Freitag, November 30, 2012

Wer hat, dem wird gegeben...

[Von Bastian]
Es gibt Menschen, die haben eine Autorität, die höher ist als sie: Gott. Er ist größer als das Leben, denn er gab es und wird es nach dem Tod erneut geben. Deshalb müssen diese Menschen vor dem Tod keine Angst haben: das Leben ist ihnen sicher. Trotzdem schützen sie das Leben vor dem Tod bedingungslos.
Es gibt Menschen, die haben diese Autorität nicht oder verweigern sich ihr. Das höchste, was sie haben, ist daher das Leben selbst, denn mit dem Tod endet alles. Das Töten eines Menschen müsste eigentlich für sie das größtmögliche Sakrileg sein, denn sie haben darüber nichts mehr, keine vergebende Instanz und kein neues Leben. Trotzdem sind sie schneller bereit, dieses Leben vorzeitig zu beenden.

Auf eine erstaunliche Weise bewahrheitet sich hier das Wort: „Wer hat, dem wird gegeben, und wer nicht hat, dem wird auch das wenige, das er hat, genommen.“
Erstaunlich deshalb, weil der, der nicht hat, sein Einziges hier freiwillig noch hergibt: das Leben. Und das betrifft nicht nur den Sterbenden selbst, sondern genauso den, der ihn dabei unterstützt: beide rühren an ihr Höchstes, das einzige, das sie sein lässt. An dem Ast zu sägen, auf dem man sitzt, ist nichts dagegen.

Die Befürworter dieser Kultur des Todes haben nicht nur das Problem, dass sie Gott nicht verstehen. Sie haben erst einmal das Problem, dass sie ihr eigenes Denken nicht zu Ende bringen.

Dienstag, November 27, 2012

Kinderrechte etc. im Grundgesetz?

[Von Bastian]

So lautet Artikel 1 unseres Grundgesetzes:
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

So wird er verstanden:
(1) Die Würde des gesunden Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Finanzen.
(1a) Die Würde von Kindern ist ebenfalls unantastbar. Ausgenommen sind unzumutbare Kinder vor der Geburt.
(1b) Die Würde von Frauen und ihren Quoten ist ebenfalls unantastbar.
(2) Die derzeitige Regierung bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. Diese Menschenrechte werden per Mehrheitsentscheid unter Einbeziehung aktueller Umfrageergebnisse vom Bundestag festgelegt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht, ausgenommen im Konfliktfall, in dem Straffreiheit zu gewähren ist.

Freitag, November 16, 2012

Donnerstag, November 15, 2012

Der geplante §217 StGB

[Von Bastian]
Gewerbsmäßige Hilfe zum Selbstmord soll untersagt werden. Gewerbsmäßige! (LINK)

Also: Wenn ich jemandem helfe, sich selbst umzubringen, kann es sein, dass ich bestraft werde. Das hängt nicht davon ab, was ich da tue, sondern davon, ob ich Geld dafür nehme. Denn nicht die Tat selbst ist schändlich, sondern nur ihre gewerbsmäßige Ausübung. Die Maxime lautet: „Töte aus lauterer Gesinnung, und du bleibst straffrei, töte zum Lebensunterhalt, und du bist ein Verbrecher.“

Ich kann das nur mit Mühe nachvollziehen. Eine noch verwirrtere Logik ist kaum denkbar; undenkbar sollte es in einem Rechtsstaat sein. Die Strafbarkeit des Tötens wird nicht am Opfer festgemacht, sondern am Täter. Es sind zwei Fälle möglich, in denen genau dasselbe geschieht, nur, dass einmal der Täter strafbar ist und einmal nicht. Der Akt des Tötens zieht, wenn er ehrenamtlich erfolgt, keine Strafe nach sich, sondern einen Beurteilungsprozess, der den Täter betrachtet und ihn häufig straffrei ausgehen lässt.

Straffreiheit aufgrund von Eigenschaften des Täters - das gibt es ansonsten nur, wenn sich herausstellt, dass er unzurechnungsfähig ist.
So wird hier das, was allgemein als „Barmherzigkeit“ gilt, mit geistiger Umnachtung gleichgesetzt. Das allerdings kann ich wieder gut nachvollziehen - das sehe ich auch so..

Inklusion? Exklusion!

[Von Bastian]
Das Wort Inklusion kommt derzeit groß heraus und wird beworben. Wie eine neue heile Welt für alle.
Was heißt Inklusion für Sie? (LINK)

Das Wort könnte etwas wie Zusammenhalt und Gemeinsamkeit Bedeuten. Zusammen sein.
Es könnte bedeuten, mit den Kindern zusammen zu sein, die abgetrieben wurden. Oder mit den Menschen, die aufgrund ihres Glaubens vertrieben und getötet wurden. Es könnte bedeuten, die zu integrieren, die auf den Skandal der Abtreibung hinweisen, und es könnte bedeuten, gläubigen Katholiken Zugang zu hohen EU-Ämtern zu ermöglichen. Ein Leitwort für die Medien könnte es sein, alles zu berichten und nicht nur das politisch Korrekte.

Es könnte viel Schönes bedeuten!

Um Vergebung bitten...

[Von Bastian]

Bei JoBo stieß ich eben auf folgenden Rat von Mutter Teresa:
Wenn die Leute um einen Rat für ein verheiratetes Paar in seinen Beziehungsnöten bitten, gebe ich jedes Mal zur Antwort: Beten und Vergeben. Auch Jugendlichen aus schwierigen Familienverhältnissen sage ich: betet und vergebt. Und auch für die alleinstehende Mutter, die keine Unterstützung durch die Familie hat, gilt: Beten und Vergeben. (LINK)

Auch wenn es von Mutter Teresa ist: meiner Erfahrung nach gibt es einen dritten Punkt, den dazu muss: um Vergebung bitten. Und zwar auch dann, wenn der eigene Anteil minimal erscheint! Das Problem ist dabei meist ein Irrtum: wenn ich um Vergebung bitte, möglichst als erster, nehme ich die Schuld auf mich, habe also unrecht. Sehr viele Gespräche kommen nicht zustande, weil jeder der Kontrahenten meint, wenn er um Vergebung bitte, gebe er damit dem anderen recht. Und so verhindert die eigene Überzeugung die Versöhnung.
Tatsächlich aber ist es anders herum. Bevor ich um Vergebung bitte, ist mein Streit nicht sauber. Indem ich bitte, stelle ich für mich die Grundlage wieder her, auf der die Auseinandersetzung funktionieren kann. Ich werde frei. Und die Erfahrung zeigt: ist man da hartnäckig, reicht es auf Dauer oft, wenn nur einer der beiden das tut. Es ist langfristig ansteckend.

Dienstag, November 13, 2012

Ablass modern

Aus zuverlässiger Quelle wurde uns zugetragen, Petra Gerster habe zu Beginn der heute-Sendung zum Nachrichtenüberblick einen Beitrag mit "Ablass für Verkehrssünder" angekündigt.

Wir meinen, dass es durchaus sinnvoll ist, aus dem großen Schatz der Verkehrsbehörde zu schöpfen und an die Vielen auszuteilen.
Damit jedoch das Bewusstsein für den Wert und die Bedeutung eines Punkteablasses erhalten bleibt, hier noch einmal die üblichen Bedingungen, die eine Voraussetzung für den zeitlichen Punkteerlass sind:
- das Fahrzeug muss sich grundsätzlich im Stand der Verkehrstauglichkeit befinden.
- große Inspektion, zeitnah
- volltanken
- Demonstration oder zumindest Leserbrief in der Meinung des Bundesverkehrsministers. (Diesen Monat: für die zügige Reparatur der schadhaften Autobahnen, für mehr Disziplin auf kleinen Bahnhöfen, um Verständnis für die Aufschiebung der PKW-Maut).

Wir meinen: eine gute Sache!

Die Geister, die man ruft…


[Von Bastian]
Ist es sinnvoll, ein Fenster zu öffnen und danach, aus Angst vor Durchzug,  dem Wind vorzuschreiben, dass er nur in Ausnahmefällen rein darf?
Zumindest mein einigermaßen gesunder Menschenverstand sträubt sich so sehr gegen eine so geartete Logik, dass es schwer ist, ein Beispiel wie dieses zu konstruieren. Die Mehrheit unserer Politiker aber handelt und urteilt auf dieser Ebene. (LINK)

Mit der PID öffneten sie der Selektion von Menschen nicht nur das Fenster, sondern Tür und Tor. Jetzt beschweren sie sich, dass durch die von Ihnen geöffneten Luken mehr hindurchkommt, als ihnen das vorschwebte: der Kontrollverlust ist absehbar. „Das ist nicht das, was wir wollten!“ wird von Politikerseite festgestellt. Dass das vorherzusehen war und auch vorhergesagt wurde, interessiert dennoch nicht – die Intelligenz reicht nicht aus, um den ursächlichen Zusammenhang zwischen geöffnetem Fenster und unerwünschtem Durchzug zu erkennen. Sie reicht nicht aus, um zu erkennen, dass eine Legalisierung der Selektion nicht missbraucht werden kann, sondern selbst bereits der Missbrauch ist, der sich ausbreiten wird. Sünde ist ansteckend.

Was werden diese Politiker tun? Die Überschrift „…droht eine Schlappe im Bundesrat“, unter der das Thema in der Zeitung behandelt wird, verrät es: sie werden es unter dem Aspekt der Mehrheiten sehen. Sie werden verkennen, dass sie die Tötung einer Minderheit erlaubten und dafür verantwortlich sind. Sie werden ab sofort versuchen, dem Wind immer detaillierter vorzuschreiben, wann er durch darf, und wann nicht, und sich dabei immer weiter damit abfinden, dass sie es nicht können. Sie werden verzweifelt Beispiele heranziehen, die beweisen, dass Selektion eine Frage von Verantwortung und Humanität ist, auch in Fällen, die sie jetzt noch für absurd halten würden. Wenn sich dann die Öffentlichkeit endlich so sehr an den Wind gewöhnt hat, dass sie sein Fehlen als unangenehm empfinden würde, werden sie immer dafür gewesen sein, und das alte Fenster, das sowieso nur noch offen steht, entsorgen. Und dann werden sie merken, dass es in Wahrheit eine tragende Wand war. Rumms.

Wie froh bin ich, dass das letzte Wort bei Gott liegt! Danke!

Montag, November 12, 2012

Soll man von der Hölle reden?


[Von Bastian]
Ein Theologe rät, die kirchliche Lehre von der Hölle wieder zu vermitteln (LINK)
Ist das nötig bzw. richtig? Entspricht das der Verkündigung einer frohen Botschaft? (Die Frage, ob das „zeitgemäß“ ist, will ich hier nicht stellen.) Ist Gott nicht die Liebe, das Gute schlechthin, ohne Böse zu sein? Wie sollte er verdammen?
Auch wenn dies häufige Einwände sind: ich denke, so wird man diesem Thema nicht gerecht.

Ein Gleichnis.
Wenn jemand krank ist, kann ich ihn glücklich machen, indem ich ihn heile. Wenn der Patient jedoch behauptet, er sei nicht krank, wird es kompliziert. Irgendwie muss er das Medikament schlucken, sonst wird es bös enden. Was tun?
Vielleich kann ich ihn durch Manipulation dazu zu bringen, das Medikament aus irgendwelchen anderen Gründen zu schlucken. Wenn er schon nicht kapiert, dass er es braucht, könnte er es ja schlucken, weil die Gesellschaft der anderen Patienten so nett ist und er auch dazu gehören will. Man könnte das Medikament auch schlucken, weil man dann zum kleinen Kreis derer gehört, die wirklich wissen, was Pillen sind. Oder weil der Apotheker so nett ist. Allerdings funktionieren all diese Dinge auch ohne das Medikament. Es wird nicht regelmäßig eingenommen oder durch Kuchen ersetzt.
Ich habe jetzt 2 Möglichkeiten, den Patienten froh zu machen. Die eine ist, dass ich ihn aufkläre und ihm die möglichen Folgen seiner Erkrankung klar darstelle und dann heile. Die andere ist, dass ich ihm erkläre, er sei gar nicht krank. In beiden Fällen ist das Thema Krankheit vom Tisch.
Um im Bild zu bleiben: warum kann ich ihm nicht einfach die Gesundheit zusagen? Hat die Pharmaindustrie nicht Gesundheit zum Ziel, die nicht durch Leiden erkauft werden muss? Wer hat etwas davon, dem Patienten mit Siechtum zu drohen?
In diesem Zusammenhang klingen die Fragen außerordentlich dämlich: es gäbe keine Heilung, wenn der Patient nicht begreift, dass Handlungsbedarf besteht. Um mich heilen zu lassen, muss ich wissen, dass ich krank bin und dass das Folgen haben kann.

Kann ich das übertragen?
Ich weiß nicht, wie es anderen Menschen da geht, aber ich liefere mir meine Antwort selbst. In meinem Fall kann ich. Ich weiß, dass ich vor Gott krank bin. Ich kenne meine Sünden, oder zumindest einige davon. Ich weiß, dass ich Gottes Medizin brauche.
Im Inneren weiß das wohl jeder Mensch. Und für jeden Menschen ist es immer wieder schwer, dieser Tatsache ins Gesicht zu sehen. Aber Gott ist mein Arzt – und er ist ein guter Arzt – er kann diagnostizieren. Das ist die Rolle der „Drohbotschaft“: die Diagnose. Sie zeigt mir, was mein Problem ist. Mein Arzt droht mir nicht, mich ewig krank zu machen, sondern zeigt mir, warum ich seine Therapie brauche. Ihn dafür verantwortlich zu machen, dass meine Erkrankung Folgen haben kann, ist so sinnvoll, wie den Meteorologen für das Wetter anzuklagen. Auch das Verschweigen der Krankheitsfolgen ist keine Lösung, genauso wie kein Sturm ausbleibt, weil der Deutsche Wetterdienst meint, es sei unverantwortlich, ihn vorherzusagen,
Wenn die Verkündigung darauf verzichtet, die Situation beim Namen zu nennen, ist sie keine. Sie wäre fruchtlose Beschwichtigung. Wie ein Ärzteverband, der verlauten lässt, es sei nicht mehr zeitgemäß, von Krebs zu sprechen – „persönlich einzigartige Wachstumsformationen“ seien angemessener und zudem nicht ängstigend. Geschwätz. Eine Krankheit ohne Folgen ist keine. Eine Heilung von etwas Unerheblichem ist überflüssig. Die Idee einer Therapie gegen eine Krankheit, die jetzt Spaß macht und zudem keine Spätfolgen hat, ist dumm: sowas sollte man fördern, nicht behandeln. Ein Arzt, der nicht wirklich diagnostiziert, heilt nicht. Eine kranke Gesellschaft, die ihre Krankheit nicht kennt, ist noch kranker. Wer nicht alles sagt, hat nichts zu sagen.

Deshalb gehört die Klarheit, was die Folgen angeht, untrennbar zur Verkündigung: sie ist Teil des Heilsplanes Gottes für uns, der aus Diagnose und Therapie besteht. Gott manipuliert nicht. Er spielt immer mit offenen Karten und wünscht, dass ich seine Therapie selbst wähle. Er entmündigt mich nicht, um mir dann die Erlösung freundlich unterzuschieben, sondern er sagt mir die Wahrheit. Die ganze Wahrheit.

Samstag, November 10, 2012

Begriffe, die mich nerven (2)


Heute: „Definieren, was katholisch ist“.

[Von Bastian] „Du willst wohl für andere (alle) definieren, was katholisch ist.“ Ein Vorwurf, der mir als Blogger so oder ähnlich häufiger begegnet ist. Meist treffe ich ihn, wenn ich etwas als essentiell für den katholischen Glauben erachte und das auch sage.
Die Logik des Widerspruchs ist allerdings oft etwas merkwürdig, denn sie argumentiert meistens wie folgt: „Du sagst also, das und das sei nicht katholisch – ich aber sage, es ist es doch.“ Im Klartext also: definiere nicht, was katholisch ist, denn das will ich selber tun. In der festen Überzeugung, dass diese Definition – im Gegensatz zu meiner – gültig ist.

Abgesehen von der diesem Vorwurf häufig inhärenten Unlogik liegt jedoch ein noch viel tieferes Problem vor: die Idee eines selbstgemachten Glaubens. Wenn es etwas gibt, das ich definitiv nicht glauben kann, dann ist es alles Selbstgemachte, denn es ist das einzige, von dem ich wirklich zu 100% weiß, dass es konstruiert ist. Der Glaube ist eben keine Spielwiese, auf der jeder steht, wo er steht, und den eigenen Erkenntnishorizont zur Wahrheit erhebt. Der Glaube ist offenbart, und zwar von dem, an den ich glaube: von Gott. Mein Erkenntnishorizont definiert nicht die Wahrheit, sondern innerhalb der Größe von Gottes Offenbarung meine Unzulänglichkeit – und das tut er bei jedem anderen Menschen auch. Wollte ich meine eigene Erkenntnis als katholischen Glauben verkünden, könnten alle getrost weghören, wie auch ich es umgekehrt manchmal kann: die Idee, dass letztlich jede Ansicht gleichwertig ist, ist nicht katholisch. Sie ist nicht einmal göttlich, denn dann wäre die Verkündigung mit Erschaffung der allgemeinen menschlichen Erkenntnisfähigkeit abgeschlossen gewesen. Gott jedoch hat in diese Fähigkeit hineingesprochen. Gespräche, in denen das vergessen wird, sind oft herzlich unergiebig.

Was katholisch ist, wird von Menschen gelebt, kann aber seine Definition niemals in einem Menschen, sondern nur in einer offenbarten Lehre finden. Ich kann gar nicht definieren, was katholisch ist, und meine Gegenüber kann es auch nicht. Weil er es aber auch nicht kann, hat sein Vorwurf ebenfalls nur aus Gott heraus Gültigkeit. Wenn er mich trifft, spricht Gott zu mir: Lieber Bastian, orientierst Du Dich noch an mir, oder wieder einmal an Deinem Horizont?
Und daher nervt dieser Vorwurf, weil er entweder absurd unlogisch oder aber peinlich treffend und damit unangenehm daherkommen kann…

Montag, November 05, 2012

Neue Liturgie anerkennen

[Von Bastian]
Kardinal Bertone hat die Anhänger der Außerordentlichen Form des Ritus aufgefordert, auch die Ordentliche Form vorbehaltlos anzuerkennen. (LINK) Ich bin froh darüber!
Als das Motu Proprio herauskam, war ich, der ich im Grunde vollständig in der Ordentlichen Form aufgewachsen bin, sehr irritiert. Doch schnell wurde mir klar: nicht was mir sinnvoll erscheint, sondern wo Gott zugegen ist!
Nein, Herr, das geht nicht! Diese Feier ist unwürdig - die erkenne ich nicht an. Moment! Was, oder besser: wen erkenne ich da eigentlich nicht an?
Viele der Einwendungen gegen diese oder jene Form werden hohl und haltlos, wenn man sie zu Christus spricht, der gerade in der von mir abgelehnten Form in die Eucharistie hinabgestiegen ist...

Na prima!

[Von Bastian]
Die aufgeklärte Welt zieht an einem Strang.
Was macht man mit Menschen wie diesen?

...die Fanatiker, von denen Mitt Romney sich abhängig gemacht hat, haben alles über Bord geworfen, was den Westen ausgezeichnet hat: Wissenschaft und Logik, Vernunft und Mäßigung oder einfach Anstand. Sie hassen die Schwulen, die Schwachen und den Staat, sie unterdrücken die Frauen und verfolgen die Einwanderer, und ihr Abtreibungsmoralismus macht auch vor den Opfern von Vergewaltigung nicht halt. Sie sind die Taliban des Westens. (LINK)

Ganz einfach: man schreibt ihnen vor, was sie von sich aus nicht kapieren.

Das Vermittlungsbüro Catholic Care werde seinen Status als Wohlfahrtseinrichtung einbüßen, wenn es nicht auch an gleichgeschlechtliche Paare Kinder zur Adoption freigebe, urteilte das Upper Tribunal laut britischen Medienberichten vom Wochenende.
...
Richter Justice Sales urteilte, ein drohender Spendenrückgang könne keine «objektive Rechtfertigung für die vorgeschlagene Diskriminierungspraxis bieten». (LINK)


Es ist nur noch ein kleiner Schritt, Sünden vorzuschreiben, und das Nicht-sündigen zu sanktionieren.

Donnerstag, November 01, 2012

StarWars 7

Über Beziehungen erhielten wir die erste Sequenz der geplanten neuen StarWars-Episode, die durch eine brillante sozialkritische Analyse besticht.
Aber sehen Sie selbst...


Mittwoch, Oktober 31, 2012

Begriffe, die mich nerven (1)

[Von Bastian]
Ein Blog ist eine Art Tagebuch, heißt es. Und dieser Tage sind mir im "katholischen Bereich" ein paar Begriffe aufgefallen, die ich nicht mag. Ein Tagebuch ist subjektiv; daher kann es sich bei diesen Postings nur um mehr oder weniger durchdachte Befindlichkeiten handeln. Der/die LeserIn mag unter diesen Begriffen etwas völlig anderes verstehen, und das mit gleichem oder gar größerem Recht. Das sei unbenommen.

Der erste Begriff: das "Wagnis des Glaubens".
Da ist natürlich etwas dran: der Schritt auf Gott zu ist jedesmal ein Wagnis, oder besser: er fühlt sich so an. Jeder Vertrauensschritt hat das so an sich. Das Wagnis der Liebe, der Kindererziehung, des ersten Schwimmens und des Bungee-springens: beim Vertrauen geht man ein Risiko ein. Vertrauen ist Wagnis.
Das einzige Vertrauen, das faktisch keinerlei Wagnis bedeutet, ist der Glaube. Gott ist absolut zuverlässig. Er ist eben kein Risiko, sondern der unglaublich erholsame risikolose Bereich.
Da ist jemand, der eigentlich alles haben kann, was er will, und der mich trotzdem derart liebt, dass er sich lieber zu Tode martern lässt, als auf meine Nähe zu verzichten. Und da soll die Frage lauten, ob ich wage, ihm zu vertrauen? Die angemessene Frage ist: "Wie kannst Du es wagen, ihm NICHT zu vertrauen?!"

Das nette, süßliche, ach so menschliche, wo-man-gerade-ist-abholende Wagnis des Glaubens verstellt schnell den Blick auf das eigentliche, nicht ungefährliche Risiko: das Wagnis des Unglaubens.

Wie gesagt: Befindlichkeiten.

Dienstag, Oktober 30, 2012

Interessantes Gespräch


[Von Bastian]
Kürzlich hatte ich ein interessantes Gespräch über unterschiedliche Wahrnehmungen. Die Ausgangsfrage war: wie kann es sein, dass an einer Schule im Unterricht gesagt werden darf, Abtreibung sei im Zweifelsfall OK, aber nicht, Abtreibung sei im Zweifelsfall nicht OK? Wie kann es sein, dass eine Position vertreten werden darf, die Gegenposition aber nicht?
Meinungsdiktatur? Selbst in diesem Fall, in dem für alle evident eine Meinungsäußerung erlaubt und die andere verboten ist, kommt man damit nicht weiter, denn genau das ist auch der Vorwurf, der den Abtreibungsgegnern gemacht wird: sie wollten ihre Ansichten anderen aufzwingen. Mit der Antwort, die Abtreibungsbefürworter hätten eben das Sagen und nutzten das aus, wird man der Sache also nicht gerecht – sie würden sich gegen diese Anschuldigung verwahren! Damit bringt man kein Gespräch voran.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht in den Meinungen, die vertreten werden, sondern in einer grundlegend unterschiedlichen Wahrnehmung dessen, was überhaupt eine Meinung ist. Darüber gibt es inzwischen einen großen gesellschaftlichen Konsens.
Wer sagt, Abtreibung sei eine Entscheidung der betroffenen Frau, in die man nicht hereinzureden habe, vertritt keine Meinung. Im Gegenteil enthält er sich jeder Meinung und verhält sich daher angemessen, weil es nicht um ihn geht. In dieser Logik kommt hier jede Meinungsäußerung einem Angriff gleich, da sie den Entscheidungsbereich der Frau antastet, indem sie manipuliert und unter Druck setzt. Da aber Manipulation und Ausübung von Druck an der Schule selbstverständlich nicht erlaubt sind, haben in den Augen der Gesellschaft Abtreibungsgegner zu schweigen. Man darf dagegen sein, aber niemandem in die eigene Entscheidung hineinreden.
Pro choice um der Freiheit willen ist weit mehr als das kurzsichtige Vertreten egoistischer Positionen, wie es oft dargestellt wird. Es ist vielmehr auf Grundlage einer allgemein anerkannten Logik eine durchdachte Gewissensentscheidung.

Diese Logik definiert Freiheit als die Möglichkeit, freie Entscheidungen aus einem freien und daher unbeeinflussten Gewissen heraus zu treffen. Gewissensbeeinflussungen sind abzulehnen, denn sie machen unfrei. Alleine ist der Mensch am freiesten.
Der Fehler, der dieser Logik innewohnt, wird vielleicht am deutlichsten, wenn man sie auf den Intellekt anwendet. Sie lautete dann: der beste Intellekt ist möglichst ungebildet, denn nur unbeeinflusst kann er sich entfalten.
Letztlich ist es eine völlig anders tickende innere Logik, die es Abtreibungsbefürwortern oft unmöglich macht, Argumentationen zu folgen, die für mich bestechend klar und einfach sind. Diese andere Logik, die eine Logik der Einsamkeit als Tugend ist, gilt es zu überwinden.

Freitag, Oktober 26, 2012

Drei-faltig!

Gott ist alt. Er hat schon drei Falten.

(Kindermund aus zweiter Hand, was ebenso missverständlich sein dürfte...)

Bedingungslose Annahme – aber dann!


[Von Bastian]
Jesu Verkündigung sei die vom menschenfreundlichen Gott, vor dem jeder Mensch eine unzerstörbare Würde habe und von ihm bedingungslos angenommen werde - egal, ob "heilig" oder "Sünder". Die Botschaft von einem Gott, der auf der Seite der Armen und Benachteiligten stehe.
Der auch mich bedingungslos annehme - in all meinem Unvermögen und meiner Gebrochenheit.
So wurde einmal das zusammengefasst, was persönlich für den großen Schatz an der Botschaft Jesu gehalten werde.

Oft habe ich von solchen Aussagen ob eines leichten inneren Konfliktes leichte Bauchschmerzen bekommen: einerseits stimmen diese Aussagen natürlich, andererseits scheinen sie doch die Lehre vom Reich Gottes zu relativieren, für das definitiv nicht alles gleich bzw. gleichwertig ist. Wenn ich nicht große Teile der Verkündigung weglassen will, dann hat dieses Reich als Eingang einen Gerichtssaal, den ich erst einmal als freier Mann verlassen muss, um hineinzukommen. Und das klingt nicht besonders bedingungslos.

In der Verkündigung gibt es, wie ich oft erlebe, zwei Richtungen, die jeweils einen der Aspekte zum höheren Gut machen. Manchmal scheint es einen unübersehbaren Wust an Vorschriften zu geben, die zu erkennen, zu bejahen und zu befolgen sind, bevor man sich „Christ“ nennen darf; manchmal scheint es ein großer Fehler zu sein, überhaupt einen Anspruch an sich zu stellen, außer dem einen, sich lieben zu lassen, wie man nun einmal ist. Beides leitet sich aus der Botschaft Jesu her, und es gibt endlose Diskussionen zwischen den Vertretern beider Ansätze, die sich dabei durchaus auch gegenseitig den richtigen, freien Glauben absprechen.

Das Missverständnis liegt dabei, so denke ich, darin begründet, dass nicht unterschieden wird zwischen der Begegnung mit Gott und dem Weg mit ihm. Es ist wahr: Christus will jedem Menschen begegnen, völlig egal, wie sehr er in Sünde und Schuld verstrickt ist. Diese Nähe Gottes ist bedingungslos, dogmen- und bekenntnisfrei und gilt selbst reueresistenten schweren Sündern. Insofern trifft die Aussage oben voll zu. Niemals darf eine Verkündigung diese bedingungslose liebende Nähe Gottes einschränken! Eine Theologie, die diese Nähe verkennt und an Bedingungen knüpft, verkennt Gott. Allerdings ist dies die Nähe, die zu ersten Begegnung führen soll. Es ist nicht die Beschreibung der Art von Freundschaft, die Gott sich mit dem Menschen wünscht. Gottes „Menschenfreundlichkeit“ ist nämlich mehr, als das Wohlwollen eines netten Beobachters, der letztlich nicht eingreifen will. Es ist eine tiefe Sehnsucht nach jedem und jeder einzelnen von uns, nach mir – eine Sehnsucht, die nur durch meine Liebe zu ihm gestillt werden kann. Gemeinsame Liebe aber bedeutet einen gemeinsamen Weg.
Im Klartext: sobald ich Gott begegnet bin, ist es mit der Bedingungslosigkeit vorbei. Dann heißt es: Willst Du mich lieben? Kommst Du mit?

Dann zu sagen: „Nein, ich bleibe, wo und wie ich bin, denn so liebst du mich!“ bedeutet, nicht zurück zu lieben. Eine Theologie, die sagt, für Gott sei alles gut und sein Wunsch sei, dass man das erkenne und sich einfach so geliebt wisse, redet zwar von Liebe, ist aber eine Theologie der Lieblosigkeit, denn sie antwortet nicht. Sie liebt nicht zurück.
Eine gute Verkündigung lehrt die Liebe in ihrer Fülle: im Geliebt-sein und im Selber-lieben. Und sie bekennt, was Gott uns sagt: Er hat uns zuerst geliebt.

Der Raum, den wir in dieser Liebe gemeinsam mit Gott betreten, ist die Wahrheit. Hier gibt es mehr, als persönliche Empfindungen – hier herrscht das Reich Gottes. Alle Regeln, Dogmen und moralische Vorstellungen, alle Gebete und alle Sakramente ergeben erst einen Sinn, wenn sie in diesem Raum und in seinem Licht betrachtet werden. Von außen betrachtet sind sie aus Stein, der im Weg stehen kann, von innen betrachtet sind sie aus Licht, das von Gott kommt. Und wenn ich das weiß, tue ich gut daran, sie zu pflegen, auch wenn sie mir wieder einmal steinern vorkommen, weil ich wieder einmal Liebe und Wahrheit verlassen habe. Doch das gute ist: auch dann gilt wieder Gottes erste und bedingungslose Liebe zu mir: er ist da. Es ist ein Hand-in Hand beider Aspekte: der Bedingungslosigkeit und der Größe und Fülle an Erkenntnis und Gesetzmäßigkeiten, die sich daraus ergeben.

Wer die Größe des Schatzes erkennen will, den die Kirche von Gott übergeben bekommen hat, der kann bedingungslos eintreten und sich dann belehren lassen. Wer verkünden will, soll Gottes bedingungslose Liebe lehren, aber er lasse niemanden am Eingang stehen, als sei das alles. Das Gericht, so denke ich, verlässt jeder als freier Mensch, der zumindest ein wenig zurückgeliebt hat. Den fehlenden Rest schenkt Gott: wer hat, bekommt noch dazu.

Mittwoch, Oktober 24, 2012

Weisheitsspruch

[Von Bastian]
Da es mal wieder um Kinder und Familien geht: im Baumarkt habe ich vorgestern ein stolzes junges Ehepaar getroffen, deren noch stolzere 3jährige Tochter das 3monatige Brüderchen durch die Gegend schob. Wir kamen kurz ins Gespräch. Ich erzählte, dass es mit immer mehr Kindern eigentlich immer einfacher werde - bei uns war die Umstellung von einem auf zwei kinder größer als die von zweien auf gleich vier.
Und ich schob den Kalauer nach, der nicht von mir, aber trotzdem weise ist und den ich daher jetzt auch hier einmal schreibe:

Den Unterschied zwischen dem ersten, zweiten und dritten Kind erkennt man, wenn das Kind einen Euro verschluckt:
Beim ersten Kind rennt man zum Arzt.
Beim zweiten Kind durchsucht man die Windeln.
Beim dritten Kind zieht man den Euro vom Taschengeld ab.

Man wird lässiger.

Elternreiche Familien

[Von Bastian]
Kinderreiche Familien gibt es immer weniger. In den Niederlanden versucht man nun, mit neuen Wegen die Familien wieder größer zu bekommen: mit mehr Eltern. (LINK)

Ich wünsche viel Spaß beim Festlegen der Erbfolge von Eltern, die die Kinder selbst nicht gezeugt haben, zu Geschwistern, die keine sind. Ebenso bei der Festlegung von Besuchsregelungen im Scheidungsfall oder der Frage, welches der 4 Elternteile Anspruch auf das Kindergeld hat oder welcher der Väter bei der Geburt dabei sein darf. Elternabende dürften sich mittelfristig zu Massenveranstaltungen entwickeln.
Die logische Weiterentwicklung: Stopp der Diskriminierung der Kinderlosen! Der Begriff „Eltern“ wird auf alle Erwachsenen ausgeweitet, gleich ob sie Kinder haben oder nicht. Überhaupt wäre anstelle des Wortes „Eltern“ die Einführung des Terminus „Person mit Zeugungshintergrund“ sinnvoll. Dabei muss selbstverständlich „Zeugung“ analog zu Gender nicht mit der biologischen Tatsache, sondern mit dem selbstgewählten Wunsch danach gleichgesetzt werden.

Kämpfen wir also für große und freie Familien in einer großen, freien Welt.

Als Schnorrer geh' ich über Leichen.

[Von Bastian]
Wenn ich mir Kleidung kaufe, oder Tee, oder Kaffee, oder Südfrüchte, oder ein Auto, oder Computerteile, oder ein Handy, oder, oder…  jedenfalls bin ich meistens froh, wenn es preiswert ist. Oft mache ich mir nicht klar, dass jemand anders da für mich bezahlt: in anderen Ländern. Mit Arbeit, die er/sie kaum vergütet bekommt, mit seiner/ihrer Gesundheit. Letztlich mit dem Leben, denn ich wollte so nicht leben. (LINK) (LINK) etc.

Eigentlich wollte Gott der einzige sein, der mit Seinem Leben für mich zahlt…