So spricht der Papst: „Wenn wir mutig beten, gewährt uns der Herr die Gnade, doch er schenkt uns auch sich selbst in der Gnade: den Heiligen Geist, das heißt: sich selbst! Nie schenkt oder schickt der Herr eine Gnade per Post: nie! Er ist es, der sie bringt. Er ist die Gnade!“(LINK)
Meine frühere Seelsorgerin beschrieb das so:
Werdet wie die Kinder. Kein Kind bittet seine Mutter: „Wenn es Dein Wille ist, wenn es gut für mich ist und der Zeitpunkt stimmt, gib mir einen Apfel. Aber mach, was Du willst!“ Ein solches Kind hätte ein sehr gestörtes Verhältnis zu sich und seinen Eltern! Ein gesundes Kind sagt: „Bitte gib mir einen Apfel!“ Es kann sich dann über den Apfel freuen, es kann aber auch mit einem Nein leben. In beiden Reaktionen erkennt es die Liebe der Mutter und ist ihr nahe.
So spricht der Papst: „Wenn wir mutig beten, gewährt uns der Herr die Gnade, doch er schenkt uns auch sich selbst in der Gnade: den Heiligen Geist, das heißt: sich selbst! Nie schenkt oder schickt der Herr eine Gnade per Post: nie! Er ist es, der sie bringt. Er ist die Gnade!“(LINK)
Meine frühere Seelsorgerin beschrieb das so:
Werdet wie die Kinder. Kein Kind bittet seine Mutter: „Wenn es Dein Wille ist, wenn es gut für mich ist und der Zeitpunkt stimmt, gib mir einen Apfel. Aber mach, was Du willst!“ Ein solches Kind hätte ein sehr gestörtes Verhältnis zu sich und seinen Eltern! Ein gesundes Kind sagt: „Bitte gib mir einen Apfel!“ Es kann sich dann über den Apfel freuen, es kann aber auch mit einem Nein leben. In beiden Reaktionen erkennt es die Liebe der Mutter und ist ihr nahe.
Business Class sind wir geflogen
Wenn SPIEGEL.TV einen Amtsträger auf dem Domplatz (oder wo auch immer) überfällt, ist das kein Gespräch. Es ist eine unangekündigte Stressattacke, die dem Opfer eine unbedachte Äußerung oder eine skurrile Reaktion entlocken soll. Die einzig angemessene Reaktion wäre gewesen, dem reporterteam zu sagen: »Bitte vereinbaren Sie mit meinem Büro einen Gesprächstermin.« Abgang.
Das ist nicht gewesen. Statt dessen hat Bischof Tebartz-van Elst auf den tatsächlichen Buchungsvorgang verwiesen und im Nachhinein versucht, diese Aussage eidesstattlich zu untermauern.
Was juristisch vielleicht eine Falschaussage ist, ist meines Erachtens faktisch und vom Ablauf her geklärt. Ob der Bischof in einer TV-Interviewattacke alle Aspekte seiner Antwort bedacht hat, ist meines Erachtens keine Frage öffentlichen Interesses sondern eine Frage der Medienethik.
Die Rolle des scheidenden Generalvikars sollte umgehend und lückenlos geklärt werden. Meines Erachtens fällt zur Zeit völlig unter den Tisch, daß seine Bonusmeilen auf reichlich ungeklärten Wegen zustande gekommen sind.
Dienstag, Oktober 08, 2013
Limburg ist überall!
[Von Bastian]
Aus Anlass der aktuellen Diskussion um Bistumsbauten möchte ich einmal als Kenner der Materie aufzeigen, wie eine größere Baumaßnahme durchschnittlich funktioniert.
Man sollte das zur Beurteilung im Hinterkopf haben.
Phase 1: Die Planung. Enthusiasmus.
Phase 2: Bauvorbereitung. Ernüchterung.
Phase 3: Bauphase. Panik.
Phase 4: Fertigstellung. Chaos.
Aus Anlass der aktuellen Diskussion um Bistumsbauten möchte ich einmal als Kenner der Materie aufzeigen, wie eine größere Baumaßnahme durchschnittlich funktioniert.
Man sollte das zur Beurteilung im Hinterkopf haben.
Phase 1: Die Planung. Enthusiasmus.
- Idee.
- Vision.
- Begeisterung.
- Planung und Präsentation.
- Die Presse berichtet positiv.
Phase 2: Bauvorbereitung. Ernüchterung.
- Offenlegung der Planung.
- Verteidigung der Planung gegen Initiativen.
- Korrektur der Planung zur Einigung mit den Initiativen. Jeder architektonische Witz wird gestrichen.
- Erstellung von Gutachten, Korrektur der Planung durch beteiligte Behörden. Die Funktionalität wird erschwert, aber dafür überall, wo man es nicht braucht, DIN-gerecht.
- Verteidigung der gestiegenen Baukosten aufgrund der Gutachten und Änderungen. Der Zweck des Gebäudes wird gewandelt, um Zuschüsse zu erhalten.
- Erstellung eines neuen Finanzkonzeptes, erste Entlassungen. Änderung der Planung nach den Wünschen der neuen Geldgeber.
- Die Presse wurschtelt mit.
Phase 3: Bauphase. Panik.
- Beim Ausschachten findet man alte Ruinen. Baustopp. Umplanung zur Einbeziehung der Ruinen unter Anleitung des Denkmalschutzes. Mehrkosten.
- Beim Sanieren der Ruinen findet man Fledermäuse. Sanierungsstopp. Gutachten zu den Aussichten einer erfolgreichen Umsiedlung der Fledermäuse. Mehrkosten.
- Beim Umsiedeln der Fledermäuse entsteht Dreck. Nachbarbeschwerde. Umsiedlungsstopp. Mehrkosten.
- Verdoppelung der Bauzeit, Vervierfachung der Kosten, Austausch der vermeintlich Verantwortlichen. Mehrkosten.
- Behördlich geforderte Mehrausgaben für Sicherheit auf den Toiletten, gewerkschaftlich gewollte Mehrausgaben für Pausenräume, politisch gewollte Kürzung der Baukosten, daher heimliche Einsparungen an der Statik. Kosten nicht mehr nachvollziehbar.
- Ausbleibende Bezahlung der Bauarbeiter. Erste Pleiten.
- Die Presse weidet sich.
Phase 4: Fertigstellung. Chaos.
- Eröffnung vor der Fertigstellung.
- Mängelbeseitigung im holprig laufenden Betrieb.
- Beförderung der Schadensverursacher.
- Bestrafung der Unschuldigen, die noch nicht pleite sind.
- Auszeichnung der Unbeteiligten.
- Die Presse wusste es von Anfang an besser.
Samstag, Oktober 05, 2013
Einen MacDeus bitte!
[Von Bastian]
Katholiken wehren sich, wenn man ihren Gott beleidigt. Zumindest einige, aber da es genug davon gibt, kriegt man immer ein paar Reaktionen.
Feine Sache, dachte sich ein Restaurant und kreierte einen Hostienburger, garniert mit einer Rotweinsauce und einer nicht konsekrierten Hostie. Eigentlich ziemlich dümmlich, aber: es klappt. Der Burger ist sozusagen in aller Munde, und genau das soll er auch sein. Ziel erreicht. (LINK, LINK)
Der Werbeeffekt sei dem Erfinder gegönnt – wenn die Phantasie eines Menschen so gestaltet ist, gönne ich ihm viel, denn er hat wenig.
Was aber zugleich damit ins Gespräch kommt, ist die vermeintliche Humorlosigkeit der Katholen. Die müssen sich aber auch an allem stoßen. Schwer, dagegen anzustinken, denn es stimmt: kaum eine Provokation, und sei sie so blöd wie diese, die nicht tief durchdachten Heiligen Zorn erweckt. Sind wir also alle doof?
Mein Lösungsvorschlag: wir lassen diese Frage im Raum stehen und beweisen einfach, dass die anderen noch viiiiel dööfer sind. Und das geht so: McDonalds kreiert einen MacDeus - „Groß, saftig, mit der FÜLLE der Zutaten und extra viel Fleisch!“. Für die, die das nicht wollen, gibt es als Ersatz das MacAtheists-Menue: „Eine aus Überzeugung leere Packung Pommes, ein Hamburgerbrötchen ohne Auflage und ein Schälchen ätzende Sauce, die man drüber tun kann, wo man will. Dazu einen Softdrink ohne Geschmack, ohen Koffein und ohne Eis.“ Klar ist das genauso doof, aber ich als Kathole finde es lustiger. Das darf ich. Der empörte Aufschrei käme diesmal nicht von katholischer Seite, aber er käme. Und wie. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Sache vor Gericht landen würde. Warum auch nicht - Werbung ist alles, wenn es denn nur zur Bekehrung dient.
Katholiken wehren sich, wenn man ihren Gott beleidigt. Zumindest einige, aber da es genug davon gibt, kriegt man immer ein paar Reaktionen.
Feine Sache, dachte sich ein Restaurant und kreierte einen Hostienburger, garniert mit einer Rotweinsauce und einer nicht konsekrierten Hostie. Eigentlich ziemlich dümmlich, aber: es klappt. Der Burger ist sozusagen in aller Munde, und genau das soll er auch sein. Ziel erreicht. (LINK, LINK)
Der Werbeeffekt sei dem Erfinder gegönnt – wenn die Phantasie eines Menschen so gestaltet ist, gönne ich ihm viel, denn er hat wenig.
Was aber zugleich damit ins Gespräch kommt, ist die vermeintliche Humorlosigkeit der Katholen. Die müssen sich aber auch an allem stoßen. Schwer, dagegen anzustinken, denn es stimmt: kaum eine Provokation, und sei sie so blöd wie diese, die nicht tief durchdachten Heiligen Zorn erweckt. Sind wir also alle doof?
Mein Lösungsvorschlag: wir lassen diese Frage im Raum stehen und beweisen einfach, dass die anderen noch viiiiel dööfer sind. Und das geht so: McDonalds kreiert einen MacDeus - „Groß, saftig, mit der FÜLLE der Zutaten und extra viel Fleisch!“. Für die, die das nicht wollen, gibt es als Ersatz das MacAtheists-Menue: „Eine aus Überzeugung leere Packung Pommes, ein Hamburgerbrötchen ohne Auflage und ein Schälchen ätzende Sauce, die man drüber tun kann, wo man will. Dazu einen Softdrink ohne Geschmack, ohen Koffein und ohne Eis.“ Klar ist das genauso doof, aber ich als Kathole finde es lustiger. Das darf ich. Der empörte Aufschrei käme diesmal nicht von katholischer Seite, aber er käme. Und wie. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Sache vor Gericht landen würde. Warum auch nicht - Werbung ist alles, wenn es denn nur zur Bekehrung dient.
Krise
[Von Bastian]
Ich habe bin durch Facebook auf einen Blogeintrag aufmerksam geworden, der wie wenige andere für mich Zeugnischarakter hat, weil er so ehrlich ist. Ein guter Text! (LINK)
Und weil er so ehrlich geschrieben ist und mich sehr berührt, versuche ich, ebenfalls ehrlich zu antworten. Dass auch ich einen Blogbeitrag daraus mach, sei als Solidarität verstanden. Sollte ich damit irgendjemandem zu nahe treten, bitte ich um Vergebung.
Ich kenne den Zustand gut: keine Sicherheit, aber auch kein Glaube, der ohne auskommt und kein Erkennen, das einen Weg durch dieses Dickicht sieht. Nur die Entdeckung, dass es ohne Aufrichtigkeit nicht geht. Nicht, weil die eine Tugend wäre, sondern weil ich mich nicht selbst betrügen will. Weil ich merke, dass jeder Versuch, mir Glauben einzureden, mit wahrem Glauben aber auch gar nichts zu tun hat. Und ich spüre, dass sich mir der kleine Glaube, den ich zu haben dachte, immer weiter entzieht und eine Wunde offen legt, die heißt: nicht glauben können.
Ich habe dafür keinen Ausweg. Aber ich habe einen Zuständigen: Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben. Nicht mein Glaube erschafft Dich, Herr, sondern Du kannst mir Glauben schenken.
So hart es ist, solche Situationen zu erleben, muss es doch sein: damit ich aufhöre, mich auf meinen Glauben zu verlassen, und beginne, mich auf Gott zu verlassen.
Ein Unterschied, der manchmal kaum wahrnehmbar ist, aber ein wichtiger. Denn Er ist es, der garantieren kann. Ich kann es nicht, nicht einmal für meinen eigenen Glauben.
Deshalb bin ich gerade dann auf der sicheren Seite, wenn ich alles nur theoretisch erahne und keinesfalls als Gewissheit empfinde, wenn der Schmerz über meinen Glaubensverlust das einzige ist, was von ihm übrig bleibt: weil Gott es trägt und erträgt. Weil es Seine Liebe zu mir ist, die mich rettet, und diese Liebe ist nicht in der Krise.
Ich habe bin durch Facebook auf einen Blogeintrag aufmerksam geworden, der wie wenige andere für mich Zeugnischarakter hat, weil er so ehrlich ist. Ein guter Text! (LINK)
Und weil er so ehrlich geschrieben ist und mich sehr berührt, versuche ich, ebenfalls ehrlich zu antworten. Dass auch ich einen Blogbeitrag daraus mach, sei als Solidarität verstanden. Sollte ich damit irgendjemandem zu nahe treten, bitte ich um Vergebung.
Ich kenne den Zustand gut: keine Sicherheit, aber auch kein Glaube, der ohne auskommt und kein Erkennen, das einen Weg durch dieses Dickicht sieht. Nur die Entdeckung, dass es ohne Aufrichtigkeit nicht geht. Nicht, weil die eine Tugend wäre, sondern weil ich mich nicht selbst betrügen will. Weil ich merke, dass jeder Versuch, mir Glauben einzureden, mit wahrem Glauben aber auch gar nichts zu tun hat. Und ich spüre, dass sich mir der kleine Glaube, den ich zu haben dachte, immer weiter entzieht und eine Wunde offen legt, die heißt: nicht glauben können.
Ich habe dafür keinen Ausweg. Aber ich habe einen Zuständigen: Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben. Nicht mein Glaube erschafft Dich, Herr, sondern Du kannst mir Glauben schenken.
So hart es ist, solche Situationen zu erleben, muss es doch sein: damit ich aufhöre, mich auf meinen Glauben zu verlassen, und beginne, mich auf Gott zu verlassen.
Ein Unterschied, der manchmal kaum wahrnehmbar ist, aber ein wichtiger. Denn Er ist es, der garantieren kann. Ich kann es nicht, nicht einmal für meinen eigenen Glauben.
Deshalb bin ich gerade dann auf der sicheren Seite, wenn ich alles nur theoretisch erahne und keinesfalls als Gewissheit empfinde, wenn der Schmerz über meinen Glaubensverlust das einzige ist, was von ihm übrig bleibt: weil Gott es trägt und erträgt. Weil es Seine Liebe zu mir ist, die mich rettet, und diese Liebe ist nicht in der Krise.
Montag, September 23, 2013
Samstag, September 21, 2013
Und noch einmal das Papstinterview...
[Von Bastian]
Auch wenn ich derzeit kaum schreibe und zudem jetzt nur etwas sagen will, was schon viele vor mir sagten: Ich habe mit der Rezeption der Worte von Papst Franziskus durch viele Christen ein Problem.
Es herrscht eine verzweifelte Suche nach Parallelitäten im Denken von Benedikt und Franziskus, oder, wenn man anders gesinnt ist, nach Unterschieden zwischen beiden. Der Papst jedoch braucht seinen Vorgänger nicht als Garanten für sein Katholisch-sein. Er ist der Papst und basta.
Dennoch gibt es eine Fixierung auf alte Denkstrukturen, die einfach nicht mehr helfen, eine Fixierung, die mir, um aufrichtig zu sein, auf die Nerven geht. Denn ich entdecke diese Tendenzen auch bei mir…
Die Strukturen, die nicht mehr passen, lassen sich, so meine ich, prima darstellen an den Äußerungen des Papstes zu den Themen Sexualität, Moral und Abtreibung, und an den Reaktionen darauf.
Nach meiner Meinung gefragt vertrete ich da klar katholische Positionen, denn die halte ich für richtig: Meine eigene Einstellung zu diesen Themen ist massiv durch meinen Glauben beeinflusst. Und ich wünschte, diese Positionen wären weiter verbreitet – viel weiter! Doch was folgt daraus?
Wenn ich dabei verharre, meine eigene Meinungsbildung zu pflegen, werde ich nichts anderes tun, als immer und immer wieder meine Meinung zu sagen. Damit erheische ich Beifall von Gleichgesinnten und nerve die anderen. Es wirkt verkrampft und wenig einladend und ist es wohl auch. Doch gerade weil sie so wichtig sind, haben diese ganzen Themen nicht nur den Aspekt, dass die Kirche Recht hat, sondern auch den, dass sie von möglichst vielen geteilt werden sollen. Und diese vielen wollen erst einmal erreicht sein.
Wenn ich deshalb versuche, so glaubwürdig zu werden, dass andere beginnen, sich mit meinen Gedanken auseinanderzusetzen, und wenn ich ihnen den Platz dafür gebe – verrate ich dann meine Positionen, nur weil ich sie nicht ständig wiederhole? Nein. Vielmehr verrate ich sie, wenn ich sie auf eine Frage des Rechthabens reduziere und so versäume, dass sie sich verbreiten. Unsere Aufgabe ist die Mission, nicht die Reinhaltung des Diskurses. Oder, wie der Papst es sagte (und ich finde diesen Satz besonders treffend): „Wir müssen eher Prozesse in Gang bringen als Räume besetzen.“ Damit ist die Wahrheit nicht verraten, sondern ins aktive Geschehen eingebracht.
Wie ich schon schrieb: meine Meinung wurde durch den Glauben massiv beeinflusst. Gott schenkt die Erkenntnis, die Ahnung der Wahrheit. Das heißt: erst kommt der Glaube – die Moral resultiert daraus. Von Gott muss ich Zeugnis geben und so anderen die Quelle der Moral erschließen. Denn die Moral ist die Frucht des Glaubens, nicht seine Grundlage.
Bei uns wird die Kirche nicht missionarisch genug wahrgenommen. Wenn eine Aufweichung der Moral gewittert wird, sobald der Papst sagt, Gott sei mit Sündern barmherzig, ist das eine Anfrage an mich. Habe ich Ihn wirklich so präsentiert, als seien Seine Liebe und Seine Vergebung letztlich in der Verkündigung kontraproduktiv? Als gälte es, die Wahrheit mit Unbarmherzigkeit zu unterfüttern, damit sie glaubwürdig daher kommt? Und dann wundere ich mich, dass niemand sie hören will? Die Pressemitarbeiter, die jetzt Unsinn in die Welt setzen, sind im Diskurs meine Gegner. Menschlich jedoch sind es die, denen das Evangelium glaubhaft zu verkünden ich bisher versäumt habe.
Der Diskurs ist genau so lange sinnvoll, wie er Menschen zu Gott führt. Die katholischen Wahrheiten erstrahlen vor allem dadurch, dass man nach ihnen lebt. Dass man von ihnen redet, hilft viel seltener weiter. Hier setzt Franziskus an. Er spricht von Mission. Er redet, wie man innerhalb eines Missionsprogramms spricht.
Damit bin auch ich letztlich bei den beiden Päpsten angelangt. Es drängt sich mir förmlich auf: wenn ich Benedikt ernst nehme, muss ich Franziskus folgen. Das, was ich bei Benedikt lernen durfte, ist viel zu wertvoll, als dass ich es auf eine Meinung, eine politische und gesellschaftliche Position reduzieren dürfte. Ich bin es Gott und den ungeborenen Kindern schuldig, dass ich Ihn möglichst vielen Menschen bekannt mache, damit auch sie die Chance haben, sich vom Glauben prägen zu lassen. Nur so, denke ich, werden Abtreibungen geringer. Und auch wenn ich kein Meister des Missionierens bin: dazu ist Gott bei mir. Darauf vertraue ich, auch beim Abfassen dieses Textes.
Auch wenn ich derzeit kaum schreibe und zudem jetzt nur etwas sagen will, was schon viele vor mir sagten: Ich habe mit der Rezeption der Worte von Papst Franziskus durch viele Christen ein Problem.
Es herrscht eine verzweifelte Suche nach Parallelitäten im Denken von Benedikt und Franziskus, oder, wenn man anders gesinnt ist, nach Unterschieden zwischen beiden. Der Papst jedoch braucht seinen Vorgänger nicht als Garanten für sein Katholisch-sein. Er ist der Papst und basta.
Dennoch gibt es eine Fixierung auf alte Denkstrukturen, die einfach nicht mehr helfen, eine Fixierung, die mir, um aufrichtig zu sein, auf die Nerven geht. Denn ich entdecke diese Tendenzen auch bei mir…
Die Strukturen, die nicht mehr passen, lassen sich, so meine ich, prima darstellen an den Äußerungen des Papstes zu den Themen Sexualität, Moral und Abtreibung, und an den Reaktionen darauf.
Nach meiner Meinung gefragt vertrete ich da klar katholische Positionen, denn die halte ich für richtig: Meine eigene Einstellung zu diesen Themen ist massiv durch meinen Glauben beeinflusst. Und ich wünschte, diese Positionen wären weiter verbreitet – viel weiter! Doch was folgt daraus?
Wenn ich dabei verharre, meine eigene Meinungsbildung zu pflegen, werde ich nichts anderes tun, als immer und immer wieder meine Meinung zu sagen. Damit erheische ich Beifall von Gleichgesinnten und nerve die anderen. Es wirkt verkrampft und wenig einladend und ist es wohl auch. Doch gerade weil sie so wichtig sind, haben diese ganzen Themen nicht nur den Aspekt, dass die Kirche Recht hat, sondern auch den, dass sie von möglichst vielen geteilt werden sollen. Und diese vielen wollen erst einmal erreicht sein.
Wenn ich deshalb versuche, so glaubwürdig zu werden, dass andere beginnen, sich mit meinen Gedanken auseinanderzusetzen, und wenn ich ihnen den Platz dafür gebe – verrate ich dann meine Positionen, nur weil ich sie nicht ständig wiederhole? Nein. Vielmehr verrate ich sie, wenn ich sie auf eine Frage des Rechthabens reduziere und so versäume, dass sie sich verbreiten. Unsere Aufgabe ist die Mission, nicht die Reinhaltung des Diskurses. Oder, wie der Papst es sagte (und ich finde diesen Satz besonders treffend): „Wir müssen eher Prozesse in Gang bringen als Räume besetzen.“ Damit ist die Wahrheit nicht verraten, sondern ins aktive Geschehen eingebracht.
Wie ich schon schrieb: meine Meinung wurde durch den Glauben massiv beeinflusst. Gott schenkt die Erkenntnis, die Ahnung der Wahrheit. Das heißt: erst kommt der Glaube – die Moral resultiert daraus. Von Gott muss ich Zeugnis geben und so anderen die Quelle der Moral erschließen. Denn die Moral ist die Frucht des Glaubens, nicht seine Grundlage.
Bei uns wird die Kirche nicht missionarisch genug wahrgenommen. Wenn eine Aufweichung der Moral gewittert wird, sobald der Papst sagt, Gott sei mit Sündern barmherzig, ist das eine Anfrage an mich. Habe ich Ihn wirklich so präsentiert, als seien Seine Liebe und Seine Vergebung letztlich in der Verkündigung kontraproduktiv? Als gälte es, die Wahrheit mit Unbarmherzigkeit zu unterfüttern, damit sie glaubwürdig daher kommt? Und dann wundere ich mich, dass niemand sie hören will? Die Pressemitarbeiter, die jetzt Unsinn in die Welt setzen, sind im Diskurs meine Gegner. Menschlich jedoch sind es die, denen das Evangelium glaubhaft zu verkünden ich bisher versäumt habe.
Der Diskurs ist genau so lange sinnvoll, wie er Menschen zu Gott führt. Die katholischen Wahrheiten erstrahlen vor allem dadurch, dass man nach ihnen lebt. Dass man von ihnen redet, hilft viel seltener weiter. Hier setzt Franziskus an. Er spricht von Mission. Er redet, wie man innerhalb eines Missionsprogramms spricht.
Damit bin auch ich letztlich bei den beiden Päpsten angelangt. Es drängt sich mir förmlich auf: wenn ich Benedikt ernst nehme, muss ich Franziskus folgen. Das, was ich bei Benedikt lernen durfte, ist viel zu wertvoll, als dass ich es auf eine Meinung, eine politische und gesellschaftliche Position reduzieren dürfte. Ich bin es Gott und den ungeborenen Kindern schuldig, dass ich Ihn möglichst vielen Menschen bekannt mache, damit auch sie die Chance haben, sich vom Glauben prägen zu lassen. Nur so, denke ich, werden Abtreibungen geringer. Und auch wenn ich kein Meister des Missionierens bin: dazu ist Gott bei mir. Darauf vertraue ich, auch beim Abfassen dieses Textes.
Mittwoch, September 04, 2013
Passend
[Von Bastian]
Zwischen all den Wahlplakaten mit mehr oder weniger freundlichen Gesichtern stehen bei uns immer wieder auch gleichgroße Werbeplakate mit der Aufschrift "Dinosaurierausstellung".
Das hat was.
Zwischen all den Wahlplakaten mit mehr oder weniger freundlichen Gesichtern stehen bei uns immer wieder auch gleichgroße Werbeplakate mit der Aufschrift "Dinosaurierausstellung".
Das hat was.
Freitag, August 16, 2013
Dienstag, August 13, 2013
Zwohundertsiebenundfünfzig, eins bis drei.
[Peter Esser] In Erwartung des neuen Gotteslobs schreibt Alexander Görlach auf dem Blog von katholisch.de von Rohrkrepierern und Gassenhauern – und meint damit Liedgut, daß die Gottesdienstgemeinden seit dem Jahr 1972, dem Einführungsjahr des »Gotteslobs« Generationen von Katholiken geprägt hat. Rohrkrepierer – der Versuch, deutsche Psalmverse im Stil gregorianischer Antiphonen nachzuempfinden (»Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade«); Gassenhauer, die nie wirklich Gassenhauer waren, sondern pflichtschuldigst von Themenmesse zu Themenmesse ihr kärgliches Überleben fristeten – zum Beispiel »Laß uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun«; niemand hat jemals jemanden auf einer Baustelle dieses Lied pfeifen gehört.
Soweit d’accord. Spätestens bei seiner etwas selbstgefälligen Anekdote zur Rettung des abendländischen Kulturgutes – der Schilderung, wie er in der Osternacht der Dorfgemeinde die Liederwünsche des Pfarrers ignoriert und die Missa de Angelis singen läßt, merke ich, daß meine Geduld überstrapaziert ist. Und dann die Erkenntnis: Hier redet einer, der ein Kulturgut retten will – was gut und schön ist –, aber selber der katholischen Praxis »Adieu« gesagt hat. Wie er so treffend sagt, übt er in Hinsicht auf den Gottesdienst Abstinenz.
Keine Frage: Ich hoffe, daß die Zeiten vorbei sind, in denen die Gemeinde genötigt ist, »Suchen und Fragen« (GL 049 AC) als Credolied zu singen. Aber ich plädiere doch dafür, einen Sinn für die liturgische Wirklichkeit zu entwickeln. Auch wenn Christentum kulturschaffend sein soll, geht es NICHT um die Rettung der abendländischen Kultur, sondern um das Heil jedes Menschen, um seine Christus- und Gottesbeziehung. Das »Heil« taucht als Begriff bei Görlach nur da auf, wo er sich mit ironischem Anklang von der zugehörigen Veranstaltung distanziert.
Die reale Fülle liturgischer Formen – auch weltkirchlich – zu realisieren, gehört für mich zur Wahrnehmung der kirchlichen Wirklichkeit. Es geht nicht um ein geschmäcklerisches Verharren in Althergebrachtem – nur um des Verharrens willen. Menschen sind begeistert von den Gesängen, die uns die ökumenische Gemeinschaft aus Taizé geschenkt hat, Liedern, die aus den geistlichen Gemeinschaften Allgemeingut geworden sind. Für mich ist es erstaunlich, daß längst eine Veränderung im Neuen Geistlichen Lied eingetreten ist. Das unerleuchtete »Aggiornamento« der späten sechziger und siebziger Jahre ist passé – in Zeiten explodierender Benzinpreise interessiert niemanden mehr, ob das »Rote Meer grüne Welle hat«. Die Bilder und Ausdrucksweisen dieser Zeit gehören längst ins pastorale Kuriositätenkabinett. Es mag postmodernes Schwelgen ohne Verankerung im tatsächlichen Leben sein, wenn der Weltjugendtagsschlager »Jesus Christ, you are my Life« gesungen wird, aber es zeigt eine Sehnsucht nach Personalität, nach Freundschaft mit Jesus Christus. Jemand, der die Heilsbedeutung der Kirche nicht akzeptiert, wird dafür schwerlich einen Blick entwickeln.
Und wenn wir schon päpstlicher sein wollen als der Papst: In die Osternacht gehört die Erste Choralmesse »Lux et Origo« (GL 410-413), nicht die achte. Soviel Zeit muß sein.
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