Dienstag, Mai 23, 2006

Christus und Mithras



Bild: Mithrasrelief von Neuenheim; Quelle: Wikipedia


So schreitet meine Sakrileg-Lektüre voran. Im fünfundfünfzigsten und den beiden darauffolgenden Kapiteln, während sich der liebe Silas eine kleine, verdiente Pause gönnen darf, genießt Sophie Neveu eine Ringvorlesung über die Herkunft des – Tusch! – Heiligen Grals.
Über Konstantin hat Dan Brown nur Mist zu sagen gewußt. Wie sieht es aber mit dem Rest aus? Zum Beispiel der Idee, die »Teabing« vorbringt, das Christentum sei eine Synthese aus einer Art Christentum vor Konstantin – Jesus als nice guy – und Heidentum gewesen? Konstantin als Priester des Sonnengotts habe den Jesusglauben mit dem Mithraskult verschmolzen? Doch wer hat hier von wem abgeschrieben? – Nun gut – Brown von Baigent, das ist klar …

Vielleicht dazu nur die Stimme eines frühen Zeugen der Christenheit, dem Philosphen und frühchristlichen Apologeten Justinus. Es trifft sich ganz gut, daß wir in wenigen Tagen sein Fest feiern. Wegen des Pfingstfestes dürfte das untergehen. Daher sollen hier seine berühmten Sätze zur Eucharistie zitiert werden, die um die Mitte des zweiten Jahrhunderts, also noch in Tuchfühlung zur Apostolischen Tradition stehen. Sie bezeugen die Feier der Eucharistie in der Kirche – und und bezeugen ihre apostolische Herkunft. Dieser Text ist zudem eines der vergleichsweise wenigen schriftlichen Zeugnisse über die Riten des Mithraskultes. Und er belegt, daß das Kultmahl der Mithrasanhänger von der christlichen Gemeinde als »Nachahmung« der Eucharistie gesehen wird. Lagge, lange vor Dan Brown. (Und lange, lange vor Konstantin, beziehungsweise vor dem, was Dan Brown für Konstantin hält.)

»Diese Nahrung heißt bei uns Eucharistie. Niemand darf daran teilnehmen, als wer unsere Lehren für wahr hält, das Bad zur Nachlassung der Sünden und zur Wiedergeburt empfangen hat und nach den Weisungen Christi lebt. Denn nicht als gemeines Brot und gemeinen Trank nehmen wir sie; sondern wie Jesus Christus, unser Erlöser, als er durch Gottes Logos Fleisch wurde, Fleisch und Blut um unseres Heiles willen angenommen hat, so sind wir belehrt worden, daß die durch ein Gebet um den logos, der von ihm ausgeht, unter Danksagung geweihte Nahrung, mit der unser Fleisch und Blut durch Umwandlung genährt wird, Fleisch und Blut jenes fleischgewordenen Jesus sei. Denn die Apostel haben in denen von ihnen stammenden Denkwürdigkeiten, welche Evangelien heißen, überliefert, es sei ihnen folgende Anweisung gegeben worden: Jesus habe Brot genommen, Dank gesagt und gesprochen: »Das tut zu meinem Gedächtnis, das ist mein Leib, und ebenso habe er den Becher genommen, Dank gesagt und gesprochen: »Dieses ist mein Blut« und er habe ihnen davon mitgeteilt. Auch diesen Brauch haben die bösen Dämonen in den Mithrasmysterien nachgeahmt und Anleitung dazu gegeben. Denn daß Brot und ein Becher Wassers bei den Weihen eines neuen Jüngers unter Hersagen bestimmter Sprüche hingesetzt werden, das wißt ihr und könnt es erfahren.»

(Justin, 1. Apologie, Kap. 66; aus BKV, 1. Reihe, Bd 12, Kempten 1912)

Samstag, Mai 20, 2006

Monsignore Aringarosa und das Da-Vinci-Debakel




Tja, tut mir ja leid für die armen Da-Vinci-Code-Fans. Da müßt ihr jetzt durch. Ihr müßt diesen langweiligen Film anschauen und euch wünschen, ihr wäret in SPIDERMAN. Und wir Katholiken werden uns jetzt die vier Wochen, die das »Filmereignis des Jahres« Dan Browns letzte Getreuen langweilen wird, köstlich über euren Kinogral amüsieren.

Nenenene, dann lieber »Parsifal«. Das ist kurzweiliger.

Yeah, I’m really sorry for the poor Da-Vinci-Fans. You have to go through it now. For the second time cheated: cheated by Browns lies, and now bored to death bei Howard’s cineastic word-by-word interpretation. Now you have to watch the movie and wish you were in SPIDERMAN.

Just to give you some comfort, here a little composing that will increase the credibility of the movie’s character »Bishop Aringarosa«.

Thanx to Amy Welborn. She does a really great job!

Die Geheimnisse des Dan Brown



Gestern abend kündigte ich meine bisherige Lieblingsstelle aus dem »Sakrileg« an. Voilà, hier ist sie: Da begegnet Schwester Sandrine ihrem Mörder - Silas, dem grausamen Opus-Dei-Mönch. Und statt der Nachwelt noch ein überliefernswertes Letztes Wort zu übergeben, sagt sie nur den einen Satz:

»Jesus hat uns nur eine Frohe Botschaft überbracht. Bei Opus Dei kann ich diese Frohe Botschaft nicht erkennen.«

Cool. Das ist der Beweis: »Sakrileg« ist echt. Denn … das sagen sie immer. Wäre der deutsche Übersetzer Piet van Poll predigterfahren, hätte er das Statement der Schwester auf die oben angeführte Parole »Frohbotschaft statt Drohbotschaft!« verkürzen können.

Na ja. Welches diese berühmte Frohe Botschaft denn nun sei … dieses Geheimnis muß Schwester Sandrine leider mit ins Grab nehmen. Auch hier ist »Sakrileg« durchaus authentisch.

Wir aber sagen aufmunternd: »Weiter so, Silas!«

Freitag, Mai 19, 2006

Christus bekennen im Fast-Food-Zeitalter!

Das geht so:



Und morgen erzähle ich, welche Stelle im »Sakrileg« meine Lieblingsstelle ist.

Mittwoch, Mai 17, 2006

Opus Dei verknotet Eiffelturm!


Paris. Wie der große Religionsphilosoph und Symbologe (oder was auch immer) Dan Brown heute in Texas (oder wo auch immer) mitteilte, haben Mitglieder der Katholischen Untergrundorganisation Opus Dei heute Nacht den Eiffelturm verknotet. Bei ihm sei ein Bekennerschreiben eingegangen, indem hochrangige Prälaten und andere Mönche des genannten Ordens ihn ultimativ aufforderten, seinen nächsten Band genauer zu recherchieren, der sich mit dem schwierigen Verhältnis von Pontius Pilatus zu seinem alten Waffenbruder Schwanzus Longus und der Verwicklung des Apostels Judas in diesen Phall befaßt … welch letzteren Dan Brown übrigens mit Julian dem Apostaten identifizieren konnte.

Wie verlautet, will Dan Brown seinen neuen Roman »allen Parisern« widmen. Einen Beleg seiner Behauptungen über diesen neuesten Anschlag der perfiden Albinos blieb Brown dem Korrespondenten schuldig. Schließlich, meinte er, könne ja jeder nach Paris fahren und sich von der Wahrheit seiner Worte überzeugen. E.R.

Donnerstag, Mai 11, 2006

Der Hund von Marie-Claire ...


An Marie-Claire von der gestrigen Jugendvesper herzlichen Dank für den kleinen Hund, den ich jetzt als Lesezeichen benutze.

(Praktisch – dann brauche ich heute keinen Cartoon zu zeichnen. Ist in letzter Zeit ohnehin eher ein Weekly Toon geworden.)

Popetown und die Pressefreiheit

Einige wundern sich vielleicht, warum sich Christen so sehr gegen Popetown ins Zeug legen. Wäre es – fragen sie – nicht eine Verletzung der Pressefreiheit, wenn »Popetown« nicht hätte ausgestrahlt werden dürfen?

Ich meine, daß dieser Auffassung ein falsches Verständnis von Freiheit zugrundeliegt. Freiheit – als Willkür. Wenn Freiheit bedeutet, das zu tun, was ich will, ohne Rücksicht darauf, ob es mir oder anderen als gut erscheint, sind wir schnell bei gegenseitigem Terror angelangt.

Es ist eine Form des gesellschaftlichen Terrors, wenn Fernsehredakteure oder Content Manager es darauf anlegen, Jugendlichen die Kirche durch eine niveaulose Sendung sozusagen ex radice unmöglich zu machen.

Dietrich Bonhoeffer schrieb einmal:

»Der Begriff der Freiheit ist auch in der deutschen Geistesgeschichte ein hohes Gut (Idealismus). Aber er bedarf der näheren Bestimmung. Das Freisein von etwas erfährt seine Erfüllung erst in dem Freisein für etwas. Freisein allein um des Freiseins willen aber führt zur Anarchie. Freiheit bedeutet biblisch: Frei sein für den Dienst an Gott und am Nächsten, Freisein für den Gehorsam gegen die Gebote Gottes. Das setzt voraus: Freisein von jedem inneren und äußeren Zwang, der uns an diesem Dienst hindert. Freiheit bedeutet also nicht Auflösung aller Autorität, sondern es bedeutet: leben innerhalb der durch Gottes Wort geordneten und begrenzten Autoritäten und Bindungen. Die Frage der individuellen Freiheiten, wie die Redefreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit etc. ist erst in diesem übergeordneten Zusammenhang zu beantworten. Es kommt darauf an, wieweit diese Freiheiten notwendig und geeignet sind, die Freiheit des Lebens nach den Geboten Gottes zu fördern und sicherzustellen. Freiheit ist eben nicht in erster Linie ein individuelles Recht, sondern eine Verantwortung, Freiheit ist nicht in erster Linie ausgerichtet am Individuum, sondern am Nächsten.

(Dietrich Bonhoeffer, DBW 16.540, zit. nach »So will ich diese Tage mit euch leben«, Jahreslesebuch Hg.: M. Weber, Gütersloh 2005, ISBN-13: 978-3-579-07116-5)


Wer glaubt, sich durch einen »Support« von mtv um die Pressefreiheit verdient zu machen, muß sich vorhalten lassen, daß er damit sich und andere täuscht. Gerade die Akklamationsveranstaltung, »Diskussion« genannt, die tendenziös moderiert wurde – und während der keinen Augenblick außer Frage stehen konnte, wie die Entscheidung des Senders über weitere Ausstrahlung des »Formates« ausfallen würde, zeigte einen sehr beklagenswerten Mangel an Diskurskultur. Nur der Vertreter der Frankfurter Allgemeinen brachte es auf den Punkt, indem er die Diskussion auf den Punkt führte, auf den es letztlich ankam: Ist alles recht, wenn es um »Quote« und wirtschaftliche Interessen geht?

Es geht nicht um Popetown. Ich habe selten Dümmeres gesehen. Wir werden in gewissem Maße zu kontern verstehen. Zeichnen … kann ich auch. Aber ich bin verwundert, wenn einige Freunde meinen, sie müßten um der Pressefreiheit willen jubeln, nur weil die langweilige Klamotte jetzt für Kinder (infantes) gesendet werden darf. In Wirklichkeit ist wieder ein Stück Freiheit verloren gegangen. Ein Stück »Freiheit Für«.

Freitag, Mai 05, 2006

Die dunklen Geheimnisse der Kirche


Ich werde die Redakteure dieser Illustrierten sicherlich nicht als gemeingefährliche Demagogen bezeichnen, ebensowenig wie sie selber der Kirche Mordabsichten unterstellen, wenn sie in der neuen Ausgabe des Stern schreiben:

So einfach will die Kirche ihn [Dan Brown] nicht davonkommen zu lassen. Marc Carrogio, der Pressesprecher der römischen Opus-Dei-Zentrale, kündigte vor einiger Zeit an, man werde versuchen, »aus der Zitrone einen Saft zu machen«. Das heißt: Die ungewollte Aufmerksamkeit durch den verhassten und nun auch verfilmten Thriller für eigene Propaganda zu nutzen. Oder zieht nicht doch schon ein durchtrainierter frommer Albino wie Silas aus dem »Sakrileg« den Bußgürtel enger und wartet auf eine Gelegenheit, den Frevler wie eine Zitrone zu zerquetschen?
Dan Brown scheint die Macht der Mythen nicht mehr nur beim Blick auf seine Kontoauszüge zu spüren. Von der Baubehörde des Küstenstädtchens Rye nördlich von Boston ließ er sich kurz vor Ostern einen zwei Meter hohen, schmeideeisernen zaun rund um sein grundstück genehmigen. »Dan wollte das nicht tun«, erklärte Browns Anwalt dazu. »Er möchte leben wie alle anderen. Doch inzwischen hat er das Gefühl, diesen Zaun für die Sicherheit seiner Familie zu brauchen.«


Aha. Nun ja – ich bin Silas … Buh! Der Rest des Stern-Artikels ist das bekannte Sammelsurum aus Verschwörungstheorien, Unterstellungen und anachronistischen Geschichtsbetrachtungen. Nichts, das den Aufwand wirklich lohnte.

Nur der Wind gegen die Kirche … der scheint umso schärfer zu werden, je schlechter es den Leuten geht.

Donnerstag, Mai 04, 2006

Popetown und der Original-Papst

Gestern lief Popetown mit einem echten und einem falschen Papst. Aber in Wirklichkeit waren beide falsch. Und das haben nicht nur die bedauernswerten Waisenkinder bemerkt. Schwacher Auftakt, schwacher Humor. Also ich bin locker dafür, jetzt mal in die Gegenoffensive zu gehen. Denn – wir haben: DAS ORIGINAL!

Dabei kommt uns der Vorteil zu Hilfe, daß man schlecht einen kleinen Papst (altvordere Titanic-Leser erinnern sich …) patentieren lassen kann. In Ermangelung einer guten Website für Jugendliche leiten wir das »Original« auf die Vatikanseiten um.

Wenn Ralf einverstanden ist, könnte man demnächst diese T-Shirt-Motive über seinen Klamottenladen vertreiben:

Dienstag, Mai 02, 2006

Pfui, Constantin! Aus!



»Constantine will make you fall in love with a penguin. He will give you nightmares about circus midgets. He will pour sugar in your gas tank and shave off both your eyebrows while dating your girlfriend behind your back and billing the dinner and hotel room to your Discover card.«

Viruswarnung von Mark Shea

Montag, Mai 01, 2006

Dan Brown und ein gewisser Da Vinci


Was soll man tun – Dan Brown lesen, um »mithalten« zu können? Ich war dicht davor – aber eines bewahrt mich davor: Es ist Zeitverschwendung.

Viel spannender wäre es doch, sich mit dem echten Leonardo zu beschäftigen. Anregungen zum Weiterlesen bietet der Wikipedia-Artikel in Fülle … und die Interpretation des »Abendmahls« scheint mir zumindest lesenswert.

(Nachtrag: Es handelt sich eher um die lesenswerte Geschichte der Konservierung des Bildes … ;-))

Das kleine Werkzeugsymbol auf der Seite deutet an, daß die Dan-Brown-Klientel auch hier versucht, ihre Romanweisheiten einzustreuen … und die Wikipedia-»Qualitätssicherung« auf der Hut ist.

Lieber also wissen, wer Konstantin war, lieber wissen, wer Leonardo war (von Brown im Titel »Da Vinci« genannt – das ist, als bezeichnete man Jesus nur als »Aus Nazareth«) …

… und am besten: wissen, wer Jesus ist.

Samstag, April 29, 2006

Linkliste - Update

Aus der Linkliste »CatholiX« wurden die »Blogozesanen« Der Begriff kommt von dem Wort »Diözesanen«. – Die »Blogozese« als Pendant zur Diözese (Bistum) ist der liebevoll-selbstironische Begriff für die katholischen Blogger. Einige alte Bekannte habe ich (neu) in die Liste aufgenommen. Aber noch ist meine Linkliste nicht vollständig …

Falls jemand sich oder andere vermißt, bitte kundtun!

Deutschland, deine Diözesen ...

Warum sind eigentlich unsere Bischöfe so zurückhaltend in Sachen »Sakrileg« und Apologetik? Ich meine, man könnte doch das Negativ-Interesse an der Herkunft des christlichen Glaubens, das in den nächsten Wochen die Leute scharenweise ins Kino treiben wird, zu einer missionarischen Offensive nutzen.

Vielleicht, weil man mit dem Schund Reibach machen kann?

Ich will nicht ungerecht sein: ich verstehe das Dilemma. Wenn man mit einem populären Buchversand am Markt präsent sein will, kann man nicht an den Top-Bestsellern vorübergehen. Und vielleicht ist es der »Verlagsgruppe Weltbild« positiv anzurechnen, daß sie immerhin zur Vorsicht aufrufen.

Und doch bleibt ein übler Geschmack bei der Sache: Das Engagement der Bistümer in »Sakrileg« scheint größer zu sein als das Engagement dagegen.

(Wobei man ja nicht in das Geschnatter gewisser Leute einstimmen muß, die wie ich gerade sah, zum Proteststurm rüsten.)

Donnerstag, April 27, 2006

Judas, Dan und Co.

Bischof Gerhard Ludwig Müller in seiner Osterpredigt zur aktuellen Debatte. Mit diesem Beitrag möchte ich eine Reihe von Anmerkungen zu Dan Browns »Da Vinci Code«, zu Deutsch »Sakrileg« starten.

Im Judasevangelium wird der Verräter Judas zum wahren Zeugen des Messias gegen die apostolische Kirche mit ihrem katholischen Glaubensbekenntnis und ihrer Liturgie. Besonders scharf wendete der Verfasser sich gegen den Opfercharakter der Eucharistie und den priesterlichen Dienst der Apostel und ihrer Nachfolger im Bischofs- und Priesteramt.

Eben dieses antikatholische Evangelium ist vor einiger Zeit in Ägypten in koptischer Übersetzung wiederentdeckt worden. Geschäftstüchtige Romanschreiber und Filmemacher haben es unter die Leute gebracht. Das Buch "Der da Vinci Code" und der Film "Sakrileg" sind bei einem sensationslüsternen Publikum gut angekommen. Nicht weil es wirkliche und gesicherte historische Kenntnis übermitteln würde, sondern weil es der eigenen Skepsis gegenüber dem überliefertem christlichen Glauben entgegenkommt.

Die Parallele zwischen dem zweiten und dem 21. Jahrhundert ist deutlich zu erkennen: Den Glauben an die Schöpfung des Kosmos als Teilhabe an der Güte Gottes hält man ebenso für undenkbar, wie die wirkliche Menschwerdung Gottes und die wirkliche Erlösung des Menschen durch Leiden und Tod Jesu Christi am Kreuz und seine leibliche Auferstehung von den Toten.

Und ebenso wie damals streut man bewusst den Zweifel aus an der geschichtlichen Zuverlässigkeit der Evangelien und der getreuen Überlieferung des apostolischen Glaubens in der katholischen Kirche aufgrund der rechtmäßigen Nachfolge der Bischöfe im Sendungsauftrag der Apostel. Man arbeitet mit einem klug ausgestreuten Verdacht: Der Vatikan opfere die Wahrheit dem Machtanspruch, so wie auch die Apostel und die Bischöfe der frühen Kirche aus Berechnung oder mangelnder Aufgeklärtheit sich ihre Wahrheiten von der Gottheit Christi und der Auferstehung von den Toten erfunden hätten. Dagegen sei der "wahre Jesus" unterdrückt worden. Nur das so genannte Judasevangelium, das aber schon von Irenäus als ein pseudoreligiöses Machwerk entlarvt worden war, beschreibe Jesus so, wie er wirklich gewesen sein soll.

Wie der Bischof Irenäus von Lyon haben die Bischöfe und alle wahrhaft Gläubigen bis heute die Aufgabe, diese Geschichtsfälschung zu entlarven. Jeder Mensch mit einem klaren Verstand erkennt, dass solche Machwerke wie das Judasevangelium und seine Aufbereitung in Romanen und Filmen niemals die Wahrheit des christlichen Glaubens antasten können. Wer kann sich von solchen gnostischen Phantastereien die Erlösung aus Sünde und Tod erwarten? Die Glaubwürdigkeit der Apostel und der Evangelien lässt sich weder historisch noch spekulativ erschüttern.


Quelle: Zenit

Dienstag, April 25, 2006

Echo aus dem Archiv: Pater Tardif

Pater Tardif …

… er feierte mal eine Heilige Messe in Köln, in der Minoritenkirche.



Irgendwie war ich sehr gespannt, wie der Abend werden würde. Ich gehörte damals zu einem Gebetskreis in Düsseldorf, und auch unser Kreis war an der Planung und Vorbereitung des Abends beteiligt. Nun gut … ich durfte Ordner spielen. (Den Bock zum Gärtner gemacht …)

Ich erinnere mich daran, dass ich eine Bekannte, Nicole, aus einer freikirchlichen Gemeinde eingeladen hatte, mitzukommen. Nun rief sie einige Stunden vor dem Gottesdienst bei mir an und sagte mir, dass sie einen kleinen Unfall, oder eher gesagt, ein Missgeschick hatte, als ein Bekannter sie mit Freunden auf einem Motorrad mitgenommen hatte. Sie hatte sich ein Knie gequetscht, und ein Schleimbeutel im Knie war stark geschwollen, so dass er punktiert werden musste. Sie hatte dabei starke Schmerzen, stützte sich auf Gehstöcke und konnte das geschwollene Knie nicht beugen. Ich schlug ihr (Super-Gläubiger, der ich war und bin!) vor, doch zu Hause zu bleiben, wenn es ihr so schlecht ginge. Der Abend würde sicherlich anstrengend werden.

Nun hatte Nicole einen gesunden Widerspruchsgeist – und darauf wollte sie sich nicht einlassen! Also kam sie mit und fand im hinteren Teil des Kirchenschiffs einen Platz, wo sie das Knie hochlegen und der für sie fremden Zeremonie einer Eucharistiefeier folgen konnte. Ich lief derweil im Kirchenschiff munter auf und ab und ordnete die Sache – führte Leute hinein und heraus, bot Stühle an und machte mich nützlich. In der Zwischenzeit hatte der Gottesdienst begonnen. Ich erinnere mich daran, dass ich während der Predigt, in der Pater Tardif versuchte, den Glauben an Jesus zu wecken und in sehr einfachen Worten die theologischen Grundlagen seines Heilungsdienstes beschrieb, mich draußen um eine ältere Frau kümmerte, die einfach einmal frische Luft schneppen musste.

Als ich wieder in den Kirchenraum kam, hatte das Gebet für die Kranken bereits begonnen. An diesem Abend gab es, wenn ich mich recht erinnere, nicht so spektakuläre Heilungen wie in den beiden Büchern von Pater Tardif. Dann aber sagte Pater Tardif, dass jemand im gleichen Augenblick am Knie eine starke Wärme spüre – und Jesus ihn gerade heilte.

Ich war doch einigermaßen platt, dass, die Krücken geschultert, Nicole durch den Kirchenraum marschierte! Sie berichtete ins Mikrophon, dass sie das prophetische Wort, welches auf eine Heilung eines Kniekranken verwies, im ersten Moment gar nicht mitbekommen hatte, sondern nur die Wärme im Knie spürte.

Wir hatten im Anschluss an die Heilige Messe Gelegenheit, bei den Patres, die P. Emiliano Tardif aufgenommen hatten, mit einem kleineren Kreis ein spätes Abendessen einzunehmen und mit Pater Tardif an einem Tisch zu sitzen. An Einzelheiten des Gespräches erinnere ich mich nicht so sehr, wohl aber an seine ruhige, bescheidene Art, die so gar nicht dem Klischee entsprach, welches man im allgemeinen von Erweckungspredigern hat.

Das war meine Begegnung mit Pater Tardif. Ich nehme auch heute noch manchmal seine beiden Bücher aus dem Regal und lese ein oder zwei Zeugnisse. Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte … und wenn nicht ein ähnliches Erlebnis mich selbst zum Glauben geführt hätte … ich würde es auch heute nicht glauben.

Übrigens soll, wie Nicole mir berichtete, auch der Arzt überrascht gewesen sein. Er habe, sagte sie, noch mit mehreren Punktierungen gerechnet. Die aber war bereits am nächsten Tag nicht mehr nötig.

«Halleluja! Er ist wahrhaft auferstanden!»

Freitag, April 21, 2006

Tante Zeit wackelt nach Popetown ...

Wieder einmal nichts verstanden hat die ZEIT. Hier mit der Feder von Jürgen Krönig:

Aber bekanntlich protestiert es sich umso ungehemmter, wenn man unbeleckt ist von Faktenkenntnis. Zugegeben, die mittlerweile abgesetzte Werbung des Senders – Jesus, vom Kreuz gestiegen, schaut sich, gemütlich im Sessel sitzend, Popetown an, darunter das Motto „Lachen statt rumhängen“ – war nicht gerade geschmackvoll. Auch in der Serie geht es nicht zimperlich zu.


Der Schuß geht latürnich nach hinten los: Denn auch Popetown persifliert den Papst (oder etwas, das so aussehen soll wie Papst), ohne sich um die Realität – oder gar Faktenwahrnehmung – zu scheren.

Doch das Konzept westlicher Freiheit, das wir für eine zivilisatorische Errungenschaft halten, umfasst nun mal das Recht, auch Religionen und Kirchen verspotten, ja beleidigen zu können. Ein Recht, das Christen im konkreten Einzelfall murrend, ja widerwillig hinnehmen mögen. Aber generell ist es in den westlichen Gesellschaften von allen Seiten akzeptiert. Jeder Versuch, diese Freiheit einzuschränken, stößt auf erbitterten Widerstand, allen voran von Künstlern, Intellektuellen und Journalisten.


Tja, Mann. Und zu diesem Recht gehört auch das Recht der Christen, Sturm zu laufen, bis die Schwarte kracht. Einfach weil wir das Zeug nicht wollen. Es geht nicht um »Verbote« oder «Maulkörbe«; es geht darum, daß mtv auf unsere Kosten Geld machen will. Und daß wir dazu einfach – und zwar ziemlich laut, und daß man’s hört – »Nein« sagen.

»Just say no.«

Link zur ZEIT

Donnerstag, April 20, 2006

Daily Toon: City of Joy


Stadt des Jubels – am Ostermontag ist Aachen in die erste Liga (wieder) aufgestiegen. Ein schwacher Abglanz der Osterfreude sei das, meinte der Prediger im Aachener Dom. Recht hat er, meine ich! Denn seit der Auferstehung Jesu Christi von den Toten spielen wir alle in der ersten Liga.

Daher beglückwünsche ich uns alle mit dem Ostergruß: Christus ist aufgestiegen … pardon, auferstanden! Alleluja Alemannia!

Bevor mich ein Mönchengladbacher oder Kölner darauf hinweist: Ja, das ist der Unterschied zwischen der Alemannia und Jesus Christus – Jesu Platz im Himmel ist abstiegssicher.

Ich habe einen Igel aus dem Winterschlaf geweckt

Popetown – nachösterlich: Auf den mtv-Seiten gibt’s jetzt auch einen »virtuellen Beichtstuhl«; dort wird unter dem Slogan »Formular ausfüllen - beichten – Erlösung« eingeladen, seine »Sünden« zu bekennen.

Wir erfahren, wer VIVA geschaut hat, wer einen Igel aus dem Winterschlaf geweckt, wer den Freund des Freundes liebt (warum soll das eigentlich eine Sünde sein?) und so weiter und so fort.

Also Kids: die Motivation für den Beichtstuhl und für die Ausstrahlung von Popetown ist – falls euch das nicht aufgefallen sein sollte – nicht etwa redliche Aufklärung, sondern Gewinnmaximierung für mtv. Die würden euch jedes Liedchen pfeifen, von dem sie sich profit (englisch aussprechen) versprechen.

Pfeift denen auch was: Sagt denen, daß ihr Popetown Scheiße findet. Immer und immer wieder.