[von Sierra Victor]
Mit der Rezeption des Konzils ist es wie mit einem Vater von 2 Söhnen, der sein Auto zur Inspektion brachte.
„Mein Sohn, was machst Du da?“
„Ich lasse das Öl ab.“
„Das sehe ich. Warum tust Du das? Der Wagen war doch eben erst in der Inspektion!“
„Eben! In der Werkstatt verstehen sie was von Autos. Und die haben das auch gemacht.“
„Aber das Öl ist neu und kann noch lange verwendet werden.“
„Das ist mag sein, Vater. Aber ich versuche, von der Werkstatt zu lernen. Dort war man aktiv, und jetzt geht es dem Auto wieder gut. Autopflege besteht nicht im Warten, sondern im Handeln – so viel habe ich begriffen. Wenn der Wagen in Schuss sein soll, muss daran gearbeitet werden.“
„Mein Sohn, der Wagen ist zum Fahren da, nicht zum Öltausch. Eine Inspektion ist nur nötig, wenn am Wagen etwas verschlissen ist. Und solange du daran herumschraubst, fährt er nicht.“
„Vater, das ist ein Vorurteil. Du hast es nie versucht, ohne Öl und ohne Kühlwasser zu fahren.“
„Natürlich nicht. Der Wagen braucht beides. Ohne geht er sehr schnell kaputt!“
„Vater, ich begreife dich nicht. Du hast selbst gesagt, der Wagen brauche Wartung. Du hast den Werkstattbesuch groß angekündigt und durchgezogen. Von Wartung und Pflege hast Du gesprochen, nicht von Öl und dergleichen. In der Werkstatt wurde festgestellt, dass ein Austausch dringend nötig ist. Ein Austausch. Vom Belassen im Motor danach war keine Rede!“
„Aber es ist doch klar, Sohn, dass man neues Öl einfüllt, um damit dann erst einmal eine Weile zu fahren. Das neue Öl ist gut! Es wurde sorgfältig ausgesucht und wird lange halten!“
„Vater, schau einmal. Die Wartung hat dem Wagen gut getan, und du willst plötzlich wieder damit aufhören.“
„Ja, Sohn, der Werkstattbesuch ist abgeschlossen, der Wagen ist in Ordnung. Fülle das Öl sofort wieder ein!“
„Nein, Vater, das werde ich nicht tun, weil ich den Wagen liebe. Ich werde weiter austauschen und dabei auch mal ein paar Sachen ausprobieren. Zum Beispiel ist das neue Öl viel heller als das alte. Ich habe entdeckt, dass unser Duschgel die gleiche Konsistenz hat und noch viel heller und klarer ist. Das wird dem Wagen gut tun! Du siehst, ich mache nur, was in der Werkstatt bereits angedacht wurde. Ich pflege den Wagen im Sinn der Werkstatt. Das solltest Du auch tun, wenn Du nicht bald einen Schrotthaufen haben willst!“
„Tu sofort das Öl wieder rein!“
„Nein! Du bist alt geworden und verstehst nichts von der Technik im Wagen. Du willst nur fahren und denkst, das geht ohne Wartung. In Wirklichkeit willst Du wie mein Bruder den Stillstand! Es wird Zeit, dass ich dich beerbe!“
--
„Geliebter Vater!“
„Ja, mein zweiter Sohn! Lange hast du nicht mit mir gesprochen, sondern nur auf mich geschimpft. Schön, dass du da bist! Was kann ich für dich tun?
„Vater, ich möchte auch wieder fahren dürfen!“
„Du weißt doch, warum ich es verbot. Du wolltest den Werkstattbesuch behindern.“
„Ja, ehrwürdiger Vater! Sieh doch nur, was mein Bruder jetzt macht!“
„Mein Sohn, du wolltest den Werkstattbesuch behindern, nicht den Blödsinn deines Bruders.“
„Oh mein Vater, die Werkstatt ist schuld! Hätte sie nicht am Wagen herumgeschraubt, wäre mein Bruder nie auf diese Gedanken gekommen. Die Werkstatt hat den Anfang gemacht. Ich bitte Dich, mache die Inspektion rückgängig. Nur so werden wir wieder vorwärts kommen. Ich war geistesgegenwärtig und habe das alte Öl aufgehoben. Lass es mich wieder einfüllen!“
„Nein, oh mein zweiter Sohn! Frisches Öl war nötig. Auch die Winterreifen mussten runter und in den Polstern fühlten sich viele nicht mehr wohl. Es war wirklich Zeit.“
„Oh großer Vater, sieh doch! Alles, was am Auto funktionierte, war alt. Alles, was mein Bruder jetzt verbockt, ist neu. Der Wagen fährt am besten, wenn er alt ist! Man darf nichts tauschen!“
„Mein Sohn, das siehst Du falsch. Gerade um mit dem alten Wagen zu fahren, muss ich ihn pflegen.“
„Aber doch nicht so! Er ist überhaupt nicht mehr schön. Alleine wie er jetzt innen riecht! Niemand wird mit ihm fahren wollen! Ich wünschte, wir hätten wieder die alten Poster und das alte Öl! Auch die Motorwäsche war falsch! Die Heizluft riecht jetzt ganz anders. Die Rollgeräusche der alten Reifen, das Quietschen der Ledersitze und das lustige Stottern der Scheibenwischer. All das haben wir doch so geliebt! Jetzt gibt es keine Schlieren mehr auf der Scheibe und jeder meint, er könnte selbst den Weg klar sehen! Manchmal – mich schaudert - sitzen sogar Leute ohne Führerschein auf dem Beifahrersitz! Der Fahrer ist überflüssig geworden!“
„Mein Sohn, pass auf. Ich habe die alten Polster abgestaubt und daraus Bezüge gemacht, die anstelle der neuen aufgezogen werden können, wenn es gewünscht ist. Sie sind wirklich noch gut in Schuss. Ich liebe sie auch. Wenn Du wieder fahren willst, darfst Du sie nehmen und wir suche zusammen eine schöne Fahreruniform für Dich. Wenn Du fährst, darfst Du natürlich entscheiden, wer auf den Beifahrersitz kommt. Aber das neue Öl bleibt drin, die Scheibe bleibt sauber und die Vorgaben der Werkstatt werden befolgt. Willst Du das versprechen?“ „Ich werde darüber nachdenken. Gib mir einige Monate Zeit.“
--
*Seufz*
Dienstag, September 27, 2011
Dienstag, September 20, 2011
Man kann es verpessern.
Montag, September 19, 2011
Ganz ehrlich ...
Was ins Olympiastadion mitdarf ...
[Echo Romeo und Sierra Victor] Gut, wir fahren nach Berlin. Ein Blick auf die Hausordnung für die Messe mit dem Heiligen Vater zeigt: Die Regeln sind gegenüber dem Normalgebrauch des Stadions sogar verschärft worden.
Also, verboten sind Fahnen, sonstige Fanartikel, Naschwerk aller Arten, Getränke, Smartphones und Vuvuzelas. Bleibt nicht viel übrig, haben wir uns gedacht? Weit gefehlt.
Bei Elsässer Zwiebelkuchen und Federweißem (und einem improvisierten Haarschnitt, von dem möglicherweise noch in Berlin die Rede sein könnte), ist gestern Abend eine kleine Ideenskizze entstanden, wie man den Proklamationsnotstand im Stadion behelfsweise überbrücken kann.
Denn Kondome sind nicht verboten.
Also, verboten sind Fahnen, sonstige Fanartikel, Naschwerk aller Arten, Getränke, Smartphones und Vuvuzelas. Bleibt nicht viel übrig, haben wir uns gedacht? Weit gefehlt.
Bei Elsässer Zwiebelkuchen und Federweißem (und einem improvisierten Haarschnitt, von dem möglicherweise noch in Berlin die Rede sein könnte), ist gestern Abend eine kleine Ideenskizze entstanden, wie man den Proklamationsnotstand im Stadion behelfsweise überbrücken kann.
Denn Kondome sind nicht verboten.
Donnerstag, September 15, 2011
Mittwoch, August 31, 2011
Breaking News: Aachener Dom gibt letztes Geheimnis preis!
Aachen (Echo Romeo). Wie soeben bekannt wurde, hat der Aachener Dom sein letztes, großes Geheimnis preisgegeben: Die Herkunft des sagenumwobenen »Karlsthrones« dürfte nun als geklärt betrachtet werden. Wie jedes Kind weiß, ist dieses marmorne Sitzmöbel erst seit den Zeiten Ottos III bezeugt. Seit dem zwölften Jahrhundert wird der Thron nachweislich Karl dem Großen zugeschrieben. Man vermutet in ihm einen Krönungssitz, der im Anschluß an die zeremonielle Königskrönung der deutschen Cäsaren bestiegen wurde. Im 20. Jahrhundert wurde der karolingische Ursprung ernsthaft bestritten; seit neuestem jedoch werden Gründe angeführt, die doch auf die Erstbenutzung durch Karl den Großen hinzudeuten scheinen.
Alles Mumpitz, behaupten die Archäologen von »Echo Romeo«. Der sogenannte Karlsthron geht auf die sogenannte »Mannheimer Schule« zurück. Die hochrangigen Wissenschaftler führen aus, daß es sich in Wirklichkeit – dem Oktogon der Pfalzkapelle entsprechend – nicht um EINEN Thron, sondern um ACHT STÜHLE gehandelt habe, die einem karolingischen Reichsreformgremium über eine leere Mitte hinweg in der ersten Etage der Pfalzkapelle zu einem Dialog auf Augenhöhe verholfen haben sollen. Ein Stuhlkreis der ersten Stunde.
Der sogenannte Barbarossaleuchter kam erst Jahrhunderte später dankenswerter Weise als gestaltete Mitte hinzu, was seinen kunstgeschichtlichen Wert jedoch nur in geringem Umfang mindert. Beachten Sie dazu bitte auch die Rekonstruktionszeichnung unserer Experten. Die karolingischen Dialogstühle sind rot gekennzeichnet.
Bisher gelang es unseren Wissenschaftlern nicht, den Nachweis zu führen, daß im Frankenreich noch 38 weitere Pfalzkapellen geplant gewesen seien, die ein ausgefeiltes Netz des Dialogs über das Land gelegt hätten. Es wird aber vermutet.
»Das wäre eine Sensation«, sagen die Wissenschaftler, nicht ohne einzuschränken: »… pfalz das stimmt.«
Alles Mumpitz, behaupten die Archäologen von »Echo Romeo«. Der sogenannte Karlsthron geht auf die sogenannte »Mannheimer Schule« zurück. Die hochrangigen Wissenschaftler führen aus, daß es sich in Wirklichkeit – dem Oktogon der Pfalzkapelle entsprechend – nicht um EINEN Thron, sondern um ACHT STÜHLE gehandelt habe, die einem karolingischen Reichsreformgremium über eine leere Mitte hinweg in der ersten Etage der Pfalzkapelle zu einem Dialog auf Augenhöhe verholfen haben sollen. Ein Stuhlkreis der ersten Stunde.
Der sogenannte Barbarossaleuchter kam erst Jahrhunderte später dankenswerter Weise als gestaltete Mitte hinzu, was seinen kunstgeschichtlichen Wert jedoch nur in geringem Umfang mindert. Beachten Sie dazu bitte auch die Rekonstruktionszeichnung unserer Experten. Die karolingischen Dialogstühle sind rot gekennzeichnet.
Bisher gelang es unseren Wissenschaftlern nicht, den Nachweis zu führen, daß im Frankenreich noch 38 weitere Pfalzkapellen geplant gewesen seien, die ein ausgefeiltes Netz des Dialogs über das Land gelegt hätten. Es wird aber vermutet.
»Das wäre eine Sensation«, sagen die Wissenschaftler, nicht ohne einzuschränken: »… pfalz das stimmt.«
Zur Mahnung und ohne weitere Worte
»Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für seine Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wulff kommen und verläßt die Schafe und flieht; und der Wulff erhascht und zerstreut die Schafe.«
(nach Johannes 10, 11-12)
Was gewisse Leute nicht verstehen: Es gibt eine Verwendung des Wortes »Barmherzigkeit«, für die hatte man früher den Begriff der »Affenliebe«.
(nach Johannes 10, 11-12)
Was gewisse Leute nicht verstehen: Es gibt eine Verwendung des Wortes »Barmherzigkeit«, für die hatte man früher den Begriff der »Affenliebe«.
Donnerstag, August 25, 2011
ZdK: Frauen bewegen Kirche
Unterstützt von diversen Bistumsportalen versucht das ZdK, uns schon einmal auf die dreißigste Wiederkehr des Jahrestags der Veröffentlichung des Wortes der deutschen Bischöfe »Zu Fragen der Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft« vorzubereiten. Zufällig ist das die exakte Zeitspanne zwischen Weltjugendtag in Madrid und Papstbesuch in Berlin.
In diesem Beitrag versucht sich ZdK-Mitglied Luisa Costa Hölzl am altkirchlichen Grundsatz: »My home is my church.« Vielleicht, bevor die Zeit über dieses Zeugnis hinweggeht, doch eine kleine Anmerkung. Ein christliches Zeugnis sollte normalerweise auch von Christus reden.
Hier ist nicht die Rede von Jesus Christus. Hier ist nur die Rede von der Mutter, die prälatengleich über ihrer Familie (ja, ich habe den Begriff »Hauskirche« wohl verstanden) wacht. Und wir wissen: Wer zur Leitung der Hauskirche befähigt ist, der schmeißt auch glatt mal so eine Kirchenprovinz, was rede ich, die ganze Weltkirche. Wer da meint, aus der Reihe tanzen zu müssen oder sein Schnitzel nicht aufißt, wird nicht mehr exkommuniziert, wie der olle Milingo, sondern erhält Stubenarrest, zumindest aber keinen Nachtisch.
Zu guter Letzt geht’s dem dreißigjährigen Kaplan ans Leder. Denn der hat dummerweise nicht die gleichen Kompetenzen. Der arme Kaplan ist nämlich nicht Mutter … und hoffentlich hat er sich auch irgendwann einmal selber dem fürsorgenden Zugriff seiner Hauskirche entwunden. Ein solcher Akt der Emanzipation kann schwer sein.
Warum eigentlich diese Gleichmacherei der Berufungen in der Kirche? Was ist dagegen einzuwenden, in der Kirche die Berufung zur Familie UND die zölibatäre Berufung zu fördern? Rainiero Cantalamessa hat in seinem Buch über die Jungfräulichkeit beschrieben, daß Ehelosigkeit keine Frage des größeren geistlichen Verdienstes ist. Ehelosigkeit, schreibt er, sei ein eschatologisches Zeichen. Da ich den Begriff »Eschatologie« beim ZDK nicht als bekannt voraussetze, umschreibe ich es mit der Rede »von den letzten Dingen«.
Der zölibatäre Bruder oder die zölibatäre Schwester legen Zeugnis dafür ab, daß Jesus Christus genügt, wenn alle menschliche Hilfe fehlt. Der zölibatäre Kaplan, wenn er es noch einige Jahre in der Schule seines Herrn aushält und wenn es ihn nicht entmutigt, von der ihm anvertrauten Pfarrangehörigen öffentlich brüskiert zu werden, wird auch Frau Hölzl aus seiner Beziehung zu Jesus Christus heraus gut raten können. Vielleicht wenn es einmal einsam um sie wird. (Und in der Zwischenzeit reicht er ihr den Leib des Herrn und spricht ihr in der Beichte die Vergebung ihrer Sünden zu.)
Ein herzliches »Vergelt’s Gott!« an alle, die das Charisma der Ehelosigkeit um des Himmelreichs willen nach der Weisung Christi mit Leben füllen. Und dann auch ein Dankeschön an alle, die sich in Beruf und Familie bewähren.
In diesem Beitrag versucht sich ZdK-Mitglied Luisa Costa Hölzl am altkirchlichen Grundsatz: »My home is my church.« Vielleicht, bevor die Zeit über dieses Zeugnis hinweggeht, doch eine kleine Anmerkung. Ein christliches Zeugnis sollte normalerweise auch von Christus reden.
Hier ist nicht die Rede von Jesus Christus. Hier ist nur die Rede von der Mutter, die prälatengleich über ihrer Familie (ja, ich habe den Begriff »Hauskirche« wohl verstanden) wacht. Und wir wissen: Wer zur Leitung der Hauskirche befähigt ist, der schmeißt auch glatt mal so eine Kirchenprovinz, was rede ich, die ganze Weltkirche. Wer da meint, aus der Reihe tanzen zu müssen oder sein Schnitzel nicht aufißt, wird nicht mehr exkommuniziert, wie der olle Milingo, sondern erhält Stubenarrest, zumindest aber keinen Nachtisch.
Zu guter Letzt geht’s dem dreißigjährigen Kaplan ans Leder. Denn der hat dummerweise nicht die gleichen Kompetenzen. Der arme Kaplan ist nämlich nicht Mutter … und hoffentlich hat er sich auch irgendwann einmal selber dem fürsorgenden Zugriff seiner Hauskirche entwunden. Ein solcher Akt der Emanzipation kann schwer sein.
Warum eigentlich diese Gleichmacherei der Berufungen in der Kirche? Was ist dagegen einzuwenden, in der Kirche die Berufung zur Familie UND die zölibatäre Berufung zu fördern? Rainiero Cantalamessa hat in seinem Buch über die Jungfräulichkeit beschrieben, daß Ehelosigkeit keine Frage des größeren geistlichen Verdienstes ist. Ehelosigkeit, schreibt er, sei ein eschatologisches Zeichen. Da ich den Begriff »Eschatologie« beim ZDK nicht als bekannt voraussetze, umschreibe ich es mit der Rede »von den letzten Dingen«.
Der zölibatäre Bruder oder die zölibatäre Schwester legen Zeugnis dafür ab, daß Jesus Christus genügt, wenn alle menschliche Hilfe fehlt. Der zölibatäre Kaplan, wenn er es noch einige Jahre in der Schule seines Herrn aushält und wenn es ihn nicht entmutigt, von der ihm anvertrauten Pfarrangehörigen öffentlich brüskiert zu werden, wird auch Frau Hölzl aus seiner Beziehung zu Jesus Christus heraus gut raten können. Vielleicht wenn es einmal einsam um sie wird. (Und in der Zwischenzeit reicht er ihr den Leib des Herrn und spricht ihr in der Beichte die Vergebung ihrer Sünden zu.)
Ein herzliches »Vergelt’s Gott!« an alle, die das Charisma der Ehelosigkeit um des Himmelreichs willen nach der Weisung Christi mit Leben füllen. Und dann auch ein Dankeschön an alle, die sich in Beruf und Familie bewähren.
Donnerstag, August 11, 2011
Hand oder Mund?
In einem neuen Beitrag auf »direktzu« beantwortet Kardinal Meisner eine kurz und bündig gestellte Frage:
Nun ist die Frage nicht gerade offen gestellt. Sie erinnert mich an die Frage der Mutter »Wann wirst du aufhören, beim Essen mit dem Stuhl zu wackeln / in der Nase zu bohren?« und birgt eine ganze Zahl von unausgesprochenen, eigenen Botschaften. Zum Beispiel die Botschaft, daß das Stühlewackeln oder Nasebohren Tätigkeiten sind, die mit guten Tischsitten wenig zu tun haben.
Der hochwürdigste Herr Kardinal befindet sich also sogleich in der Pflicht, um der Einheit seines Bistums willen das Stühlewackeln (und so weiter) zu verteidigen. Das hätte der Fragesteller möglicherweise bedenken können.
Der Fragesteller erhält also (in meinem Vergleich) die Antwort, daß das Stuhlwackeln schon im Altertum zu den guten Sitten gehört habe. Und dem aufmerksamen Leser ist klar, daß sich der Kardinal mit dieser Ansicht ähnlich weit aus dem Fenster lehnt wie der frühchristliche Eutychus in der Apostelgeschichte. Denn in jener Frühzeit des Christentums konnte man nicht mit dem Stuhl wackeln, da man zu Tische lag.
Nun – ich erwarte auf der PR-Seite »Direktzu« keine fundierte Darlegung der Geschichte des Kommunionempfangs. Vermutlich stößt hier die Frage-und-Antwortform des »direktzu« an eine Grenze. Und auch wenn ich das Projekt weiterhin gut finde, denke ich, daß das eigentliche »direktzu« Kardinal Meisners eigentlich sein Presbyterium sein sollte.
Jedenfalls antwortet der Kardinal:
Wer weiter fragt und sich die Realität des Kommunionempfangs anschaut, merkt ja sofort, daß wir bei aller Beschwörung des Textes von Cyrill von Jerusalem weit von dessen Realität entfernt sind. Die Schwierigkeit, die reale Gegenwart des Herrn unter den gewandelten Gestalten innerlich anzunehmen, kommt in der bürgerlichen Nachlässigkeit zum Ausdruck, in der die Kommunion empfangen wird. Auch da, wo geglaubt wird, drückt der Glaube sich nicht mehr adäquat aus.
Ich möchte mit meiner eigenen Meinung nicht hinterm Berg halten. Doch sie ist schlicht eine Meinung, und ich weiß, daß man darüber anders denken kann.
Für mich selber habe ich die jahrhundertelang selbstverständliche Form des Kommunionempfangs angenommen. Es fällt mir nicht immer sehr leicht, je nachdem, in welcher Gemeinde ich bin, dazu zu stehen. Oft drängt sich die Frage des »Wie« unangenehm vor die Begegnung mit dem Herrn. Ich habe mich langsam von der oftmals »Unordentlichen Form« meiner Jugendzeit wegbewegt zu der für mich revolutionären Form des auch äußerlich anbetenden Kommunionempfangs. Insgeheim hoffe ich, daß die Kirche die Weise der Kommunionspendung in den Mund des knienden Gläubigen als einzige Norm erkennt. Gerade wegen der Gefahr der Entwendung und des Partikelverlustes. (Die Liturgieinstruktion schreibt übrigens das Führen einer Patene bei den kommunizierenden Gläubigen vor.)
Ich möchte von Kardinal Meisner nicht erwarten, daß er sich eines Themas annimmt, das andere, Jüngere vielleicht, verfolgen müssen. Er betont die Wichtigkeit des andächtigen Empfangs. Besonders diejenigen, die durch die Schule der tridentinischen Liturgie gehen, wissen, wie sehr die Liturgie der Kirche eine Lehrmeisterin der Anbetung ist. Aber es gibt eben auch einen etwas unerleuchteten Eifer der Verfechter der »revolutionär-herkömmlichen« Form. Ich erinnere mich an eine Hochzeit im Kloster W., in dem ich Flugzettel, von unbekannter Hand eingelegt im Gotteslob fand, die mir weismachen wollten, daß die neue Form des Kommunionempfangs SÜNDE sei. Und ich hatte nie eine andere Form des Kommunizierens gelernt!
Anonyme Höllendrohungen und die Berufung auf zweifelhafte »Offenbarungen« haben mir jahrelang den Zugang zur knienden Kommunion verstellt. Die Empfehlung des Heiligen Vaters, Benedikt XVI und sein geduldiges Vorangehen mit gutem Beispiel haben mir hier fest verschlossen geglaubte Türen geöffnet.
»Wann gehört die Handkommunion der Vergangenheit an?«
Nun ist die Frage nicht gerade offen gestellt. Sie erinnert mich an die Frage der Mutter »Wann wirst du aufhören, beim Essen mit dem Stuhl zu wackeln / in der Nase zu bohren?« und birgt eine ganze Zahl von unausgesprochenen, eigenen Botschaften. Zum Beispiel die Botschaft, daß das Stühlewackeln oder Nasebohren Tätigkeiten sind, die mit guten Tischsitten wenig zu tun haben.
Der hochwürdigste Herr Kardinal befindet sich also sogleich in der Pflicht, um der Einheit seines Bistums willen das Stühlewackeln (und so weiter) zu verteidigen. Das hätte der Fragesteller möglicherweise bedenken können.
Der Fragesteller erhält also (in meinem Vergleich) die Antwort, daß das Stuhlwackeln schon im Altertum zu den guten Sitten gehört habe. Und dem aufmerksamen Leser ist klar, daß sich der Kardinal mit dieser Ansicht ähnlich weit aus dem Fenster lehnt wie der frühchristliche Eutychus in der Apostelgeschichte. Denn in jener Frühzeit des Christentums konnte man nicht mit dem Stuhl wackeln, da man zu Tische lag.
Nun – ich erwarte auf der PR-Seite »Direktzu« keine fundierte Darlegung der Geschichte des Kommunionempfangs. Vermutlich stößt hier die Frage-und-Antwortform des »direktzu« an eine Grenze. Und auch wenn ich das Projekt weiterhin gut finde, denke ich, daß das eigentliche »direktzu« Kardinal Meisners eigentlich sein Presbyterium sein sollte.
Jedenfalls antwortet der Kardinal:
Gegen Ende des 4. Jahrhunderts hat der heilige Kirchenvater Cyrill von Jerusalem die Neugetauften aufgefordert, dass sie beide Hände ausstrecken und mit der linken Hand einen Thron für die rechte Hand bilden sollen, um den Leib des Herrn in der Hl. Kommunion würdig zu empfangen. Diese Praxis lehrt auch der heilige Kirchenvater Johannes Chrysostomus. Erst im 8./9. Jahrhundert wurde dann die Mundkommunion allgemein eingeführt.
Wer weiter fragt und sich die Realität des Kommunionempfangs anschaut, merkt ja sofort, daß wir bei aller Beschwörung des Textes von Cyrill von Jerusalem weit von dessen Realität entfernt sind. Die Schwierigkeit, die reale Gegenwart des Herrn unter den gewandelten Gestalten innerlich anzunehmen, kommt in der bürgerlichen Nachlässigkeit zum Ausdruck, in der die Kommunion empfangen wird. Auch da, wo geglaubt wird, drückt der Glaube sich nicht mehr adäquat aus.
Ich möchte mit meiner eigenen Meinung nicht hinterm Berg halten. Doch sie ist schlicht eine Meinung, und ich weiß, daß man darüber anders denken kann.
Für mich selber habe ich die jahrhundertelang selbstverständliche Form des Kommunionempfangs angenommen. Es fällt mir nicht immer sehr leicht, je nachdem, in welcher Gemeinde ich bin, dazu zu stehen. Oft drängt sich die Frage des »Wie« unangenehm vor die Begegnung mit dem Herrn. Ich habe mich langsam von der oftmals »Unordentlichen Form« meiner Jugendzeit wegbewegt zu der für mich revolutionären Form des auch äußerlich anbetenden Kommunionempfangs. Insgeheim hoffe ich, daß die Kirche die Weise der Kommunionspendung in den Mund des knienden Gläubigen als einzige Norm erkennt. Gerade wegen der Gefahr der Entwendung und des Partikelverlustes. (Die Liturgieinstruktion schreibt übrigens das Führen einer Patene bei den kommunizierenden Gläubigen vor.)
Ich möchte von Kardinal Meisner nicht erwarten, daß er sich eines Themas annimmt, das andere, Jüngere vielleicht, verfolgen müssen. Er betont die Wichtigkeit des andächtigen Empfangs. Besonders diejenigen, die durch die Schule der tridentinischen Liturgie gehen, wissen, wie sehr die Liturgie der Kirche eine Lehrmeisterin der Anbetung ist. Aber es gibt eben auch einen etwas unerleuchteten Eifer der Verfechter der »revolutionär-herkömmlichen« Form. Ich erinnere mich an eine Hochzeit im Kloster W., in dem ich Flugzettel, von unbekannter Hand eingelegt im Gotteslob fand, die mir weismachen wollten, daß die neue Form des Kommunionempfangs SÜNDE sei. Und ich hatte nie eine andere Form des Kommunizierens gelernt!
Anonyme Höllendrohungen und die Berufung auf zweifelhafte »Offenbarungen« haben mir jahrelang den Zugang zur knienden Kommunion verstellt. Die Empfehlung des Heiligen Vaters, Benedikt XVI und sein geduldiges Vorangehen mit gutem Beispiel haben mir hier fest verschlossen geglaubte Türen geöffnet.
Montag, August 08, 2011
Ein neues Tier im katholischen Zoo!
Nachdem sich der Jesuitenpater Klaus Mertes um die katholische Artenvielfalt (pöbelnde Dunkelkatholiken) verdient gemacht hat, legt nun auch Köln nach. In einem närrischen Vorgriff auf die fünfte Jahreszeit mutiert die Systematikerin (sic!) Saskia Wendel zur Pöbelnden Schunkelkatholikin. Neidlos rufen wir nach Köln: Alaaf!
(Und dann setzen wir uns in Tränen nieder. Und göbeln. Wir Dunkelkatholiken.)
Samstag, Juli 23, 2011
Kreisen im Stuhlkreis
Der Stuhlkreis. Das Reich der Kirchenträume.
Da ist ein intellektuell eher schlichter Bericht von einer Reise nach Mannheim, ein journalistischer Nachzügler, denn das Mannheimer Dialogwochenende liegt gut zwei Wochen zurück. Die Dame Margret P., die sich da auf den Weg zum Dialogisieren gemacht hat, erlebte gleichzeitig Weihnachten – nicht weil da Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott, als Sohn der Jungfrau Maria geboren wurde, sondern weil da »was unter dem Weihnachtsbaum liegt« – und Pfingsten – nicht weil jede Volksgruppe in Jerusalem die Worte der Apostel durch das Wirken des Heiligen Geistes in ihrer eigenen Sprache hörte, sondern wegen des großen Durcheinanders.
Ich denke daran, daß genau das passiert, wenn man Jesus Christus als Haupt der Kirche vergißt, und wenn die Antennen nicht mehr auf die Apostolizität der Kirche und den ihr innewohnenden Heilige Geist eingestellt sind. Und ich resigniere sanft – denn es ist nutzlos, gegen das sich ausbreitende, vage Reformpathos zu schreiben, das die Kirche letztlich in einen bürgerlichen Verein nach dem Maß einer alternden Gesellschaft zurückstutzen will. Die église bourgeoise als eine Art Fernsehsender mit Budgetproblemen, der sich noch mühevoll mit Wiederholungen zweitklassiger Comedyshows über das Geschäftsjahr rettet.
Man möchte diesen Funktionären – Pardon, diesen Funktionären und Funktionärinnen – zurufen: »Seht, das Ende ist nah! Schon ist die Axt an die Stuhlkreise gelegt.«
Doch mitten in der Stuhlkrise erblüht schon neues Leben. Deswegen möchte ich es so halten: Das Borkener Intelligenzblatt Borkener Intelligenzblatt sein lassen. Den Senioren ihren zweiten Dialogfrühling gönnen. Sollen sie doch Ergebniswände um Ergebniswände vollschreiben. Resolutionen und Denkschriften erlassen. Die Kirche hat den Kampf gegen die Löwen und Pfähle der Römischen Cæsaren geführt. Sie hat sich im Streit gegen die Versuchung der Macht erneuert. Sie hat Asketen, Liebende, Heilige, Märtyrer hervorgebracht. Die Kirche hat Millionen Menschen Jesus Christus gebracht und damit jeden einzelnen geborgen wie eine Mutter ein ertrinkendes Kind. Sie wird auch diesen Sturm beschriebenen Papiers, dieses Pseudopfingsten bestehen, das außerhalb deutscher Lande ohnehin kaum verständlich ist.
Von den Wegen Gottes mit uns soll in diesem Blog die Rede sein. Misericordias domini in æternum cantabo … und beginne am besten schon hier und heute damit.
Da ist ein intellektuell eher schlichter Bericht von einer Reise nach Mannheim, ein journalistischer Nachzügler, denn das Mannheimer Dialogwochenende liegt gut zwei Wochen zurück. Die Dame Margret P., die sich da auf den Weg zum Dialogisieren gemacht hat, erlebte gleichzeitig Weihnachten – nicht weil da Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott, als Sohn der Jungfrau Maria geboren wurde, sondern weil da »was unter dem Weihnachtsbaum liegt« – und Pfingsten – nicht weil jede Volksgruppe in Jerusalem die Worte der Apostel durch das Wirken des Heiligen Geistes in ihrer eigenen Sprache hörte, sondern wegen des großen Durcheinanders.
Ich denke daran, daß genau das passiert, wenn man Jesus Christus als Haupt der Kirche vergißt, und wenn die Antennen nicht mehr auf die Apostolizität der Kirche und den ihr innewohnenden Heilige Geist eingestellt sind. Und ich resigniere sanft – denn es ist nutzlos, gegen das sich ausbreitende, vage Reformpathos zu schreiben, das die Kirche letztlich in einen bürgerlichen Verein nach dem Maß einer alternden Gesellschaft zurückstutzen will. Die église bourgeoise als eine Art Fernsehsender mit Budgetproblemen, der sich noch mühevoll mit Wiederholungen zweitklassiger Comedyshows über das Geschäftsjahr rettet.
Man möchte diesen Funktionären – Pardon, diesen Funktionären und Funktionärinnen – zurufen: »Seht, das Ende ist nah! Schon ist die Axt an die Stuhlkreise gelegt.«
Doch mitten in der Stuhlkrise erblüht schon neues Leben. Deswegen möchte ich es so halten: Das Borkener Intelligenzblatt Borkener Intelligenzblatt sein lassen. Den Senioren ihren zweiten Dialogfrühling gönnen. Sollen sie doch Ergebniswände um Ergebniswände vollschreiben. Resolutionen und Denkschriften erlassen. Die Kirche hat den Kampf gegen die Löwen und Pfähle der Römischen Cæsaren geführt. Sie hat sich im Streit gegen die Versuchung der Macht erneuert. Sie hat Asketen, Liebende, Heilige, Märtyrer hervorgebracht. Die Kirche hat Millionen Menschen Jesus Christus gebracht und damit jeden einzelnen geborgen wie eine Mutter ein ertrinkendes Kind. Sie wird auch diesen Sturm beschriebenen Papiers, dieses Pseudopfingsten bestehen, das außerhalb deutscher Lande ohnehin kaum verständlich ist.
Von den Wegen Gottes mit uns soll in diesem Blog die Rede sein. Misericordias domini in æternum cantabo … und beginne am besten schon hier und heute damit.
Mittwoch, Juli 20, 2011
Cappacontent mit Bonus

Eigens für Elsa. Während wir unseren Heißhunger auf Blutwurst bekämpfen und dem Fortgang von Elsas Krimi nachfiebern, bringt Father Z. Cappa-Content.
Father Z. erwähnt zum Schluß den Bonus, der in Wirklichkeit DAS unschlagbare Argument FÜR die Cappa Magna ist:
The cappa has the bonus utility of really annoying liberals.
Earthalujah…
Reverend Billy und seine Earthalujah-»Kirche« waren mir bisher völlig unbekannt. Das kann auch getrost so bleiben. Hier exorzisieren sie gerade als spektakulärer Flashmob die Tate Gallery of International Modern Art von den bösen Mächten des BP-Konzerns.
Matthew Archbold vom Creative Minority Report schreibt dazu: »Some may say he's beclowning Christianity but in reality he's the logical end of nutty pagan environmentalists.«
Ich meine hingegen, das kommt von einer Überdosis Jeff-Poppins-Lektüre.
Dienstag, Juli 19, 2011
Aber, wo bleibt jetzt das Positive?

Wo bleibt das Positive? – so wurden wir oft gefragt. Was kann ich – so ganz für mich und angstfrei – in den Dialog einbringen, der unsere Kirche von den Grundfesten auf neu verschalt? Wie kann ich mich einbringen in den Dialogstau? Wieviele Worte sind nicht gesagt, obwohl sie hätten gesagt werden können! Welcher Vorschlag wurde noch nicht aus dem Abseits geholt?
Kurzum: Hier ist die Antwort. Jeff Poppins, Diplomjugendlicher und Reformfreak aus Korschenbroich, hat sein neuestes Buch herausgegeben, ein Vademecum, das sich nicht mehr in die Tube zurückdrücken läßt. Nach »Wie tickt Kirche?« und »Kirche einmal anders« hier nun sein dritter Band: »Kirche an-sprechend gestalten«!
Zum reformfreudigen Preis von nur noch € 39,90!!!
Ein Buch, ein Mann, ein Memorandum!
Freitag, Juli 15, 2011
Macht und Angst in der Kirche
Machterhalt oder Angst, so habe ich gehört, seien die Gründe dafür, daß die Katholische Kirche sich nicht, dem vernünftigen Beispiel der Evangelischen Kirche folgend, auf die »Priesterweihe der Frau« einlassen könne. Mal abgesehen davon, daß auch in der Evangelischen Kirche keine Frauen zu Priesterinnen geweiht werden, weil das Weihesakrament nicht existiert, habe ich versucht, eine Antwort zu finden:
Beide Erklärungsmöglichkeiten, Macht und Angst, haben die Eigenart, daß sie ihre Erklärung selber liefern und damit in sich plausibel klingen. Wenn Macht das Bestimmende im Handeln der Kirchenmänner ist, dann ist es folgerichtig, daß sie nicht teilen können. Wenn Angst bestimmt, dann kann es nur ein ängstliches Zurückhalten sein. Zumal wenn man für beide Motivationen selbstverständlich Beispiele bei den Kirchenfunktionären finden kann.
Beide Erklärungsmöglichkeiten erklären also nicht, sondern beschreiben einen Mechanismus, der aber, wie eben angedeutet, sein Ergebnis bereits voraussetzt.
Ich halte zwei Dinge für unabdingbar, wenn es um Zulassungsbedingungen zu Weiheamt, wie das heute so schön und mißverständlich heißt, geht:
Zum einen die Ehrfurcht vor der Berufung Christi und die Einsicht, daß er beruft, wen ER will.
Zum anderen die Rückgebundenheit auf Tradition und Praxis der Kirche.
Johannes Paul II hat mit der später »Theologie des Leibes« genannten Katechesereihe deutlich gemacht, daß sich im Zueinander der Geschlechter das Erlösungswerk Christi widerspiegelt. Das wiederum ist paulinisches Gedankengut. Die Hingabe Christi an seine Kirche wird in der Gabe, die der Priester selber an seine Gemeinde ist, repräsentiert. Im Handeln des Priesters bleibt Christus der Kirche gegenwärtig. Und daß Jesus Christus als ein Mann gelebt hat, ist keine Zufälligkeit der Geschichte.
Mich erstaunt nicht, daß diese Debatte in dem Moment überzuschwappen droht, in dem die Gewißheit der Geschlechteridentitäten in unserer Gesellschaft verloren zu gehen scheint. Und daß die Debatte gleichzeitig in die Spekulation um die Auflösbarkeit der Ehe zwischen Mann und Frau und die Interpretation von Homosexualität als einem eheähnlichen Band eingebettet ist, deutet für mich darauf hin, daß in der Frage nach sogenannten Weihebedingungen in Wirklichkeit eine gesellschaftliche Neurose gepflegt wird.
Beide Erklärungsmöglichkeiten, Macht und Angst, haben die Eigenart, daß sie ihre Erklärung selber liefern und damit in sich plausibel klingen. Wenn Macht das Bestimmende im Handeln der Kirchenmänner ist, dann ist es folgerichtig, daß sie nicht teilen können. Wenn Angst bestimmt, dann kann es nur ein ängstliches Zurückhalten sein. Zumal wenn man für beide Motivationen selbstverständlich Beispiele bei den Kirchenfunktionären finden kann.
Beide Erklärungsmöglichkeiten erklären also nicht, sondern beschreiben einen Mechanismus, der aber, wie eben angedeutet, sein Ergebnis bereits voraussetzt.
Ich halte zwei Dinge für unabdingbar, wenn es um Zulassungsbedingungen zu Weiheamt, wie das heute so schön und mißverständlich heißt, geht:
Zum einen die Ehrfurcht vor der Berufung Christi und die Einsicht, daß er beruft, wen ER will.
Zum anderen die Rückgebundenheit auf Tradition und Praxis der Kirche.
Johannes Paul II hat mit der später »Theologie des Leibes« genannten Katechesereihe deutlich gemacht, daß sich im Zueinander der Geschlechter das Erlösungswerk Christi widerspiegelt. Das wiederum ist paulinisches Gedankengut. Die Hingabe Christi an seine Kirche wird in der Gabe, die der Priester selber an seine Gemeinde ist, repräsentiert. Im Handeln des Priesters bleibt Christus der Kirche gegenwärtig. Und daß Jesus Christus als ein Mann gelebt hat, ist keine Zufälligkeit der Geschichte.
Mich erstaunt nicht, daß diese Debatte in dem Moment überzuschwappen droht, in dem die Gewißheit der Geschlechteridentitäten in unserer Gesellschaft verloren zu gehen scheint. Und daß die Debatte gleichzeitig in die Spekulation um die Auflösbarkeit der Ehe zwischen Mann und Frau und die Interpretation von Homosexualität als einem eheähnlichen Band eingebettet ist, deutet für mich darauf hin, daß in der Frage nach sogenannten Weihebedingungen in Wirklichkeit eine gesellschaftliche Neurose gepflegt wird.
Mittwoch, Juli 13, 2011
Dienstag, Juli 12, 2011
Osterhasen an Kirche

Bonn. Wie die Deutsche Bischofskonferenz heute mitteilte, wurde das Votum einer kirchlich entscheidenden Gruppe auf der Auftaktveranstaltung des Diabo… Dialogprozesses in Mannheim versehentlich nicht gehört, weil die Gruppe bei der Einladung schlicht überfahren wurde. Die Osterhasen-Konferenz (KO) entsandte auf kurzem Dienstbürzel daher ein Gruppenvotum, welches selbstverständlich in den weiteren Beratungen über den Weg von Kirche in Gegenwart und Zukunft berücksichtigt werden soll.
»Wie soll man sich Ostern ohne uns vorstellen«, fragte Dr. h.c. Cäsar unsere Reporterin. Und Recht hat er! »Ostern soll weiterhin das Fest des Hasen bleiben« wurde daraufhin auch ein namhafter kirchlicher Würdenträger zitiert. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung.
Montag, Juli 11, 2011
Paradox
Paradox ist, wenn jemand die Einheit der Christen durch einen Akt der Kirchenspaltung umsetzen will. Aus der Katholischen Kirche schert mit dieser Erklärung der PGR der Pfarrei St. Peter in Bruchsal aus. Daß diese Form der Einheit nur möglich ist, wenn man den Relativismus absolut setzt, scheint einem ansonsten doch schlauen Kopf wie Pfarrer Dr. Jörg Sieger zu entgehen.
Super, lieber PGR Bruchsal! SO entstehen Sekten. Hoffentlich macht sich jemand die Mühe, euch zu erklären, warum das jetzt oberpeinlich ist.
Super, lieber PGR Bruchsal! SO entstehen Sekten. Hoffentlich macht sich jemand die Mühe, euch zu erklären, warum das jetzt oberpeinlich ist.
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