Sonntag, Oktober 30, 2011

Matthäus heute für mich

Von Bastian

Heute ist endlich Matthäus 23 wieder dran. Eine meiner Lieblings-Bibelstellen, weil sie die Kirche so wunderbar stärkt und entspannt.

„Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun…“

Es ist die Trennung von Amt und Person. Eine Trennung, die mir derzeit in einigem durchaus entgegen kommt, wie ich zugeben muss.

Die Autorität wird bestätigt: Tut, was sie sagen. Sie ist aber unabhängig von der Person: schau nicht auf das, was sie tun. Die Autorität, die von Gott kommt, hat auch dann Vollmacht, wenn die Amtsinhaber versagen. Sogar dann, wenn sie ausdrücklich in ihrer Amtsausübung versagen: die Ehrenplätze nehmen die Pharisäer gerade aufgrund ihrer Stellung ein.

So sagt mir Gott in seiner Schrift hier: „Vertraue ruhig dem Amt. Es hat meinen Segen. Nicht die Amtsinhaber sind der Garant dafür – ich bin es, denn ich bestätige die Vollmacht. Durch das Amt hindurch vertraust Du mir.“

Ich finde das sehr beruhigend: letztlich führt Gott seine Kirche selbst. Für die Priester und Bischöfe und alle Christen heute ist dieses Evangelium viel mehr, als die Schelte, die es irgendwo für jeden von uns darstellt. Es ist zugleich ein Freispruch für den, der wirklich Gott sucht: ich kann Gott letztlich nicht verhindern, denn er bestätigt das, was er ins Leben ruft, unabhängig von meinen Fehlern und Sünden. Die anderen sind aufgefordert, sich von mir nicht irre machen zu lassen. Gott sei Dank! Gerade weil Gott im Zweifelsfall sagt: „Stört Euch nicht am Bastian – der dreht gerade etwas ab!“, gerade deshalb kann ich ich sein, ohne Perfektionismus.

Doch ich bin zu mehr berufen, als nur dazu, letztlich nicht zu stören. Christus beklagt ausführlich, wie die Pharisäer mit ihrem Handeln im Widerspruch zur Botschaft Gottes stehen, und zeichnet so zugleich ein Bild, wie es richtig wäre: lebe das, was zu verkünden Du berufen bist, und spiegele so Gott wider.

So bleiben erst einmal drei Dinge für mich übrig: ich soll leben, was ich eigentlich glaube, der Autorität des Amtes gehorchen und mich ansonsten von anderen nicht kirre machen lassen. So bin ich in die Kirche hineingenommen, ohne dass ich mich von einigen Bischöfen verwirren lassen muss, die derzeit offenbar selbst verwirrt sind und ein eher abstruses Weltbild verbreiten.

Donnerstag, Oktober 27, 2011

Der Antwort zweiter Teil

Von Bastian frei nach dieser Quelle.

„Mein Sohn, ich wiederhole: das ist schlimm! Was Du mir da aus dem Internet erzählst, sind nach wie vor vielfache Verführung deiner Schutzbefohlenen zur Sünde, Abzocke mit Dingen, die ihr Geld nicht wert sind und Täuschung deiner Familie seit langer Zeit. Bedenke, Du verdienst Dein Geld mit Sünde! Möchtest Du nicht doch beichten?“

Nein, Pater, es ist nicht nötig, wie ich schon sagte. Mit dem harten Kerngeschäft, das hier in Frage steht, verdiene ich nur 0,017% meines Geldes. Das lasse ich verbreiten. Da kann mir keiner was. Außerdem überlege ich, ob ich nicht einfach all denen drohe, sie zu verhauen, die mir blöd kommen. Sie verstehen: wo kein Kläger, da kein Richter. Am wirklichen Dreck verdiene ich übrigens nur mittelbar. Das habe ich gut organisiert, da bleibe ich sauber. Wenn Ihnen das Freude macht, Pater, kann ich gerne ein paar der wirklichen Täter zu Ihnen schicken. Aber nur, wenn Sie mir versprechen, dass die hinterher noch Geld ranschaffen. Sie sehen, Pater: mit ein wenig Druck und ein paar relativierenden Zahlen wird in ein paar Tagen keiner mehr fragen. Und dann bin ich die Sorgen los. Es besteht wirklich kein Anlass, irgendeine Schuld zu bekennen!


Sonntag, Oktober 23, 2011

Es war ein Vergnügen!




Mir wurde die Ehre zuteil, einen der Großen seiner Zunft persönlich kennen zu lernen!
Bastian

Samstag, Oktober 22, 2011

Bücher, die jeder Katholik lesen sollte

Von Bastian Volkamer und Peter Esser.

Dies ist eine erste Liste von Büchern, die man im Regal haben sollte.

Wir finden, eine gut sortierte Bibliothek ist durch nichts zu ersetzen!


Zolli Baba und die 40 Memorandisten

Alois im Glück

Das tapfere Meisnerlein

Vom Menschenfischer und keiner Frau

Sündbad der Seelenfahrer

Das Wirtshaus im Beichtstuhl

Abendmahlstischlein deck dich

Die Margot auf der Erbse

Dr. No oder wie ich lernte, Drewermann zu lieben

The Küng and I (ein Trauerspiel in 3 Akten)

Geschichten aus Tausend und Einem Stuhlkreis


Und zu guter Letzt das Weltbild-Märchen:

Von einem, der sich auszog, uns das Fürchten zu lehren

Wo warst du, als der Papst kam?

Übrigens hat es in englisch- und französischsprachigen Blogs eine sehr viel intensivere Debatte über die Papstworte in Deutschland gegeben. In anderen Kulturkreisen wird der deutsche Papst offenbar besser verstanden als in seiner Heimat.

Ludwig Ring-Eifel im »European«


Von Peter Esser. Unser Blog ist sicher ein kleines Lichtlein am Bloggerhimmel, daher wird es nicht aufgefallen sein, daß die Kritik von Ludwig Ring-Eiffel, die mittlerweile ihre Runde durch die Blogoezese macht, auch auf »Echo Romeo« zutrifft. Es gibt keine Rezeption der Predigten und Ansprachen des Heiligen Vaters auf seiner Deutschlandreise. Zumindest was meine Person angeht, kann ich mich entschuldigen: Ich war unterwegs. Von Düsseldorf nach Berlin – zum Auftakt des Deutschlandbesuchs des Heiligen Vaters – und dann, während er Erfurt und das Eichsfeld besuchte, selber auf dem Weg durch Thüringen ins Allgäu, wo ein Familienbesuch anstand. In der Nacht auf Sonntag ging es wieder zurück, und auf der Strecke Ulm-Karlsruhe überholte ich die Reisebusse der Pilger auf dem Weg nach Freiburg. Pünktlich zur Messe in Freiburg saß ich dann vor dem Fernseher … zurück in Düsseldorf. Eine solche Tour de Force hinterläßt dann doch Spuren … und so war in der Zeit auch nicht viel von mir zu lesen und zu gucken.

Ich habe also den Besuch des Heiligen Vaters erlebt und nicht kommentiert. Insgesamt jedoch bemerke ich bei mir die Tendenz, eher Kritikwürdiges aufzugreifen und darüber (selten) zu schreiben und (oft) zu zeichnen. Die Frage, die Erich Kästner an sich selbst gerichtet hat »Wo bleibt das Positive, Herr Kästner?« gilt also auch für mich. Dennoch würde ich über das hingehaltene Stöcklein des »European« nicht springen und hektisch nachberichten und -kommentieren. Es berichtet sich eben leichter vor Ort, wenn man hinterher eine Spesenabrechnung einreichen kann.

Da ich jedoch davon ausgehe, daß die Worte des Heiligen Vaters nachhaltig sind, reicht es, in einem Monat (oder fünf oder zehn Jahren) mit der Hilfe seiner Ansprachen zu irgendeinem Punkt Stellung zu nehmen. Etwa so:

»Die neueste Aktion von Bundeskanzlerin Roth zeigt deutlich die Hellsichtigkeit, mit der der Heilige Vater (Gott möge ihm seine Gesundheit in seinem hohen Alter erhalten) vor zehn Jahren, bevor er beschloß, seine Sommerresidenz statt nach Castel Gandolfo nach Pentling zu verlegen …«


Gut, auch wenn sich diese Vision in ihren Schrecknissen und ihrer Freude nicht erfüllen sollte: Was uns Deutschen Papst Benedikt auf den Weg gegeben hat, ist nahrhafte Kost … und nicht etwa ein Schokoriegel, den man einwirft, um gleich zu fragen, was es denn noch zu essen gäbe. Schon jetzt wirf dasApostolische Schreiben »Porta Fidei« zur Ankündigung des Jahres des Glaubens ein noch anderes Licht auf den Besuch des Heiligen Vaters in seinem Vaterland, das ihn so wenig versteht.

Es gilt jedoch: Solange Pentling an der B16 liegt, ist noch Hoffnung.

P.S.: Peter Winnemöller hat um eine Zusammenstellung von Kommentaren aus der deutschsprachigen katholischen Bloggerwelt gebeten. Das Ergebnis ist hier zu lesen.

Freitag, Oktober 21, 2011

Die Antwort

[Von Sierra Victor = Bastian Volkamer]

„Mein Sohn, das ist schlimm! Was Du mir da aus dem Internet erzählst, sind vielfache Verführung deiner Schutzbefohlenen zur Sünde, Abzocke mit Dingen, die ihr Geld nicht wert sind und Täuschung deiner Familie seit langer Zeit. Das ist vor Gott nicht auf die leichte Schulter zu nehmen! Möchtest Du beichten?“

„Nein, Pater, das wird nicht nötig sein. Mein Hirn ist das wichtigste Organ von mir und steht deshalb in einer besonderen christlichen Verantwortung. Seine Aktionen erfahren eine ständige Prüfung hinsichtlich der Wertbindungen der kirchlichen Gebote. In diesem Sinn befasst sich das Gewissen auch regelmäßig mit den Möglichkeiten der elektronischen Kommunikationsmittel. Das Gewissen wurde angehalten, seiner Verantwortung in diesem Bereich konsequent zu entsprechen.

Das ist unser Vorbild. Noch Fragen, warum die Beichtstühle leer sind?

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BILD im Blutrausch

[von Echo Romeo]




Die BLÖD fällt heute mit ihrem Titelbild in die Logik der Rache zurück. Vor den Augen vorbeiziehender Schulkinder.

Der Stein

[Von Sierra Victor]

Der Weltbildverlag verkauft Erotik-Produkte. Dabei werden Begriffe wie „Untreue“ und „Sündig“ als Werbebotschaft eingesetzt. Der Verlag gehört großenteils katholischen Bistümern.

Welch eine Vorlage! Der Traum des katholischen Bloggers. Man kann aus dem Vollen schöpfen, muss gar auswählen, weil man die Möglichkeiten gar nicht alle verarbeiten kann. Was darf es sein?
Vielleicht ein Dank an die Bistümer dafür, dass sie angesichts der bald wegfallenden Kirchensteuer vorausschauend für ein solides zweites Standbein sorgen?
Vielleicht der Vorschlag, das Angebot auszuweiten? Bietet die Erotik doch Möglichkeit, viele leer stehenden kirchlichen Immobilien mit einer neuen, Freude bringenden Funktion zu nutzen.
Man könnte auch eine Umfrage nach weiteren Ideen für lukrative Einnahmequellen starten, um die Entweltlichung der Kirche finanziell etwas abzufedern. Da wären derzeit z.B. Spekulationen auf die Getreidepreise am Weltmarkt oder der Vertrieb von PID-Gerätschaften moralisch ebenbürtig.
Denkbar wäre die Hypothese, es handele sich um eine geistliche Aktion. Um den Bedarf am Bußsakrament zu steigern, verkauft man einfach Anleitungen zum Ehebruch.
Auch wäre sicher die Frage zu behandeln, wie es beim Thema Erotik in den Bistümern zu derartigen Verhärtungen kommen kann, dass jahrelang nichts passiert.

Doch all das Launige, dass in der ersten Empörung geboren wurde, bleibt mir letztlich im Hals stecken. Am Ende stehen zwei Fragen im Raum, auf die ich keine Antwort weiß.
Einmal: wie, liebe Bischöfe, soll ich Euch wieder vertrauen, wenn Ihr so klar zeigt, dass Euch die öffentliche Meinung wichtiger ist als der Inhalt? Denn wie anders ist es erklärbar, dass trotz jahrelanger Kenntnis der Misstände nichts geschah, jetzt aber plötzlich gehandelt werden soll, da die Sache einem größeren Kreis publik wird?
Und zum anderen: warum habe auch ich beim Weltbild-Verlag gekauft, obwohl ich zumindest von dessen Esoterik-Angeboten wusste?
Liebe Bischöfe, ich kann Euch zwar nicht verstehen, aber ich muss mich zu Euch gesellen. Der Stein, den ich im ersten Absatz geworfen habe, trifft mich selbst genauso.

Mein Fazit: ich bin sauer auf uns. Stinksauer!

Mittwoch, Oktober 19, 2011

Es ist noch kein Meister…

…vom Himmel gefallen! Wir können also davon ausgehen, dass es sich bei dieser Botschaft nicht um eine Offenbarung handelt, setzt eine solche doch himmlischen Ursprung voraus.
Von irgendetwas jedoch muss Bischof Meister gefallen sein, wie der Schwung zeigt, mit dem er seine Bauchlandung hinlegt. Sein Credo ist das des Muts. Den beweist er selbst in Form von erheblichem Mut zur Lücke – in theologischen Fragen wie auch im Verständnis für die Kirche, mit der Gemeinschaft zu suchen er vorgibt.
Und wir? Nun, nutzen wir eine solche Steilvorlage! Genießen wir dieses frei Haus gelieferte Argument! Was könnte besser zeigen, dass wir schon immer recht hatten im internen Kirchenkampf über die Form der Messe und des Kommunionempfangs, die Ökumene und überhaupt?
Danke, Bischof Meister! Danke für die Gelegenheit, auf dieses Niveau zu sinken!
[SV]

Freitag, Oktober 07, 2011

Nachdenklich...

[Sierra Victor]

Beim Veröffentlichen des letzten Beitrags (Mainzelmännchen) hatte ich ein zwiespältiges Gefühl.
Ich habe die Petition unterschrieben und so den Bischöfen meine Unterstützung und Solidarität bekundet. Jetzt gehe ich einen von ihnen an.
Ich kann das eigentlich nur tun, weil ich meine, dass in der Kirche derzeit ein Prozess der Neufindung in Gang ist, der sehr polarisiert erfolgt. So wie auch jeder Nichtwähler eine Wahl beeinflusst, ist an diesem Prozess jeder beteiligt, ob er will oder nicht. In dieser polarisierten Situation erscheint es mir daher angebracht, Position zu beziehen. Nicht, weil ich meine Position für die wahre halte, sondern weil auch meine Stimme im Chor gefragt ist. Meine Solidarität mit der Kirche ist dabei keine Solidarität mit allem, was derzeit im Chor gesungen wird.
Ich unterscheide zwischen dem Bischofsamt, an dem es nichts zu rütteln gibt, den Personen, die dieses Amt innehaben (und schon deshalb meine Solidarität brauchen, weil es ein äußerst schweres Amt ist) und den Aktionen, die von den Bischöfen in ihrem Amt gestartet werden. Meine Kritik gilt nur dem Letztgenannten: den Aktionen. Auch Kardinal Lehmann hat daher meine Hochachtung, meinen Respekt und meine Unterstützung.
Ich halte es jedoch für ein gefährliches Spiel, Mainstreamforderungen öffentlich aufzugreifen und ihre Verwirklichung in Aussicht zu stellen, wie es hier von Kardinal Lehmann geschieht. Nicht, weil ich etwas gegen den Mainstream hätte und es vorzöge, chronisch gegen den Strom zu schwimmen. Vielmehr deshalb, weil ich die Aufgabe der Kirche darin sehe, die Menschen zu Gott zu führen, und zwar jeden einzeln. Zu Gott kommt man nur einzeln. Das Arbeiten mit dem Mainstream geht jedoch am Einzelnen vorbei, die Öffentliche Meinung übergeht das Individuum. Wenn Diakoninnen und neue Wege bei der Geschiedenenpastoral das Anliegen eines Bischofs sind, ist die Mobilisierung von Massen kein geeigneter Weg, dorthin zu kommen. Es ist ein Ansatz, der den Blick in die falsche Richtung lenkt: als sei es der öffentlichen Druck und die Mehrheit, die eine kirchliche Entscheidung lenkt. Die einzige Frage jedoch, die in kirchlichen Entscheidungen wirklich zählt, ist die, ob etwas von Gott gewollt ist. In einem wirklichen Dialog muss man dem Gegenüber ehrlich sagen, wie es läuft, und nicht mit seinen Bedürfnissen und Wünschen spielen. Ich kritisiere diese Aktion Kardinal Lehmanns daher klar – aufgrund der in meinen Augen unangemessenen Vorgehensweise. Es erscheint mir wie der Versuch, den gegenwärtigen Prozess in der Kirche dadurch zu besänftigen, den Menschen Sand in die Augen zu streuen, die anderen Bischöfe dafür zu vereinnahmen und mögliche Enttäuschungen durch Rom in Kauf zu nehmen. Das Ziel mag richtig sein – die Mittel sind es nicht. Inhaltlich überlasse ich diese Entscheidung gelassen Rom. Gegen eine Entscheidung, die mich erstaunt, hätte ich nichts einzuwenden; schließlich ordne ich mich Rom unter und nicht Rom mir und meiner Meinung.
Es ist ein Spagat, den ich (und dabei bin ich nicht allein) zu leisten habe, ein Spagat zwischen Offenheit und Solidarität, zwischen gelassenem Schweigen und manchmal erschrockenem Aufschrei. Sollte ich dabei den falschen Ton getroffen haben, bitte ich hier die Kirche, den Kardinal und alle Leser um Entschuldigung. Es war in diesem Beitrag nicht meine Absicht, jemanden ernsthaft zu beleidigen, und so wird es auch in meinen weiteren Posts sein.

Donnerstag, Oktober 06, 2011

Die Vision



In schweren Zeiten wie diesen (Papstbesuch!) tut es gut, zu wissen, dass die Hirten bereits weiter denken. Nicht Stillstand ist gefragt, sondern Vorausschau, nicht Genügsamkeit, sondern Vision!
So meldet sich aus Mainz eine Stimme, die wahrhaft neues im Sinn hat.
Wir zeigen den Kreis der Vordenker, wie er dem Gründer vorschwebt, und werben um Unterstützung.


[Sierra Victor]

Dienstag, September 27, 2011

Die Werkstatt

[von Sierra Victor]

Mit der Rezeption des Konzils ist es wie mit einem Vater von 2 Söhnen, der sein Auto zur Inspektion brachte.

„Mein Sohn, was machst Du da?“
„Ich lasse das Öl ab.“
„Das sehe ich. Warum tust Du das? Der Wagen war doch eben erst in der Inspektion!“
„Eben! In der Werkstatt verstehen sie was von Autos. Und die haben das auch gemacht.“
„Aber das Öl ist neu und kann noch lange verwendet werden.“
„Das ist mag sein, Vater. Aber ich versuche, von der Werkstatt zu lernen. Dort war man aktiv, und jetzt geht es dem Auto wieder gut. Autopflege besteht nicht im Warten, sondern im Handeln – so viel habe ich begriffen. Wenn der Wagen in Schuss sein soll, muss daran gearbeitet werden.“
„Mein Sohn, der Wagen ist zum Fahren da, nicht zum Öltausch. Eine Inspektion ist nur nötig, wenn am Wagen etwas verschlissen ist. Und solange du daran herumschraubst, fährt er nicht.“
„Vater, das ist ein Vorurteil. Du hast es nie versucht, ohne Öl und ohne Kühlwasser zu fahren.“
„Natürlich nicht. Der Wagen braucht beides. Ohne geht er sehr schnell kaputt!“
„Vater, ich begreife dich nicht. Du hast selbst gesagt, der Wagen brauche Wartung. Du hast den Werkstattbesuch groß angekündigt und durchgezogen. Von Wartung und Pflege hast Du gesprochen, nicht von Öl und dergleichen. In der Werkstatt wurde festgestellt, dass ein Austausch dringend nötig ist. Ein Austausch. Vom Belassen im Motor danach war keine Rede!“
„Aber es ist doch klar, Sohn, dass man neues Öl einfüllt, um damit dann erst einmal eine Weile zu fahren. Das neue Öl ist gut! Es wurde sorgfältig ausgesucht und wird lange halten!“
„Vater, schau einmal. Die Wartung hat dem Wagen gut getan, und du willst plötzlich wieder damit aufhören.“
„Ja, Sohn, der Werkstattbesuch ist abgeschlossen, der Wagen ist in Ordnung. Fülle das Öl sofort wieder ein!“
„Nein, Vater, das werde ich nicht tun, weil ich den Wagen liebe. Ich werde weiter austauschen und dabei auch mal ein paar Sachen ausprobieren. Zum Beispiel ist das neue Öl viel heller als das alte. Ich habe entdeckt, dass unser Duschgel die gleiche Konsistenz hat und noch viel heller und klarer ist. Das wird dem Wagen gut tun! Du siehst, ich mache nur, was in der Werkstatt bereits angedacht wurde. Ich pflege den Wagen im Sinn der Werkstatt. Das solltest Du auch tun, wenn Du nicht bald einen Schrotthaufen haben willst!“
„Tu sofort das Öl wieder rein!“
„Nein! Du bist alt geworden und verstehst nichts von der Technik im Wagen. Du willst nur fahren und denkst, das geht ohne Wartung. In Wirklichkeit willst Du wie mein Bruder den Stillstand! Es wird Zeit, dass ich dich beerbe!“

--

„Geliebter Vater!“
„Ja, mein zweiter Sohn! Lange hast du nicht mit mir gesprochen, sondern nur auf mich geschimpft. Schön, dass du da bist! Was kann ich für dich tun?
„Vater, ich möchte auch wieder fahren dürfen!“
„Du weißt doch, warum ich es verbot. Du wolltest den Werkstattbesuch behindern.“
„Ja, ehrwürdiger Vater! Sieh doch nur, was mein Bruder jetzt macht!“
„Mein Sohn, du wolltest den Werkstattbesuch behindern, nicht den Blödsinn deines Bruders.“
„Oh mein Vater, die Werkstatt ist schuld! Hätte sie nicht am Wagen herumgeschraubt, wäre mein Bruder nie auf diese Gedanken gekommen. Die Werkstatt hat den Anfang gemacht. Ich bitte Dich, mache die Inspektion rückgängig. Nur so werden wir wieder vorwärts kommen. Ich war geistesgegenwärtig und habe das alte Öl aufgehoben. Lass es mich wieder einfüllen!“
„Nein, oh mein zweiter Sohn! Frisches Öl war nötig. Auch die Winterreifen mussten runter und in den Polstern fühlten sich viele nicht mehr wohl. Es war wirklich Zeit.“
„Oh großer Vater, sieh doch! Alles, was am Auto funktionierte, war alt. Alles, was mein Bruder jetzt verbockt, ist neu. Der Wagen fährt am besten, wenn er alt ist! Man darf nichts tauschen!“
„Mein Sohn, das siehst Du falsch. Gerade um mit dem alten Wagen zu fahren, muss ich ihn pflegen.“
„Aber doch nicht so! Er ist überhaupt nicht mehr schön. Alleine wie er jetzt innen riecht! Niemand wird mit ihm fahren wollen! Ich wünschte, wir hätten wieder die alten Poster und das alte Öl! Auch die Motorwäsche war falsch! Die Heizluft riecht jetzt ganz anders. Die Rollgeräusche der alten Reifen, das Quietschen der Ledersitze und das lustige Stottern der Scheibenwischer. All das haben wir doch so geliebt! Jetzt gibt es keine Schlieren mehr auf der Scheibe und jeder meint, er könnte selbst den Weg klar sehen! Manchmal – mich schaudert - sitzen sogar Leute ohne Führerschein auf dem Beifahrersitz! Der Fahrer ist überflüssig geworden!“
„Mein Sohn, pass auf. Ich habe die alten Polster abgestaubt und daraus Bezüge gemacht, die anstelle der neuen aufgezogen werden können, wenn es gewünscht ist. Sie sind wirklich noch gut in Schuss. Ich liebe sie auch. Wenn Du wieder fahren willst, darfst Du sie nehmen und wir suche zusammen eine schöne Fahreruniform für Dich. Wenn Du fährst, darfst Du natürlich entscheiden, wer auf den Beifahrersitz kommt. Aber das neue Öl bleibt drin, die Scheibe bleibt sauber und die Vorgaben der Werkstatt werden befolgt. Willst Du das versprechen?“ „Ich werde darüber nachdenken. Gib mir einige Monate Zeit.“

--

*Seufz*

Dienstag, September 20, 2011

Deutsche Journalisten warten auf den Papst.

Man kann es verpessern.


Eine Rücksprache mit Sierra Victor hat ergeben, daß sich die Aussage noch prägnanter in Worte fassen läßt.

Montag, September 19, 2011

Ganz ehrlich ...





… das hier wär plausibler. Aber Selbstverständlichkeiten über uninteressante Personen verkaufen sich nicht.