Montag, September 23, 2013
Samstag, September 21, 2013
Und noch einmal das Papstinterview...
[Von Bastian]
Auch wenn ich derzeit kaum schreibe und zudem jetzt nur etwas sagen will, was schon viele vor mir sagten: Ich habe mit der Rezeption der Worte von Papst Franziskus durch viele Christen ein Problem.
Es herrscht eine verzweifelte Suche nach Parallelitäten im Denken von Benedikt und Franziskus, oder, wenn man anders gesinnt ist, nach Unterschieden zwischen beiden. Der Papst jedoch braucht seinen Vorgänger nicht als Garanten für sein Katholisch-sein. Er ist der Papst und basta.
Dennoch gibt es eine Fixierung auf alte Denkstrukturen, die einfach nicht mehr helfen, eine Fixierung, die mir, um aufrichtig zu sein, auf die Nerven geht. Denn ich entdecke diese Tendenzen auch bei mir…
Die Strukturen, die nicht mehr passen, lassen sich, so meine ich, prima darstellen an den Äußerungen des Papstes zu den Themen Sexualität, Moral und Abtreibung, und an den Reaktionen darauf.
Nach meiner Meinung gefragt vertrete ich da klar katholische Positionen, denn die halte ich für richtig: Meine eigene Einstellung zu diesen Themen ist massiv durch meinen Glauben beeinflusst. Und ich wünschte, diese Positionen wären weiter verbreitet – viel weiter! Doch was folgt daraus?
Wenn ich dabei verharre, meine eigene Meinungsbildung zu pflegen, werde ich nichts anderes tun, als immer und immer wieder meine Meinung zu sagen. Damit erheische ich Beifall von Gleichgesinnten und nerve die anderen. Es wirkt verkrampft und wenig einladend und ist es wohl auch. Doch gerade weil sie so wichtig sind, haben diese ganzen Themen nicht nur den Aspekt, dass die Kirche Recht hat, sondern auch den, dass sie von möglichst vielen geteilt werden sollen. Und diese vielen wollen erst einmal erreicht sein.
Wenn ich deshalb versuche, so glaubwürdig zu werden, dass andere beginnen, sich mit meinen Gedanken auseinanderzusetzen, und wenn ich ihnen den Platz dafür gebe – verrate ich dann meine Positionen, nur weil ich sie nicht ständig wiederhole? Nein. Vielmehr verrate ich sie, wenn ich sie auf eine Frage des Rechthabens reduziere und so versäume, dass sie sich verbreiten. Unsere Aufgabe ist die Mission, nicht die Reinhaltung des Diskurses. Oder, wie der Papst es sagte (und ich finde diesen Satz besonders treffend): „Wir müssen eher Prozesse in Gang bringen als Räume besetzen.“ Damit ist die Wahrheit nicht verraten, sondern ins aktive Geschehen eingebracht.
Wie ich schon schrieb: meine Meinung wurde durch den Glauben massiv beeinflusst. Gott schenkt die Erkenntnis, die Ahnung der Wahrheit. Das heißt: erst kommt der Glaube – die Moral resultiert daraus. Von Gott muss ich Zeugnis geben und so anderen die Quelle der Moral erschließen. Denn die Moral ist die Frucht des Glaubens, nicht seine Grundlage.
Bei uns wird die Kirche nicht missionarisch genug wahrgenommen. Wenn eine Aufweichung der Moral gewittert wird, sobald der Papst sagt, Gott sei mit Sündern barmherzig, ist das eine Anfrage an mich. Habe ich Ihn wirklich so präsentiert, als seien Seine Liebe und Seine Vergebung letztlich in der Verkündigung kontraproduktiv? Als gälte es, die Wahrheit mit Unbarmherzigkeit zu unterfüttern, damit sie glaubwürdig daher kommt? Und dann wundere ich mich, dass niemand sie hören will? Die Pressemitarbeiter, die jetzt Unsinn in die Welt setzen, sind im Diskurs meine Gegner. Menschlich jedoch sind es die, denen das Evangelium glaubhaft zu verkünden ich bisher versäumt habe.
Der Diskurs ist genau so lange sinnvoll, wie er Menschen zu Gott führt. Die katholischen Wahrheiten erstrahlen vor allem dadurch, dass man nach ihnen lebt. Dass man von ihnen redet, hilft viel seltener weiter. Hier setzt Franziskus an. Er spricht von Mission. Er redet, wie man innerhalb eines Missionsprogramms spricht.
Damit bin auch ich letztlich bei den beiden Päpsten angelangt. Es drängt sich mir förmlich auf: wenn ich Benedikt ernst nehme, muss ich Franziskus folgen. Das, was ich bei Benedikt lernen durfte, ist viel zu wertvoll, als dass ich es auf eine Meinung, eine politische und gesellschaftliche Position reduzieren dürfte. Ich bin es Gott und den ungeborenen Kindern schuldig, dass ich Ihn möglichst vielen Menschen bekannt mache, damit auch sie die Chance haben, sich vom Glauben prägen zu lassen. Nur so, denke ich, werden Abtreibungen geringer. Und auch wenn ich kein Meister des Missionierens bin: dazu ist Gott bei mir. Darauf vertraue ich, auch beim Abfassen dieses Textes.
Auch wenn ich derzeit kaum schreibe und zudem jetzt nur etwas sagen will, was schon viele vor mir sagten: Ich habe mit der Rezeption der Worte von Papst Franziskus durch viele Christen ein Problem.
Es herrscht eine verzweifelte Suche nach Parallelitäten im Denken von Benedikt und Franziskus, oder, wenn man anders gesinnt ist, nach Unterschieden zwischen beiden. Der Papst jedoch braucht seinen Vorgänger nicht als Garanten für sein Katholisch-sein. Er ist der Papst und basta.
Dennoch gibt es eine Fixierung auf alte Denkstrukturen, die einfach nicht mehr helfen, eine Fixierung, die mir, um aufrichtig zu sein, auf die Nerven geht. Denn ich entdecke diese Tendenzen auch bei mir…
Die Strukturen, die nicht mehr passen, lassen sich, so meine ich, prima darstellen an den Äußerungen des Papstes zu den Themen Sexualität, Moral und Abtreibung, und an den Reaktionen darauf.
Nach meiner Meinung gefragt vertrete ich da klar katholische Positionen, denn die halte ich für richtig: Meine eigene Einstellung zu diesen Themen ist massiv durch meinen Glauben beeinflusst. Und ich wünschte, diese Positionen wären weiter verbreitet – viel weiter! Doch was folgt daraus?
Wenn ich dabei verharre, meine eigene Meinungsbildung zu pflegen, werde ich nichts anderes tun, als immer und immer wieder meine Meinung zu sagen. Damit erheische ich Beifall von Gleichgesinnten und nerve die anderen. Es wirkt verkrampft und wenig einladend und ist es wohl auch. Doch gerade weil sie so wichtig sind, haben diese ganzen Themen nicht nur den Aspekt, dass die Kirche Recht hat, sondern auch den, dass sie von möglichst vielen geteilt werden sollen. Und diese vielen wollen erst einmal erreicht sein.
Wenn ich deshalb versuche, so glaubwürdig zu werden, dass andere beginnen, sich mit meinen Gedanken auseinanderzusetzen, und wenn ich ihnen den Platz dafür gebe – verrate ich dann meine Positionen, nur weil ich sie nicht ständig wiederhole? Nein. Vielmehr verrate ich sie, wenn ich sie auf eine Frage des Rechthabens reduziere und so versäume, dass sie sich verbreiten. Unsere Aufgabe ist die Mission, nicht die Reinhaltung des Diskurses. Oder, wie der Papst es sagte (und ich finde diesen Satz besonders treffend): „Wir müssen eher Prozesse in Gang bringen als Räume besetzen.“ Damit ist die Wahrheit nicht verraten, sondern ins aktive Geschehen eingebracht.
Wie ich schon schrieb: meine Meinung wurde durch den Glauben massiv beeinflusst. Gott schenkt die Erkenntnis, die Ahnung der Wahrheit. Das heißt: erst kommt der Glaube – die Moral resultiert daraus. Von Gott muss ich Zeugnis geben und so anderen die Quelle der Moral erschließen. Denn die Moral ist die Frucht des Glaubens, nicht seine Grundlage.
Bei uns wird die Kirche nicht missionarisch genug wahrgenommen. Wenn eine Aufweichung der Moral gewittert wird, sobald der Papst sagt, Gott sei mit Sündern barmherzig, ist das eine Anfrage an mich. Habe ich Ihn wirklich so präsentiert, als seien Seine Liebe und Seine Vergebung letztlich in der Verkündigung kontraproduktiv? Als gälte es, die Wahrheit mit Unbarmherzigkeit zu unterfüttern, damit sie glaubwürdig daher kommt? Und dann wundere ich mich, dass niemand sie hören will? Die Pressemitarbeiter, die jetzt Unsinn in die Welt setzen, sind im Diskurs meine Gegner. Menschlich jedoch sind es die, denen das Evangelium glaubhaft zu verkünden ich bisher versäumt habe.
Der Diskurs ist genau so lange sinnvoll, wie er Menschen zu Gott führt. Die katholischen Wahrheiten erstrahlen vor allem dadurch, dass man nach ihnen lebt. Dass man von ihnen redet, hilft viel seltener weiter. Hier setzt Franziskus an. Er spricht von Mission. Er redet, wie man innerhalb eines Missionsprogramms spricht.
Damit bin auch ich letztlich bei den beiden Päpsten angelangt. Es drängt sich mir förmlich auf: wenn ich Benedikt ernst nehme, muss ich Franziskus folgen. Das, was ich bei Benedikt lernen durfte, ist viel zu wertvoll, als dass ich es auf eine Meinung, eine politische und gesellschaftliche Position reduzieren dürfte. Ich bin es Gott und den ungeborenen Kindern schuldig, dass ich Ihn möglichst vielen Menschen bekannt mache, damit auch sie die Chance haben, sich vom Glauben prägen zu lassen. Nur so, denke ich, werden Abtreibungen geringer. Und auch wenn ich kein Meister des Missionierens bin: dazu ist Gott bei mir. Darauf vertraue ich, auch beim Abfassen dieses Textes.
Mittwoch, September 04, 2013
Passend
[Von Bastian]
Zwischen all den Wahlplakaten mit mehr oder weniger freundlichen Gesichtern stehen bei uns immer wieder auch gleichgroße Werbeplakate mit der Aufschrift "Dinosaurierausstellung".
Das hat was.
Zwischen all den Wahlplakaten mit mehr oder weniger freundlichen Gesichtern stehen bei uns immer wieder auch gleichgroße Werbeplakate mit der Aufschrift "Dinosaurierausstellung".
Das hat was.
Freitag, August 16, 2013
Dienstag, August 13, 2013
Zwohundertsiebenundfünfzig, eins bis drei.
[Peter Esser] In Erwartung des neuen Gotteslobs schreibt Alexander Görlach auf dem Blog von katholisch.de von Rohrkrepierern und Gassenhauern – und meint damit Liedgut, daß die Gottesdienstgemeinden seit dem Jahr 1972, dem Einführungsjahr des »Gotteslobs« Generationen von Katholiken geprägt hat. Rohrkrepierer – der Versuch, deutsche Psalmverse im Stil gregorianischer Antiphonen nachzuempfinden (»Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade«); Gassenhauer, die nie wirklich Gassenhauer waren, sondern pflichtschuldigst von Themenmesse zu Themenmesse ihr kärgliches Überleben fristeten – zum Beispiel »Laß uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun«; niemand hat jemals jemanden auf einer Baustelle dieses Lied pfeifen gehört.
Soweit d’accord. Spätestens bei seiner etwas selbstgefälligen Anekdote zur Rettung des abendländischen Kulturgutes – der Schilderung, wie er in der Osternacht der Dorfgemeinde die Liederwünsche des Pfarrers ignoriert und die Missa de Angelis singen läßt, merke ich, daß meine Geduld überstrapaziert ist. Und dann die Erkenntnis: Hier redet einer, der ein Kulturgut retten will – was gut und schön ist –, aber selber der katholischen Praxis »Adieu« gesagt hat. Wie er so treffend sagt, übt er in Hinsicht auf den Gottesdienst Abstinenz.
Keine Frage: Ich hoffe, daß die Zeiten vorbei sind, in denen die Gemeinde genötigt ist, »Suchen und Fragen« (GL 049 AC) als Credolied zu singen. Aber ich plädiere doch dafür, einen Sinn für die liturgische Wirklichkeit zu entwickeln. Auch wenn Christentum kulturschaffend sein soll, geht es NICHT um die Rettung der abendländischen Kultur, sondern um das Heil jedes Menschen, um seine Christus- und Gottesbeziehung. Das »Heil« taucht als Begriff bei Görlach nur da auf, wo er sich mit ironischem Anklang von der zugehörigen Veranstaltung distanziert.
Die reale Fülle liturgischer Formen – auch weltkirchlich – zu realisieren, gehört für mich zur Wahrnehmung der kirchlichen Wirklichkeit. Es geht nicht um ein geschmäcklerisches Verharren in Althergebrachtem – nur um des Verharrens willen. Menschen sind begeistert von den Gesängen, die uns die ökumenische Gemeinschaft aus Taizé geschenkt hat, Liedern, die aus den geistlichen Gemeinschaften Allgemeingut geworden sind. Für mich ist es erstaunlich, daß längst eine Veränderung im Neuen Geistlichen Lied eingetreten ist. Das unerleuchtete »Aggiornamento« der späten sechziger und siebziger Jahre ist passé – in Zeiten explodierender Benzinpreise interessiert niemanden mehr, ob das »Rote Meer grüne Welle hat«. Die Bilder und Ausdrucksweisen dieser Zeit gehören längst ins pastorale Kuriositätenkabinett. Es mag postmodernes Schwelgen ohne Verankerung im tatsächlichen Leben sein, wenn der Weltjugendtagsschlager »Jesus Christ, you are my Life« gesungen wird, aber es zeigt eine Sehnsucht nach Personalität, nach Freundschaft mit Jesus Christus. Jemand, der die Heilsbedeutung der Kirche nicht akzeptiert, wird dafür schwerlich einen Blick entwickeln.
Und wenn wir schon päpstlicher sein wollen als der Papst: In die Osternacht gehört die Erste Choralmesse »Lux et Origo« (GL 410-413), nicht die achte. Soviel Zeit muß sein.
Mittwoch, Juli 31, 2013
Montag, Juli 29, 2013
Offener Brief an einen Atheisten.
[Von Bastian]
„Wie kann ich einem Gott vertrauen, der die menschliche Natur mit so vielen Fehlern schuf und so viel Leid zulässt?“
Lieber Atheist, so bringt das nichts. Das Gespräch ist sinnlos, denn das kann niemand erklären. Warum? Weil Gott das nicht getan hat. Nicht Gott hat Falsches erschaffen. Nicht er ist für meine Fehler verantwortlich, sondern ich. Und nicht er ist für Deine Fehler verantwortlich, sondern Du.
Wenn Du Dich mit dem Christentum auseinandersetzen willst, bringt es nichts, abwegige Voraussetzungen zu postulieren und von ihnen aus zu urteilen.
Die Idee eines Gottes, der für jeden Zustand seiner Schöpfung verantwortlich zeichnet, ist nicht christlich. Sie ist stattdessen ziemlich genau das Gegenteil des Christentums, in dem nicht Gott eine unvollkommene Schöpfung ins Leben rief, sondern eine vollkommene, die sich selbst von ihm abwandte und die nun von ihm sozusagen zurückerobert wird.
Es ist das Wesen des Christentums, dass es etwas zu korrigieren gibt: die Sünde. Dass es jemanden zu korrigieren gibt: Dich und mich. Wenn Du von Christentum redest, beachte seine innere Logik: die der perfekten Schöpfung, des Abfalls und der Rettung. Beachtest Du sie nicht, redest Du von etwas anderem.
Wenn Du jetzt die Frage stellst, wie denn eine Schöpfung perfekt sein kann, die sich selbst derart zu pervertieren in der Lage ist, verstehst Du nicht, wie hoch Gott Dich einschätzt und wie groß er Dich geschaffen hat. Undenkbar für ihn, Dich so zu erschaffen, dass Du automatisch gut bist, ihn automatisch liebst. Es wäre überhaupt keine Liebe, nicht einmal Dressur. Es wäre nett, aber inhaltslos. Deine Liebe zu ihm würde sich gut anfühlen, aber sie wäre nicht echt, denn Du hättest gar keine Wahl. Wärst Du mit einer ewigen Selbsttäuschung glücklich?
Nein, der christliche Gott erschafft freie und verantwortliche Menschen. Menschen, die aufgrund ihrer Freiheit liebesfähig sind. Menschen, die er in ihrer Freiheit so ernst nimmt, dass er sie laufen lässt, auch wenn sie irren. Und die er so sehr liebt, dass er ihnen nachläuft, bis ins Leid hinein.
Lieber Atheist, das Christentum ist ein Drama, keine Happy Hour, und es geht einher mit Freiheit und Verantwortlichkeit. Der Mensch ist groß vor Gott, keine Marionette. Der Mensch kann verloren gehen: im Christentum geht es um nicht weniger als um Leben und Tod. Um das ewige Leben und den ewigen Tod. Darunter tut Gott es nicht. Wer die heile Welt sucht, in der der Mensch nicht bös sein kann, sucht nicht Gott, sondern ein privates Idealbild, das nett und bequem ist und den vermeintlichen Vorteil hat, dass man unschuldig ist. Zum Christentum gehört Mut: anzuerkennen, dass man schuldig ist. Wer bereit ist, sich dieser Tatsache zu stellen und sie nicht verzweifelt wegzudiskutieren versucht, dem beginnt sich zu erschließen, was Gott auf Golgota tat. Ohne dass Du begreifst, dass Du Sünder bist, wird Dir das Christentum fremd bleiben.
Du hast die Wahl: Erlösung light, die darin besteht, dass es keine Schuld gibt und ein netter Gott alles schön macht, oder Erlösung pur, die vor nichts die Augen verschließt, schon gar nicht vor Deinen Fehlern.
Erlösung light ist das Gottesbild, das sich die meisten Atheisten wünschen. Es hat im Christentum nichts verloren sondern ist eher etwas für Menschen, die den Blick in den Spiegel im Lichte Gottes nicht aushalten wollen, die eigene Schuld lieber wegdiskutieren und Gott leugnen, weil er nicht ist, wie sie ihn gern hätten.
Erlösung pur ist etwas für Mutige, die es wagen, die Seele zu öffnen für den, vor dem sie zugeben müssen, nicht zu sein, wie er sie will. Und die bereit sind, sich das schenken zu lassen, was ihnen fehlt. Das kann weh tun.
Ja, das Christentum hat mit Leid zu tun – nicht weil es das Leiden fördert, sondern weil es das Leiden bei seiner Wurzel packt. Es geht niemals darum, das Leid zur Tugend an sich zu machen. Es kann aber durchaus sein, dass man die Ursache des Leids erkennt, die Sünde, und Gott dabei hilft, diese Ursache auszuräumen. Ein Blick nach Golgota reicht, um zu wissen, dass das Leid bedeuten kann. Doch nicht, weil es gut ist, zu leiden, sondern weil es besser ist, zu leiden und zu lieben als nicht zu leiden, aber auch nicht zu lieben. Ein Christ kann Leid eher akzeptieren, weil er weiß, dass es endlich ist, die Liebe aber unendlich.
Letztlich bekommt der Christ genau das, wovon Du träumst, lieber Atheist: die heile Welt. Doch nicht eine automatisch heile kleine Erdkugel, die man ein knappes Jahrhundert bestaunen darf, um danach im Nichts zu verschwinden, sondern das wahrhaft heile Sein, das ehrliche und aufrichtige und herrliche Sein, dass die eigene Heilung einschließt und mit dem Tod nicht endet.
Wenn Du, lieber Atheist, also mit Deinem Katalog an Forderungen kommst, die nicht zu Gott passen, mit Deinen Fragen, die eigentlich schon ablehnende Antworten sind, mit Deinem Gottesbild, das das Resultat will, ohne den Weg zurückzulegen, dann mache Dir bitte klar, dass Du über alles Mögliche redest, aber nicht über das Christentum. Du musst meinen Glauben nicht teilen. Nur begreife, dass Du nicht die Christen verantwortlich machen kannst, wenn sie Dir nicht die Fragen beantworten, die Du aufgrund einer nichtchristlichen Logik stellst. Würdest Du Dich bei BMW beschweren, wenn Dein selbsterdachter Motor nicht läuft? Mache Dir den Unterschied klar. Das macht Gespräche leichter. Und zudem: soviel Logik solltest Du Dir wert sein.
„Wie kann ich einem Gott vertrauen, der die menschliche Natur mit so vielen Fehlern schuf und so viel Leid zulässt?“
Lieber Atheist, so bringt das nichts. Das Gespräch ist sinnlos, denn das kann niemand erklären. Warum? Weil Gott das nicht getan hat. Nicht Gott hat Falsches erschaffen. Nicht er ist für meine Fehler verantwortlich, sondern ich. Und nicht er ist für Deine Fehler verantwortlich, sondern Du.
Wenn Du Dich mit dem Christentum auseinandersetzen willst, bringt es nichts, abwegige Voraussetzungen zu postulieren und von ihnen aus zu urteilen.
Die Idee eines Gottes, der für jeden Zustand seiner Schöpfung verantwortlich zeichnet, ist nicht christlich. Sie ist stattdessen ziemlich genau das Gegenteil des Christentums, in dem nicht Gott eine unvollkommene Schöpfung ins Leben rief, sondern eine vollkommene, die sich selbst von ihm abwandte und die nun von ihm sozusagen zurückerobert wird.
Es ist das Wesen des Christentums, dass es etwas zu korrigieren gibt: die Sünde. Dass es jemanden zu korrigieren gibt: Dich und mich. Wenn Du von Christentum redest, beachte seine innere Logik: die der perfekten Schöpfung, des Abfalls und der Rettung. Beachtest Du sie nicht, redest Du von etwas anderem.
Wenn Du jetzt die Frage stellst, wie denn eine Schöpfung perfekt sein kann, die sich selbst derart zu pervertieren in der Lage ist, verstehst Du nicht, wie hoch Gott Dich einschätzt und wie groß er Dich geschaffen hat. Undenkbar für ihn, Dich so zu erschaffen, dass Du automatisch gut bist, ihn automatisch liebst. Es wäre überhaupt keine Liebe, nicht einmal Dressur. Es wäre nett, aber inhaltslos. Deine Liebe zu ihm würde sich gut anfühlen, aber sie wäre nicht echt, denn Du hättest gar keine Wahl. Wärst Du mit einer ewigen Selbsttäuschung glücklich?
Nein, der christliche Gott erschafft freie und verantwortliche Menschen. Menschen, die aufgrund ihrer Freiheit liebesfähig sind. Menschen, die er in ihrer Freiheit so ernst nimmt, dass er sie laufen lässt, auch wenn sie irren. Und die er so sehr liebt, dass er ihnen nachläuft, bis ins Leid hinein.
Lieber Atheist, das Christentum ist ein Drama, keine Happy Hour, und es geht einher mit Freiheit und Verantwortlichkeit. Der Mensch ist groß vor Gott, keine Marionette. Der Mensch kann verloren gehen: im Christentum geht es um nicht weniger als um Leben und Tod. Um das ewige Leben und den ewigen Tod. Darunter tut Gott es nicht. Wer die heile Welt sucht, in der der Mensch nicht bös sein kann, sucht nicht Gott, sondern ein privates Idealbild, das nett und bequem ist und den vermeintlichen Vorteil hat, dass man unschuldig ist. Zum Christentum gehört Mut: anzuerkennen, dass man schuldig ist. Wer bereit ist, sich dieser Tatsache zu stellen und sie nicht verzweifelt wegzudiskutieren versucht, dem beginnt sich zu erschließen, was Gott auf Golgota tat. Ohne dass Du begreifst, dass Du Sünder bist, wird Dir das Christentum fremd bleiben.
Du hast die Wahl: Erlösung light, die darin besteht, dass es keine Schuld gibt und ein netter Gott alles schön macht, oder Erlösung pur, die vor nichts die Augen verschließt, schon gar nicht vor Deinen Fehlern.
Erlösung light ist das Gottesbild, das sich die meisten Atheisten wünschen. Es hat im Christentum nichts verloren sondern ist eher etwas für Menschen, die den Blick in den Spiegel im Lichte Gottes nicht aushalten wollen, die eigene Schuld lieber wegdiskutieren und Gott leugnen, weil er nicht ist, wie sie ihn gern hätten.
Erlösung pur ist etwas für Mutige, die es wagen, die Seele zu öffnen für den, vor dem sie zugeben müssen, nicht zu sein, wie er sie will. Und die bereit sind, sich das schenken zu lassen, was ihnen fehlt. Das kann weh tun.
Ja, das Christentum hat mit Leid zu tun – nicht weil es das Leiden fördert, sondern weil es das Leiden bei seiner Wurzel packt. Es geht niemals darum, das Leid zur Tugend an sich zu machen. Es kann aber durchaus sein, dass man die Ursache des Leids erkennt, die Sünde, und Gott dabei hilft, diese Ursache auszuräumen. Ein Blick nach Golgota reicht, um zu wissen, dass das Leid bedeuten kann. Doch nicht, weil es gut ist, zu leiden, sondern weil es besser ist, zu leiden und zu lieben als nicht zu leiden, aber auch nicht zu lieben. Ein Christ kann Leid eher akzeptieren, weil er weiß, dass es endlich ist, die Liebe aber unendlich.
Letztlich bekommt der Christ genau das, wovon Du träumst, lieber Atheist: die heile Welt. Doch nicht eine automatisch heile kleine Erdkugel, die man ein knappes Jahrhundert bestaunen darf, um danach im Nichts zu verschwinden, sondern das wahrhaft heile Sein, das ehrliche und aufrichtige und herrliche Sein, dass die eigene Heilung einschließt und mit dem Tod nicht endet.
Wenn Du, lieber Atheist, also mit Deinem Katalog an Forderungen kommst, die nicht zu Gott passen, mit Deinen Fragen, die eigentlich schon ablehnende Antworten sind, mit Deinem Gottesbild, das das Resultat will, ohne den Weg zurückzulegen, dann mache Dir bitte klar, dass Du über alles Mögliche redest, aber nicht über das Christentum. Du musst meinen Glauben nicht teilen. Nur begreife, dass Du nicht die Christen verantwortlich machen kannst, wenn sie Dir nicht die Fragen beantworten, die Du aufgrund einer nichtchristlichen Logik stellst. Würdest Du Dich bei BMW beschweren, wenn Dein selbsterdachter Motor nicht läuft? Mache Dir den Unterschied klar. Das macht Gespräche leichter. Und zudem: soviel Logik solltest Du Dir wert sein.
Mittwoch, Juli 24, 2013
Kritische Rechtgläubigkeit?
[Von Bastian]
Vorab:
- Mit „Rechtgläubigkeit“ meine ich hier keine bestimmte Lehre, sondern den Versuch (denn mehr kann es niemals sein) eines Glaubenslebens, das sich nicht im Eigensinn des privaten Horizonts erschöpft, sondern vielmehr die Erkenntnis einer Lehre akzeptiert und sich daran ausrichtet.
- Mit „Kritisch“ meine ich nicht die Neigung, allein aus der Existenz einer eigenen Meinung zu schließen, jede Form einer Lehre sei eine Bevormundung und jedes Ablehnen einer Meinung sei eine Einschränkung der Ganzheit der Wahrheiten, sondern eine fragende und hinterfragende Haltung, die bereit ist, die persönlichen Grenzen, Zweifel und auch Ablehnungen der Glaubenslehre gegenüberzustellen und den Widerspruch auszuhalten.
Kann also ein Glaube, der einer Lehre folgt, kritisch sein? Wäre das nicht ein Widerspruch, da die Lehre eben doch nicht einfach akzeptiert wird, sondern an den eigenen Fragen und damit an eigenen Maßstäben gemessen wird? Für diese Frage brauche ich gar nicht die Katholische Kirche und ihren Katechismus zu bemühen – der Versuch, der Schrift gemäß zu leben, reicht. Immer wieder stoße ich an Grenzen und Zweifel, und ich bin überzeugt, dass das jedem so geht. Es liegt in der Natur der Sache, denn wenn ich glauben will, schaue ich nicht auf ein Lehramt oder ein heiliges Buch, sondern durch beides hindurch auf Gott. Damit aber begegnet meine Begrenztheit der Unendlichkeit, und das führt zu Reibungen.
Meine Begrenztheit ist eine Tatsache. Oft habe ich nicht mehr als sie, was ich Gott geben kann. Das Interessante: Gott will genau das. Gott nimmt mich ernst. Die Evangelien sind voll von Berichten von Menschen, die mit Fragen zu Christus kamen. Er hat diese Fragen beantwortet. Niemals hat er gesagt, man solle mit der Fragerei aufhören und einfach glauben, sondern stets hat er genau an diesen Fragen angeknüpft, um sein Reich zu verkünden. Und stets wurde genau das zur heilenden Begegnung.
Wenn ich Gott begegnen will, wie er es wünscht, muss ich ihm genau das sagen, was mir auf dem Herzen liegt. Freunden begegnet man ehrlich. Es ist keine Tugend, so zu tun, als habe man keine Fragen und zweifele nicht. Unkritischer Glaube ist kein Glaube, sondern bestenfalls Naivität, schlechtesten Falls schlicht Selbstverdummung und Heuchelei, die entweder die eigenen Grenzen leugnet oder versucht, Gott auf ein handliches Format einzudampfen, damit er in das eigene Konzept passt.
Glaube ist für mich nicht das Leugnen meiner Fragen, sondern die Bereitschaft, sie mir von Gott beantworten zu lassen.
Vorab:
- Mit „Rechtgläubigkeit“ meine ich hier keine bestimmte Lehre, sondern den Versuch (denn mehr kann es niemals sein) eines Glaubenslebens, das sich nicht im Eigensinn des privaten Horizonts erschöpft, sondern vielmehr die Erkenntnis einer Lehre akzeptiert und sich daran ausrichtet.
- Mit „Kritisch“ meine ich nicht die Neigung, allein aus der Existenz einer eigenen Meinung zu schließen, jede Form einer Lehre sei eine Bevormundung und jedes Ablehnen einer Meinung sei eine Einschränkung der Ganzheit der Wahrheiten, sondern eine fragende und hinterfragende Haltung, die bereit ist, die persönlichen Grenzen, Zweifel und auch Ablehnungen der Glaubenslehre gegenüberzustellen und den Widerspruch auszuhalten.
Kann also ein Glaube, der einer Lehre folgt, kritisch sein? Wäre das nicht ein Widerspruch, da die Lehre eben doch nicht einfach akzeptiert wird, sondern an den eigenen Fragen und damit an eigenen Maßstäben gemessen wird? Für diese Frage brauche ich gar nicht die Katholische Kirche und ihren Katechismus zu bemühen – der Versuch, der Schrift gemäß zu leben, reicht. Immer wieder stoße ich an Grenzen und Zweifel, und ich bin überzeugt, dass das jedem so geht. Es liegt in der Natur der Sache, denn wenn ich glauben will, schaue ich nicht auf ein Lehramt oder ein heiliges Buch, sondern durch beides hindurch auf Gott. Damit aber begegnet meine Begrenztheit der Unendlichkeit, und das führt zu Reibungen.
Meine Begrenztheit ist eine Tatsache. Oft habe ich nicht mehr als sie, was ich Gott geben kann. Das Interessante: Gott will genau das. Gott nimmt mich ernst. Die Evangelien sind voll von Berichten von Menschen, die mit Fragen zu Christus kamen. Er hat diese Fragen beantwortet. Niemals hat er gesagt, man solle mit der Fragerei aufhören und einfach glauben, sondern stets hat er genau an diesen Fragen angeknüpft, um sein Reich zu verkünden. Und stets wurde genau das zur heilenden Begegnung.
Wenn ich Gott begegnen will, wie er es wünscht, muss ich ihm genau das sagen, was mir auf dem Herzen liegt. Freunden begegnet man ehrlich. Es ist keine Tugend, so zu tun, als habe man keine Fragen und zweifele nicht. Unkritischer Glaube ist kein Glaube, sondern bestenfalls Naivität, schlechtesten Falls schlicht Selbstverdummung und Heuchelei, die entweder die eigenen Grenzen leugnet oder versucht, Gott auf ein handliches Format einzudampfen, damit er in das eigene Konzept passt.
Glaube ist für mich nicht das Leugnen meiner Fragen, sondern die Bereitschaft, sie mir von Gott beantworten zu lassen.
Donnerstag, Juni 20, 2013
Dienstag, Juni 18, 2013
Donnerstag, Juni 13, 2013
Dienstag, Juni 11, 2013
Schmuck.
Das Bild vom irdischen Jesus, der Leinen trug und in ausgetretenen Latschen übers staubige Land zog, wird oft strapaziert, wenn es um die Liturgie geht. Wäre dieser Wanderprediger nicht entsetzt, wenn er unsere Dome sähe (was voraussetzt, daß er sie aktuell nicht sieht)? Am Ende seines Lebens nahm man ihm auch sein Gewand und schlug ihn an das Kreuz.
Doch damit endet die Geschichte nicht. Jesus Christus ist nicht als Leichnam im Grab geblieben, sondern von den Toten auferstanden. Und auch das stellt die Liturgie dar. Vielleicht könnte man einmal in diesem Zusammenhang das erste Kapitel der Johannes-Offenbarung lesen.
Wenn die Jesusgeschichte die Geschichte eines tragischen Scheiterns ist, wenn wir uns in Jesus einen exemplarischen Armen vorzustellen haben … und nichts mehr, dann haben die Verächter einer feierlichen Liturgie Recht. Dann können wir uns nur neben den ohnmächtigen Gott setzen und mit ihm Tränen vergießen.
In der Liturgie wird vorweggenommen, was Christen glauben. Darum der Schmuck der Kirchen. Und darum widerspricht die ärmliche Dorfkapelle auch nicht dem prächtigen Dom.
Montag, Juni 10, 2013
Weder schön noch wahr.
Ein Artikel im Kölner Stadtanzeiger verleitete mich zu folgendem Kommentar. Da ich nicht weiß, ob die Redaktion ihn freischalten wird – der Andersdenkende ist schließlich das Problem für die Toleranz –, kommentiere ich im eigenen Blog:
»Was da ohne Kenntnis liturgischer Abläufe zusammengeschrieben wird, geht einfach auf keine Kuhhaut – auch nicht auf die berühmte Kuhhaut in der frühromanischen Klosterkirche St. Georg auf der Bodenseeinsel Reichenau, in der der mittelalterliche Künstler das Geschwätz der Frauen karikierte. Das sich auch Männer sinnbefreit äußern können, zeigt der Autor dieses Artikels über das Pontifikalamt in St. Kunibert.
Das Auffällige am Pontifikalamt mit Weihbischof Dr. Klaus Dick war vor allem das Nicht-Museale, Junge. Ein Eindruck, der vor allem deshalb entstand, weil viele junge Menschen in die übervolle St. Kunibert-Kirche geströmt waren. Rechter Rand? Fehlanzeige! – Abgesehen davon, daß es eine ignorante Unverschämtheit ist, Seiner Exzellenz, Dr. Dick in irgendeiner Weise das Kokettieren mit einer »rechten Szene« vorzuwerfen. Ohne Beweise, ohne Fakten, nur durch die Macht evozierter und bedienter Vorurteile und pauschaler Verunglimpfungen.
Hätten Sie berichtet, lieber Herr Biskup, von welchem Komponisten das so schön gesungene Proprium war, ich hätte Ihrem Artikel wenigstens ETWAS Inhaltliches entnehmen können. Hätten Sie gewußt, daß ein Bischof eine Prozession nicht anführt, sondern an ihrem Ende schreitet, dann hätte ich es auch für der Mühe wert befunden, Sie darauf hinzuweisen, daß Sie in Ihrem Kommentar notorisch die nicht am Eucharistischen Kongreß beteiligte Piusbruderschaft mit den Laien von »Pro Missa Tridentina« verwechseln.
Liturgie hat es mit Schönheit zu tun. Und mit Wahrheit. Zwei Qualitäten, die diesem Kommentar völlig abgehen.«
Freitag, Mai 17, 2013
Ein Aspekt meiner Glaubenentwicklung
[Von Bastian]
In facebook von einem netten atheistischen Menschen auf die ewige Verdammnis angesprochen, habe ich spontan dies geschrieben.
In facebook von einem netten atheistischen Menschen auf die ewige Verdammnis angesprochen, habe ich spontan dies geschrieben.
Die Angst vor der Verdammnis ist eine schwierige Sache. Das
stimmt - diese Schwierigkeiten kenne ich selbst.
Was mir dabei allerdings wichtig war, als ich damit kämpfte
(und der Kampf war lang und hart!): es war mir klar, dass es nicht darum geht,
ob mir dieser Gedanke gefällt, sondern ausschließlich darum, ob er stimmt. Wenn
es die Verdammnis gibt, will ich nicht hinein geraten, weil ich den Gedanken an
sie doof fand und deshalb nicht zu Ende dachte.
Die Frage, der ich nachging, war nicht: pass das Christentum
zu meiner Philosophie oder gefallen mir seine Konsequenzen, sondern: ist es
wahr?
Diese Frage war die einzige, die mich interessierte. Denn
wenn ich das Christentum auch blöd fand - und das tat ich! - war mir doch klar,
dass Gott, wenn es ihn denn gibt, am längeren Hebel sitzt. Ich fand das
unerträglich, aber kam nicht um diesen Fakt herum: Wenn es Gott gibt, tue ich
gut daran, auf ihn zu hören.
Gott sei Dank sagte ich mir dann allerdings auch, dass es in
diesem Fall wohl mein eigener Fehler ist, wenn ich ihn blöd finde, obwohl er
über sich etwas anderes aussagt.
Als ich an dieser Stelle angekommen war, brauchte ich
geistige Disziplin. Ich durfte auf keinen Fall in eine Art religiöses positives
Denken abrutschen, dass wie eine selbsterfüllende Prophetie funktioniert: wenn
ich zu allem ja sage und meine Kritikfähigkeit aufgebe, fühle ich mich im
Glauben sehr wohl. Das kann und darf es nicht sein, denn Gott spricht von
Freiheit. Ich musste mir meine Zweifel immer wieder bewusst machen, um glauben
zu lernen. Ich musste ergebnisoffen sein, um Gott zu finden. Denn wenn er
wirklich der ist, der er zu sein vorgibt, muss er zu finden sein, ohne dass man
sich vergewaltigt. Ein dauerhafter religiöser Wahn wäre keine Alternative zur
Hölle – das wäre die Hölle.
Die Frage, wie ich also Gott finden kann, ohne mich selbst
zu manipulieren, hat mich lange umgetrieben, und das war gut so. Denn im Laufe
der Zeit habe ich begriffen, dass ich falsch an die Sache heranging. Der Glaube
war nicht durch Nachdenken allein erreichbar, ohne ihn selbst zu konstruieren.
Den Glauben, begriff ich, gibt es nur im Zusammenspiel mit Gott selbst oder gar
nicht. Und plötzlich wurde mir klar, dass ich ein sehr selektives Verhältnis zu
Gott hatte: ich hatte versucht, ihn zu erreichen, ohne mir etwas einzubilden
(was sich als unmöglich entpuppt hatte), aber ich hatte ihm keine Gelegenheit
gegeben, mich zu erreichen. Ich hatte ihn als Prinzip verstanden, aber nicht
als Person. Ich hatte Erkenntnis gesucht, aber nicht Begegnung. Ich hatte nicht
gebetet.
Also habe ich gebetet, aber mit der bekannten geistigen
Disziplin: ich habe versucht, dadurch aufrichtig zu sein, dass ich keinen
Zweifel verschwiegen und kein falsches Versprechen gegeben habe. Denn so viel
war mir klar geworden: entweder nimmt er mich, wie ich bin, oder er ist keine
Alternative zur Verdammnis. Allerdings wusste ich zu unterscheiden zwischen mir
und meinem halben Wissen: ich hatte lange genug in Zweifeln gelernt, dass ich
mich selbst nicht zum Masstab machen kann. Gott durfte zu mir kommen und mich
korrigieren, aber er musste das auch tun. Ich wollte keinen Widerstand leisten,
aber auch nichts beschönigen.
Es gab kein gewaltiges Erlebnis oder so, aber es kam eine Entwicklung
in Gang, die anhält. Langsam habe ich Gottes Art, die Dinge zu sehen, kennengelernt,
und dabei mich selbst. Gott ist ein guter Erzieher mit viel Humor, aber er kann
auch sehr deutlich und hart sein. Die meisten wichtigen Dinge bekam ich von
Menschen gesagt, die ich nicht mochte. Und je mehr ich mit mir selbst
konfrontiert wurde, desto einleuchtender wurde mir seine Logik: wenn ich nicht
aus der Enge in mir selbst heraus komme in eine wirklich freie Begegnung mit
ihm, mir selbst und den anderen, dann ist die Hölle keine Frage. So wie ich für
mich bin, bin ich nicht ewigkeitstauglich. So wie Gott mich liebt, bin ich es wohl. Gottes Liebe zu mir ist das, was mich
erst wirklich zu mir macht, wo es nicht eng ist und jeder Gedanke zu Ende gedacht
werden kann.
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Die Kunst der Manipulation aus Freiburg
[Peter Esser] Ich empfehle, diesen Vortrag von Professor Dr. Magnus Striet aufmerksam zu hören. Natürlich kann man dem Referenten dahin folgen, wenn er fordert, theologisch gelte es zu begreifen, »daß der Freiheitswille in der Moderne der frohen Botschaft vom menschenwilligen und unbedingt menschenfeundlichen Gott gerade nicht entgegensteht.« (04:30)
Aber was meint Striet eigentlich? – Das wird während des dreizehnminütigen Impulses nicht ausgesprochen. Er hätte die Sache ruhig verkürzen und sein Anliegen auf diesen Punkt eindicken können:
In der Moderne lernt nicht mehr die Welt von der Kirche; die Kirche bekehrt sich zur Welt. Nicht mehr der Bekehrungsweg des einzelnen ist gefordert, sondern die Bekehrung des Lehramtes.
Das sagt er natürlich nicht – und damit fängt die an sich belanglose Sache an, für mich interessant zu werden. Interessant ist für mich nämlich Striets codierte Sprache. Könnte ich wieder und wieder anhören. Theologie als Kunst der Manipulation. Nahezu dreizehn Minuten lang gelingt es ihm, seine Zuhörerschaft zum Zuhören, mitunter sogar zum Beifall zu bewegen, ohne die »hard facts«, die ich nur in den Bereichen »Kommunion für Wiederverheiratete, Segen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Frauenpriester, und (ganz wichtig!) Dezentralisierung des kirchlichen Lehramts« vermuten kann, auch nur ansatzweise beim Namen zu nennen. Die Codes werden verstanden. Am Ende hat er (natürlich ohne es so zu sagen), die (natürlich angstbesetzte) konservative Position als »Sünde« bezeichnet. – Und damit im letzten Halbsatz zum ersten Mal einen tradierten religiösen Begriff in seinen Impuls eingeflochten.
So gelingt es den Wölfen, sich in Gegenwart der Hirten die Wollocken zu fönen, während die Schafe applaudieren.
Donnerstag, Mai 16, 2013
Mal was ganz anderes
[Von Bastian]
Ich bin Aquarianer, seit ich denken kann. Aquarien sind für mich eine Möglichkeit, sozusagen die Schöpfung zu meditieren. Die Beobachtungen sind für mich reine Erholung und Erkenntnis. Schon Konrad Lorenz schrieb: "Würfe ich alle Erkenntnis, die ich vor dem Aquarium erlangte, in eine Waagschale, und in die andere das, was ich aus Büchern lernte - wie sehr schnellte diese empor!" Ich verstehe ihn voll.
Vorgestern hatte ich die Gelegenheit, ein besonders schönes Meerwasserbecken zu fotografieren. Es steht im MegaZoo Düsseldorf und hat, wie ich finde, außergewöhnliche Farben.
Faszinierend, dass es sich bei allem Gezeigten um Tiere handelt. Pflanzen sind nicht im Bild.
Vielleicht gibt es ja außer mir noch einen Leser hier, dem bei diesen Bildern das Herz aufgeht.
Ich bin Aquarianer, seit ich denken kann. Aquarien sind für mich eine Möglichkeit, sozusagen die Schöpfung zu meditieren. Die Beobachtungen sind für mich reine Erholung und Erkenntnis. Schon Konrad Lorenz schrieb: "Würfe ich alle Erkenntnis, die ich vor dem Aquarium erlangte, in eine Waagschale, und in die andere das, was ich aus Büchern lernte - wie sehr schnellte diese empor!" Ich verstehe ihn voll.
Vorgestern hatte ich die Gelegenheit, ein besonders schönes Meerwasserbecken zu fotografieren. Es steht im MegaZoo Düsseldorf und hat, wie ich finde, außergewöhnliche Farben.
Faszinierend, dass es sich bei allem Gezeigten um Tiere handelt. Pflanzen sind nicht im Bild.
Vielleicht gibt es ja außer mir noch einen Leser hier, dem bei diesen Bildern das Herz aufgeht.
Montag, Mai 13, 2013
Nachtrag zu Himmelfahrt
[Von Bastian]
Lange Zeit konnte ich mit Christi Himmelfahrt nichts anfangen. Bestenfalls war es ein Abschied, den ich eigentlich blöd fand.
Inzwischen ist mir die Himmelfahrt lieb und wichtig geworden, als Vollendung von Weihnachten.
Weihnachten kam Gott als Mensch auf die Erde - Christi Himmelfahrt stieg dieser Mensch als Gott in den Himmel auf.
An diesem Fest wird die Würde des Menschseins vollendet: einer von uns Menschen ist zugleich Gott im Himmel!
Das wurde selbst den Engeln und Cherubim nicht zuteil.
Unglaublich, was wir glauben dürfen.
Sonntag, Mai 12, 2013
ET IN ECCLESIA EGO
![]() |
| Nicolas Poussin, Die Hirten von Arkadien II. (1638–1640) |
[Peter Esser] »In der Catholica bin auch ich« – manche Momente des Bloggertreffens in Bonn ließen die Assoziation mit diesem barocken Bildtypus zu. Vielleicht im Sinne eines saloppen »Hey, ich bin (doch) auch katholisch!« von Seiten der Blogger und von Seiten der oft gescholtenen (»gegrillten«) Medienverantwortlichen.
Vom Freitag bis zum Samstagabend trafen sich Blogger und Vertreter der kirchlichen Medienarbeit im Tagungshaus auf dem Venusberg. Vielleicht ist »Wahrnehmung« das Schlüsselwort dieser Tage. Es waren zwar nicht arkadische Faune, Schäferinnen und Gottheiten, die sich dort auf dem Venusberg begegneten, aber die Atmosphäre einer gespannten Erwartung war schier greifbar.
So tat es gut, daß wir die Praxis des ersten Bloggertreffens in Freiburg aufgriffen, den Tag durch das gemeinsame Gebet gliederten und so immer wieder auch zur Wahrnehmung des in unserer Mitte gegenwärtigen Gottes kamen.
Neben den offensichtlichen Wirken des Heiligen Geistes war es meiner Ansicht nach der umsichtigen Vorbereitung und Moderation durch Dr. Norbert Kebekus vom Erzbischöflichen Seelsorgeamt in Freiburg zu verdanken, daß alle Teilnehmer, die Blogger und Bloggerinnen selber, sowie die Vertreter von katholisch.de, der Geschäftsführer Dr. David Hober, die Redaktionsmitglieder Steffen Zimmermann und Christoph Meurer, der Politikwissenschaftler und Publizist Dr. Andreas Püttmann, sowie der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, auf dem Venusberg zu einem guten und für alle Seiten sichtlich bereichernden Miteinander fanden.
Dabei liefen die Wahrnehmungsprozesse keinesfalls konfliktfrei ab. Einige Blogger gestanden zu, daß sie das Portal katholisch.de kaum je rezipiert hatten, aber auch die Wahrnehmung der sogenannten Blogözese, also der nichtorganisierten katholischen Bloggerschaft als einer Gruppe von »Überzeugungstätern« schien für die Vertreter von katholisch.de eine neue Entdeckung zu sein. Mitunter gab es kurze Anfragen und Auseinandersetzungen, die besonders von Seiten der Blogger mit Nachdruck vorgetragen und geführt wurden. Aber auch der Auftrag des Internetportals katholisch.de, einen Fundus an spirituellen Angeboten, Hintergründen und verdaulichen Informationen über den christlichen Glauben bereitzustellen – und dabei Stimmen aus dem ganzen kirchlichen Spektrum bereitzustellen, wurde deutlicher. Anhand der Themen »Betreuungsgeld«, des »katholisch.de-Blogs« mit streitbaren Einzelthemen und des Kurzlexikons »Kirche von A-Z« wurde die Problematik der Themenfindung, aber auch der Kommentierung aktueller Entwicklungen in der Kirche diskutiert.
In diesem Zusammenhang war mir die Frage wichtig, wie man den Anspruch, »kein Missionsportal« zu sein, vor dem Hintergrund des Auftrags Jesu, »alle Menschen zu meinen Jüngern« zu machen, durchführen könne. Wir stehen in der Spannung zwischen der Rolle des distanzierten Beobachters und dem Verkündigungsauftrag der Kirche. Daß es nicht um die Rolle des Volksmissionars auf der Bretterkiste gehen kann, der auf das Volk herabpredigt, ist vorausgesetzt. Von Christus und seiner Kirche kann man jedoch nicht anders als mit Herzblut sprechen. Die ET-IN-ECCLESIA-EGO-Erkenntnis für mich war hier in erster Linie, daß wir mit katholisch.de ein empfehlenswertes Portal der Kirche haben. Die starke Präsenz der Redaktion von katholisch.de auf dem Bloggertreffen ist für mich eine deutliche Ermutigung, daß die Zeiten des Fremdelns zwischen professioneller katholischer Medienarbeit und frommer Freibeuterei der Blogger der Vergangenheit angehören.
Einen weiteren Themenschwerpunkt bildete die Begegnung mit Dr. Andreas Püttmann und Matthias Kopp. Dr. Püttmann skizzierte die Situation der katholischen Medienlandschaft in Deutschland – unter anderem nach dem Wegbrechen des katholischen »Flaggschiffs« des »Rheinischen Merkurs«. Seine Ausführungen fanden in vielem den Beifall der Blogger. Im internen Gespräch mit ihm und Matthias Kopp konnte die Problematik thematisiert werden, daß die gerühmte »Augenhöhe« im Dialogprozeß der Deutschen Bischofskonferenz oft nur zu erneuten Ausgrenzungen führt. Besonders da, wo Verbände wie das ZdK für sich beanspruchen, für katholische Laien zu sprechen, schien es mir wichtig, darauf hinzuweisen, daß sich katholische, »konservative«, also am Lehramt orientierte Christen oft mit ihren Anliegen marginalisiert fühlten. Auch hier gewann ich den Eindruck (»ET EGO IN…«), daß Blogger und Pressesprecher gegenseitig Verstehensbarrieren abbauen konnten.
Mein persönliches Fazit: Nicht nur die Freude am Glauben, sondern die auch Freude am Bloggen wurden während des Bloggertreffens gestärkt. Ein großes Dankeschön auch an den Stadtdechanten von Bonn, Msgr Wilfried Schumacher, der mit uns die Heilige Messe am Samstag feierte. Befreiend fand ich, daß die neuen Medien auch zu kurzen Wegen – nicht in einem ideellen Arkadien, sondern in der sehr konkreten ECCLESIA führen. Dabei ist für mich die Leitschnur das Gebet. Mir ist deutlicher geworden, wie oft Blogger und hauptberufliche Medienverantwortliche doch an einem Strang ziehen. Für mich ein Impuls, in die Bitte um den Heiligen Geist, die die Tage vor dem Pfingstfest liturgisch bestimmen, die Bitte um den Heiligen Geist für die kirchliche Medien einzuflechten. Komm herab, o Heiliger Geist!
Zum Weiterlesen:
Peter Winnemöller, Das Bloggertreffen war …
Pulchra ut luna: Gaudium verum res severa
St. Dymphnas Gedankenwelt
Religionspädagogik: Unterkomplex
Kalliopevorleserin: Bloggertreffen in Bonn
Beiboot Petri: Ein Wochenende in Bonn
Thomas sein Abendland: Wer recht spät kommt …
Non Draco sit mihi dux: Bloggertreffen 2013
Kathermometer: Bloggendentreffen auf dem Venusberg
Kreuzknappe: … reden miteinander
St. Christinas Ofenbank: #kbt13
Das Hörende Herz: Bloggertreffen, Review
Frischer Wind: Wir vom Seelsorgeamt
Bethanien bloggt: Teil I
Bethanien bloggt: Teil II
Pro Spe Salutis: Warum da nix bei rauskommen konnte
Donnerstag, Mai 02, 2013
Benedikt und Franziskus verstehen sich.
[Von Bastian]
Zum alten und zum neuen Papst:
Ich habe immer als Bild den Bau einer Kathedrale vor den inneren Augen.
Benedikt hat die Pläne gemacht und das Fundament gelegt. Das ist groß und kräftig geworden, sicher und fest verankert, und man konnte an ihm immer den Umriss des Bauwerks erkennen. Solide Wertarbeit.
Jetzt kommt Franziskus und baut auf den Fundamenten Pfeiler, Strebebögen, filigrane Säulen und große Fenster. Plötzlich ist der klare Umriss weg und alles wird zur Baustelle. Es ist beeindruckend, aber nicht mehr so einfach abzulesen. Es sieht viel zerbrechlicher aus, unfertiges muss noch von Gerüsten gestützt werden, Kunstwerke sind unfertig, Gewölben fehlt noch der Schlussstein.
Doch es ist der logische nächste Schritt - die logische Folge des soliden Fundaments. Kein Wunder, dass beide Päpste sich verstehen: sie bauen am selben Haus und wissen zu schätzen, was jeder tut.
Diskussionen, welcher Bauabschnitt der wichtigere ist, zeugen hingegen nur von mangelndem Sachverstand, genauso wie der Versuch, die Baustelle zur Ruine umzudeuten, weil man selbst zum Bauen zu faul ist und daher lieber klagt.
Zum alten und zum neuen Papst:
Ich habe immer als Bild den Bau einer Kathedrale vor den inneren Augen.
Benedikt hat die Pläne gemacht und das Fundament gelegt. Das ist groß und kräftig geworden, sicher und fest verankert, und man konnte an ihm immer den Umriss des Bauwerks erkennen. Solide Wertarbeit.
Jetzt kommt Franziskus und baut auf den Fundamenten Pfeiler, Strebebögen, filigrane Säulen und große Fenster. Plötzlich ist der klare Umriss weg und alles wird zur Baustelle. Es ist beeindruckend, aber nicht mehr so einfach abzulesen. Es sieht viel zerbrechlicher aus, unfertiges muss noch von Gerüsten gestützt werden, Kunstwerke sind unfertig, Gewölben fehlt noch der Schlussstein.
Doch es ist der logische nächste Schritt - die logische Folge des soliden Fundaments. Kein Wunder, dass beide Päpste sich verstehen: sie bauen am selben Haus und wissen zu schätzen, was jeder tut.
Diskussionen, welcher Bauabschnitt der wichtigere ist, zeugen hingegen nur von mangelndem Sachverstand, genauso wie der Versuch, die Baustelle zur Ruine umzudeuten, weil man selbst zum Bauen zu faul ist und daher lieber klagt.
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